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Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen
an der Königlichen
Friedrich -Wilhelms - Universität
zu Berlin
Herausgegeben von dem Direktor
Prof. Dr. Eduard Sachau
Geh. Regierungsrat
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JAHRGANG VII
vi
Berlin 1904 Kommissionsverlag von Georg Reimer
9Z
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Seminarchronik für die Zeit vom OI<tober 1903 bis August 1904.
JDas Seminar zählte:
a) im Wintersemester 1903/04: 215 Mitglieder — darunter 20 Postbeamte als Mitglieder des Kursus behufs Ausbildung im praktischen Gebrauch der russischen Sprache — und 15 Hospi- tantinnen. An dem für Kaufleute und Bankbeamte einge- richteten Kursus im Chinesischen nahmen 11, im Russi- schen 76, im Spanischen 82 und an der Vorlesung über die Grundlagen der Nationalökonomie 68 Personen teil. Ge- samtzahl der Seminarbesucher: 467 Personen.
b) im Sommersemester 1904: 156 Mitglieder — darunter 18 Post- beamte als MitgUeder des Kursus behufs Ausbildung im prak- tischen Gebrauch der russischen Sprache — und 12 Hospitan- tinnen. An dem für Kauf leute und Bankbeamte eingerich- teten Kursus im Chinesischen nahmen 7, im Russischen 30, im Spanischen 24 und an der Vorlesung über Konsular- und Kolonialrecht 48 Personen teil. Gesamtzahl der Seminar- besucher: 230 Personen.
Der Lehrkörper bestand:
a) im Wintersemester 1903/04 aus 24 Lehrern und 9 Lektoren. Zu Beginn des Wintersemesters trat der Kaiserlich russische Hofrat Herr Rudolf Jürgen aus Riga als Lehrer des Russischen und Herr Ralph H. Carr aus Wor- cester als Lehrer des Englischen in den Lehrkörper des Seminars ein, während Herr Djin-Da-Min die Stellver- tretung des seit August beurlaubten chinesischen Lektors Hsüeh Shen und Herr Miludi Ben Mohammed Siadi Talbi aus Casablanca die nach Ausscheiden des in seine Heimat zurückgekehrten Lektors Sid Gilani Schirkawi vakante Lektorstelle für das Marokkanisch he übernahm. Leider schied der letztere nach kurzer Tätigkeit durch Tod Mitte Dezember wieder aus. Ende des Semesters
II
wurde dem Lehrer des Suaheli Herrn Dr. Carl Veiten von Seiner Exzellenz dem Herrn Unterrichtsminister das Prä- dikat »Professor« verliehen; b) im Sommersemester 1904 aus 24 Lehrern und 11 Lektoren.
An Stelle des im Dezember 1903 verstorbenen marok- kanischen Lektors Sid Miludi trat anfangs April 1904 Herr Abdel-Wahhab Bu-Bekr aus Tanger in den Lehr- körper des Seminars. Zur Verstärkung des Duala- und Ephe -Unterrichts wurden im Juh 1904 Herrn Pastor Meinhof der Duala Otto Ekwala und der Ephe Ludwig Adzaklu beigegeben.
Mitte August schied der Lehrer des Englischen Herr Ralph H. Carr aus dem Lehrkörper des Seminars, wäh- rend der Lehrer des Arabischen Herr Professor Dr. Bruno Meißner zum 1. Oktober d. J. einem Rufe als außer- ordentlicher Professor der semitischen Sprachen an die Universität Breslau folgen wird. Der Lehrer für die wirt- schaftlichen Verhältnisse in den Kolonien Herr Legations- rat Professor Dr. Hei ff er ich wurde zum »Wirklichen Legationsrat« ernannt. Der Seminarunterricht erstreckte sich:
a) im Wintersemester 1903/04
auf 1 5 Sprachen : Chinesisch, Japanisch, Arabisch (Syrisch, Ägyptisch, Ma- rokkanisch), Persisch, Türkisch, Suaheli, Haussa, Herero, Duala, Ephe, Englisch, Französisch, Neugriechisch, Russisch und Spanisch
und 6 Realienfächer: Avissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen, Tropenhygiene, tropische Nutzpflanzen, Landeskunde von Deutsch -Ost- afrika, Landeskunde der deutschen westafrikanischen Ko- lonien sowie Kolonien und Kolonialpolitik;
b) im Sommersemester 1904
auf dieselben 15 Sprachen und 7 Realienfächer: wissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen, Tropenhygiene, tropische Nutzpflanzen, Landeskunde von Deutsch -Ost- afrika, Landeskunde der deutschen westafrikanischen Ko- lonien, Kolonien sowie Kolonial- und Konsularrecht. Der Unterricht wurde erteilt:
a) im Winterseraester 1903/04 zwischen 8 Uhr morgens und 9 Uhr abends.
III
b) im Sommersemester 1904 zwischen 7 Uhr morgens und
9 Uhr Abends; Während der Osterferien 1904 fanden Ferienkurse vom 15. März bis zum 14. April statt.
Zu einem außerstatutenmäßigen Termin im Frühhng und zum statutenmäßigen Termin im Sommer 1904 brachten die nach- stehend verzeichneten Mitglieder des Seminars durch Ablegung der Diplomprüfung vor der Königlichen Diplom - Prüfungskommission ihre Seminarstudien zum vorschriftsmäßigen Abschluß:
1. Kurt Scheffler, stud. jur., im Türkischen;
2. Max Hauschild, stud. jur. , im Chinesischen;
3. Ferdinand Lessing, stud. jur., im Chinesischen;
4. Bruno Loesdau, stud. jur., im Chinesischen:
5. Robert Oelrichs, stud. jur., im Chinesischen;
6. Gerhard Pernitzsch, stud. jur., im Chinesischen;
7. Erich Schuchart, stud. jur., im Chinesischen;
8. Wilhelm Villa r et, stud. jur., im Chinesischen;
9. Bernhard Beck, Vorschullehrer, im Japanischen;
10. Hans Mahner-Mons, Musikstudierender, im Japanischen;
11. Edmund Simon, stud. jur., im Japanischen;
12. Ludwig Katz, stud. jur., im Arabisch -Ägyptischen;
13. Karl Steinführer, stud. jur., im Arabisch - Marokkani- schen;
14. Wilhelm Waßmuß, Referendar, im Arabisch- Marok- kanischen ;
15. Waldemar Petersen, stud. jur., im Persischen;
16. Eberhard Ulrich, stud. jur., im Türkischen;
17. Franziska Stadthagen, Frau Regierungsrat, im Russi- schen ;
18. Ernst Schaumburg, Referendar, im Russischen;
19. Adolf Kindor, Rektor, im Russischen;
20. Adalbert von Boetticher, stud. jur., im Russischen. Am 27. Juli 1904 fand die Entlassung des diesjährigen Kursus
der dem Seminar zur Ausbildung im praktischen Gebrauch der russischen Sprache überwiesenen Post- und Telegraphenbeamten statt, der sich aus den folgenden Mitgliedern zusammensetzte:
1. R. Alkewitz, Postassistent, aus Provinz Ostpreußen;
2. H. Annus, Ober- Postpraktikant, aus Provinz Posen;
3. J. Becker, Telegraphensekretär, aus Provinz Hannover;
4. K. Diebold, Ober -Postpraktikant, aus Provinz Schlesien;
5. P. Großmann, Ober -Postpraktikant, aus Provinz Ost- preußen;
IV
6. A. Hahn, Ober-Postpraktikant, aus Provinz Ostpreußen;
7. R. Harael, Postassisteut, aus Berlin;
8. G. Heine mann, Ober - Postpraktikant , aus Pro\anz Schlesien ;
9. L. Hübscher, Ober- Postpraktikant, aus Provinz Posen;
10. H. Huke, Postassistent, aus Seh vvarzburg- Sondershausen;
11. G. Just, Postassistent, aus Provinz Ostpreußen:
12. G. Klotz, Postassistent, aus Braunschweig;
13. G. Peukert, Postassistent, aus Provinz Schlesien;
14. P. Red eil, Postassistent, aus Pro\anz Westpreußen;
15. O. Schaumkessel, Postassistent, aus Provinz West- preußen ;
16. F. Smend, Postassistent, aus Provinz Westpreußen;
17. K. Specht, Ober- Postpraktikant, aus Provinz Westfalen;
18. R. Stolle, Ober -Postpraktikant, aus Berhn.
Soweit vom Seminar aus festgestellt werden konnte, haben die nachstehend aufgeführten früheren Mitglieder des Seminars während der Zeit vom August 1903 bis August 1904 in verschiedenen Ländern Asiens und Afrikas Amt und Stellung gefunden:
1. Walter Zechlin, Referendar, aus Hannover, als Dol- metschereleve bei der Kaiserhchen Botschaft in Konstan- tinopel;
2. »Erich Nord, Dr. jur., Referendar, aus Provinz Sachsen,
desgl. ;
3. Kurt Kr atz seh, Dr. jur., Referendar, aus Königreich Sachsen, als Dolmetschereleve bei der Kaiserlichen Gesandt- schaft in Peking;
4. Wilhelm von Weickhmann, Dr. jur., Assessor, aus Pommern, bei der Justizverwaltung des Kaiserlichen Gou- vernements von Deutsch- Ostafrika;
5. Adolf Schlettwein, Gerichtsassessor, aus Mecklenburg- Schwerin, desgl.;
6. Christian Schrader, Dr. jur., Assessor, aus Schleswig- Holstein, desgl.;
7. Eugen Dinkelacker, Assessor, aus Württemberg, desgl. in Kamerun;
8. August Kirchhof, Assessor, aus Lippe-Detmold, desgl.;
9. Wal de mar von Sobbe, Oberleutnant aus Brandenburg, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun;
10. Gerhard Jacob, Leutnant, aus Brandenburg, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun;
11. Eugen Kirch, Leutnant, aus der Rheinprovinz, in der Kaiserhchen Schutztruppe für Kamerun;
12. Fritz Werner, Leutnant, aus der Rheinprovinz , in der Kaiserhchen Schutztruppe für Kamerun;
13. Georg von Prittwitz und Gaffron, Hauptmann, aus Berlin, als Offizier der Kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch- Ostafrika;
14. Walter von Wiese und Kaiserswaldau, Leutnant, aus Schlesien, in der Kaiserlichen Schutztruppe für üeutsch- Ostafrika;
15. Hans Schulz, Leutnant, aus Sachsen, in der Kaiserhchen Schutztruppe für Deutsch -Ostafrika;
16. Hermann Trefurth, Leutnant, aus Königreich Sachsen, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch -Ostafrika;
17. Detlef von Kleist, Oberleutnant, aus Schlesien, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika;
18. Alexander von Fritsch, Freiherr, Oberleutnant, aus Königreich Sachsen, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika;
19. Graf Saurma-Jeltsch, Leutnant, aus Schlesien, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika;
20. Hermann Runkel, Leutnant, aus Hannover, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika;
21. Willi Grünewald, Leutnant, aus Berhn, in der Kaiser- lichen Schutztruppe für Südwestafrika;
22. Paul von Bojanowsky, Leutnant, aus Hessen -Nassau, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika;
23. Georg Trainer, Leutnant, aus Westfalen, in der Kaiser- lichen Schutztruppe für Südwestafrika;
24. Albert Fürnrohr, Leutnant, aus Posen, in der Kaiser- lichen Schutztruppe für Südwestafrika;
25. Volkmar von Wurmb, Leutnant, aus Sachsen, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika;
26. Günther von Billerbeck, Leutnant, aus Pommern, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika;
27. Otto Dempwolff, Dr. med., Stabsarzt, aus Ostpreußen, in der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch -Ostafrika;
28. Willibald Schellmann, Dr. phil., Chemiker, aus der Rheinprovinz, im Dienste des Kaiserhchen Gouvernements von Deutsch -Ostafrika;
29. Gottfried Thiesmeyer, Landmesser, aus Lippe -Detmold, als Landmesser in Südwestafrika;
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30. Paul Hoentzsch, Finanzaspirant, aus Schlesien, als Be- amter beim Kaiserlichen Gouvernement in Deutsch - Ost- afrika ;
31. Otto Mich eisen, Gerichtsaktuar, aus Schleswig- Holstein, desgl. ;
32. Fritz Techmer, Landmesser, aus Pommern, desgl.;
33. Berthold Freitag, Regierungs-Zivilsupernumerar, aus Brandenburg, desgl.;
34. Ernst Kerb er, Haupt- Zollamtsassistent, aus Westfalen, desgl.;
35. Fritz Kiene, Gerichtsaktuar, aus Schleswig - Holstein,
36. Karl Scholz, Steuer- Zivilsupernumerar, aus Schlesien, desgl. ;
37. Wilhelm Nagel, Regierungs-Zivilsupernumerar, aus Han- nover, desgl.;
38. Jakob Dern, Postassistent, aus Großherzogtum Hessen, im Kaiserlichen Postdienst in Deutsch -Ostafrika;
39. Alois Jünemann, Lehrer, aus Provinz Sachsen, als Lehrer an einer Regierungsschule in Deutsch- Ostafrika;
40. Hermann Andres, Lehrer, aus Brandenburg, desgl.;
41. Friedrich Wilhelm Brandt, Lehrer, aus Brandenburg, desgl. ;
42. Hermann Hülle, Lic. theol., Könighcher Bibhothekar, aus Berlin, als Professor an der Kaiserlich chinesischen Universität in Peking;
43. Erich Haenisch, Dr. phil. , aus Berlin, als Lehrer an der chinesischen Militärschule in Wuchang;
44. Friedrich Pferdekämper, stud. phil., aus Westfalen, als Lehrer an der chinesischen Regierungsschule in Tsinanfu;
45. Walter Trittelvitz, Pastor, aus Pommern, als Missions- inspektor in Südafrika;
46. Siegfried Delius, Missionskandidat, aus Provinz Sachsen, als Missionar in Deutsch -Ostafrika;
47. Johannes Riese, Missionskandidat, aus Pro^^nz Sachsen, desgl. ;
48. Friedrich Wilhelm Hart mann, Missionskandidat, aus Schlesien, als Missionar in Uvambo, Deutsch -Ostafrika;
49. Wilhelm Schmidt, Missionskandidat, aus Pommern, desgl. in Uhehe, Deutsch - Ostafrika ;
VII
50. Hermann Krelle, Missionskandidat, aus Brandenburg, desgl. in Daressalam, Deutsch-Ostafrika;
51. Johannes Hahn, Missionskandidat, aus Braunschweig, desgl. in Uhehe, Deutsch - Ostafrika.
Von dem vom Seminar herausgegebenen: »Archiv für das Studium deutscher Kolonialsprachen« ist im August 1904
Bd. II. Fritz, Wörterbuch des Charaorro (der Sprache der ein- heimischen Bevölkerung der Marianen)
zur Ausgabe gelangt.
Berlin, den 26. August 1904.
Der Direktor, Geheimer Regierungsrat
Sachau.
IX
Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen zu Berlin
Erste Abteilung
Ostasiatische Studien
Redigiert von Prof. Dr. R. Lange und Prof. Dr. A. Forke
1904
Beriin
Kommissionsverlag von Georg Reimer
XI
Inhalt.
Seite
Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape von Hahl . . . 1
Grundregeln der Bainingsprache von P. MatthäusRascher 31
Ein japanischer Fürstenspiegel von Kaibara Ekken, übersetzt von T. Tsuji . 86
Mu Wang und die Königin von Saba von A. Forke 117
Die chinesische Redaktion des Sanang Setsen , Geschichte der Ostinongolen , im
Vergleiche mit dem mongolischen Urtexte von E. Haenisch 173
Chinesische Ansichten über Bronzetrommeln von Friedrich Hirth. . . . 200
Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
Von Hahl,
Kaiserlicher Gouverneur von Neu-Guinea.
I. Einleitung.
iJie Verkehi'ssprache , welche im ganzen Gebiete dei* Karolinen auf jeder Insel verstanden wird , ist das Englische. Ich hatte Anweisung erhalten, Küstenmalaiisch als Umgangssprache einzuführen. Dies wäre vielleicht möglich, wenn eine größere Anzahl malaiischer Angeworbener sich hier befunden hätte. Allein das Häuflein der 20Makassaren, welche unter sich Buginesisch sprechen, konnte sich in dem Gewirre der 16 Sprachen, die innerhalb der Ringmauern den Verkehr vermitteln, keine Geltung verschaffen. Sollte nicht das Eng- lische die Herrschaft behaupten, so konnte ihm nur durch Einführung der Sprache Abbruch getan werden, welche von der größten Zahl Menschen gesprochen wurde; das ist die Ponapesprache. Diese vermittelt jetzt den Verkehr; mit den Malaien wird Küstenmalaiisch gesprochen. Für später ist es erforderlich , um nicht doch eine völlig Englisch sprechende und denkende Kolonie zu erhalten , auf den deutschen Unterricht allen Nachdruck zu legen.
Sprachlich zerfällt nun das Gebiet der östlichen Karolinen in drei Teile: das Gebiet der Ponapesprache; es umfaßt Kusaie, Mokil, Pingelap, Ngatik , Ponape. Auf Kusaie wird rein Ponape nicht mehr verstanden , aber die Verwandtschaft der Sprachen ist sehr groß. Jedermann spricht doj-t übrigens Englisch und Jaluit, in welchen Sprachen der Unteriicht seitens der Mission erteilt wird. Das zweite Gebiet ist das der Ruksprache (Ruk heißt Berginsel, im Gegensatz zu einer flachen Koralleninsel fanäpi). Diese Sprache zeichnet sich durch starke Beeinflussung durch polynesische Ele- mente aus, während die Ponapesprache dem Bau und teilweise dem Wort- schatze nach mehr den melanesischen Sprachen sich zuneigt. Die Ruk- sprache ist, allerdings mit Abweichungen, über Mortlock , Namoluk, Oraluk, Losap, Hall, Namouoitu, außer der Rukgruppe verbreitet. Das Volk dieser beiden unter sich wieder verwandten Sprachgebiete ist malaiischen oder viel- leicht besser prämalaiischen Ursprungs. Das dritte Gebiet ist polynesisch, die Nukuoroinseln.
Die auf der Insel Ponape wohnenden Beamten werden so wenige Ge- legenheit zum Besuche der übrigen Inseln erhalten, daß es nicht möglich und auch nicht nötig ist, deren Sprache sich anzueignen. Dagegen würde ich die Erlernung der Ponapesprache für praktiscli bedeutsam halten , um
Mitt. d. Sem. f. Orient. Sprachen. 1904. I. Abt. 1
2 Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
diese allmählich in den Verkehr einzuführen. Die hier befindlichen Ruk- eingeborenen haben sie bereits sich angeeignet.
In der Ponapesprache sind folgende Bücher geschrieben:
1. Puk en Matauatan, Rechenbuch.
2. Puk en kak akan iran Lamalam, eine biblische Geschichte.
3. Puk en kajanjal eu, ein Kinderlesebuch mit Abbildungen.
4. Puk en kaul, eine Sammlung geistlicher Lieder.
5. Puk en Peutial, ein Geographiebuch.
Von diesen 1 bis 5 aufgezählten Büchern halte ich das Rechen- und das Geographiebuch, letzteres verfaßt von dem Häuptling Henrv Nanpei, für wertvoll. Bei einer Neuherausgabe des Geographiebuches müßte im Gegensatze zu Amerika mehr auf Europa hingewiesen werden. Sie er- scheinen in dem Verlage des American Board of Commissioners for foreign Missions in Boston, No. 1 Somersetstreet.
6. Diccionario Hispano-kanaka o'sea Modesta Colecciön de las voces mas usuales y conocidas de esta lengua de la Ascension o Ponape.
7. Devocionario kanaka. Te puk me pataki tuen tiak en choulang katek kan.
8. Catecismo de doctrina Christiana Hispano-kanaka.
Die letzten drei Bücher sind von Vätern der Kapuzinermission ver- faßt und recht verständlich gehalten. Bei einer Neuauflage müßte der spanische Text unterdrückt, wenn nicht durch den entsprechenden deutschen ersetzt werden.
Für deutsche Begriffe ist die herrschende Schreibweise nicht genügend. Der Missionar Gulik führte in seinem Schriftchen »Notes on the grammar of the Ponape Dialect, Honolulu, Commercial Advertiser Press 1858» 14 Buch- staben ein , teilweise unter Zugrundelegung englischer Vokalisation. Mißlich erscheint namentlich 1 . die Wahl eines einzigen Buchstabens zur Darstellung der verschiedenen S- Laute, j muß bald wie s, ß, tsch, dsch, tß gelesen werden, 2. die ungenügende Unterscheidung zwischen a- und e- Lauten, und den Doppellauten ou und au. Die spanischen Missionare hatten eine eigene Schreibweise gewählt, deren sich auch Christian bediente; sie haben aber seit Jahresfrist den Kampf gegen die herischende Schreibweise auf- gegeben und selbst sich ihr anbequemt. Vorerst wird nur erübrigen , diesem Beispiele zu folgen, um keine Verwirrung anzurichten.
Außer den acht aufgezählten Büchern der Ponapesprache sind nach meiner Kenntnis noch vorhanden:
9. Kapas Fei -Puk eu kapas en kot usw.
Bible stories, Mortlock, Micronesia, American Tract Society, 150 Nassaustreet, New York.
10. Mwo Sasu lun Jisus kraist Leum las ma Mattu el Sim. New York, American Bible Society 1871.
11. Puk en Ais Fei, me tis an lamalam kana lan kapas an re Ruk, Mortlock Catechism. Published by A. B. C. F. M. for the Ruk Mission. Honolulu H.J.Press Publishing Company Steam Print 1888.
12. Ais Fei usw. Ruk. Bostoner Mission.
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape. 3
13. Puk en Afalafal: Kapas en Truk. Bostoner Mission.
14. Aritnietik kapas an Iteit an Peirak kana lan- kapas an Ruk me Mortlok. Ruk- Aritinetik, Second Edition. The Hicks-Judd Co. Printers, Publishers and Book-binders, 23 First Street, San Francisco, California.
15. Puk an kel usw. Ruk en Mortlock. Hyinn Book, heraus- gegeben von der unter 14 erwähnten Gesellschaft.
16. Jiokrafi usw. Ruk, herausgegeben von der Bostoner Mission.
IL Grammatik.
Vorbemerkungen.
(Vgl. Notes 011 the granimar of the Ponape Dialect by L. H. Guliii, Honolulu, Commercial Advertiser press 1858.)
Die bestehende Schreibweise, eingeführt durch die Bostoner Mission (American Board of Commissioners for foreign Missions), bedient sich zui- Darstellung der Sprache der in der nachstehenden Reihenfolge geordneten 14 Buchstaben: a, e, i, o, u, j, k, l, m, n, n, p, r, t. j bringt den s- und Zischlaut zum Ausdruck, lautet meist wie dsch, aber auch, je anch dem Dialekte, wie ß, tsch, tß, ds. n (oder«) entspricht dem Nasallaut ng. Um jede Verwirrung zu vermeiden, muß zunächst diese Schreibweise an- gewendet werden. Ihre Einfachheit mag auch dem Bedürfnisse der Ein- geborenen genügen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß sich die Sprache damit nicht erschöpfend wiedergeben läßt. Die Verschiedenheit der Zischlaute ist erwähnt. Eine Unterscheidung zwischen ä und e er- scheint nicht möglich. Da zur Bezeichnung des Zwischenlautes ä sehr häufig, nach englischem Vorbilde, a gewählt wurde, ohne daß eine Leseregel sich ausfindig machen ließe, so besteht für das Auge ein einheitUches Bild der Schrift, während die Aussprache sehr verschieden ist. aunn&oii, a, ä, ö, ferner o, ö, ü, ü können nicht zur rechten Darstellung gebracht werden. k, p, t bezeichnen die weichen und harten Laute ihrer Klasse. Die Übimg allein kann schheßlich Sicherheit im Hören, Sprechen und Schreiben ver- leihen. Als Besonderheit findet sich bei einzelnen Worten ein Vorschlags- » m " . bei den melanesischen Sprachen eine regelmäßige Erscheinung, z. B. mpomp gewölbt, mmara Titel, Würde. Eine Häufung der INIitlauter ist selten; die Häufung der Selbstlauter ist gewöhnhch. Im Flusse der Rede finden aber starke Zusammenziehungen statt, z. B. köue du = ke oder ka\ ta oh = täh. Ja er ^ lar.
Die Sprache kennt die Beugung der Worte nicht.
Der Artikel fehlt.
Das Geschlecht der Worte wird gewöhnlich nicht besonders unter- schieden; wo es zum Verständnis notwendig erscheint, bedient man sich des Zusatzes von ol Mann, li Weib, rioi ol mein Bruder, rioi K meine Schwester. Vielfach sind auch verschiedene Wörter für die Geschlechter vorhanden , klh Hahn , lutok Henne.
1*
4 Hahl: Ein Beitrag zur Keniifnis der Umgangssprache von Ponape.
Die Unterscheidung zwischen Einzahl und Mehrzahl muß sich aus dem Zusammenhang ergeben. Hier kommen besonders die Fürwörter zur Hilfe, welche für Einzahl, Zweizahl und Mehrzahl besondere Formen bilden. Man kann dem betreffenden Worte auch A'aw, akan, pukat {=. einige, mehrere) als Pluralzeichen beisetzen. Die Abhängigkeit der Satzteile er- gibt sich aus den jeweils angewandten Bindewörtern; besondere Fälle der Beugung und der Abhängigkeit zu unterscheiden , dürfte schwiei-ig sein und der Sprache Gewalt antun. Das alleinstehende Eigenschaftswort nimmt we vor sich, ein Bindewort, das am besten mit »es ist« wiedergegeben wird. Das Eigenschaftswort steht nach dem Hauptwort, tuka kajelel der schöne Baum; me kajelel tvka der Baum ist schön (auch tvka me kajelel). Die Steigerung wird durch joü als (selten ta) ausgedrückt. Imoi memau jon imom mein Haus ist besser als dein Haus.
Die Nachsilbe ia, welche auch Zeitwörtern angehängt wird, drückt den höchsten Grad der Steigerung aus. memania es ist überaus, sehr gut. J men mdnataria ich bin sehr hungrig, ira pepetia die beiden kämpfen sehr heftig (pei dazu verdoppelt s. u.). Die Art der Zählung in den Grund- zahlen ist eine achtfache, je nachdem von verschiedenen Gegenständen die Rede ist. Außerdem gibt es für gewisse Dinge noch besondere Zahlen- begriffe, z. B. ak (spr. äk) 10 lebende Wesen (Menschen, Hühner) us\v. Für den gewöhnlichen Gebrauch genügen drei Klassen:
1. Alles, was rund ist, wird gezählt mit n, also eu . riau jilu usw. Diese Art der Zählung ist die regelmäßige.
2. Alles, was lang ist, wird mit po? gezählt, also apot, riapot, jilipot, papot usw.
3. Lebende Wesen werden gezählt mit men, also amen, riamen usw. Die Fürwörter unterscheiden eine Zweizahl in der persönHchen und
besitzanzeigenden Form. Zur Unterscheidung der Zeiten werden besondere Hilfswörter gebrauclit.
Die Gegenw^art wird gebildet durch met oder ap\ letzteres erscheint selten. Im Laufe der Rede werden diese beiden Hilfswörter meist nicht gesetzt, met steht gewöhnlich vor, ap nach seinem Zeitwort.
Die Zukunft wird durch pan (selten dnük) ausgedrückt; sie stehen vor ihrem Zeitwort. / pan uia ich werde tun. Die befehlende Form be- dient sich 'ew, welches vor dem Zeitwort steht (en, e dumpf), kuma en pokata ihr zwei hebt auf.
Die Vergangenheit wird durch er bezeichnet, welches dem Zeitwort nachsteht. / uiatar (=: uia ta er) Ich habe (es) getan, kin drückt die Möglichkeit, Gewohnheit aus. let uan taka eu hier ist eine Frucht, aramaj kin mdiia Leute pilegen (sie) zu essen =; ist sie eßbar, kann man sie essen.
Wünschen, verlangen, die Wunschform wird durch men gegeben. Ich bin durstig = ich will Wasser trinken I men nim pil.
\'erstärkungen werden durch Verdoppelung des Grundwortes erzielt, fo^am sprechen , reden, lökalokaia gewaltig, tleißig reden.
Die Vorsilbe ka verwandelt das intransitive Zeitwort in das transitive. mela sterben, kamela töten.
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape. 5
Die einzelnen Zeitwörter, im besonderen Maße die der Bewegung, bilden mit Adverbien des Ortes Zusammensetzungen, deren Häufung das Verständnis mitunter schwierig gestaltet. Die wichtigsten sind:
1. La (elä wenn das Zeitwort auf einen Mitlauter endigt) zeigt an:
a) die Vollendung eines Zustandes und das Beharren in demselben ,
b) die Abkunft, Trennung von etwas. / mairela ich bin schläfrig oder schon im Schlafe
2. ta (eta) zeigt die Bewegung nach aufwärts an
3. ti abwärts
4. to her (zum Sprechenden)
5. ue weg (vom Sprechenden)
6. ü fort von (selten)
7. lofi in , einwärts
8. on zu, hinzu
9. jöh weg von (vom Handelnden)
10. pma zusammen
11. päjo/i auseinander
ko gehen, Grundwort:
ko la. gehe fort
kota (auch kota la) gehe hinauf
koH gehe hinab
koto komme her (zu mir)
koue gehe weg (von mir)
ko ii fort !
ko loh geh hinein
ko ah gehe zu (jem.)
ko jöh gehe weg (von jem.)
ko pena komm zusammen
ko pajoh geh (auseinander), trenne dich.
Zusammensetzungen sind häufig ko ti la joh geh fort (von mir) und weg, da hinab
III. Wörtersammlung,
(Deutsch-Ponape.) 1. Himmel, Luft. Himmel ndloh Bhtz liöl
Mond jminipoh (spr. jduni — )
Wolke tdpok
Regen kdtau (spr. kätau)
Sturm melvmel
Wind kißniah Regenbogen aiä
Ostwind mdjeloh Stern üju
Flamme ümpümpül Nacht poh Schatten mötä Sonne kdfipin
6
Hahl: Ein Beitrag zur Kpimtiiis der UmgangsspracliP von Ponape.
Glanz linan Donnei' nanjdpue ruhig AVetter moleti Tropfen tinitin Luftraum nanueue westlich , Westen Mpi
2. E
Erde (Land) jdmpä (dschämpä)
Erde (Boden) püel
Stein tdJcai
Hügel töl
Seite, Ufer au en pil
Riff mat
Weg al
Asche paj
Rost mir
Wasser i
frisches Wasser \ ^
Meer jet
tiefes Meer mdtau, lam
auf hoher See nan, mätaü nalam
seekrank men mätaü
Insel (je nach dem Dialekt) teka, toka
Vorgebirge imuinjap
Kanal (Einfahrt) tau
Hafen leäpitaii
Koralle rar
Strom lapdhe
Woge iluk
Durchlaß ndnkapaj
östlich , Osten mdja nördlich, Norden apdh südlich, Süden dir Licht mdrain nach Westen pdli kdpi Vollmond mat
rde.
Horizont Ion
Sumpfland lepüel
Brücke kaukot, paj
Werft, Anlegebrücke (jror, jdkar
Zone joun
Treibholz (in der See) kdpei (a = ä)
Seegras olot
Strand oror
Lagune nenam
Grund, Boden kdpi
vSeite, Ecke kail
See, Brackwasser lepen
Ende (des Landes) imuin
Bucht nam
Süßvvassersee le
Kanal nanatikitik
Grenze, Absatz iran
Teil pajon
Platz, Ort ndja
Stadt kamin
Grasiläche, Wiese moj, male
Einöde. Haus lüak
3. Mensch.
Mensch aramaj
Mann ol
Vater jam
(mein V., dein V., sein V. jamoi, Jamom, jama)
Mutter in
(mein) älterer Bruder rioi melap
(mein) jüngerer Bruder rioi metik
Schwager ma
König, Häuptling JoM peiti
(pei demVolke das Antlitz zuwenden, jou peiti einer, der dies ex professo {jou) tut; ti hinab auf etwas)
I Herr maiTi
I Gefährte uorek
\ Kopf moü
(mein Kopf moiioi)
Ohr jaloii
' Auge por en maja ! Nase tum
Mund au
Bart jap
Arm pä (spr. pa)
Brüste titi
Bauch kapeti
Bein nä (spr. na)
Hahi.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape. 7
Knie puk
Herz nulunul
Ader jalin utuk
Knochen ti
Blut ntä
Weib li ^
meine Schwester rioili
Knabe pütak
Mädchen jeripen
Diener lüti
Ehefrau li pauta
meine Frau ai pauta
Ehemann öl pauta
Kinder jeri hau
Mutter {=^ Stammutter) nono
Kuß mpöke
heben, Liebe pökapöka (a zwischen
und e) Stirne (seine) toma Haar pit en mona Finger jentinpa Daumen jentilap Zeigefinger jentömotoma kleiner Finger jentitiki Hals tapinudra Hand kumut Gesäß kaue Brust mdremare Körper palmar Seele neni Rücken potijoua Nägel kiki Zehe jentin na Geschlechtsteile lak, üjol Kinn kaikai Brauen pdti {a = ä) Kehle kapinudra Zahn ni Lippen kilincma Haut kilin Ringwurm kilinuai Kopfschmerz mdliel Schnupfen toi
Zahnschmerzen haben lii metek Schmerzen haben metek oder metak Krieg pepei
Fest kdmatip Geräusch katairon
Lärm kümukum Geist, Schatten ani Engel touhn
Christ joulon
Gott kot
Ei'stgeborener mejeni
Liebchen mejendti (spr. -äti)
nachgeboren pokintiti
Stärke, Kraft kel
Ewigkeit murin mela
Freund, Freundin kömpokepai
djis einzige Kind ieroj
Abkömmling katautok
Vielweiberei {=■- ein Mann mit vielen Frauen) pdkai
Waise jopdpo
Rücken jakeri
^'erheiratung, Hochzeit kdpapaut
Gestalt, Aussehen mom
ein fleißiger Mann, ein Schaffer, Ar- beiter pörijok
Fleisch utuk
Geist Tien
Geburt ipui
Welt jampa
Taten , Schöpfung uiaui Jip Lap
Kugel , Einheit pon
Zahl pat
Null kata?Jauf
Günstling könikon
Geschichte kdjokajoi
Begräbnisplatz joujou
Stammesangehöriger, Freund pirio7i
Opfer (= gebraten) ijij
Erinnerung tamatamayi
Leiden, Elend lökolok
Schmerz mdtak (a = ä)
Stimme nil
Apostel udnporon
junger Mann mdnäkap
junge Frau penäkap
Bitternis, Schmei'z kdtik
Wort
en lokaia
(S Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangsspraclie von Ponape,
Tätigkeit , Beschäftigung
Idmalam
Religion
Liige likam
Lektion, x\bschnitt ira
Figur, Beispiel intin
Priester, Lehrer jounpatak
Arzt jmnuini
Fischer jounlait, joujet
4. Tieie, Hund Mti
Fledermaus puak (spr. puäk) Vogel man pir (pir fliegen) Taube muroi Schlange, Aal kamijik (= etwas, was
Furcht bereitet) Fisch, viele Fische mam, jaikan Hummer dltmon Schmetterling lipdrürü Ameise, kleine Ameise kat, katitik Fliege loh Mücke om Laus likäräk Krebs likätöp
( kanonäma
I hölokon
Geographie (= ein Anblick) peätial Gesellschaft, Begleitung udrak Gier änak Frage, Thema käk Kenntnis, Wissen kuptirakon Unart (eines Kindes) jökon (Jdkan)
mdn äkdn.
Schwein püik
Ziege kot
Schaf jip
Kuh kau
Huhn, Hühnchen li/tok, piirok
Hahn king
Geflügel mdlekä
Ente tuk (spr. tnk)
Gans kanj
Pferd oj (aus horse)
Ei kütor
Schildkröte ue
Muscheltier (jede Art) mdnika
Schwanz iki
Pflanzen, tuka akan.
Baum tükä Wurzel kdio Rinde kil {en tuka) Blatt ta Frucht ua Banane ut Kokosnuß (reife) dri7i
(allgemein) mdhas Kokosnußmilch pen äußere Schale der Kokosnuß tip Jam kep Taro moh (mäh) Rohr dlek Zuckerrohr jeu
6. Wohnung Zaun kel Pfahl ur
Schutz, Schirm kdtauk Brett, Bank timip
Brotfrucht 7nai
Elfenbeinnuß uoj
Mandel (einheimische) kema
Paj)aia mdmiop
Gras rä (spr. ra)
cordia subcordata ijau
inophyllum kaloph. tdmana
Ananas painaper
Mango kahit
Zitrone karer
Schößling ponj
hibiscus populneus kdlau
Zweig rä (spr. rä)
Same uA
Geräte, Kleidung. Kopfkissen ul Kahn üar Mast kaii Ruder pdtel
Hahi, : K\n Bfitrag zur Kenntnis
Segel jerok
Nagel kijin mdta (spr. mute) {mata aus
metal) Kamm käme (comb) Tasche et Korb kopüa, Mam Schnur, Tau jal dünne Schnur kijin puel Gürtel tör Fächer tdnir Grasrock kal (spr. käf) Kleiderstoff likau Frauenkleid likauli Hosen raujej Jacke jdkit Hut lijörop Kranz alin jeir Salböl le (spr. In) Matte (zum Schlafen) loj
(zum Sitzen) Urop (spi-. lirrop) Mörser peinar Stuhl jer Tisch tepel Koffer, Kiste köpa Knopf pdten Papier kijinlikau Schwamm lim Farbe litop Schleuder pai Zuspeise Jdlia (spr. jäliä) Netz (großes) uk
(kleines) naik Fackel intil Teil puaijaij, pdjon Flur (Hausflur) tätanim Vorhang, Wand titinim Dach öjenim
beide senkrecht zum Flur
der Umgangssprache ^on Ponape.
Dachsparren reunim
Balken (Pfeiler) urenim
Querbalken loloenim
Haus im
Kalk puet
Bett pank
Tür udnim (a = d)
Fenster uaninituk {a = a)
Hauspfosten, kleiner, seitlicher kdtar
Hauspfosten, großer, mittlerer or
Balken (im Haus, (juerlaufend) mpjentit
Habe, Gut tipijo
Musikinstrument kdjoh
Außenseite, Oberfläche. Haut kilin
Schatten, Karte neu
die Achse pürian
Äquator (= in zwei Teile geschnitten) lipalap
Rückseite jmia
Ding, Habe kapüa
kostbare Habe kaj<'/mpual
Umkreis kdpil
Handhabe, Zügel kolepa
Gewebe til
ein Stück (von etwas) ekij
Bund, eine zusammengebundene Men- ge; auch Fig. tüntun
Ding (jeder Art) meakot
Kreuz löpu
Loch por
Statue tiketik
Licht, Lampe, Fackel (ursprünglich getrocknetes Kokosblatt) jer
Wanderstock jökon
Spitze köma '
7. Von der Zeit, uatauat en anjou.
Tag ran
Sonntag ran jermli Montag nidt (spr. niät) Dienstag ni are Mittwoch ni ejil Donnerstag ni apdn
Freitag ni dlem
Sonnabend ni kaonop (si)r. kdünöp)
Woche Utk
Monat jmnipon
Jahr jmnpar
Stunde klok
10
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
Zeit dnjou
Morgen, in der Frühe ninjöran
Vormittag nimenjaii
mittags ninjouaj
nachmittags ninjmaj en joiiük
abends ninjoutik , udja pon
nachts nipon
heute rdnuet
morgen läkap
gestern aio
übermorgen pdli
vorgestern mdntaJcenaw
bis, mit der Zeit, innerhalb einer ge- wissen Zeit Idö immer kököldte, pötepote lange Zeit üdrd in alten Zeiten kailanam wie lange Zeit? iä rein? nicht lange Zeit e jötä udrei was ist die Zeit? dnjou ta? nach und nach apdn in drei Tagen peild zuerst, von Anfang an tdpipan in Zeit, mit der Zeit kötekoteo
8. Von der Behörde, momot en kaon.
ehrfurchtsvolle Anrede (;
kotin Regierungszeit rmiein Bevölkerung toun Sünde tip; Verbrechen (-
Königs Wort) tip laut Dieb lipirap Macht mdnaman
Hoheit) Tabu (an einem Kokosbaum). Feld- zeichen indpui Abteilung, Klasse (= eine besondere Zalil Volkes) pinn des Sitte, Art und Weise tiak Titel mmar
Obrigkeit, Herrschaft. Herrscher. Haupt kdon
Leute (mit Bezug auf eine Landschaft) Häuptling (= erster im Stanun)
men, z. B. menkiti jöumaj
Gesetz kapun {a = d) , majen l Häuptling (= Landlierr) mojijap
Erbschaft müririk
9. Eigenschaftswörter.
heilig jerävi sanft (me)tdrok zahm mant recht, gerade inen fertig enekier reif mää leicht rdra leer tan schwach lüet klein, dünn titi neu kap heiß kdrakar rot ueitdta schwarz tontol weiß potapot grün mei
schön kdjalel
schwer tdutau {au zwischen au und d) kalt pau ; mich friert I men pau schnell pitipit alle kdrqj klein tikitik groß kaleimun viele töto wenige laulau heiß kdrakar gut mdu schlecht jüit wahr meälel nahe kdran
groß 1 (von i laut alt \ Personen) | ma
Hahl: Ein Beitrat;- zur Konntnis der Uiiitraru
spra
oIk
Poiiape.
11
alt (von Dingen) marin
stark, kräftif? hele'd
stark (vom König) rüjnn
schwach lüet
Ivrank jömau
krank (vom König) lümum
betrunken jakcmlar
allgegenwärtig käitar
ewig {— einer, der nie endigt) Jölopoi
immer pötepote
unveränderlich, immer sein eigen (von der Gottheit) lölen
unsichtbar rir
sichtbar jdnjaJ
wohltätig, Segen spendend kapfmolol, Itälanan (vom Könige)
rein kölokol
schmutzig puelepüel
nachlässig jamin
angehörig (einem König) japuUimm (auch Anrede auf einer Adresse, etwa = Hochgeboren) weiblich pen männlich man
eben, gerade (im Raum) äpton gleich, gleich messend pdrnk rinid pönapon eben, flach pätapat ausgedehnt, ausgestreckt üue halb apäli trocken mdtakon sehr, überaus kaualap rechts md!un links main anderer meteiu
andere teko, meteko, metekat allein, einsam kelep {keleip) struppig jiroii
stolz, unabhängig kejej , Idmei freundlich, liebreich kdtäk (spr. katäk) zerstreut, auseinanderliegend mörö- pajon (das zweite o fast nicht ge- hört) geschickt, geweckt, weise lölokon jung (von Tiei-en) puelel
nicht geschickt, nicht passend für Hausarbeit (von der Frau) jakdiok zu Ende, leer, aufgebraucht örojer krumm, nicht gerade pirok gewölbt (nach außen) mpomp sehr hübsch, überaus meit wild, wütend ^o»ioY(a zwischen a und o) gewebt tintil
verzweigt, zweigartig kajöiia zusammengeformt (so daß es ein
Ganzes ausmacht) nnjok heraufgewaschen (von der Seewoge)
di'metok vei-fault, verrottet monüeti umringt, rings umgeben kdpil abgeschieden, entfernt von tör (o
zwischen o und e) trocken (vom Riff) mdiätä hoch ilelä {a zwischen a und e) gerade inen ausgestreckt, hineinreichend (z. B. ein
Kanal in das Land) uudn nachlässig, nicht gefällig aussehend
(vom Weibe) mömoaj ein gefällig aussehendes Weib, gut von Gestalt mömalik [a nahe an o) mitten, in der Mitte von etwas be- findlich dilapan {nan atlapan uel in der Mitte des Waldes) ruhig (von der See) mole getragen, gebracht uijik zuerst, voran maj viele neier
einzelne (= nur) eta kurz mätämot feindlich peirin
gut, freundlich aussehend mdj ä mau außerordentlich, wundervoll mdnaman ähnlich, gleich raj (z. B. wie ich raj
on ia) schlimm ö
gekocht (im Feuer) ain ohne Verwandtschaft, einsam japdupau sehr, überaus muldtok faul, lässig tanana
12 Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
10. Zei hören ron, kornn ansehen Jcilon, nar schreien jaii essen nemnem trinken nim
beißen (zusaiimu'nl)eißen) ke (ke-pena) speien umnj kosten (versuchen) jofi Hegen uen
niederlegen, sich uen-ti ankommen lel
wandern (zum Vergnügen) momeit wandern, umher- koko jili eintreten petelon kriechen karop schlafen mair wachsen uöj sterben mela
gestorben, tot melar (aus mela er) wissen äja
erfreuen, jemand kaperen sich freuen peren erlangen, besitzen die festhalten kölokol verbergen riik bringen üd
lösen (Fesseln) lapüa kneifen kini
beschneiden jirkumjaij (oircumsci^se) durchbohren pure schießen kdjik
(kajik eigentlich federn , elastisch sein) ertränken kömop umdrehen pirer einschließen retiniti reiben el
streichen, fegen irij schneiden lop (spr. löp) schneiden, teilen nek austeilen nek pajon teilen pdli graben ueir jäten, ausraufen uj
fällen paldti (spr. päläti)
schälen ki-jon-kilin
waschen (Kleider) löpelöpü
waschen (die Hände) ömiom
waschen (das Gesicht) opmnok
a usbessern kamau - ila
rösten umun
anzünden ijik
baden hitu
Schmerz bereiten, jemand kametak
oder kametek schmerzen metek öffnen (die Tür) retinata öffnen (den Mund) pdrapajm (aue) schließen (den Mund) kipena (ave)
{ki-pena =i zusammenbringen) herkommen ko-to fortgehen ko-la vergessen mönekela schreiben, tätowieren intin können, vermögen käk verstehen ueüe arbeiten totök fegen kokök nähen tTfi machen, tun uia aufpassen, wachen jinjila geben , reichen ki hergeben kiuTi gib mir kito gib weg ki ue, ki jon ausruhen komöl Abschied nehmen kamuirimuir zerbrechen, reißen (auf dem Papier)
durchstreichen kau4la anziehen (Kleider) pürian nan likau ausziehen (Kleider) kijan nan likau aufstehen (vom Lager) pöretä aufstehen (vom Sitz) üta zählen uatäüat sich setzen mÖ7iti tanzen, spielen mötomotön weinen mamaiik {s\iT.mämauk), jaiiijaTii blöken, wimmern uirauir
Hahl: Ein Beitrag zur Keiiiitiiis der Umgangssprache von Ponape.
18
schlagen kämekam, pudki
fürchten, sich mäjah
klettern tomr
herunterholen (vom Baum) taureti
wegwerfen kaje- la
wenden pur
zurückkehren (zu mir) puröto
zurückkehren (= wenden hin zu einem
andern) purdIa sprechen , reden lokaia befehlen mdjani bleiben, sein, existieren mi {mimi,
miä) stehlen j^rap lügen likam benetzen topolon wischen limui lachen kaiirur umarmen pölopol (p. pena) pflanzen patüketi (auch potöketi) umherlaufen kojeli rufen eker, likuere laufen tan weglaufen taii tarn lehren patäk
zeigen, erklären kalelapok ölen (den Körper) keie ölen (das Haar) uijöre schulden puaipant bezahlen, kaufen pvmn verkaufen nat riechen net
gut riechen, duften pömmi es riecht sehr gut pomaiiie übel riechen, stinken pöjuit (zugleich
Schimpfwort) streichen (mit Farbe) litopui streicheln tdmatamor denken, meinen Idme (spr. lame) erinnern tömatamdn spitzen par
wandern (ohne festes Ziel) kairu freundlich sein kdtek zerbrechen öla verbergen, etwas oki in Reihen legen kairak
unartig, böse, eigensinnig sein joko- jökonai {jakajdkanai)
richten (als Richter) kateika
begünstigen, bevorzugen kakönikon
emporheben, einen Rang verleihen kajapmlata
absetzen , der Würde entkleiden kaja- puiliti
ausgraben (einen Toten) jaripdta
Partei nehmen üpor, upali
zurückgeben, rächen pelian
puffen , knuffen jikon
sich bewegen (in Richtung auf oder von etwas) kaikai
hören , auf jemand peiki m
verlängern (einen Stock durch An- satz); überliefern pauj
sich abwenden jopeue
verbrennen ijik
erregt sein liiiaranar
knirschen (mit den Zähnen) teterok
steinigen , mit Steinen werfen hdjukkdte
sich erinnern kdkalik
wach sein, tätig sein papdt
überraschen kömpa
verleumden karauneki
böses Gewissen haben laiialo
vorbereiten önonop
bewegen (intr.) kai
sich nähern kai oii
herankommen, heranrücken kai to
fortrücken kai jofi
wegrücken kai ue
hinaufrücken kai ta
herabführen kai ti
wechseln, sich ändern (von einer Farbe , Krankheit) jare
verjagen, weggehen machen kajdre jofi
halten, stillstehen pö
halten machen, anhalten kapöuia
berühren töke
ankleiden (jemand) kapüat
ertrinken mop
betrauern , beweinen maie
rauben (aus einem Hause) kuti
beten, beschwören uindni
14
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape
bereuen injino
antworten japon
schneiden (mit der scharfen Muschel,
nun mit der Schere) Mte brechen (vom Wasser) puii spritzen (das Wasser brechen machen)
punapuii hineinspringen luji emporspringen lujita schelten, rauhe Worte gebrauchen
pijerak ehebrechen, Unzucht treiben nenek vorbeugen kdpo (po stillstehen) folgen, jemand itauen schärfen eta (spr. etä) werfen kdte schleudern tokö wünschen nörokä fischen laii schweigen nenenia wachsen käpärdpar sprossen uöjata träumen auramen gähnen jardpajon erhen jojökt mischen kotia überraschen puriämui roden , den Boden bearbeiten uiajdpäjap stampfen (zu Brei) juk zerstampfen , zei-schlagen jükpajori töten kamela atmen ejinekitar beichten jakdrüp ordnen kairdkauei auflieben, aufbewahren 7iekitimm/i einladen kajdmo drehen (ein Tau) koleit zielen kaineneoii krähen kökorot kneten käpal sieden poil wechseln kauilian verbieten peleki tragen helfen Ukitdta tragen (am Stock auf den Achseln zweier Männer) röe
gehen , reisen (auf dem Lande) jdpal beginnen (intr.) tdpi wollen , wünschen , men mauki nicht wollen kan wissen dja
nicht wissen jdja (spr. dschädschä) aufheben (mit der Hand) pokata lesen töropiia rudern jei
niederkauern (zum Zeichen des Re- spekts) kaipöni sich schämen ndmenok binden , fesseln jalieti aufhängen Idnata (spr. länyätä) ein Tau hochziehen, heißen dpi einen Menschen hängen apiata streiten, kämpfen pei Krieg führen mauin aufrichten, geradestellen kaiiata Lust haben, wollen pen stärken, Kraft geben kamdnanian sehen, blicken (auf ausgebreitete
Dinge) kdjale wünschen, begehren inon auffinden kdtiar fürsorgen, Bequemlichkeit geben
kaniait überlassen, hingeben müet zurückgeben titpuk Freundschaft schließen, ein Herz
sein min aufrücken (in Würden) japnilttä spielen , ein Musikinstrument kajokajon auszeichnen (vom Fürsten einem Manne
gegenüber) mdjamaj sitzen; übertragen: mot, gehorchen,
z. B. mot ofi köt setzen, legen kau
(mit allen möglichen ^'ariationen
kauata hinauf-
kaueti herab-
kauoto her-
ka^ine weg-
kauala hin-
katiajofi fort-
kattatm herzu-)
Hahl: Ein Beitrag zui' Kciiiitiiis der Umgangssprache von Ponape.
15
kennen, wissen ere
aufwachsen Jcaire
essen tünol, jak
müde sein pan, nir
eingraben , bestatten järi
verurteilen tom
belehren, zeigen kapdre
glauben Icamelele
Zeuge sein, sehen als Zeuge ütial
sagen Mtiti
zusammensetzen , zusammenbringen
j)6]con bewohnen (ein Land) töue stehen joTc
gleichen , ähnlich sein jdnjal den Anschein haben, gleichen likö-
mata einladen (zum Feste) löki anerkennen, vorziehen mani sich in acht nehmen, aufpassen; ein
Warnungszeichen geben , warnen
Jcdlaka opfern (der Gottheit) köleir, ?nairon warten, zuwarten üti handeln , tun püai etwas vollbringen kapumata eindringen (in eine Öffnung) pet fangen, fassen lo fesseln, fangen loH vertrauen liki
verwandeln pikila (Grundwort pik) aufsteigen (intr.) xikata; uk steil, hinauf
oder herab abfallen (vom Berg) üketi sagen, erzählen inta sinken kir bewegen, etwas mökit
fallen pöp
herabfallen popiti
aufstehen kajinen
schwindelig sein lonk
fahren im Kanu tdka
reiten tdkataka
hinterlassen, übrigbleiben ludti
etwas hinterlassen, niederlegen kiü
sich zeigen, in die Erscheinung treten
para niederströmen (vom Regen) mörati treiben in der See , triften peito sich erstrecken, ausdehnen ü ankern pmäok
halten, festhalten kol, meist koleti halten, Sicherheit geben kölepan zornig sein onion hungern tupok
Wasser schöpfen (vom Schiff) maui Tabu anlegen, verbieten (durch ein
geflochtenes Kokosblatt) kainapui herüberkommen jipal stiften , geben (für einen frommen
Zweck) köleir ausfinden tiar
begrenzen, Grenzzeichen setzen irair wohnen, sich aufhalten kaujon schenken kljdkij fortziehen kdjau beanspruchen dneki prophezeien kokop vorausgehen, jemand tiaii singen, im Feste liij singen, ein Lied kaul vollenden, beendigen kdroja spazieren gehen mölol spalten pital
11. Verhältniswörter.
an (diesem Platze) uajdo
auf na, nan, pon
außerhalb liki
diesseits pdliet
darüber, jenseits pali pajon
in, darinnen m, nan
vor rnrni, moa von (weg von) jan mit ian
nach mur, murin innerhalb löle. jenseits 'pälio
16
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponapf
gegenüber jalauon
über (senkrecht über dem Haupte)
Jcmnene zwischen ndnpofi, ndnaponen nahebei korenion
von, mit, über eki unter pan, panan, iti über, in bezug auf tuen über, in betreff ki gleichwie, von. über iran
längsseit mpa (längsseit des Schiffes an poa
mpenjop) entfernt von etwas töpa joii
Seite pah, unten palipa, ohen pali poe vor (jem.) moa
12. Für ich nai, i du köü{a), oft auch ka, gewöhnHch
köü, koue er, sie, es a, i (es = es ist me\ es
ist schön rrie kdjelel) wir zwei kita ihr zwei küma sie zwei ira
wir (auch der Angeredete) kitail oder Je wir (der Angeredete nicht einbegi'iffen)
kit ihr kömail (o zwischen o und u) sie irail oder re mich ia dich uk ihn, es ie, e
mein ai, nai, als Suffix oi dein am, nom, als Suffix om {am) sein a, na, als Suffix o (a), na uns beiden gehörig at \ andere For- euch beiden gehörig owa > men,z.B.re'te, ihnen beiden gehörig ara ' sind selten
Wörter.
unser dtail
euer dmail {d zwischen a und o) 1 ihre drail (r = rr) • welcher, e, es me
was ta, tdkot
wer ij
dasselbe tudta (spr. ^fe)
wieviel tdpa (spr. Äitpe) I wie viele sind me tdpa ■ warum püketä (e zwischen e und i), menta
selbst pein
dieser, e, es
jener, e, es
dieser, e, es jener, e, es alle kdrqj
Sing.
Plural
uen, et, mit, muet,
0, ko met, vet, men, en kijet ipuka, mepakai / mepako , kan
13. Allgemeines. Lokalokaia momot.
Wie heißt du?
Wer bist du?
Wohin gehst du?
Was bringst du?
Woher kommst du?
Wer kommt mit dir?
Bring mir dies Buch.
Nimm die Sachen weg (räume f
Was geht vor?
Hebe es auf (mit deiner Hand).
Redet niclit so viel! Schweige!
Du bist träge.
Ia atoml
Ij kcm'i
Koue pan kola iaf
Ta me koue tiato?
Koue kojan iaf
Ij me iaii uk koto?
TJaton ia puk en.
TJaue Jon meakot.
Takot?
Proke kita pam.
Kumail ter lokaia totoi
Koue me iaiiana.
Nenenla!
Hahl: Ein Beitrag zur Keiiiitiii.s der Umgangssprache von Ponape.
17
Komm mit mir!
Willst du nicht mit mir kommen?
Gib her!
Wie viele seid ihr hier?
Wie heißen sie?
Warum weinst du?
\\'er hat dich geschlagen?
Um wieviel Uhr kommst du?
Wann wirst du fortgehen?
Besitzest du Schweine?
AVie viele Söhne hast du?
Wer hat dies getan?
Ich bin hungrig.
Ich bin durstig (ich will VV^asser trinken).
Wieviel Geld hast du? Keines.
Hast du viele Bananen?
Ja, Herr, sehr viele.
Sind sie reif oder grün?
Einige sind reif, einige grün.
Wann wirst du sie bringen?
Ich weiß nicht, ob morgen oder an einem anderen Tage.
Willst du sie mir verkaufen?
Ja , ich will.
Wieviel soll ich dir bezahlen?
Zwei Mark.
Das ist zu teuer.
In Wahrheit, was ist der Preis?
Nein, es ist billig.
Nun, wieviel Geld willst du?
Ich will zwei Mark.
Hier sind zwei Mark.
Ich gebe dir deutsches Geld.
Mir, Herr, mein Vater hat es bepflanzt.
Ich bitte sie, mir eine Eigentums- urkunde auszustellen.
Ich will erst wissen, wer recht hat.
Ich, Herr, die beiden sind schlecht; sie sind stark und wollen mich ver- treiben; sie haben mich gestern mit dem Messer auf den Kopf ge- schlagen.
^di werde erst den Häuptling hören und dann Gericht halten.
Koto ian ia!
Koue jo pan ian ial
Kito!
Kumail tapa me mi meti
Ij at arraiU
Ta me haue janijafiMI
Ij me Mme iuk'i
Ni Mf)k tapa Iccrne leotol
Koue pan jamoan iatl
Nmtm jniik mia?
Noum putaJe Ican me tapai
Ij me uia ta menl
I men mäfiatar.
I men nim pilatar.
Noum moni tapal Jota.
Me toto ut mi reml
Ei Tuain metoto ia.
Re me ma te pulopul.
ÄJcai me ma o akai me jndopitf.
Koue pan uato iat?
I jaja lahap te eu ran.
Koue men natiJci ia la'i
Ei, i mauJei.
JJen maJcamauki i pan puain on uk?
Mark riau.
Me puai laut.
A mealel , ta p^iai nai
Jo, puai me tikitik.
A, moni tapa ho^ie mauJciJ
I mauM Mark riau.
Jet Mark riau.
Nai kiouue rem moni Jermen.
Jopoi main, ai papa patokiti er.
I poki komm en uia kijinlikau en japoi.
I men aja maj ij me pun.
Nai main, ira me jakanakan, ira me
keleil o men kajare jon ia; aio ira
palakiti naip mangoi.
I pan korone maj mmijap o mnr um kapun.
Mitt. d. Sem. f. Orient. SpracLen. 1904. 1. Abt.
18
Hahl: Ein Beitrat
Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
IV. Wörterbuch.
(Ponape-Deutsch.)
A.
ani Geist (= Kobold, Seele eines
Toten, der keine Ruhe findet) auramen träumen anekier fertig, zu Ende aramaj Leute, Volk amaj roh {= ungekocht) ai mein am dein a sein atail unser amail euer arail ihr aia Regenbogen ale nehmen aJcila verstecken allap Straße atiniai Rauch aniki beanspruchen aTckelail gewaltsam air südlich apan nördlich apali halb
E.
ema ier Schwager
etiet benommen (im Kopfe)
elmer gar (= gekocht)
ejneTc ta atmen
eta Schärfe (des Messers)
itök fragen
ink Tinte
irail sie
imüin jap Vorgebirge
inen gerade
im Haus
ijoimr vornehm
itar on genug
imuin titi Feind
iat wann
inauki versprechen
irei roh ausspähen im pei leicht {^= schwimmend) iluk die Woge ilek-uei schicken injenoki achtlos
intil flackern (vom Licht), rauschen (von den Zweigen)
0.
opu'mok waschen (das Gesicht) omuiom waschen (die Hände) oj m-im das Dach {oj die Elfenbein- nußpalme, dann das zur Dach- deckung benutzte zusammenge- schlungene Blatt = Atap, also oj en im Blatt zum Haus)
u.
uiauia die Nichte
zm Fischkorb
uihit ausringen (Wäsche)
ueirata aufgraben
udrauar Strömung, Graben für fließen- des Wasser
uaja hl tief
uajapetepet seicht
iiai uai langsam
ue Stamm
uia japajap roden, Land bearl)eiten
timun toi Kohlen, den Stehiherd {um) bereiten
umnn pot Kalk brennen (eig. den urn weiß machen)
ur en im Balken
uk: Netz (zum Fischen)
ujor ölen (das Haar)
ueitlaut Flut
umuj speien, erbrechen
uan um Küche
uöj-a-ta sprossen {uoj das Grund- wort, a Bindevokal, ta Partikel der Ortsbestinunung =^ herauf)
u ti warten
Hahl : Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
19
imja Teil
u ti al Zeuge sein
ueir en jai wettrudern
ueir en jerek wettsegeln, jerek Segel
J.
jarapajon gähnen
jojoki erben
jaraui heilig
joupijok Arbeit
jamin unrein
jantinpä Finger
jontilapa Daumen
jantomotoma Zeigefinger
jantiki kleiner Finger
jei Zuckerrohr
jaloii ala verirrt
jdtik ohne Geschmack, geschmacklos
jamama arm
Jon a ta am nächsten (vom Orte)
Jon schmecken
Jan weg von
jalieti binden, fesseln
japm antworten
jinjila wachen
jaripiti eingi'aben, bestatten
jouloh Christ
jovnpatak Lehrer
jouaja helfen
japaioh nicht passen
jor tauschen (von Dingen)
jonojon, janijan weinen
jer Stuhl
jet See
jop Schiff
jama A'^ater
jcri Kind
jo nein
jiik pa Jon zerschlagen {ßik stoßen,
stampfen zu Brei, z. B. Kawa) jarotier erregt
jakar tip beichten {tip = Sünde) jd?7 = weg von etwas jöfl = Art und Weise, Sitte Jon = in Versuchung führen jön = ausmessen
K.
kaim ton kom Wettbewerl)
karauniki anklagen
kalu ki la die Reue
kapai ata segnen
kajoh Musik
kaririort geheim
kapiti Witz
kapure to zurückgeben
kaon lapalap Herrscher, Führer, Re- gierung
katotoeoh vermehren
katueti einweichen, klopfen
kauk oh hart, stark, angestrengt
kaijei jol fasten
katia ni Priesterin
katalela geschwollen
kapinuar Reisevorrat
kamama leugnen
kakarakara erhitzen, karakar heiß, pil karakar heißes Wasser, Tee
kamelele glauben
kaualap sehr, überaus
kapi westlich
kepena beißen
keia reiben
kaiuei geh weg
kaito komm nahe
kotia ausschütten
kapua to schmücken
kumukwm Lärm
katairoh Geräusch
kot Gott
kaparäpar wachsen
koto komme
kami Herrschaft (wie oben kaon lapalap)
kainok Gesellschaft, Gemeinschaft
kaintinta berühmt
kairu Aufenthalt
kalouen tuka Wurzel
karaunki Jagen
kijoh gib weg
kito gib her
kak können
kajik schießen
20
Hahl: Ein Beitrag z.ur Keuiituis der Umgangssprache von Ponape.
hapitau Hafen Tcaroj alle 'kämmt fürsorgen Tioko kehren, fegen Mikäi das Kinn Mmatip das Fest komöl ruhen Tcaparäpar wachsen kate werfen Tcauata aufrichten
kan Ott ranggleich (gleich in der Würde)
kijiniai Feuer
kilok Uhr (clock)
kat Katze
kitail wir
koniail ihr
kou, koe koe du
kaiiJcaujon wohnen
kätau der Regen
kajanjal zeigen
kaUlapok erkläi-en
kapakap beten
kenjovmau zu Krankheiten geneigt
kapal kneten
L.
lipanet Verleumder
luak verleumden
lemeta denken
lopu Kreuz
lakop Morgen
lapuäta lösen (Fesseln lösen)
loti fesseln, fangen
UM außerhalb
lopolop waschen (Kleider)
li a laut Weib, altes
li Weib
li maipon Jungfrau
lija rop der Hut
li tu Diener
lu ji am Selbstmörder
lao bis (von der Zeit)
lol en im Querbalken (im Haus)
likit ata tragen, helfen
litopui streichen
litop Farbe
liha Glanz
lijoi schläfrig
lait fischen
lekila verhungern
lao Zunge
lomolom dumpf
lola koh ein Weiser, Gelehrter
lamuin gehorsam
luet schwach
htati der Rest
lamüirlamuir schattig
laualo wild (von Tieren)
lete let klopfen
lel ankommen (an einem Orte)
lol pote beharren
lapa ke Strom
li ol Blitz
M.
meteio anderer
metoutou schwer
murin mela Ewigkeit (= nach dem Tode)
(mf)marömleicht (wie Vorsilbe = das ist)
motamot abschneiden
metentel glatt
men jeiren gehorchen
mm matau seekrank
min rein
monpikqi locken
mohjapot glatthaar
momnihin flüstern
motomoUyh spielen
me toixa ton gebunden
malck Huhn
mant zahm
mata das Eisen
mia mia sein, verweilen, sich befinden
marain das Licht
m,a wenn
mairla schlafen
mealel wahr
muroi die Taube
maja Gesicht
maur leben
malatialo wenig
Hahl: Ein Beitrag 7Air Kenntnis der Umgangssprache von Ponape. 21
melar tot, gestorben
mela sterben (melar = mela er, er
Partikel der Vergangenheit) man Tier
7nan pir Vogel {pir tliegen) mam Fisch
viauki wollen, wünschen matakon trocken mekajopual Kos tb a i'k ei t moreti Regenguß
makata das Nachlassen des Regens motomot kurz manga (sein) Haupt niueit zulassen, erlauben miiein Regierungszeit
N.
iian inatau auf hoher See
nan ue ue Luftraum , im Luftraum
nan Icapaj Durchlaß
nin joran Morgendänunerung
tiaik Hammer
ni-i Kokospalme
7ian puh zwischen
nan lukepa die Mitte, mitten in
nan mat Riff
nioror Ufer, Wassermarke
nana Berg
nan uel Wald, Busch
nan kotoka Krone
nantapi Wurzel, Beginn
nan mal die Wiese
nan irepena Landenge
nikit aufbewahren
nek pajoh austeilen
noroke wünschen
7ita (sein) Blut
P.
2)an me pak auf einmal, zugleich piripir wirbeln patoketi pflanzen popol glücklich pokentiti geboren
pokomokom lächelnd, freundlich im Antlitz
pel liki scheuen (jemand)
puai pant Schulden
papaa aufwarten (am Tisch)
palio jenseits
paliet diesseits
pueiok halten, stehen
pemitik: aufwachen
paijaij Teil
pen Kokosnuß
poil sieden
peila abtreiben (auf See), pat jeri
Kinder abtreiben (= Leibesfrucht
abtreiben) pureta bohren patapat eben
pokonpena zusammenbringen ponapon rund
pejeret pajoh sich abwenden jjonjeje jemand schneiden, sich stellen
jemand nicht zu kennen putaua schwitzen palank Vei^anda puil peipei Zopf poronela senden perea Schlafzimmer pijok Muße, freie Zeit pinjel Bleifeder potopote immer pojon gehorchen puh Recht
pirita aufstehen (vom Lager) pon Nacht panatar müde puk Buch patak lehren puei puei verrückt pali uar Körper pai Schleuder pepei Krieg, Krieg führen pati die Brauen par Spitzen poren maja Auge puriamui überraschen porijok fleißig piten mona Haar auf dem Kopfe
22
Hahi,: Ein Beitrag ziu' Kenntnis der Umgangssprache \on Ponape.
remui ihnen
raipel Gewelir
rerer zittern
reirei lang
riti ta öffnen
ritiniti schließen
ro e ta an einem .Stock tragen
ran tuka Ast
ran Tag
rar Koralle
ri a li (seine) Schvvestei-
re - un - im Dac h sparren
rir joh unsichtbar, rtr sich unsichtbar
machen rotorot finster, ungebildet roii liören, roü a ta aufhorchen
T.
tan tuka das Laub
tan ir Fächer
tuna ta Krankenkost
toii Schnupfen
iuma (seine) Nase
toma (seine) Stirn
te tikitik schmal
te lap breit
tulia Stock, Baum, Stück Hol/,
tuka me laut Stamm
tuka uojta Baum (= gewachsenes
Holz) ter tuki oh bleiben tukiti stumpf totok arbeiten tip Sünde taul ul fortgehen tamataman Erinnerung taker ata beleuchtet tarepena pflücken ttia über, von etwas, z. B. sprechen
über topohyh benetzen tili Feuerholz tapuok Wolke tihitih Tropfen tapi ata beginnen takai Stein toko Schleuder tamatamor streicheln tepel Tisch
N.
(iV, n, /7 =z nff, eigener Buchstabe im Abc
von Ponape.) nai ich liar sich
neu Geist, Seele nil-a tönen
Beitrag von Hrn. Dr. Görschner,
Regieruiigsarzt iii Ponape.
I. Der Körper und seine Teile.
Die Bezeichnungen für den Körper und seine Organe werden stet.s in Verbindung mit dem Pronomen possessivum gebraucht, welches hinten an den Wortstamm angefügt wird. Schließt der Wortstamm mit einem \^okal, so finden gewöhnlich Assimilierungen und Kontraktionen zwischen diesem und dem nachfolgenden \'okal der Pronomina statt.
Das Pronomen lautet für den Singular: ai, öm, ä (auch e), » Dual: äta, öma, ära, » » Plural: ätail^ ömail, ärail.
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape
23
Soll der Körperteil im allgemeinen ohne Beziehung auf eine be- stimmte Person gebraucht werden, so setzt man gewöhnlich die 3. Person singularis (ä).
när-a der Körper
uar en dramaj der menschliche Körper
päli uar-a der Leib im Gegensatz zur Seele (biblisch) utük-a das Fleisch
utuli en dramaj das menschliche Fleisch ntä das Blut
ntai, ntäm, ntätail, ntämail , ntärail jdl-a die Ader, Sehne, der Nerv tt der Knochen
ti, trm, tttail, timail, ttra'd
tm (^ ti en) mona der Schädel
im pae Arm-, Handknochen
tm nae Bein-, Fußknochen
tm mdramdra Brustbein
tin Jcupu Rippen
tm jaua Rückenknochen (Wirbel- säule) kilm Haut
i kilin, ka kilin, a k. meine, deine, seine Haut usf. kilin nai Ringwurm
nai = fremd, aus der Fremde stam- mend m das Fett
ui, uiom, uiatail, uiomail, uiarail moh-a {inäTid) der Kopf tapu-a der Kopf (h. S.')
pön kapun en mona der Scheitel
liMn paiki der Hinterkopf paiki, paiklm, paikitail usf. maliali das Gehirn pit en mona das Haupthaar anekot en mona ein einzelnes Haar mäjä (meje) das Gesicht jilan-a das Gesicht (h. S.) likin Jäp-a (jepe) die Wange
likin japa ka (ko) beide Wangen pdti die Augenbrauen
pati, pafim, patitail, patimail usf.
pör en mäja der Augapfel, das Auge kilin mäja das Augenlid kilin mäja pana {poue) das obere
Augenlid kilin mäja pä das untere Augenlid
ririn maja die Augenwimpern jalan-a das Ohr
poTen jalah-a das Ohrläppchen por en jalan - a das Ohrloch
karön das Ohr (h. S.)
täma (tÖme) die Stirn
tapu-a, tapuai, tapuom usw. die Stirn _(h.S.)
tum-a die Nase
kömon tuma die Nasenspitze pein tuma die Nasenflügel piköj en tuma die Nasenwurzel por en twmä die Nasenlöcher
kaimunü-a die Nase (h. S.)
keikei das Kinn
keikeim, keikeitail, keikeimail usf.
alij-a der Bart (Schnurr- und Kinn- bart)
manipinip-a der Backenbai-t
au-a äü-a der Mund
jilan-a der Mund (h. S.) kilin aua die Lippen kilin aua ka beide Lippen kilin aua paua die Oberlippe kilin aua pä die Unterlipjje
ImJM-a die Zunge
ni der Zahn
mm, nitail, nimail, nirail
ni ka alle Zähne
ni lipa der Backenzahn (große Zahn)
äjan-a der Zahn (h. S.)
täp en uar-a der Hals
käjan-a der Hals (h. S.)
kapen uar-a die Luftröhre
märemära die Brust
titi die weibliche Brust
1 h. S. = höhere Sprache, mit welcher man den Nanmäreki anredet.
24
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
pon jau-a der Rücken
peliki-a der Rücken (h. S.)
pana pan-a die Seiten
mejenet-a die Magengrubengegend
käpet-a der Bauch, die Bauchgegend
kupür-a der Bauch (h. S.)
nolinoli die Lunge
n. tm, Ttail, imail, Trail monion-a das Herz ä {äe) die Leber
üem, äetail, aemaü, aerail et-a die Galle
et en katiJc die gewöhnliche Bezeich- nung für Galle müttlik-a die Niere ätik-a die Milz kau-a das Gesäß
putaut-a männliche Geschlechtsteile üjül-a männliche Geschlechtsteile
(vulgär) pppi-a weibliche Geschlechtsteile pöp-a die Schulter
popoi, popom, popotail usf. pa (j)ä) der Ann
p)a, peom, patail, pamail, parail pari pa die Achselhöhle
tupon en pa die Ellenbeuge kaimün en pa der Ellenbogen kaimüt en pa die Hand jentin (Jenti en) pa die Finger
apali pa jenti limpot jede Hand hat
fünf Finger jenti lap der Daumen jenti tämatama der Zeigefinger jenti jökatapa der Ringfinger jenititik der kleine Finger jenti pot ein Finger kik en pa der Fingernagel pali maun die rechte Hand pali mein die linke Hand \lima die Hand, der Arm (h. S.) na s. pei das Bein
pan pukqj en na die Kniebeuge pat en na der Fuß kaimün na die Ferse pan na die Fußsohle jentin na die Zehe tapen tan-a der Oberschenkel .puki-a das Knie
\poun tat en puki-a die Kniescheibe j ahia altia das Bein (h. S.) \pi-a die Gebärmutter
II. Die Verrichtungen des Körpers.
maur leben
ka maur leben machen
melar sterben
dramaj melar der Leichnam
äjinak atmen
a. kalaimun, a. tikctik stark, wenig atmen
monion möke mokit das Herz schlägt m. laut schlägt stark m. m,älä mal schlägt langsam m. töntot schlägt schnell m. piripir schlägt fliegend
nta pülopul das Blut Hießt n. mätöto p. viel Blut Hießt n. tiketik p. wenig Blut fließt n. ktjüküj das Blut s[)ritzt n. pereker das Blut sickert
mona essen, füttern
kamona zu essen, zu füttern geben, füttern
nämenäm essen, genießen
käii genießen, zu sich nehmen
könnt essen (wenn man den Nanm;'i- reki anredet)
puenio essen (wenn zur Frau des Nan- märeki geredet wird)
jäk essen (wenn man zu Perso- nen spricht, die dem »Adel« an- gehören)
füt essen (wenn man zu den Kindern höherstehender Personen spricht)
/ men namenam ich möchte essen, ich bin hungrig
tUpäkelar fasten
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis
mm trinken
i men nimpilatar ich bin durstig prpaj Wasser lassen (vulg.) Mmüjij Wasser lassen pehepeTc Kot von sich geben (vulg.) pitakalar Stuhlgang haben Icänt (kmt) Harn püje Kot
viair {rneir) schlafen mairilar eingeschlafen sein nirpah müde sein pirita aufwachen aürämän träumen lokaia reden
lokelokaia viel reden, schwatzen ntd sprechen, verkündigen nil laut laut sprechen liliuer rufen, schreien monininin flüstern JcopaMp husten, der Husten köpatan Auswurf beim Husten mantöl gähnen nöho schnarchen hirer aufstoßen vmj brechen dji niesen '/ Jcäntip ich spucke
Tiäntip der Speichel, Schleim i püto ich schwitze
püto der Schweiß
der Umgangssprache von Ponape. 25
i käräJcar ich habe Hitzegefühl
i pon ich habe Kältegefühl
i lau ich habe Wärmegefühl
i kilon (kilan) ich sehe
i när ich gucke
i mäjäni ich sehe (h. S.)
i kilan ndja ) ich sehe deutlich,
i narat a ndja ) gut
i kilan naja tikeük ich sehe wenig i ron ich höre
i ron naja ich höre gut
i roh naja tiketik ich höre wenig i net pana ich rieche
i pou en kerasin ich rieche nach Petroleum
i jöta net naja ich rieche nicht i Jon näma ich schmecke
i jota Jon nama ich schmecke nichts
i Jon nama en jeu ich habe den Geschmack von Zuckerrohr i päm naja ich fühle / täm ich taste
i tarn taepel ich fühle, taste einen Tisch i majai ich weine
pil en maja Augenwasser, Träne i kaurur ich lache i kepena ich beiße
Für viele der folgenden Zeitwörter, welche eine Bewegung im Raum, eine Ortsveränderung bedeuten, gilt die Regel, daß die Richtung, in der die Bewegung erfolgt, durch Anfügung bestimmter, kurzer Silben an den Wortstamm bezeichnet wird. Es bedeutet:
to her (vom Sprechenden ge- dacht) la hin
ta auf, aufwärts tt hinab, abwärts tato herauf tala hinauf ttto herunter tila hinunter iei nach außen ieito heraus
ieila hinaus loh nach innen loh oto herein Ion ala hinein uai (ue) weg, fort iei uai nach außen fort loh auuai hineinwärts fort pena {pene) zusammen jah, pejah [joh, pajoh) ausein- ander
26
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
sehen
Tco- hoko-
alu- alualn-
Uta sich aufrichten
^dar aufgerichtet sein, stehen
tan- tanatan laufen
tau- klettern
uTca- steigen
lujata hüpfen
mejiah sjH'ingen
Jcärop kriechen
limatah sich winden, sicli schlängeln
(öroku- rücken, schieben
Icai- rücken
jopai- drehen
kaJcuai wegschreiten
tiaJceti niedertreten
paureta aufstehen
ueketdketa sich auf den Rücken legen
Jcainin sich auf die Seite legen
uelcetdketi sich auf den Bauch legen
Jcüepuki niederkauern
mönti sich niedersetzen
mömäot sitzen
tairuJceti sich nach unten bücken
jdräta sich aufrichten (aus gebeugter Stellung)
jopöluai den Kopf wegdrehen
tat moha mit dem Kopfe nicken
tatu alek den Kopf schütteln
jope uai den Körper wegdrehen
piraTcauai den Körper wegwälzen
uenti sich niederlegen
Tcojkpena sich beugen
lanatejan pa die Hand »auseinander- falten«, strecken
roköpena pa die Hand ballen
Tcojupena pa den Arm beugen
Tcatdnepejan pa den Arm strecken
Tcapatala pa den Arm heben
Jcapatila pa den Arm senken
Jcojepötila pa den Arm ausstrecken
Jcajarahepejan jentin pa die Finger spreizen
kipena jentin pa die Finger zusammen- legen, aneinander legen
tuarepejan die Augen öffnen
meirepena die Augen schließen
järapejah den IMund öffnen
küpene den iNIund schließen
kiiei laua die Zunge herausstecken
kilon laua die Zunge hereinziehen
jair berühi-en
pdkeri sich stoßen
koleti ergreifen, halten
tarieti drücken
Utelet klopfen
tamurpon streichen, reiben
Ttik schütteln
pupüti herabfallen
tlkanti umstürzen, auf den Kopf stellen
ftkanta wieder auf die Füße stellen
kanuai sinken kakanuai senken
rankata umfallen machen, umwerfen
kl- geben, reichen
käpa- reichen
pampap schwimmen
tutu- baden
ömiom die Hände waschen
ütae die Füße waschen
apünak das Gesicht waschen
töpölon den Koj)f waschen
Ä-a/v7/)M^ jucken, kratzen
III. Die krankhaften Veränderungen des Körpers.
kel gesund keleil stark rüjin gesund (h jUmdu krank lümum krank (h. S.) lüet siech , hinfällig
S.)
metak Schmerz
m. kalahnun, laut heftiger, starker
Schmerz m. tiketik geringer, leichter Schmerz i metak ich habe Schmerzen kametak Schmerz verursachen
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis
metak na, pa Schmerz im Fuß, im
Arm panapana metak Seitenschmerzen tin Jana metak Kreuzschmerzen nun kokon metak Schmerzen im Ge- lenk
mäliel Kopfweh
neirak vor Schmerzen stöhnen
janejan vor Schmerzen schreien
menpau Fieber mit Frostgefühl i menpau ich habe Fieber
jaliel Schwindel
l(7p die Wunde
i-lp juckender Hautausschlag
kenj Geschwür
kilitöp Hautkrankheit (Pocken)
tmöu Hautkrankheit mit Bläschenbil- dung
tuketük Lepra
mpuj Geschwulst
mpoj epejan ) die Geschwulst ver- mirirpejan \ größert sich , geht auf manüti die Geschwulst geht zurück, verkleinert sich
2)eJie nta Dysenterie
lijanepon Wassersucht
limanemari Abzehrung
Udhemät Elephantiasis
mentan Durchfall
ietan Verstopfung
der Umgangssprache von Ponape.
27
pütoh Juckgefühl
kätekät Taubseingefühl , Gefühllosig- keit
mötor Lähmungserscheinungen
nemötor Lähmungserscheinungen in den Füßen
toi Schnupfen
kopakop lukeluketa der Husten niumit die Luft weg
pämetik schlaflos sein
liaurara ängstlich träumen
ömatak Schmerz, Krankheit an den männlichen Geschlechtsteilen
üjülemät dasselbe (vulg.)
i majai atiat ich sehe trübe, schlecht
mäjökon blind
pünan Augenentzündung mit Augen- triefen
likäre naita Ektropium (Augenkrank- heit)
nirinirijok jalana Sausen, Geräusche im Ohr haben
papoh dasselbe jalanepon taub
ol (li) moria pnet ein Mann (eine Frau) mit weißen Haaren
öpap zahnlos
mohemat Glatzkopf
ol (li) mpokoj ein krummer Mann (Frau)
ol (li) pah ein schiefer Mann (Frau)
IV. Die zu einer Krankenuntersuchung nötigen Begriffe und Redewendungen.
Wer bist du? Wer sind Sie? Welches ist dein Name? Welches ist Ihr Name?
Woher kommst du? Woher kommen Sie? Woher kommen Sie?
Wie ist der Name
du her bist? Wer ist krank?
' Über ata, der der Interminalsuffixe.
y koua?
ij komui?
iat om?^ (ätom)
tat omni?
kou kojah ia'?
komui kotejah ia"? (zum Nänamäi-eki) ' äpe Jan ia (zu einem zum »Adel« Ge-
hörigen) der Gegend wo tat en naja koukin mimi ia? oder kou kin mia?
Tj jomau f
Name, gilt dasselbe wie über die Körperteile liinsichtlicli
28
Hahi,: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
Mein Vater
Meine Mutter
Mein Großvater (Vaters Vater)
Mein Großvater (Mutters Vater)
Mein Oheim (Vaters Bruder)
Mein Oheim (^Mutters Bruder)
3Iein Bruder
Meine Schwester
Meine Eltern (beide)
Mein Kind
Mein Kind, Mädchen, Tochter
Das Kind (im allgemeinen) bis 2 Jahre
Der Knabe
Das Mädchen
Noch nicht erwachsen
Das Mädchen herangereift
Der Jüngling
Der alte INIann (Frau)
Ich selbst
In welcher Körpergegend bist du
krank ;' Wann bist du krank geworden ? Wann ist er krank geworden? ^^orgestern
Früher als gestern (im allgemeinen) Gestern Heute Morgen Übermorgen Überübermorgen Überüberübermorgen Morgens (in der Frühe) Vormittags Mittags Nachmittags
Abends (bei Soimeniuitergang) Nachts
Gegen Morgen Um wieviel Uhr? Wieviel Tage bist du krank?
Wieviel Wochen? Wieviel Monate?
jamai oder ai papa ^
inai oder ai nono jamai Jcälap
inai Jcälap
rien ai papa oder rien jamai
ülapai oder rien inai oder rien ai nonp
riai ol
riai li jautail (jauta)
naäi
na jeripen oder nai jerimän
jeri (puelel)
putak
jeripen
pülöpul
kupün li
küpun ol
ol laut (li) pen nai
tapänam me jomdu
iät me ka jomautar?
iät me a jomautar?
manta kan aiu
ran teio
aiu
rantiet
läkap
pdli
peilar
iläläjah
nimenjan
nin jouaj en menjan
jouaj
jouaj en jautik
nmjautik
nTpoii
ninjou rän oder ninjouta
klÖk täpa
rän täpa me koujomaid oder ran tapa
me koujomauki? uik täpa? jounepon täpa?
1 Bei den Bezeichnungen fiii- Verwandtschaftsgrade gilt mit zwei Ausnahmen das in der vorigen Bemerkung Erwähnte.
Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
29
Wieviel Jahre?
Bist du lange krank?
Fortwährend krank
Kurze Zeit
Setz dich auf den Stuhl
Lege dich auf die Matte (Ponapematte)
Lege dich aufs Bett
Lege dich auf die Matte
Lege das Kleid ah
Ziehe das Kleid wieder an
Ich möchte sehen, welche Gegend krank ist
Sitze (verhalte dich) ruhig
Bewege dich nicht
Dein Zahn ist schlecht
Dein Zahn hat ein Loch, oder: du hast ein Loch in deinem Zahn
Ich werde den Zahn ausziehen
Der Schmerz wird aufhören
Ich werde die Geschwulst aufschneiden
Herausschneiden
Ich werde eine Binde um die Hand wickeln
Wickle die Binde ab
Es fließt sehr viel Eiter heraus
Ich werde dir Medizin geben
Iß die Medizin
Trink die Medizin
Dreimal täglich einen großen Löffel
Einmal täglich ein Stück
Schüttle die Flasche so lange, bis alles aufgelöst (gemischt) ist
Streich die Medizin auf die Haut
Massiere so lange, bis der Schmerz auf- hört
Iß viel (wenig)
Ich glaube, er wird besser werden
Ich glaube, er wird sterben
Die Krankheit ist ansteckend
Konmie nach drei Tagen wieder
Gib die Flasche wieder zurück
Lebe wohl!
jomo
jounepar tdpa'? ho jomau uarei^ jomau potapotata anjou motemot mönti pon jer uenti na loj uenti pon pet ttend nan lirop Mjan liJcan pürian nan liJcan i men Jcilon naja
iiinila
Icater möMt nim jinet por en mm
i pan tupajaii nim
metalc pan kojon
i pan lekepejan kenj
leketajan
% pan pitepäna Jcijin likau ni pam
pitepajan Jcijin likau mätötöia nän kokola i pän ki on uk uini kan uini mm uini
jilipak ni eu ran eu jepun laut äpak ni apot ran eu uar itiJc potel lan karüj tölöpejari
tamüreki uini kilim eliel lan metak kojafi
niona laut (tiketik) i lamelam me a pan maular i lamelam me a pan melar jomau lüjelttj
puröto ni ran jilu oder mur in ran jilu pürokito potel kajelele main!
Der Herr Verfasser hat bei den Worten: Pferd = oj, Kamm = körne, Uhr, Stunde = klok oder kilok und beschneiden = jirkumjaij hervorgehoben,
30 Hahl: Ein Beitrag zur Kenntnis der Umgangssprache von Ponape.
daß sie aas dem Englischen entlehnt sind. Wir finden bei der Durchsicht der Wörterverzeichnisse noch eine Anzahl anderer solcher Lehnwörter, die ein interessantes Streiflicht auf den Kulturzustand der Ponapeleute werfen, denn wir können annehmen, daß sie die betreffenden Dinge bzw. Begriffe erst von den amerikanischen Missionaren kennen gelernt haben.
Auf Kultus und Wissenschaften bezüglich sind: Gott = l-ot (God); geistliches Lied = ^a«/ (choral) ; Tinte = m^ (ink); Bleifeder = pinjel (pencil); Buch =^ puk (book); Arithmetik = aritmetik (arithmetic); Geographie ^= jvo- Ttrafi (geography).
Früher unbekannte Gebrauchsgegenstände waren jedenfalls: Jacke ^ jaMt (jacket); Stuhl — jer (chair); Tisch = tepel (table); Bett = pet (bed); Flasche =. potel (bottle); Gewehr = raipel (rifle).
Die Tatsache, daß es auf den Karolinen ursprünglich fast gar keine Säugetiere gab »md daß unsere Haustiere erst eingeführt wurden, wird durch die folgenden Worte bestätigt: Pferd =: oj (horse); Kuh = leau (cow); Katze = Tfat (cat); Ziege = liot (goat); Schaf =J?> (sheep); Ente = tiik (s])r. töh^ (duck). Dagegen scheint Tianj ^ Gans deutschen Ursprungs zu sein. Als einziges anderes deutsches Wort finden wir Marie. »Deutsch« ist in Ponape Jermen (German).
Mit der neuen Kultur kamen auch die folgenden Ausdrücke: Ananas = painaper (pine-apple); Petroleum = Tcerasin (kerosine); Eisen = mdta (spr. mäte) (metal); Geld ^ moni (money); Woche =^ uik (week).
Selten scheint die Entlehnung von Verben zu sein, z.B. schneiden (mit der Schere) = köte (cut); sieden ^ poil (boil). [Zusatz der Redaktion.]
31
Grundregeln der Bainingsprache.
Von P. Matthäus Rascher,
Missionar vom heiligen Herzen Jesu.
Vorwort.
J_Jie folgenden Blätter sind das Resultat von einem fast vierjährigen Sta- dium in der Bainingersprache.
Der Bainingervolksstamm , der bislang nur dem Namen nach bekannt war, bewohnt die Gebirge im Innern der Gazellenhalbinsel von Neupom- mern. Ob mit der Gazelle auch das Gebiet der Baininger aufhört und ob überhaupt die ganze Bergbevölkerung dieselbe Sprache spricht, ist noch nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Tatsache ist, daß der Bainingertypus im Innern der Gazelle vorherrscht und die Bergbewohner am Weberhafen bis hinunter zu den Vulkanen Vater und Sohn sich verstehen. Die Einge- borenen im Innern an der Nordostküste von Neupommern bis zum Powell- fluß (Mävlu) in der Weiten Bucht, mit denen ich infolge ihrer Furcht und Wildheit nur für Augenblicke in Berührung kommen konnte, schienen mir alle auch echte Baininger zu sein.
Die Baininger gelten als das Urvolk von Neupommern. Auswanderer oder Abenteurer aus Neumecklenburg kamen in unvordenklichen Zeiten über den Kanal und drängten die ansässigen, furchtsamen Baininger in die Berge zurück. Überall , wo der Baininger in geringer Entfernung von dem Küstenbewohner lebte, stand er durchweg in einem Verhältnisse von einem Hörigen oder auch vollständigem Sklaven. Andere Gegenden waren bis in die jüngste Zeit den Einfällen der Küstenbewohner ausgesetzt. Die Gefan- genen wurden teils geschlachtet, teils in die verschiedenen Ortschaften als Sklaven verkauft. Mit der Gründung von Missionsstationen, sowohl unter den Sklavenjägern als unter dem Sklavenvolke, ist seit einigen Jahren ein bedeutender Umschwung zum Besseren eingetreten. Die Sklavenkriege ha- ben, wenigstens im Wirkungskreis der Mission, vollständig aufgehört, in einigen Gegenden sind die Sklaven ihren Eigentümern durch die Regierung weggenounnen worden, und die so lange unterdrückten Baininger selbst fangen an, freier aufzuatmen und selbständiger zu werden.
Der Baininger unterscheidet sich wie in Sitten und Gebräuchen, so auch in der .Sprache von dem sogenannten Uferbewohner, seinem Unter- drücker. Die anthropologischen Merkmale des Bainingers sind: ein unter- setzter mittelgroßer Wuchs , ein etwas viereckiger Kopf, eine breite platte Nase und häufig ein unförmlich dicker Bauch. Seine Gehöfte liegen ent- weder auf den Gipfeln der Berge oder auf den Abhängen. Täler und Fluß-
32 RAsrHER: Grundregeln der Bainingsprache.
bette meidet er. Seine gi-ößte Sorgfalt widmet er der Kultur der Taros, während er hinsichtlich seiner Hütten und persönlichen Reinlichkeit eine auffallende Gleichgültigkeit zeigt. Er kennt kein Geld, noch zeichnet er sich sonst durch besondere Fähigkeiten oder irgendwelchen Kunstsinn aus, die ihn vor seinem Nachbarn vorteilhaft hervorstechen ließen.
Wie in seinen Gepflogenheiten und seinem Äußern, so unterscheidet der Baininger sich auch von dem Küstenbewohner durch seine Sprache. Nicht nur der Wortschatz, sondern auch der Aufbau der Sprache ist ein anderer. Der Prozentsatz derjenigen Wörter, welche mit Bezeichnungen der Küstensprache wurzelverwandt sind, ist ein sehr geringer; meistens sind es Namen von Vögeln und Tieren, ferner die Bezeichnungen von Vater und Mutter, die mit Sicherheit als verwandt gehalten werden können. Doch ist hierin zu bemerken, daß ein Einfluß der Küstensprache sich nur da nach- weisen läßt, wo der Baininger Grenznachbar der Uferleute ist, oder in einem Hörigkeitsverhältnisse zu dem Küstenbewohner steht. Je mehr man ins Innere dringt, und je geringer die Beziehungen der zwei Stämme zueinander werden, desto seltener stößt man auf Spuren einer Verwandtschaft in der Sprache.
So einfach die Küstensprache, so erschreckend groß tritt uns der Formenreichtum des Bainingischen entgegen. Dieser zeigt sich besonders in der Fähigkeit, die verschiedenen Stadien eines und desselben Dinges durch ein einfaches Suffix zum Ausdruck zu bringen. Auch unsere Ablei- tungen im Deutschen stehen hinter der großen, dem Bainingerdialekt eigen- tümlichen Bildungsfähigkeit zurück. So können wir z. B. im Deutschen von Mann wohl die Diminutivform Männlein oder Männchen bilden, das ist aber das Weiteste, was vrir in der deutschen Sprache erreichen können. Wollen wir noch andere Stadien der Entwickelung oder des Baues vom Manne ausdrücken, so müssen wir uns mit Eigenschaftswörtern behelfen und sagen: er ist ein lang gewachsener, ein untersetzter Mann; — nicht so der Baininger. Seine Sprache gibt ihm die Möglichkeit an die Hand, alle die verschiedenen Stadien im Werdegang oder im Sichbefinden eines Dinges durch ein Suffix auszudrücken, das der Grundbenennung des Dinges angehängt wird. Er benötigt nicht der Beihilfe von Eigenschaftswörtern. So sagt der Bai- ninger: a choatka der Mann, a chodrini der kleine Mann, das Männlein, a choarit der schlanke, lang gewachsene Mann, a chodrem der untersetzte Mann.
Ein weiteres Merkmal des Bainingeridioms besteht darin, daß es eine flektierende Sprache ist. Damit tritt sie aus dem Zusammenhang mit der melanesisch-polynesischen Sprachgruppe heraus, um eine Sonderstellung für sich einzunehmen.
Die Baininger bilden die verschiedenen Numeri nicht wie die anderen, bis jetzt in der Südsee bekannten Volksstänune. Bei Bildung der Numeri bedienen sie sich nicht der Beihilfe von gewissen Wörtern, sei es F'ür- wörtern oder Zahlwörtern, die dem Substantiv vorausgehen oder folgen, während das Substantiv selbst stets unverändert bleibt. In der Baininger- sprache gibt es eine Flexion. Die Wortendungen werden verändert, um die verschiedenen Numeri zum Ausdrucke zu bringen. Während z. B. der Oststamm der Gazelle sagt: a davai der Baum oder ein Baum, a iira davai
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
33
die zwei Bäume oder zwei Bäume, a umana davai einige Bäume oder Bäume, a lavur davai die Bäume, eigentlich alle, die es gibt (absoluter Plural), drückt sich der Baininger wie folgt aus: a muga der Baum oder ein Baum, a mügiem die zwei Bäume oder zwei Bäume, a müg die Bäume oder Bäume. Die Bainingersprache unterscheidet sich ferner von ihrem Nachbaridioni an der Küste durch das Vorherrschen der Konsonanten. Während in der Ufersprache der Reichtum der Vokale auffällt, vermißt man denselben in der Bainingersprache fast gänzlich. In ihr herrschen vielmehr die Konsonanten vor, daher sie sich auch viel rauher anhört und die Aussprache derselben dem Lernenden bedeutend mehr Schwierigkeiten bietet als die Küstensprache. Auffallend ist an den übrigen bis jetzt be- kannt gewordenen melanesischen und polynesischen Sprachen das Vor- kommen eines eigenen Possessivpronomens bei einer bestimmten Gruppe von Wörtern , die Körperteile oder Verwandtschaftsverhältnisse bezeichnen. Diese Art Possessivpronomen wird den betreffenden Substantiven einfach angehängt. Nicht so in der Bainingersprache. Diese kennt keinen Unter- schied im Possessivpronomen. Die Bainingersprache hängt kein Possessiv- pronomen an irgend ein Substantiv an ; das Possessivpronomen steht immer vor seinem Substantiv. Allerdings kennt auch der Baininger gewisse Sub- stantive (die ebenfalls Körperteile oder Verwandtschaftsverhältnisse be- zeichnen), welche er nie ohne Possessivpronomen gebraucht. Man sieht daraus, daß die Denkweise des Bainingers sich deckt mit der der ihn um- gebenden Volksstämme, nur ist seine Ausdrucksweise eine verschiedene, z. B. : Bainingersprache. Küstensprache.
goa chames goa sakneichi goa ren
a pal a mata-gu a mata-gu a hala-gu
gilt
goa chenem a TcogTcogi-gu
goa reg a tamuru-gu
goa legeichi a vara-gu
gu mam tama-gu
gu nan na-gu
goa alc talai-gu
goa mätä a umana niuru-
in.
Als allgemeines Merkmal der das Vorhandensein eines Trials.
gu
meine Stirn
mein Gesicht, mein Antlitz
mein Bauch, mein Inneres,
mein Leib mein Hals mein Rücken meine Schulter mein Vater meine Mutter mein Freund meine Verwandten
melanesisch - polynesischen Sprachen Das trifft in der Bainingersprache
nicht zu, sie ermangelt jeglichen Trials. Überhaupt sei bemerkt, daß die Ausbildung des Pronomens in der Bainingersprache nicht so weit vorge- schritten ist wie in vielen anderen Sprachen der Südsee.
Was die Verbreitung des Dialektes anbelangt, der meiner Arbeit zu- grunde liegt, so kann ich folgendes feststellen. Dieser Dialekt wird auf den Bergen gesprochen, die im Hintergrunde der Massawabucht liegen. Im Osten bildet die Grenze der Lauf des Patongo, im Westen und Süden der Nabungtluß, der zwischen dem Kap Angißgiß und der Gawitbucht
Mitt. .1. Sem. f. Orient. Sprachen. 1904. I. Abt. 3
34
Rascher: Grundregeln der Bainiiigsprache.
mündet. Im Noi'den reicht das Sprachgebiet dieses Dialektes bis an das Meer. Ferner stieß ich auf denselben Dialekt am Kap Tongilus (Lambert), das eine beträchtliche Strecke weiter westlich liegt. Das rührt daher, weil die Bevölkerung, die jetzt am Kap Tongilus wohnt, vor Jahren aus dem umschriebenen Gebiete verzogen ist. Die Baininger, w'elche zwischen Kap Tongilus und Nabung sitzen, haben einen etwas verschiedenen Dialekt. Diese Verschiedenheit erstreckt sich auf den Gebrauch von gewissen Wörtern, die einem Gebiete im Unterschiede von dem anderen eigentümlich sind. Die Gegend, in der dieser zweite Dialekt gesprochen wird, ist die von Gawit. Merkwürdig ist, daß dieser Dialekt der Gawitleute sich noch im ganzen Gebiete des Weberhafens wiederfindet, wo Baininger sich auf- halten. Vielleicht haben wir es auch hier mit einer Auswanderung zu tun, indem die Gawitleute aus dem Weberhafen in die jetzige Gegend gesiedelt sind. Eis mögen hier an einigen Beispielen die Dialektunterschiede gezeigt werden : Dialekt im Hintergrunde Dialekt
|
der Massawabu'cht. |
der Gawitleute. |
|
|
surup |
■sup |
trinken |
|
]cudas, Icure |
kula |
nicht wollen, warte |
|
a lubicha |
a gretka |
der Fisch |
|
Tiuku |
kuknn |
nicht |
|
a sariJca |
a bleicha |
das Fleisch |
|
a tavreichi |
a bakutka |
Miscanthus japon. |
|
a armriki |
a cliaiki |
der Regen |
|
a eicht |
a tmitki, auch a dchi |
das Wasser |
|
a daga |
a murupka, auch a daga |
der Hund |
|
a ogerM, a rechichi |
a rechichi |
die Gattin |
|
a linlci |
a muichi |
der Zucker |
|
a chenkenki |
a chuivenaski |
das Erdbeben |
|
a slepki |
a ikmetki |
das Schienbein |
|
a hinkt |
a lipdtki |
das Messer |
|
a luanka |
a baulki |
das Kleid |
|
a adacha |
a aducha |
die Taro |
|
a mlaoski |
a veseigmetki |
der Kahn |
|
a mitdemki |
» |
|
|
a gan |
a nirag |
das Pfefferblatt |
|
a vaska |
a chaviacha |
der Brotfruchtbaum |
|
sep |
a remdem sa |
fallen |
|
a goanki |
a gitmanichi |
der fliegende Hund |
|
a chdelka |
a batnarimka |
das Känguruh |
|
a gisgiska |
» |
|
|
a ratemka |
a chavika |
das Gras |
|
a guneichi |
a gidaga |
malaiischer Apfel |
|
a arevunki |
a ganageichi |
der Rauch |
|
a dulka |
a sarimacha |
der Stein |
|
u. a. m. |
I\ asciier: Grundregeln der Bainiiig.spracho. 35
Schließlich sei es mii' noch gestattet, meinem verehrten Kontrater imd Freund, P.J.Meier, der sich der mühevollen Arbeit der Durchsicht des gesammelten Materials unterzogen und mir eine Reihe trefflicher diesbezüg- licher Bemerkungen gemacht, meinen verbindlichsten Dank auszusprechen.
I. Lautlehre. Alphabet und Aussprache.
Die Bainingersprache lunfaßt 20 Buchstaben. Sie lauten bis auf wenige kleine Abweichungen wie die deutschen.
Einige Buchstaben unseres Alphabets sind überhaupt niclit bekannt, andere erleiden, wie erwähnt, einige Abänderungen in der Aussprache.
Das Bainingeralphabet lautet:
a, h, ch, d, e, g, g, h, i, k, l, m, w, o, p, r, s, t, u, v.
1. Als Vokale gelten wie im Deutschen a, e, i, o, u. Zu a und o stellen sich als Umlaut ä, ö. \''okale und Umlaute kommen den entsprechen- den deutschen gleich; nur ist zu bemerken, daß ö im Bainingischen meist den kurzen Ton hat.
Anmerkung, a) a wird zuweilen zu u in a clioatu anstatt a clioata die Männer, ebenso goa aJcii anstatt goa aka mein Freund u. a. m.
b) i und u werden sehr häufig der Euphonie wegen gebraucht, z. B. a vui gi du bist bös, anstatt a vu gi; nu goa richit anstatt na goa richit mit meinem Arm.
2. Doppellaute sind: ai, ei, oi, ui, au, oa und ue in a dopgües = 3. Anmerkung. Die Diphthonge werden wie im Deutschen ausge- sprochen; man merke jedoch:
a) daß ei nicht den hellen klaren Ton hat, sondern den dumpfen, der sich z.B. im schwäbischen Dialekt findet in Ze-it.
b) oa entspricht vollständig dem französischen oi.
c) oi ist gleichlautend mit dem deutschen eu in Eule und deckt sich vollständig mit dem englischen oi {oy) , z. B. in boj'', voice.
d) ui hat Ähnlichkeit mit dem französischen oui , wie in Louis.
e) ue klingt fast wie oa.
3. Die Konsonanten , über die nichts bemerkt wird , lauten gleich den deutschen.
a) h nimmt stets den Vorschlagston m voi'aus, z. B. a bieska, spr. a mbieska die Wunde.
b) ch ist ein schwierig zu beschreibender Hauchlaut. Im allgemeinen klingt er weitaus sanfter als unser c7i, etwa wie das deutsche^ als Auslaut nach a, o, n in Lug mit dem Anklang von ch. Der Laut wird heivorge- bracht, indem man die Zungenwurzel fast ganz an den hinteren Gaumen bringt, was von selbst eine Wölbung der Zunge zur Folge hat.
c) d hat ähnlich wie I> einen Vorschlag und zwar n, z. B. a dülka, spr. a ndulka der Stein.
3*
36 Rascher: Grandregeln der Bainingsprache.
d) § entspricht dem deutschen ng in lang, z. B. goa, spr. ngoa ich.
e) g vereinigt die beiden Laute gg , z. B. a gundrJca, spr. a ng - gunarha, der Schreibstift (eigtl. Bambusstift).
Anmerkung. Fällt nach g der folgende Vokal weg, so wird die Aussprache des g wie unter d, z. B. a muga der Baum, a rrmg die Bäume.
f) h wird wie unser deutsches h ausgesprochen. Es hat nur das Eigentümliche, daß es im An- und Inlaut durch ein s ersetzt werden kann, z. B. a hur oder a sur die Zäune, puhuh oder pusup droben, h steht nie- mals im Auslaut, außer wenn ein Vokal darauf folgt, z. B. ha tes er ißt, Tia tes ut oder ha teh ut er bekriegt uns.
g) h hat nicht den harten Gaumenstoßlaut wie im Deutschen, es klingt fast wie unser g im Anlaut, h wird bei ha = er, dem persönHchen Für- wort der 3. Person Singular, immer zu cä, wenn ein Vokal vorausgeht; in anderen Fällen entscheidet über diese Veränderung der Gebrauch; bald steht h, bald cA, z. B. a choatha cJia mit anstatt a choatha ha mit der Mann geht fort; dagegen goa aha mein Freund, hiha! Knabel
h) p zwischen zwei Vokalen muß in v verwandelt werden , z. B. gu tav a mug anstatt gu tap a mug ich fälle Bäume.
Anmerkung, pr in, an, mit vorhergehendem Vokal wird zu vr, z. B. a vleichi vracha er ist müde.
i) s, wenn es nicht zu h wird, hat den scharfen Laut eines ss wie in reißen.
k) Wie Ti mit s in vielen Fällen wechselt, so kann der r-Laut den ^-Laut vertreten und umgekehrt. Die Versetzung kann stattfinden oder unterbleiben, wenn t im Anlaut zwischen zwei Vokalen zu stehen kommt, z. B. gu tar oder goa rar ich bade. Die Verwechslung muß aber statthaben (wenigstens in der Deklination und Konjugation), wenn t im Auslaut und Inlaut zwischen zwei Vokalen steht, z. B. ha mir dmano anstatt ha mit dmano er ist da hinübergegangen. Wo ein Konsonant vorhergeht oder folgt oder t zwischen zwei Konsonanten steht, kann es nicht in r verwan- delt werden, z. B. hoasir temgoa ich nicht.
Ausnahme. Die Silbe vet in a avethi Haus wird bei ausfallendem e zu vr: a avri/ii Häuslein. So auch noch in einigen anderen Wörtern.
1) V lautet gleich w im Deutschen.
4. Doppelkonsonanten, z. B. tt, nn vermeidet die Bainingersprache ; sie umgeht dieselben, indem sie einen ausfallen läßt, z. B. u tit anstatt ut tit wir gehen; gen pan anstatt gen npan ihr schenkt. Auch bei den Vokalen findet mitunter, besonders in der Deklination und Konjugation, entweder ein Zusammenziehen zweier gleichlautender Vokale statt, oder man läßt einen ausfallen.
5. Der Wortton ruht gewöhnlich auf der Stammsilbe, z.B. husupha der Himmel, Stamm: Inisup. Abweichungen hiervon sind durch den Akut gekennzeichnet.
6. Bemerkung zur Schreibweise der Präposition mit nachfolgen- dem Substantiv oder Pronomen sowie auch zur Schreibweise des Zeit- wortes oder Eigenschaftswortes mit nachfolgendem Pronomen:
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 37
Obwohl die Logik verlangte, die Präposition vom Artikel und Pro- nomen zu trennen, so habe ich doch mit Rücksicht auf bequemes Lesen und Aussprechen die Präposition, die oft nur aus einem Konsonanten be- steht, mit dem Artikel oder Pronomen zusammengeschrieben.
Aus demselben Grunde habe ich auch beim Zeitwort und beim Ad- jektiv mit nachfolgendem Pronomen das (Subjekt) Pronomen mit dem Eigenschaftswort und Zeitwort zusammengeschrieben.
n. Wortlehre. Grundregeln der Bainingersprache.
Die Bainingersprache beruht auf folgenden 5 Grundgesetzen:
1. Die Hauptwörter zerfallen in 3 durch Nachsilben (Suffixe) er- kenntliche Gruppen.
2. Alle übrigen Wortklassen, mit Ausnahme der Umstandswörter, Verhältniswörter und zum Teil auch der Zeitwörter, nehmen, falls sie attributivisch oder prädikativisch auf ein Hauptwort bezogen werden, den Hauptwörtern entsprechende Silben in allen Numeri an.
3. Die Wörter (Substantiv und Adjektiv) der 1. und 2. Gruppe, welche mit Vernunft begabte Wesen bezeichnen, haben für die 3. Person Plural ein eigenes persönliches Fürwort.
4. Alle Bezeichnungen für vernunftlose Wesen, die der 1. und 2. Gruppe angehören, haben, wenn sie im Plural stehen, ebenso wie die Wörter der 3. Gruppe, gleichviel, ob diese vernunftlose oder mit Vernunft begabte Wesen ausdrücken oder ob sie im Singular oder Plural stehen, ein und dasselbe Pronomen, nämlich ya oder geri.
5. Die Wörter der 1. Gruppe haben ein besonderes Possessivpronomen im Singular und Plural (a — a ra), die Wörter der 2. und 3. Gruppe haben ein und dasselbe Possessivpronomen für Einzahl und Mehrzahl, nämlich a t (s. das Nähere weiter unten beim Genitiv und Pronomen).
1. Der Artikel.
1. Die Bainingersprache weist in der Einzahl und Mehrzahl für den Nominativ und Akkusativ einen und denselben Artikel auf, nämlich a oder ama, z. B. a ika der Vogel, a müga der Baum, a lei die Türen.
Anmerkung, ama ist bloß die erweiterte Form des Artikels, ama steht als Artikel beim ersten Fall gewöhnlich nur in Verbindung mit den Konjunktionen und, aber (da, dop) und auch wenn da den Sinn von so, alsdann in einem Bedingungssatz hat.
2. a ist auch der Artikel für das unbestimmte Geschlecht: a ika ein Vogel, a ik Vögel.
3. Genitiv und Dativ entbehren einer eigenen Partikel.
38 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
4. Eigennamen, Namen von Dörfern, Gegenden, Flüssen und Bergen stehen im Nominativ ohne Artikel, z.B.:
Kamain Name eines Mannes Dauris Name einer Frau PuJcias Name eines Dorfes Loan Name einer Gegend Krau Name eines Flusses Mrachoap Name eines Berges
Im Akkusativ und nach Präpositionen aber kann vor dem Eigen- namen eine andere Form des Artikels, nämlich ma, gesetzt werden. Ma kann ebensogut weggelassen werden, z. B. Goa lu Chamain oder yoa lu ma Chamain ich sehe Kamain.
Ma steht auch vor einigen Adverbien, wie gut. schön und adverbial gebrauchten Zahlwörtern.
Dagegen muß der Artikel vor Namen von Dörfern und Gegenden zu stehen kommen, wenn durch letztere die Herkunft oder Abstammung von Personen bezeichnet wird, z. B. a PuJctasJca ein Einwohner von Puktas, a Lodnkina die Bewohner von Loan.
.5. Die Wörter mdcha Mann, \'ater. Herr, Dingskirchen, mäichi Frau, Mutter, Mka Knabe, Mki Mädchen werden nicht wie im Deutschen bloß in der Anrede ohne Artikel gebraucht, sondern durchgehends , z. B. mdcha sa cha mit der ^"ater ist fortgegangen, Mka, gie n, gie chtich a eichi, Knabe komm, hole Wasser!
Der Plural mdra Männer, Frauen, Väter, Mütter, Verwandte, Freunde, Leute, steht in der Anrede und in Verbindung mit Präpositionen ebenfalls ohne Artikel , z. B. Tumun kitric7ia sa gel mdra Tuuuin wohnt bei seinen Eltern.
Sinnverwandt mit mdcha ist das Wort a matka. Dasselbe hat stets den Artikel vor sich und kommt in der Anrede nur in Verbindung mit dem Possessivpronomen vor. Es steht aber in der Anrede nicht allein, z. B. uri hreig ha gel a ur a mätä wir schlafen bei unseren Verwandten, Goa mdtka cha tamar mein Vater ist krank.
6. Die Wörter mam Vater und nan Mutter stehen im Singular ohne, im Plural mit Artikel: a mdmkänä die Väter, a ndnkinä die INIütter (Frauen). Diese Pluralbezeichnungen werden selten gebraucht und haben in diesem Fall nicht die strikte Bedeutung von Vater und INIutter, sondern von Ver- wandten überhaupt. Gewisse Wörter werden bloß in Verbindung mit dem Personalpronomen gebraucht. Es sind in der Regel Wörter, die Körper- teile oder Verwandtschaftsverhältnisse bezeichnen. Sie stehen nie allein. Vgl. hierzu die Wortbildungen der Sprache des Oststammes der Gazelle, die Körperteile und Verwandtschaftsverhältnisse bezeichnen. Auch diese haben beständig das Possessivjirononien bei sich, nur wird das Possessiv- pronomen hier im Unterschied von der Bainingersprache an das Ende des Wortes angehängt. In der Bainingersprache steht das Possessivum in diesem Falle voraus, z. B.;
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 39
Goa chenem, a Tcog Icogigu mein Hals
goa saJcneichi, a matagu mein Angesicht
goa reg, a tamurugu mein Rücken
goa reuy a halagu mein Leib
gu mam, tamagu mein Vater
gu nan, nagu meine Mutter
u. a. m.
7. Ebenso werden goa aJc , gl ah usw. mein Freund, dein Freund, yoa arei, gi arei meine Freunde, deine Freunde, gu rka, gi rka, gu rhi, gi rki mein Ehemann, dein Ehemann, mein Eheweib, dein Eheweib stets mit dem Pronomen possessiv und ohne Artikel im Singular und Plural gebraucht.
8. Alle übrigen Substantive, die noch Personen benennen, wie Kind, haben in der Anrede den Artikel, z. B. a igelta, geni teigl Kinder, singt!
9. Ohne Ai-tikel stehen ferner die Namen für Finger und Zehen sowie das Wort kutmes lava eine Heuschreckenart.
10. Außer bei Hauptwörtern findet der Artikel noch Verwendung vor Adjektiven, Zahlwörtern, bei den Possessivpronomen und den drei Personen des Duals (s. besitzanzeigendes Fürwort), z. B.:
a mer goa ich bin gut
a ratpes vier
a achak irgendeiner
a ur a luan unsre Kleider
a gen a nat eure Taros
a ra a hin ihre Messer
a un a cJiip unser zweier Lanzen
a oan a lat euer zweier Pflanzung
a ien a vrika ihrer zweier Schleuder
2. Das Substantiv.
1. Die Bainingersprache weist 3 Numeri auf: Einzahl, Zweizahl und Mehrzahl.
2. Die Hauptwörter bilden, wie bereits erwähnt, 3 verschiedene Gruppen, die sich durch Nachsilben unterscheiden.
3. Der Nachsilbe der Einzahl bei der 1. und 2. Gruppe entspricht keine eigene für die Mehrzahl.
4. Den verschiedenen Nachsilben der 1. Gruppe steht nur eine besondere Form des Duals zur Seite {iem).
5. Den verschiedenen Nachsilben der 2. Gruppe steht ebenfalls nur eine Form des Duals zur Seite {im).
6. Den verschiedenen Nachsilben der 3. Gruppe entsprechen auch im Dual und in der Mehrzahl je eigene Suffixe.
Also a) die 1. Gruppe hat in der Einzahl die Nachsilben acJia, cha, ka, ga. Für die Mehrzahl ist kein bestimmtes Suffix vorhanden. Haupt- wörter dieser Gruppe bilden der Regel nach die Mehrzahl, indem sie das
40
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
Singularsuffix weglassen. Diese Gruppe enthält vorzugsweise männliche Personen- und Tiernamen, doch auch vielfach Bezeichnungen von leblosen Wesen, z. B.:
|
Singular |
Plural |
|
|
a Idmasacha |
a Idmas |
der Kokosbaum |
|
a chadücha |
a chadu |
eine Vogelart |
|
a Ibacha |
a Iha |
der Küstenbewohner |
|
a urica |
a ur |
das Wildschwein |
|
a goaremka |
a goarem |
der Schaum |
Anmerkung. Der Dual wird später behandelt werden.
b) Die 2. Gruppe hat im Singular die Nachsilben eichi, cid, ki, gi.
Es fehlt auch dieser Gruppe ein eigenes Pluralsuffix. Die Pluralform ist der Stamm des Wortes ohne Singularendung. Diese Gruppe enthält vorzugsweise weibliche Personen- nnd Tiernamen, aber auch Namen von leblosen Dingen, z. B.:
;) Die
|
Singular |
Plural |
|
|
a huleichi |
a hui |
der Spaten |
|
a sägeneich. |
l a sägen |
das Tragnetz |
|
a birichi |
a hiri |
die Keule |
|
a chdmki |
a cham |
eine sagenhafte Schlange |
|
a dagi |
a dag |
die Hündin |
|
a agetki |
a aget |
der Hunger |
|
3. Gruppe |
(Ableitungen) |
hat die Nachsilben: |
|
Si |
ngular |
Plural |
|
im |
irag |
|
|
it, dt, hit |
isig |
|
|
igl |
igrig |
|
|
um. |
em, hem |
dp, bdp |
|
ar |
isug oder itnek |
|
|
OS ( |
u^s, es) |
isig |
|
[•kung. 1. |
Die meisten |
unter den Substantiven d( |
1. und
2. Gruppe können diese Ableitungssuffixe annehmen. Gewisse Wörter nehmen jedoch nicht die ganze Skala der Ableitungssilben an. Sie kommen bloß in der einen oder anderen Form vor. Wieder andere Wörter haben je nach der Ableitungssilbe einen ganz speziellen Sinn, so: a eleiga die Zehe, a eleigit das Bein, a eleigigl der Fuß, a rika der Finger, a richit der Arm, a richigl die Hand, a mki der Mund, a migl die Lippe, der Schnabel.
2. Die Bildung der zu dieser Gruppe gehörenden Wörter geschieht der Regel nach dadurch, daß man eine der aufgezählten Singularsuffixe an den Stamm eines Wortes der 1. oder 2. Gruppe hängt, z. B.:
a daga der Hund, a müga der Baum, a dülka der Stein , a avetki das Haus,
Stamm: dag. Stamm: mug. Stamm: diil. Stamm: avet.
a ddgini das Hündchen o mugigl das Scheit a dulem der Felsen a avrdr das große Haus
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 41
Ausnahmen: a) Die Wörter, deren Stamm mit einem m endigt, haben hit anstatt it, z. B. a rdtemJca das Gras, Stamm: ratem, a ratehit der Grashalm.
b) Die auf vet, sowie die Eigenschaftswörter pel und mer stoßen das e aus. Dies gilt auch beim Dual: vt wird zu vr, so a avet, a avrdr ein großes Haus. Pel, klein plini; mer, gut mrini.
c) Selbstverständlich hat man auch hier auf das in der Lautlehre über p und t Gesagte zu achten.
d) Einige Unregelmäßigkeiten in der Bildung dieser Ableitungen, wie z. B. bei sichiak ein anderer, s. an Ort und Stelle.
3. Die Wörter auf ini haben Diminutivbedeutung, z. B. a ludnini das Kleidchen.
4. Die Suffixe it, eit, hit bezeichnen ein schlankes, dünnes Ding oder lebendes Wesen, z. B. a mugit der Stock, die Stange; a choarit ein langer Mann, ein schlank gewachsener Knabe.
Anmerkung. Die Wörter der 1. Gruppe auf acha haben in der abgeleiteten Form nicht it, sondern eit.
5. Die Nachsilben um, em, hem bezeichnen den größeren Teil eines Ganzen (es ist aber für sich noch ein Ganzes) oder überhaupt etwas Mittel- großes , Dickes und Starkes , z. B. a vhodrem ein starker, untersetzter Mann, a rerein der Backenzahn.
6. Die Nachsilbe »^/ bedeutet den kleineren Teil eines Ganzen, z.B. a duligl ein Stück von einem Stein, a duliyrig Steinstücke, kleine Stücke eines Steines.
7. Die Nachsilbe ar bezeichnet ein in größere Teile zerlegtes oder zerlegbares Ding, z. B. a mugar ein größeres Scheit Holz (vgl. oben a avrdr das große Haus).
8. Die Nachsilben tts, as , es bezeichnen ein sehr großes (dickes), nicht in Teile zerlegtes Ding, z. B. a düles ein sehr großer Stein.
Anmerkung. Die Endung es {bes, us), an den Stamm von Gewächs- namen gehängt, bezeichnet das Blatt der betreffenden Bäume oder Sträucher, z. B. avdses das Blatt des Brotfruchtbaumes, a gälives das Blatt des Mandelnuß- baumes, a vasehes das Blatt des Arekabaumes, a lamasus das Kokosblatt.
Bemerkungen zu den drei Numeri. A. Einzahl.
1. Der Form nach Singulare tantum, aber mit Pluralbedeutung ist a savireichi Leute, Menge, Volk, viele.
2. mam (Vater) und 7ian (Mutter) haben keine Singularendung. Von yoa aka (mein Freund) ist die Abkürzung goa ak gebräuchlicher.
B. Dual (Zweizahl).
Bei den Wörtern der 1. und 2. Gruppe.
1. Der Dual bei den ersten zwei Gruppen wird gebildet, indem man
die Endung iem oder im, je nach der Endung des Substantivs, an den
Stamm desselben anhängt; z.B. a ludnka das Kleid , Stamm luan, a ludniem
zwei Kleider; a ndnki die Frau, Stamm nan, a nanim zwei Frauen.
42 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
2. Nach der beschriebenen Weise bilden ihren Dual meistens regel- mäßig die Wörter, deren Stamm auf n, m, g, s endigt. Den Stamm des Wortes erhält man, wie aus den angeführten Beispielen zur Genüge hervor- geht, dadurch, daß man die Singularform abstreicht.
3. Bei den auf eicU auslautenden Wörtern lautet der Dual nicht im, sondern dm, z. B. :
a huleichi der Spaten a huleim (anstatt a hulim) zwei Spaten
a bireicM das Bett a hireim (anstatt a Urim) zwei Betten
a chacJireichi die ßainingerin a chachreim (anstatt a chachrim) zwei
Bainingerinnen Anmerkung, a eichi (das Wa.sser) hat im Dual a eim.
4. Die Wörter auf acÄa bilden ihi-en Dual regelmäßig, z. B. a lamasacha der Kokosbaum, a Idmasiem zwei Kokosbäume. Bei dem Worte a chachracha der Baininger, Stamm chachra, wird im Dual das letzte a in e verwandelt: a chachreiem zwei Baininger. Mdcha (\'ater) hat im Dual maiem.
Goa ak{a) (mein Freund) hat regelmäßige Dualbildiing: goa aiem; da- gegen hat goa aki (meine Freundin) im Dual: goa aüim. Ähnlich lautet mäichi (Mutter) im Dual: mauim.
5. Scheinbar unregelmäßig ist die Dualbildung von a choatJca (der Mann), a chodriem (zwei Männer). Nach Abstreifung der Endsilbe ka wurde der zwischen zwei Vokalen zu stehen kommende ^-Laut der Regel gemäß zu r.
6. Vollständig unregelmäßig im Dual sind: a achepka (der Kalk), a achevuaim, a choreuetki (der Mond), a chorevrim, a avetki (das Haus), a avrim u. a. m.
Der Dual bei den Wörtern der 3. Gruppe.
Jede der verschiedenen Nachsilben der 3. Gruppe, mit Ausnahme der von as, das im Dual wie in der Mehi'zahl gleichlautend ist mit Dual und Mehrzahl von it, hat ihre eigene Dualendung, die an den Stamm des Wortes angehängt wird.
Eine Übersicht der verschiedenen Dualformen bei den Wörtern der 3. Gruppe gibt folgende Tabelle:
|
Singular |
Dual |
|||
|
ini |
iram |
|||
|
it {eit, hit) |
ihim |
|||
|
igl |
igrim |
|||
|
ar |
isum |
|||
|
em {um, hein) |
am (bam) |
|||
|
as {us, es) |
ihim |
|||
|
nmerki |
mg. Bei nemka |
wer!', |
— bes. |
, aber nemtiaim. |
C. Mehrzahl, a) Bei den Wörtern der 1. und 2. Gruppe. 1. Die Bildung des Plurals bei den Wörtern der zwei ersten Gruppen geschieht, indem man, wie bereits bemerkt, die Singularendung (Suffix) wegläßt. Als Ausnahmen merke:
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
43
|
Singular |
Plural |
||
|
a ika |
a |
ik |
der Vogel |
|
a eicht |
a |
eiei |
das Wasser |
|
yoa ak{a) |
goa arei |
mein Freund |
|
|
goa aki |
goa arei |
meine Freundin |
|
|
a chüracha |
a |
chudr |
die Ader |
|
a chodtka |
a |
choata |
der Mann |
|
a chlövacha |
a |
chlap |
die Raupe, Larve |
|
a chülacha |
a |
chiilak |
der Lehm |
|
a chaneicJd |
a |
chandg |
das Gift, Vergiftung, Behexunj |
|
a uemka |
a |
nis |
der Sohn, das Kind |
|
a ruemka |
a |
ruis |
der Sohn, das Kind |
|
a uemki, a rueiuki |
a |
uis, a ruis |
die Tochter, das Mädchen |
|
a dluacha |
a |
dlau |
das Ei |
|
a larolcM |
a |
larau |
Bündel |
|
(a) main |
a |
mdinkänä |
der Vater |
|
(a) nan |
a |
ndnk^inä |
die Mutter |
|
a nanki |
a |
ndnkinä |
die Frau |
|
a grdchi |
a |
gär |
das Tai |
|
a gateichi |
a |
yata |
das Körbchen |
|
a bärtgi |
a |
hareig |
das Harz |
|
a armriki |
a |
armrer |
der Regen |
|
a säknächa |
a |
sachag |
das Auge |
|
a saviracha |
a |
suvit |
der Feind |
u. a. in.
2. a lat die Ptlanzung, a tik das Fest, a alaudais Lianenart, a harichis die Lüfte, (r/) reu der Leib, {a) is das Gesäß u. v. a. sind Plurale tantum.
o. Wüi-ter, welche \"er\vandtschaftsverhältnisse und Abstammung aus- drücken , haben im Plural die Endung pik (vik), z. B. :
|
S i n g u 1 a I- |
Plural |
|
|
a ruacha |
a ruavik |
der Bruder |
|
a ruäichi |
a ruavik |
die Schwester |
|
a agerka, a agerki |
a agervik |
der Ehemann, die Ehefrau |
Anmerkung, a choatka (der Mann), a igelka (das Kind), a levüpka, a levüpki (der Bruder, die Schwester), a reveska, a reveski (der Scliwäher, die Schwäherin), a matka, a matki (Vater, Mutter, Verwandter, Verwandte) können im Plural entweder das Suffix pik annehmen oder der gewöhnlichen Pluralbildung folgen, also a cAoa^A'a (Sing.), a choata oder a choatpik (Plur.), a igelta oder a igelvik usw.
4. Das Pluralsuffix kana, kina bedeutet die Herkunft und Abstammung von Personen oder das Zusammensein mit mehreren Personen (vgl. a mdmkänä, a ndnkinä), z. B. a Puktaskina die Einwohner von Puktas, a Bagaichina die Einwohner von Baga, oder auch einfach a Puktas, a Baga. Der Singular lautet entweder a Puktaska oder a Puktas.
44 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
b) Bildung der Mehrzahl von Wörtern der 3. Gruppe. Es gibt sechs Klassen von abgeleiteten Wörtern. Jeder Klasse steht ein eigenes Pliiralsuffix zur Seite, wie ans folgender Zusammenstellung
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ersichtlich ist: |
||
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Singular |
Dual |
Plural |
|
ini |
iram |
trag |
|
it {eit, hit) |
ihim |
isig |
|
igl |
igrim |
igrig |
|
em {um, hem) |
am {harn) |
ap {hap) |
|
ar |
isum |
istig oder itnek |
|
as (us, es) |
isim |
isig |
|
Anmerkung. Bei ?iemka (wer?), nebes? |
nemuaim? nemuaig? |
|
|
Dekünation. |
A. Genitiv. Allgemeine Regel.
1. Das subjektive und objektive Genitivvei'hältnis wird durch ein entsprechendes Possessivpronomen ausgedrückt, z.B.:
a choatka a a chipJca
der Mann seine Lanze (die Lanze des Mannes)
a choata a ra a chip die Männer ihre Lanzen
a choäriem a ien a chiviem
die beiden Männer ihre beiden Lanzen
a ndnki a r a luanka die Frau ihr Kleid
a ndnkina a ra a luan die Frauen ihre Kleider
2. Das entsprechende Possessivpronomen gestaltet sich vei-schieden nach den verschiedenen Gruppen der Substantive (vgl. Grundregeln der Bainingersprache). Bei der 1. Gruppe lautet es a in der Einzahl, a ra oder a t (r) in der Mehrzahl (je nachdem es sich auf mit Vernunft begabte oder vernunftlose Wesen bezieht) und a ien im Dual.
a) Beispiele zur \. Gruppe:
a choatka a a hiimki
der Mann sein Knie (das Knie des Mannes)
a choata a ra a hum die Männer ihre Kniee (die Kniee der Männer)
a choäriem a ien a huhim
die beiden Männer ihre beiden Kniee (die beiden Kniee der beiden Männer)
a vlemka a a vi^irka das Schwein seine Rippe (die Rippe des Schweines)
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 45
a vlem a r a visir die Schweine ihre Rippen
a vlemiem a ien a visiriem
die beiden Schweine ihre beiden Rippen
b) Bei der 2. Gruppe lautet das Possessivpronomen a t (?•) in der Einzahl, a ra oder a t (r) in der Mehrzahl (je nachdem es sich auf mit Vernunft begabte oder vernunftlose Wesen bezieht) und a ien im Dual.
Beispiele zur 2, Gioippe:
a näriki a r a sdgeneichi die Frau ihr Netz (das Netz der Frau)
a nänkina a ra a sägen die Frauen ihre Netze
a nanim a ien a sdgeneim
die beiden Frauen ihre beiden Netze (die beiden Netze der beiden Frauen)
a IdpJci a r a ichivdretki der Kakadu sein Flügel (der Flügel des Kakadu)
a Idv a r a ichivdret der Kakadu ihre Flügel (die Flügel der Kakadu)
a Idvim a ien a ichivdrerim
die beiden Kakadu ihre beiden Flügel (die beiden Flügel der beiden Kakadu)
c) Das Possessivpronomen bei Wörtern der 3. Gruppe lautet a ^ in der Einzahl und Mehrzahl und a ien oder a t im Dual.
Beispiele zur 3. Gruppe:
a chnarir a r a gateichi der lange Mann sein Körbchen (das Körbchen des langen Mannes)
a choarisig a r a gata
die langen Männer ihre Körbchen (die Körbchen der langen Männer)
a choarisim a r a od. a ien a gateim
die beiden langen Männer ihre beiden Körbchen
a nanigl a r a nisJci das Mädchen sein Grasschurz (der Grasschurz des Mädchens)
a nanigrig a r a 7iis
die Mädchen ihre Grasschurze
a nanigrim a r a od. a ien a nisim
die beiden Mädchen ihre beiden Grasschurze
a ichini a r a migl das Vöglein sein Schnabel
a ichirag a r a migrig die Vöglein ihre Schnäbel
a ichiram a r a od. a ien a migrim
die beiden kleinen Vöglein ihre beiden Schnäbel
46 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
3. Beim Zusammentreffen von mehr als einem Genitiv wird der 2. durch ama oder ar ausgedilickt ; ama scheint jedocli die l)eliebtere Form zu sein , z.B.:
Dauris a r a nigacha ama chasig Dauris ihr Kopf seine Haare Kamain a a mäkeichi a r a leichi Kamain sein Haus seine Türe a igelki a r a Idrini a r a snrini
das Mädchen seine kleine Pflanzung ihr kleiner Zaun
4. Überhaupt sei bemerkt, daß der Gelirauch des Genitiv kein so häufiger ist, als in unserer Sprache. Er wird sehr oft durch präpositionale Ausdrücke wiedergegeben, z. B.:
a chasig pra nigacha die Haare des lvoj)fes,
eigtl.: die Haare am Kopf a mug pra chövl die Bäume des Waldes a nat pra lat die Taros der Pnanzung(en) a gerik pra muga die Zweige des Baumes a chasig pra ika die Federn des \'ogels a chloig pra husitpka die Wolken des Hiuunels a valeg pa avetki das Dach des Hauses a bies pra eleigit die Wunden des Beines a gerik pra richigl die Finger der Hand Anmerkung. Der eigentliche Genitiv kommt also fast nur als ge- nitivus possessivus vor.
B. Dativ. 1. Eine eigentliche Dativpartikel fehlt. Der Dativ kommt durch Um- schreibungen, wie Fürwörter und Präpositionen, zum Ausdruck, z.B.: Gie chur a savireichi ra Itigi
Du gibst den Leuten Feuer (du beschenkst die Leute mit Feuer) Ka rech ama huiki bagoa Er gibt Tabak mir Gu tal a adum hair Paskam Ich bringe den Taro dem Paskani Goa mr a hinki nep gi a rik
Ich nehme das Messer aus deiner Hand (eigtl.: deinen Fingern) Gie it nanir goa eichi
Hole mir Wasser, eigtl.: (du) geh(st) (bring) um Weisser Nemka a a makeichil Goa od. ka goa mäkeichi Wessen Haus? Mein Haus, es ist mein Haus
Nemta a ra a adäp? ka a ur a adap Welchen (gehören) die Taros? Es sind unsere Taros
Nemki a ra sageneichiJ hmran od. Tika ma hmran
Welcher (Frau) (gehört) das Tragnetz? Ivuran od. es ist auch Ivurans Tragnetz
Rascher : Grundregeln der Bainingsprache. 47
C. Akkusativ.
1. Der Akkusativ ist in vielen Fällen gleich dem Nominativ, z.B.:
Goa lu a choata Ich sehe die Männer Ka fach a a chunakpreicM Er baut sein Haus
Ta tes a vas
Sie essen Brotfrüchte
2. Außeiileui kommt auch ama in Akkusativverinndungen vor. Letz- tei-e Partikel findet sich auch im Nominativ, jedoch mn* im beschränkten Maße, nämlich nur nach der Verbindungspartikel da, dap (und, aber) bei verschiedenen Subjekten in demselben Satze, z. B. a rahäska dama chlap der Hühnerhabicht und die Raupen.
Im Akkusativ dagegen kann ama häufiger da gesetzt werden, wo a steht, z. B. Ica tal a not oder ama nat er trägt Taros ; uri hav a oder ama chachracha wir fangen einen Bainingmann.
3. Eigennamen im Akkusativobjekt haben entweder ma oder gar keine Partikel vor sich, z. B. kie rbur Paskam oder ma Vaskam sie zürnt Paskam.
4. In den meisten Fällen wird das Akkusativobjekt durch präposi- tionale Wendungen ausgedrückt, z.B.:
Gen tekmet na od. nama lat
Ihr baut (legt) eine Pflanzung (an)
uni nari sa vracha Wir zwei hören ihn
Oan pan a choäriem tama ludniem
Ihr beide gebt (beschenkt) den (die) beiden Männer(n) (mit) 2 Kleider(n)
Ti tkut rama nanki Sie begraben eine Frau
3. Das Verkleinerung'swort.
Der Gebrauch des Verkleinerungswortes ist ein sehr häufiger. Es gibt nicht nur verkleinerte Personen- und Sachnamen, sondern auch verkleinerte Eigennamen, Adjektiva, Verben und Fürwörter, z.B.: a ludnini ein Kleidclien a Idrini eine kleine Pflanzung a ruemini ein Kindlein Koaigini der kleine Koaing a hlürini der kleine Große kurini es (das kleine) sitzt, bleibt harachini für es (das kleine) Allgemeine Regeln:
1. Die Diminutivform wird gebildet, indem man die Endung M {int) an das Stammwort anhängt, z. B. a hinki das Messer; Stamm hin, Dimi-
48 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
nutiv a hinini das kleine Messer, a vasJca der Brotfruchtbaum; Stamm vas, Diminutiv o vdsini der kleine Brotfruchtbaum.
Anmerkung. Bei Wörtern, welche die Diminutivform auf regel- mäßige Weise nehmen, ist die Betonung in mi kurz, bei unregelmäßiger Bildung oder Lautveränderungen wird das erste i gewöhnlich lang, z.B.: a mugint das Bäumchen (regehnäßige Diminutivbildung) a muruvini der kleine Kasuar (Lautveränderung: murup) a revini das kleine Beil (Lautveränderung: rep)
2. Die Wörter auf n, l, m. g, u, s bilden den Diminutiv regelmäßig, d. h. durch Anhängen von irii an den Stamm.
Anmerkung, a ruerrika oder - >t» (Sohn, Tochter) lautet in der Di- minutivform a ruemini und a ruimini.
3. Die Wörter auf k, p, t, vet erleiden Lautveränderungen, nicht nur bei Anfügung dieser Ableitungssilbe, sondern überhaupt, wie in der Lautlehre bemerkt worden ist, z. B.:
a chaiöp die Hühner, a chaiövmi das Hühnchen
a evet der Erdboden, a evrini ein kleines Stück Erde
4. Wie der Deutsche zuweilen in der Volkssprache, so gebraucht der Balninger bei attributiven Adjektiven stets eine doppelte Diminutivform, d.h. die des Hauptwortes und die des Eigenschaftswortes, z.B.:
a lochuvini ama igelini ein Dörfchen ein kleines
a mrini ama avrini
ein kleines schönes ein Häuschen
4. Das Eigenschaftswort.
A. Das attributive Eigenschaftswort kann vor und nach dem Sub- stantiv stehen. In beiden Fällen hat es ama oder a als Verbindungspartikel. L Steht das Eigenschaftswort vor dem Substantiv, so ist es das un- veränderte Grundwort mit vorhergehendem Artikel, sowohl in der Einzahl als in der Mehrzahl , z.B.:
a mrer a chodtka oder besser (gebräuchlicher):
a mrer ama chodtka der gute Mann a mrer ama ndnki die gute Frau a mrer ama ndnkina die guten Frauen 2. Steht das Eigenschaftswort nach dem Substantiv, so behält letzteres seinen Artikel und das Adjektiv wird mit ihm mittels des einfachen Artikels oder der erweiterten Form desselben, ama, verbunden; außei'dem erleidet das Eigenschaftswort selber noch bestimmte Veränderungen, je nachdem es zu einem Substantiv der verschiedenen Gruppen in Beziehung steht.
a) In Beziehung zu einem Wort der L und 2. Gruppe.
1. In der Einzahl. In diesem Numerus nimmt das Eigenschafts- wort mit geringen Änderungen die Endung des Substantivs an, worauf es sich bezieht, z. B.:
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 49
a choaika ama vucha der Mann der böse
a nanJci ama igelki die Frau die kleine
a gateichi ama pelki das Körbchen das kleine
2. In der Zweizahl. Hier erhält das Eigenschaftswort dieselbe Endung wie das Substantiv, z.B.:
a chodriem ama mriem
die beiden Männer die guten (beiden) a lavim ama asuahim
die beiden Kakadu die diebischen (beiden)
a mugam am,a onpam
die zwei Holzstämme die beiden Anmerkung. Wenn das Adjektiv vor dem Dual steht, so kann es entweder die Dualform annehmen oder sie entbehren. Steht es aber nach einem Dual, so muß es immer mit seinem Substantiv übereinstimmen.
3. In der Mehrzahl. Hier ist zu unterscheiden, ob das voraus- gehende Hauptwort ein mit \'ernunft begabtes oder ein vernunftloses AVesen bezeichnet. Trifft das erstere zu, d. h. ist das Substantiv ein mit A'ernunft begabtes Wesen männlichen oder weiblichen Geschlechts und gehört das Substantiv zu den beiden ersten Gruppen, so nimmt das Eigenschaftswort die Endung ta (ra) an, was eigentlich Pronomen personale der 3. Pers. plur. ist, so daß das Eigenschaftswort, Avie weiter unten noch ausführlicher her- vorgehoben wird, eine verbale Konstruktion erhält, z. B.:
a choata ama hlürta die Männer die großen sie a ndrikina ama vüra
die Frauen die schlechten sie Hat das zweite statt, d. h. bezeichnet das vorausgehende Substantiv ein vernunftloses Wesen, so wird die Endung get, das wieder Pronomen j)ersonale der 3. Pers. plur. fiir derlei Substantive in manchen Fällen ist, direkt oder in vielen Fällen mittels Präposition, dem Eigenschaftswort beigefügt, z. B. : a vas ama hlürget
die Brotfrüchte (Brotfruchtbäume) die großen sie
a mrachoav ama gaunipget die Eukalyptus die langen sie
a snem ama garig präget
die Baumbären die bunten sie
b) In Beziehung zu einem Substantiv der 3. Gruppe.
Allgemeine Regel. Hier gilt nur die eine Regel, daß nämlich das Eigenschaftswort in allen drei Numeri dieselben Endungen sich aneignet, wie das Substantiv, worauf es sich bezieht , z. B. :
Blitt. d. Sem. f. Orieüt. Sprachen. 1904 I. Abt. 4
50 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
a dagini ama lyiesini
der kleine Hund der kleine sclüaue
a chuvdgirag ama igelirag die Schätze die kleinen
a chavrem ama chumiJcumichem die reife Banane die weiche Anmerkung. Eine Ausnahme macht a vitgvoQ, das eine besondere Konstruktion erfordert, z.^.a vit najna vlemka oder a vlemka ama vit nacha das große Schwein.
a adum ama vü naum der Taro der große
B. Ist das Subjekt ein Pronomen und das Prädikat ein Adjektiv (bezieht sich also letzteres auf kein Substantiv), so steht das Adjektiv dem ersteren immer voran und das Pronomen selber wird dem Adjektiv nach- gestellt, z.B.:
a vugoa ich bin schlecht (eigtl. schlecht ich)
a vluichi sie ist kurz
a iamesget sie sind grün
a chlakget sie sind schwach (Dinge . vernunftlose Wesen)
a chlakta sie sind schwache (feige) Personen
C. Einige Substantive werden zuweilen auch adjektivisch gebraucht, z.B.: a chloiga (die Wolke) blau, schwarz
a choaika (der Mann) männlich, das Männchen
a nanki (das Weib) weiblich, das Weibchen
a bälucha (reife Banane) reif
a alüächa (das Ei) weiß
a nulegeichi (die Dotter) gelb u.a.m. Andererseits werden Eigenschaftswörtei' zuweilen substantivisch ge- braucht. In diesem Falle befolgen sie die Gesetze des Eigenschaftswortes.
D. Manchmal gebraucht der Baininger einen präpositionalen Aus- druck, wo wir ein Eigenschaftswort haben, z.B.:
a urinJca vra evet der Boden ist schlüpfrig (eigtl. die Schlüpft-igkeit
am Boden) a churseig pra eska der Weg ist schmutzig (eigtl. Schmutz auf dem
Wege)
E. Die Bildung des Duals (abgesehen von den bereits oben er- wähnten Fällen, wo das Adjektiv nachsteht) und der Diminutivform ge- schieht wie bei den Substantiven. Nur ist zu beachten, daß a vu (schlecht) im Dual a viem anstatt a vuiem und a vim anstatt a vuim hat.
Das erste i in ini ist ähnlich wie bei den Substantiven bald kin-z bald lang, je nachdem die Verkleinerungsform eine regelmäßige oder un- regelmäßige ist, z.B.:
a vu (schlecht) a vini
a pel (klein) a plini
a hlur (groß) a hlürini
Rascher: Grundregeln der Bainingspraclic. 51
F. Steigerung des Eigenschaftswortes.
Die Steigerung geschieht nicht wie im Deutschen durch Endungen.
1. Die Verschiedenheit des Grades einer Eigenschaft wird dadurcli ausgedrückt, daß man dem Wesen oder dem Ding, welches die Eigenschaft in geringerem Maße besitzt, die entgegengesetzte Eigenschaft beilegt, z.B.:
Kalka ama merica, Lömoam ama vucha Kalka (ist) gut, Lömoam (ist) schleclit = Kalka ist besser als Lömoam.
2. Eine Art Komparativ wird durch tlie Präpositionen namen {nameni), pr (vr) und sa vet von, unter, zwischen gebildet, z.B.:
Paskam ki Jcag nameni Dureik
Paskam er geht schnell(ei') von (als) Dureik Tavanes a hlurka sa vet Lamiska Tavanes (ist) größer als Lamiska
a maraga i a slurka vra chaducha a a oves
der Nashornvogel ist größer als der Kanducha um den Kopf
a luanka ära ama chritka nameni luchära dieses Kleid ist kih-zer als jenes
3. Der Superlativ kann annähernd durch das Adverb mas oder ipem {vem) gebildet werden. Fem steht hinter dem Eigenschaftswort; dem per- sönlichen Fürwort wird pem angehängt; mas dagegen steht hinter dem Eigenschaftswort und dem Pronomen, z.B.:
a chamki ama vuichi mas der Teufel (ist) bös sehr
a dlochut, aap Deo a dlok pemka stark sind wir, aber Gott ist am stärksten
4. Der Superlativ kann auch durch die Verdoppelung des Adjektivs gebildet werden . z. B. : Deo ama merka Gott ist sehr gut.
5. Das Zahlwort
A. Bestimmte Zahlwörter.
1. Die Zahlwörter sind bis 5 einschl. einfach; die übrigen zusammen- gesetzt.
2. Zahlen über 10 hinaus sind nicht gebräuchlich, es fehlt auch da- für die Benennung. Die Eingeborenen zählen überhaupt im gewöhnlichen Verkehr nur von 1 bis 4 einschl.
3. Alle Zahlwörter haben, wie bereits bemerkt, den Artikel vor sich.
4. Die Zahlwörter eins und zwei nehmen adjektivische Formen an, die übrigen bleiben stets unverändert. Außerdem wechselt noch demka eins die ganze Linie durch.
Die Grundzahlen sind:
1 a gigsacha, a gigsichi (für die 1. und 2. Gruppe), a gigsit a gigsigl, a gigsus usw. (für die 3. Gruppe)
4»
52 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
1 a choanäska
2 a rekmenmm (für die 1. Grujipe) a reTcmeneim (für die 2. Gruppe)
a relcmeniram ^ a reJcmenihim , a relcmenigrim , a rekmenäm (für die
3. Gruppe) a odochiem (für die 1. Gruppe) a odochim (für die 2. Gruppe)
a odochiram, a odoehisim, a odochigrim, a odocham (für die 3. Grm)j)e) a onpim (für die 2. Gruppe) a onpam (für die 3. Gruppe)
3 a dopgues
4 a ratpes oder a bageigi
5 a garichit
6 a garichit dat demTca (1. Gruppe), dat dpmki (2. Gruppe) usw.
7 a garichit dat demiem (1. Gruppe) usw.
8 a garichit dat demger ama dopgues
9 a garichit dat demger ama ratpes 10 a garichigrim
Anmerkung 1. In einigen Gegenden heißt 1 a ödoka. 4 außer ratpes auch a bageigi oder a bagag.
Ferner ist zu bemerken, daß die Eingeborenen dieser Gegenden, falls sie höher als 5 zählen, stets wieder auf 4 als Ausgangspunkt zurückgreifen, z. B. a ratpes dat demka ^ b, a ratpe-s dat demiem ^=6. a garichit zur Bezeichnung von 5 scheint nicht gebräuchlich zu sein , während a garichigrim für 10 vorkommt.
2. Die übrigen Zahlarten finden sich bei den Bainingern nicht vor, nur für der erste und der zweite bestehen die verbalen Ausdrücke ruir oder uir und nasat und navasasat, die eigentlich vorangehen und nach- folgen bedeuten.
3. a gerksacha der einzige, a gigsacha einer, a rekmeneiem, a odochiem. a onpim und a onpam werden wie Adjektiva durch ama mit dem Substantiv ver- bunden, die übrigen entweder durch ama oder nama oder durch beide zugleich. Beachte, daß naina sich je nach dem vorausgehenden Substantiv verändert, d.h. zur Präposition 7i das entsprechende Pronomen personale hinzutritt, z.B.:
a gerksacha ama choatka ein einziger Mann a gigsacha, ama chdelka ein Känguruh a gÖTumki ama gigsichi ein Kasuar a dagir ama gigsit ein Hund (schlanker, dünner) a arevim ama rekmeneim zwei Beile a onpim ama igelim zwei Mädchen a mugam ama onpam zwei Ilolzstämme a mlaos ama dopgues drei Kähne a ratpes nama chaiop vier Hühner a chaiovirag ama ratpes nirag vier kleine Hühner
a garichit nama suvit ddt demka oder a garichit dat demka na suvit sechs Feinde
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 53
Anmerkung. Taros werden bündelweise (ä 6 Stück) verkauft, z.B. a mrucha na nat oder einfach a mrucha ein Bündel Taros.
Kokos, Brotfrüclite und Tavet (Miscanthus japon.) werden ebenfalls halbdutzendweise gezählt, z. B. o nanoichi na lamas odei" auch a mrucha na lamas; a raguiyi na tavet ein Bündel wilden Zuckerrohres, a läireicki nama vas ein Bündel Brotfrüclite.
B. Unbestimmte Zahlwörter.
a chasna nama oder na wie viele?
a achak (a ah), a achik (o aik) irgendeiner, irgendeine (ist aller Ab- leitungen fähig)
a aret (für Personen bei den 2 ersten Gruppen) irgendwelche, ehiige
a aget (für vernunftlose Wesen) irgendwelche, einige
a achray (für die 3. Gruppe) irgendwelche, einige
koasir a achak usw. keiner, niemand, auch koasir a ra, koasir a aget
a achäni etwas
a g irgendwelcher, irgendwelche, irgendwelches, irgendwelche (bleibt unverändert für die 3 Gruppen)
hak einer, baik eine (s. unbestimmte Fürwörter)
a uoik ein, a uaik eine, nimmt gleich a achak alle Ableitungen an. a uoik konunt bloß in Verbindung mit dem Possessivpronomen vor und hat besitzanzeigenden Sinn
a aber nama od. na viele, zahlieiche
a ahriki nama od. na viele, zahlreiche
a savireichi nama od. na viele, zahh'eiche
mika nama od. na viele, zahlreiche
a malei nama od. na viele, zahlreiche
a mdrik nama od. na wenige
6. Das Fürwort.
a) Das persönliche Fürwort. Einzahl
goa ich, mich ki (chi) er
gu ich ku (chu) er
gi du, dich kie (chie) sie
gie du ki (chi) sie (Objekt)
ka (cha) er, ihn ga (geri, int) es
Z w e i z a h 1 un wir zwei, uns zwei ien sie zwei
öän ihr zwei iem {im) sie zwei
üin ihr zwei, euch zwei
Mehrzahl ut wir, uns gen ihr, euch ta (ra) sie, für Personen (1. u. 2. Gruppe)
54 Rascher: Grundregeln der Bainlngsprache.
ti (ri) sie, für Personen (1. u. 2. Gruppe)
tu (ru) sie, für Personen (1. u. 2. Gruppe)
ga sie (3. Gruppe)
get igeri) sie, für Personen (3. Gruppe) und Sachen (1., 2. u. 3. Gruppe)
1. Gebrauch der angeführten persönlichen Fürwörter.
1. goa ich, mich; gu ich.
a) goa steht ausschließlich von gu in Fällen, wo das Pronomen der 1. Person selbständig gebraucht wird, z.B. nemTca cha tit wer geht? goa ich.
b) in Verbindungen mit V^ erben oder in Fällen, in denen es Subjekt und das Prädikat ein Adjektiv ist, /.. B. goa tüma ich lache, goa sil ich sage, a migiesgoa ich bin faul.
Anmerkung. Bei den Zeitwörtern, welche das Pronomen nach sich verlangen, steht nur goa, Jcurigoa ich sitze, ich bleibe.
c) in Verbindungen mit Verben, bei welchen das persönliche Fürwort vor dem Zeitwort steht, kann in gewissen Fällen gu oder goa gebraucht werden (s. Verba defectiva Anm. 3).
d) goa bezeichnet auch das Objekt, z. B. Jca lu goa er sieht mich.
2. gi du, dich; gie du.
a) gi wird gebraucht bei Verben mit nachstehendem Pronomen zur Bezeichnung der 2. Person Einzahl, z. B. Tcudasgi du willst nicht.
b) gi steht ausschließlich von gie in allen Fällen , wo das persönliche Fürwort der 2. Person selbständig auftritt, z. B. gi, gie feig du, du singst!
c) gi steht auch als Objekt, z. B. ta tes gi sie schlagen dich.
3. gie du. gie wird gebraucht bei Verben mit vorangehendem Pro- nomen, z.B. gie hreig du schläfst, gie kdk du lügst.
Anmerkung, e in gie klingt zuweilen wie a, z. B. gia chu goa du fürchtest mich.
4. Tca {cha) er wird nur bei Wörtern der 1. Gruppe gebraucht, und zwar:
a) zur Bezeichnung der 3. Person Einzahl. Es steht vor und nach dem Zeitwort, bloß wird es, wie in der Lautlehre angedeutet, zwischen zwei Vokalen zu c?i, ?.. B. Jca sürüp er trinkt; a ika cha tes der Vogel frißt; kuricha er bleibt.
b) ka ist mit derselben Beschränkung, wie oben angegeben, auch Objekt, z.B. ka rhir ka er zürnt ihm; goa lu cha ich sehe ihn.
5. ki (chi) er. Obwohl dem gewöhnlichen Gebrauch nach Pronomen der 3. Person Einzahl bei Wörtern der 2. Gruppe, so steht doch auch ki bei einigen Zeitwörtern zur Bezeichnung der 3. Person Einzahl bei Wörtern der 1 . Gruppe , z. B. Kamain ki gnig Kamain fürchtet sich ; Bumet ki §igrem Bumet geht spazieren.
6. kie (chie), ki sie.
a) wie ka (cha) bei den Wörtern der 1. Gruppe, so wird kie (chie, ki) bei den Wörtern der 2. Gruppe zur Bezeichnung der 3. Person Einzahl gebraucht, z. B. kie surup sie trinkt; Krati chie tes der Kraubach rauscht; kudaski sie will nicht.
Rascher : Grundregeln der Bainingsprache, 55
b) M ist auch Objekt, z. B. gu nen ki ich bitte" sie; tit lui chi wir sehen sie.
7. ga igen) es, sie.
ga steht als 3. Person Einzahl und INIehrzahl bei Wörtern der 3. Gruppe, ferner als 3. Person Mehrzahl bei Wörtern der 1. u. 2. Gruppe, welche vernunftlose Wesen bezeichnen, z. B. a mugini ga sep das Bäumchen fällt; a chaiop ga tes die Hühner fressen; a mimirag geri chuoik die Kinder lliehen.
8. ini es.
a) ini steht in Verbindung mit Adjektiven und Verben , die das Pro- nomen nach sich haben, z. B. a ruimini menepmenevim das Kind ist schläfrig; a hinini ama gricMni das kleine Messer ist scharf.
b) ini steht auch manchmal in Verbindung mit Verben, die das Pro- nomen vor sich haben. In diesem Fall haben wir aber ein doppeltes Sub- jekt, z. B. a ichini ini ga tes das Vögelchen frißt.
c) ini steht als Objekt, z.B. goa hav tni ich fange es (das kleine); ka mis ini er nennt es (das kleine).
9. un wir beide.
a) nn steht in Verbindung mit Verben, die das Pi'onomen vor und nach sich haben, z. B. un tit wir beide gehen; kurün wir beide sitzen.
b) un steht selbständig, z. B. nemiem ien tit? welche beide gehen .^ un wir beide.
c) un steht als Objekt, z. IJ. ka nein un er sendet uns beide.
10. oan ihr beide.
oan steht in Verbindung mit Verben, die das Pronomen vor sich haben, z. B. oan pig ihr beide klettert.
Anmerkung, oan steht weder selbständig noch als Objekt.
11. uin ihr beide.
a) uin steht in Verbindung mit Verben, die das Pronomen nach sich haben , z. B. kiiruin ihr beide sitzt.
b) uin steht als Objekt und selbständig, z. B. ta tar uin sie waschen euch beide; uin, oani teig ihr beide singt.
12. ien sie zwei.
ien steht in Verbindung mit ^"erben , die das Pronomen vor sich liaben, z. B. ien mas sie beide liegen.
Anmerkung, ien steht niemals als Objekt, noch wird es selbständig- gebraucht.
13. iem, im sie zwei.
a) iem steht in Verbindung mit Verben (und Adjektiven), welche das Pronomen nach sich verlangen, z. B. kuriem sie beide sitzen; a viem sie beide sind böse; kurim sie beide (Frauen) sitzen.
b) iem, im steht als Objekt, z. B. ka rbnr ievi er zürnt den beiden; ur hur im wir zürnen ihnen beiden (Frauen).
c) iem, im steht selbständig, z. B. iem mäni, ieni tres sie beide, sie verstecken sich; im mani, ieni tres sie beide (Frauen) verstecken sich.
14. ut wir, uns.
56 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
a) ut steht selbständig, wo das Pronomen der 1. Person INIebrzahl selbständig gebraucht wird, z. B. ut, uri tmatna wir, wir arbeiten ; nemta ri main^ ut welche tanzen? wir.
b) ut steht in Verbindung mit Verben, die das Pronomen sowohl vor als nach sich haben, z. B. ut mes wir essen; Jcudasut wir wollen nicht.
c) ut ist auch Objekt, z.B. ka nem ut er sendet uns; gie chura ut du beschenkst uns.
15. yen ilir, euch wird wie ut gebraucht.
16. ta, ti {ra, ri) sie.
to, ti {ra, ri) werden bloß bei Wörtern der 1. Gruppe gebraucht, die mit Vernunft begabte Wesen bezeichnen.
ta {ra) steht bei Verben mit vorhergehendem und nachfolgen- dem Pronomen, z. B. ta tit sie gehen; kudasta sie wollen nicht.
Anmerkung, ta {ra) steht bei einigen Verben und Adjektiven, deren Stamm mit einem Konsonanten beginnt oder endet, z.B. ta tal sie tragen; asuamta sie stehlen; kurira sie sitzen.
17. ga, get sie.
a) get steht bei den Verben, welche das Pronomen nach sich haben, z. B. a chiripget sie schämen sich.
b) ga, get (geri) steht bei Verben mit vorhergehendem Pronomen, wenn sich das Verb auf ein Substantiv (in der Mehrzahl) der 1. u. 2. Gruppe bezieht, welches vei'nunftlose Wesen bezeichnet, oder auch, wenn sich das Verb auf ein Substantiv (in der Einzahl oder JMelirzahl) der 3. Gruppe be- zieht, gleichviel ob es vernunftlose oder mit Vernunft begabte Wesen be- zeichnet, z. B. a mug ga tu die Bäume tragen; a ruimini ga mes das Kind ißt; a nanirag geri tal ama nat die Mädchen tragen Taros.
c) get steht bei Adjektiven (s. Adjektive).
d) get steht als Objekt, z. B. ut In get wir sehen sie (Sachen, ver- nunftlose Wesen).
Anmerkung, i in geri ist euphonisch.
2. Die übrigen Formen des persönlichen Fürwortes.
1. i ha goa das bin ich, das ist mein (vgl. das Fran-
zösische: c'est moi, c'est mon ...) käi gi ka cha kai chi ka ini, ka it, ka igl, ka ar, ka um, ka us
(Je nach der Endung des al)geleiteten Sub- stantivs , worauf sich das Fürwort bezieht.) ka un ka uin Zweizahl { ka iem ka im ka ihim , ka irain , ka igrim , ka ihum , ka am , ka ihim
Einzahl
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 57
Ica ut Jca gen Mehrzahl ( ka ra
ha yet, ka iray , ka ihiy, ka iyriy. ka itnek, ka aj), ka isiy Anmei-kung. ka läßt auch euphonische Änderungen zu, z.B. di ki yen.
2. Ka ani yoa usw. das bin ich vielleicht, das ist mein vielleicht usw.
3. Temyoa ich, mich temyi
temka
temki
temini tebit, temiyl, t^bem, tebar, tebes
temun
temuin
tnniem, tebim, temiram, temihlm, temiyrim, tebam, temihuin
tetnut
temyen
temta
temyet, temiray , temihiy, temiyriy, tebdp, temitnck , temihiy
4. Bayoa mir, mich , fiir mich
5. Nayoa mir, mich (ich)
Anmerkung. 1. Hiei-zu gehören noch mayoa, sayoa, prayoa n. ?\. m. Es sind dies alles Verbindungen einer Präposition mit dem persönlichen Fürwort. Die Präposition wird von dem vorausgehenden Verb bestinunt (vgl. auch bayoa, temyoa, nayoa).
2. yoa, ka yoa, ka ani yoa und temyoa stehen in Fällen, wo das Pronomen der 1. Pers. (Sing. u. Plur.) selbständig gebraucht wird.
3. yoa, ka yoa können, wenn sie selbständig gebraucht werden, eines l'ür das andere stehen. Der einzige Unterschied liegt in einer stärkeren oder schwächeren Betonung, je nachdem die längere oder kürzere Form zur Anwendung kommt.
4. temyoa steht selbständig bloß bei ge\\'issen Verben und in Ver- bindung mit der Negation koasir (nicht).
5. bayoa, mayoa, sayoa, prayoa u. a. m. stehen bloß als Objekt.
6. nayoa steht als Objekt, ferner selbständig nach Substantiven oder substantivierten Adjektiven zur Hervorhebung des betreffenden Zustandes, z. B, ka ruchun näiyi er sagt zu dir; a ioska nacha er ist ein Teufel (arm), Bri'yi nayoa ich bin Bringi.
b) Das besitzanzeigende Fürwort. goa (yu) mein, meine, mein (Sing. u. Plur.) yi dein, deine, dein (Sing. u. Plur.) a sein a t ihr
a yet sein, ihr, steht zur Bezeichnung der Abstammung bei den Wörtern mam und nan
58 Rascher: Grundregeln der Bainiiigsprache.
a un unser zweier
a oan euer zweier
a ien ihrer zweier
a ut unser
a (Jen euer
a ra seine, ihre
a t seine, ihre
a get seine, ihre
Anmerkung. 1. Wie aus dem Schema hervorgeht, ist das Possessiv- pronomen dasselbe wie das persönliche. Nur ist zu bemerken, daß es den Artikel vor sich hat, ferner daß das weiche nasale y in goa und gi in der Regel zu einem harten Nasenlaut g wird.
2. Die Pronomen der 1., 2. und 3. Pers. sing, der 1. Gruppe haben keinen Artikel vor sich.
3. Das besitzanzeigende Fürwort ist allen 3 Gruppen von Substan- tiven geujcin. Eine Ausnahme macht nur das Possessivpronomen o, das nur der 1. Gruppe von Substantiven im Singular eigen ist.
4. Das besitzanzeigende Fürwort steht vor dem Substantiv und wird mit demselben durch den einfachen Artikel verbunden. Eine Ausnahme macht : goa mein , meine.
5. Wörter, die ohne Artikel gebraucht werden , entbehren gewöhnlich desselben auch , wenn ein Possessivpronomen mit denselben verbtmden wird, z. B. {mam) a ut mam unser \'ater, a gen nan eure Mutter, a r mam ihr Vatei-, doch hört man aucli a ura mam.
6. Anstatt a nanhi a r a rik sagt man a nanki r e rik die Finger der Frau; anstatt a damki a r a oves, a damki r e ves der Gipfel des Berges, a dam a r e ves die Gipfel der Berge, a cJwata r e nan die Mütter der Mäimer, anstatt a r a sakneichi sagt man a t sakneichi ihr Angesicht u. v. a. m.
7. Bei gewissen Wörtern, wie mam (Vater), nan (Mutter), a ileigigl (der Fuß), a ileigit (das Bein), a ileiga (die Zehe) lautet das Possessivpro- nomen der 1. Pers. gu statt goa, dagegen sagt man: goa eleigigl , goa eleigit, goa eleiga.
c) Das hinweisende Fürwort.
Hls wird hier nicht streng unterschieden zwischen den verschiedenen Arten von Demonstrativen, dem näherliegenden und dem entfernteren.
1. a, ära, aiet, la, lu, für alle Numeri, dieser, jener, diese, jene. Sie stehen stets nach dem Substantiv ohne irgendwelche Verbindung, z. B. a ika ära , oder a ika aiet oder a ika a dieser Vogel , a sagen ära oder a sagen aiet oder a sagen a diese Tragnetze, la a ruiminia dieses Kind da.
Anmerkung, ära, aiet, a werden nur adjektivisch gebraucht, in Verbindung mit lucha jedoch auch substantivisch.
2. lücTia (1. Gr.) Sing. luicha (2. Gr.) Sing, dieser, jener, diese, jene liema (1. Gr.) Dual Uma (2. Gr.) Dual diese, jene beide
Iura (1. u. 2. Gr.) Plur. lugera (1. u. 2. Gr.) fiir vernunftlose Wesen diese, jene.
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 59
Singular Dual Plural
lina (3. Gr.) lirama liraya dieser, jener
lira » lihima lihiga » »
ligela » ligrima Hgriya
lüma •' läma Idva
Idr » lilmma litnacha » »
las i> lisuma(2. Gr.), lisuga, lisiga » »
lisima (1. u. 3. Gr.) An in er kling. 1. lücha kann vor oder nach dem Substantiv stehen. Steht es vor. so wird es mit dem Substantiv durch den erweitei-ten Artikel ama verbunden, z. B. lucha ama dulka dieser Stein.
Steht es nach, so folgt es dem Substantiv ohne irgendwelche Ver- bindungspartikel, z. B. a dulka lucha dieser Stein, der Stein da.
2. lücha wie überhaupt das ganze Demonstrativ hat keinen Artikel vor sich.
3. luicha folgt denselben Regeln wie lücha.
4. lugera steht bei Wörtern der 1. und 2. Gruppe, die vernunftlose Wesen bezeichnen, wie bereits bemerkt,
5. Bei den Ableitungen befolgt das in Rede stehende Demonstrativ dieselben Regeln wie das Adjektiv, d. h. es nimmt alle Endungen des Sub- stantivs an, z.B. a igelirag liraya oder lirag ama igelirag jene kleinen Kinder.
6. ära und aiet werden sehr häufig mit lucha in allen Numeri, sowohl wenn es sich auf ein Wort der 1. und 2. als auf ein Wort der 3. Gruppe bezieht, verbunden, z. B. a igipka luchära dieser Tote, a dagit liraiet dieser Hund.
7. Die abgekürzte Form la, die unverändert bleibt, steht nur voi- dem Substantiv, z. B. la a mwj'it oder la a muglr a dieses Bäumchen, la a chodriem diese zwei Männer.
8. Die Form lu steht bloß vor dem Substantiv, z. B. lu ama choatkä dieser Mann da.
d) Das rückbezügliche Fürwort. Die rückbezüglichen Fürwörter werden gebildet:
1. durch Verdoppelung der persönlichen bei Vei'ben von subjektivem Begriff, z. B.:
goa goa it ich selbst gehe gi gie it du selbst gehst ka cha it er selbst geht usw.
2. Durch Anfügung von den Silben nas, mis an das Zeitwort oder an den Stamm der Präposition , welche mit dem betreflenden Zeit- wort konstruiert zu werden pflegt, z. B. :
goa mig nas ich töte mich selbst
aremut navranas wir lieben uns selbst
ka kdk temis er betrügt sich selbst
gu okmes temis ich wasche mich
ka iahur sanas er irrt sich
ti nin hanas sie kochen für sich
60
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
e) Das fragende Fürwort. nemka'i Sing. (1. Gr.) wer.' nemiem'i Dual (1. Gr.) welche beide?
nemkU Siug. (2. Gr.) wer? nebimf Dual (2. Gr.) welche beide?
nemta'i Plur. (1. u. 2. Gr.) wer? welche? (bei Wörtern, die eine
Person bezeichnen) nemget'? Phir. (1., 2. u. 3. Gr.) wer? welche? (bei Wortern, die ver- nunftlose Wesen bezeichnen). Anmerkung. 1. nemka, substantivisch gebraucht, steht immer vor- aus, z. B. nenika sa cha reJcmet nacha'i wer hat es getan?
2. Tiemka, adjektivisch gebraucht im Sinne von: was für ein, steht immer nach und nimmt alle Endungen des Substantivs an, z. B. nemkaa a
agerki'^ wessen Frau? aber a agerki nemki'i
für eine Frau? a ika nem-
kaa was für ein Vogel? a gam neinget^ was für Früchte? 3. Die abgeleiteten Formen von nemka:
Singular nemini? (3. Gr.) nebit? nemigU nebarl »
nebeml nehesi
Dual nemiram'i nemihim ? nemigrim ? nemihum ? nebam'^
Plural nemirag? nemisig^ nemigrigl nemisug u. ?iemitneki
nemuaigi
igim
? welche beide
4. A igacha? Sing. (1. Gr.) was? was für ein? a igiem? welche beide? Dual a iglchit Sing. (2. Gr.) was? was für eii
Dual a igigetf Plur. was? welche? Als abgeleitete Formen von a igacha? Singular Dual
a igini? a igirami
a igitf a igisim?
a igiglf a igigrimf
a igdrl a igihum?
a igümf a ig dm?
Plural a igiragf a igisig? a igigrig? a igitnek? a igdp?
f) Das unpersönliche Fürwort. Ein unj)ersönliches Fürwort gibt es nicht. Unser unpersönliches Für- wort wird in der Regel durch ein Substantiv wiedergegeben, z. B. : a armriki es regnet (eigtl. der Regen) a armrer es regnet (eigtl. die Regen) a mgimini es blitzt (der Blitz) a mgimirag es blitzt (die Blitze) a rarieska es donnert (der Donner) a rdries es donnert (die Donner)
a rarieska vrekprek metka es donnert stark (der Donner kracht) a iaigi es ist finster (die Finsternis)
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 61
a arenki es ist Nacht (die Nacht)
sa reträt es dunkelt
a niracha es ist heiß (die Sonne)
a niracha dm snis die Sonne scheint sehr heiß; große Hitze
a veniJca na niracha die Sonne steht im Zenit; es ist Mittag
a niracha cha levetik die Sonne neigt sich; nachmittags
sa unun es ist Abend
a laurJca es ist Wind, der Wind weht (der Wind)
getget es schmerzt, getget pragoa es schmerzt mich
a visM es ist kalt (die Kälte)
a visgoa ich l)in kalt, ich friere
g) Das unbestimmte F ü r w o r t. ta {U) man (eigtl. 3. Pers. plur. des persönlichen Fürwortes) iah, iaiTt einer, eine, der andere, die andere sichiak oder .s/a/c (1. Gr.), sichiaik oder .«o«^ (2. Gr.) ein anderer, eine
andere tarak (l.Gr.), taraik (2. Gr.) ein anderer, eine andere iviak (l.Gr.), iviaik (2. Gr.) ein anderer, eine andere hak^ (l.Gr.), haik (2. Gr.) irgendeiner, jemand
Anmerkung, sichiak, tarak und iviak haben für die 1. und 2. Gruppe je eine bestimmte Nachsilbe und für die S.Gruppe alle Suffixe, ähnlich wie die Substantiva.
Paradigma, a) Für die 1. und 2. Gruppe. sichiak für die 1. Gruppe sichiaik für die 2. Gruppe sichiaiem, Dual für die I.Gruppe sichiduim , Dual für die 2. Gruppe
sichiärei oder sidrei, Plural für Personen der 1. und 2. Gruppe sichidg oder sidg , Plural für vernunftlose Wesen der l.und 2. Gruppe. Anmerkung. Die Endung ak scheint sich mit dem ähnlichen Worte in goa ak (mein Freund) zu decken. Dual davon auch aiem, auim, Plural arei.
b) Für die abgeleiteten P'ormen (3. Gruppe). Singular Dual Plural
sichidni oder sidni sichidram oder sidram sichidrag oder sidrag
sichiduit oder siduit sichidsim oder sidsim sichiasig oder siasig
sichidgl oder sidgl sichiagrim oder siagrim sichiagrig oder siagrig
sichiauar oder siauar sichidsum oder sidsnm sichidtnek odei* sidtnck
sichidcham oder sidchnm sichiduam oder siduam sichidudp oder siauap
^ hak wird bloß substantivlscli gebraucht, z. B. a gen hak ka n einer von euch komme; ai iv u gen hak ka nari cha -mrup, da cha mriip wenn jemand von euch trinken will, der trinke.
62 Kascher: Grundregeln der Bainingsprache.
Anmerkung. 1. sichiah, iviak und tarak stehen vor dem Sub- stantiv und werden mittels ama mit demselben verbunden, z.B. tarach ama ika ein anderer Vogel; taraich ama IdpTci ein anderes Kakaduweibchen. sidrei ama igelta andere Knaben; siarag ama nanirag andere Mädchen.
2. iak steht auch mit a igacha"^ /.. B. a igacha iach dmani? Was gibt es da unten?
7. Das Zeitwort.
1. Man unterscheidet in der ßainingersprache drei verschiedene Arten von Zeitwörtern:
a) solche, die das persönliche Fürwort vor sich haben,
b) solche, die das persönliche Fürwort nach sich haben,
c) solche, die aus einem Substantiv oder Adjektiv und einer Prä- position nebst Pronomen gebildet werden. Präposition und Pronomen stehen dem Substantiv nach.
2. Die 1. Klasse enthält sowohl transitive als intransitive Zeitwörter, die zwei übrigen nur intransitive.
3. Das Bainingerverb hat wie das Hauptwort 3 Numeri: 1. Einzahl, 2. Zweizahl und 3. Mehrzahl und jede derselben 3 Personen.
4. Das Bainingerverb kennt ferner 3 Uauptzeiten : Präsens, Futur und Perfekt.
b. Im Präsens und Futur erleidet der Stamm des Zeitwortes selbst keinerlei Veränderungen, mit Ausnahme von manchen Abkürzungen.
6. Im Perfekt bleibt der Stamm bald imverändert, bald erfährt er Abkürzungen oder Lautverwechselungen.
7. Die Verschiedenheit der Tempora (Futur und Perfekt) wird durch die Partikeln i, ik, ip, du, di, da, di iv, di ik für das Futur und sa für das Perfekt ausgedrückt.
Das Präsens hat keine besondere Partikel. Es besteht aus dem Pronomen und dem Stamm des Zeitwortes.
Anmerkung. 1. Das Futur ist zweifach: /, ik, ip und du, di, da. ik entspiicht dem deutschen ich werde, z.B. ich werde essen ik goa tes.
Die zweite Form du wird bloß bei gewissen Adverbien und im Satz gebraucht, wenn wir im Deutschen so oder dann setzen würden, z. B. higa da cha Hl er wird morgen schreiben; ai gie käk , du gna tes gi wenn du lügst, so werde ich dich schlagen.
2. Die Zeitwörter mit nachfolgendem Pronomen, welche nicht mit dem Ä:-Laut beginnen, haben im Futur ip (iv) anstatt ik , z.B. iv a vugoa ich werde böse sein.
Die Zeitwörter mit nacldblgendem Pronomen, welche mit dem A'-Laut beginnen, haben bloß / im Futur (s. Lautlehi-e unter 1), z. B. i karak pragoa ich werde schweigen.
Bei diesen Zeitwörtern, wenigstens bei denen unter ihnen, die mit dem A:- Laut {ch) beginnen, wird die zweite Futurform durchgehend mit da gebildet.
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 63
3. Zwischen die Perfektpartikel sa und das Pronomen der 2.Pers. sing. 1. Gruppe und der 2. und 3. Pers. sing. 2. Gruppe ^ie und chie tritt ein euphonisches i, z. B. sai gie tes anstatt sa yie tes du hast gegessen; sai chie vin sie ist gekommen.
Die Abwandhmg des Verbs lautet folgendermaßen:
I.Klasse. Verha mit vorhergehendem Pronomen.
1. Präsens. Einzahl. Zweizahl.
goa tes ich esse ' un tes wir beide essen
gie tes du ißt oan tes ihr beide eßt
Ica tes er ißt (1. Gr.) ien tes sie beide essen
kie tes sie ißt (2. Gr.) ga tes es ißt (3. Gr.)
Mehrzahl. u tes wir essen gen tes ihr eßt
ta tes sie essen (für Personen der 1. u. 2. Gr.) ga tes sie essen (für vernunftlose Wesen der 1., 2. u. 3. Gr.)
2. Futur (erste Form).
Einzahl. Zweizahl.
ik goa tes ich werde essen iv un tes
ik gie tes iv oan tes
i ka tes iv ien tes i kie tes i ini ga tes oder iv im ga tes
Mehrzahl. iv u tes ik gen tes
i ta tes (für Personen der l.u. 2. Gr.) ik ga tes (für vernunftlose Wesen der 1., 2. u. 3. Gr.)
Futur (zweite Form). Einzahl. Zwei zahl. Mehrzahl.
du goa tes ich werde cliv un tes div n tes
^^^^" div oan tes dik gen tes
dl gie tes ßi^ i^^ f^g ^j- ,^q, f^g
da cha tes ^n^. g^ f^g
di chie tes di ini ga tes Anmerkung. Wie aus dem Paradigma hervorgeht, paßt sich das zweite Futur in einigen Formen dem ersten an. Merke, daß auch da noch an Stelle von div steht, z.B. im Satze higa da uri lil morgen werden wir schreiben.
64
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
3. Perfekt und unmittelbar bevorstehende, Zukunft.
|
Einza |
hl. |
Zweizahl. |
Mehrzahl. |
|
sa goa tes ich habe ge- |
sa un tes |
sa u tes |
|
|
gessen, ich werde so- fort essen sai gie tes sa cJia tes |
sa oan tes sa ien tes |
sa gen tes sa ra tes sa ga tes |
|
|
sai chie tes |
|||
|
sa ga tes |
|||
|
4. |
Befehlsform. |
||
|
gie tes iß |
oder sai gie tes |
||
|
gen tes iß |
oder sa gen tes |
||
|
u tes laßt |
uns essen oder sa |
u tes |
|
|
IT. Klasse. |
Verba mit nachfolgend |
ein Pronomen. |
|
|
1. Präsens. |
|||
|
Einza |
hl. |
Zweizahl. |
Mehrzahl. |
|
kudasgoa ich |
will nicht |
kiidasun |
kudasut |
|
kudasgi kudaska |
kudasuin kudasiem |
kudasgen kudasta |
|
|
kudaski |
kudasim |
kudasget |
|
|
kudastni |
2. Futur (erste Form). i chudasgoa ich werde essen i chudasgi usw.
3. Futur (zweite Form). da chudasgoa da chudasgi usw.
4. Perfekt. sa chudasgoa ich habe nicht gewollt sa chudasgi visw.
5. Befehlsform.
kudasgi oder sa chudasgi wolle nicht, schlage es ab usw.
Anmerkung. Die Verneinung beim Imperativ wird durch kurima («)
ausgedrückt, z.B. kurimai gie kdk lüge nicht, kurima iv ti tes laßt uns nicht
essen, kurimai churigi bleibe nicht, kurimai asuamgen ihr sollt nicht stehlen.
111. Klasse. Verba, die aus einem Substantiv und einer Präposition gebildet sind. Bei Verben dieser Art folgt nach dem Substantiv die Präposition, der das Pronomen angehängt wird. Substantiv und Präposition erleiden keinerlei Veränderungen. Die Abwandlung geschieht wie bei den ^'erben der 2. Gruppe: die Präpositionen, welche zur Bildung von Zeitwörtern dienen, sind vorzüglich jwa in, an, na an, pem an.
RAScnER: Grundrogeln der Bainingspraclie. 65
Paradigma. Einzahl. Zweizahl. Mehrzahl.
a chreika vragoa ich a chreika vraun a chreika vraut
faste a, chreika vraiiin a chreika vragen
a chreika vraigi a chreika vraiem{\. Gr.), a chreika vrara
a chreika vracha vraim (2. Gr.) a chreika vraget
a chreika vreichi a chreika vrini
2. Futur (erste Form). iv a chreika vragoa ich werde fasten usw. 3. Futur (zweite Form). da a chreika vragoa usw. 4. Perfekt. sa a chreika vragoa ich habe gefastet. Wie a chreika vragoa werden noch konjugiert: a rais pragoa ich bin fett (a raiska das Fett) a chuireig pragoa ich bin mit der Hautkrankheit behaftet (a chuireigi
die Hautkrankheit) a vleichi vragoa ich bin müde {a vieichi die Müdigkeit) a uerka vragoa ich freue mich (o uerka die Freude) a tik pragoa ich begehe ein Fest (o tik das Fest) a meir pragoa ich begehe ein Fest {a meirki das Fest) a ios pragoa ich rufe [ein bestimmter Ruf beim Tanz] {a ioska der
Geist, Teufel) a ioska nagoa ich bin arm , ein armer Teufel a hiski vragoa ich bin unantastbar (a hiski die Schnur) a ragen pemgoa ich bin mager (o ragenki die Magerkeit) a ager vragoa ich verheirate mich {a agerka, a agerki der Ehemann,
die Eliefrau) a choar vemgoa ich bin mager (a choarka das Magere) a uildigi vragoa ich bin krank {a uildigi die Hitze, das Fieber) a gitigi vragoa ich bin krank, ich habe Fieber, ich bin durstig
{a guigi die Hitze) a draraves pragoa icli bin fruchtbar {a araraveska gute Erde) a agetki emgoa ich hungere {a agetki der Hunger) a chiimki emgoa ich huste {a chumki der Husten) u. a. m.
Unregelmäßige Zeitwörter (Verba defectiva). Einige Zeitwörter, wie tit gehen, tes essen, n, ten, tden konnnen, herankommen u. m. a. weisen verkürzte Konjugationsformen auf. Der Dual derselben lautet gewöhnlich wie der des unverkürzten Verbs. 1. Präsens. 1. goa it (von tit) ich gehe kie it
gie it ga it (oder ini ger it)
ka it ta it
Mitt. J. Sem. f. Orient. Sprachen. 1904. I. Abt. 5
66 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
Die übrigen Formen sind regelmäßig: un tit, u tit usw. und nicht un it, ut it.
2. Futur (erste Form).
ik yoa it i Me it
ik gie it ik ga it (ik ger it)
i ka it i ta it
,S. B'utur (zweite Form). chi goa it di gie it usw.
4. Perfekt. Sa goa it.
2. n von tden lierankoirnnen.
1 . Präsens.
Goa n ie den oder ie deren
gie n u ren
ka n ge den oder ge deren
kie n ta n
u den oder u deren ga n oa den oder oa deren
2. Futur. Ik goa n
3. Perfekt. Sa goa n
4. Imperativ. Gie n oder gie ren oder gie tden ge den oder ge deren
3. s essen,
1. Präsens. Goa s §a s
gie s US
Jea s ta s
kie s
2. Futur. Ik goa s usw.
3. Perfekt. Sa goa s usw.
4. Imperativ. Gie s, sai gie s usw. Anmerkung. 1. Unregelmäßige Formen von tes sind ferner u dres, oa dres, ie dres, ge dres.
Ähnlich wie bei dem Zeitwort tes geht auch bei anderen Verben , die mit einem ^-Laut beginnen, in einigen Konjugationsformen das t in dr über, z B. u drachen wir beide sprechen, (Jen drachen ihr sprecht (von tacken).
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 67
2. Das Zeitwort pin kommen, ankommen erleidet folgende Ver- änderungen: der ^- Laut bleibt stehen, wenn ein Konsonant vorhergeht; geht ein Vokal vorher, so wird p zu v, z. B. un pin, oan pin, ien pin, ut pin, gen pin, goa vin, Jea vin.
3. Gewisse Zeitworter haben , wenn sie sich auf Substantiva der 1. Gruppe beziehen, in der 3. Pers. sing, ki, und ti für die 3. Pers. plur. (bei Wörtern, die ein mit Vernunft begabtes Wesen bezeichnen), z. B. /iw/ schnell sein , gehen , iachu fürchten , sich fürchten , .skius die Erde nufwerfen, aufwühlen, 7iires weinen. Bei anderen Zeitwörtern lautet das Pronomen der 3. Pers. sing, ku und in der 3. Pers. plur. iu, z. B. amig töten, okmes waschen.
4. Andere Zeitwörter haben ka in der 3. Pers. sing, und ti im Plural, z. B. käk lügen, kndk weinen, singen, teig singen, main tanzen, dedel an- klopfen, tap fällen, hial pfeifen, tekmet tun, machen, nen bitten, beten, mgim erblicken, schauen u. a. m.
.5. Wieder andere Verba haben in der 3. Pers. plur. (1. Gr.) beide Formen zugleich: ta und ti.
6. Eine Anzahl Zeitwörter haben einen zweifachen Stamm, einen abgekürzten und einen verlängerten. Bei Verben mit abgekürztem Stamme lautet das Pronomen der 1. Pers. sing, meistens goa, l)ei dem verlängerten meistens gu, z. B. :
goa snes und gu nes ich rufe
goa rkur » gu chur ich schenke, ich gebe
goa uoik « gu chuoik ich fliehe
goa matna « gu tmatna ich arbeite
goa ves « gu spes ich rode
goa nak » gu knak ich weine
goa g » Qu gag ich gehe
goa nismet » gu snismet ich zerreiße
goa van >• gu npan ich gebe
goa chuig » gu kguig ich salbe, ich reibe ein
goa igrem » gu gigrem ich gehe spazieren
goa iag » gu ikag ich gehe schnell
goa vig >• gu gpig ich steige, ich klettere
goa ichim » gu mkim ich pflücke Brotfrüchte
goa ual » gu lual ich pfeife
goa nkruim » gu nkruim ich störe
goa sep » gu psep ich falle
goa lu » gu tlu ich sehe
goa chal » gu Ikal ich verbiete
goa lak » gu tlak ich schäle ab
goa hil « gu Ihil ich sage
goa sal » gu Ihal ich gebäre
7. Andere Zeitwörter haben keinen zweifachen Stamm, sie ei-leiden bloß Veränderungen im Anfangskonsonanten. Diesen Veränderungen paßt sich auch das Pronomen der 1. Person an, das bald gu, bald goa lautet, z. B. :
68 Kaschee: Grundregeln der Bainingsprache.
gu tekmet und goa rekmet ich tue
gu tar » goa rar ich wasche
gu tapmet » goa rapmet ich fälle
gu tkut y goa rJcut ich grabe
gu tal » goa ral ich trage
u. a. ni.
8. Gewisse Zeitwörter, meistens solche, die das Pronomen nach sich verlangen, lassen manchmal eine Verdoppelung ihres Stammes zu (s. auch Passiv), z. B. :
häig sa und häigbäig sa hervorgehen, aufgehen
hrek pra und JcrechreJc pra schweigen
mos pra uud masmas pra ausruhen
pule sa und piikpuTi sa hervorgehen
pur ma und purvur ma wachsen, keimen
sug na und sugsug (su-sug) ?ia schweigen
Die übrigen Formen des Verbs. 1. Die negative Konjugation.
Die negative Konjugation außer beim Imperativ wird mittels der Verneinungspartikel koasir. nicht, hergestellt, welche immer vor dem Verb in allen seinen Konjugationsformen steht, z. B.:
koasir gu tmatna ich arbeite nicht
koasir ti nari sie hören nicht
koasir sug nacha er schweigt nicht
koasir aremut nairraigi wir lieben dich nicht
koasir ik goa it ich werde nicht gehen
koasir sai chie vin sie ist nicht gekommen
koasir sa uni nin wir beide haben nicht gekocht
2. Die fragende Form:
a) Bei P^i-gänzungsfragen ist dieselbe wie die Indikativfoi-m des Zeit- wortes, z. B. : gie tl a igacha'? was siehst du? Goa tl a chdelka ich sehe ein Känguruh. Gen tekmet nama igigetl was tut ihr? Uri spes wir roden. Läi cha vin dav ari higa? kommt er heute oder moigen? Lara gie tinatna däi choasir'i arbeitest du jetzt oder nicht?
b) In Entscheid Imgsfrage n werden dem Zeitwort gewisse Partikeln vorgesetzt, wie köä, aekoa {i) ari etwa, vielleicht, z. B. : koa higa ri main? (oder da ri main oder d ri main?), koasir, ta tdan hamar tama ur tanzen sie morgen? nein, sie gehen auf die Saujagd. Koa sa Lömoam ka kdk? hat etwa Lömoam gelogen? Aekoai gie tit sak Nävi? gehst du vielleicht nach Nawiu? Ari gie hreig? schläfst du etwa? Ari goa tis nas? soll ich selbst meinen Namen nennen ?
Rascher: Grundregeln der Baiiiingsprache. 69
3. Die Möglichkeitsform. — Nebensätze.
Hier werden die Verbindungswörter gebraucht: i, ha daß, damit, auf daß, dt daß, aekoa ob, Jcurima daß nicht, z. B. a savireichi chie mir i chie tl a mabücha die Leute gehen fort, damit sie den Tanz sehen. Dureik ka Ihil hagoa, i Lömoam i aremka nagoa Dureik erzählte mir, daß Lömoani mir zürne. Gie it gie lu, i aekoa Bumet ka vin geh und sieh, ob Bumet angekommen ist. Ka snanpet nacha, i aekoa (oder i koa) cha nari, i ka tit sainök ich fragte ihn, ob er ans Meeresufer gehen wolle. A cJioata ri tuclmn, i ta tes gi die Männer sagen, daß sie dich töten werden. A igelta ra tuchun, ip koasir (oder ip kumnai) ti tmatna die Knaben sagen, daß sie nicht arbeiten werden. Gie ilu , i kurimai ri lui gi gib acht, daß sie dich nicht sehen. Ka rkura goa rama gam , hu goa s get er gab mir Früchte, damit ich sie esse.
Anmerkung, i ist in den meisten Fällen bloß Zeichen des Futurs.
4. Der Konditionalis. Fr wird eingeleitet durch die Konjunktionen ai wenn, ani, ari viel- leicht, etwa; es können dieselben jedoch auch fehlen, z. B. gie tmatna, du gu rkurai gi oder ai gie tmatna, da gu rkurai gi wenn du arbeitest, werde ich dich beschenken. Ai perhet na mahucha , da uri Hl wenn der Tanz vor- über ist, werden wir Schreibunterricht halten. Gie tit sa va chövl, di gie gag nama Baga wenn du in den Busch gehst, wirst du den Baiigaleuten begegnen. Ani läi iv ur it sa vet ma Vuktas, dama hlur ama armrer sa vraut wenn wir heute nach Puktas gegangen wären, so würden wir viel- leicht von einem starken Regen überrascht worden sein. Ai iv ari läiv uri spes ma mrer, da cha va naut wenn wir vielleicht heute gut gerodet hätten, so würde er uns beschenkt haben.
5. Die Wunschform: Sie wird gebildet mit der Konjunktion an vielleicht, wenn etwa, wenn doch, oder auch mit dem Zeitwort nari wünschen, z.B. ari goa Mnki ära! wenn das Messer doch mir gehörte! oder gtc nari, ik goa Mnki ära! ich wünschte, daß das Messer mir gehörte!
6. Die Gewohnheitsform. Die Gewohnheitsform kann ausgedrückt werden:
1. indem man das Zeitwort oder Adjektiv wiederholt;
2. durch die adverbialen Ausdrücke oarich oarik alle Morgen , jeden Morgen, pra aren mani alle Tage, täglich, sa unun, sa unun jeden Abend, alle Abend usw.;
3. durch den Ausdruck sa tu (sa ta, sa ti).
Bsp. ka main, ka main er hat die Gewohnheit zu tanzen, ka suau, ka suau er hat die Gewohnheit zu stehlen, a Igik nacha, a Igik nacha er ist wahr, aufrichtig, er lügt nicht. Oarich oarik da uri lil alle Morgen schreiben wir. Sa unun sa unun da geni nen jeden Abend werdet ihr beten. Sa ta gu
70 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
gigrem ich habe die Gewohnheit spazieren zu gehen. A nanki sa ti chie nin die Frau hat die Gewohnheit zu koclien. Sa tu ri gag samök sie haben die Gewohnheit ans Ufer zu gehen.
7. Die Infinitivform. Eine eigentUche Infinitivform existiert nicht in der Bainingersprache. Unser deutscher Infinitiv kann auf zwei verschiedene Weisen wiedergegeben werden, indem man den Infinitiv entweder in einen Haupt- oder in einen Nebensatz auflöst, je nachdem es der Sinn der Rede erheischt, z. B. ka drem ka Ul er versteht zu zeichnen. Un tir uni rar oder un tir, iv uni rar wir beide gehen baden. A chlak nagoa, ik gu tat ama dulkaära ich bin zu schwach, um diesen Stein zu tragen. Uri sui gi, gie teig oder uri sui gi, ik gie teig wir lelu-en dich singen.
Passiv.
Eine Passivform fehlt. Sie wird durch das Aktiv umschrieben und zwar durch die 3. Pers. plur. (vgl. hierzu das unbestimmte Fürwort), z. B. Im koasir ti tmatna heute wird nicht gearbeitet, eigtl. heute arbeiten sie nicht. Ta tes gi du wirst getötet. Ta taclien, i Dureik ka suau es wird gesagt, daß Dureik stiehlt. Biga di ri main morgen wird (getanzt) man tanzen.
\'on einigen wenigen Verben existiert jedoch eine Passivform, die auf ähidiche Weise wie das Adjektiv gebraucht wird. Sie wird gebildet, indem man den Artikel vor den Stamm des Zeitwortes setzt und die von letzterem bedingte Präjjosition mit dem persönlichen Fürwort folgen läßt. Der Stamm des Zeitwortes wird in diesem Falle meist verdoppelt, z. B. a hug mena hinki oder a hinki ama bug meneicki oder a hughug mena hinki oder a hinki ama hughug meneichi das zerbrochene Messer {bug zerbrechen). A harbar da kaurka oder a kaurka ama harhar demka der zerspaltene Bam- bus {bar zerspalten). A siksicli ama muga oder a muga ama siksika das verfaulte Holz.
Hilfszeitwörter.
Die Hilfszeitwörter: sein, haben und werden sind der Baininger- sprache fremd.
1. Sein, a) Vertritt sein die Kopula zwischen Subjekt und einem prädikativen Eigenschaftswort, so wird es durch ein dem Subjekt in Endung und Zahl entsprechendes, persönliches Fürwort ausgedrückt. Das Eigenschaftswort wird auf diese Weise zu einem intransitiven Yerh und wird auch gleich den Verben mit nachfolgendem Pronomen konjugiert, z. B. : a nanki ama mriki die Frau ist gut (die gute Frau) a vesemka ama reterka der Arekabaum ist gerade a choata ama vit nara die Männer sind groß.
b) Verbindet sein zur Bezeichnung eines Zustandes ein Subjekt mit einem substantivisclien Prädikat oder präpositionalen Ausdruck, so wird es entweder mit ka oder bloß mit ama übersetzt oder auch na mit dem Pronomen, z. B. :
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 71
a cham ha ama vu ama Agelura die Teufel sind schlechte Engel
Jca a ur a iQi ära unsere Wörter sind diese, so sprechen wir, so
drücken wir uns aus ka ama meryet es ist gut, schön ]ca ama riikinara sie sind weise, schlau a gamanlii ama ika oder i ama iJca die Taube ist ein \'ogel Deo ama ioska amu merka nacha Gott ist ein guter Geist ka va makekhi er ist ini Haus ta yd a Iha sie sind bei den Küstenbewohnern.
c) Das Zeitwort kur sitzen, bleiben, wohnen kann auch in vielen Fällen sein vertreten, z. B. a nanki churicJii vra lat die Frau ist in der Pflanzung.
kttr kann auch ohne irgendwelches Pronomen sein bedeuten. In diesem Falle steht es inuner am Anfang des Satzes, z. B. kur a eichi mara r'mem es ist Wasser im Gefäß. Kur a ik mera muga es sitzen (sind) Vögel auf dem Baum. Koa chur a achach a? ist jemand da?
d) Zuweilen ist sein überhaupt zu ergänzen, z. B. (joa va avetki ich hin im Haus; goa mam{i) a das ist mein Ding da; ka a gen a nat das sind eure Taros.
2. Haben. Haben wird stets mit einem Pronomen wiedergegeben, ■/.. B. goa mriem ich habe zwei Tarobündel. Koa Lamiska a g a agerkil koasir a achik hat Lamiska eine Frau? nein, er hat keine. A chasna ni gi a hin'} wieviel hast du Messer? A ratpes naget vier. Koaig i ama ratpes na eleig Koaing hat vier Zehen. Koasir goa a g a luanka ich habe kein Kleid. Koai gi a laÜ hast du eine Pflanzung? Koasir goa get ich habe keine.
3. Werden. Werden wird durch die Partikeln ip fürs Futur und sa für die A^ergangenheit, welche dem Eigenschaftswort oder Hauptwort vorangehen , ausgedrückt , z. B. a igelka iv a gerhurka das Kind wird blind. A hanicha sa a gerhurka oder sa a gerhur ama harucha der Greis ist blind geworden. Jesu^ Kristus sa ama choatka nacha Jesus Christus ist Mensch geworden.
Anmerkung. Können in der Bedeutung von verstehen wird durch das Verb drem ausgedrückt, z. B. ka drem, i ka main er kann tanzen. A Iba choasir ta drem i ti mhem a sareicha die Uferleute können keine Tanz- masken verfertigen. A chumökmetka choasir ka drem i cha tacken der Säug- ling kann nicht sprechen.
Nicht können im Sinne von nicht vermögen heißt duchup, das dem Zeitwort angehängt wird , z. B. goa tit duchup ich kann nicht gehen, uri teig duchup wir können nicht singen.
Beispiele zu den Verben: Gu man sa va avetki ich gehe (trete) in das Haus. Gie tuachen a suvit du ahmst die Feinde nach. A savireichi churichi da rik na lat die Leute sitzen außerhalb der Pflanzung. Ki em a vrika er schwingt die Schleuder. Bugmet nagen ihr erschreckt. Kurimai gie gnig fürchte dich nicht! Sa cha nari, gie neu er hat dich beten hören.
72
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
Sai chie sal a ruis ama ratpes nara sie hat vier Kinder geboren. A uerTca vraun wir beide freuen uns. Ti suruv a chrapJci sie trinken Wasser. TJ ris uin wir nannten euch beide. Gi a rsavracha nagoa ich bin dein Sklave. Kie Tcag satmit sie geht schnell, sie läuft. A iosJca nacha er ist arm. A niracha bäighäig sacha die Sonne geht auf. Sa uri gug a ur a luan wir haben unsere Kleider eingewickelt. Iv aremgen naut ihr werdet uns zürnen. Koasir iv a chiripta sie werden sich nicht schämen. A urka cha tden, da a daga chulkul ternka wenn ein Wildschwein kommt, wird der Hund bellen. A nanini a agetki emini das Mädchen ist hungrig. A naniram a agetki emi- ram die beiden Mädchen sind hungrig. A igelirag kiskisiegrig die Kinder nießen. Gu mam gakgdkmetka mein Vater gähnt. Goa ruavik ama ruarta meine Brüder sind linkshändig. Sa menepmenevuin ihr beide seid schläfrig gewesen. A dag ama ränget die Hunde sind satt. A lap geri surup die Kakadu trinken. Goa ras, ik gu hreig ich lege mich nieder um zu schlafen. A nankina i ra tit a mug , i ti nin die Frauen werden um Holz gehen , damit sie kochen. La choasir a nankina sa ra in heute haben die P'rauen nicht gekocht. Iv u s ama chdelka wir werden ein Känguruh essen. Gie ruchun dt gie teig setze dich und singe! Ik gu main, di gie gig mirk nagoa ich werde tanzen und du wirst um mich herumgehen. Sa goa il sa verset ich habe fertig geschrieben.
8. Das Verhältniswort.
1. Als Präpositionen gelter
Ba, hark, harak l"üi-, zu
hedeg bis
da auf, an, in, bei, um, zu, mittels,
innerhalb da rik na außerhall) mar, mer, mr auf, in, durch men (meni) an, auf, über, durch, neben met in, zu, bei, wegen, für mirk um, herum munkrup ma, pa chlichi na in der
Mitte, zwischen na [nama) mit, aus, wider, an nair von, durch, unter namen {%) vor, von nam/r mit nanir um, nach nasak während
nav (nev) navr zu, gegen, von, aus, an nagel von, durch nasar für, um gel bei, neben, während
gelem bei, neben
gelemna na vmweit, neben, bei
gir {kir), girna na bei, neben
sa über, wegen, mit
sak . . . chames vor
sair zu
sak (sasak) an, hinter, nach
sar {sarein) zu , an , vor
sav {sev) in
pa, pra, pet m, nher, hinter, mit, von
pik an
pra — ut unter, unterhalb
t wegen, mit, auf, hinter
tik, tichem wegen, mit
tuar — tuar diesseits, jenseits
da . . . is am Fuß, am Rand, am .\n-
fang, im, am Grunde sa . . . oves, pra . . . ves wegen pik ara reg über, sak . . . reg hinter,
Gegensatz des räumlichen vor;
auch im übertragenen Sinn.
Rascher: Grundregeln der Balningsprache. 73
2. Beispiele zu den Präpositionen.
Ba, harak, bark. A huikl haun Tabak für uns beide. Ka sil hagen er sagt zu euch. Ti tal a adap bamchaut sie bi-ingen Taros für uns. A Jiinki luiclm bark oder bark ma Bumet dieses Messer ist für (gehört) Buniet.
Bedeg. Sa ut tmatna bedeg i ama Sontacha wir haben bis zum Sonn- tag gearbeitet.
Da. A bie^ska da a migl eine Wunde auf der Lippe. Kie tisavet da a r a ren sie denkt nach, sie besinnt sich (in ihrem Bauch). Gie oarnig dti goa cJiames du schlägst mich an den Kopf (Stirne). Ta tit da chip sie gehen mittels Lanzen, auf Lanzen gestützt. Da niracha {= gel a niracha) bei Tag. Da niracha a a ren mittags. A chabaiki chie knak dama aren a r is oder da arenk a r is der Kambaikvogel ruft während der Nacht (zur Nachtzeit). A choata ri tmatna da lar a ger a ren die Männer arbeiten innerhalb der Pflanzung. A duligl churigl da avetki a r a ren die Schiefer- tafel liegt innerhalb des Hauses.
Mar, mer (met) mr. A ika cha mara rmiga oder mra inuga der A'ogel sitzt auf dem Baum. A lapki chie tit mera sarichis der Kakadu tliegt in den Lüften. Kur a luan mara gateichi die Kleider befinden sich im Küi-b- chen. Ka igip mara ichiranas odei- na ichiranas er starb durch Zauber. Läi ri breig met Rukiis heute schlafen sie in Rukus. Areboar da a ren mera vuget er ist betrübt wegen seiner Sünden. A Itigi met goa paip Feuer für meine Pfeife.
Mirkna. U tit mirk nara wir gehen um sie herum. Ka tkut wirk nama achavet er gräbt um die Bananen herum.
Munkrup (ma), pa chlichi na. Ldmiska churicha munkruv a Ibeiem oder munkruv ama Ibeiem Lamiska sitzt zwischen zwei Uferleuten. A vaska cha munkrup mena lat der Brotfruchtbaum steht in der Mitte der Pflanzung. Grie tal ama muga va chlichi trag das Holz in der Mitte (faß es in der Mitte an).
Na, nama. A igelka cha tal a lamaseit na a rik der Knabe trägt ein Kokosblatt in seiner Hand. Gu chut na huleichi ich grabe mit dem Spaten. Jeni rar menanas na git die beiden bekleiden sich mit Blättern. Ti rekmet nama länini na pünki a r a lan der Kamm wird aus Schildpatt verfertigt. Ti hirin nara man ist böse auf sie, man zürnt ihnen. A Piiktaskina aremta na Loankina die Puktasleute zürnen den Loan. Ka pnap na a oveska er verneigt sich.
Nair. Goa chietdem ini nair Mainam ich erhielt es durch (von) Mainam.
Kamen. Ki chuoik namenagoa er flieht von mir. Ta mit namena hinki sie haben das IVIesser vergessen. A agelucha cha noa naiem namena Paradis der Engel vertrieb beide aus dem Paradies.
Namr. Gie Imel a gam namra muga pflücke Früchte vom Baum! Goa r a vesemka namra gateichi ich nehme eine Arekanuß aus dem Körb- chen. Ta mat namra suvit sie ahmen die Feinde nach. Goa tat namra Iba, i gu tmatna ich ahme die Uferleute in der Arbeit nach.
74 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
Nanir. A machracha cJm mas nanirgoa die Steinkeule liegt vor mir. Gie it nanir ama alau hole, suche Eier! Kur a IvsM sah goa chames der Gemüsetopf steht vor mir (= vor meinem Angesicht).
Nasak. U tit da uri mlei nama ur nasach ama armriki wir suchen nach Wildschweinen während des Regens.
Nagel, ü tit nagel iak wir kommen von jemand. Goa vin nagehmka ich komme von ihm.
Nasar, nah. A cliasna nama nar, ik gu tal get nasar ama luanka? wieviel Taros muß ich füi- ein Kleid bringen? Lömoam koarii ka nachrun wo ist Lömoam? er ist hinter uns beiden. Geni maravit sak goa reg ihr steht hinter meinem Rücken.
Gel. A muga cha mas gel (oder wfwo) a avetki der Baum liegt neben dem Hause. A Puktaskina ri main gel ama Bagaichina die Leute von Puktas tanzen bei denen von Bangga. Gel ama niracha bei Tag.
Gelemna na. Ka tmatna gelemna na Rivun er arbeitet in der Nähe des Riwuiibaches. Sa u tden gelemna na Nävi wir sind bei Nawiu ange- kommen.
Gir, girna na. Gu mam kuricha girgoa mein \'ater wohnt bei mir. A vaska vurvur maclm cliir ama vesemka der Brotfruchtbaum wächst neben dem Arekabaum. Kur a lat girna na avetki die Pflanzung ist neben dem Hause. A choata sa ra vin girna naut die Männer sind zu uns gekommen. A chamulkuska vurvur macha mena dul girna na eichi die Kamulkuska (Orchi- deenart) wächst in der Nähe des Wassers an Felsen.
Sa. Ta tacken sa Lömoam, sie sprechen über Lömoam. A uerka vragoa s?i goa lat ich freue mich über meine Pllanzung. Ka tit sa tavet er trägt Tawet (Mise, japon.) bei sich, ergeht mit Tawet fort, er entfernt sich mit Tawet.
Sair. Geni tavlag sair gu nan geht zu meiner Mutter zurück. A Igieska diu rut na nanki sairut der Häuptling führt die Frau zu uns. Sa la ra mit sair ama Baga sie sind heute zu den Banggaleuten gegangen. Lara ra liav a vlemka sair a tik jetzt fangen sie ein Schwein zum Feste.
Sak, sasak. A bieska sak goa reg ich habe eine Wunde am Rücken. Ka rar demut sasak Loan er führt uns nach Loan. Kur a htdeichi sak gi a reg der Spaten liegt hinter dir. Jen mit sak Nävi die beiden gehen fort nach Nawiu (s. auch sa vet).
Sar sarem. Gie ruir saremgoa gehe vor mir! Gu surup sar Lömoam ich trinke vor Lömoam. Ti nin sdremgi sie kochen vor dir.
Pr, Savr, sep, pet. A mlaoski vra eichi der Kahn ist im Wasser. Gie n, iv un tit sa vra lat komm, laß uns beide in die Pflanzung gehen! A savireichi chie teig sa vrant die Leute singen auf uns. Gie tu gi a gateichi vra leichi stelle dein Körbchen an die Tür. U tkut sa vra muga a a ribit wir graben um den Stamm des Baumes. Miclmel ka noa nama vu ama Agelura sa vra Iteig Michael stürzte die bösen Engel in das Feuer. A areska sa vra ur a gug Salz zu unserem Gemüse. A ut mamiem aries preiem pra Paradis unsere Stammeltern freuten sich im Paradies. Deo sa cha reJcmet nama husupka da nama evetki vra garichit na aren dat demki Gott schuf den
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
75
Himmel und die Erde in sechs Tagen. A choafa ra tes na sa vra nanlä die Männer stritten untereinander wegen einer Frau.
Pra — rut {ut). Kurttt pra husupha ut wir sind unter dem Himmel. Pra leichl ntt unter der Tür. Pra evetki rut unter der Erde. Pra eichi ruf unter dem Wasser.
PiJc. A hiska pik yoa chenem eine Kette an meinem Hals. A hies picht a nankina a r sachag die Frauen haben Wunden im Gesicht.
ta, tern. A savireichi chie tesna ta nanki die Leute streiten wegen einer Fi-au. Gu churai yi ra hinki ich besclienke dich mit einem Messer. Url tiima remta wir lachen über sie.
Tik, tichem. Kurimai gie tres tichemgoa verstecke dich nicht vor mir. A ruimini ini geri tres tich ama daga das Kind versteckt sich vor dem Hunde.
Tuar — Titar. Torötea churicha mar na Gcnanki, di ki goa clmrujoa ruar Torotea wohnt jenseits Genanki und ich diesseits.
Sa . . . oves. Den cha tes ut sa vra ur a ruacJia a oves Gott straft luis wegen unseres Bruders. A igelta ra tes na sa vra adav a re ves die Knaben streiten um das Essen (Taros).
Da . . . (s. Da chövl a r is am Saum des Busches. Da ratem a r is auf dem Boden des Grasfeldes. Da eichi a r is am Boden des Wassers. Da Idr a r is am Rand der Pflanzung. Ka 7nit da hurki a r is er ging an den Zaun.
Anmerkungen zu den Präpositionen. 1. Manche Verba, die im Deutschen mittels einer Präposition konstruiert werden , entbehren einer solchen im Bainingischen , z. B. tes Krieg führen. A 1ha ra tes ama cMchat die Küstenbewohner kämpfen mit den Bainingern. Piy klettern, es sich umwickeln, mrir lierabsteigen.
2. Manche der Präpositionen sind zusammengesetzt aus einer Prä- position und einem Umstandswort oder Hauptwort, z.B. gelemna na, girna na usw.
9. Das Umstandswort.
1. Adverbien der Zeit.
lära, ka lära jetzt eben, jetzt, soeben
im Augenblick nach as ka lära jetzt eben, soeben la, läip, läi heute, seit einiger Zeit nach aisa Ja vor — , seit einiger Zeit ka luaiet, ka lära jetzt im Augen- blick as läip heute noch , jetzt , bald —
nach einiger Zeit mur, madu früher, ehemals , seit einiger Zeit, vor langer Zeit
mä sa mur vor sehr langer Zeit
higa morgen (Gdvit: halda)
oarik hol in der Frühe
higa da oarik, läiv oarik, läip da oarik
morgen in der Frühe la oarik heute in der Frülie, heute
Morgen oarich oarik, halbal sehr frühe (,jeden
Morgen) a ger ama aren, na ka ger ama aren
einige Tage
76
Rascher : Grundregeln der Bainingsprache der
areip eines Tages
areipma, maiei eines Tages (
Zukunft) pin a aich ama arenki eines Tages (in
der Vergangenheit) mäni gestern mani ravano vorgestern tavano übermorgen a aber na aren, mika na aren oit (auch
23ra arm) mas iuuner, für immer, sehr
namr zuerst
sies, sichies, maka wieder, abermals, nochmals
nasat, navasasat . tavano nachher, hier- auf, dann
pa aren im Dunkeln , nachts
da arenk a ris, da ama aren a r is, pra arenki nachts
da a chorevetki beim Mondschein
sa unun abends
da niracha, gel a niracha bei Tag.
2. Adverbien des Ortes.
a, ära, ti {sa ri, sasa ri) hier
iei vielleicht hier
na ri, ka na ri von hier
koa^ koari^ koaridi? wo? wohin 1'
na choa ri'i von wo? von woher?
puk, pit {ivit) oben, droben
pusup oben , droben
nai vuk, na vusup von oben
nai Vit von oben
ina vuk von oben herab
mana evet auf der Erde, am Boden
mas durch, hindurch
amuk dort, drüben
la amuk dort drüben
lucha ama cha muk dieser dort
Iura ama cha muk die Personen dorl
lugera ama cha mnJc die Dinge dort
da rik draußen
\daara ren drinnen ! imak drunten
nai mak von unten
imani drunten (auch ajna mani) I na imani von unten I temani unten (am Boden)
ivuk oben (in der Nähe)
dvano, avdvano droben (weit weg)
bii churi bloß, unbeschäftigt
pa unes im Schatten
pa chöol im Busch
pa inim im jungen Busch
gelemna in der Nähe
gis weit, fern
da egerkig am Strand {dagerkig, de- gerkig)
sa da egerkig an den Strand
taguir anderwärts, hinaus, nebenan
3. Adverbien der Art und Weise. perhet genug, fertig, sa goa ver^e^ ich j wm/ abschüssig, steil, vorüber, vorbei
bin fertig sa chap genug, fertig, sa chapgoa a mrer, ma mrer, a mres gut, schön ma vik schlecht, ka teig ma vik er
singt schlecht a vucJia, a vura, a vuget er ist schlecht,
sie sind schlecht tachorära , tachorä so , auf diese Weise tachoar wie, tachoar viadü, madu ra-
cJioar wie früher savaremna gleich sein
weswegen;
(gehen) ia7 ivaf eviva? warum! neik allein, bloß, nur naka doch , bloß , nur Sana? wie? ka nana? wie ist es? wie verhält es
sich damit? ma gerksu^ allein menana übereinander, aufeinander,
nebeneinander na demna (demna) nebeneinander
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache
77
icJiat herum
pa beinahe, fast
manep tief
duchup vergeblich, umsonst (s. oben
niclit können) a cliasna^ wieviel? sa vra igachal weswegen? a Igik, wirklich, wahrlich, in der
Tat, wahr asmiru, endlich malet, maden sehr, stark, fest marik wenig, etwas, nicht lange ma aber viel merdcJias allein temna zusammen
Anmerkung zu ihag und tah.
ma irikpet im Zickzack {= a igurik- metki)
ma reter gerade, aufrecht
Jcüre, TcuMre warte, halt, genug
as kukwre warte noch !
Ärowe? ist es wirklich so?
meni quer
pa treses im ^''ersteck
ikag , tag schnell, rasch (nur in Ver- bindung mit dem persönlichen Für- wort)
Jiatmit schnell, sofort (in Verbindung mit ikag gebraucht)
tale langsam (nur in Verbindung mit dem persönlichen Fürwort gebraucht.) Die beiden Adverbien schnell und
langsam werden auf folgende Weise in der Bainingersprache wieder- gegeben , z. B. : ha tes M kag oder M kag sa s?nes er ißt schnell , ka teig ki kag oder ki kag sa teig er singt schnell, gu maln gu ikag oder gu ikag sa main ich tanze schnell, gie tach a smes oder gie tak ma smes du ißt langsam, gu tach a tmatna ich arbeite langsam, kie tach a main sie tanzt langsam, gie tach a tmit (nicht gie fach a tit) gehe langsam, uri tach a mrachen wir reden langsam.
4. Adverbien der ^"erneinung. koasir nicht, nein {Taunit: koasik) kuku nein, durchaus nicht, nichts (Gavit: kukan) askoasir, as kuku noch nicht, doch nicht.
5. Adverbien der Bejahung. ce, echerer, ä (indem man zu gleicher Zeit den Kopf schüttelt) ja ka ehoia ja gewiß , es ist so saka wohlan! luchaiet das ist es.
6. Adverbien der Möglichkeit. ari, ani, oan vielleicht ari rik, rieh ari vielleicht, wahrscheinlich koa^ etwa? (= aekoa{i]) {koar) ei ob.
Beispiele zu den Adverbien. Nach as ka lära cha tit na ri so- eben ist er von hier weggegangen. Dco mur ka rekmet nama husupka yov Zeiten schuf Gott den Himmel. Biga da oavik da uri gigrem morgen in der Frühe gehen wir spazieren. La oarik di gie oami goa heute Morgen hast du mich geschlagen. Oarich oarik da geni sunas jeden Morgen habt ihr Unterricht. Koai gie nari, ra fachen'} hörst du sie spi-echen? A lapki
78 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
aviiJs; mera muga i chie tes a gam der Kakadu da oben auf dem Baume frißt Früchte. Fa da un igip nama aremJci wir beide wären fast an der Krankheit gestorben. Kasna da verser i gie Icnalcf wann hörst du auf zu weinen ? A igelta ama vierta choasir ti Tcdk td re mam gute Kinder belügen ihren Vater nicht. Gie tmatna racJioar mani arbeite wie gestern! Koasir gie nari, i gi a uenika cha tit sa gelemgoa^ eviva^ warum willst du nicht, daß dein Sohn zu mir kommt? Gen mrachen ia? warum sprecht ihr? Kurigi va unes , i kurimai gie tamar bleib im Schatten sitzen, damit du nicht krank wirst. Gen drachen sa igaclia^ worüber sprecht ihr? A ios temani va evet die Geister sind unter der Erde. A rdlitka imaJc pra evet der Wurm unten am Boden. Gi a ruacha choari7 wo ist dein Bruder? Ka lil ma mrer er schreibt scliön. Jen tit sa vra damki ivit die beiden gingen den Berg hinauf. A a ruis ti nari, i ri Ikal a re mam, dap ti Ikal ka duchup seine Kinder wollten ihn trösten , sie vermochten es aber nicht. Ai sies gie ravlag, di gie ral goa Mnki wenn du zurückkehrst, so bring mein INIesser mit. Ka mgim nasat er wachte nachher auf. A nat kuriget m.enana die Taros liegen nebeneinander. Gie tu a mru na demna stelle die Tarobündel zusammen! Koar ama Igich i cha suau% ka ama Igik ist es wahr, daß er gestohlen hat? es ist wahr. A eska cha tit ma irikpet der Weg geht im Zickzack. A igurikmetki na Rivun der Rivimbach hat viele Krümmungen, fließt im Zickzack. Tika a ur a ruacha cha igip auch unser Bruder ist gestorben. Kurimai sies gie ravlag sep goa chrigi komme nicht wieder in mein Gehöft! Kure, areip gie igip mera agetki warte, eines Tages wirst du des Hungers sterben. Oarich oarik häighäig sacha nava avetki da cha sne^ jeden Morgen geht er aus der Hütte und jodelt. Koa goa levupki as ama iameski? lebt meine Schwester noch? Koasir, mani ravano chie igip nein, vorgestern ist sie gestorben. Ka lära gen ikag satmit ha gel gu mam di geni ruchun tacho- rära: a uerka vraigi malei, gi a uemka as ama iameska jetzt geht schnell zu meinem Vater und sprechet so: freu' dich sehr, denn dein Sohn lebt noch. Gie n ina vuk di churigi sa ri gelemut komm herab und wohne hier bei uns! Asmiru ra vin, i ri tmatna endlich kommen sie zur Arbeit. A igelta ama migiesta ri tlv ichat mas pa lil a r a avetki die faulen Kinder schauen in der Schule stets herum. Gie ruir, da kurimai churigi mena eska geh voraus und bleib nicht am Wege. A ika cha revrep sa gis mera harichis der Vogel fliegt hoch in die Lüfte.
10. Das Verbindungswort.
ai — da wenn . . . dann, so
bai — da wenn . . . dann
i weil
ba daß, damit
/ ari daß etwa
i kurima, bu choasir daß nicht, damit
nicht den sowohl — als auch
ki , tika auch
gen, da gen und (steht zur Verbindung von Personen und Dingen im Sin- gular, Dual und Plural)
kan und (steht zur Verbindung von Personen und Dingen in der Ein- zahl (1. Gr.))
chien und (steht zur \'erbindung von
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
79
Personen und Dingen in der Ein- zahl (2. Gr.)
ten {e in tm klingt oft wie a) und, (steht zur ^'erbind^ng von Personen im Plural (1., 2. und 3. Gr.)
gen und
da und, steht zur Verbindung von
Verben, Pronomina und Substan- tiven (Sing, und Plur.)
dat und
dap aber
dap, da, däi oder
koarik — Ttoarik oder, entweder — oder
ar — ar oder, entweder — oder
Beispiele zu den Verbindungs Wörtern. Ai iv ama chorevetki, dama sareichi wenn der Mond wieder aufkommt, findet der Tanz statt. A nankina ri suchuv a lochupki, i ip biga da tik die Frauen kehren das Gehöft, weil morgen Fest ist.
A choatka dama nanki der Mann und die Frau. A choariem dama nanim die beiden Männer und die beiden Frauen. A choata dama nankina die Männer und die Weiber. A choatka chan ama nanki der Mann und die Frau. A choariem ien ama nanim die beiden Männer und die beiden Frauen. A choata ren ama nankina die Männer und die Frauen. A choatka da chan ama nanki der Mann und die Frau. A choariem da ien ama nanim die beiden Männer und die beiden Frauen. A choata da ren ama nankina die Männer und die Frauen. A choata da gen ama nankina die Männer und die Frauen. A choata gen ama nankina die Männer und die Frauen.
A daga chan ama chaiopki, a daga dama chaiopki, a daga gen ama chaiopki, a daga da gen ama chaiopki der Hund und das Huhn.
A dagiem ien ama chaiovim, a dagiem dama chaiovim, a dagiem gen ama chaiovim,, a dagiem da gen ama chaiovim die beiden Hunde und die beiden Hühner.
A dag gen ama chaiop, a dag dama chaiop, a dag da gen ama chaiop die Hunde und die Hühner.
A richit gen a richigl, a richit dama richigl, a richit da gen a richigl der Arm und die Hand.
A richisim gen a richigrim, a richisim gen a richigrim, a richisim da gen a richigrim die beiden Arme und die beiden Hände.
A richisig gen a richigrig , a richisig da gen a richigrig die Arme imd die Hände.
11. Das Empfindungswort.
arm !\os, also auf, dran ! (bei der Arbeit) di, aef jsi, richtig, wirklich, was nicht
gar! hau (indem man zu gleicher Zeit mit der Achsel zuckt) doch nein, keines- wegs, nicht im geringsten oai, u! um jemand zu rufen oe, goa ak, goa arei! Ruf, um die Aufmerksamkeit jemandes zu ge- winnen
achai! Ausruf der Verwunderung, des
Erstaunens haik, hak! Ausruf der Verwunderung sdka! fertig! Ausruf nach Beendigimg
der Arbeit, Aufruf zur Flucht kövef so? wirldich?
ave! ja.
natürlich
ui! Ausruf vor einer schweren Arl)eit dkin! Ausruf des Staunens
80 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
m. Satzlehre. 1. Einfaches Subjekt und Prädikat.
A. Subjekt.
a) Wenn das Subjekt ein persönliches Fürwort und das Prädikat ein Zeitwort ist, so steht es vor oder nach dem Prädikat, je nachdem das Zeitwort das persönliche Fürwort vor oder nach sich verlangt, z. B.: goa lu ich sehe, gu nari ich will, uri lual wir pfeifen, maspraut wir ruhen aus, a chreika vraut wir fasten.
b) Wenn das Subjekt ein hinweisendes Fürwort ist, so steht es vor dem Prädikat, z. B.: lucha cha suau dieser stiehlt, lAgl aiet hug menigl dieses da ist zerbrochen, Lura mani ri tmatna da läi ra ir, i ti sagar diese haben gestern gearbeitet inid heute gehen sie zum Fischen.
c) Ist das Subjekt ein Substantiv, so wird es in der Regel dem Prädikat vorangesetzt, z. B. : a mabt'icha sa verset nacha der Tanz ist be- endigt, a vaska cha sep der Brotfruchtbaum fällt, a ruimirag geri tamar die Kinder sind krank.
Anmerkung. 1. Die Zeitwörter: kur sitzen, bleiben, sein, wohnen, liegen und kudas nicht wollen, sich weigern, welche vor ihrem Subjekt stehen können, nehmen in diesem Falle überhaupt kein Pronomen an, z. B.: Kur a Iteig pra ririveichi die Zündhölzer liegen auf dem Tisch. Knr a luanka mena evet das Kleid liegt auf dem Boden.
2. Das unbestimmte Subjekt man wird durch die 3. Pers. plur. aus- gedrückt (vgl. oben Passiv).
B. Prädikat.
Ist das Prädikat a) ein Verbum, so richtet es sich nach seinem Subjekt. Dabei ist im einzelnen zu beachten:
1. zu welcher Gruppe das betreffende Subjekt gehört,
2. ob es in der Einzahl, Zweizahl oder Mehrzahl steht,
3. wenn es zur 1. oder 2. Gruppe gehört und Personen bezeichnet, so ist d;is Pronomen der 3. Pers. plur. ein anderes für Personen und ein andei-es für vernunftlose Wesen,
4. endlich, steht das Pronomen nach, so nimmt das Zeitwort bei den Ableitungen die Endung des Substantivs an, z. B.: A aneska cha tes a achavet der Papagei frißt Bananen. A anes ga te-i a chavet die Papageien fressen Bananen. A makeichi churichi vet ma Viirar das Haus steht auf dem Platz, genannt Pin-ar. Bumet ka tit na nanki sa gel a Iha Bumet begegnete einer Fran, welche zu den Küstenbewohnern ging. A choatka cha rar der Mann badet. A choata ri tar die Männer baden. A nanki chie tar die Frau badet. A nankina ri tar die Frauen baden. A lapki a r a migl ama irichigl des Kakadus (sein) Schnabel ist gebogen. A lav a r a migrig ama irichigrig
Rascher: Grundregeln der Bainingspraclie. 81
der Kakadus (ihre) Sclinäl)el sind geljogen. A garvdp K-iirdp mara
die Schleiidersteine liegen im Körbchen. Mdra a vista die Leute frieren.
A ndmirag a visirag die Kinder frieren.
b) Ist das Prädikat ein Substantiv, so muß es mit dem Subjekt im Numerus und, wenn es einen männlichen oder weiblichen Personen- oder Tiernamen bezeichnet, auch in der entsprechenden Nachsilbe des Subjekts vielfach übereinstimmen, z. B. : A chamki i ama ioska oder a iosJci die Kamki (eine mythische Schlange) ist ein Teufel, Seele, Geist. A lapki i ama iki das Kakaduweibchen ist ein weiblicher Vogel.
c) Ist das Prädikat ein Adjektiv, so i'ichtet es sich in allem nach seinem Subjekt, ähnlich wie das Verb mit nachfolgendem persönlichen Fürwort, z. B. : A virki ama vuichi die Keule ist schlecht. A chachracJia ama harucha der Baininger ist alt (ein Greis). A chachar ama harura die Baininger sind alt. A chivini ama mrini die kleine Lanze ist schön. A chhirag ama mrirag die kleinen Lanzen sind schön. A lahar ama nanget die Raben sind Weibchen. A lahar ama choatget die Raben sind Männchen. A daga ama asuamka der Hund ist diebisch. A dag ama asuamget die Hunde sind diebisch.
d) Ist das Kollektivum — a savireichi die Menge, die Leute, viele — Subjekt, so richtet sich das Prädikat zuweilen im Numerus nicht nach der grammatischen Form des Kollektivums, sondern nach dem Sinn desselben, z. B. a savireichi chie rbur oder ri rhnr die Leute zürnen.
2. Häufung von Subjekten und Prädikaten.
a) Bei mehreren Subjekten steht das Zeitwort in der Zweizahl oder Mehrzahl , z. B. : A agerim ieni snes nanir a ien a ageriem die beiden Weiber rufen nach ihren beiden Männern. Goa arei ri rar a rim meine Leute pflanzen Taros. A ik geri tach a r a avet die Vögel bauen ihre Nester. A ur a lat sa verset naget unsere Pflanzung ist fertig bestellt. A igelta ri hirtich a rim di ri rat get die Knaben schneiden die Taros ab und pflanzen die Ableger.
b) Sind die Subjekte Personen und Sachen von verschiedenen Endungen, so richtet sich das Prädikatsverb oder Adjektiv gewöhnlich nach dem zunächststehenden Subjekt, z. B.: A nat gen ama chavrirag ama iamesirag die Taros und Bananen sind frisch (neu). A igelta ren ama dag ama asuamget die Knaben und Hunde sind diebisch. A nanirag gen ama nankina ama chiripta die jMädchen und Frauen sind verschämt.
c) Bestehen die Subjekte aus Substantiven und Pronomina oder aus lauter Pronomina, so richtet sich das Prädikat nach dem Pronomen des dialogischen Verkehrs , d. h. die erste Person geht der zweiten und dritten und die zweite der dritten vor. Was die Zahl betrifft, so steht das Prädikat in der Zweizahl oder Mehrzahl, je nach der Zahl der Personen',
' Ich und du heißt nicht goa du gl, sondern gun. Mitt. d. Sem. f. Orient. Sprachen. 1904. I. Abt.
82 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
bette meidet er. Seine größte Sorgfalt widmet er der Kultur der Taros, während er hinsichtlich seiner Hütten und persönlichen Reinlichkeit eine auffallende Gleichgültigkeit zeigt. Er kennt kein Geld, noch zeichnet er sich sonst durch besondere Fähigkeiten oder irgendwelchen Kunstsinn aus, die ilm vor seinem Nachbarn vorteilhaft hervorstechen ließen.
Wie in seinen Gepflogenheiten und seinem Äußern, so unterscheidet der Baininger sich auch von dem Küstenbewohner durch seine Sprache. Nicht nur der Wortschatz, sondern auch der Aufbau der Sprache ist ein anderer. Der Prozentsatz derjenigen Wörter, welche mit Bezeichnungen der Küstensprache wurzelverwandt sind, ist ein sehr geringer; meistens sind es Namen von Vögeln und Tieren, ferner die Bezeichnungen von Vater und Mutter, die mit Sicherheit als verwandt gehalten werden können. Doch ist hierin zu bemerken, daß ein Einfluß der Küstensprache sich nur da nach- weisen läßt, wo der Baininger Grenznachbar der Uferleute ist. oder in einem Hörigkeitsverhältnisse zu dem Küstenbewohner steht. Je mehr man ins Innere dringt, und je geringer die Beziehungen der zwei Stämme zueinander werden, desto seltener stößt man auf Spuren einer Verwandtschaft in der Spraclie.
So einfach die Küstensprache, so erschreckend groß tritt uns der Formenreichtum des Bainingischen entgegen. Dieser zeigt sich besonders in der Fähigkeit, die verschiedenen Stadien eines und desselben Dinges durch ein einfaches Suffix zum Ausdruck zu bringen. Auch unsere Ablei- tungen im Deutschen stehen hinter der großen, dem Bainingerdialekt eigen- tümlichen Bildungsfähigkeit zurück. So können wii- z. B. im Deutschen von Mann w'ohl die Diminutivform Männlein oder Männchen bilden, das ist aber das Weiteste, was wir in der deutschen Sprache erreichen können. Wollen wir noch andere Stadien der Entwickelung oder des Baues vom Manne ausdrücken, so müssen wir uns mit Eigenschaftswörtern behelfen imd sagen: er ist ein lang gewachsener, ein untersetzter Mann; — nicht so der Baininger. .Seine Sprache gibt ihm die Möglichkeit an die Hand, alle die verschiedenen Stadien im Werdegang oder im Sichbefinden eines Dinges durch ein Suffix auszudrücken, das der Grundbenennung des Dinges angehängt wird. Er benötigt niclit der Beihilfe von Eigenschaftswörtern. So sagt der Bai- ninger: a choatka der Mann, a cJiodrini der kleine ISIann, das ^Nlännlein, a choarit der schlanke, lang gewachsene INIann, a chocirem der untersetzte INIann.
Ein weiteres Merkmal des Bainingeridioms besteht darin, daß es eine flektierende Sprache ist. Damit tritt sie aus dem Zusammenhang mit der melanesisch-polynesischen Sprachgruppe heraus, \\m eine Sonderstellung für sich einzunehmen.
Die Baininger bilden die verschiedenen Numeri nicht wie die anderen, bis jetzt in der Südsee bekannten Volksstämme. Bei Bildung der Numeri bedienen sie sich nicht der Beihilfe von gewissen Wörtern, sei es Für- wörtern oder Zahlwörtern, die dem Substantiv vorausgehen oder folgen, während das Substantiv selbst stets unverändert bleibt. In der Baininger- sprache gibt es eine Flexion. Die Wortendungen werden veiändert, um die verschiedenen Numeri zum Ausdrucke zu bringen. Während z. B. der Oststamm der Gazelle sagt: a davai der Baiun oder ein Baum, a iira davai
Rascher: Grundregeln der Bainingsprache. 83
Anmerkung. Ein eigentliclies ziirückbeziehendes und bestimmendes Fürwort ist nicht vorhanden. Deutsche Relativsätze gestalten sich wie folgt: Gie rekmet na Una, i mani goa i-uchnn naigi tu das, was ich dir gestern ge- sagt habe. Koaiy ha ial a huikiy ti rkur a ger mam nasar a nat oder harach ama nat Koaing trägt den Tabak, man hat gegeben ihn seinem Vater für die 'Faros. A choafka, a rekmeneim i ur ag nacha, däi sa lära cha igip der Mann, dem wir vor zw-ei Tagen begegnet sind, ist lieute gestorben. A rim, mäichi chie mu get pra ririveichi vra ur a locJmpJci da achaJc ka suau remget da arenka r is die Taroableger, welche meine Mutter auf das Gerüst in un- serem Hof gelegt hat, hat jemand heute Nacht gestohlen. Koasir u tkur Jura da aremta naut wir beschenken die nicht, die uns zürnen. A repki choaridi, i gie tav a vesemka naichi'^ "Wo ist das Beil, mit dem du den Arekabaum gefällt hast? A eska a i mur itt mit nepka sa vra Baga das ist der Weg, auf dem Avir früher nach Bangga gegangen sind. A achach i cha vlag iak , da cha rekmet nama vuget ein jeder (derjenige, welcher) einen tötet, tut Böses. Luchära choasir ka tmatna, da läi choasir ka s wer nicht arbei- tet, soll heute nicht essen. Lära ri tmatna , dai higa da vi gigrem diejenigen, welche heute arbeiten, gehen morgen spazieren. Gu nara, i ra tit samök ich gehe mit denen, die sich an die Küste begeben.
4. Ergänzung.
a) Die Ergänzung im Akkusativ steht nach dem Prädikat, z. B. goa tis gi a arenki ich nenne deinen Namen. Ta tis un ia^ Warum nennen sie uns beide beim Namen? A a ruacha mäni cha tirekmet a gamanki sein Bru- der schoß gestern eine Taube. Ayii chie tes uin vielleicht straft sie euch beide. Eva chie Imel ama gam di chie mes get Eva pflückte Früchte und aß sie. Deo cha chal ur, iv uri kdk Gott verbietet uns zu lügen. A chavilki ruemka cha su ut ama teig oder rama teig oder sa teig der Weiße lehrt uns Lieder. Luich ama nanki chie sal a aber na ruis diese Frau gebar viele Kinder. Lauer koasir ka rhur ut , däi chi achu ut Lauer zürnt uns nicht, aber er fürchtet uns. Gu mam ka rer a nat, da gu nan kie hirtich aget mein Vater zieht die Taros aus imd meine Mutter schneidet sie ab. Gie tak gi a richigl nanir ama hinki du streckst deine Hand nach dem Messer aus. A ahriki nama chachat ta drem ama Ibeigl , da choasir a ga Ihacha cha drem a chachrigl viele Baininger sprechen die Ufersprache, aber kein Ufermann spricht die Bainingersprache. Diireik ka tal a nat i rdriem da rdriem Dureik bringt Taros, zwei und zwei (Bündel).
b) Viele Zeitwörter, welche im Deutschen transitiv sind, werden im Bainingischen intransitiv gebraucht und das Objekt, das im Deutschen im Akkusativ stehen würde, wird in der Bainingersprache mittels einer Prä- position mit dem Zeitwort verbunden, z.B. Gie nari sa vra igachal Was hast du gehört? Ka rekmet na igigeti Was tut er? A saviracha cha mlei nanir un, i ku oamig un der Feind sucht nach uns beiden, damit er uns töte. Sa unun ieni nkavöp nanir a igelka sagel a a mata, da choasir ta drem
84 Rascher: Grundregeln der Bainingsprache.
sa vracha als es Abend geworden war, fragten die beiden nach dem Kinde bei den A'erwandten, aber sie wußten nichts von ihm. A atem ga ves nas ta rucJia nepka die Nebel verhüllen das Meer. Goa mit namma suleichi, madu gti tmatna naicM ich ging vom Spaten (ich vergaß), mit dem ich früher gearbeitet habe. Goa chur iah, du yoa met niak ich beschenke den einen und schlage den anderen. A Iba choasir ta drema ut, da choasir ta drem sa vra ut die Küstenbewohnei- kennen uns nicht und denken nicht an uns.
5. Vom Zeitwort.
1. Das Präsens wird in der Bainingersprache oft da gebraucht, wo wir im Deutschen das Imperfekt oder Perfekt haben, so bei Erzählungen. Vergangenes gibt der Baininger in der Präsensform wieder.
2. Das Perfekt in der Bainingersprache kommt nur im Sinne und in der Bedeutung des eigentlichen Perfekts vor, d. h. das Perfekt findet sich nur da, wo eine Handlung sich soeben vollzogen hat und als Ergebnis in der Gegenwart noch andauert.
Ähnlich wie der Lateiner in der verneinenden Imperativform den Kon- junktiv des Perfekts anwendet, um eine Handlung zu verbieten, die jemand im Begriffe steht zu tun, so gebraucht der Baininger mit Vorliebe die Per- fektform anstatt des Imperativs des Präsens in der befehlenden und vernei- nenden Form.
3. Das Perfekt weist, wie erwähnt, eine eigene Partikel: sa auf. Diese steht:
a) In einfachen Sätzen vor dem Verb und vor dem Subjekt, z. B. sa goa il ich habe geschrieben. Sa yoa reig ich habe gesungen. Sa u tuma wir haben gelacht. Sa gen pin ihr seid angekommen. Sa a uemini ga tes oder a uemini sa ga tes das Kind hat gegessen. Sa choasir ka vin oder koa- sir sa clia vin er ist nicht angekommen.
b) In erweiterten Sätzen kann sie vor dem Zeitwort, Adverb oder vor der Präposition stehen. Zuweilen steht die Perfektpartikel sowohl vor dem ^'erb als vor dem Adverb oder der Präposition, z. B. 5^0! läi perhet nama nat die Taros sind heute auf. A yalipka churicha sa gelemna ni gi a makeichi der Nußbaum hat in der Nähe deines Hauses gestanden. A choatka cha igip sa vra lat der Mann ist in der Pflanzung gestorben. A maraga cha tit sa mra muga der Nashornvogel ist auf den Baum geflogen. Sa la goa hl ra, i ru oamig mera machracha ich habe sie jetzt gesehen, sie höhlen einen Stein zu einer Steinkeule aus. Sa choa sa chao ama mugl Ist genug Holz dagewesen;' Ka mit sa clioari'l Wohin ist er gegangen?
4. Bezeichnet ein Adverb schon an und für sich die Vergangenheit, so steht das Verb stets im Präsens, z. B. mani u tes na gestern haben wir gekämpft. Mur koasir ti tmatna nama hin, i choasir a get sa gelemta früher arbeitete man nicht mit Messern, weil