⸗ E27. u 0/2205 2 — Se N i x hr I in Du —* AN I He Rs 28 * * —— ——— —“ — — RL Digitized by the Internet Archive z in 2019 with funding from | — Getty Research Institute - https://archive.org/details/ritterlichereutt0Ounse n. | — — — nn u mn N a RE te MitterliheRentter | Kunſt / | SR —— — — deidia bann zuborder die Ritterliche / vnd adeliche Vbung der Reutterey / be⸗ vorab in Teutſchland / mit muſterhafftigem Geſchmuck / Ritterſpiel / Mumerey / Klei⸗ dung / vnd allem andern / ſo dero beides in ſchimpff vnd ernſt anhaͤngig / gebrauchen vnd vnderſcheiden möge: Auch wie die Roͤm. Keyſ. Maieſt. Geiſtliche vnd Weltliche Chur / vnd Fuͤrſten Grauen Frey⸗ | herrn / vud die vom Adel in vorhabenden Solenniteren ond gemohnlicher Herrligkeit ſich su Pferd erzeigen pflegen. Dehgleichen ein vberauß nuͤtzlicher vnd eigentlicher Inder richt der Marſtallerey / vnd Roßartzeney: Als nemlich von Art / Natur Eygen⸗ ſchaffte / mancherley jnnerlicher vnnd euſſerlicher Schaͤden / Gebreſten vnnd Kranckheiten der — Pferd: dieſelben fo wol bey ſtarckem Leibe / vnd guter Geſundheit zuerhalten: als auch wann fie verwarlo⸗ ſet / oder ſonſten in abgang gerathen / durch ordenliche Cur vnd Remedia mit ſchneiden / brenuen / etzen / aderlaſſen / beſchlagen / eingieſſen / purgieren / daͤmpffen / ſalben / Rräuter/ vnd Wurtzeln denſelben widerumb auffzuhelffen / vnd zurecht zubringen. Allen Rittermeſſigen vnd Adelichen —— andern / ſo mit Pferden vnd der Reutterey vmbgehen: als Stallmeiſter / Marſtellern / Reiſigen / Huffſchmiden / Roßkaͤm⸗ men / Roßtaͤuſcher n / rtc. zu beſonderm Nutzen vnd Ehren jetzt auffs neuw an tag gebens vnnd mit ſchoͤnen artigen Figuren gezieret: Dergleichen nie im Truck außgangen. Vurch den idlen geſtrengen Henn. V. C. geweſener Keyſerlicher Maleſtat Stallmeiſter. Sampt einem nuͤtzlichen vnd ordenlichen Regiſter. —UV — — — Getruckt zu Franckfurt am Mayn / Anmno Domini 1584 { « * — N ‚ —— J > 5 £ h 4 — * 9 * ’ * { 8 — 3 > - N 3 u \ ’ x ] a t 8 tl i * | N | ‘ | “ un gm, 5 ER 3 . a dap2E ’ . | eu * * 07 J — | | » eh | ihn a L „ N —— * Pi x J— Sa N Niger) 143 By * NDR; SEE rran ih a ra ee EL, rer y it > * > Ba i h ER | 7.0 EN — EHRT ARSTER. NK EUER | =; r HR 48 | ; EYE TRUE ET RE eher Ir wet a A a r Yy 4:3 f 117 } #7 = ee — | Er, Is. vu hinp X — th 5 —J— | . * wer * J 3.30 | er... — *4 Aa ASIHET: ELITE h i ach + J 4 h h % B / D a, u: ” x nut) r : Yir, * u ar? 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AN REN * ) I Ans Le G Y N 9 —— X FJF x: G Ku N ED N (IS: > 9 A Dier/ Ehrnvefter / großguͤnſtiger Juncker / Es N ſchreibet der hochverſtaͤndige Mann Plutarchus im Leben deß Groſſen Alexanders / daß auff eine zeit einer auß Theſ⸗ IS ſalia / Philonicus genannt / dom Maredoniſchen Koͤnige Philippo / jetztgedachtes Alexanders Vattern / ein vberauß genges / guts vnd adelichs Roß (ſo von wegen feines Kopffs Re Geſtalt / Bucephalusgenennet worden) zuverfauffen zu⸗ NE geführet / vnnd daſſelbe faſt in die vier tauſent Kronen theur geachtet hab. | | Fe UA Als nun König Bhilippus daflelbige bereutten laffen woͤllen / habe es ſich fo wild und frech angeſtellet / daß es Feinen fich befteigen lieſſe / noch vmb einiges Menſchen / ſo bey Koͤnig Philippowaren / Stimm ſich kehren wolt / Daher es dann von menniglich vntuͤchtig / vnd einer ſolchen groſſen ſummen Gelts vnwirdig erachtet / alſo daß auch Konig Philippus entruͤſtet vber daſſelbig worden / und als ein vnbendigen Gur⸗ ren hinweg zufuͤhren befohlen. Als aber Alexander von vngefaͤhr auch bey dieſem Handel geweſen / vnd ſolches alles gehoͤret vnnd geſehen / habe er geſagt: Ach welch ein vberauß allg ne 7 | X ieſe dieſe Stallratzen / weil ſie auß Zagheit vnd Vngeſchickligkeit mie demſelben nit vmbzuge⸗ hen wiſſen. nunmwol Koͤnig Philippus anfänglich ſolche reden vor Ohren gehen laſſen / hab er doch als Alexander ſolches offt widerholet vnd ſehr darob ergrimmet / zu jm geſagt: Wiltu die Alten lehren / gleich als wiſſeſtu mehr oder konneſt beſſer mie Pferden vmbgehen als fie? Auff welches Alerander geantwortet: Gewißlich wißt ich beffer mie difem Pferd vmbzu⸗ gehen ats fonft feiner. Wann dir aber mißlingt / ſagt der Vatter / was wiltu zu Straff ver⸗ fallen ſeyn? In warheit antwortet Alexander / ſo wil ich das Pferd / wie es angeſchlagen wor⸗ den/bezahfen. Als nun menniglich deſſen gelachet / vnd der Kauff vmbs Pferd beſchloſſen worden / fey Alexander von ſtund an dem Pferd zugeſprungen / hab daſſelb beim Ziegel erwi ſchet vnd es gegen der Sonnen gewendet. Dann er hatte zuvor achtgenommen vnd gemer⸗ cket / daß das Pferd / wann es ſeinen Schatten geſehen / ſo vnbaͤndig ſich erzeiget. Nachge⸗ hends aber als er es ein wenig begriffen / vnd mit der Hand beſtrichen / vñ darauß vermerckt / daß es hefftig erzuͤrnet / habe er feinen Rock allgemach von jhm ſincken laſſen / ſich auff das Pferd gefchwungen / daſſelbe zimlich getummelt / vnnd den Zaum fein ſittlich an ſich gezo⸗ gen / vnd es alſo ohn einigen Schlag / oder Sporenſtreich bezwungen. Als er aber vermer⸗ cket / daß jhm der Zorn nunmehr vergangen / vnd es luſt trůge zu rennen / hab er jmden Zaum widerumb ſchieſſen laſſen / mit harten Worten zugeredt / vnd jhm die Sporn dapffer geben. Welches dann die Zuſeher erſtlich bekuͤmmert vnd traurig gemachet / Nachgehends aber / als er friſch vnd geſund von dem Pferd widerumb abgeſtiegen / habe jhm jedermann Gluͤck darzu gewuͤndſchet / vnnd man ſchreibet / daß ſeinem Vatter / Koͤnig Philippo vor Freuden die Augen vbergangen / vnd im abſteigen jhme Alexandern das Haupt gekuͤſſet / vnnd jhme geſagt babe: Suche dir | O du aller liebſter Sohn / ein Koͤnigreich das dir gleichen möge, Dann Macedonia wuͤrd dir viel zugeringwerden. Nachgehends aber habe gedacht adelich Pferd dem Alexandro in ſeinen ſchweren Kriegen viel Treuwe vnd Gutthaten erzeiget vnd bewieſen / auch keinen andern als ſeinen Herren Alexandrum ſich beſteigen laſſen woͤllen / dannen hero der Groſſe Alexander deſſen mit ſonderm Fleiß pflegen vnnd warten laſſen. Endlich aber als Alexander mit dem Poro der Indianer Koͤnig zuweit in die Feind geſetzt / derhalben dann mit Pfeilen hart auff jhne getrungen worden / vnnd Bucephalus ſeines Le⸗ bens abgang empfunden / nichts deſto weniger hab er feinen Herren mit groſſer Vngeſtuͤm̃ / vnd Geſchwindigkeit mitten auß den Feinden getragen / vnd beim Leben erhalten / vnnd ſey vor ſeinen Augen mit ſehnlichem Anblick geſtorben. Vber welches Tod dann Alexander ſich ja fo hefftig / als were jhm etwan ein guter Freund geſtorben / bekuͤmmert / Derowegen habe er auch deſſen zum Gedaͤchtnus bey dem Fluß Hydaſpe ein Statt erbauwen / vnd mit feinem Namen Bucephalam nennen laſſen. Mit welcher Hiſtorien dann der hochverſtaͤndige Scribent andeutten vnd vermeldẽ woͤllen / daß zu jederzeit nicht allein vnder geringes Stands / ſonder auch Koͤnigen / Fuͤrſten vnd andern hohen Perſonen ſich etliche befunden / welche zu adelichen vnd dapffern Roſſen beſondere Zuneygung / Luſtvnd Liebe getragen / ſeyn jnen auch dieſelbe viel vnd offtmals zu beſonderm erſprießlichem Nutzen vñ Frommen gediehen vnd gerathen. Daß auch gleicher geſtalt ein Pferd / welches ſonſt guter Art / dermaſſen wild vnd vnbendig / daß es nicht durch beſondere Mittel vnd Vortheil zahm gemacht / zu nutz bracht / vnd wol abgerichtet werden koͤnne. Vnd dieweil in ſolchem allem gantz vnd gar kein zweiffel / ſondern ein jeder / ſo ſeiner Vernunfft nicht gar entſetzet / daſſelbe muß geſtehen vnd bekennen / Derowegen ſind die je⸗ nigen fo eigentliche Art / Weiſe vnd Maß die Roß beides zu Schimpff vnd Ernſt / recht vñ wol abzurichten: Auch wie dieſelbe beim ſtarcken Leib vñ guter Geſundheit erhalten: Oder do fie vielleicht auß Vnfleiß / Vnachtſamkeit / oder natürtichenorfachen in Krauckhett vñ Gebreſten gerathen / dieſelbe durch ordenliche Cur vnd Remedia widerum̃ zu recht vnd nutz bracht vnd geheylet werden moͤgen / obſeruiert gemercket / vnd andern mitgetheilet / mit nich⸗ ten zu ſtraffen noch zuſchelten / ſonder viel mehr als ſolche Leut die ſich vm̃ Befürderung deß gemeinen Nutzes vnd ſonſten menniglich wol verdienet / viel mehr zu ruͤhmen vnd zupreiſen. Denn Vorrede. Denn ob ſchon heut zu tag viel leut ſich befinden / welche ſolchen fleiß / Muͤh vnd Ar⸗ beit als der da vnnoͤtig / vnnd an vnvernuͤnfftige Thier gewendet / ſchlecht / gering / auch wol verachtlich ſchetzen vnnd vrtheilen doͤrffen / hat es doch mit demſelben viel ein andere geſtalt vnd Gelegenheit / als ſolche Naſenweiſe Kluͤgling jhnen hiervon bilden vnd traͤumen laſſen. Denn einmal war vnnd gewiß / daß eines jeden dinges / ſo an jhm ſelbſten nuͤtzlich vnnd gut / Kunſt vñ Wiſſenſchafft mit nichten zuverachten noch zuverwerffen / Sintemal keiner deſ⸗ fen / dardurch dem Menſchen zu gut I etwas nutzbares erhalten! / Imgegentheil aber der Schadedoch alles durch ordentliche und zulaͤſſige Mittel) vermitten oder hinweg genom⸗ men wuͤrdt / ſich zuſchaͤmen / ſondern vielmehr hat zuruͤhmen. Dieweil aber ſchoͤne / geſunde vnd wolabgerichte Roß haben vñ halten fuͤr eine Wolfahrt gerechnet: und entg egen derſel⸗ ben abgang ſchaͤdlich erachtet wuͤrdt / hierymb muß ſchließlichen folgen / daß ſolcher Sache Wiſſenſchafft vnd Erkenntnus zuloben vnd nicht zuverachten. Zugeſchweigen der hohen vnvermeidlichen Notturfft vnd Nutzbarkeiten / ſo von muſterhafftigen vnd wolabgerichten Pferden herruͤhren / Denn fie beides zu Friedes vnd Vufrides zeiten cin ſonderliche Zier on Wolſtand ſind / ja durch welche viel Lobs deß Adels erreichet / auch der Menſch offt / wie o⸗ ben von dem Groſſen Alexandro vermeldet worden / bey Leib vnd Leben wuͤrdt erhalten / Der wegen dann ſie vmb den Menſchen treuwe Wart vnd Pfleg wol verdienen vnd beſchulden. Wie nun die Roß von Gott dem Allmaͤchtigen nechſt dem Menſchen demſelben zu beſonderer Hilff vnd Beyſtand erſchaffen: Alſo iſt auch derſelbigen Wart vnnd Pflege der Artzeney menſchlicher Gebrechen am nechſten verwandt vnd Noth halben zugethan. Weil aber ſolche Kunſt der Vieh und Roßartzeney nicht in ſo hohem Schein vnnd Wirden / mie andere: hiervmb iſt ſie auch deſto minder geybet vnd von den Gelehrten weniger Fleiß vnnd Zierde darauff gewendet worden. Dahero dann dieſelbe vor etlichen Jaren dermaſſen in ab⸗ gang kom̃en vnd gerathen / daß der gemeine Mann faſt nichts anders / als allerhand verbot⸗ gen Mittel / ſo mit zauberiſchen Segen vñ ſchaͤndlichem Mißbrauch Goͤttliches Namens zugangen vnd verrichtet worden / zu jyhren Roſſen vnd Vieh zubrauchen gepfleget / Sinte⸗ mal menniglichen bewußt / daß ſchier in allerley Kranckheiten Cur derſelben ſich befunden / auff den Aberglauben / dardurch der Fuͤrſt diſer Welt kraͤfftig / wo man dieſelbe auff die re⸗ chte vnd ſtandhaffte Prob ſetzet / ſamptlich erſtuͤtzeltvnd erbauwet. Daũ viel vermelden / daß Die Centaurea zu allen Bruchſchnitten / wie tieff vnd gefaͤhrlich ſie auch immer ſeyn moͤ⸗ gen / ohn alles anders zuthun / hilfflich erſcheinet / wo fienur gerings hervmb mit wenig zu⸗ gethanen Bannworten wirdt geſtrichen / vnd was dergleichen Gauckelwerck mehr iſt. Solchem vbel vnnd Vurath nun zuvorkommen / haben ſich nachgehends beſonders fleiſſige Männer und Naturkuͤndiger / erſtlich bey den Griechen / eine gewiſſe vnd vnfehlbar Ordenung / wie man ſich in ſolchem allem zuverhalten / vorzuſchreiben / vnd andern mit zu⸗ theilen / ſich beſonderlich beflieſſen vnd bemuͤhet / denen dann auch von menniglich / als wol verdienten leuten / groſſe Ehr angethan vnd erzeiget worden. Dann wir leſen beim Xeno⸗ phonte / daß vor langen Jaren ein ſehr erfahrner Mann / mit Namen Simon zu Athen nur etliche wenige bewerte Kunſtſtuͤcklin von der Roß Artzeney eroͤffnet vnd gelehret / vund dem⸗ nach dieſelbe erſtlich in Schrifften verfaſſet: Welches die von Athen mit ſolchem hertzlichẽ wolgefallen vnd danckbarem Gemuͤt auff vnd angenommen / daß ſie nicht allein dieſelbige in eine Ertzene Seul mit Griechiſchen Buchſtaben ſtechen oder ſchneidẽ / ſonder auch dem Autori zu Ehren vnd ſeiner ewigen Gedaͤchtnus ein guͤlden Roß darauff ſetzen laſſen. Folgends haben auch die Roͤmer vnd andere Nationen dieſes fleiß nutzbarkeit geſpuͤ⸗ ret vnd im Werck befunden / dannenhero ſie auch auff dergleichen Materien zuſchreibẽ ſich gelegt vnd begeben / durchwelches dann auch / wie die Erfahrung vñ Hiſtorien bezeugen nit wenig Nutzen vnd Frommen geſchaffet worden. Endlich aber iſt ſolcher Brauch obgeda⸗ chte ſachen ſchrifftlich zuverfaſſen auch bey vns Teutſchen in ein gedeylichs auffnemmen gerathen / alſo daß etliche Lateiniſche / Italianiſche vnd andere Tractat gleichmaͤſſiger Ma £erien in die hohe Teutſche Sprach transferirt / Andere aber auß allerhand Autorum (wie die Binlin auß den Blumen das ſuͤſſe Honig) den Kern zuſammen a vnd u ij ich Vorrede. ich ſo zu ſolcher adelichen Vbung Luſt vnnd Liebe treget / zu Nutz vnnd Ehren durch den Truck offentlich an Tag geben haben vnd außgehen laſſen / welcher Buͤcher dann hin vnd wider noch zufinden / vnd nicht mit geringem Nutzen recht vnd wol koͤnnen geleſen vnnd ge⸗ brauchet werden. Vnter andern aber hat auch gegenwertiges Wercks Author / ſo weyland der Roͤm. Keyſ. Maieſtat / Chriſtſeligſter Gedaͤchtnus / Stallmeiſter vnd ein fuͤrnemer vom Adel ge⸗ weſen / auß fleiſſigem vnd embſigen auffmercken vnd taͤglicher Vbung von Roſſen abzuri⸗ chten / deren Art / Eigenſchafft / Artzeney / vnnd anderen wie im Werck nach der lenge zube⸗ finden / einen herrlichen Schatz von lautern bewerten Kunſtſtuͤcken zuſammen verfaſſet. Welches Buch dann mir von fuͤrnemen / vnd dieſer ſachen verſtaͤndigen leuthen geruͤhmet vnnd geprieſen worden / Derwegen ich dann nicht vnderlaſſen / daſſelbe nicht ohne groſſen auffgewendten Koſten / Muͤhevnd Arbeitanmich zulenden. Vnd demnach etliche ſolcher ſachen mehr verſtaͤndigere / daſſelbbey mir erſehen / auch den beſonderen Nutzen / ſo darauß zuerſchoͤpffen / erwogen / haben ſie zu mehrmalen / daſſelbe vermittelſt meines Koſtens durch den Truck offentlich außgehen zu laſſen / vnnd der Poſteritet zu communicieren / bey mir bittlich angehalten / vnd endlich ſoviel erhalten / daß ſie jhrer Bitt / ſo ich fuͤr zimlich eracht / zugewehren jhnen zugeſaget vnnd verſprochen / ſolchem auch mit der That wircklich nach⸗ zuſetzen / neuwe vnnd artige Figuren durchauß I zu mehrer Beluſtigung deß Leſers darein verfertigen / vnd in den Truck kommen laſſen. Demnach aber nun Ehrnveſter Juncber / dergleichen Buͤchern / ſo vonneuwem auß⸗ gehen / Patronos vnnd Schutzherren zuerkieſen vnnd außzuſuchen ein lang wolherbrachtt Gewohnheit / ſo auch biß auff vns transferirt worden ſonderlich aber dieweil in dieſer letz⸗ sen zeit vnnd Grundſuppen der Welt / derjenigen / die wiewol ſie nicht viel koͤnnen tichten / doch jedermans Arbeit richten / vnnd offt ohne grund vnd vrſach taddeln woͤllen / mehr als je haͤuffig ſich befinden I vnnd aber mir / wie auch menniglich in vnſerm geliebten Teutſchen Vatterland / nicht vnbewußt / was hohen Gemuͤts / Verſtandes vnd Weſens E. E. zu dem auch dieſer Materien / von welcher in gegenwertigem Buch tractiere und gehandelt wuͤrd / ſonſten auch aller anderen freyen vnd erbaren Kuͤnſten eine beſondere Zunchgung vnd Wiſ⸗ ſenſchafft trage / dahero dann E. E. vielberuͤhrt Werck von der Taddeler vermeynten Auff lagen leichtlich gnaͤdig ſchuͤtzen vnd handhaben koͤnnen / Hierumb habe ich mir vmb ſoviel mehr E. E. zuehren / Schutz vnd wolgefallen onderthinigdaffelbeheimzufchreibenund sus dediciren mir vrſach genommen. 3 Langet ſolchem allem nach an hochgedacht E. E. mein vndertheniges vnd hochfleiſ⸗ ſiges bitten / die geruͤhrte dieſe Dedication vnd Werck in gnaͤdigen Schutz vnnd Schirm auff vnd anzunemmen / hierauß mein vnderthenig vnndwillfaͤhrig Gemůuͤt / deren Lobpreiß⸗ lichen adelichen Namen zuverweitern in Gnaden vermercken Jauch fuͤrters mein gůnſtiger Juncker ſeyn vnd bleiben. Gott dem Allmaͤchtigen E. E. zu langwiriger Geſundheit / friedfertiger vnd heylſa⸗ mer Regierung / zeitlicher vnd ewiger Wolfahrt / vnd dero mich zn — en genemen Dienften empfehlend / Geben zu Franckfort am Mayn / am Tag Hilarij / im fuͤnffzehen hundert vier vndachtzigſten Jar. E. E. Vnderthaͤniger / dienſtwilliger Sigmund Feyrabend / Burger vnnd Buch⸗ haͤndler zu Franckfort. & „= ER AN ECK 3 82 STIL SS 38 SR — Ss; S > 'G . > ——— — ——— — 5 ER Se —* => —8 ntaten folgenden F rdiſch / mauſig / mutig / Are murriſch / mo Frech / trotzig / zaͤnckiſch / wild vnd wuͤtig / TER, Nu zeiten groffe Pote ale Mummereyen der Tuͤreken. gyEr Zirt gantz praͤchtig / wol geziert / Wionn er ſich wolwil erluſtirn Auff einem ſchoͤnen Hengſt paſſirt. rn ‚ Dderbep Kurgweiltriumphfttt. - f} ©. F ——— 2 * EEE ⏑—— — N — 7 =, ze Mummerey deß Bacchi. Der de Herbſtut ſeinen Gaben Darumb wir billich Ehr thun geben Thut vns das Hertz im Leib erlaben / ¶ Dem treuwen Baccho vnd der Reben: —X * * —— %“ Es J — 9 * — T wo — A HR» NT EN Ü —36 WW; JJ — de H —— NK S ei AI) N — SS RATTE ENT RN Tue —M SI ( 4 F Mummerey der Moren. Wenn mir im tunckel kaͤme vor / Meynt ich der Teuffel auß der Hell Ein ſolcher ſchwartz vnd grauſam Mohr / Wer kommen oder fein Geſell. Mummerey Heß Neptuni. Sihe da mein frommer Herr Neptune / Mit deinen Fiſchen hie zerſtoͤren / Wiltu jetzt vnſer Freud vnd Wunne Die Bratwuͤrſt vnd die Braten wehren. ae Die: Jupiters. Mummerey deß (befennt, egimenti Tugent wo Mit Ehr vnd Hat Jupiter das Der ſiben find an jhrer zahl! Bey den Planeten allzumal / — < = \ ASSES Terz N — 4 * ei a NND 27 a 7 * d ü : e will = Rs r) R. x 4 1 Nat! — F we 2 > CS TEN 9 AU Sr K: ie tr ET PR En x 74 —DB— = WW 7 RN De REN NEN IN POTT Re nn — — = a8 & Die Mummerey deß Sommers. Die ſchoͤn vnd frolich Sommerzeit ¶ Bißweilen nach Gelegenheit Die vns gibt luſt vnd groſſe Freud / Iſt ſie auff ſolche weiß verkleidt. Vz NN, ; fj Y N —* N Ya AN IEUNM —7 —⸗ AG Ry j N) PZN A ij Dallas Mummerey der Palladis. Bien | inet ei Gantz adelich vnd wol geziert / RI DBillich auff einem Roß ſtoltziert. 7 ; et & Be N SIELZ INNEN TR NUN | LIT N } 3 Mummerey der Sonnen. Die helle Sonn mit jhrem Schein / Darumb jhr Zierondfchön Geſtalt / NNeigt ſich vmb Faſtennacht herein / Zugleich erfreuwet jung vnd alt. —E ZZ art, IN — — —2 — — — = wu), ” - 0 DD — Bee Penn — ne Zune — — — —— — Eurora A Pflegt ſie deß morgens auff zuſtahn. Alſo von jhrem alten Mann/ —W —— a Te Sy Zi ES, Ay pP) Mummerey der Eurore. Art / in Goͤttin zart/ in Von edeler vnd guter Eurora iſt e — * ih N 9 L] ale R — * * 9 it & N ’ » IR N) e * — — ——— N J 5 — — ty S 4 — — A, WET } * > G “ W f N \ —X h z : ; N f £ 3 f £ Mummereyen der Tarcar. Ein groſſer / grober / grewlich Tartar Bok Kraͤß / botz Miltz / boß Schrunden fluchen / Sihet gleich als wolt er jetzt bog Marter / Thut auff dem Raub ſein Narung ſuchen. — N + gMummerey der Erden ht. Faſennacht ein ſolche Trac ſie an Wenn ſie iſt bey der Denn hat in Mutter aller ding / s ſey gleich groß oder gering / Die Erde E — rs Mummerey der Moͤrin. Alſo es da gemahlet ſtehet In jhrer Kleidung vnd Geſchmuck / Dagß hie ein weiſſe Morin gehet / Beid vorn vnd hinden auff dem Ruck. N — = ee — Fr, ZERRITES B 3 Dem fr 8 — — — So 25 En — 5 22 ES kr EB un — = oe 55 2 aa 1%) >: CR Mummerey deß Feuwers. | ichelstag/ es kompt vmb S.Miche Be Erich dennnicht gern tragi u Mummerey deß Waffers. aſſer trincken auß einer hoͤltzern Fl | Kein Gelt haben in der Taf *— en % 2 I —— IN ge un EINE = N BeYREN. | — Na en Mummerey der zygeuner. Wie ich hid ſehe / ſe kompt hereiner ¶ Der wuͤrdt vns gute Watheit ſagen / Preise FJetzt zu vns her auchein Zygeuner / Wer viel Gelt hat / der darff keins klagen. — N Ihrer F — NN — — —— (6:3 — Feet — wer = er — Sn —— a Ri ummerey der Derfianer. In Perſia da ſind die Leut / Wem nun daſſelb nicht iſt bekannt) | Mit dieſer Tracht bekleidet heut / Der zieh dahin ins ſelbig Land, W TE SD RD N \ de N 2 — N RUN a N! N mer Peg i mia der geſta ſt. ich / ſon Pflegen zu gehn N) der ie erſoͤnl P icht geſehen es Mummereyen der Gr Die Griechen vnd Macedones Doch hab ichn N! A j Fit x % B N Sn —— N. A 1 IS] — — in SIT Se ET BSR ? —— — N SUFIID ME EN EEE. as —— ——— — FEN NETT TEE DAN.» HT UQν NN Mal vera I — — Die £ufftden Ach SAUER der Lufft A | em vnd Leben Ve elſch ſie keiner Dem Menſchen thut regiern vnd geben / ya: nen eig, A EBEN CC Wenn ! 08, Ba Ob diß demſell en gleichte ſich. ndiatter. J So wolt ich ſehen eigentlich! ſen da) Mummerey der Denn ich bin nicht gewe Wenn einer kaͤm auß India / un VV Mummerey der Feibeigen Knecht. Ein ſchwer Laſt tregt auff ſeim Nacken / Daß ſhm darvon der Ruͤck thut knacken. Ohn allen Stolßigar ſchlecht vnd recht / Ein Troß vnd ein leibeigen Knecht / Hie ij C ———— re —— — TE * = in 7, DIL: U; yo V a AN Ritterliche Kämpfe zu Roß gehalcen werden; Er zuſehen wildiefem Spiel/ in Der thus / dann es ſich machen wil⸗ Vnnd dieſe Reutter außerkorn / Nemmen die Pferd jetzt zwiſchn die Sporn. Ein jeder mit Gewalt her rennt / Keiner ſich vmb ein Haͤrlin wendt. Stoſſen gewaltig auff die Pferd/ Daß ſie ſich bucken zu der Erd. Bald treffen fie zuſammen an / Keiner begeret vmb ein Haar Seim Feind zuweichen gantz vnnd gar. So hefftig ſeind ſie auff ein ander Erbittert / gleich wieofft ein Mann / der Mit ſchmach an Ehrn wuͤrdt angetaſt / Ein ſolchen Einerinfichfafft. Daß erfein Leben wolt vielmehr / Verlieren / denn fein Glimff vnnd Ehr. ‚Sch glaub / daß jirgend dieſen zween / Auch nicht viel anders ſey geſchehen. Wie Ritterliche Kaͤmpff zu Roſſz. MN ſichs gebuͤrt eim Rittersmann / Alſo ſind dieſe auch gethan. Hie wolln ſie miteinander ſtechen / Ein Spehr zwey oder drey zerbrechen. Auch haben fie zwey ſchoͤne Pferd / Ja wie das nur jhr Hertz begert. Diebeftenonder allen gar / Daß ich auch ſelber glaub fuͤrwar / Man weit vnnd breyt kein beſſer findt / Ihr Gang iſt ſo gar ſanfft vnnd glind. NSS N INN TITTEN —— SS UT UNSINN EIS \ FEN)" A WR Nr N — —— — — — - — — ——— — — == * — — I Auch ſind ſie ernſt / nothfeſt vnnd gut / Han gar ein adelichen Mut. In ſumma ſind gar guter Art / In jhrem Bang vnnd auff der Fahrt/ Darumb ſich dieſe beid Stecher/ Drauff verlaſſen deſto frecher. Vnnd ſetzen beid mit Freud hinan/ Auff einer ſchoͤnen breiten Bahn/ Wer nun zuletzt den Sieg behelt / Das wuͤrdt man ſehen wenns gefellt. | ij Zu C Ritterliche Kaͤmpff / Ba hats etwan dieſe Art / Daß keiner ſich zuletzt gern ſpart. Drumb dieſe Hoffleut eilen ſich / Bund bieten jhn geſchwind den Stich. Denn altzeit iſt der erſte Streich / Weit beſſer und hat mehr geleich/ Denn der zuletzt wolt Meiſter ſeyn / Wenn der erſt offt iſt gnommen ein. Wiewol das Gluͤck ſich auch vmbkehrt / Vnund iſt dem letzten offt beſchert. Wie manch Exempelvns das lehrt. Demſelben ſey nun wie jhm ſey / Auff dißmal bleiben wir hiebey / Vnd ſagen von den Reutter frey / Die allhie halten auff der rey. Drumb duͤnckt mich daß ſie vmb ein Beut / Den Streit han angehaben heut. Sonſt wuͤrden es die tewren Heid / Alſo nicht wagen in das Feld. Hie ſo zu Roß gehalten werden, HJe geht es aber anderſt zu, Darumb hab achtung vnd ſchaw zu / Wie einer auff denandernfticht/ Denn diß iſt eben kein Gedicht. Derhalben wies zugangen ſey / Wil ich kuͤrtzlich hie ſchreiben bey. Wie ſie erſt auff den rennplatz kamen / Vnnd ſetzten allebeid zuſamen / Verlieſſen ſich auffihre Dferd/ Meynten ſie wern gar wolbewerht. AN u — E — NO a RZ 6 J nn Ein 3% Der einden anderngab einn Stoß, Der warfo vnbarmhertzig groß / Daß jhm ſein Sper darvon zerſprang / Aber daſſelb weret nicht lang Sein Gaul ward ſchellig in dem Sauß/ Vnd lieff im Sprung zur ſeitten auß/ Daß jhn niemand auffhalten mocht / Darumb ʒufliehen er gedocht / Sein Stecher aber jhn beym Kragen Ereylt vnnd hett jhn ſchier erſchlagen. Ritterliche Kaͤmpff / INS der viel teuwer Held / Derfelb ſoll auch hie ſeyn gemeldt / Bey andern Herrn der Ritterſchafft / Dieweil er auch war ehrenhafft. Wie das beſchreibt Vergilius / Den man fuͤr allen loben muß. — NER / N W6 B—— S DS ERS en Tan —— — = — Iſt er von Troia / durch das Feuwer / Duurch alle Feind fo vngeheuwer / Durchs vngeſtuͤmm vnnd wilde Meer / In Latium geſchiffet ferr/ Daeeer den Helden Turnum fand / F In ſeinem Erb vnnd Vatterland. Alda nach vieln vnnd langen Kriegen / Die zween allein zuſammen ſtigen. Aeneas den Turnum zuhand / In ſolchem kaͤmpffen vberwand. ſo zu Roßz gehalten werden. Sch diefesiveen auff jhren Gaͤuln / | Mitdauſten ſich einander maͤuln. Doch hetten ſie daſſelb zu Fuß / Auch koͤnnen thun mit guter Muß, Allein der Fuͤrwitz ſticht ſie beid / Daßß ſie zu Roß in dieſem Streit Sich ſehen laſſen / vnd alſo Die Pferd auch erluſtieren do. Was nun zuletzt drauß werden wil / Darovon iſt man jetzund noch ſtill. Biß daß man ſicht zu letzt das end / Vnd wo hinauß das Gluͤck ſich wendt. Als denn verſeh ich mich ſo kan Man eigentlich hier reden von. Denn es wer ein leichtfertigkeit / Daß man jetzt von jhn allen beid / Viel ſchwaͤtzen wolt vnd groß Geſchrey / Drauß machen / dann hie dieſe zween / Noch ſelber nicht recht wiſſen koͤnnen / Welcher die Schlacht hie moͤcht gewinnen. Die Ritterliche Kaͤmpff / D Jezween thun auff einander brennen / Vnd woͤllen ſich von Gaͤulen rennen. Der ein rennt in demſelben Strauß / | Daß dem andern der Spießgehetdurchauß/ Viel laͤnger dann ein gantze Spann / Daß er bald ſtuͤrtzt vom Gaul hindan / Vnd alle viere von ſich ſtreckt / Der Spieß jhm noch im Halſe ſteckt / Vnd ſpeit die Seel ins gruͤne Graß / Der Neid hat zugerichtet das. ZIEL DD ⏑⏑— — Perl SS — N Daßeinrden andern möchtdämpffen/ Iſt worden drauß dieß blutig Bad / Vnd offtmals auch viel groſſer Schad. Obs ſchon ſo nicht iſt fuͤrgenommen / Daß ſolt auffdiefen Weg ſeyn kommen. Doch fellt das hingeſchlagen Blat / Daß man den Spott zum Schaden hat. Vnd wuͤrdt am erſten der bezahlt / Welcher dem andern thut Gewalt. in 19 gu Roi schalten werden. EIn neuwer Streit erhebt ſich hi /· Daß keiner ſchier weiß wann oder wie. Dann ſih was wil doch werden drauß / Auß dieſem groſſen harten Strauß. Genug ich nicht kan ſegnen mich / O Wweit darvon iſt gut fuͤrn Stich, Wenns ſo zugeht / ſo wolt ich lieber / Eim wuͤndſchen ſchier das taͤglich Sieber. Dann dieſe zween mit kaltem Eifen/ Einander thun fo heßlich ſchmeiſen / Tv NEN, | N 0% 4 di 2* > N ER it GHINSEN \ } RR \ RSS TIER * * > Ey N 2 NZ Ö — A) 5 = EFFANCT SE GE SZENE, = —— * Zi Ö * DIN En das hoͤrn darvon vergeht. ies hie gemahlt vor augen ſteht / Vnd wer von noͤthen daß man nem / Bald frieden zwiſchen dieſen zween. Denn das iſt warlich nicht geſchertzt / Wenn einer nur wer ſo gehertzt. Der ſich wolt machen nah herbey/ Daß weiter geb kein Meutterey. Doch wuͤrdt dem Scheider gernder Lohn / Drumb ließ ich ſie ſanct Veltin hon. un ij Gantz Ritterliche Kaͤmpff / Gantz adelich und wol geziert / Wie ſich beyn Helden das gebuͤrt / Auch dieſe zween antreffen ſich / Auff dem Turnier gang Ritterlich. Der nunzuletzt den platz behelt / Demſelbigen wuͤrdt zugeſtelt / Mit ſonderer Solennitet / Ein Kleinot / das man etwan hett Nicht geben vmb ein groſſen Schaß/ Auch helt man jhm ein langen Schwatz / 9 9 A N * 8 N N N x J Dv ar — Von ſeinem Ruhm vnd Dapfferfeit/ Sein Adelruͤhmt man her gar weit. Ein herrlich Bancket richt man an / Daſſelb gereicht dem tewren Mann / Alles zu Ehren vnd zu gut / Auch macht es jhm ein friſchen Mut / Hinforder ſich in gleicher maß Zu brauchen / wie dann zimmet das Eim ſolchen edlen tewren Helden/ | Der ſich leßt Rittermaͤſſig ſchelten. Vergilius ſo zu Roß gehalten werden. VeErgilius der groß Peet ° Schreibt von Entello vnd Dareta / Wie ſie im Land Sicilia / | Vmb einen Ochſen firittenda/ Auff einer fchönen grünen Wiefe/ Bey dem Begraͤbnus deß Anchiſe. Dares der jung vnd freche Held/ Schlug weitlich vmb ſich in dem Feld. Vermeynt deß Ochs wer ſchon ſein Solt / Weil keiner an jhn ſetzen wolt. Fe 7 — N 7 Dt: — * N N Su) ‘4 Ba WE P RE AN PORN N B Ver) HIHI BH z N “IR, — HN FEN) VIEH 5 8* — RR N 7 2) N — ak: 8 A j 7 A 8 7 * 6) * — A 8 2 6 — —* Y — * a N A 1 | * W 2 I 2 — 2— S = ® IN % N \ SV. Ser DER IH SEE s R SSR u. s — —— Mr = > N ı N I Ne —— B ve: Q \ 2 — KA N NY S\ ze \)/ FAN —* fen — Ei Sn —— —— —* —— — — — Zuletzt der alte Kämpffer kam / Entellus war deſſelben Nam. Der bracht zween Kolben an die ſtatt / Damit Eryx geſtritten bat, Das Blut das ſah man noch daran / Damit ſprengt er Dareten an. Da ſchlugen ſie beid dapffer zu / Endlich fiel Dares wie ein Kuh / Entellus bracht die Ehr darva Dares mußt Spot zum Schaden han. Ritterliche Kaͤmpff / AVff ſeit daß Feiner getrettenwerd/ / Hie kommen gar zwey ſtoltze Pferd/ Mit toben vnd grewlichem wuͤten / Darfuͤr ſich muß ein jeder huͤten. Gar ſchellig ſind ſie in dem lauffen / Stoſſen vnd ſchlagen alles in hauffen. Darauff zween Ritter vnverzagt / Gar durſtiglich han ſies gewagt / Zuſammen ſchlagen mit dem Schwerd / Biß daß dem ein fiel vnders Pferd/ SS N AR > > as OS a Die Vehrverrengt außfeiner Hand, Welchs jhm dann war feinkleine Schand. Derhalben ſtreicht der ander her / Schlegt auff jhn zu mit ſeiner Wehr. Doch fellt der wehrloß jhm an Knopf; Demnes geſund war ſeinem Kopff / Vnd hohezeit / darumb was nun Ein jeder fandasmagerthun. Wer beſſer kan der brauch fein Kunſt / Fehlts aber jhm ſo iſts vmb ſunſt. iii — Sihe ſo zu Roßgebalten werden. ES Fhediefe ziween hanfich erwegen / ; Einer den andern zuerlegen / Vmb Ehr vnd Preiß vnd Mannlicheit / Hat ſich erhaben dieſer Streit. Vor alten zeiten wie die Helden / Nach groſſem Lob vnd Tugent ſtelten. Haben ſie ſich auff einem Plan / In jhrem Harniſch finden lan. Vnd welcher grieff den andern an / Derfelbigfand bald ſeinen Mann / — — 74 EN ne GB 4: — 9 = — X %M N | | — 1 D an N N RE N, Gy —7 — WEHR, —— A ER — U Geruͤſt im Kuͤriß / Spieß vnd Schwert, Auff einem ſchoͤn behangnen Pferd. Als denn fieng erſtlich ander Yaß/ Auff einem weiten / gruͤnen Platz. In groſſem Grim warn ſie bewegt / Ein jeder ſeinen Spieß einlegt. Vnd faßten die wol zu der Hand / Mit Krafft einr auff den andern randt. Biß jhrer einer niderſtuͤrtzt / Vnd jhm fein Leben ward verkuͤrtzt. er Ritterliche Kaͤmpff / DEr Reuttersmann vnd ſein Geſell / Die rennen beid zuſammen ſchnell. In dem der hinderſt vngefaͤhr / ji Deme erſien greifft ſtracks nach der Wehr / Vnd jhn beym Arm mit Gewalt helt / Die Wehr jbn beid zur Erdenfellt, Derivegen muß er faſſen jhn | Mit bloſſer Hand / vnd in ſeim Sinn / Dunckt jhn er hab ſich leiden wol Vnd Ritterlich gebrauchtdigmake 7 )} D) \ I he N N 20 AI ! 9% Z — ⸗ — 7* —— u“ d 3% KW "x [NS 055% — HB — N > 2, —— — > Vnd wennerfeinnicht hett verſchont / So hett er jihm den Arm verhont / Vnd mitten in dem Gwerb enßzwey Gebrochen / daß ein groß Geſchrey Darauf wer kommen / vnd die Leut Hetten gemeyn / es brennt irn heut / Darumb iſts beſſer daß er ſich Bedenckt / dieweiles jhm doch nicht Geholffen hett / vnd groſſen Danck Damit von ſeim Gſellen erlangt. fo zu Roß gehalten werden. D Ipßiiſt gar cin ongleicher Streit, Denn einer auff eim Pferd hie reitt / Der ander aber jetzund muß / Sich weren (wie ich ſeh) zu fuß / Wiewol ich glaub vnd halt es zwar / Fuͤr eine Warheit gantz vnd gar / Daß er ſey vom Gaulhervnder Gfallen / denn es nem mich wunder/ Daßer ſollt ſelbſt gutwilliglich / Darvon begeben haben ſich / — 1) \ If — 2) AS NUN Ye, en — * ff = 2 s — = EZ = . — I Z ECHEESIEN = — —— — — * —— * +; — wa — — — — —— NS IS Doch wehrt er fich gar Ritterlich / Vnd gibt dem auff dem Gaulein Stich In ſein Viſir / daß jhm darvon / Das hoͤrn vnd ſehen thut vergohn / Vnd bringt alſo den Sieg mit Ehrn Darvon / daß er ſonſt muͤßt entpern / Darumb ſoll keiner ſeinen Feind Verachten / ob er ſchon klein ſcheint / Wer weiß was hinderm Augenſchein Für Kuͤnſt vnd Rengk verborgen ſeyn. — | in Ritterliche Kaͤmpff / EInneuwes Mufter vnd Manier / So man auch braucht auff dem Turnier / (Wie ich auß dieſer Figur ſpuͤr / Sonſt iſt es mir nie kommen fuͤr) Wie dieſe zween zuſammen ſtreben / Sicht man hie zu gegen eben / Mit jhren Pferden vnverzagt / Durchauß han ſie den Kampff gewagt / Der ein hat aber liſtiglich Ein fund erdacht / damit er ſich De ” N\ 8 = BIRTUII IN 8 Rd S N IK Ü 9 FL N Ü hi J —— — N im In — — 2 Zr, HUN 9 —D —28 — N A 3 DENE.) 1 Hl), \ EEG — — * * ao ©} N FEN, — F — — Zu Ehren bring / als wenn er hett Das ſtreitten mit Solennitet Gewunnen / vnd allein den Preiß Darvon gebracht mit ſolcher weiß. Denn er ein Schlincken von eim Strick/ Dem andern ſtracks wuͤrfft in das Knick / Als wolt er jhn erwuͤrgen do/ Oder auffʒiehn ich weiß nicht vo, Drumb hie auch alle Kunſtſtuͤck gelten / Das hab ich alſo muͤſſen meldten. | Wolauff fo zu Roß gehalten werden. MDlauffin Gottes Namen her / Wers wagen darff / demifidie Ehr. Wagen verliert/svagen gewindt / Wer weiß wies kompt /Das Stück iftblind/ Ein Reuttersmann ſoll vnverzagt All ſeine Sachen han gewagt Mit Leib vnd Leben aͤlle zeit Ehr zuerlangen ſeyn bereit. Gleich wie allhier auch dieſe beid Sich Ritterlich in dieſen Streitt ——— An Sa * I ar DA 7 8 —— SM 5 Ga Y — — — = — — ——— ——— ——— — De > — — een — — — — — — — Nꝛit jhren Waffen wolgeruͤſt Begeben / daß es iſt ein luſt Zuſehen vnd zuhören an / Drumb wölln wir ſie zuſammen lan / Darmit ſie nicht lang doͤrffen warten / Ham einer in den andern Scharten / Daß man Faͤuſt darein legen thu / Viel lieber wil ich ſehen zu / Denn ſelbſt mit ſein in dieſem Spiel/ Eim andern ichs gern goͤnnen wil. — Vom Ritterliche Kaͤmpff / VOm Edlen Teuwerdanck ließ ich Alſo geſchrieben / vnd reimpt ſich Darzu gar eben dieß Figur Als wenn ſie wer mit fleiß jetzt nur Darzu gemacht / oder ſolt doch Einander mal mit ſeyn im Gloch. Alſo ließ ich zur ſelben zeit Ein Ritter kam gar ferr vnd weit / Derſelbig thet vmb Leib vnd Leben Nit Teuwerdanck in Kampff ſich geben. Die Spieß ſie kruͤmbten wie die Bogen / Die Trummer in die Lufft hin flogen / Der Teuwerdanck mit ſeinem Schwert Sobald deß Ritters drauffbegert. Da ſah man manchen Stich und Streich / Einer dem andern gar nichts weich/ Dem Teuwerdanck gerit ein Stich Durchs Ritters Viſir vberſich. Drumb mußt er ſein gefangen ſeyn / Das Leben ſchenckt er jhm allein. Mich ELDER EN DEV UNE ſo zu Roß gehalten werden. NMych duͤnckt in allen meinen Sim | Daß ich hiervon hab fein Gewinn / Dieweil ich dieſe Reutter muß Hie loben / vnd ſelbſt gehn zu Fuß / Vnd kenn darzu ihr keinen nicht / Doch wie ich jetzund bin bericht / Von einem Landsknecht / welcher iſt / Weit kommen her zu dieſer friſt / Der ſagt wie daß er eigentlich Die zween da hab geſehen ſiih O 7 1 NEED = Nu SIV/ Sy, AR I: IIIESSEN * II AO N ST 5 R 3 Hart vor der Statt auff einen Platz Begeben in denſelben Hatz / Vnd ſagt darzu noch gar viel mehr / Aber mich dunckt er log auch fehr/ Drumb hab ichs nur von hoͤren fagen/ Wers glauben wil / der mag es wagen / Oder ſelbſt dieſer Landsknecht einen Fragen / ſo darff ich keine Reimen / Auff dißmal hier von ſchreiben mehr / Denn fiefommennochtäglich her. Ricterliche Kaͤmpff / Was wuͤrdt nunjetzt hie werden auf, Denn da macht ſich ein neuwer Strauß⸗ Vnd wuͤrds doch Feiner ſchier gewar / Allein wer vngefaͤhr kompt dar / Vnnd wermichfelbftnicht alſo ſpat / Die Rheimen maͤcht auff dieſes Plat / Sower ichs nimmer jnnen worden / | i Sie hettenfich wol folln ermorden / Daß feiner wüßtin feinem Sinm/ Woſtumpff vnd ſtilwer kommen bin, * 8 ——6 indes FW) E BassTe. —3* EN EN HH] AT EN N SS NZ } ZA Ak > — S N x : RT G, SQ m) N 2 j my 5 — SI ⸗ SI) ut As: h Un: ing a FT >) VA —M = —B — sy Pe » NN Nr — N > ON —6 — — — —— BT ER ET NEAR R S —— —— = UI hy — w —— 6} > 27, — — IN 2 e 9 SS —; 1 > —— a >= Se Nero RL ER N N II 8 N > =; 37 DE Hr, SI 9 - NN ’ NT) N Ak * — > Yu [\\ : \ \ ON N Yu u 8 EEE Darumb fo komm ich vngefehr / Zu dieſem Laͤrmen auch hieber. Vnd wer mein Meynung daß man ſie Bald mit einander ſtillet hie. Vnd der dem andern hett das ſein Beſchaͤdigt / geb ein halb Ohm Wein Zum beſten / vnd bleib denn dißmol Alſo darbey / vnd der nicht wolt Hierein verwillgen / der wer werdt / Daß man jhm dann ſtracks nem ſein Pferd. Wenn ſo zu Roß gehalten werden. WEmeiner kan ſchleiffen vnd wenden Zu gleich / der iſt an allen enden Ein Schalck / oder welcher kan tragen Auff beiden Achſeln / vnd kan zwagen Eim jeden recht nach feiner Weiß /⸗ Der iſt ein Bub mit gantzen fleiß / Derhalben weil die Reutter nun / Zumend jetzt vnderkommen thun / So muß ich auch die Reimen gleich Beſchlieſſen / vnd bit Arm vnnd Reich / —X — 1 — — 7, M Zoe SUN = —— IR IN | al) = DI * Man woͤll ſie alſo hie verſtehn / Hleich wie es alles iſt geſchehn. Denn alles was ich Haberschlt/ Daran iſt nicht ein Wort gefehlt / Iſt alles war vnd anders nicht / Auch von keim anders nie erdicht / Hab keinem nichts zu lieb geredt / Sondern wie es geſchehenthet / Alſo muß man es auch beſchreiben / Vnd ſoll hinforder darbey bleiben. Folget Wolget wie Heyſerliche Maie⸗ ſtat in Solenniteten pfleget zureutten. Ein Saͤchſiſcher Hofffuncker. DEm Churfuͤrſten zu Sachſen werd / Dien ich mit dieſem meinem Pferd / Mit jhm ichauffdie Jaget reit / Von hinnen auff die Locher Heid / z Da fahen wir imgrünen Klee Dielfchneller Hirſch vnd manches Rhe / Welcher etlich gſchoſſen werden / Daß ſie gleich fallen zur Erden. — Tr — ee — G — — — Zu Hauß anſeiner Gnaden Hoff, Darauffichtrag Wildpret vnd Fiſch / Auff Reichstaͤgen vnd anderswo Ihm ich zu Ehren reitt alfo/ Bey jhm in aller Noth vnd Fahr Setz ich auff taͤglich Haut vnd Haar. Mein Feldtrummeter. Ein Trummet hoch erſchallen thut / * * Macht Knecht vnd Reuttern guten Mut / Die Luft vnd Mut zufechten han / RR Vnd jetzt den Feind wölln greiffen an / Daß ſie mit jhm aufffreyem Platz/ Halten ein ſchnellen Tantz vnd Haß. Mit ſcharpffen Spieß vnd Hellebarten / 7 Schmeiſſen ſie manchen durch die Schwarten / Sind auch mit Schuͤſſen gar nicht faul / Drob wuͤrd erleuchtet mancher Gaul. Viel Athems ich thu blaſen weg/ Den ich doch wider bald erweck / Mit einem Trunck / der mir im Kragn / Wolſchmeckt vnd ſtaͤrcket mir den Magn. Welchs manchem zarten Jungfraͤwlein / Jernacher bringt groß Klag vnd Pein. H 3 gl Ein Hoͤffiſcher Trummeter. 5 Ftonfer Zürftirgent hin reutten / Dahin ſein Diener jhn geleiten / Mit vielen Pferden ſtarck vnd gut / Wie offt die Noth erfordern thut / Denn gmeiniglich die groſſe Heren / Han viel Geſchaͤfft beid nah vnnd ferrn. Drumb ſie auch Diener muͤſſen habn / Die wol geruͤſt bey jhn hertraben. Denn niemand ſchier zu dieſer friſt Auff dieſer Welt zutrauwen iſt) Es ſey auff Reichs oder Landtagen / Wie ſich dieſelben offt zutragen / So ſtoß ich die Trommeten an / Da kompte ein jeder auff den Plan/ Vnd warten da zu beider ſeit / Biß daß der Fuͤrſt zum Thor außreutt. Ich Ein Haflıfeder Edelmann. IE binein Haͤſſiſch Edelmann Nach Landes brauch gezogen an / Biß weiln dien ich meim eigen Herrn/ Vnd helff die Feind vertreiben ferrn / Bißweiln mich auß dem Land begeb / Vnd anderswo nach Ehren fireb/ Bey frembdn Koͤng vnd Potentaten \ Welchs mir doch jetzt nicht iſt gerathen. Denn man mich nicht beʒahlet hat / Darvber ich bin worden mat / Man weiſt mich hin /man weiſt mich her / Vmd bleibt mir doch der Saͤckel ler. Ich hofft mit groſſer Herrligkeit / Darvon zubringen gute Beut / So iſt der Solff mir abgeſchoſſen / Welchs wich deß Handels en Ein Pomerifcher Edelmann. 3Vm Kriege hab ich groſſe Luſt / Reutt doch gar manchen weg vmb ſuſt / Zieh ich gleich zu eim Bauren ein / So wil er doch bezahlet ſeyn. Gibt mir darzu viel boͤſe Wort / Dergleich ich vor nie hab gehort. Mußofft durch manchen ſcharpffen Hatz / Eh ich komb auff den Nuſterplatz. \ INN BIN WINE" > ge RS (TANZE SS elliiigg,, al E HH a {7 — GG ie f Dann fuͤhrt man vns dem Feind ing Land / Da han wir groſſen Widerſtand. Fuͤrn Staͤtten man vns thut entpfangen / Mit Scherfetein / Carthaun vnd Schlangen. Auch fellt der Feind offt zu vns rauß / Da gibt esdanneinbarten Strauß / Vnd bleiben viel tod auff dem Plan / Die ſich deß nicht verſehen han. | Auff Ein Braunſchweigiſcher Edelmann. AVffeinem ſchoͤnen Pferd ich reit/ Ein Schwert fübrich auffmeiner ſeit / Damitich mich auffe beft bewar ⸗ | Daß mir kein Schadnicht widerfahr/ Darzu Kuͤnſtlicher Buͤchſen zwu/ Die mir vor manchem ſchaffen Rhu. Trutz der mir krimmen darff ein Haar / Ich woͤlt jhn finden glaub fuͤrwar / Daßer deſſelben nicht ſolt lachen / Die Sach wuͤſt ich jhm wol zumachen / Er ſolt befinden mit ſeim Schaden/ Wener hett auff ſein Halß geladen / Dennich dermaſſen jhm wolt zwagen / Als ob er Wildprett hett getragen. Wenner das Leben braͤcht darvon / Somoͤcht ers Gott zu dancken han. Eines Fuͤrſten Spießjungen. ICchwart der Roß vnd dien zu Tiſch / Zu aller Schalckheit bin ich riſch / Offtich meim Junckern muß auffblaſn / Daß mir blut beide Raul vnd Naſn. Schad mir doch nicht / ich pfeiff jhm dran / Gut Koſt vnd Kleid hab ich darvan. Zum Spiel trag ich mit ſchnellem Lauff Allzeit fein neuwe Karten auff. — — = — — —— Vud mach ein Karten Haͤuſelein / Das ſpickt mir wolmein Saͤckelein. Zu weil wuͤrdt mir das reutten ſaur / Doch hab ichs beſſer dann ein Baur / Der ſtaͤts mit ſeinem Haußgeſind Zu Feld muß ſeinin Regn vnd Wind / Vnd hat zu eſſen nichts darbey / Denn Molcken/Ruͤben / Kraut vnd Brei, Ein Hoffmann in ſeiner Rüftung. Se reutt daher gang wol geruͤſt / Mein Freude nur zu ſtreitten iſt / Dem Feind ich vnter augen zieh/ Fuͤr ihm ich nicht ein meiten flieh. Ich reutt zu jhm gantz dapffer nan / Daß ich ſein nicht woifehlen fany Halt jhm den Faͤuſtling in die ſeit / Das iſt der grieff / ſo bald er leit. Vnd iſt drob ein geſchlagen Mann / Greiff flux nach jhm den nechſten an / Dann truckt der Hauff hernach mit Macht / Alſo gewinnen wir die Schlacht. Vnd muß der Feind die Fluchte gebn / Woͤlln ſie behalten Leib vnd Lebn. Dann Kriegen wir viel Roß vnd Wehr/ Das groß Geſchuͤtz vnd anders mehr. Ein Scaltanifcher Kriegs&delmann. STEH reutt daher vom Bapſt geſand / 7 Zu vberzihn das Teutſche Land / Die Lutheriſchen Ketzer all / Muͤſſen außhalten vns einmal / Daß ſie Baͤpſtlicher Heiligkeit Thun groß verdrieß auß Haß vnd Neid. Vnd mahln ſie ab nach ihrem Willn / Gott wuͤrdt ein maljhr Boßheit ſtilln. Vnd taddeln vnſer Lehr vnd Lebn. Ich Ein Heerbauckler. Geich wieder Fußknecht e hellen hauff / Der Trummenſchlaͤger muntert auff / Alſo mein Heertrummen macht mut / Im Feldzug manchem Reutters Blut: Vnd wie die Trumm im Frieden kan / Viel Freud vnd Kurtzweil richten an / Alſo mit groſſer Herren Glimpff / Hilff ich zu Ritterfpielond Schimpff/ Fuͤrſtliche Hochzeiten ich ſehr / Wie auch Wahlvnd Neichstägbeger: Den Hoffleuten bin ich bereit / Zuverkuͤnden die eſſens zeit. Bngeriſche Herrn. ICh reit daher mit Traurigkeit / Demn ich hab weder Nutnoch Freud / Den duͤrcken han wir auff dem Half’ Der vns zuſetzt gewaltig als / Er fellt vns taͤglich in das Land / Verderbt daſſelb mit Raub vnd Brand / Vnd treibt viel Chriſten wie die Schwein / In die Tuͤrckey mit ſich hinein. 7 © AN — * 2 * KR En bi IN: N N NN 9 Wir koͤnn vns ſein erwehren nicht / Ob vns gleich etwann Hilff beſchicht / So hat es doch gar fein Deftand/ | Sobalddas Reich kompt auß dem Land/ So find wir ja ſo obeldran/ Wie auch vor diefer zeit / wolan / Wir muͤſſen es befehlen Gott / Niemand erkennet vnſer Noth. Ich u De ee 2. em * Ein Polackiſcher Herz. SIEH binein Polackiſcher Herr, Wohnindeß Tuͤrcken Grentzen ferr / Dem vnſer Vatterland iſt vnderthan / Drumb wir jhm fuͤr vnd fuͤr beyſtahn / Wider die Chriſtenheit zukriegen / Der wir gemeinglich obligen. Dennonferm Türckfchen Keyſer werd / Niemand gleich iſt auff dieſer Erd / ER —— — — Daſſelb jhm leichtlich keiner nimpt. Wieſolchs daher in vielen Jarn Mit groſſer Klage hat erfahrn / Das Keyſerthumb in Drient/ Welchs er faſt gar an ſich gelendt. ij. 22 Ein Pfaͤltziſcher Edelmann. REH bin vom Adelanßerforn/ | Im Land der Ober Pfaltz geborn / Da ich mein Hauß vnd Guͤter hab / Bin im Land zogen auff vnd ab / Daß ich erlangt Gut Ehr vnd Preiß/ Hilfft mich Doch weder Muͤh / noch Fleiß / Hab etlich ZUüg in Krieg gethan / Die Ruͤſtung mich viel thet geſtahn. | Weils aber an der Zahlungfelt / Hat mir der Krieg auch wolgeſtrelt / Darnach ich mich gehn Hoff hab than / Da auch bekommenſchlechten lohn. Weil da ſchier nichts dann Vntrew gilt / Darumb ich gänklich bin gewilt / Ich woͤll von meinen Zinſen Leben/ So darff ich niemand Rechnung geben. | em Ein Graff. EIns edlen Grauen Standichführ/ Mein Bnderthan ich ſo regier / Daß es memand beſchwerlich ſey Den Haͤndlen wohn ich felber bey Laß nicht alls an Diener vnd Rath / Damanvor mir zuſchaffen hat / Gib ich gut audientz allzeit / Vnd nach der Sachen Glegenheit / TE N ZEN N | — —7 Zeig ein vntadlich Vrtheilan / Ohn alls anſehen der Perſon / Straff das vbel / belohn Tugent / — Schamw daß die herwachſend Jugent / Zu Gottes Forcht erzogen werd/ Laß mein arme leut vnbeſchwert / Hab deß ein gut Gwiſſen darvo/ Vnd Gunſt vnd Lobbein Vnderthaann | G 1 Keyſer Der Roͤmiſche Keyſer. KeEyſer im Reich bin ich genandt/ Vnd fuͤhr das Scepter in der Yand/ Wo jrgt ein Fuͤrſt auß Vbermut / Den andern vberziehen thut / Darauß denn werden moͤcht ein Fewr / Im Vatterland gantz vngehewr / Da laß ich ſehen mein Gewalt / Damit ich Fried im Reich erhalt / Wo ſich der Tuͤrck auch regt im Land / Thu ich jhm kraͤfftig widerſtand / Vnd ob er gleich hat etwan Sieg/ Ich jhn doch wider treib zu ruͤck / Darinn die Teutſchen Fuͤrſten all Mir Beyſtand thun in dieſem fall / Die gar auß vnerſchrockem Mut / Setzen daran Leib / Haab / vnd Gut. Der Der Roͤmiſche König. HE Roͤmiſch König ich bin gnannt / Fuͤhr auchein Scepterinder Hand / Gleichſam als ob ich Keyſer wer/ Wo kompt aber daſſelbig ber? Wann Keyſerliche Maieſtet Tods halb in dieſer Welt abgeht / Soerbt in der Succeſſion Auff mich die Keyſerliche Kron / — ER u — = 4 ur — zZ N I — —— —— Hi Te * —Dꝛ In \ f nl) | WI — 2 N — 8 —E MN SAN —— = IN — — —— WEI — NN ——— — BR N — = — eng —— — GN EI —r — 7 — — en = 7 HBRB=E Eh ec —— —— — — —— — — SGG — — — ee —— => * — — Vnd werd ohn alle Wahl vnd Rhat / Vom Reich geſetzt an ſeine Stat / Dem Keyſer ich mit hoͤchſtem fleiß Zu Tiſch aufftrage ſeine Speiß / Vmd bin bey ſeiner Maieſtet / Der nechſte allezeit im Bret / Ohn mich vnd ſonder meinen Rath Er nie was fuͤrgenommen bat, Ein Chhurfuͤrſt zu Sachſen. EIn Churfuͤrſt ich zu Sachſen bin / Trag ein vnwandelbaren Sinn u Gottes Wort / dabey ich bleib / Wag druͤber Haab / Gut / Ehr vnd Leid, Wer bleibt einfeltig bey der Schrifft/ Der wuͤrdt von Ketzern nicht vergifft / Darzu die Rauten iſt gewachſen / Im Garten meines Hauß zu Sachſen. Das Schwerd trag ich dem Keyfer für/ Damit ʒuſtraffen nach gebür/ Die zu Krieg / Meuttererey vnd ſuſt / Zu allem boͤſen haben luſt / Wenn Keyſerliche Maieſtet Solchs alls mit ernſt nicht ſtraffen thet / Kein Nachbar koͤnnt vorm andern bleiben / Jeder den andern woͤlt vertreiben. Zu Der Shurfürft zu Mentz. SE gröffer ift die Herrligkeit/ Je mehr ſich zimbt Demuͤtigkeit / Daß man erkenn wie vnſer Leben Gleich einem Rad vmbher thu ſchweben. Der edle Biſchoff Wiligis Ein Rad dem Hochmut zuverdrieß Mit andacht fuͤhret in ſemm Schild / Dem Lhurfuͤrſten auch gfellt ſolch Bild / EIER In 1 7 > S N H ? L - — In ff l N) 74 —— — * — was ZN; % = * az R I ac B I = N 2 > U VRG% D SINE —— — EEE RT > EIERN > en > BUS — — >> hin N Ä EAN —— — — Zur — 8 —* = II NS > vr N ) /} >, — — > —* —— An ——— — == x Fr: Y GR — > Mr & « e er: > nn > 7 un 2 — — — BE x lid = — Ba IE GER ZE bank A IE EEE —— ——— N —5 — « ä — UK — * 98 ne RAN BEN ne) AN /BZ HIN (BA RT Welcher’ wie jhr ohn zweifel wiſt / Kantzler im Teutſchen Lande iſt / Helt aber ſeinen Hoff zu Nentz Da Mayn vnd Rhem han Confluentz. Ein Bruͤck daſelbſt gantz breit vnd veſt Iſt weyland vbern Rhein geweſt / Die iſt gar biß auffs Waſſer nab Fuͤr langen Jarn gebrennet ab, H Under Churfuͤrſt zu Coͤl vnd Trier, VMNder dem Kreutz ſey wolgemut / Hab Gottes Ehr in guter Hut / Fürs Vatterland ſtreit wie ein Held/ Den Feind ſolche dein Tugent feld/ Gleich ein adler dich wuͤrſt auffſchwingen / Vnd wird dir all dein thun gelingen / Solchs dir anzeigen thut das Bild / So du hie ſihſt im edlen Schild / Das Wort Gotts du auch lieben ſolt Vber all Schaͤtz / Silber vnd Golt / Darbey dein Gut vnd Leben laſſen / Vnd mit Gedult dein Seele faſſen / Haſtu die Gab nicht keuſch zuleben / Magſtu in Ehſtand dich begeben⸗ Der liebe Gott beſcher dir Glück Behuͤt dich fuͤr der Feinde tuͤck. Der Der Pfalsgraff. Der Pfalßgrauebinich genannt/ An gangen Rheinſtram wol bekannt / Der ich mit groſſem Lob vnd Zier Def Reichs Apffelim Wappenfuͤhr / Vnd auff dem Helm ein Loͤuwen ſchon / Geziert mit einer guͤlden Kron/ Welcher mein groß Manhafftigkeit Wider die Feind im Krieg bedeut. 2 — — Den ich / als ein gehertzter Mann / Greiffe mit groſſer Kuͤnheit an / Dem Keyſer ich nach der gebuͤr Trag allezeit das Trineken fuͤr / In lauterm guͤldenen Geſchirr Mit groſſer Reuerentz vnd Zier/ As Maluaſier / vnd gutem Wein / Welſch / Vngriſch / Spaniſch vnd am oe Ein Churfuͤrſt zu Brandenburg. VBrandenburg ein Churfuͤrſt gut J Bin ich / vnd hab eins Löuwens Mut / Dem wenn man mich bringt zu den Streichen / Steh ich gantz feſt / vnd thu nicht weichen / Wer meine Adler / Greiffen Loͤuwen Erzoͤrnt / der wuͤrdt ſichs wenig freuwen / Meins Schildes liecht / das göttlich Wort / Fuͤhret mich zu deß Himmels Pfort / ANNETTE I —— 9. N Hold — 9 N > EEE Sn —— — — —— — — — — — 7 — — — a E N 9 Hl Ü N F Die durch den HERREN Jefum CKhriſt Eim jeden auffgeſchloſſen iſt / Welcher anjhn von Hertzen gleubt / Vnd biß ans end beſtaͤndig bleibt / Mein Ampt fuͤhr ich gang vnverholen / Deß Reichs Schluͤſſel iſt mir befohlen / Deſſelben Schaͤtze / Haab vnd Gut Halt ich trewlich in Schutzvnd Hut. & n Ein Teutſcher Ritemeiſter. EIn Teutſcher Rittmeiſter binich/ Hab mich gebrauchet tugentlich / In manchem Zug in ferrne Land / Dardurch ich worden bin bekannt Bey der Ritterſchafft weit vnd breit / Wann ich bekam Gelt vnd Beſcheid / Vom Kriegsherren Volck zubeſtellen / Erfrewt ich manch guten Geſellen / Wanmm ich den Muſterplatz benennt / Daß er bald kaͤm dahin gerennt / Vnd wolt vnter meim Fanen ſeyn / Da ſatzten wirs offt dapffer nein / Daß manch boͤß Kind in ſolchem Strauß Den weg vergaß wider gehn Hauß / Vnd beth ihm auff das gruͤne Graß / Blieb er daheim es gſcheh ihm baß. | in Ich Ein Teutſcher Kuͤriſſer. Ich bin ein Teutſcher Reuttersman Der ſich zum Krieg hat brauchen lan / In viel Zügenin manchem Land / Dach mich dann nach meinem Stand So ghalten hab / daß ich darvan Ein gut Lob hab bey jederman / In eim gantzen Kuͤres ich reitt / Ein Rennfpießführ ich in den Streitt. Greiff meinen Feind dermaſſen an / Daß zu hauff gehn offt Koß vnd Mann / Wo ich in einen Hauffen renn / A Ordnung ich zerreiß vnd drenn / Stoß alles vmb was ſich mit Macht Vns widerſetzet in der Schlacht / Biß wir den Sieg bringen darvon / Wer ligt / der muß den Schaden han. in Fin Teutſcher Kuͤriſſer. EJIn Teutſcher Spieſſer binich auch / Reutt geruͤſtet nach altem Brauch / Fuͤhr meinen Kuͤris ſampt eim Spiß / Ein Reutrock vber dem Harniß / Hab mein Schwerd vnd ein Dolch dabey / Wags gegen dem Feind friſch vnd frey. R Wie es derſelb an mich begert/ TER Wuͤrdt er nach meim vermoͤgen gwert / Mit kaͤmpffen / rennen / vnd mit ſtreitten Zu Frieds / vnd auch zu Kriegs zeiten. Wo ich kan vnd es fuͤgt das Gluͤck / Beweiß ich jm ein Reuttersſtuͤck Vnd mach jhm feinen Sattellev/ Iſt jhm dann der Kopffnicht zuſchwer / Moag er an mir verſuchen auch / Wie weich mir gwachſen ſey der Bauch. Ein Ein Pomeriſcher Edelmann. EIn Teutſcher Edelmann bin ich⸗ In meinem thun auffrecht vnd redlich / Pomern iſt mein Vatterland/ Da ich als adelgnoß mein Stand Nach hergebrachten Ehren führ/ Erzeig jederman ſein gebür/ | Deß man mir Rhum ond Dreißverfpricht/ Mein arme leut beſchwer ich nicht / n 2 — — — EI Da ich mir ein muß froͤnen lan / Schaw ich daß ers genieſſen fan Bey mir in ander weg allzeit. Wann ich ins Fuͤrſten Hoffereitt/ Verricht ich die Sach aller Art Wie ſie von jhm befohlen ward Behalt alſo ſein Gunſt vnd Gnad / Auch ander leut nicht auff mich lad. Zu Hoff Ein Braunſchweigiſcher Reutter. ZVBoHoff ſteht mir mein Sinn vnd Mut / Vnd hab allzeit in guter Hut Meins Herrnbefehl / vnd geb wol acht Wemich vertraw /auch wolbetracht Wie ich behalt meins Herren Gunſt / Mit glimpff vnd ſchimpff / das iſt mein Kunſt / Dardurch ich mit Beſcheidenheit Stets vberwindeallen Neid / Vnd alle falſche Hinderliſt / Diejetzt ʒu Hoff gebraͤchlich iſt / Dardurch manch ehrlich redlich Mann In Vngnad kompt vnd muß darvon / Den Ohrnblaͤſer vnd Schmeicheler Glaubt man allzeit zu Hoffe mehr Denn eim redlichen erbarn Mañ / Webeich ſolchs offt erfahren h an. Gin Spannifder Herr. IbChhin ein edler Spanſcher Herr / Vnd ſteh bey der Catolſchen Lehr / Bey der alt Catolſchen Kirchen gut / Setz drůber zu beid Haab vnd Blut / Die rebelliſchen zubekriegen / Den wir ohn zweifel woͤllen obligen / Denn vnſer Macht zu dieſer friſt 2 Gar nicht zuwiderſtehen iſt / So iſt auch vnſerm Koͤnig reich / Niemand auff dieſer Welte gleich / Denn er mit ſeinem groſſen Gelt / Zuwegen bringt was jhm gefellt / Wenn er nur wil Teutſch Kriegsvolck haben / So kommen ſie daher getraben / Denn ihn die groß Beſoldung liebt/ Die er beid Knecht vnd Reuttern gibt⸗ Ein Thuͤringer. SCH bin ein Thuͤrings Reuttersmann / Schlecht vnd einfaͤltig angethan / Wie denn mein Vorfahrn allezeit Begnuͤgt geweſt mit ſchlechtem Kleid / Biß auff die jetzig zeit der Welt / Dajedemfonder weiß gefellt / Auß Gotland vnſer ankunfft iſt / Wie man ſolchs in der Chronick liſſt / Wenn ſich zutregt ein Kriegsgeſchrey / So bin ich gerne auch dabey / Vnd ſtrecke meine Haut daran / Wie ſichs gebuͤrt eim Reuttersman / Der Lob vnd Ehr darvon wil bringen / Darnach ich Ritterlich thu ringen / Bleib ich gleich druͤber auff dem Plan / So hab ich doch das mein gethan. Ein alter Teutſcher Reutter. IN folcher ſorm / weiß vnd geſtalt / Wie dieſer Reutter iſt gemalt / Ein Teutſcher Hoffmann etwan reitt / Mit gantzem Kuͤris angeleit / Der Sattel ibm ſein Leib beſchuͤtzt / Darauff er ſich verließ vnd trutzt / Groß Krieg ſie mit den Roͤmern fuͤhrten / Vnd ſchlugen ſie an manchen orten / — — 27 — — — — — —— — F 7 — — DER * — 7 — — — CH = 73' Wie ſolchs Vlrich von Hutten zeugt / Arminius dir gar nicht leugt / Den Winter lagens vnterm Zelt / Dran hindert ſie kein Schne noch Kält/ Den Sommer ſie wider außzogen Mit Spieſſen vnd mit Hoͤrnern Bogen / Sampt guten Fauſtkolben darneben / Die pflegen gute Puͤff zugeben. Ein Spanier wie erden Stier jagt, SIEH bin einfreyer Spanier/ Reutt ſo / wie du hie ſihſt / daher / Wannich wie bey vns iſt braͤuchlich Die Stier zuhetzen ruͤſte mich. Ein thaͤtiges Roͤßlein ich baby Welchs alſo iſt gerichtet ab / Daß ich es geſchwind lencken kan Auff welche ſeitten ichs wil han. * NA EHE LEEN, BG Ni 2 RE A 23 — N S N‘ ) Ne; FEIND St Ein leichtes Spießlein ich mitführ Wannich dann hetzen wil den Stier/ Ich jhn damit in dSeitten ſtopff⸗ Daß er brumt vnd ſchuͤttelt den Kopff. Laufft auff mich zu / daß er mich ſtoß / Daweich ich jhm bald mit dem Roß / Vnd ſtopff jhn mit dem Spießlein wider Jag jhn ſo mit luſt auff vnd nider. Ein Teutſcher Reutter in feiner Ruͤſtung. Jedu hie ſihſt / ſo ich mich butz / DE oem mind Vnd wann mir mein Landfuͤrſt gebeut / Michruͤſt zureutten in ein Streitt / Daß wir den Feinden widerſtahn / Vnd gſchuͤtzt werde der gmeine Mann / Der darumb gibt ſein Zzinß vnd Rent / Daß vnter vnſerm Regiment / Er ſein Gewerb vnd Handel treib Mit Fried vnd Ehrn nehr Kind vnd Weib, Solchs weil es recht iſt und Goͤttlich / Auch Adels Stand ſolchs bringt mit ſich / Wagen wir kuͤnlich Leib vnd Leben/ Wer druͤber thut ſein Geiſt auffgeben / Der ſtirbt in einem ſeligen Stand Mit Ehren fuͤr ſein Vatterland. eat TEE —— Ein Landgraͤuiſcher Reutter. STEH binein Landgraͤuiſch Hoffman / Zum Krieg geruͤſt vnd angethan / Dem Feinde thu ich widerſtand / Zuſchuͤtzen vnſer Vatterland / Als vnſer Fuͤrſt mit groſſer Staͤrck Den Hertzogen von Wirtenberg / Setzt wider ein / war ich auch mit / Vnd brauchte mich nach Krieges Sitt / F 9 3 * bo PR: ES, == EN 4 — ee NZ = RASCH —— F — ni a —— 1 Bi ME — EB 2 — — —— — — — A I — = Ein Rennſpieß fuͤhrt ich in der Hand, Zogen mit Sieg wider zu Land / Vnd legten ein groß Lob vnd Ehr Mit ſtarckem wol geruͤſtem Heer / Deß ſich denn meine Landsleut noch / Jetzunder ſtaͤts befleiſſen hoch / Nach ewig werend Lob zuſtreben / Daran ſie ſetzen Leib vnd Leben. Am Ein Teutſcher Hedſchirer. HIN Keyſerlichen Hoff ich dien / Ihr Noaieſtat Hedſchirer bin / Wie es fuͤgt die Gelegenheit / Sind mir mein Dienſt allzʒeit bereit / Begibt ſichs daß jihr Maieſtat / Ein Reichstag zubeſuchen hat / Oder daheim ein Landtag helt / Bin ich auff ſie bhufft vnd beſtellt/,/ a Reutt ſtaͤts in voller Ruͤſtung mit / Wann entſtehet Krieg vnd Vnfried / Wart ich auch auff jhr Maieſtat / Tracht mit fleiß darnach fruͤ vnd ſpat / Daß ich mein Dienſt alſo verricht Wie es mit ſich bringt Eid vnd Pflicht / Hoff wannich mich halt recht und wol / Daß ichs zu Hoff auch gnieſſen ſoll. * M Auff J — A u a Te fe Ba EV AUGE ee na Braunſchweigiſche Reutter. AVff meinem Roß ich trab daher / Erfollerlangen kleine Ehr / Der mich darff auff dem freyen Plan Mit eim Scharmuͤtzel greiffen an / Ich wil jhm kraͤfftig ſetzen zu / Soll fuͤr mir haben wenig Ruh / Biß er bekompt gar ſein Befcheid/ Vnd blutig vnterm Roſſe leit / * EN. U le SZ ic OS ur“ iM Mm N * —1061 [A SR £ Ne (M in | N 7 ft IV Er — ET! a > TAN N —e, S 9 — NN a SER 2 — \ RR \ & $ To — ENT, N ” N N A I IN M J AN all : bi — — N na = ZIESA NR 7, Es N) ht Z S MI) 3 1 g A) ; ) DES, KL 3 m Als ſolchs der Braunſchweigs Reutter redt / Für Freuden Mars ſelbſt jauchtzen thet / Sprach / O hett ich der vielim Land/ Der Tuͤrck geſchlagen wuͤrdt zu hand / Sie find geruͤſt auffs aller beſt / Keiner leichtlich den andernleſt / Wie Brüder ſie zuſammen halten / Vnd laſſens Gott den Herren walten. Ein Kaiferifcher Juncker wie cr auffe beyfienreitt. K: TAN Sottes Namen reutt ich auß/ Zubeiffenindas Feld hinauß / In Hofinung etwas zubefommen/ Vor dreien tagn hab ich vernommen/ Ein Haſelhun drey oder vier / Zum Schlafftrunck fie wol dienten ſchier / Kuͤnnt ich fie wider treffen an / Es ſolt ohn Frucht nicht abegahn / fi HN * HH 2 — ne wire =, —— * 7 IQ N): wi — A — J— — Reitt ich den Baurn gleich durch die Fruͤcht / Kans jhn ſo groß doch ſchaden nicht. Ein Pfaͤltziſcher Hoffiuncker. JGEh bin ein Pfaltziſcher vom Adel / Meins ſtands / vnd Weſen halb ohn Tadel / Meim gnaͤdign Herrn zu Hoffichreitt) Wartend auff Fuͤrſtlichen Beſcheid / Was zuverrichten mir ihr Gnad Befilcht/daß es recht geh von ſtatt / Im Hoffgricht / Rath / vnd der Cantzley / Damit die gantze Policey | Zuvorderft Gott gereich zu Ehrn / | Sein Wort belffpflangen/ Tugent mehrn / Daß all Bnordnung werdtabafchafft/ Der from geſchuͤtzt der bößgeftrafft/ Damit das Land in Fried vnd Ruh Wachs / vnd der Vnderthan nem zu. Verricht mein Ampt allweg mit fleiß. Welchs mir dann bringt groß Lob N 2} Ein Kriegshauptmann. J Ch bin ein freyer Kriegs hauptmann / Hab manchen ernſten Zug gethan / In Spanien vnd in Welſchland/ In Polen Boͤhem / Vngerland / In Sachſen / Denemarck deßgleich / In Schottland / Engelland / Franckreich / Auch etlich mal in eim Kriegsheer / Dem Feind nachzogen vber Meer / Y MIONT = x IRQ N. S N x —J N * RS Dir — ud) \ \ —9 DL ur 9 % I Ay? 9 5 —9 4 % Habfoerlangt Gut / Ehr vnd Preiß Vnd glehrnet / daß ich jetzt auch weiß / Was jedem Befelchsmann gebuͤrt Damit das Volck werd recht angfuͤhrt / In Scharmuͤtzeln / Stuͤrmen vnd Schlachten / In Laͤrmen / Schild vnnd andern Wachten. Damit nach jedes Eid vnd Pflicht Alles auffs beſt werd außgericht. Deßgleich Ein Vngeriſcher Kriegehauptmann. Deßgleich bin ich auch ein Vnger/ | Reitt fo geruͤſt mit Roß vnd Wehr/ Wann ich zu Feld als ein ER Das Bold widerden Feind führan/ Vnd wir widerden Tuͤrcken woͤlln Ein Ritterliche Schlacht anſtelln. Das thun wir denn mit ſolchem Meut / Daß wir drob wagen Gut vnd Blut / fü U —*RR I \ N — — —e—— DIN al ) 1 Taten INH / N 7° Wu — v KH —R— MW 3 N Na Dem Feind einenabbruch zuthan / Wie dann iſt kundbar jedermann/ Daß vnſer Volck nun viel Jar her Iſt gweſt gleichſam ein Mauwr vnd Wehr / Daß der Tuͤrck nicht mit Mord vnd Brand Angriffen hat Teutſch vnd Welfchland/ Welchs man mit danck ſoll nemmen any Vns wider Hilff vnd Rettung than. Gin Pomeriſcher Hoffmann. DE iſt mein Tracht / wie ich reutt ber Auß Domernein Edler Juncker / Hab mich zu Hoff in meiner Jugent / Geobt in Ritterlicher Tugent / Alſo daß ich verrichten kan / Was eim vom Adel wol ſteht an / Vnd ich bey Fuͤrſten vnd bey Herrn Mein Mann vertretten wil mit Ehrn / Nait rennen / ſtechen / paytzen / Jagen / Sich mit dem Feind zu Felde ſchlagen / Die Straſſen helffen halten rein / Daß Blackerey nicht reiſſe ein / Wie es eim Herrn von mir beliebt / Vnd es zʒeit vnd Gelegenheit gibt / Kan ich mit meinem Dienſt vnd Fleiß Beim Herrn erlangen Gnad vnd Preißs Ein alter Niderlaͤndiſcher Reicter. E Twa auff ſolche weiß vnd Sitt / Ein Niderlaͤndſcher Hoffmann riet, Der vnder feinem Angeficht, Mit Harn iſch war beſchuͤtzet nicht / Wie denn jetʒt vnd vor alten zeiten Die Kuͤriſſer pflegten zureitten) Sondern hat nur ein eiſen Hut / Der war gantz feſte ſtarck vnd gut / = N) N — \N ZN ID —— 2— — — 8 ) —8 N Ir 5 £ ZI R UM [25 TS Z %% — 9 Hl, — AD, BZ — SS“ IL FE: — — EEE — ses — * SEN 7 ROSSI — - > 5 — — Damiter feinen Kopff verwart Von obenrab fuͤr Schlaͤgen hart/ Vnd fuͤhrt darneben ein Knebel Spieß/ Darauff er ſich allzeit verließ / Derſelbig jhm verſaget nicht / Wie man offtmals an Buͤchſen ſicht/ Solch Spieß vnd Schwert zur ſelben friſt / Sein beſte Wehr geweſen iſt. Ein Ein Teutſcher Bauwer. EIn hartſeliger Baur bin ich/ Veracht bey jedermenniglich Mit Puh vnd Arbeit bauw ichs Feld / Wamich erwuͤrb ein wenglein Gelt / Muß ichs dem eigen Herren geben / Bhalt kaum / daß ich darvonfanleben, Auch plagt man vns mit Gut vnd Steuwer⸗ So iſt in der Statt alles theuwer / Beim Schmid / beim Seiler / Satler / Wagner / Beim Kramer / Sporer / ſchuſter / Pfragner / Was ich aber in die Statt bring / Das ſchaͤtzt man wolfeyl vnd gering. Dieweils nun dieſe Reynung hat / RE Was ich jetzt mit mirführ ind Statt/ — Das muß man mir beʒahlen wol / — 2 Mein ich auch nicht vergeſſen ſoll. Hierinnen £ Sierinnen wirdt trattiert vnnd gelernt / die Racun/Eomplerion/Sarb/ eichen / Proportion / Alter / Zegel / vnnd wartung | der Pferdt. Zum Erſten wirdt probirt / Wie man foldie Com⸗ i plexion vnd Natur der Altenond Zungen Pfade erkennen lernen. 19 ) — f )\ N KIT 5 SCH. —S (Meere } f TP X J IF ET = ')) IE A — R ) A Al! —R men vnn temperirten Complexion ſeindt / Iſt * en ber leichtlich abzunemen / Dieweil ſie nit allein len⸗ rm ger als andere Thier leben’ Sondern auch ſchnel⸗ Anl; ler/ reſcher / frecher vnnd ringfertiger ſeindt / welches IB) alles der waͤrme zugeeignet wirdt / zu dem / ſo wirdt 1,3 Die temperirt Complexion ber abgenommen vnd ers v kandt / weildie Pferdt fürandere Thier viel geſchick⸗ ker, gelerſamer / demuͤtiger vnnd gehorſamer / den Menſchen auch lieber ond angenemer ſeindt / So iſt zweiffels ohne einem jetwedern wol vnd genugſam Sep a Sachen und Greatüren/ en: je | Bon Natur vnd Eomplerion die Pferdt auch begriffen find/ jhrer Complexion / eygenſchafft / vnd qualitet / fo wolder guten vnd verborgnen Tugenden / Als boßhafftigteit halben / en orſprung vnd anfang von den vier Elementen ber ‚Als vom Feuwer / Lufft / Waſſer / Erden / nemen vnd ſchoͤpffen. Welche dann gedachte vier Element auch vier qualitates / proprieteten vnnd eygenſchafften haben / Derwegen dem Feuwer die waͤrme zuerkandt / vnd zugeeignet wirdt / die kelte aber feuch⸗ te vnnd truckne / deren jede werden zwo in jedem Element befunden / daun die Erden iſt trucken vnd kalt das Waſſer kalt vnd feucht/ die Lufft feucht vnnd warm / das Feuwer heiß vnd trucken / welchefamentlich auch in den fuͤnff deß Menſchen ſinnen empfindtlich ſeindt / fo entſpringen auch vber das in allen lebendigen Thieren / wie gleichfals in den Menſchen ſcheinbarlich iſt / vier vnterſchiedliche Humores / oder feuchtigkeiten / welche dann jhren vrſprung vñ anfang von derLeber ber ſchoͤpffen / als nemlich / die Choleriſch / Phlegma⸗ tiſch / Melancoliſch vnnd Sanguiniſch oder Blutreich feuchtigkeit / oder Complexion / von dannen her dann letzlich volget / daß die Pferdt auch von denſelben vier Humoren vnd feuchtigkeiten / für Choleriſch / Phlegmatiſch / Melancoliſch vnd Sanguiniſch Complexionirt / geacht vnnd gehalten wer⸗ den / Darvon ich dann in den nechſtfolgenden Capiteln meldung zuthun vor⸗ habens bin / et. * Zeige auch an wie die Ratur vñ Eigenſchafft der Pferde auß den vier Elementen / qualiteten vnd feuchtigkeiten entſprin⸗ nemen vnd zuerkenneniſt / etc. ERS Te Schwartz / Hirſchfarb oder Rotſchimlet / mit viel weiß darein —. 3 SZ lancoliſcher / kalter / truckner / ſchwerer / grober vñ ongelerfamer Na⸗ tur / Art / Complexion vnd Eygenſchafft. Die weißfarb gleich eim Schimel tiſch / fluͤſſig / traͤg / vnd weich gehalten: Welche Pferde mehrzur ziert / als zur wehrhafftigen noth zugebrauchen ſeindt / Dann gleich wie der Schnee vnnd ſonder von einer kleinen werm zerſchmeltzen / Alſo befindt es ſich mit der glei⸗ chen farban den Roſſen. Grauw vnnd blaw Schimmel, werdenden Lufft mittelmeſſiger bewegung vnnd arbeyt geacht. Die Rotfarb / ſo man Fuchs nennet / auff meinung / wie ein Flammen oder gluͤendt Kolen/welche von etli⸗ glichen / vnd für Choleriſche / zornige / leichte / hitzige / ſpringende / aber für Pferdt von ſchlechter Erefftengebalten/. ae. DIRT HRSRTNNAIG x | - Don ee gen/ Welches anden fürnembften Hauptfarben abzu⸗ | 3 vermiſchet / wirt dem Eleinentder Erden verglichen / vnd ſind Me⸗ wirdt mit dem Element deß Waſſers verglichen / vnnd wirdt fuͤr Phlegma⸗ Eyß / ſo auß feuchte vnd kelte entſpringen / kein werhafftigen beſtandt haben / verglichen / auch für Sanguinifch oder Blutreich / froͤlich / geſchickt / vnd von chen Goltfuchſen genandt werden / wirt mit dem Element deß Feuwers ver⸗ der Pferd, I Von bermiſchung der Farben. — —— —* Fr — KOIRS An einPferdt bon den obgemelten bier haupt NY N farbengleichförmig theylhafftig erfunden wuͤrde / were es am beſten / jedoch vor allen Farben / wirdt ein Apffelgrauwer ZN Schimelgeliebt / Nachmalsein Keftenbrauner Fuchs / wel⸗ ed Kopff / Moͤni / fuͤß vnd Schwantz was ſchwartzlecht haben / vnd dieſe ſind einer guten vnd temperierten Art vnd Complexion. In dieſem fall iſt auch zumercken / daß die boͤſen Farben / ſo mit andern guten vnd beſſern zeichen vnd wirblen gemerckt / fuͤrnemlich aber diſe / ſo die euſſern theil/ als die ſpitz an den Ohren / Moͤni / Schwantz die Fůß / deßgleichen einen ſchwarhen ſtrich vber den Ruͤcken haben / auch nit geſcheucht werden / jedoch ſo iſt allezeit ein Pferdt dieſer Chomplexion / art vñ eygenſchafft / welcher farb es ammeiſten theylhafftig if. Als neimlichr ein Keſtenbraun / je mehr er auff roth gehet oder gickt / deſto mehr er fuͤr Choleriſch gehalten wirt, Vnd letzlich / iſt auch zu mercken / daß kein farb / ſie ſey wie gut fieimmer woͤlle / vnd wanns ſchon ein Keſtenbraun oder Apffelgrauwer Schimel were / vollkom⸗ men zuhalten iſt / er habe dann an den euſſern thei⸗ len ein zeichen der Hitzigkeit. Bon Bon Natur vnd Complexion Von den guten — Zeichen der erdt. ——— > — — — — Er vorder recht Fuß weiß / bedeut chaͤtig / gu⸗ A ter empfindtlichheit / aber vngelenck. —3 ) Ne — Dervorderlin Fuß (verſtehe allein fonderandere Zei⸗ IPE chen) iſt nicht Hoch zu achten. Der hinder gerecht Fuß weiß / bedeut ein hoffertig / boß⸗ hafftig vnd vngluͤckſeliges Pferdt. in Der hinder linck Fuß weiß / iſt hoch zu achten / bedeut ein beherzthafft genges Pferdt. Bra J | Beyde vorderen Fuß weiß / iſt kein gut Zeichen, bedeut ein vngluͤckſeli⸗ ges vnd vngeſchicktes Pferdt / vnnd ob ſchon der recht oder linck hinder Fuß auch mit weiß were / ſo benimpt es jhm doch den mangel vnnd arge arth nicht ga, | | | ” | i i Die hindern zween Fuͤß / beyde weiß/find Hoch zu achten / fuͤrnemblich / wann das Pferdt auch vornen an der Stirnen ein weiß ſternlin hett Im fall es aber kein ſternlin / vnd aber den einen vordern Fuß darzu / ſampt den zween hinderen weiß hette / fo wuͤrde es doch nicht gar vollkommen ſein / vngeacht / daß ein jedtweder Pferdt hinden mehr weiß / als vornen haben Rn Krur ser * es Se une ir ee ee ee ee u — der Pferdt. III ches außdiefer orfachen / weildie weiß farb etwas mehr ſchwachheit bedeut / von wegendes temperaments vom Lufft / vnnd ſich das Roſß mehr auff den vordern / als hinderen Fuͤſſen regieren muß. Ein Pferdt das alle vier Fuͤß weiß hat / iſt auffrecht / vñ verſtaͤndtlich / aber ſelten ſtarck. | Derbinderond vorder gerecht Fuß weiß / iſt gefährlich und nicht zu⸗ achten. ER Die zween lincken Fuͤß / das iſt der vorder vnd hinder weiß/fichet nicht wol / ſeind aber beſſer / als die zween rechten. Der linck vorder vnd gerecht hinder / das iſt / vberzwerch weiß / iſt nicht gut / gefaͤhrlich / vnd geneigt zumfallen. er gerecht vorder vnnd linck hinder Fuß weiß / iſt auch kein gut Zei⸗ chen / aber fo boͤß nicht / als obſtehendts. | | Das weiß fternlin ander Stirn / oder ein weiffer Dlaffe/ der nicht gar erab andas Maul gehet / auch die Augbrauwen nit berüret/ iſt ein gar gut ie fo vieldefto mehr/ wann die Fuͤß / wie vor vermelde / auch wol gezeichnet feind. Im fallaberein Pferdt die Süß vbel gezeichnet / vnd doch ein wolgemachten Plaſſen oder Sternlein ander Stirn Hette/ fo bringt es dem Pferd wol ein zier / wend aber den mangelnit gar / ift auch nichts deftobeffer. Ein Pferdt / daß ein weiß Sternlein oben ander Stirndaß kein plaf- fen macht / vnnd noch ein weiß Zeichen vornen auff dem Maul hat / iſt vnge⸗ ſchickt / boͤes Mauls: wañ es aber den hinderen lincken Fuß weiß darzu hat / nimpt es jhm den mangel. Ein ſchwartz Pferdt / das von der Handt hinderwertz weiſſe Haarfle⸗ cken am Leib hat / iſt gut: hat es aber die weiſſen Haar vor der Hand hinauß / ſo iſt es gemeinglich von ſchlechter ſtercke. | EinDferd Fliegen oder wie mans neñt / Mucken draͤfft durch den gan⸗ Ben Leib / iſt fuͤrtrefflicher guter art / onnd diß minder oder mehr / nach dem es auff einer farb iſt. Wann es aber nur in den Seyten oder am Halß fliegen⸗ draͤfft were / iſt es ein boͤß zeichen / ann man vermuten moͤchte / alleweil es nic durch auß getraͤfft / es moͤchtens die Stiegen auff der Weid gepeiniget Haben, Ein weiß Pferdt das weiß Fliegen traͤfft / iſt ringfertig / gerad / vnd gu⸗ ter empfindtlichheit. So ein Pferdt roth Fliegen traͤfft / iſt es auch gut / Aber die ſchwartzen Fliegentraͤfften werden fuͤr beſſer gehalten. Ein Schimmel/ der allein roth vñ liechtbraun im Maul oder Bang fliegentraͤfft / iſt hochfertig / etwan vnwuͤrſch vnd hartmaͤulig. Ein Pferd das gar ein weiß Zeichen / weder an den Fuͤſſen noch an dem Kopffoder Leib hat / das erzeigt ſich gemeinglich ſtutzig / als ein Braun oder Rapp iſt / inſonderheit / wann ſie von dunckeler farb ſein / Daher kompt / das ein Hetzenfarb Pferdt oder Scheck gemeinglich ſtutzig iſt / vnd ſein ding nicht mit reynem gemuͤth thut. NV ij Don . Bon Natur vnd Complexion Von den Wirblendurch den gantzen Leib der Pferdt. | — — m RER St Birbelam Half nahende bey der Moͤni / rees / wann es den Wirbel auff der Stirnen hett. Vnd ſo ein Pferdt an den Fuͤſſen mit weiß vbel bezeichnet were / vnnd den Wirbel / wie oben vermeldt hette / wuͤrde jhme die Boßheit zum theyl genom⸗ men. ——— Wannes den Wirbel hinden in Diechen auff beyden ſeyten / gleich bey der Rieb deß ſchwantzes hat / iſt es wol ein Pferdt eines freyen willens / aber in allen Kriegen gang onglürkfelig. Deßgleichen wann der Wirbel auff der Schultern ſteht / oder auff dem Hegſen / oder auff der Seyten / daß man jn ſe⸗ ben kan / das iſt ein boͤß vnd vngluͤckſeliges Zeichen. Hierinnen iſt zumercken / daß man hie nit von den natuͤrlichen Wirb⸗ len redt / die ein edtweders Pferdt an feinen gebuͤrenden orten von natur hat/ Als zum mitten ander Stirn / am Halß / an der Bruſt / am Nabel / in de Seyten / ec. ſonder von den anderen / die auſſerhalb deren kommen. N Vom Haar/ vnd wiedaffelbig werde vnd gemehret wirdt. Jeweil die Natur / Complexion vnnd Eygen⸗ ſchafft eines jeden Pferds / auß dem Haar abgenommen vnd Rerkandt wird / fo wil die notturfft erſtlichen vnd vor allen din⸗ gen erforderen / daß man die Principia / anfang vñ vrſprung / wie das Haar erſtlichen gemehret die Farb an ſich nimpt / darnach dieſelbige verkehrt / alteriert vnd herfuͤr wechßt / wiſſe / vnd derſelben ein gute erfahrung trage. Derhalben iſt für gewiß zu wiſſen / daß in dem die natuͤrliche € — iſt ein begluͤckt oder gluͤckſelig Zeichen / vnnd das ſo viel deſto mehr / wann ſolcher Wirbel gerad durchgehet / Noch beſſer we⸗ der Pferdt. m anderen von den dritten / vnd alſo volgender geftalt gefchoben vnd geagitiert werden. Iſt derwegen notwendig zuhalten / daß ſolche bewegung die daͤmpf⸗ loͤcher des gantzen Leibs paſſiern vnnd außgetrieben werden / das iſt / durch dieſes theils des Fleiſchs / durch welches am willigſten tringen / vnd durch die aut kommen ka. Wann fie dam alſo herauß kommen / legen vnd bachen ie ſich ander Haut an / alſo / daß wann ſie letzlichen die Haut verzert / vnd an den Lufft kommen / es ſich im Haar verkehrt / welches Haar darnach dicker oder aber duͤnner / nach dem die Daͤmpff ſtercker / hitziger / volllommner durch tringen / vnd den Lufft oder Hitzempfunden haben / an den Pferden letzlichen geſehen vnd erkandt werden. Zudem / als viel ein humor vnd feuchtigkeit / die ander vbertrifft / ſo wirdt das Haar auch deſto liechter oder dicker: deßglei⸗ chen je hitziger vnd feuchter / auch kruͤmmer die Gaͤng der Daͤmpff ſeindt / jhe breyter vnd krauſer das Saar wirdt. Derhalben iſt leichtlich abzunemmen / daß eines jegklichen Pferdts Natur / Complexion vnd Eygenſchafft auß der dicke / groͤſſe/ duͤnne oder zarte Farb vnd geſtalt des Haars / vnnd was es in⸗ ſonderheit für einer / als warmer / druckner / kalter vnd feuchter temperaments vnnd Eygenſchafft iſt / dardurch erkandt mögen werden / auß welchen man weiter die behertzhafftigkeit / freudigkeit / forcht / hurtigkeit und geſchwindig⸗ keit an allen Roſſen leichtlich ſpuͤren vnd abgemmen kan. * Bon Natur vnd Complexion Wie die Eygenſchafft eines guten vnd hochgeachten * Pferdes zuerkennen ſey / vnd mit was für cduge u on | genden es begabt ſeyn ſolle⸗ ER * 4 =, —— en 7 sem Siſt vor alten zeiten / wie auch zum cheil noch bey erfahrnen / vnnd der Reytterey verſtendigen Leuten / gleich ein gemeines Sprichwort entſtanden vnnd hergebracht wor⸗ Wden /daß / wañ man die fuͤrnembſten Tugenden / ſo einem Pferd zugeeygnet moͤgen werden / anzeigen vnd beſchreiben wolte / man ſolches von dreyen vnterſchiedlichen Thieren / als nemlich von einem Wolff / Fuchs vnnd Frauwen angefangen hat / Vnnd daß ein jedtweders Roſſz von einem jeden deren dreyen dingen wider drey Eygenſchafften erfordere / Erſtlichen vom Wolff die Augen vnd Geſicht / die freſſigkeit / die ſtercke deß Ruͤckens. Vom Fuchſen gerade / kurtze vnd ſpitzige Ohren / langen vnd dicken Schwantz / vnd ein ſanfften gang oder trab. Von der Frauwen die hochfahrt / ſchoͤne Bruſt / zierliche MRoͤni Haar vnnd geſtalt deß Leibs / vnnd laſſen gern auffſitzen. 1 Vnd erſtlichen der Augen halber / iſt nit allein genugfamdaß ein Roſßz ein guts Geſicht habe / Sonder ein verſtendiger vnnd erfahrner Reuter / kan dardurch abnemmen / daß gleichſam durch das Geſicht / die geſundtheit / ſter⸗ | * TEN cke / ſchweche / der Pferdt. v cke / ſchweche / froͤlichheit vnd trawrigkeit oder Melancoley / ond beſchließlich der Todt vnd das Leben / jedtweders vnterſchiedlichen herauß ſcheinen thut / auß welchen iſt gnugſam zuerſehen / daß die Augen die warhafftigen Zeichen DR des Gemuͤths eines jeden Pferdts / dardurchmanalsbaldt eines jeden Roflzinnerliche eygenſchafft erkennen vnd warnemmen kan. Derwegen die hole / vnſaubere / vbelgefaͤrbte Augen find gnugſame anzeigungẽ eines ſchwa⸗ chen vnd matten Pferdts / vnnd entgegen die behertzhaffte / freudige / vnd ar⸗ PRCHENE Pferde haben jhre Augen wol gefaͤrbet / fchön gligende vnnd ſchei⸗ nendt. | nannte ir | NogGneen Die Fraͤſſigkeit des Wolffs wirdedaher genommen / weil man anal len Thieren für gewiß belt, daß / wann fie wol eſſen / vnnd gleich wie oben ge⸗ meldt iſt worden / gefraͤſſig ſeind / daß ſie nicht allein genugſame anzeigung vnnd Buͤrgſchafft thun eines innerlichen wolgeſtalten vnnd gefunden Leibes vnnd Complexion / ſondern moͤgen auch ihre Arbeyt deſto ringlicher / beſſer / vollkommener vnd ſtattlicher verrichten. Weil man gewoͤnlichen auch pfiegt zuſagen / daß ein woleſſendt Pferdt / mit Arbeyt ſchwerlichen vberladen moͤge werden / jedoch wil man ſolches auffein zimliche / vnnd einem jeden Pferdt ge⸗ barliche Arheyt verſtehe ααQ, Dieie ſtercke im Ruͤcken oder Ruͤckgrad / wil inſonderheit an jedem Pferd notwendig vorhanden ſeyn / dieweiles ohne dieſelbige ſtercke nit vermuͤglich / weder zum ziehen / noch viel weniger zum tragen ſeyn wuͤrde / Vnd im reyten würde es nit allein kein gutes weſen / gefehrt oder gang an ſich nemmen vnnd behalten / ſonder es wuͤrde auch mit dem ſtoſſen vnd fallen gar beſorgſam zu⸗ reyten ſeyn. So iſt auch letzlichen fuͤr gewiß zuhalten / daß ein Roſſz / ſo eines ſchwachen Ruͤckens iſt / nimmermehr wol gezaumet Fan werden. nf Weiter / ſo viel erftlichen. vom Suchfender Obren halber vermeldet iſt worden / daß dieſelben gerad / kurtz vnd ſpitzig ſeyn ſollen / iſt derwegen beſche⸗ hen / dieweil zu einem exempel / gleich wann man einem Loͤwen den Schwantz anſchauwet / wie er denſelben fuͤhret / alſo ſolle man die Ohren an einem Roſſz beſichtigen / nicht allein wie ſie ihme ſtehen / ſonder auch wie er dieſelben führt vnd wechßlet / Dieweil man durch daſſelbige / beyder Thier willen / meynung vnd gemuͤt gnugſam erkennen vnd ſpuͤren kan. Dann die lange vnnd ſchlag Ohren ſeind eines faulen vnd tregen gemuͤts / werden derwegen nicht vnrecht den Eßlen verglichen Entgegen aber die ſo kurtze / geſpitzte / auch nahe bey ein ander ſtehen / ſein gute anzeigungen eines willigen / hurtigen vnd ringfertigen Pferds / vnd diß ſo viel deſto mehr / wann ſie nahe beyſammen ſtehen / vnd die Haut darzwiſchen wol ain Beyn hafftet. Vnd beſchließlichen / wie der Saul gegen jm die Ohren führt vnd bewegt fuͤrſich / hinderſich / oder auff die ein ſey⸗ ten mehr / als die ander / Alſo iſt ſein gemuͤth vnnd willen innerlich zum guten oder auff das boͤß geſtaltet / ond geneygt. Dann wann die ſpitz an Ohren ger rad vberſich oder aber fuͤrſich ſtehen / iſt es ein gewiß eines guten ie Ben ' rechten | Von Natur vnd Eigenſchaft rechten gemuͤths / oder zu zeiten gang gehoͤrig / vnd auffmerckig zuhoͤren / daß wir nicht ſo baid hören koͤnnen. Wann er aber die ſpitz der Ohren hinderſich gegen dem Halß kehret / vnd inſonderheit den einen mehr / als den anderen / iſt e8 ein anzeigung eines boßhafftigen on ſchalckhafftigen gemuͤts vñ willens / vnd diß vmb ſo vielmehr / wann er den Kopff pfleget darzu zu ruͤhren / vnnd zu ſchitlen. Es geſchicht aber / daß etliche Pferdt durch gewonheit im lauffen / die Ohren pflegen hinderſich zuſchlagen / das iſt aber / weil es wie gemelt / auß ge wonheit geſchicht / nicht zuachten. Derhalben gnugſam abzunemmen iſt / daß man durch die bewegnuſſen der Ohren / das gemuͤt / willen / ob es gut oder arg / boßhafftig / willig oder forchtſam iſt / erkennen fan. Des Schwantz halben / daß derſelb dick vnd lang / voll Haar ſein / vnd denſelben ein Roſſz / wie die Fuͤchs pflegen / fuͤhren ſolle / geſchicht derwegen / weil es nicht allein zierlich on ſchoͤn zuſehen iſt fonder zudem auch ein gewiſſe buͤrgſchafft vnd anzeigung gibet groſſer ſtercke / ond wann die Roſſz denſelben bogendt fuͤhren / gleichßfalls zu der ſtercke groſſe ringfertigkeit bedeuten thut. Des Gangs halben / daß er mit einem Fuchſen verglichen wirdt / kan meines erachtens auß zweyen vrſachen verſtanden werden. Erſtlich / weildie Jaͤger woͤllen / daß der Fuchs fein andern gang / als den trab an jm habe. Bi es aber an einem jeglichen Pferdt / der trab der aller zierlichſt vnd notwendigſt gang iſt / dardurch ſie abgericht vnnd beſtet mogen werden. Darnach weil die Fuͤchs ſaͤnfftlich vnd lindlich herein traben / alſo gleicher geſtalt ſoll ein Pferdt ein guts / ſanffts / ringfertiges weſen vnd gefehrt haben / vnnd an ſich zunem⸗ men gelernet werden. J | ds Weiter der hoffahrt halben / wirdt ſolches auffdas Gemuͤth / erfilichen damit ſich ein Gaul am gantzen Leib auffbaͤumet vnnd auffgeblafen erzeige / Darmnach im gehen / daß er die Fuß vnd Schenckel artig vnnd zierlich auffhe⸗ be / vnd fo wol vor dem ſcharren nicht rhuͤwig ſtehen / als im gehen vnd auffhe⸗ ben / vor ſtoltzheit nicht wiſſe / wo er dieſelben wider nider ſetzen ſolle / verſtan⸗ den werden. | Die Bruftfollein zimliche gröffe ſeyn / vnd wol hervor ſtehen / dag gibt nicht allein ein zierlichen wolſtandt / ſonder es iſt ein gut anzeigung eines gut⸗ willigen gemuͤts vnd ſtercke / werden auch für veſte vnd ſtarcke Pferd / ſonder⸗ lichen auff den vordern Fuͤſſen erkandt / dann gemeinglich die jhenigen / ſo vor⸗ nen zugeſpitzt / ſeind ſelten veſt auff den Fuͤſſen / vnd pflegen gern zuſtoſſen. So viel dann die ſchoͤne des Schopffs / Moͤni / vnd in Summa des gantzen Leibs belanget / wirdt in dem nach⸗ folgenden Capitel weitlaͤufftig tra⸗ ctiert werden. Bon der ber Pferdes vi Won der Proportion/ das iſt / wolgemachten vnnd gleichfornugen Gliedern der Pferde / durch auf. Ey R ig honder Proporcion der Pfade (rei ng als vom grundt anfahen / vnd wie ein Pferdt geſtalt ſeyn ſol / nach ordnung anzeigen. | Das Horn an Hüften ſoll glatt / ſchwartz / breyt / drucken / hart / groß / rundt / hinden bey der Ferſen hoch / vnd hol ſeyn. Den Preiß ſol es haͤrig / nider fiſſel haben / die ſich nicht zu ſehr ſencken noch auch zu gerad auffſtehen / groſſe Knoden / vnd wann hinden Zotten da⸗ ran ſeind / bedeut es ſtercke. Gerade flache/druckne /nicht zu dick noch zu duͤnne Schenckel / mit kur⸗ benRo aa wol geaͤdert. roſſe runde Knie / duͤrr vnnd flach / die Beyn oberhalb dem Knie / ſol⸗ fen gröffer feyn/Damndie,fo enterhatbfeind. Lange breyte Schultern /mitviel Fleiſch vnnd vollkommen / ein breyte Bruſt / den Halß nicht zu kurtz / etwas lang / duͤck gegen der Bruſt / zu mitten — gegen dem Kopff vnd duͤnn. ij Kleine Bon dr Proportion Kleine ſpitzige Ohren / auffrecht mit gerechter laͤng / nach geſtalt des Pferds groͤſſe / auch nicht weitvoneinander. . ... Ein durre weite Stirn / groſſe / ſchwartze / faubere ond helle Augen / die wol herauſſen ſtehen. Ein Pferd das viel weiß in den Augen hat / geſicht nicht fo wol im Schnee oder Kaͤlte / als zu andern zeiten. Die Hube oder Multer⸗ lin oberhalb der Augen follen voll ſein / vnd herauß borgen Die Augen ſollen auch nicht tieffin dem Kopffſtehen. | Ein důnne vnnd magere Kew / offene onnd auffgeworffene Naſen / ein groß Maul vnd offene Naſen iſt vrſach gutes Athumbs. Der Kopff ſoll beſeyds gegen dem Mann důrr einem Schafkopff aͤhn⸗ lich / auch klein ſeyn / daß man die Adern an allen orten daran ſehe / vnd gleich⸗ ſam glatzet ohne Haar ſeyn / aber an einem Geneten folder Kopff klein / nicht zu lang / vnd einem Hirſchkopff / keinem Schaftkopff gleich ſtehen. | Die Nröniwilleng vnd duͤnn ſeyn / wañ die Haardarinnen hart vnd ſpiſſig ſeyn / bedeut es ein hart Pferdt / wann ſie aber zart weren / bedeut es ein weichs doch ringfertigs Pferd / das nicht viel leyden mag. Das vberriſt ſol nit allein ſpitzig fonder auch fein glat vnd gerad ſeyn / daß man darben die außtheylung der Schultern ſehen fan, — | Ein kurtzen Rücken der nicht hol oder eingebogen/noch auchnicht hoch oder bogend / ſonder fein gerad / ſteiff / onbeweglich / wañ man esmitder Hand auff den Ruͤcken ſtreicht vnd truckt / Dann wann ein Pferd ſchwanckend mit den Lenden gehet / oder aber wann mans erſt anfacht zu reyten / im Galopie⸗ ren den Arſch auffwirfft/ bedeut es ein ſchwachen Ruͤcken / vnd iſt ein gar boͤß Zeichen / legt ſich auch nachmals gern in das Biſſz / von wegen der ſchwaͤche / die es im Ruͤcken empfindt. — Die Lende ſoll rund fein/flach gegen dem Ruͤckgrad / der Ruͤckgrad wil ein Hirle haben / vnd zwifach ſeyn / vornen die Diech breyt vnd lang Ein langen groſſen Bauch / vnden zimlich bedeckt / vollkommene ſeyten / ſampt dem natuͤrlichen Wirbel. 4 | Einrunden Arſch vollkommen mic feiner Rinneninder mitten. Lange breyte Diech / innen vnd auffen Fleiſchig die Hegfen krum / vnd weyt wie ein Hirſch. I, Dear Schwantz voller Haar/lang biß auff die Erden/ die Rieb zimlich groß / wol zwiſchen den Diechen ſtehend. Wann die Haar an der Rieb krauß vnd gleichwol duͤnn weren / iſt es auch ein gut zeichen / derhalben ſind die nicht zu loben / die von Pferden die Rieb ſonder vrſach ſtimlen vnd ſtuͤßen. Das Geſchret in ſeinem Glied klein / wiewol es auch gute Roſſ ſeind / die das groß haben. I) Vnd ſchließlich /ſollen eines Pferdsglieder alle gleichfoͤnmig auff einan⸗ der ſagen / wie oben angezeigt iſt worden. Vom der Pferdt. va Som me der Pferdt / vnd wie daſſelbige zu⸗ erkennen / ec. En. SS Sein ren keh —— ig Monat ale wirdt / ſcheu⸗ DaB betes am erſten die vorderften Zän/ oben zween / vnnd vnden — * HOLE... 14 NR anne nundagvierdt Jar erreichet/ fofcheubet esaber zween Zaͤn an jedem ort / oben vnd onden/die nechftenben den vorbermeldten. Es faͤhen ihm alsdann die Haupter der Zaͤn an ſchwartz zu werden / zu dieſer zeit / wañ es die vier Zar erreicht / wachſen im auch die Hag⸗ gen oder Hundszaͤn / wie mans nennen moͤcht / aber doch einem Pferd balderz als dem anderen, Wam nun ein Pfeidtdie vier Jar geſchloſſen / vnd in das fünffte Jar ehet / ſo ſcheubet es die vordern vberigen Zi aͤn oben vnd vnden / nechſt bey den andern auch. Vnd wann MN Sarı vnd fechs Monat alt iſt / ſcheu⸗ bet es kein Zan mehr. Im ſechſten Jar fahen ſich die Zanl ücen an zufuͤllen / vnnd werden aſt gefuͤll et/ wann das Pferdt ſiben Jar alt erreicht. Im fibenden Jar hat ein Pferd feine Zaͤn all vollkommenlich/ vnnd be⸗ halt fein lucken. Wach dieſen ſieben Jaren / hat man kein gewiß zeichen mehr vonder Pferd Alter / biß auff das ſechtzehendt Jar. Gleichwol woͤllen etliche ſagen / daß ein Pferd / wañ es das dreyhehend Jar erreicht / anfacht vngleiche Zaͤn zubekommen / vnd in der mitten ſchwartz zuwerden. Wann ein Pferd ſeine Zan alle erfuͤllet vnd vollkommen ſeind / aber ons rem/falbzerdfarb, vnd die Härlein oben auff den Augbrawen graw werden/ iſt es ein zeichen / daß es das ſechtzehendt jar erreicht hat / Vnd wañ ein Pferd gar eraltet / ſo werden m die Zaͤn gar lang / vnd weiß / Auch die Hacken ſo lang / daß mans jm abnemmen muß / | fonft nit darvor eſſen fan. >; B uüq Man 17 Von dem Alcer Man kan der Pferdt alter bi auff ein ſichere zeit von Jaren bey ande⸗ ren zeichen / dann bey den Zaͤnen / wie gemeldt iſt / vollkommenlich erkennen / wie Boetius vnnd andere glaubwuͤrdige Scribenten darvon ſchreiben / als bey den ſtrichen vnd runtzlen der ober Lefftzen / doch wann das Pferdt des ge⸗ bifſß gewohnet ſey / dergeſtalt ſoll nan auch anfahen die Runtzlen am Lefftzen oben an dem Eck / da mandie Stangen ans Hauptgeſtirle henckt / zuzehlen / vnterſchiedlich biß zu end derſelben Lefftzen / vnd woͤllen / daß die zahl der run⸗ tzelen ſollen anzeigen / wie viel Jar ein Pferdt alt ſey / vnangeſehen / daß man offt das widerſpielerfehret. Vber diß alles / ſpuͤret man daß alter der Pferdt / durch die groſſe anzahl der Runtzelen / betruͤbheit vnnd ſchwermuͤtigkeit der Stirn / niderhenckens des Kopffs / vnnd faulheit deß gantzen Leibs / truͤbig⸗ keit der Augen vnd glatzheit der Augbrawen vñ grawheit deß gantzen Leibs / als an Braunen / Fuchſen / Rappen vnd dergleichen farben. Wann man auch die Haut an einem Pferd nicht allein ain Kinbacken / ſonder am gantzen Leib an ſich zeucht / vnd fo dieſelh ſich ſchwerlich vom fleiſch iaßt / vnd gibt ſich nicht gern / vnd ſo man die laßt / bald wider an ſein ſtatt ſich verfuͤgt / gibet anzeigen / ob das Pferdt jung ſey / vnnd entgegen ſo es langſam wider hinderſich gehet / bedeuts / daß das Pferdt alt ſey. Gleichßfalls / ſo man die Haut zwiſchen des Pferdts Ohren an ſich zeucht / vnnd auff den Buͤgen / ſo dieſelbig gehaubet von der Haut gehen / gibt anzeigen nach Ariſtotelis vnd Kamerarij ſag / eines beherghafften ſiarcken vnd jungen Pferdes, San: Weiter / ein Pferdt das ein gutewartung Bat /auchanfengelich nicht zu früh geritten/ond gearbeitift worden/ vñ dem Fein ungleich befchehen/ dag weret vnd lebet lange / wiewol ſie vor Karen noch lenger gelebt vnnd geweret / als ſie zu vnſern jetzigen zeiten nicht Die Der Albertus Magnus ſchreibt/ er habe einen Reuter gekandt / der ſich in Scharmutzeln vnd Schlachten auff einem Pferdt von ſibentzig Jar alt / finden vnd brauchen hab laſſen / habe ſich wol vnd Ritterlich darauff gewehrt vnd gehalten. Der Buceſalus hat den Alexandrum Magnum lenger als dreyſſig Jar gewehret / Erbettejbn auch noch lenger gebraucht / wann er jhm nicht in einer Schlacht fo hefftig ver⸗ wundt vnd vmbgebracht were worden. Paulus Jouius fchreibt/daß König Carl auß Franckreich / der Acht dieſes Namens / ein einaͤugig ſchwartz Spa⸗ niſch Pferdt von vier und zwentzig Jaren alt / gehabt / darauff er ſich ſelbs in der Schlacht / die er mit dem Hertzog von Mantua vnd Ferrar gethan / fin⸗ den hat laſſen. Gedachter Koͤnig auß Franckreich hat noch ein alt Pferdt von dreyſſig Jarn in ſeinem Stall gehabt / das iſt in Ramandia zu Capra⸗ nick gefallen / noch ſehr gut in Flore geweſen / vñ in der Schlacht / davon oben meldung geſchehen auch gebraucht worden. Der Claudius Corte von Pa⸗ uia ein beruͤhmpter Rittermeſſiger Mann ſchreibet / Er hab ein Pferdt ſelbs abgericht / das ſey in Ramandia gefallen / vnnd zwentzig Jar lang vnder ſei⸗ nem Gaubern gehabt / das habenachmals einem Oberften/ Camilla Colon⸗ nagenandt / —— der Ali vim hagenafit / auch feinem Son Pompeio in dem Krieg vor hohen Siena gantz wol gedient / vnd fuͤrnemlich in der Schlacht / als Strotzi iſt geſchlagen wor⸗ den / welches Pferdt ſol noch darnach viel Jar gewert vnd gelebet haben. Vnd wie gedachter Claudius Corte ſchreibt / hett es noch lenger gelebt / wañ es beſ⸗ ſere wartung gehabt hett. Vnd iſt nun auß obſtehendem gut zuerachten / daß ein Pferde wol alt wird / vnd lang weret / wann es die wartung hat. Daß es aber zu vnſern zeiten nicht geſchicht / iſt der vnfleiß / auch vnſer vnnd vnſerer Diener vnverſtandt vnd hinleſſigkeit / nicht wenig daran ſchuldig. eh WVon der Pferde Natur ond Eigenſchafft nach jrer Lands arth. \ \ ; \ NN ES > A Y I Mil N * A uU — F / in ZV, # 4% N ! N, RU. ’ N RU Fi B WBaleichwol viel der meinung ſein / daß gleich gelte / was Lands art NR Jein Pferd ſey / vnd vermeinen allesnun an dem Reytten vnd abrich⸗ ARTS, ten gelegen ſein / ſo bin ich Doch derſelben meinung gar nit / vnd ſage / daß viel am Land / daher die Pferd kommen / ob es warm / kalt / feucht oder dru⸗ cken / ett. ſey / gelegen iſt / Dann nach dem das Land temperiert / kalt vder mars me / ett.iſi daſſelb Pferdt auch gemeinglich alſo genaturt / hitzig / traͤg / faul? ringfertig oder fantaſtiſch / ıc. Zu vnſerer zeit aber haben wir ſchier kein recht wiſſen mehr / weß Lands arth ein Pferdt ſey / weil ſie alle vaſt baſtardiert / vnd don einem Landtin das ander tranſportiert vnd geführt /auch N ya rn Bon Natur vnd Complexion rung der Diener / der Weyd / vnd der guten wartung / daß ein Geſtied auff oder zu / vnd das ander abgenommen hat. Vnſere Voraͤltern haben vorzei⸗ ten der Griechiſchen / Aphricaniſchen / Libiſchen / Algeiſchen / Schweitzeri⸗ ſchen / Sicilianiſchen / Sarmatiſchen / Frantzoͤſiſchen vnd Teutſchen Pferdt gehabt. Zu vnſer jetzigen zeiten aber haben wir im brauch / Spaniſche / Sar⸗ diniſche / Frieſiſche / Flemmiſche / Barbariſche / Tuͤrckiſche / Neapolitaniſche/ Italianiſche / in gemein Abruziſche / Roͤmiſche vnnd Nantuaniſche Pfade uhalten. a le oe en In Spaniawerdendie Öeneter gelobt die ſeyn ſchoͤn von Leib guter art / rundt / hurtig / ſchnell vnd reſch / woͤllen nicht gefchlagen/ noch hart vnnd rauch gehalten / ſonder lieblich tractiert vñ geritten werden / ſind in dem Krieg vnd Scharmuͤtzel faſt taugentlich / aber trutzig vnd hitzig/ im alter lernen ſie gern ſchlagen vnd beiſſen / bekommen auch gern boͤſe Fuͤß / fuͤrnemlich / wann man jhnen nicht fleiſſig ond gar wol wartet. In Spania iſt einander Ge ſchlecht oder art von Pferden / daß ſie Villano di Spaigna heiſſen / Die find gräfe ſer / ſtercker vnd viel beſſer / als Die Geneter / haben ſonſt gleichwol ein tugendt vnd gleiche Eygenſchafft mit den Geneter / allein / daß ſie nicht ſo trutzig vnd hitzig / ſonder harter vnd werhaffter ſind / mögen auch baß die ſtraff vñ ſtreich leyden. Zn Portugall hat es auch ſchoͤne Pferdt / werden alle auffdas lauffen abgericht / ſeyn viel behender / aber nicht ſo ſtarck / als der Genet oder Villanodi Spaigna. | Auß Sardiniaond Korfica fommen auch gute Pferdt /diefind gleich wol klein / aber hertzhafft / von guter art / ſchnell / reſch/ vnd ringfertig/ zu jhrer kleine / von ziemlicher ſtercke / gleichwol vnſtet vñ gantz vnruͤhwig / vom gang was Lholeriſch / trutzig / beiſſen vnd ſchlagen gen. Auß Frießlandt bringt man auch gute Pferd / ziemlich leicht vom Fuß / huy / rundt / vnd ob ſie wol was weniges groß oder feißt vom Kopff / ſo ſind fie doch ſonſt durchauß vom gantzen Leib wolproportioniert: ſie ſeyn nicht / wie viel meinen / boßhafftig / ſonder viel mehr forchtſam / verzweiflet oder deſpera⸗ ti vnd hochfertig / Derhalben ſol man ſie nicht zu hart mit den Sporen Ru⸗ then oder Stimm ſtraffen / noch auch mit harten vnd ſcharpffen Biſſen pla⸗ gen / ſonder leicht zaumen / ihnen ſchon thun vnd lieblich tractieren / ſie alſo mit langer Handt behertzhafft machen vnd verſichern / Dardurch werden ſie da⸗ bin gebracht / daß ſie thun vnd lernen / was der Reuter begert vnd haben wil / Dann fie ſeyn leicht vnd gutes gemuͤts vnd verſtandts / haben den Nenſchen lieb / wann er ihnen guts thut / feine ſterck fuͤrnemlich von Fuͤſſen / wolgeſetzt / traben ringfertig/lauffen gemeinglich wol vnd ſtet / Derhalben in den Krieg vnnd zu einer Schlacht gang taugentlich / allein muß man biß ſie zu recht ge⸗ er. abgericht werden / darzu ein groſſe gedult haben / vnd was zeit era ordert. | ’ Auß Slandern bringt man auch Pferd / die ſeyn ſchoͤner / leichtſinniger / gelerniger/ | der Dferdt. IX gelerniger / aber ſchwerer / ſchwaͤcher / ale die Frieſiſchen fein fehr Pyhlegma⸗ tiſch / erſchwummen vnd fluͤſſig / mehr zum luſt / als zum ernſt oder in Kriegen zugebrauchen / ſonſt von art vnd complexion wie die Frieſen / woͤllen auch alſo gehalten vnd tractiert werden. Auß Barbaria kommen auch gute Pferd / die ſind die auß Africa kom⸗ men / darunder die Noriſchen auch begriffen werden / ſein glernig / ringfertig / rund / willig vnd reſch / ob ſie wol zart vnd ſchwach ſcheinen / ſo ſeyn ſie doch zu ihrer groͤſſe zimlich ſtarck / vnd mögen wol arbeyten / zu Nantua hat es auch ein geſtied von Barbariſchen Pferden / die werden mehr gelobet / ſeind ſchoͤner vnd groͤſſer / als die auß Africa kommen. Auß der Tuͤrckey vnd auß Grecia kommen auch ſchoͤne Pferd / ſein von zimlicher hoͤhe / haben gute Fuͤß / huͤpſche Koͤpff / fein auffrecht/ ond vom gan⸗ Ben Leib wol proportioniert / allein daß ſie hinden vber das Greuß wol ſchmal vnd ſpitzig ſein / werden fuͤr reſch vnd ſchnell gehalten / ſie ſein auch ftercker vnd arbeytſamer / als die Barbari vnnd Moriſchen / wann ſie guts Mauls / ſein ſie im Krieg wol zugebrauche / ſie ſein gelernig / vñ weren wol auff das Welſch thumlen abzurichten / wann man ſie in jhren Landen nicht alſo erſtarcken / er⸗ wilden vñ verderben ließ / Man fragt in denſelben Landen nach keinem thum⸗ len / beſchlagen / noch zierlichen vnd rechtem gang / ſchritt / trab / zellt oder wol heben / gar nichts / wañ ſie nur wol lauffen / vnd reſch / ſein ſie ſchon abgericht / daher komptes / daß dieſelben Pferd nichts guts gehen / offt ſich ſtoſſen / vñ die Fuß kaum von der Erden auffheben / Sie ſeind auch im lauffen nicht leicht zus ſperren / vnd zuhalten / gehen vnſteht vnd hoch mit dem Kopff / auch gang vn⸗ zierlich / vnnd wann mane es zu recht bringen will / brauchet man wol zeit und muͤhe darzu / man kan ſie aber wol zu recht bringen / wann man die gedult vnd muͤhe haben will / der ſie mit langer Handt liebkoſend vnderweiſen vnd abrich⸗ ten kan / ſie woͤllen auch nicht ſtreng geritten / noch hart geſtrafft oder geſchla⸗ gen werden. | In Italia werden füralleanderedie Neapolitaniſche Pferd gelobt / vnd begert / deren ſeind dreyerley / Erſtlich Corſieri / nachmahls Geneter / vnd fuͤrs dritte Pferdt von mittelmeſſiger groͤſſe / vnder alle Sätteldienlich/ welche alle drey geſchlecht ſchoͤn / gut in Krieg / zum Thumlen vñ zu allem wie es der Rey⸗ ter begeret / zugebrauchen / aber vnder denſelbigen haben die Calabreſiſche das lobe / ob wol die Pugliſche Pferdt auch lieb end wehrt gehalten werden / ſo ha⸗ ben doch die andern den fuͤrzug / ſie fein von rechter groͤſſe / ſtaͤrcke / behertzhafft / arbeytſam / gelernig/ gar taugentlich in den Krieg / vñ rechte Dferd fuͤr Kriegß leut / ſi brauchen aber mehr mühe vnd arbeyt / wann man es zu recht bringen vnnd abrichten will / als andere Italianiſche Pferdt / Sonſt hat es in Italia auch andere mehr gute geſtuͤd / darvon ich fuͤr dißmal auß kuͤrtze der zeit nicht ſchreibẽ kan / weil derſelben ſo viel vñ vnterſchiedlich ſein / daß fie ein eigen buch wann mans alle nach ordnung erzehlen wolt )erfordern / vnd — | u Vom Ziegel In Abrutzo hat es auch gute Pferde / ſonderlich die sum Adeler fallen / haben das Lobe vor andern. — In Ramandia hat es auch gute vnd ſchoͤne Geſtuͤd / daher viel guter on ſchoͤner Pferdt kommen / ſie wuͤrden viel beſſer ſeyn / wann ſie / wie man wol thun ſolt / vnnd erhalten / die vollen nicht zu fruͤhe auffgefangen / vnnd geritten wurden / dann wann ſie ſo fruͤh geritten / werden ſie ſchwach vnnd math / koͤn⸗ nen nit erſtarcken / noch auch lang weren / fie ſeindt gleichwol von Natur ſonſt zimlich ſtarck / gelernig / vnd zum thumlen gar taugentlich / es gibt der orten vil Baſtardi vnd Geneten / aber wenig Korfieryabric. In Nantua ſeyn gelegnere vnnd ſchoͤnere Geſtuͤd / als an allen andern orthen in Italia / haben auch ober andere das lob / vnd werden von allerhandt Landts art Pferdt dahin gebracht / Als nemlich / Frieſiſche / Tuͤrckiſche / Bar⸗ bariſche / Neapolitaniſche / Spaniſche vnd anderemebrerart Pferdt / was al⸗ da fellt / das iſt gemeinglich gelernig / zimlich ſtarck / taugentlich zum thumlen / inden Kriegen zugebrauchen / derſelben Pferdt hat ſich Keyſer Karlder fuͤnfft diß Namens faſt beruͤhmpt / die lieb vnd werth gehabt. Sowerden in Teutſchen Landen / in gebuͤrgen Pferdt erziehlet / welche zu dem / daß ſie jhrer qualitet art nach von Leib / Schenckel / Fuͤſſen vnnd Huͤ⸗ fen / ſtarck vnd arbeytſam ſeindt / haben ſie auch ein williges Gemuͤth / vnd ge⸗ horſamen dem Reuter im abrichten gern / vnd werden von den erfahmen Reu⸗ tern nicht wenig geachtte. | | Soman ein Geſtuͤd oder Noffssiegel anrichten will, was man für Befcheller ond Mut⸗ terpferdt darzu erwoͤh⸗ len ſoll. Eyl nicht allein der Menſch /fonder auch ein jedtweders vnvernuͤnfftiges Thier / ſo vielden Leib vnd die Art belanget / ſeines gleichen generiert / ſo iſt gleiches falls auch von noͤhten / wann man ſchoͤne vnnd gute junge Vollen zieglen vnd haben will / daß die Beſcheller vnd Stuten nicht minder ſchoͤn vonnd gut ſeyen / obgleich wol biß weylen die Jugendt ihren Eltern nicht nach ſchlecht / ſo geſchicht es doch gar ſelten / alſo / daß die Jugendt ſchier all⸗ wegen vnd den mehrern theyl jre Eltern repreſentie⸗ ren / wie wir dann auß der täglichen er⸗ fahrung ſehen vnd war⸗ nemmen. Was in Ä der Pferde. — Waaẽ in einem Beſcheller vnd Ructerpferdt / ne ffurnemüch zubedencken iſt. RR if Die Vom Ziegel | Diegäteder Pferd iſt hoͤher vnd mehrer zuachten / als die farb vñ ſchoͤ⸗ ne / weyl wir baß dardurch gedienet werden / die iſt derhalben vor allem obſte⸗ henden zubedencken. Doch wann mans alle viere beyſammen haben fan ift esdefto beffer. Vnd fürnemlich wills die notturfft erfordern / daß der Beſchel⸗ ler wol abgericht vnnd gebraucht ſey worden / auch kein laſter vnd boͤſe tuͤck an im Habe, vnd gantz geſundt ſey. | ER, Weiter vnd vber das alles / willes inſonderheit hoch von noͤhten ſeyn / daß ein Springhengſt aller innerlicher vnd euſſerlicher kranckheit / fehl vnnd maͤngel halben friſch / auffrecht vnd geſundt ſey / alleweil man in forgen ſtehen müßte / wie an jhm ſelber wol zuglauben iſt / daß ſoverr er jrgendt mit einer kranckheit oder maͤngel verhafft were/daß ſolches in das Geſchlecht alſo dañ forter geben / vnd nichts guts mit dem Ziegel außgericht wuͤrde / vnnd inſon⸗ derheit von den Erbkranckheiten ſol er frey ſeyn. Bon Muccerpferdeen oder Scuten zum Ziegel. ASER As ich bhißher der Proportion / Farb’ Schöne Y vnd Güte halben / vom Beſcheller vermeldt / das verſtehet ſich auch auff die Stutpferdt / allein follein Stut ein langen groſ⸗ I ſen Leib vñ hangenden Bauch haben / binden vber das Greufl breyter ſeyn / als der Beſcheller. | | Dieweilman aber vonden Mutterpferdten diefelbigen zu einem Ges ſtuͤdt oder Roſſziegel zuerwehlen / vnterſchiedlich opinioneg und meynungen hat / ſo wil ich was weitern vnd mehrern bericht thun. Dann etliche / vnnd eben deren viel / woͤllẽ fuͤrnemlich / daß ſie / wie gemeldt / an der Schoͤne / Farb / Natur vnd Complexion nicht weniger ſeyen / als die Beſcheller / vnd beſchlieſ⸗ ſen darnach / daß von ſolchen nichts anders / als ſchoͤne vnnd gute Pferdt moͤ⸗ gen erzieglet werden. So kan ich aber gleichwol denſelben durchauß nicht vn⸗ recht geben / Es wil aber meinem beduͤncken nach noch mehrere betrachtung vnd erkandtnuß an denſelben erforderen. Vnd erſtlichen wirdt nicht allein diß ein gute vnd geſchlachte Stut genandt / vñ darfuͤr erkandt / die gernaufffächt vnnd die jrige vollkommenlich auffdie ſtatt bringet / ſonder fie ſolle ſo wol jhre Fuͤllen als Schleichlen / durchauß dem Beſcheller in allem / ſo wol an der ſchoͤ⸗ ne / farb / proportz vnd guͤte nach bringen. Vnd dieſe wirdt fuͤr ein rechte vnnd zum Ziegel geſchlachte Stuten erkandt. So gibt vnd bringt es die taͤgliche er⸗ fahrung ſelbs mit ſich / daß offtermahlen ſchlechte vnnd vnachtſame Mutter» pferdt / ſo mit ſchoͤnen Springhengſten beſchellt ſeindt worden / daß jhre Fuͤl⸗ an ſchoͤne / vnd dem Defchelleran farb vnd gütedurchaußnachgefchlagen aben, Sovid * der Pferdt. xl Sooiel dann weiter etwan etliche vnterſchiedliche beyfell / kranckhey⸗ ten vnd maͤngel belanget / als rappen / ſtrupffen / oder etwan ein Sternlein an den Augen / vnd dergleichen Schaͤden / ſeindt ſie nicht fofaft an den Mutter⸗ pferdten zu ſcheuhen / weil dieſelbigen alle vier Wochenjhre zeit vnd purgatio⸗ nes haben / dardurch die boͤſen flůß gemindert vnd geringert werden, welches weiles die Springhengſt nicht haben / ſo mehren ſich die Fluͤß nur deſto veſter an jhnen / alſo / daß ſolche vnd dergleichen / wie man ſagen moͤcht / erbmaͤngel / ſehr zufliehen ſeindt. | Mas alter ein — haben oll. — FE PER B\®, f j PE\V, J „ — —8 = Ö BR” — He £ 9 uf RS MIR A ER \ ® r a * B I NN — EL Äh —— N ZN NON =: E ERPAT I > ——— — 8 — — — SEGEN) — N = — REN, \ x Se = ER — — — Ad — — m 28 = er f EN 47 URN . % ' NT = EZ, \ Am je * u —— — — a\ ! 4 41 N 23 03 & 3 SS } N\ — IE. Bi Mi et ° ö ASS HR Jar ==. SUSE x} 9 Sr — IR I 4 73 i * -ı = Na SG * FG SIE IE Ba — * = 8 (= — = ee ED TER — — — — TG ———————— In 2 In Befchellbengft foll feine Glieder alle boll⸗ \ fommenond eriwaihfen Baben/ auch in feiner beften ſterck ſeyn. Dann die Vollen / ſo vondenjungen Befcheltern berfommen) die bleiben kleiner vermuͤglichheit vnd ſchwacher eygenſchafft / = omb daß der Beſcheller alle feine Glieder nicht vollkommen ge⸗ habt / vnd noch nicht erſtarckt / auch nicht gar erwachſen geweßt iſt. Deßglei⸗ chen thut ein gar zu alter Beſcheller. Vnd ſol ein rechter Beſcheller nicht vn⸗ der vnnd zum aller wenigſten vier Jar vnd fechs Monat / auch nicht aͤlter als zwoͤlff oder viertzehen Jar alt / vnd in allen Gliedern vollkommen vnd Glied⸗ gantz ſeyn. Waß fuͤr ein alter ein Nucterpferdt haben ſoll / | das geſchlacht ſey. | eo lich vnd gehertzhafft iſt. Vnd ob ſie ſchon / wie gemeldt / nicht | Bomzigd 9 zarten adelichen eygenſchafft / die wol vnd ſtarck lauffen moͤgen. Darauß er⸗ folget / daß wañ es zimlich wol auffkommen / im andern Jar alsbald den Be⸗ ſcheller begert. Es iſt aber mit nichten zurahten / daß ſie beroſſet werden: ſon⸗ der ein MNutterpferdt / welches das dritte Jar erreicht hat / wol beſchellet mag | NN \U\NN —W = es — S * Ser — * — —S — eo ZT 2.27 I ———n >= werden / vñ nit ehe / auch wann es vber die zwoͤlff Sar kompt / will es nit mehr geſchlacht und taugentlich zum Ziegel ſeyn von wegendaßibre kraͤfften vmb dieſelbige zeit hefftig anfahen abzunemmen. Es erfordert aber hierinnen ein verſtendigen / der der eygenſchafft / ſtercke vnd vermuͤgen einer jeglichen Stu⸗ ten erfahren fen / weil kein ſonderlich ziel hierinnen zuſetzen iſt / ſonder wan ſie zumerften wol erſtarcket / vnd nicht fruͤh anfaͤngklich beſchellt werden / moͤgen fie ober die zwoͤlff Jar / vnd laͤnger / gar wol thauweren. Wie vnd was geſtalt zuerkennen ſey / daß ein Stuten roßle / darinnen ſeind viel vnnd groſſe Indicia vnd anzeigungen / die ein jeglicher ſchlecht verſtehen / auch bey jm ſelber wol ab vnd warnemen kan. Zu was zeicen man beſchellen foll. Stuc traͤge off Monat vnnd schen Tag bißweilen auch in den zwoͤlfften Nonat. Derhalben in was zeit des Sarg fie fänget / zurfelben zeit fellet fie auch gewoͤnlich / RR VD Dierweil groß acht zugeben iſt / daß Die Füllen zu einerreche ten vnnd temperirten seit fallen Damit fie Bi AED auch v der Pferde. x auchein Erefftige gute Weyd ond gnug Neilch haben ſo ſoll man in den war⸗ men Landen im Aprillen / aber an kalten orten / als in dem Teutſchland / erſt im Mayen beſchellen / wann die Weyd vnd das Graß in der dFlor iſt / dieſelb zeit zum beſchellen vnd roßlen faſt bequem vnd nuͤtzlich. Etliche ſagen / daß man beſchellen ſoll zur zeit wann tag vñ nacht gleich werden / das iſt / vom zwey vnd zweintzigſten Mertzens an / biß auff den zweh vnd zwentzigſten Junij. Ich halt aber fuͤr beſſer / daß man die Landsart vnnd das Wetter betrachten / vñd nach gelegenheit beſchellen ſol. Sie woͤllen auch ſagen wann man drey tag vor dem vollem Mond be⸗ ſchelle / ſoll es ein Vollen abgeben / vnd wañ man drey tag nach vollem Mond ſpringen laͤßt / geb es Schleichlenab, Vnnd beſchließlichen die Vollen / ſo wol im Sommer vnnd ſchier gegen dem Herbſt hinein fallen / ſeindt gemeinglichen zu dem daß ſie boͤß auff zuzieg⸗ len / vnartig / vnd nicht hoch zuachten / Solegen fie ſich gern in waſſern Som⸗ mers zeiten nider. Wie man einen Beſcheller halten ſoll. —34 en N IT An = — V Ann man mit einem Hengſt beſchellen wil / ſol DEP mann wolfütern/nichtzichen/ noch auch ſehr reyten oder ar⸗ EYES beytenlaffen. Dann diearbeyt wuͤrd dem Pferdt die krafft / Spiritus vnd feuchte mindern vnd entziehen / welche drey ding RE Doch einem Pferdt zum generiren groͤßlich von noͤthen ſeindt. Dargegen aber iſt am Tag / daß der Standt / ruhe vnnd gute fuͤtterung/ dieſe ding alle mehren. Jedoch aber kan im ein zimliche arbeyt zu beſſerer daͤuwung nichts dann gut ſeyn. Es iſt aber darumb nit geſagt / daß man ein ſolch Pferdt verſtehn laſſen / oder gar nit reytẽ ſol / Sonder man ſol jn zu morgens fruͤh alſo ergehen laſſen vñ reyten / daß es dem Pferd nur zu einem luſt / vñ nicht zu einer arbeyt bekomme / vnd das zur zeit vnd in den tagen / wann er feyret / vnnd man nicht mit jhm beſchellt. Dann ein mittelmaͤſſige vbung erwecket die al | werme. | Vom Ziegel Ä werme/versehrtdie vberfluͤſſige hitz / ſterckt die Spiritus, hilfft daͤwen oder dis gerieren / vnd wirdt der Samen zum generieren / dardurch purgiert / auch das Gebluͤt gereiniget / darauß erfolget / daß ſolche Beſcheller geren Vollen gene⸗ riren. Vnd iſt zumercken / daß ein temperierter vnd reyner Samen gewißlich einen vollen generiert / Ein Beſcheller aber / der gar kein vbung hat / der wirdt vngeſundt / voller kalter vñ boͤſer humoren / auch das gebluͤt vnreyn / dardurch erfolget / daß der Samen ſo von kalten feuchten vnnd vnreynen humoren vnd gebluͤt herkompt / auch vnreyn / kalt / feucht vnd vnfruchtbar wirdt / darauß zu ſchlieſſen / daß ein kalter / feuchter vnd vnreyner Samen nur Schleichel / aber ein termperierter/ warmer vñ reyner Samen gewißlich einen vollen generiern thut. Wann der Samen gar zu kalt vnd feucht / iſt er vnfruchtbar / gleichfalls wann er zu hitzig vnd trucken iſt / er auch vnfruchtbar. Ein hitziger Samen iſt vnfruchtbar / es were dann / daß er ein kelte mit hett. Vñ iſt hierauß abzunemmen / daß ein Beſcheller nicht zu feißt / noch vber⸗ fluͤſſig feucht oder trucken / ſonder einer temperiertẽ Complexion ſeyn fol, Ders wegen geben etliche den Beſchellern ein wenig Korn vnd Gerſten vnder den Habern. Man ſoll jnen auch die Naßloͤcher vnd das Geſchret mit wolſchme⸗ ckenden vnd kraͤfftigen Kraͤutern in Wein geſotten / waſchen vnd behen Man pflegt auch die hochgeachten vnd guten Springhengſt / ehe die zeit zum ſprin⸗ gen kompt / mit gutem Wein die Naſen / Gemecht oder Geſchret / vñ den gan⸗ Ben Leib waͤſchen. Deßgleichen wañ er daſſelbig Jar nicht luſtig ſprenge / als er etwan zuvor gethan / ſolle man jhn zuvor purgieren / oder da es die notturfft erforderet / ein Ader oͤffenen. Dann wann es nicht geſchehe / moͤchten ſich die Humores vnd feuchtigkeit verſamlen / zum Kopffſchlagen / vnnd liderlich ers blinden, Dieſem kan aber / wie gemeldet / mit der purgierung wol vorkommen werden. In das Trinckwaſſer ſoll man jhm ein wenig Kleyen oder Meel vnnd Det Pain darab trincken laſſen. Man fol m auch zurfelben zeit fein der oͤffenen. Er ſol ſein Stall nicht nahendt bey den Stuten haben, damit er diefele bennicht vernemme / tag vnd nacht tobe / vnd alſo von den Natürlichen kraͤff⸗ ten abnemme. Wie man ein ee fpringen fol aſſen. ER An hac boꝛzeiten / wie auch zum cheyl noch / in etlichen Landen gepflegt vnnd im brauch gehabt / die Stute og, pferdt fiets auff denn Felde vnnd Weyd oneingefperst/frenle- Mdig zulaſſen. Vnd wann dann die zeit iſt kommen / dieſelben zU RsR beſchellen oder beroſſen / ſo hat man gemeinglichen zu tz. vñ i · Mutter⸗ —9 —J * RE, N ” 3% a Dh v N en — IF g —2 — ver Pferdt. XIIt Nautterpferdten einen Befcheller zugeeygnet / vnd darzu frey ledig auff das Feldt gelaſſen. Als dann hat in gar wenig tagen ein jedtwederer Beſcheller ſein Schar vnd Haͤuflein an dem Geruch lernen kennen / wie man dann in der Hirſchbrunſt an den Wilden und Hirſchen ſihet. Dem als dann dieſelben Stuten nachgefolget / vnd er mit jnen beſonders die Weyd genommen / alſo / daß wann ſchon ein anderer Beſcheller daher kommen / vermeinend auch ge⸗ meinſchafft zumachen / hat ſich dann alsbaldt der Beſcheller gegen jhm auff⸗ geworffen / vnnd in ein Kampff mit jhme erwachſen / daß er weichen hat muͤſ⸗ fen. So hat man die Springhengſt ſchier biß in den fuͤnfften Monat bey den Mutterpferdten gelaſſen / als dann auffgefangen / vnd weg genommen / vnd ſie widerumb mit guter ſtarcker kraͤfftiger Speiß außgemeſcht vñ erqui⸗ det. In vnſern Landen aber / vnd inſonderheit / wann ein Hengſt faſt hitzig / feuwerig / vnnd wild ſeyn wolt / pfleget man jhn nicht ledig zulaſſen / damit er nicht etwan die Stuten beſchedige / ſonder er wirdt an zween langen ſtricken / ander Halffter gebunden / gefuͤhrt vnnd gehalten. Man ſoll jhn auch zuvor ehe man jhn ſpringen laͤßt / der Stuten offt fuͤr fuͤhren damit ſie den Hengſt recht ſehe / vnd wol roßle. Etliche ſeindt / die ſagen / man ſol den Hengſt allma⸗ len der Stuten etliche Tag vorher fuͤrſtellen damit wann fie in vor hr ſihet / gleichfoͤrmige Fuͤllen bekomme vnnd trage, Wann man die Vollen von einer D farb / Vom Ziegel 3 | farb / als Braun oder Apffelgraum / ec. haben wil / folman von derfelben farb den Beſcheller auch die Stuten laſſen bekleyden. Etliche laſſen die Beſchel⸗ ler auch mahlen vñ anſtreichen / wie ſie es haben woͤllen / darauff halt ich aber nicht viel / ſondern allein fuͤr ʒzmaginationes vnnd Opiniones / die wenig ge⸗ fundiert ſeindt. Weiter ſo geben jhnen auch etliche ſelbs zuverſtehen / ſie koͤn⸗ nen machen / daß ein Stut einen Vollen oder Schleichle / wie ſie gern woͤllen / generieren ſoll / vnnd ſagen / Wann im beſchellen der Wind vom Septentrion her gehet / ſoll es ein Vollen abgeben / vnnd vom Meridie oder Mittag lufft / ein Schleichle. Etliche aber woͤllen daß wañ man dem Beſcheller den lincken Hoden oder Gremen mit einem Spagen zubinden werde / daß er ein Vollen generieren werd / vnd wann man den rechten Hoden zubinden werde / ſo gene⸗ rier er ein Schleichle / vnnd das ſol in allen vierfuͤſſigen Thieren probiert ſeyn. Vber das / wann man wiſſen will / ob die Stuten einen Vollen oder Schleich⸗ len fortbringen werd / geben ſie acht / wann der Hengſt ſpringet / auff welcher ſeyten er herab ſteige:dann wann er auff der rechten ſeyten herab ſpringt / ſo ſol er gewiß einen Vollen generiert haben:im fall / daß er auff die lincke ſeyten her⸗ abfellet,folerein Schleichlegenerieren. Mehr / wann man drey tag vor vol⸗ lem Mond beſchellt / ſoll es ein Vollen: wann man aber drey tag nach vollem Mond ſpringen laͤßt / ſoles ein Schleichle abgeben. Item / ſie ſagen / man ſol im Mayen von einem Apffelbaum ein rote blůt / deren drey auff einem ſtengel ſtehen / vnd dag gemieß von der Marterſaul ab dreyen Kirchhoͤfen nemmen / die Bluͤt ſampt dem Gemieß in cin Brodt thun / wol ſaltzen / dem Stutpferdt im Namen der heyligen Dreyfaltigkeit eingeben / vñ alsbald darauff den Be⸗ ſcheller ſpringen laſſen / vnd ſol dieſelb Stut gewiß einen Vollen tragen. Wie offt vnd wann man im Tag einen Beſchel⸗ ler ſpringen ſoll laſſen. Inen tauglichen vnd guten Hengſt / deß man RR verſchonen vnd weiter brauchen will / ſo man des Tags nicht | Va mehr / dann zweymahl ſpringen laffen / dag ift morgens früh ond des abendts/wanndie Sonnen auffiond nider geht / ehe u cr getrunken hat / vnnd das nicht alle / ſonder allein vber den andern Tag / Wann dann ein MNutterpferdt einmahl beroſſet iſt worden / vnd ſich forter des ſpringen wideret / da ſoll man den Beſcheller vber zehen Tag widerumb zulaſſen / vnd wañ fie gleichsfalls denſelbigen widert / | follmanalsdann diefelbige befonders thun / vnd abfönderen/ auch darfür halten / daß fie auffgenom⸗ men habe. ITS Mie biel u a. 33 Wie biel man Stuten miceinem Hengſt auff ein ae. in Jar beſchellen mag. Aut ge XLeich wie die Dferde nicht alle gleich groß bon PEN UT % Leib ſeindt / alfo fein fie auch nicht gleich von ſtercke / ſol der hal⸗ BRX ben acht gegeben werden / daß nach dem ein Pferd ſtarck iſt/ nit I vieloder wenig Stute zugelaflen werde / Das macht ein Dferd ET 2 lang weren / vnd wirdt dardurch in ſeiner guͤte erhalten / wann mans aber zu viel vnd offt ſpringen laͤßt / machet es ein Pferdt baldt alt vnnd ſchwach / weil in die kraͤfften dardurch entzogen / die natuͤrliche hitz genommen / vnnd die feuchte außgedoͤrrt wirdt / ſeindt derhalben mit einem wolgemachten jungen ſtarcken Hengſt ober zwoͤlff in fünffkehen Stuten / auffs meiſt nit zu⸗ beſchellen / Mit den andern aͤltern vnd ſchwaͤchern Beſchellern / folmannach geſtalt hrer ſtercke vermoͤgens / vnnd nach gelegenheit handeln. Wann ein Hengſt ſehr hitzig were / ſolman bricht ledig / ſondern an einem Seyl ſprin⸗ gen laſſen / damit er die Stuten nicht beſchaͤdige. | Pr Soein Beſchellhengſt / nicht ſpringen will / c.. 4 © Y 2% 9 [\ m er Iche Henalt/fo man zum Befchellen außer; R voͤhlt hat / ſollen von Natur ond rechts wegen zuvor groffen ã luſt vnd liebe zuſpringen haben / denn ſonſten were fuͤrwar gar wenig darauff zuhalten / vnd ſchlechter nutz bey jnen zugewar⸗ IF ten, Es ſeindt aber viel vnd mancherley ſchlechte vnd geringe Sachen / die einem Springhengſt groſſen luſt machen. Vnd erſtlichen / wann das Mutterpferdt wol vnd ſchoͤn gebutzt vnd gezieret iſt Deßgleichen wann man den Beſcheller zuvor etwas weyt vor jhr laͤßt im Ring herumb gallopie⸗ ren / vnd allezeit etwas naͤher / biß er derſelben von jm ſelbſt begeren thut / Ha FREIEN ij es ſic | Vom Ziegel es ſich aber durch ein Actidentz begebe/ daß ein Beſchellhengſt nicht fpringen wolte / ſol man der Stuten die Natur oder Geburtglied waͤſchen / vnnd dem engſt die Naßloͤcher damit reiben. Item / nimb Erdzwifel / oder ſonſt wilden —2 der Stutendie Geburtglieder / vnd dem Hengſt die Naßloͤ⸗ cher darmit / waͤſch dem Hengſt das Geſchret ein wenig zuvor / ehe er ſpꝛingen ſoll / mit Wein / dariñ ein Hirſchzem zu Puluer gemacht / geſotten iſt worden/ oder gib im Heydenkorn zu eſſen / ſo wirdt er willig zum ſpringen. So werden auch etliche vnterſchiedliche Kräuter gefunden / als da iſt Satyrion / auff Teutſch Knabenwurtz / Rag oder Stendelwurtz genandt wirdi / in einem Wein vermiſchet / deßgleichen auch der Baſilien vnd andere/ die zu ſolchem gute vnd groſſe huͤlff geben / ſo man jhnen im Tranck vnd Sutter nach jedes gefallen eingeben moͤchte. es, Item / gepülnert Hoden von einem Pferdt dieſelben dem Beſcheller in Tranck eingeben. Weiter den Harn von einer Stuten in einen Schwan auffgefangen / vnd dem Springhengſt die Naßloͤcher darmit gerieben / ſtercket jhm auch die Lieb vnd Luſt. Deßgleichen der Harn von einem Beſcheller / bringet dem Mutter⸗ pferdt auch groſſen luſt. al | Wann ein Mutterpferdt vnfruchtbar were/ vnnd nicht fangen wolt / gib dem Beſchellhengſt gleich zuvor / ehe du jhn ſpringen laͤßt / geſtoſſen Neß⸗ len in das Naul / ſo generiert er gewißlich / vnd wolte der Hengſt die Neßlen eſſen und verſchlicken / were es deſto beſſer. | Bann ein Mutcerpferde vnfruchtbar iſt. — —* e, AExSgeſchicht gemeinglichen auß zweyen für, OR nemlichen vrſachen. Erftlichen / daß die Stutensumager/ - N = oderdaß ſie etwan zu feißt ſeindt / welche beyde zur fruchtbare BR feitnichtdienlich ſeindt / dann eg foll onnd muß ein maß vnnd mittel / wie in allen dingen / gebraucht werden / deßgleichen mit der arbeyt / ſie nicht zu faſt anſtrengen / noch viel weniger gar feyren laſſen / in⸗ ſonderheit / wann fieauffden ſtellen ein zeitlang erhalten werden / derwegen cin zeit zuvor ehe mans beroſſen will / ſollen ſie wol vnd fleiſſig nach einer jeden Natur / Complexion vnd Eygenſchafft gehalten vnd gereyniget werden / das bringet darnach zur zeit der beſchellung groſſe Hülfffoferz es fich aber begebe/ daß ſie nachmahls vnfruchtbar weren / mag man jnen weiter hůlff thun / Als nemlichen/nimb gedörste Hafen Scham / die mach alsdann zu Puluer / dar⸗ von gibe dem Beſcheller ſo wol / als dem Mutterpferdt zutrincken / etwas zu⸗ vor / ehe man beſchellen will. Item / etlich fürneme Lehrer vnd ——— ſpre⸗ en / man der Pferdt. NV chen / man ſoll den Beſchellern ſo wol / ats den Mutterpferdten gepäluere Hundeshoden Wurtz geben / darbey iſt zumercken / wann man die gerecht nimpt / ſo ſoll es einen Vollen tragen / von dem lincken aber das widerſpiel⸗ Weiter fo möchte man dieſe nachfolgende Salben bereyten / vnnd dem Mut terpferdt die Natur oder Geburtsglied darmit ſchmieren. Man ſol nemmen / Entzian / Safran vnd Myrthen Bletter / jegkliches ſo viel / als des anderen / end gepuͤluert in Ziſemeel vermiſchet / vnd fol sie oben gemeldt gebraucht werden, Demnach die Seldtpferdt fich gemeingklichen des fpringens nicht wie dern / ſo follen die Befcheller nur zu ordenlicher vnd behörlichen zeit zugelaflen werden / Alſo / daß wann mans darnach außlaffen wolte/man diefelbigen ſo beſchellt worden / ruͤglen moͤcht. Weiter die junge Feldtpferdt / wañ ſie das dritte Jar erreichen / ſol man ſie beroſſen / ſo ferr ſie fich aber widereten / oder nicht luſtig zu ſolchem Werck weren / mag man fie als dann darzu noͤhten mit ſolcher nachfolgender huͤlff / Erſtlich / ſoll man jhnen das Geburtsglied mic zerſtoſſenem Meerzwifel wol ſchmieren / denn es erhitziget die Feldtpferdt zur Liebe gewaltig. Ein anders / WMan ſoll Salpeter / Hennenkoth in Terpentin vermiſcht nemmen / vnnd fol ches / wie oben vermeldet iſt worden / brauchen. | Hi Ö Vom Ziegel ee Sobegibet es ſich auch zu zeiten / daß die Feldtpferdt don Beſchell auff ſpringen laſſen / wideren ſich aber gleich wol des völligen zukommens oder ver miſchung / welches geſchicht von wegen ſchwaͤche der natuͤrlichen hitz bey der Natur / derwegen ſoll man ſolche natuͤrliche hitz widerumb mit Meerzwiflen / oder mit gefloſſenen Neßlen / die Natur oder Geburtglied darmit gerieben / er⸗ wecken. wg end Es iſt auch fleiffig achtung zuhaben / daß wann einStutengefülltbat/ vnd es ſich nicht recht gereyniget oder purgiert hat/folman jhr alsbald Wein vnd oͤle / darinnen das kraut Wolffsmilch oder Sonnenwende genandt / vers miſchet worden / zutrincken geben oder eingieſſen. Weiter ſo begibt es ſich off⸗ termahlen / daß etliche Feldtpferdt gar vnfruchtbar ſeindt / vnnd gleichwol die vrſach verborgen iſt. Etliche andere aber / die nemmen gleichwol auff / ſchlin⸗ gens doch wider / vnd koͤnnen zu rechter vnd behaͤrlicher zeit nicht haßlen oder fuͤllen. Welchen beyden maͤnglen durch gute vñ fleiſſige auffmerckungen auch geholffen kan werden. Vnd auff daß ein vnfruchtbare Stuten fruchtbar wer⸗ de / ſo ſoll jr in die Natur oder Geburtglied Salpeter / Spatzenkoth / jegliches ſo viel / als des andern / mit Terpentin wol vnder einander vermiſchet einge⸗ than werden / man moͤchte etliche Wuͤrmlein / Cantharides genandt / bey ze⸗ hen vngefaͤhrlichen darzu thun / gepuͤluert. Gleichfals hilfft auch wol, / wann man jhr ein Becher mit Wein / darinnen ein puͤſchel Lauch mit Andorn zer⸗ ſtoſſen / in das Geburtsglied geſpritzt wird / als dann ſol mans ſtracks des an⸗ dern Tags darauff beſchellen / vnd darnach dem Feldtpferdt das Geburtglied zwireſt .eiffig waͤſchen / fo wirdt ſie von der vnfruchtbarkeit baldt entlediget werden. Es iſt auch zu mercken / wañ man ein Stuten von der groſſen beſchwer⸗ nuß / vnd wehtagens des Harßlens oder Fuͤllens entledigen wolte / vnd gleich ein gefahr darbey ſeyn wolte / Soll man jr die Naßloͤcher zuheben / vñ zugleich Fenchel in oͤle vnd altem Wein vermiſchet / vñ durch die Naßloͤcher eingieſſen. Item / wann ein Stuten die Frucht nicht fuͤrſich bringen föndte/oder gar abgeſtanden were / auß kranckheit oder anderen maͤngeln / vnnd man die Stuten deſſen entledigen wolte / ſoll man ein Holtz nemmen / das mit Bech vñ Gummi wol vberſchmirt worden / daſſelbig zerſtuͤcken auffs kleineſt / darnach ein ſeydlen Weins daran gieſſen / den drietentheyleinfieden laſſen / daſſelb dar⸗ nach in drey theyl theylen / vnd drey morgen nacheinander eingeben / vnd dar⸗ auff allemahl was wenigs lauffen laſſen. — Sp ein Mutterpferdt helt / aber nicht | Roßlen wiil. | Ann ein Nꝛutterpferdt helt / aber nicht Roßlen will / das kompt auß 9— oberiger kaͤlte der Natur / die man jr mit Neßlen hacken / nachmahlen 5 mit hitzigen Kräutern oder Salben waͤſchen vnnd ſalben ſoll / darzu Ne iſt ein der Pferde. xvi iſt ein zerſtoſſene Zwiffel auch gut / Deßgleichen wañ man mit eim Schwam ihre Naßloͤcher butzet / damit zuvor des Beſchellers Geſchroͤt gerieben ſeyn worden / dardurch die natuͤrlich wärme erwecket vnd entzundet wirdey und die Stuten Roßlen macht. | | zu wiſſen / ob ein Scutpferdt gefangen hab / oder nicht. \ —— — da} D ein Mutterpferdt einmahl Beſchellet wor, dcen / onnd nachmahls des Hengftsnicht mehr begeret/ ſo ſoll * SER 7 man ſie nach zehen Tagen / widerumb zu dem Hengſt treiben / v warn ficalsdann feiner abernichtbegeret/ ſoll man ſie weiter ES nicht mehr zulaſſen / ſondern nur für gewiß halten / fie babe fihon gefangen, Wie offt man eig DU/M. In geſchlache Stuccerpferdt, fol man niche al REN ho) le Jar / ſonder nur vber das ander Jar beſchellen / damit es den DR Fuͤllen reyne ond 66 geben koͤnne / vnd deſto RT, / ſtercker auffwachſen moͤgen. Wie man die Stutpferdt / nach dem fie Beſchellt worden / halten ſoll. E Ann ein Mutterpferdt gefangen hat / ſol man MNſie von den Beſchellern abſondern / fein Yunger/Kälte/ noch IN: " & groffe Arbeyt leyden laſſen / vnd auch nit jn zu enger Stallung ER, haltẽ / ſaangen darzwiſchen legen / Damit fieeinander nit ſchla⸗ EEE gen/pder tringen / vnd zu fruͤh Fuͤllen / Sie follen auch nicht zu feißt noch zu mager ſeyn. Von magernoder gar zu feißten Stuten / kommen magere / ſchwache / matthe vnd kleine Fuͤllen / Sie ſollen auch ein gute Weyd / vnd friſche kalte Waſſer haben. So baldt ſie gefuͤllt haben / ſol man men zwey⸗ — darauff zutrincken / vnnd Gerſten zueſſen geben / damit ſie Milch ber ommen. Es ſoll ſie auch kein Frauwenbild / die in jrer end fie davon ſchlingẽmoͤchten / Deßgleichẽ wañ fie auffein Wolffspfad trit / Item / wañ jr der Rauch von einer außgeloͤſchten Kertzen / in die Naſen gehet. 2 * {3 * 4 5 % f * A Wie Vom Ziegel Wie lang ein Mutterpferde trägt. | N RS Eplein Pferde mehr Materi zum Generierett Sy auchein gröffern Leib alscin Ruhe oder ander dergleichen si Viech hat / ſo mußes auch defto mehr zeit habẽ / biß die frucht im Leib ſich ſamlet vndzeitig wirdt / muß derhalben ein Pferd eylff Monat vnnd zehen Tag / auch bißweilen ein gantzJ Jar / zeit — Fuͤllet / So ferr fie aber einen Vollen erſt nach dem Jar / wie dannetliche mahl geſchicht / bringt / der iſt nicht hoch zu achten / vnd wann ſie Fuͤllt / ſo ſtehet fie auff den Fuͤſſen / welches ſonſt kein ander Thier EURO der nur liglingen zugebaͤren pflegen. ER © NND In was Landts art ein Fuͤlle fallen / erwach ſen vnd erſtarcken ſoll. S In Voll der in we * vnd fluͤſſigen Boden oder Landen gefallen / Aa vnd aufferzogen iſt worden / NEO der wirdt auch weicher/flüffiger art von Eleiner arbeyt unnd Ts NZ nvermüg lich, Iſt derhalben groß zu loben / vñ will gleich von noͤten ſeyn / daß ein Voll in harten / ſteinigen vnd bergigen or⸗ en fale / ewachſe oder erſtarcke / vnd daß vber vorermeldts noch auß zweyen vrſachen / der Pferde. xVIl vrſachen / Erſtlich / weil es viel muͤhſamer iſt / Berg auff vnd ab zu gehen / als auff der ebne / alſo wirdt dardurch ein Pferdt deſto ſtetcker vnnd arbeytfamer, Zum andern / oberkompt ein Pferdt in Buͤrgigen vnd Steinigen orthen / fla⸗ che duͤrre Schenckel / ſtarcke / harte, kurtzgefißlete Fuͤß gute Horn und Huf) Vnnd vber diß alles iſt die groſſe gelegenheit der guten friſchen vnd ſteinigen harten Waſſerfluͤſſen wol zubedencken vnd zu loben / Dieweil ſie darnach von jugendt auff darzu gewohnen / vnnd jhr lebenlang viel friſcher / geſunder / auch vor vielen Kranckheiten auffrechter bleiben. Wañ ſie demnach auff der Weyd lauffen vnd jung ſeyn / ſollen ſie nicht eng gehalten / noch auch zum wenigſten / ſo jmmer muͤglich iſt / eingeſperrt werden / Damit ſie jhr Exercitium vder vbung haben / vnd der Arbeyt gewonen moͤgen. Wie man die Füllen auffsiehen vnnd halsen ſol / wann ſie noch gar klein vnd weych ſind. / Bon Wartung Waͤld / daß ſie vor dem Vnzʒiffer der Fliegen bewart / auch weid vnd kuͤle rat⸗ ſchende Baͤchhaben / getrieben werden. Man ſoll ſie auch vor ꝛʒ. Monaten vonder Vrꝛutter nicht abſondern / wie etliche vñ deren der fuͤrnembſt hauffen / fo von den Geſtůuͤden / vnd wie dieſelben ſollen gehalten werden / geſchriebẽ ha⸗ ben. Jedoch fo wil ſolche zeit der drey vnd zwentzig Ydonatẽ nur auff die Vol⸗ len / ſo man vermeinet außbuͤndige / ſchoͤne / ſtarcke vnnd werhaffte Pferd / von groſſer Exportantz verſtanden werden / darauff man dann vor zeiten vielvnd hoch gehaltẽ hat / wie dañ auch nit ohn iſt / daß ein jeglichs dergleichen Thier / fo lenger bey jr Mutter vnd Milch aufferzogẽ / als ein anders iſt worden / viel ſtercker / ſchoͤner onnd vermoͤglicher (wie es dann an den Hunden auch ſchein⸗ barlich wahr zunemmen iſt)wirdt. Jetziger zeit aber / iſtes gemeingklichen der gebrauch / vnnd herkommen / daß / wann die Nutterpferdt von wegen der kelt in vnd angefallnen Schnee auff vnnd eingeſperrt werden / daß man alsdann die Vollen abſondert. So findet man auch etliche / wiewol deren gar wenig / weiche noch lenger die Bolten bey jhren Muͤttern lauffen laſſen / das iſt / ſchier zu der zeit / biß ſie wider ſollen beſchellt werden. Es ſollen aber die Stuten gu⸗ te vnd krafftige Weyd vnd Kraͤuter haben / darbey zu nechſt ſchoͤne kule Bach ſein / damit fie viel IP Lich bekommen / vnd die Vollen deſto vermuͤglicher ons derhalten kuͤndten. Wann ein duͤllen fuͤnff Monat alt wirdt / vñ es zu Stall kompt / ſol man jm geſtoſſen Gerſtenmeel / mit Kleyen auch mit gutem Graß darein auch Kräuter gemenget / die ſie gern effenveingeben, Das will gleich⸗ falls auff die hochgeachten Vollen / vnnd die groſſer hoffnung ſeind / verſtan⸗ den werden / ſonſten pfleget man jhnen ein gutes Geſott von gutem Geſtrew / darauff ein wenig geſtoſſen Gerſten / oder Habern in Kleyen geworffen wirt / einzugeben / welches fie auch zu Winters zeiten wol außfuͤllet / vnd erweitert / daß ſie darnach in dem Sommer auff der Weyd deſto groͤſſer vñ ſtercker wer⸗ den / Deßgleichen wann eg eines Jars alt wirdt / mag man jhm Gerſten mit Kleyen gemenget im Geſott eingeben. Etliche ſagen / wie oben gemeldt wor⸗ dẽ / man ſol ſie zwey Jar lang ſaugẽ laſſen / das deuchte mich aber von vnnoͤten ſeyn / vnnd zweiffelich / wann die Stuten nicht daran gewoͤhnet / ob die Stut den Vollen ſo lang ſaugen wuͤrde laſſen. | Dieweil dañ bißher gnugſam vermeldeift worden / wie man ein Nut⸗ terpferdt mit jhrem Fuͤllen / ſo wol auff der Weyd / als auff den Stellen verſe⸗ hen / halten vnd warten / vñ zu letzt auch abſondern ſoll / wil es ſich gleichfalls auff die jungen Schleichlen verſtehen. Derwegen erfordert ſetzunder die not / daß man forter vermelde wie lange die Vollen auff der Weyd ſollen lauffen / oder aber nicht geritten / beſeſſen oder gearbeyt ſollen werden / So wirdt erſt⸗ lichen feiner zweiffelen / daß jhe lenger die Vollen erſtarcken / vnd jhr vermuͤg⸗ lich alter ohne arbeyt vñ bemuͤhung erlangen / daß ſie auch deſto ſtercker / wer⸗ haffter werden / vnd auch laͤnger thauwren vñ dienen muͤgen / Derwegẽ kan kein ordenliche zeit hierinnen beſchriben oder benandt werden / Dann ich allein a der Pferde, xvin ein jedtwedern der Reuterey liebhabenden / ſo ſich des geſtuͤds vnd Roß ziegels gebraucht / vnderfacht vnd delectiert / ermanet habẽ wil / daß er die Vollen ges gen dem andern Jar ſo wol daheym / als auff der Weyd von den Stuten ab⸗ ſondere / ſie auff guten harten bergigen orten / da harte / kalte vnd ſtarcke Baͤch ſind / lauffen laſſe Darnach wann ſie das vierdt Jar erreichet / oder zum we⸗ uigſten das dritte geendet / vñ paſſiert habẽ / erſt auffahe on zur arbeyt zu brau thenbeginne, Vñ ob wol etliche vñ deren vieljre Vollen zum andern Jar auff⸗ fahen / ſo kan ich doch das gar nit loben / dieweil ſie noch nit gar erwaͤchſen / vñ zu dem auch nit erſtarckt ſind / darauß dañ darnach / wie mennigklich bewuſt / ſchaͤdliche vnnd groſſe maͤngel entſpringen / die einem Roſſz ſein lebenlang an⸗ hangen thun / welches auch nicht auß mangeldeß Pferdts / ſonder auß eygen⸗ nuͤtzigkeit vnd gewins halber / ſeines Herren entſpringen thut. Damit aber die jungen Vollen / bey ihren kraͤfften vnd geſundtheit blei⸗ ben / ſolman nach dem ſie vngefaͤhrlichẽ zween Monat alt worden die Mut⸗ terpferdt was ſtercker mit der Arbeyt antreiben / ſo wirdt auch die Nilch nur deſto perfecter / volllommener vnd beſſer. Vnd wañ man der Vollen alſo nach⸗ folgen thut / ſo wirdt er ſich von ſelbs allgemach zum lauffen gewehnen / vnnd darnach nur deſto luſtiger zum eſſen ſeyn / jedoch ſoll hierinnen ein maͤſſigkeit wverde7 Wannm es ſich dann begebe / daß ein Voll vnwillen oder vnluſt ab der Nicch / oder zu ſaugen bekommen wuͤrde / fofollman jn ein zeit von der Mut⸗ ter abſondern oder auffſperren / Vnd entgegen wann ein Voll zu viel vnder ei⸗ neſt geſogen / vnd darnach ein ſcharpffes hitziges Fieber bekommen hette / wel⸗ ches man erkendt / wann er in den Seyten vnd am Geſchroͤt ſchwitzt / ein dru⸗ ckene Zungen vnd offene Naßloͤcher hat / auch faſt ſchlepauchet / fol man jhme bey guter zeit mit dieſem nachfolgenden Tranck zu huͤlff kommen: Nimb zwo Vnßz Veyel Julep /ein Vntz von Maulbeer ſafft / vnd ein dritten theyl Man⸗ na / ſolches alles /ſoll man in einer Roſſzmilch vermiſchet / dem Vollen eingieſ⸗ ſen / Gleichfals moͤchte man ein Kriſtier von außgebrandtem vnd angemach⸗ tem Ephewwaſſer eingeben. a * Es begibet ſich auch offtermahlen / daß nicht allein in dieſem alter / ſon⸗ der wann die Bollenfchonvonjbren Mutterpferden abgeſoͤndert worden / in etliche Kranckheyten fallen / vnd fuͤrnemlichen nemmen etliche Vollen gern ab / vnnd woͤllen nicht fort wachſen / auß vrſachen / daß ſie etwan jhr ordentliches Nutriment vnd vnderhaltung nicht haben / vnd werden dardurch / Alwatici, das iſt / Lungenſiech / fuͤr welches ſol man das auffgedoͤrrt Haͤutlin oder Netz⸗ lin / darinn ein Voli gelegen / nemmen / zu Puluer ſtoſſen / vnnd in einer Nilch vermiſchet eingieſſen / fuͤr welches des Pulmons oder Lungen ſchwachheit vñ kranckheit die auffgedoͤrrt der Fuchſen Leber ſehr gut iſt / vnd wirdt gleichfals / wie das oben gemeldet / zu Puluer geſtoſſen / vnd gebraucht. 9 Sobegibt ſich auch ee ſo ermagern / ee. AI VER FRHRERE ij en | Bon Wartung hen / ſchwach / math und außzudorren / daß fie gleich mit geſencktem Kopff / vñ ſich nicht wol bewoͤgen mehr koͤnnen. Welchem gebrechen fuͤrzukommen vnd abzuheiffen / diß nachfolgendt Tranck faſt gut iſt / Man ſoll jm ein Tranck von Bonenmeel / Keſtenmeel / Kuͤttinen vnd Eyer / in ſtarckem Eſſig geſotten / dar⸗ nach alles vnder einander vermiſchet eingeben. Dann ſolcher gebrechen auß oberfluͤſſiger des orths feuchtigkeit / oder auß groſſer kaͤlte / oder aber außeiner vngewoͤhnlichen vbung herkompt / derwegen man jhn auch fein widerumb ſol erwaͤrmen mit ziemlicher vbung / vnd darnach bey einem Fewr von drey erhi⸗ tzigten lebendigen Steinen / den gantzen Leib vnd Halß mit oͤl / dariñen But⸗ ter vnd die Salb Altea vermiſchet iſt / fleiſſig z ween oder drey tag nach einan⸗ der ſchmieren vnd warm halten. | | D Es woͤllen etliche vnd fuͤrneme alte der Reuterey erfahrne Scribenten / darunder Abſirtus einer iſt / daß / wañ man den Vollen ein ſtuͤcklin von einem Hirſchkirn / ſo im Dreyſſigſten gefangen worden / anhencket / ſie daſſelbig Jar von allem gebrechen frey ledig ſeyn ſollen. Wie man die halb gewachſen bñ erſtarckten Fuͤl len auffziehen / vnd halten ſoll. — ges erſtarcket / ſoll dann rayſig werden / vnd ſpringen / oder jhm ſelbs Schaden zufügen wuͤrde / in dem man aber die Vollen von den Stuten abſondern will / ſoll man ein ſol⸗ che gelegenheit darinnen brauchen / daß / wann die Vollen vier vnnd zwentzig Stundt lange eingeſperret ſeindt worden / vnnd wann es alsdann widerumb zu den Stuten etliche Stunden lang / vnd nicht lenger / dann biß ſie en ge⸗ ſogen vnd — vbberpferde. 8 ſogen vnd geraſt haben / gehen laſſen ſoll / vnd darauff alsbaldt gar weg thun vnndabſondern / auchfortan lenger mit den Stutpferden nicht mehr lauffen / ſonder gar beſonder graſen laſſen ſoll. A Wie man ein Edel / arcig vnd gut Füllen erkennen ſoll. © In edel/arcig vnnd gut Füllen erlennet man bey natuͤrlichen vñ leiblichen Zeichen / Nemlich / daß ein Fuͤl⸗ len ein kleinen Kopff / ſchwartze Augen / groſſe offene Naßloͤ⸗ cher / auffgereckte kleine ſpitzige Ohren / ein glatten Halß / der nicht zu dick ſey / ein dicke vnd krauſe Moͤni diefich ein wenig auffdierecht Seyten des Halß neyget / ein dicken krauſen Schwantz / ein zim⸗ liche breyte vnd vollkommene Bruſt / groſſe Vorbuͤg / gerade fordere Schen⸗ ckel / ein groſſen Bauch / lange Hoden / ein Rücken mit dopleter Haut / der nicht vngleich noch hoffertig ſey / fleiſchige auch ſtarcke Huͤfft / zimlich breyt hinden auff dem Creutz / mit einer krimmen in der mitten / rundt / ſatte vnd gantßze Huͤſ habe / mit einem ſchwartzen Horn / dieſe obſtehende ſeind alle leibliche Zeichen/ Die natuͤrlichen Zeichen erkeñt man / ſo es nicht ſcheuch iſt / vnd nicht erſchri⸗ cket / wann jm gehlingen etwas fuͤrkompt / wañ die Fuͤllen zuſammen lauffen / daß es das erſt ſey / das die anderen von ſich jage vñ treibe / keinem gehorſame / vnd fuͤr andere hinauß begert / auch vber die Graͤben vnd Zaͤun nicht widert / ſonder daruͤber willig zuſpringen begeret. Weiter ſo iſt diß auch ein guts anzeigen / wann die Vollen ein guts / ſtarcks / kuͤrnigs Fleiſch am Leib haben / wann man ſie anruͤhret. Item / wann es groſſe oder lange Schenckel hat / ſoll es gewißlich groſ⸗ vnd hoch werden. Seind aber die Schenckel kurtz vnnd nider / ſo wirdt es wie etliche zuſagen pflegen ein Hundtsgang an ſich nemmen / vnnd die Fuͤß her⸗ nach ziehen / auch offt ſtoſſen. Wie ferr aber die Fuͤß vñ Schenckel gerad vber⸗ ſich oder auffrecht ſtehen / die werden Hirſchfuͤß genandt / die gehen auch vbel ⸗ vnd ſchitten den Reuter faſt. Zu was zeit / auch wie man ein Vollen aufffan⸗ gen vnd halten ſoll. | Ann ein Voll bber die zwey jar kompt / ſo mag Ier auffgeſtelt / vnd zam gemacht werden / es were aber auß den orſachen / wiedann oben vermeldet worden / beſſer man ließ m noch das drit / vnd wo muͤglich / auff das vierdt Jar erreichen E ij denn * Von Wartung denn ſoll man jn in einem Stallaneinfanffte Halffter von Leder / mit linden? groſſen vnd ſtarcken auß Flachs oder auß Roſſzhaar gedraͤten Stricken / an den Barn oder Krippen binden / vnd fein lieblich tractieren vnd halten, Er ſoll auch alſo gebunden werden / mit beyden Halffter Zieglen / daß er mit den Fuͤſ⸗ ſen nicht in die Halffter Ziegel komme / vnd jhm ſelbs ſchaden zufuͤge / Darzu hilfft vnd iſt ſehr nuͤtzlich / wañ man die Strick over Ziegeldurch die Ring am Barn (ſo nit weit von einander ſtehn füllen) anein jeglichen dicke gefuͤhrte / vñ was wenigs ſchwere Bloͤcklein daran henckt / ſo nicht durch die Ring moͤgen / als dann ſencken ſich die Ziegel von ſelbs / vnd kan kein Gaul darein ſpringen / ſonſten pflegt mans zu ſpannen / das iſt einem alten geritten Pferdt nicht gut / vñ einem Vollen gang ſchaͤdlich. Er ſol auch zu einer kuͤlẽ zeit / als in den war ⸗ men Landen / im October / vnnd in den kalten Landen im Monat September auffgefangen werden / dann zur zeit / wañ die hitz hinuͤber / vnd es anfacht kuͤl werden / kan man die Vollen baͤlder vnd baß zam machen / ſo mag man ſie den Winter zu Hauß behalten / Sie ſollen auch neben einem zamen vnd ſitſa⸗ men Pferd geſtellt / auch mit demſelbẽ Pferd / darauff ein Knecht der dem Vol⸗ len wartet / ſitzen / vnd ander Handt außgefuͤhrt werden / damit er gewohne/⸗ vnd nachmahls deſto baß zubeſitzen ſey / vnnd gegen dem Mertzen mag man jnendie Kleyen oder das Rockenmeel zueſſen geben / vnd nachmahls / wañ das Graß herfuͤr kompt / ſol man jnen ſtets Graß geben / ſo lang es grün kraͤfftig vnd gut iſt / vnnd das auß vrſach / weil ſie vom Zam machen erhitzigt / ſie vom Graß wider abkuͤlt werden / Etlich geben ihnen die Kleyen zuvor / als im No⸗ uember / vñ ob ſie wolzu derſelben zeit nit ſehr feißt darvon werden / ſo werden ſie doch dardurch gepurgiert / vnd auß einander getrieben / zur ſelben zeit ſollen fie fein kaͤlte leyden / in einem warmen Stall gehalten werden / Esiftauchzu mercken / daß man den Pferdten die Kleyen oder Meel / vnd das Graß nit mit einander geben ſol / dañ fiebefommendarvon Wuͤrm im Leib, viel ſind die ge⸗ ben den Vollen / die zwey Jar erreichet / vnd erſt auffgeſtelt ſeyn worden / fuͤnff oder ſechs tag lang Rockenmeel vnd anders nichts / vñ nachmahls fuͤnff oder ſechs Tag lang geſtoſſen Gerſten / vnnd nach obſtenden zwoͤlff Tagen / geben ſie hnen Hew / Graß / Gerſten / Habern / et. vnd dergleichen nach gelegenheit zu eſſen. | | | Es ſagen auch andere/daß beffer were/ ein Bollim anfang des May⸗ en auffgefangen wuͤrd / dañ zur ſelbigen zeit / ſeye er am feißten von wegen der guten Weyd / die er in dem Fruͤhling gehabt das verſtehe ich in den warmen Landen / oder wann ſie auff dem Graß ein zeitlang gegangen / vnnd ſich pur⸗ giert haben / welches an etlichen orthen / biß zu end des Juni geſchicht / weil in den kalten Landen die Kräuter in dem Mayen erſt krafftig vnd gut werden/ vnnd die Pferdt durch dieſelbige Weyd vonaller vnreyne oder hitz / die ſie in dem Leib gehabt / gepurgiert / vnnd abgekulet ſeyn / auch beginnenſie einen SH N ziemlichen der Pferde, xx zimlichen Leib vnd ſtercke an ſich zunemmen / vnnd ſolche zeit zur aufffahung / gefellt mir am beſten. Doch ſollen ſie in feiner groſſen hitz auffgefangen werden / damit wañ fie ſich wehren wuͤrden / wann man es zam machen wolt / ſich nicht zu ſehr er⸗ hitzigen / vnnd jhnen alſo dardurch in den Gliedern oder an dem Leib ſchaden zufuͤgen / iſt derhalben am ſicherſten / daß ſie / wie vorgemeldet / erſt / wann die hitz fuͤruͤber / oder aber im Fruͤhling / wann ſie viertzehen Tag auff der Weyd gangen / vnd ſich purgiert haben / auffgefangen werden. Von dieſem habe ich vermeldet / daß ein Boll / wann er die zwey Jar er⸗ reichet / zam gemacht / vnd auffgefangen mag werden / viel beſſer aber were es jhm / wann er die Weyd lenger haben / baß erſtarcken / vnd das dritt Jar errei⸗ chen moͤchte / dann ein Voll der drey Jar alt / iſt volllommen vnnd erſtarckt in allen Gliedern / mag auch baß etwas leyden / Wann aber ein Voll noch len⸗ ger vnd biß auff das vierdt Jar auff der Weyd lauffen ſolt / wuͤrde er gar recht erſtarcken / gleichwol nachmahls groſſe muͤhe brauchen / biß er zam gemacht wuͤrde / daran iſt aber nicht gelegen. Vnd der vrſach vermelde ich dieſes ſo off⸗ termahls / dann im auffſtellen groſſe vngelegenheit gebrauchet wirdt / dag zu des Pferdts groſſen ſchaden vnnd verderben gereichen thut / Dann es iſt bey etlichen vorzeiten gebreuchlich geweſen / daß ſie die Vollen erſt auffgefangen/ wann ſie die vier Jar alt worden ſeind / vnd woͤllen ſagen / daß dieſelben Pferd nur deſto ſtercker vnd geſunder geweſen / ſauber vnd reyn von Schenckel wor⸗ den / auch nimmermehr Gallen vnd andere Kranckheiten bekommen haben. Vnnd dieſem gebe ich fuͤrwahr feinen geringen fonder groſſen glauben / auch ein jedlichen darzu fleiſſig / wie ferr er iImmer gelegenheit Haben kan / vermah⸗ net haben will. | | Wie man einen Vollen zam machen ſoll. ER Ann man einen Bollen bald zam machen wil/ —* —— ſoll man jhn neben einem andern zamen vnd rhuͤwigen Roſß TEE ſtellen / ſo lernet es von andern Pferdten / vnnd kan man deſto J baß bey jhm auffvnd zukommen / man ſol jhm auch die Fuͤß vnd den Leib mit den Henden offt ſtreichen / liebkoſen vnd ſchoͤn thun / ſo lang / biß er zam wirdt / vñ ſich oberal am gantzen Leib anruͤhren laſt / fuͤrnemlich ſol man jm die Süß offt abſtreichen vnd auffheben / damit er nach⸗ mahls deſto leichter zubeſchlagen werd / man ſol jhn auch offt mit zamen Roſ⸗ ſen zu einem Roͤhrkaſten vñ Trenck fuͤhren / vnd trincken laſſen / biß er gewoh⸗ net / ſich allein an der Handt fuͤhren zulaſſen. Nachmahls ſol man jhm cin Zaum anthun / vnd letzlich auch ein Sattel auff⸗ legen / vnd durch Die Statt an der Hand zu trenck fuͤhren. Wie Bon Wartung Wie man einen Bollen halcen foll/nachdem er ſchon zam worden iſt. | A — Ach dem nun ein Bollaller dings zam iſt / vnd das dritt / bierdte oder funffte Jar erreicht bat ſol man n an⸗ \e 3 HANNAH Han hr vnd Hr ER tern Kopffziglen will folman jm das Thuch / damit manden er x KopfFkuifehe/alleit uoornie kaltem Waſſer beſprengẽ / wel⸗ ches gleichfalls dem Geſicht wol thut / alsdann ſauber vnnd offt den Leib wis ſchen / daß er fein glat werd / abends vnd morgens in das Waſſer gehn laſſen / ein wenig vber die Knie / doch nicht fo tieff / daß es die Hoden beruͤhre / trincken laſſen. Vnd wann das Waſſer füß oder geſaltzen were / mag man jn wol zwo in drey ſtund lang alſo im Waſſer ſtehẽ laſſen / damit die kaͤlte des ſuͤſſen oder Die truͤckne des geſaltznen Waſſers dag Geaͤder vnd die Fuͤß außtruͤckne / die Humores Reſtringiere / vnd das Geaͤder gelenck mache, Du Wann ſie von der trencke oder auß dem Waſſer kommen, ſol man jnen die Fuͤß ſauber truͤcknen oder abſtreichen / ehe man ſie in den Stall fuͤhrt / dañ der Dampff vnd Rauch im Stall / ſo von den Staͤllen kompt / erweckt aller⸗ ley boͤſe Humores / macht die Gallen / Spatten vnd Vberbeyn wachſen. Es iſt auch zumercken / daß die Kripp oder Baren nicht zu hoch / vnnd oben enger / als vnden ſein ſoll / damit der Voll was weniges muͤhe brauchen / den Halß ſtrecken vnd biegen muß / wann er darauß jſſet / dardurch wirdt jhm der Halß zum theil gebrochen / vnd der Kopffringfertig / vnd wirdt nachmals deſto baͤlder gezaͤmt / leichter zureyten / auch balder abgericht. Etliche wöllen? man ſol jnen gar nider / ſchier auff der Erden zueſſen geben / vnnd das auß vor ermeldten vrſachẽ. Es folinenauch der Kopff dardurch von alter boͤſen feuch⸗ tigkeit / damit faſt alle Vollen beladen / gepurgiert werden. Sie woͤllen auch im Stall gar nit rauch oder ſtreng gehaltẽ / noch viel minder geſchlagen wer⸗ den / dañ ſie nur forchtſam / boßhafftig / dickiſch / wild / vnd vnrhuͤwig gemacht werden / letzlich mit der Bruſt an die Kripp / oder gar mit den Fuͤſſen an den Baren ſpringen / vnd nen alſo ſelbs ſchaden zufuͤgen würden, Wie N” ROESDIREE - —.. XXI Wie man ein gemacht Pferdt / vnd einen Bollen mit der —— | halten ſoll. | Au FE TEE — — — — XGraßoder Hei treibet ſie auß einander / Darnebẽ mag man ES inenauch Gerſten oder Habern / darunter Stroh gehackt / vñ dergleichen Fuͤtterung geben / fuͤrnemlich was feuchte Fuͤtterungen ſein / vnd wañ fie was eralten / oder daß man willens iſt / die Vollen auffzufahen / vnd zu reyttẽ / mag man ſie allgemach an die truckne Fuͤtterung / als Stroh / Ha⸗ bern / Gerſtẽ/rc. gewenen / Man ſol jnen auch nicht zu viel eingeben / daß man ſie nicht vberſchuͤtte. Das Haberſtroh / Gerſten / ec machen ein ring kuͤrnig Fleiſch / gehen jhnen nicht alſo durch den Leib auß / wie das Graß vnd Hew / machen auch ein Pferdt arbeytſam vnd kuͤrnig / daß es weder zu mager noch zu feißt / vñ in einer rechten vermuͤglichheit bleibet / ſampt einem guten gerin⸗ gen Athumb. | | Einem Vollen ſol man gegen dem Srüblingdas grün oder Graß gebẽ / aber ein altes Pferdt / daß ober die ſechs Jar iſt / ſoll ma luſtig halten / daß es fe ’ zu allen Bon Wartung su allen selten Stroh oder Hew mit luſt eſſen moͤge. Manfolimdas Graß oder Gruͤn nicht geben / es were dann fehr abkommen / hellig / mager im Leib/ ſonſt erhitziget / daß einen die noth darzu brechte. Die Cicorea im Sommer ſauber gewaͤſchen / vnd an ſtat des Hew oder Strew eingeben / iſt den alten Roſſen faſt gut. Hie iſt aber zu mercken / daß man einen Vollen ein jedtwe⸗ ders Pferdt heiſſen mag / ſo noch nicht vber ſechs Jar kommen / vnd nicht oder wenig gearbeyt iſt worden. Wie man einen zamen ond erwachſenen / aber noch vngerittenen Vollen erkennen ſol / ob er guts NRun⸗ des / vnd leicht zu Zaͤumen werd ſein. 5, O0 ein Voll zam gemacht / nun mehr im drit⸗ ten oder vierdten Jar von Kopff vñ Halß / wie oben von der Proportion der Pferd beſchrieben / wol gemacht vnd geſtalt N ifsond man wiſſen will / ob er gutes Raundts vnd leicht zu zaͤumen werd ſein / ſo ſtreich in mie der Handt ſtarck vber den R Rucken ab / helt er den Ruͤckgrad feſt / vnd beuget die Lenden nicht / iſt er erſtarckt / vnd wirdt ſeine huͤlff im zaum nicht ſuchen / Im fall / daß er aber den Ruͤckgrad oder die Lenden buͤge / iſt es ein zeichen / daß er ſchwach von Lenden iſt / vnnd wann man jhm ein arbeyt zumeſſen / wirdt er ſich in den Zaum legen / ſchwer auff der Handt werden / vnd das zaumen nicht viel helf⸗ fen. Nachmahls greiff dem Vollen mit den zween fordern Fingern / die Zei⸗ ger genandt / in das Maul / lege jihme es auff die Biler / vnnd thue Die zween Daͤumling an ſtat des Kinreiffs vmb das Kien / ſperre bemeldte vier Finger zuſammen / gleich wie das Nundtſtuͤck vnnd Kienreiff zuthun pfleget / zeuch den Gaul alſo darmit herzu gegen der Bruſtwertz / vnnd wann es ſich herzu begibet / iſt es eine anzeigung / daß er gut zu zaͤumen / auch gut von Halß vnnd Kopffiverdenmwirde. Soferzeraberdiefem widerſtrebet / den Kopff vnnd Halß fuͤrwertz ſtrecket / iſt es ein boͤß zeichen / Nemlich / daß er das Kienreiff liederlich ſchieben / vnd ſich nicht gern herzu wirdt begeben woͤllen. Dem kan man aber mit langer Handt vnnd huͤlff / des Capezons gar wol begegenen/ vnnd den Kopff vnnd Halß gar wol brechen / brauchet aber zeit vnnd groſſe muͤhe darzu. Weiter vnd zuletzt ſoll man die Schenckel vnd Fuͤß beſichtigen / ob die⸗ ſelben feſt vñ gut ſeyen / dañ es hilfft auch nie wenig dazu / daß ein Pferdt den Kopff ſtet vñ feſt trage / von welchem ich hernach weytlaͤuffiger zuvermelden vorhabens bin / als ich vom Zaumẽ tractiern werde. MEN RR S Daß der Pferdt. | XXII Daß ein jedtweders junges Pferdt zu dem / vnd dahin es fein Eygenſchafft hat / ſol gericht / vnd geübt werden / daran nicht ein wenig an einem Reutter / der ſolcher Pferdt Eygenſchafft vnnd Gemuͤth auß gewiſſen vrſachen wiſſen / oder darthun kan / gelegeniſt. — KR S iſt ein alts vnd gewiß Spꝛichwoꝛt / daß man außdder bluͤt die Fruͤchte erkendt (wie der hochverſtendige Keyſer Narcus Aurelius auch geſagt Bat) So kan man auch leicht⸗ Rt lich an einem jungen Vollen abnemmen / ſpieren vnd vrtheylen / was für ein Roſſz darauß werden woͤlle / darzu will ein gutes auffmerckens / erſtlichen vnd in anfang hoch von noͤthen ſeyn / daß wir ein jung Roſſß in ſol⸗ chem vben / arbeyten vnd abrichten / darzu der Voll ſelbſt von Natur incliniert vnd geneyget iſt. Der hochberuͤhmbt Mann Cicero / hat gleicher geſtalt dem Apollonio ſeinem guten Freundt / der ein Schulmeiſter geweſen / von den jun⸗ gen Knaben zugeſchrieben / darinnen er jn ermahnet / daß er dieſe jugendt / ſo zu den Studijs nicht tauglichen weren / bevrlaubet vnd fahren lieſſe / als an de⸗ nen er kein lob vnd ſchlechte ehr erlangen wuͤrde / vnd ſie darneben nichts deſto weniger vermanen ſolte / daß ſich ein jegklicher auff das / dahin er von nen | | ij ein Bon Wartung — fein Gemuͤth hette / begeben / vnd dieſem außwarten ſolte. Vnd diß iſt gleicher geſtalt an den jungen Roſſen wol zubetrachtẽ / weil man nichts mit nen auß⸗ richten wuͤrde / wie ferr man fie zu einem andern / als jr Natur / qualitet vnnd eygenſchafft erforderte / abrichten vnd brauchen wolte. Derghalben dieſe Roſſz / ſo alſo gelehret werden / moͤgen darnach lenger beharren vnd leben / zu dem / daß ſie auch geſunder bleiben / vnd in jren abrich⸗ tungen fuͤrtrefflicher werden. Vnd erſtlichen von den Reytpferdten / jhrer ab⸗ richtung vnd thuns halben / auch fuͤrnemlichen von denen / die einer guten hoͤ⸗ he vnnd ſtercke ſeind / die man Corſier nennet / Barbariſchken / Janetten / Zell⸗ tern / auß vnterſchiedlichen Landen / Item / von denen / die man zu den Mume⸗ reyen / Jagten / im Winter zum Reyſen / im Sommer auff der Ebene / im Ge buͤrg / die in Gutſchen ziehen / die Poſt lauffen / zum Thurnier / Rennen vnnd Geſtech / zum Krieg gebraucht / vnd darzu ſolten abgericht werden / Derhal⸗ ben / gleich wie in dieſem allem ein vngleiche hoͤhe / condition vnnd eygenſchafft iſt / alſo werden ſie auch auff vnterſchiedliche Arbeyt / wie gemeldet / geübt vnd abgerichtet. Derwegen ſie ſeyen darnach was geſtalt vnnd eygenſchafft ſie immer woͤllen / fofollman allewegen die geſundeſten vnnd ſterckeſten darauß woͤhlen / weildie ſtercke einem Roſſz vnnd Loͤwen zugehoͤret. Sie ſollen auch gutes willens / gemuͤths / vnd ſchoͤnes Leibs / inſonderheit aber ſollen ſie nicht zornig oder halßſtarrig ſeyn / dann an dergleichen Pferden wenig Ehr zuer⸗ langen were. eiter ſoll man ſehen / wie ſich ein Gaul in der Arbeyt anlaſ⸗ fen woͤlle / che man ihn zu einem thun / brauchen / oder abrichten will / dieweil er zu etlichen thun zugeſchwindt oder zu hurtig / zu grob / zu ſtarck / oder aber zu ſchwach erſcheinen moͤchte. Wann dann letztlichen ſolches alles wol vnnd fleiſſig betrachtet vnd erkandt iſt worden / ſoll man als dann / das junge Roſſz darzu leyten / vnd zu demſelbigen abrichten. | | ſchwindigkeit in ſich Haben / dieſelben darnach gleich von farb vñ fterefefenen. | Pferde der Pferde. XXI Pferd die man zu den Gejaͤgdern der wilden Thier braucht/follen behertzt⸗ hafft vnd ketk im angreiffen vnnd anrennen / geſchwindt im folgen / hurtig im vmbkehren oder volltieren / vnnd ſtarck viel vnd mancherley widerdruß zu ley⸗ den. An ſolchen Pferden ſolle die Stirn keck vnd ſtarck / den Kopff ſchoͤn und zierlich Hoch fuͤhren / friſche wolſcheinende Augen / dapffere Schultern / brey⸗ ten vnd ſtarcken Ruͤcken / gutes Athems / vnnd in Summa gantz kuͤnes Ge⸗ muͤths ſeyn. Man findt auch in alten Hiſtorien / von den Thiſageten geſchrie⸗ ben / daß ſie jhre Pferdt / ſo ſie zum Gejaͤgdt brauchen / alſo gehorſam vnd zam gemacht haben / daß / wañ ſie auff die Puͤrß geritten / namen ſie nur ein Hund mit men / vnd wann ſie an ein gelegen ort kamen / ſtiegens vom Roſſz abe / vnd ſtiegen auff ein Baum / vñ lieſſen das Roſſß und Hund beyſammen vnder dem Baunm / die legten ſich alsdan auff den Bauch nider/ wann dann der Puͤrſter etwas gepuͤrſt / ſtieg er alsdan vom Baum herab / auff ſein Roſſz / vnd folget dem verwundten Thier / mit ſampt ſeinem Hundt Sporen ſtreichs nach / alſo gehorſam vnd wol abgerichte Pferdt ſie gemacht haben. ERS BEN S * — — — 1 —— FE TER, nicht wenig jhre fterefe/bebergthafft verlieren / zu dem auch offtermahlen das F ijj Geſicht Von Wartung Geſicht in gefahr ſtehet. Dieweil ſich dann offtmahls begibt / daß man in ge⸗ jägden vnd vberlandt Reytten / vber boͤſe ſteynige / vngelegene Weg paſſieren muß / ſol ein ſolches Roſſz ein ſichern Gang vnd Fuß willig ins Waſſer / vnd vber ein Graben oder Zaun zuſpringen ſein / darnebẽ ſteht vom Kopff / Maul / ſtarcken Geaͤder / vnd gute Fuͤß vnd Horn haben / dann nicht ein wenig daran gelegen iſt / vnd wol auffzuſehen / was fuͤr ein Pferdt ein Herr vber Landt oder) auff die Jagt fuͤhrt / weilftundeond weil vngleich / vnd niemandt wiſſen kan / was einem begegnen moͤchte. u are De ART — ann — — Es werdendarnach etliche Dferdtzur Pomp vñ Feſten / die zierlich vnd hoch ſpringen ſollen / abgericht / an denen erfordert nit allein / daß ſie von Leib / Schenckel / Fuͤß gerad vnd ſtarck ſeyen / ſonder in der Seyten vnnd Lenden / ſollen fie ſtarck / veſt ſeyn / daran am meinſten zu ſolchen vbungen und Arbeyt⸗ zuvollbringen gelegen iſt / darzu werden die hohe vnd etwas rahne Pferdt er⸗ woͤhlet. Weiter / dieſe Roſſz fo man zur zier in der Statt zureyten / vnd zudem Thumlen abrichten wil / ſollen außerleſen / ſchoͤn von farb / Models hurtig / et⸗ was frech / vnd luͤfftig ſeyn Darunter etliche zum lauffen gebraucht / die wol zierlich Pariern lernen ſollẽ / Etliche die Doppiaten vnd Redoppiaten / etliche Roſſz / die noch ringfertiger ſollen die ſchoͤne / hohe / zierliche Bocksſpring vnd Lufftſpring mit dem ſtreich / vnnd dem hohen vnd kurtzen Galopo lernen / vnd darzu der Pferdt. XXIIII darzu abgericht werden / Damit vnd auff daß in dieſem allem die geringfer⸗ tigkeit vnd zierlicheit des Pferds Leib vnd des Reutters zu diſem vnterſchied⸗ — gegenwertigen vnd beyſtehenden ein luſt vnd wolgefal⸗ mache. | Vbekdas / ſo werden auchetlichejunge Roſſz sum Geſtech verordenet/ vnd abgericht / die ſollen einen behenden vnd ſtetten Lauff haben / wol vnd ge⸗ rade vñ darzu juſt ohne verdruß parieren / darneben behertzhafft / vnerſchro⸗ — cken vnder dem geharniſten Mañ / gern vñ willig von vnd um Mañ gehen / damit der Reutter ſein Schwerdt mit gelegenheit brauchen moͤge. Zu dieſem Scharmuͤtzlen iſt der Rapelon mit gantzem vñ halbem Vol⸗ ten ſehr nuͤtzlich / Inſonderheit aber zudem Spieß / die Bolten auff die lincke Hand. Den Spieß aber recht vnd zierlich zufuͤhren / muß man in dreyen din⸗ gen geſchwindigkeit on kunſt braucht, Erſtlich im außreytten / wañ man den einricht oder in das geruͤſt legẽ will/daß eg mit einer zierlichen / dapffern mas nier geſchehe / vñ daß ſich der gantz Leib darzu beleyte/infonderheit aber / kopff arm vnd ſchenckel ohne weiter vngeſchickte bewegnuſſen. Darnach zu mitten der Carriern / das iſt / im begegnen oder treffen / ſol der gantze Leib vnd Spieß / ſo ſtett / als immer muͤglichen gefuͤhret / vnd letztlichen im Parieren let Ben ohne | .. BORSBRECHRG a) a | ohne groffe bewegnuß ſich verhalten, ond zuvorden Spieß auß dem Gerůſt auffden Fuß auffrecht ſtellen / Vber das erfordert es / daß das Pferdt in dem Galopiern fluchs vnnd rundt auff beyden ſeytten ſey Damit nicht allein / der Reytter mit dem Schwerdt einem begegnen vnd in jhn tringen / ſonder in den geſchwinden Volten / den Spieß bald einlegen koͤnne. —X Wie ein wolgemachter Roſß ſtall fein ſoll / ſampt feiner Zugeböre, In rechte vñ darzu wolgemachte Stallung/ ſoll nicht gar zu weit von dem Hauß / oder aber von den Leu⸗ ten gebauwet werden / ſonder an ſolche oͤrter vnnd enden / da SIT manbaldt ab vnnd zukommen kan / damit der Herzdenfelbis Sgen / auch zudem offtermahls beſuchen / vnnd die Pferd ſelbs en moͤge. Der weiſe vnnd Hochbehuͤmpte Philoſophus Ariſtoteles / hat nicht vmb ſonſt antwort geben(als er gefraget worden / was die Pferdt ſchoͤne vnd feißt machen ſolle Das Aug des Herren meſtet das Pferd / damit hat er an⸗ gezeigen vnnd ſagen woͤllen / daß ſich ein Herz auff die Knecht nicht verlaſſen / ſonder ſelbs zu den Pferden vnnd ſeinen Sachen ſehen ſoll / wann er anderſt will / daß * ET ee. ie nn ah | | der Pferdt. | xxv will / daß es alles recht von ſtatt gehe. Es ſoll auch ein ſolliche Stallung kei⸗ nen mangel an gutem Waſſer / noch allen andern Sachen / die man zu vnder⸗ ef ini ift/ Haben / vnnd alles nahendt bey der Handt eyn. Der Boden ſol hart vnd drucken ſeyn / damit die Pferdt harte vnd gan⸗ ge Huͤf / auch den gantzen Leib geſundt behalten / vnd nicht feucht ſtehen. Die Dillen ſollen hoch ſeyn / nach dem der Stall groß iſt / dann ein nidere Dillen macht den Stalldämpffig/den Pferden boͤſe Augen / vnd jhe hoͤher ein Stal⸗ lung iſt / je ſchoͤner vnd geſunder fie geacht wird. Die Thuͤr mag nach gelegen⸗ heit mitten oder an einem orth gebrochen / auch vier Schuch weit / vnd ſieben hoochſeyn / wann der Stall gar groß / ſol ſie nach gelegenheit weiter vñ hoͤher / auch oben mit einem abſatz geſpalten gemacht werden. Die Fenſter ſollen nach gelegenheit der Landtsart vnd des Wetters/ groß oder klein gemacht werden / die ſollen auff ein ander ſagen vnnd durchge⸗ hen / die einen gegen Mittag / die anderen gegen Mitternacht gebrochen wer; den / damit die Lufft durchſtreichen / onnd die Daͤmpff im Stall außtruͤcknen koͤnnen / So kan man auch al Die Senfter gegen Mitternacht zu⸗ thun / vnd die ſcharpffen auch falten Wind außſchlieſſen Den Sommer aber ſich der kuͤen Windt gegen Mitternacht vnnd des Schattens behelffen / die Fenſter gegen Mittag ſperren / vnnd die Sonn außſchlieſſen. Oberhalb der Fenſter / ſollen kleine Lufftloͤcher ſein / dardurch die Daͤmpff euapuiren koͤñen / die machen etliche hoch gar an der Dillen / ſie ſollen nicht zu groß Damit kein Windt auff die Pferdt falle / vnd ſtets offen ſeyn. | Die Staͤnd ſollen vornen ein wenig hoͤher / als hinden / vnd in der mit⸗ ten ein wenig / doch nicht faſt tieff ſeyn / allein der vrſachen / damit das Waſſer fein gehaͤng hab / vnd in die behoͤrliche ſchwind gruben lauffen koͤnne. Etliche machen die Staͤnd gerad / in der mitten kein tieffe / aber vornen ein wenig hoͤ⸗ her / als hinden / vñ fuͤhren das Waſſer Binder den Pferdẽ / zu end des Stand» tes auß dem Stall / in ein Schwindgrub. Vnd ſagen / der graben vnd tieffe / ſo mitten in den Staͤnden iſt / bring den Pferden maͤngel / vñ ſie hart ligen / Dar⸗ gegen aber ſo iſt es druͤckener / ſauberer vnnd luſtiger zuſtehen / kan auch einem Pferd nicht groſſen mangelbringen/ wann cr alle Jar außgeſaͤubert / vnd ge⸗ reyniget / vnd nicht zu tieff / allein / daß das Waſſer bloͤſſig ſeyn gehaͤng habe / gemacht wirdt. Gedachte Staͤndt ſollen mit gebachnen / auffgeſetzten oder le⸗ bendigen / gar kleinen Steinen gepflaſtert werdẽ / Ich halt aber die gebachnen Stein fuͤr beſſer. Wann der Boden in derſelben Lands art feucht vnd moſig / oder gar kalt were / moͤcht der Boden von Bretterlaͤden gemacht werden / das iſt im grundt am geſuͤndeſten / ſteht ein Pferd trucken vnd warm darauff. Ein Stand ſoll vom Baren an zu meſſen / biß zu der hindern Seyl neundthalben Schuchlang / vnnd im Liecht ſechs Schuch weit ſeyn / vnnd das / wann die Staͤnd gebrettert wuͤrden: wañ ſie aber mit Riglen vnterſchieden ſolten ſeyn / weren die ſechsthalb Schuch im Liecht weit genug. * | er Bon Wartung Der Baren oder Krippfollfleiffig und wol gemacht / wie ein Schiflin geformiert / zimlich weit / vnd nicht zu hoch ſeyn / Nemlich / nit ober. Schuch hoch: Schuch weit / vnd ein Schuch ſampt 3. Zollen tieff ſeyn. Man mag auch hülgene Druͤchlen machen / die in den Baren recht / vnd vornen was we⸗ nigs in die Maur ſtehen / darinnen man den Pferdten das Futter gibt / wañ ſie auffgeſſen haben / mag man gedachte Druͤchlen wider wegk thun. Vnder den Baren ſoll ſo viel platz ſein / daß man die Strew / wann mans auffheben wolte / raͤhtlich darunder bringen vnd verbergen koͤnne. Die Raffen /darein manden Pferden das Hew gibt / ſolvon dem Bas ⸗ ren obt an zu meſſen / anderthalb Schuch hoch angehefft fein. Recht zwiſchen dem Baren vnd der Raffen mitten im Stand vngefaͤhrlich 9. Zoll oberhalb des Barens / ſol in die ſeb Mauwer oder Wandt ein Eyſener Ring gemacht werden / daran man die Pferde mit dem Naßriemen vonder Halffter (wanns die notturfft erfordert) auffbinden koͤnne. Zu oberſt am Baren ſollen auff bey⸗ de ſeyten zween Eyſen Ring vngefaͤhrlich 4. Schuch weit von einander ein⸗ geſchlagen werden / daran man die zween Zigel von der Halffter legen vnnd binden koͤnne. Hd | Ä | Der Gangoder Platz hinder den Staͤnden ſoll breyt ſein / onnd wann - ber Stall dopelt / das iſt / von zwey Staͤnden gegen einander vber iſt / ſoll der Gang vber s. in i8. Schuch nicht breyt ſeyn / iſt er einfach / mag er halb ſo breyt gemacht werden. Hierinnen iſt zu mercken / daß je breyter der Gang hin⸗ der den Roſſen iſt / je ſchoͤner vnd herrlicher die Stallung ſcheint / fuͤrnemlich / wann ſie darzu auch lang iſt. Daher kompt / daß die Herren vnd Fuͤrſten in jren Stallungen hinder den Roſſen bißweilẽ fo viel platz laſſen / daß ſie in dem Stall hinder den Roſſen / ſonder gefahr / reũen vnd reyten koͤnnen / ein Pferd / das geritten vnd erhitziget iſt / darinnen vmbgefuͤhrt / vnd abkuͤlt kan werden. Gedachter Platz ſol gepflaſtert oder mit einem feſten Eſterich vnd Laimen be⸗ ſchuͤtt vnd beſchlagen werden: Wann aber der Platz vber die zehen oder zwoͤlff Schuch nit breyt were / moͤcht der vnder Boden von Bretter Laͤden gemacht / vnd die Staͤndt mit gebachnen auffgeſetzten Steinen gepflaſtert werden / das iſt das nuͤtzlicheſt vnd werhaffteſt. Aller neheſt ander Stallung / ſol die Sattelkammer zu ebnem Fuß / da⸗ rinn die Saͤttel / Zaͤm / Kamp / Strigel / ec. ſeyn. Inder Stallung ſoll derglei⸗ chen nichts hangen oder geſehen werdẽ. Der Gang hinder den Pferden gantz fauber/reyn vnd vnverhindert ſeyn. DasStroß ſoll oben auff der Stallung ligen / ein fallen haben / wañ man des Stroß bedarff / ſolches herab mitten in den Gang hinder die Pferd werffen koͤnne. Die Hewkripp ſoll in einem Eck ſtehen / damit ſie in bemeldtem Gang nicht hindere oder jrre / gleichfalls auch der Futterkaſten in einem andern Eck. Im faller gleich wol platz hett / mag er auſſerhalb des Stalls geſetzt werdẽ / in dem Gang hinder den Dferdenyfollen zwo groſſe Laternen hangen / vnd mit dem Liecht a PR as der Pferdt. XxXxvi Das Futter / Heuw / vnd Streuw / ſoll alles vor dem gefliegel wol be⸗ wart vnnd verſchloſſen werden / damit die Pferdt kein Feder oder andere vn⸗ ſauberkeit eſſen / das jhnen ſchaden bringen moͤchte / tt. Wie man in dem Stall ein Pferde halten / vnd A verſehen fall, EL —XW } „up s pe \ —00)00 N Rſtlich / wann du am morgen fruͤhe das Pferd ſtriglen wilt / ſoltdu es mit dem Naßriemen an den Ring mit⸗ ten an der Wandt / vnderhalb der Reiffen oder gar auffzaͤmen 1 an die Hefft vmbſtellen vnd auff binden / vnnd ob woldas bey A vielen (weil es nicht breuchig ift) von vnnoͤthen fein geduncken moͤcht / ſo iſt es auß vielen vrſachen gukdann das Pferdt dardurch gezwun⸗ gen wirdt / ſtill zuſtehen vnd recht zu halten / damit es an allen orten / vnd am gantzen Leib wol vnd ſauber geſtrigelt vñ gewiſchet werde / hat auch nicht vr⸗ ach / fuͤrnemlich wann es kuͤtzlich were / ein tuͤcke an ſich zunem̃en / vnd beiſſen zu lernen. Wañ es nun am gantzen Leib / Kopff / Halß vnd Fuͤſſen ſauber vnd wolgeſtriglet / gewiſcht vnd gebutzet iſt / mag man ein naſſen ſaubern ſchwam̃ in die ein Handt nemmen / die ander darmit netzen / vnnd alſo dem Pferdt den Kopff / Halß / Leib vnnd Fuͤß mit der feuchten £. 0 tmache: ij da — A WVon Wartung | das Pferd ſchoͤn glat / vnd nimptdielangeongleiche Haare weg. Nachmalen ſoll man jhm die Moͤni auff beyden Seiten kaͤmmen / auch den Schopff vnd Schwantz richten / die Fuͤſſe auffheben vnd beſichtigen ob jhm nichts daran fehle. Wann nun ſolches geſchehen / mag man das Pferdt widerumb herab binden / oder abzaͤumen / vnnd ein wenig friſch Stroh fuͤrwerffen / als es cin wenig Stroh geſſen / ſoll man jhm zu trincken geben von dem Waſſer / ſo man haben kan / In dieſem fall iſt aber zu mercken / daß die Leymigen / Lettigen / oder aber Milchfarben waſſer / die nicht ſehr hart vnd kalt ſein / fuͤr die beſten gehalten werden / darvon nimpt ein Pferdt faſt zu. Wann aber ein Pferd gar wenig truͤncke / vnd auch nicht voll oder feißt/fonder abkommen were / ſol man ibm den runde mit Wein vnnd Saltz / oder mit Eſſig und Saltz waͤſchen: wann es nicht helffen wolte / mag man jhm un Maul laſſen / oder den Stud ſtechen. Gleichfalls auch wañ die waſſer zu friſch oder kalt / vñ das Pferd der⸗ ſelbẽ nit gewohnet were / mag man ein wenig warm waſſer / oder was wenig Kleyen darein werffen / wol darinnen vmbruͤhren / vnd darab trincken laſſen. Wannesaberdeg falten vnd friſchen Waſſers gewohnet / darbey ſchoͤn vnd voll bleiben wolte / were es am beſten vnd ſicherſten. Als es nun getruncken / ſoll man jhm ſein Sutter geben / vnnd acht haben / wie es luſtig eſſe / vnd ob es gar auff eſſe / damit man jm mit der Fuͤtterung nachmahls zugeben / oder ab⸗ brechen koͤnne / vnd man es nicht vberſchuͤtte / dann es jederzeit luſtig vnd alſo gehalten ſoll werden / daß es zu allen ſtunden / wann man es begeret / vnd jhm Heuw over Streum fuͤrwuͤrffet / einen luſt zum eſſen habe Dann wann cin Pferdt ſein Sutter wol jſſet / am Biſß arbeyt / vnd einen dicken Schaum auß dem Maul gibet / iſt es ein gewiß zeichen / daß ein ſolch Pferdt geſundt / vnnd wol zu paſß iſt. Eine ſtundt nach dem es das Futter geſſen / follman bin ein friſch Stroh oder Handvoll Hew fuͤrwerffen / vmb Mittag zeit mag man im widerumb ſein Futter geben / das ſol man allewegen mit Geſot oder geſchnit⸗ tenem Stroh vermengen vnd miſchen / ein ſtund darnach / ein handvoll Hew darauff geben / vnd im Nachmittag ſol mans wie vor vermeldt / vnd Vormit⸗ tags geſchehen / mit Striglen wiſchen / trencken vnd fuͤttern halten. Vnd als man jm zu abendts das Nachtfutter gibt / mag man jm die Strew vnderma⸗ chen / damit es ſich legen koͤnne. Yan ſoljm auch offt / nach dem des Pferds Huͤffe geſtallt ſeindt / einſchlagen / vnnd das mit Kuͤhmiſt oder anderem ein⸗ ſchlag / bißweilen mit der behoͤrlichen Huͤffſalbe / die Huͤffe vmb den Preiß ſal⸗ ben / vnd ſchmieren / im Sommer oͤffter / als in dem Winter / vnd nach dem die Huͤffe geſchaffen / wie ich dann hievon weytlaͤufftiger zuhandlen mir fuͤrge⸗ nommen hab. Wann ein Pferdt des tages / oder die nacht vnruͤhwig / viel mit den Fuͤſſen ſcharret / ſtampffet / ſpringet oder ſchleget / ſe mag es mit den zween fordern Fuͤſſen geſpannet werden / vnd wañ es nicht helffen wolt / mag es mit dem einen hindern Fuß auch darzu oder beſonder / nach gelegenheit angeleget vnd geſpannet werden / das iſt ſolchen vnrhuͤwigen Pferden faſt ae I | ehelt der Pferdt. XNVIR behelt jhnen die Fuͤß geſund. Weil nun ein Liebhaber der Pferde nicht allein wiſſen haben ſoll / die Maͤngel zu wenden vnd zu remedieren / ſondern auch ſo viel jm immer möglich iſt zuverhuͤten vnd fuͤrzukommen / ſoll er fuͤrnemlich acht geben / daß er die Pferd / ſie ſeyen was Lands art ſie woͤllen / im Stalle nicht rauch tractiere / boldere oder ſchlage / dann ſie forchtſam / wild / vnruͤhig / vnnd boßhafftig darvon werden / leichtlich mit der Bruſte wider den Baren lauffen / oder bißweilen gar mit den fordern Fuͤſſen in den Baren vnd Halff⸗ ter ſpringen / jhnen ſelbs ſchaden zufügen, Wie man einen Vollen vnd gemacht Pferdt vn⸗ | derſchiedlich im Stalle verfehen oder Hals ten ſoll. oe. verichen ſolle / doch nichts deſto weniger will es noch meh⸗ Merers erfordern. TER J KDD) | | ar elle Vnnd erſtlichen daß ein Volle gar nider / vnnd gleich ſchier auff der Erden eſſen ſoll / dardurch der Halſe gerecket / reiner / duͤnner vnnd ſchoͤner wirdt / vber das / daß der Kopffe dardurch von aller Feuchtig⸗ keit vnnd boͤſen Humoren / wie dann gemeiniglichen alle junge Pferdt damit beladen ſein / gepurgieret vnd gereyniget wuͤrd. Sie ſollen auch nicht rauch tractiert / gepoldert noch auch geſchlagen werden / biß ſie auch verſicheret ſein / man ſolle auch fein lieblich vnd ſitſam mie ıhnnen vmbgehen / die Fuͤß offt auff⸗ heben / Erſtlichen mit der Handt / nachmahls ein Eyſen auffden Huff legen / vñ mit einem andern Eyſen darauff klopffen / daß ſie alſo zaum / vnd ſich her⸗ nach beſchlagen laſſen / vñ alſo mit liebkoſen on ſchoͤn thun / bringt man ſie da⸗ hin / daß ſie nicht allein den Knecht / der fie verſicht / lieben / ſender auch ſein be⸗ gern. Dergleichen geſchicht auch / wann man jnen kein mangel / weder durſt / hunger /Fält noch hitz leyden laͤßt / fürnemlich im Sommer vor den Stiegen S ij beichtiße/ Bon Wartung beſchuͤßzt / vnd an orten vnd enden / da ſie es gern habenofftangerürt/bißweis len auch zwiſchen dem Futter / etwas weniges / daß ſie gern auß der Handt eſſen laͤßt. Vnd das iſt eine ordnung vnd manier / dardurch man nicht allein einen Bollen / ſonder auch ein jedtweders wildes Pferdt zam vnnd heymiſch machet. Bor allen dingen ſol man ſich huͤten / daß man fie nicht mit ſchlaͤgen / rauchen worten oder ſtimm erſchrecke / fuͤrnemlich im Stall / wie dann jhr et⸗ lich vermeinen moͤchten / man woͤlle ſie dardurch auffwecken / mundter vñ huy machen ſo iſt es aber ſehr gefaͤhrlich vnd ſchaͤdlich / man machet ſie dardurch forchtſam / wild / vnruͤhwig / boßhafftig / auch daß ſie mit der Bruſt wider den Baren lauffen / oder aber mit den vordern Fuͤſſen gar darein ſpringen / vnnd hnen ſelbs ſchaden zufügen. Vnd gehoͤret derhalben zu einer guten Warth / daß das Pferdt geliebet / ſchoͤn gethan / vnnd in keinen weg geſchlagen oder rauch tractiert werde/ fuͤrnemlich im Stall / daran nun nicht wenig gelegen / weil ein Pferdt ſo wol auff die Vbel / als gutthaten achtung gibet. Ein jung Pferd ſol auch allgemach das klaͤppern oder rauſchen der Wehren vnd Waf⸗ fen gewohnen / jedoch ſolches nicht zu fruͤhe / damit es nicht ſchreckig werde / vnd das erſte / wann es wolzaum gemacht iſt / des Sattels vnnd Zaums ge⸗ wohnet iſt / ſonſten aber ſol man fein klaͤppern oder rauſchen im Stall anfan⸗ gen / dañ man moͤchte mehr boͤß als guts außrichten. Wañ ſie aber wol zam ſein / mag man einen gewaffneten Nañ mit weiſſem oder palliertem Harniſch im Stall hinder jnen vmbgehen / letztlich jnen auch Waffen anhängen klaͤp⸗ pern/eine Buͤchſſe abſchieſſen / Trummeten on Heerbaucken / ſchlagen laſſen / Das ſoll aber nicht auff einmahl im Stall / ſonder mit langer Handt / vnnd erſtlich auſſerhalb des Stalls / oder vnder der Stallthuͤr geſchehen. Auff dieſe weiß haben auch vnſere Voraͤltern jhre Pferd gewoͤhnet vnd abgericht / vnd das noch mehriſt / haben ſie fuͤr vnd neben die Pferdt in die Staͤndt / vnd Baren todte Coͤrpel gewaffnet vnd vngewaffnet / verwundt vnd aller dings blutig fuͤrgeleget / Das hat jhre Pferdt behertzhafft und keck / auch zum Krle⸗ gen / Schlachten / Schertz / Ernſt / vnnd zu allem thun vnverzaget gemacht. Vnder andern das ein liebhaber der Pferdt fuͤrnemlich acht nemmen ſol / daß er ein Pferdt auff das geſuͤndeſt vnnd ſtaͤrckeſt / ſo immer muͤglich iſt / erhalte / dann ein Artzeney / ſo die geſundtheit erhelt / iſt viel hoͤher zuachten/ als die / ſo die Kanckheyten heylet vnd Curiert. JSoll derhalben fuͤrnemlich acht gege⸗ ben werden / daß ein Pferdt / ſo vber die fuͤnff in ſechs Zar iſt alſo gehalten vnd gefuͤttert werde / daß es zu allen zeiten Stroh oder Heuw mit luſt eſſen möge/ Vnnd wann es vber die ſechs Jar kompt / ſoll man es nicht mehr in das grůn oder Graß ſchlagen / es were dann ſach / daß das Pferdt ſehr abkommen / hel⸗ lig vnd in dem Leib hitzig were / oder einen die noth darzu brechte / ſe mag man jhm auch vom beſten Graß / ſo vorhanden iſt / vnnd darneben auch Gerſten mit Kleyen vnnd wenig Saltz vermenget eingeben / vnnd fuͤttern / darvon ein Pferdt geſundt / arbeytſam / leichtſinnig vnd ringfertig wirdt. Den Vollen aber/ | der Pferdt. XNVIN aber follman außwartz / wañ das Graß gut ond krefftig wirdt / in das grün vnd Graß ſchlagen / vnd vnder dem Namen der Follen verſtehe ich alle Pferd die nicht vber s. Jar noch auch gearbeyt oder arbeytſam ſeyn. Wann die Pferdt im Winter kein warmen Stall haben / ſollen ſie fuͤr⸗ nemlich die Bruſt vnnd den Bauch mit einer Decken zugedecket haben / Sie ſollen auch im Winter weder inn noch auſſerhalb des Stalls fuͤrnemlich an den Fuͤſſen nicht gewaͤſchen oder gebadet werden / wann ſie nicht nachmalen / wolabgedruͤcknet mit Thuͤchern abgerieben werden / ehe daß ſie in den Stall oder in jren Standt gefuͤhrt werden. | Decs Pferdts Lefftzen ſollen duͤnn vnd zart fein daß ſie im zaͤmen deſto minder muͤh brauchen / die werden duͤnn vnd zart / wann mans mit den Hen⸗ den offt reibet / vnnd das fo viel deſto baͤlder wann man die Handt zuvor naß macht / vnd als dann erſt damit reibet. Einem Pferdt / das man taͤglich reyt / arbentoder ſchon vber die 6. Jar iſt / dem ſol man fein Graß noch auch zu viel Hew geben / für jr Purgatz vnd kuͤlung aber an ſtat des Graß mag man men die ſpitz von weyden mit Stroh vermengt / oder s.inyo.taglang Cicorea wurtz wol geſaͤubert vnd gewaͤſchen / vnd drucken eingeben / vnd dergleichen ding die das Pferd nit ſteckẽ / noch boͤſe feuchtigkeit oder Humores bringẽ / als der Sa⸗ lat vnd dergleichen Kraͤuter / nach dem das Pferd Complexioniert vñ alt iſt. Wie vnd wann man ein Pferdt in das Gruͤn BEN oder Graß ſtelien ſoll. A —* * Vor Bon Wartung — Ageſchlagen hat / haben ſie jm darneben Korn / Gerſten / Haber Wond Spreuwer vnder einander eingeben / an ſtat des Futters / AR Dann obgemeldte miſchung vom Sutter / purgiert gar hefftig / SS ond kuͤlet darnebẽ / welches man einem Pferd zehen tag an ein ⸗ ander geben / vnd anders nichts darneben:vomn. bißauffden 14. das iſt / vier tag lang / ſol man anfangen widerumb Gerſten vnd Haber darunder zuthun / vnd alſo gemach widerumb zu ſeinem ordinari Futter kommen / in der zeit mag man ein Pferd wol in das Feldt laſſen gehen / aber nit arbeyten / oder hart rey⸗ ten / vnd wann es ſchwitzt / follman mit lawem Baumoͤl den gantzen Leib ſal⸗ ben / wann es kalt Wetter were / ſol ſolches beym Fewer geſchehen. Die Grie⸗ chen geben jhren Pferden neben dem Graß Korn oder lautere Gerſten / wann fie aber in ein wenig geſaltzen Waſſer eingeweicht / wuͤrde fie baß purgieren/ vnd die boͤſen Humores druͤcknen / darneben ſol jhnen —— obge⸗ meldte Gerſten nur an ſtat des Futters eingeben werden. Wann es nun alſo ein Pferd fuͤnff tag lang geſſen hat / fuͤhren ſie es zum Waſſer / waͤſchen im den gantzen Leib / druͤckknens mit drucken Thuͤchern widerumb ab / reibens alſo wi⸗ der das Haar vberſich mit Roſenoͤl vñ Wein / den gantzẽ Leib / aber den Kopff den ſtreichen ſie nicht. Nachmahls ſtreichen ſie das Haar widerumb nider / vñ wiſchens ſauber / Sie ſagen auch / daß weil ſie graſen folman jnen die Buga⸗ der ſchlagen / vnd den Stul im Vaul ſtechen laſſen / vnd neben dem Graß ſoll man jhnen auff einem huͤltzenen bretlein Saltz genug zulecken geben / damit es vom Saltz / ſo vieles will / vnd wann es will / eſſen moͤg / dann das Saltz ſoll die boͤſen feuchtigkeiten vom Graß verzehren. Etliche woͤllen / man ſoll ein fol ches Pferdt zu Hauß eingeſchloſſen halten / das ſeye auch beſſer / vñ zu dem / ſol es zuvor / ehe man es alſo in das Graß ſtellet gepurgiert / welches diß die ord⸗ nung iſt / ſo vnſere Voraͤltern / wie auch die Griechen noch im brauch haben / deren ſie ſich gantz ordenlich gebrauchen / Derhalben / wañ man ein Dferdt in das gruͤn oder Graß ſchlagen will / ſol man hernachfolgende ordnung halten / vnd dem / wie ich anzeigen will / fleiſſſg nachkommen. Erſtlich wann man ein Pferd auff das grün oder Graß ſchlagen will ſol man jhm zuvor ein tag z. oder 4. mit dem Futter abbrechen / vnd den legten tag zuvor / ehe man jm das Graß geben will/auffder Erdẽ eſſen laſſen. Nach⸗ mahls jm mit einem Federkeil oder anderm Roͤhrlin das Puluer / darvon her⸗ nach meldung geſchicht / indie Naſen blaſen / ein halbe ſtundt darauff mit dem Kopff in die hoͤhe gebunden ſtehen laſſen. Das Puluer wirdt alſo bereyt: Nimb ein halb Vntz Safranwurtz / | Pfeffer fo viel auff ein halben Batzen geht / Poryoñ Wolgemuth von beyden ein halb Vntz zuſammen gepuͤluert / ifolio, SL en Dicafto, | Wurtz von 2 ORWDRASNT. NIX Wurtz von wilden Kuͤrbiſſen / von dieſen dreyen ſtuͤcken / foleineg jedtwedern beſonder / ſo viel als man vngefaͤhrlich auff einen halben Batzen bringen kan / genommen werden / obſtehends alles ſoll zuvor klein gepuͤluert / wol vnder ein ander gemiſchet / vnd dem Pferdt wie vorgemeldt in die Naßloͤcher geblaſen / vnd ein halbe ſtundt darauff mit dem Kopff wol hoch auffgebunden werden. Weiter / wann man es nun herab binden will / folles in cin Wiſen / Feldt over Garten gefuͤhrt werden / da Kle vñ andere gute Kräuter oder gut Graß vor⸗ handen iſt / vnd graſen laſſen / Damit warn es alſo auff der eu den Kopffnider henckt / die boͤſen feuchtigkeit vñ humorẽ / die es im Winter ge> ſamlet hat durch die Naßloͤcher weg riñen / vñ der Kopff purgirt werde Man ſoll es auch drey Tag lang alſo in der Wiſen oder Garten graſen laſſen / aber die Naͤcht nicht / dann gegen dem Abend ſol man fie auffſtellen / in einen Stall fuͤhren / daſelbs vom ſelben Graß / ſo es im Garten gehabt / gemeth / nicht in den Baren / ſonder nur auff die Erden eingeben / dann es werden dardurch die Pferdt baß purgiert / vñ von vielen kranckheiten oder gebrechen / inſonderheit des Kopffs purgiert werden. Wann aber einer die gelegenheit nit hett / daß er die Pferdt auff einer Wiſen oder Garten graſen moͤcht laſſen / ſoll er jnen drey Tag vñ drey Nacht lang an einander ſtets vñ ſo viel fie eſſen moͤgen / im Stall auffder Erden Graß zu eſſen geben. Als ſie aber nun die drey Tag auff der Weid oder Wiſen gangen / ſoll mans auffſtellen / vnd jhnen vier Tag darauff das gruͤn Korn oder die Gerſten gruͤn vom Feld abgeſchnitten / wann es blů⸗ et vnd in der Milch iſt / geben. Vnd nach denſelben vier tagen / die Halßader ſchlagen / oder wann man jhme die Halßader nicht gern ſchlagen wolte / von wegen daß das Pferdt alts / auch etwan nicht vberig oder zu viel Bluͤt hette / mag man jm die Sparrader auff beyden ſeyten oͤffenen Das Blut aber ſoll auffgehebt werden / vnd mit Eſſig / Roſenoͤl und weiß von etlichen Eyern ver⸗ miſchen / dem Pferd den gantzen Leib vñ auch die Fuͤß / jedoch den Kopff auß⸗ genommen / damit ſalben / ſolches ſolan der Sonnen geſchehen / vñ daran ge⸗ halten werden / biß es drucknet. Vnd darauff ſol man es im Stall zehen oder ehlfftag / ſo lang man jm halt das Korn oder Gerſten geben wird / nit Strig⸗ len oder wiſchẽ / den Kopff aber außgenommen / der mag wol mit einem feuch⸗ gen külen Thuch gewiſcht oder gebutzt werden / dieweil er nicht geſchmiert eder geſalbt iſt wordẽ. In der zeit / weil ein Pferd das Gruͤn jffet/foll es im Stand ſauber gehalten werden / vnd drucken ſtehen / auch Fein kaͤlt leyden/fonder wañ ein kalt Wetter vorhanden / warm gehalten werden. Wann es nun die zehen Tag alſo in der Salb geſtanden iſt / ſoll man einen ſchoͤnen vnd warmen auch Windſtillen Tag erwoͤhlen / das Pferd zu einem flieſſenden ſuͤſſen oder geſaltz⸗ nen Meerwaſſer führen / ſauber abwaͤſchen mit groben leinigen Thuͤchern wol abdruͤcknen. Imfall aber / daß kein füß oder geſaltzens Waſſer bey der handt were / mag man ein lauwes Brunnenwaſſer / darunder ein Laug vers miſchet iſt / Lemmen / vnd damit waͤſchen / vñ nachmals "Age | | \ o — Von Wartung wol abtruͤcknen. Vnd wañ es widerumb in den Stall kompt / ſoll jm hernach ein tagetlich fo ang man das Graß geben wil / vnder welchen der Kle fuͤr die Pferdt faſt gut vnd geſundt iſt / gegeben werden. Wann das Wetter kalt we⸗ re / ſoll es zugedeckt werden / vnd fein kaͤlt leyden. Es ſoll gemach vnd leiß auch nicht lang geſtriglet / aber alle Tag genetzt / vñ nachmahls mit drucknen Thuͤ⸗ chern wol gewiſcht vnd abgedruͤcknet werden. Von der zeit an / da man jhm zu Ader gelaſſen / vnd fo lange es das Graß ſſſet / ſol man jm alle Tag zweymahl morgents vnd abendts / ein Handtvoll Saltz darunder ein wenig Kleyen ver menget oder vermiſchet iſt / fuͤrwerffen / vnd zu eſſen geben / Etliche aber geben hnen lauter Saltz / ſonder die Kleyen / Daß man jhnen nun die Gerſten ge⸗ benfollsweilmanihnendas Gruͤn oder Graß gibt / wirdt nicht von allen ge⸗ lobet. Dann weil ſie vom Graß einen ſchwachen / kalten / feuchten vnd boͤſen Magen bekommen / wuͤrden fie vielleicht die Gerſten / welche von harter Die geſtion iſt / nicht daͤuwen koͤnnen / fuͤrnemlich / weil ſie eben zu derſelben zeit ein kleine vbung oder arbeyt haben. Vnd weil ſie das Graß eſſen / ſollen ſie allzeit vber den andern Tag ein ſtundt oder anderthalbe / nicht lenger / fein gemach ge ritten werden / Im fall es ſich aber begebe / daß ſie ſchwitzen wuͤrden / ſoll man hnen den Schweiß wider die Haar vberſich ſtreichen / vnnd nachmahls mit Wein vnnd oͤl law abſtreichen / die Fuͤß vnnd den gantzen Leib mit ſalben / den Kopff aber ſoll man nur wie gemeldet / abwiſchen mit einem feuchten Thuch / vnd nachmahls ſauber abdruͤcknen. Die Bruſtader zulaſſen / weilman jhnen das Gruͤn gibt / wie es die Griechen im brauch haben / iſt nicht von noͤhten / es were dann / daß es die notturfft erforderte. Im Maulaber mag man jhnen wol im abnemmenden Mond laſſen / oder den Stulſtechẽ / das Blut ſol man in ein oder zwo Handtvoll Habern aufffangen / vnd denſelben Pferdten zueſ⸗ ſen geben / das iſt fuͤr vil gebrechen ſehr gut / macht die Wuͤrm in dem Leib vnd Magen ſterben. Man ſolljhnen auch das Maul zur ſelben zeit / weil ſie das Graßeſſen / offt mit Eſſig vnnd Saltz waͤſchen / dardurch die verſchlagenen Zaͤn widerumb zu recht gebracht vñ zum Eſſen luſtig gemacht werden. Mer⸗ cket auch / daß das Korn oder Gerſten / fo man jhnen zur ſelben zeit gibt / nicht ſpiſſig oder hart / ſonder jung in der Bluͤt oder Milch ſeyn ſoll. Es iſt auch zu mercken / daß gut were / ſolchen Pferden / weil ſie das Graßeſſen in jr trincken Kleyen geworffen wuͤrde. Wann man nun dem Pferdt das Graß drey oder vier Wochen auffs lengſt geben, vñ wil es widerumb zum Sutter aufffiellen/ ſoll man jhm gebrandte Buchen Aſchen vnd Seuenbaum geſtoſſen mit En⸗ tzian gepuͤluert / alles onder einander morgens vnnd abendts auff das Futter geſtreuwet geben / vngefaͤhrlich ein Handtvoll auff einmahl / Das ſoll man drey oder vier Taglang thun / dardurch wirdt das Pferdt in dem Bauch purgiert / vnd die boͤſen feuchtigkeiten / ſo vom Graß kommen / außgetrie⸗ ben werden. Weiter/ we der Pferdt. NNX Weiter / wie manein Roſſz auff das gruͤn oder | Graß ſtellen ſol / auff ein andere meynung. E An ſoll jhnen zum erſten abbrechen die Fuͤtte⸗ Yo rung damit fienicht volloder feißt auff das Graß kommen / Aond ſol ſie nicht ober ein Nonat auff dem Graß gehen laſſen / DD re und das geſchehe alsbaldt das junge Graͤßlein Herfür ſcheuſ⸗ ET fer/alsim Mayen / ledig lauffen laſſen / vnd ſo mans von dem Graß aufffahen / ſoll man jhnen etliche Tage gar wenig Futter geben. Und in der Fuͤtterung mag man ſich allerley gebrauchen / fo fuͤr die Wuͤrm gut iſt / als Artemiſi / Entzian Buchen Eſchen / Wermuth vnd dergleichen / welche Roſß alſo gefuͤttert / fiefeyen darnach geſchnitten oder nicht / werden ſie ge⸗ wißlichen nicht zu feißt oder athmig / ſonder behalten guten Athum / bleiben reſch vnd hurtig. | Ein ander Durgas im Meyen / für junge vnd | alte Roſſz / c. 8 I/II U — —— DRIN N I ERBE A — — va ey 270 —86 1\\ ) 7 4 N ern = N Je— — ẽ ———— — EN 2 Ba ) = | } — ee an u ni) * * — Er (er 1: J ni I rc A — — | —— —— —— — — ———— — — — — ’ 4 = — — — Bon Wartung EEE Imb Gerften/ fofie inder Mi iſt / ehe dann = N NY ficanbebt außzutheylen die Eher/ ſo ſtellet die Roß ein / als viel MN man will / alt oder jung / vnd alle morgen im Thaw ſoll man die Gerſten abmehen / daß ſie die Sonne nicht beruͤhre / vnnd leget fie in ein kuͤeen Stall oder Keller auff das Erdtrich / vnd ſtreu⸗ wet ſie von ein ander / damit fie ober einander nicht hitzig werde / vnd derſelbi⸗ gen Gerſten muß man den Roſſen geben tag vnd nacht / alle ſtund zwey oder drey mahl ein wenig / Alſo muͤſſen die Roſſz viertzehen tag in der Gerſten ſte⸗ hen / darnach ſoll man jnen acht tag Graß geben / vnd darauff zu Aderlaſſen / Einem jungen Roſſz ſoll man am Halß / einem alten Roſſz aber ſoll man die Sparrader laſſen. So ferr man aber die Roſſz trencken willfolman ein we⸗ nig Kleyen darein werffen / damit das Waſſer breche / vnnd wann dann das Pferdt vngefaͤhrlich cin Monat mit Gerſten / vnnd Graß purgiert worden / oͤnnd man es wider auff das Sutter ſtellen will / So nimb Buͤchen Eſchen / vnnd gepuͤluerten Seuenbaum / vnnd gebt ein Handtvoll des morgens vnd abendts deſſelbigen Puluers vor dem dem Waſſer / auff dem Sutter zueſſen. Wann vnd wie offt man einem Pferdt / im Jar zu Aderlaſſen ſoll / auch wie viel ein Pferdt Adern bat, = — —— | — —— 4? “ —— rt ji! ) ’ ‚ws a Y —— 7 7 N EN ] ll den der Pferdt. XXXI An ſol feinem Pferd zu Aderlaſſen / es fen datt von noͤten / im Fruͤling oder im Herbſt / mag es am baſten ge⸗ ſchehen / Wañ man aber ſehe / daß zwiſchen der zeit ein Pferde 2 zuviel Bluts bekaͤme / vnd gar Blutreich wuͤrde / ſoll man jm TOR alsbald laſſen / es fen in was zeit cs immer wöll/ damit es nit In eine groffe Kranckheit falle, dann fiebefommengernden Wurm / Rauden vnd andere böfe feuchtigkeit. Es fol auch in dieſem fall/auffdes Pferds Kom» plexion vnnd Alter fürnemblich achtung gegeben werden/ Dann man einem jungen vnd ſtarcken Pferd mehr Bluts laflenfoll/ als einem alten vñ ſchwa⸗ chen / man ſol auch einem Dferdt bälder zu anfang oder zumende der Kranck⸗ heit ein Ader oͤffenen / als mitten vnd gleich in der Kranckheit. Die Zeichen / daß ein Pferdt zuviel vnd vberfluͤſſig Blut hat / ſeind / daß im Beutzlen gleich wie die Geſchwer wachſen / Die Adern werden jhm groͤſſer vnd lauffen auff / gehet ſchwermuͤtiger / hat rotte vnd feuwerige Augen / als es ſonſt von natur pfleget zu haben / reibet ſich offt / vnnd jſſet fo wol nicht / als es vor gethan hate Im Maul mag man jhnen alle Monat laſſen / wann der Mon abnimpt / Das Kopffweh wird dardurch Curiert / vnd der luſt zum eſſen erwecket. Die ſtund im 5 vñ Fruͤling zulaſſen / iſt zwo ſtund / nach dem es tag worden / vnnd der Mon im abnemmen iſt / doch iſt zu mercken / daß man im Sommer fruͤher / als im Winter laſſen ſoll / allezeit wann die Pferd nüchtern ſein / noch nicht getruncken oder geſſen haben. Das Blut / ſo man den Pferden laͤßt / iſt denſelben Pferden zu vielen gebrechen faſt nuͤtzlich vñ gut / Als nemlich / Das Blut / ſo von der Halßader kompt / wann man es mit Eſſig/ Roſen oͤle / vnnd weiß von Eyern vermenget nimmet / dem Pferdt den Leib oder die Glieder damit Salbet / ſterckt die Glieder / bringet ſie widerumb zu recht / vnd truͤcknet gar ſehr. Ein Pferdt dem zu Ader gelaſſen iſt worden / ſoll vber ein halb ſtund ni vnd trincken ſtehen. | en Befchellern den muͤden / den gar alten Roſſen vnd den geſchnit⸗ tenen ſoll man nicht zu Ader laſſen / Es ift auch zu mercken / daß ein Pferde fo zu viel Bluts hat / vber die zuvor angezeigte Zeichen auch im gantzen Leib ſchmertzen haben / vnd kranck ſein wirdt / iſt ihme derhalben faſt gut / daß jhme die Adern in den ſeytten geoͤffenet werden. Weil ich nun von dem Aderlaſ⸗ ſen habe meldung gethan / iſt auch billich / daß angezeigt werde / wie viel daß ein Pferdt im Leib Adern habe / die man oͤffenen moͤge. Solt derhalben wiſ⸗ ſen / daß der Adern in allem ſechs vnd zwentzig ſein / Nemlich im Maul ſeindt zwo Adern / vnderhalb der Augen zwo / an der Bruſt zwo / auff den Schuld⸗ tern zwo / am Bug zwo / vnder den Kerrivier/ander Ferſſen zwo / auff ————— der Bug vier / vnden an den Fuͤſſen zwo. * 4 K2) AL } nr > Kür Ar ES, er RD AT RO 4 Kris KA) v . ji % N BR — VO 7 H uij Wie TonlWarumg Wie man einem Pferde warcen ſoll / wann es vom Graßkompt. Ann ein Pferdt bom Graß lompe / ſoll es ſau⸗ ber gewaſchen vnd abgerieben vnd getruͤcknet / nachmahls mit IKTIOR — « einer Decken von Leynwat zugedeckt / und wieobenvermeldt? ZEN verfehen werden. Ich lob die nicht/fo ihren Dferdtennachdem * BEE Graßandere Kraͤuter geben / weil es von vnnoͤhten / vnnd ein Pferdt oom Graß leibig abkuͤlet / vnd purgiert gnug iſt worden. Dieſe aber fein zu loben / ſo nach dem Graß gut alt Hew / Stroh vnnd Gerſten geben / Deßgleichẽ ſie in jrem ordinari luſtig erhalten Nan ſol es auch darnach mit wiſchen / ſtriglen vnnd aller warth / wie andere Pferdt / darvon oben meldung geſchehen / halten / von neuwem beſchlagen / fünff oder ſechs tag darauffnicht arbeyten / ſonder fein gemach reytten / vnd in die arbeyt darinnen ſie zuvor ge⸗ weſen / allgemach widerumb gewoͤhnen. | N —J— Wie man ein Pferdt Sactlen vnd zum Reyc⸗ ten / zurichten ſoll. * Oll man erſtlichen das Pferdt mit einem tru⸗ Ickenen Thuch ſauber abwiſchen an dem Kopff / Leib vnd Süß R ſen / den Sattelbefichtigen/ob er recht vñ gleich gefuͤllet/ nicht an einem orth haͤrter / als an dem andern ſeye / vnd recht auff⸗ | liege/damit er das Pferd nit trucke / oder befchedige/ / Man fol in auch fein ſitſam vnd gemacht denſelben auflegẽ damit man das Pferd nit er) chrecke/ auch nit zu ſehr fuͤrwartz / wie diſer zeit vil zuthun pflegen / Die ſchier gar auff im halß ſitzt / noch auch zu weit hinderſich ſtehen: die Gurt ſol zimlich ſtarckangezogẽ werdẽ / damit der Sattel nit vmbgehe / Nachmals ſehẽ / damit das | e⸗xpPpferht. NNK das Sürbüg vnd Schwantzriemen recht anligen / wol ſauber ond nicht vnfle⸗ tig ſeyen / gleichfalls der Zzaum vnd das Gebiſſ / ſoll alles ſauber ſeyn. Wie nun das Gebiſſz / Naßriemen vnd Kinraiff eingethan vnd geguͤrt ſol werden / wird hernach geſagt werden / auff das allein ſoll man acht geben / die Ringken am Zaum / wie ſich gebuͤret / in die alten Loͤcher / vnnd wie hernach angezeigt wirdt / eingethan werden / weil ſolches dem Pferd ein zier / vnd dem Reyter ein groſſe huͤlff iſt Nachmahls dem Pferdt den Schopff / Moͤni vnd Schwantz iemlich feucht abkaͤmmen / richten vnd abſtreichen Die Stegreiff recht rich⸗ ten vñ ziehen / nicht zu lang noch zu kurtz / nach gelegenheit des Sattels Die gemein lenge iſt des Reyters gantzer arm an / von den vorderen fingern / biß vnder die Jechſeloder Schulter / mit dem Stegreiff zumeſſen / Doch folder recht Stegreiff allwegen vmb ein halb Loch kuͤrtzer ſeyn / als der linck / vnd die Steigleder ſollen vnder dem nie ſeyn / Davon ich dann auch weiter hernach meldung thun will / Es iſt auch fuͤrnemlich vnnd vor allen dingen acht zuge⸗ ben / daß wann man einen Vollen zurichten will / follman in mit dem Sattel nicht erſchrecken / dann es jhm ein lange zeit anhangen / vnnd zu letzt auch mie mühe vnd nicht ſonder gefahr geſattlet muͤßt werden. Er ſoll auch zum erſten nicht zu hart geguͤrt werden / biß ers gewohnet / Man mag ibmauch anfeng⸗ klich ein Cauezon von Stricken / vnd er deſſelben gewohnet / erſt denn mit der Keiten anlegen / Es iſt einem jungen Pferdt faſt gut / vnd gibt dem Reyter ein groſſe huͤlff / wann es ein ſtundt zuvor / ehe ers reyt / vnd darauff ſitzt / Sattlet vnd Zaͤumt auff die hefft vmb geſtellt / jhm die zween Zigel des Cauezons vn⸗ derhalb des Sattels Fligel auff beyden ſeyten an den Sattelbogen gebundẽ / angezogen / vnd das Pferdt alſo herzu gezogen oder gebunden wirdt. Wann es nun alſo je gebunden wirdt / ſoll man jhm ein wenig Ha⸗ bern oder Saltz auff das Gebiſſz geben / damit es an dem Gebiſſz lerne Ar⸗ beyten / das bricht dem Pferdt den Halß / machet es herzu kommen / gerecht / leicht / auff der Handt / guts Mauls / vnd ſtet von Kopff / vnd wañ ein Pferd ſchwer von Kopff / oder ſich ſonſt nicht will herzu begeben / des Cauezons er⸗ wehren wolt / mag es alſo / wann man es ſchon nicht reytet / alle Tag ein gute Stundt auffgebunden werden: wann man es aber reyten vnnd gleich auffſi⸗ tzen will / ſol es jederzeit zu einem vortheil gefuͤhrt werden / darnach ſitſam vnd gemachſam aufffitzẽ / auch nach dem einer auffgeſeſſen / ein weil ſtill Hals ien / vnd dem Pferdt ſchoͤn vnnd wol thun. Wie nun ein Pferdt zubeſitzen vnnd zubereyten ſen / wird hernach angezeigt werden. Wie man Bon Wartung der Pferdt / ꝛt. Wie man ein Pferdt halten ſoll / nach dem es ge⸗ ke ritten worden und zu Hauß kompt. a2 Ann ein Pferde gericcen worden / vnnd warm zu Hauß kompt / ſol man jm alsbald die Füß vnd den Leib erſt⸗ 9lich mit einer ſaubern Strew / nachmahls mit einem ſauberen DIN Thuch erfilich den Kopff vmb die Augen / den Leib und die Fuͤß a RS wiſchen / an einem Windt ſtillen warmen onnd engenortauff nd abfuͤhren / biß es abkuͤlet / Nachmahls die Eyſen / Huͤf / Fuͤß Augen vnd das Maul beſichtigen / ob jm der Reitter keinen ſchaden zugefuͤgt / vnd nichts mangle / Nachmablsfollmandas Pferdt in den Stall fuͤhren / an die Hefft auffbinden / den Saͤttel abthun / widerumb wiſchen die Fuͤß / vnd fuͤrnemlich die Fuͤßlin ſauber abreiben / vnd ein wenig ſtriglen / dann es darvon ſchoͤn ſau⸗ ber vnd aeeee es abzaͤmen / jhm die Strew ma⸗ chen / vnd waltzen laſſen / den Schopff / Moͤni vñ den Schwantz richten / oder kemmen / Man ſoll hm aber nichts zu eſſen / oder zu trincken geben / biß es ge⸗ ſtalt / oder ſonſt wol abkuͤlt / vnd nicht mehr warm oder hitzig ehe ſoll man jhm auch die Süß auffheben / vnd die Eyſen außraumen / in der Wo⸗ chen ein oder zweymahl mit Kuͤhmiſt einſchlagen / vnnd die Horn mit der be⸗ hoͤrlichen Hornſalb ſalben / nach dem es die Horn erfordern / vnnd geſchaffen ſeyn / wie dañ hernach weytlaͤuffiger angezeigt ſol werden. Es ſoll auch bißweilen einem Pferd der Schlauch beſichtiget / vnd wan er vnſauber were mit lauwem Waſſer auß⸗ | gewaͤſchen vnd gefänbert ER werden. Das XXXIII Die man einem jungen Vollen / den Anfang mit auffſitzen vnd reyten geben / vnnd vorter zu völliger gehorfam brin⸗ gen ſoll. ecwoeilich mir füirgetffien habe/ auff Su 7 das fürkeft anzuzeigẽ / wie man fich nicht allein mit FAN den / noch onbendigen und vngerittenen jungen Vol⸗ ecenanfengklichen verhalten ſoll / fonder zu dem auch 19 Darnach mit was für ordnung die alte vnnd vbel ge⸗ way rittene Dferöcfiefeyen gleich was art fie immer woͤl⸗ len) man reyten / vnnd wider zu recht / gehorſam / vnd = onderthenigkeitbringen ſoll / So wills die notturfft — — wenigs zuvor vonder Vollen in gemein / natur / diſpoſition vnd eygenſchafft zuvermelden / demnach ſie nicht alle eines / ſonder vnterſchiedliches gemuͤths vnd willen ſeind. Derhalben / ſo iſt ſolche erkandt⸗ nuß zuvor notwendig zuwiſſen / auff daß man ſich in ein oder andern weg mit den Vollen darnach wiſſe zuverhalten / dañ ohne derſelbẽ bee —2 nuß / Von Abrichtung nuß / wuͤrde ein Reutter wenig fruchtbares mit den jungen Roſſen außrich ⸗ ten koͤnnen. | SEA ER Derhalben vmb beſſeres verſtandts willen / fo werden etliche Vollen gefunden / die vnterſtehen ſich von ſtundt ancmangebeodertractierefie gleich fo ſitſam vnd gedultig / als jmmer muͤglichen) verzweifleter weiß den Reutter von ſich zu werffen oder ſchuͤtteln / vnd etwan auch fallens mit willen zu Bo⸗ den / oder aber / leynen ſich in alle höhe auff / woͤllen gleichfalls nicht fuͤrſich ge⸗ hen / oder thun ſonſten Teuffeliſche verzweiffelte bewegnuſſen. Solcher art vnnd eygenſchafft Vollen / ſollen mit groſſem geſchrey / Straff vnnd Schläg fuͤrſich / vnd etwan gar zum lauffen getrieben werden. In alleweg aber / ſo iſt groſſer fleyß zu haben / daß ſie dem Reutter in jhrer boßhafftigkeit / die ober⸗ handt nicht erhalten / ſonder derwegen allezeit geſtrafft werden. Andere ſeindt eines andern / vnd des friſchen vnnd dapffern Gemuͤths / daß / ob ſie ſchon an⸗ fengklichen jhrer ſtercke vnd ringfertigkeit / groſſe vnnd gewiſſe anzeigungen geben / ſie thun ſolches aber mit zierlichheit / vnd jo artig / daß man kein argen willen oder boßhafftig gemuͤth an jhnen ſpuͤren kan. Solche vnd derglei⸗ chen Vollen / woͤllen gar nicht geſchlagen oder faſt bearbeytet ſeyn / ſonder ſie muͤſſen nur mit der Stimm geſtrafft / vnnd ſo viel allein Corrigiert werden/ daß ſie dardurch des Reutters willen erkeñen / fuͤrnemlichen / daß er den Vol⸗ len nicht fuͤrchte / ſonder woͤlle haben / daß gemeltes Pferd jm gehorche / vnd in allem vnderthenig ſeye. Vnd in ſumma / ein ſolche mittelmeſſigkeit iſt mit nen zuhalten / daß ſie weder zuverzagt / oder zu hoffertig werdẽ moͤgen / Dañ auß denen Vollen / ſo dieſer Complexion ſeind / entſpringen vnd werden darauß die beſten Pferdt gericht / zu vorderſt / wann ſie durch einen guten vnd erfahrnen Reutter vnderwieſen werden. Andere aber / ſeind noch von etwas minderem gemuͤths / vñ derwegen auch forchtſamer / Die ſollẽ derwegen auch mit groſſer patientz / gedult / vnd liebkoſen gehandlet oder geritten werden. | Derhalben / wann euch ein jung mutwillig Pferde zu handen kompt / das nicht gern wil auffſitzen laſſen / oder fich deſſen wehrt / ſo nimb ein ſanfft⸗ muͤtigs rhuͤwigs Pferd / vñ ſetzt euch auff daſſelbig / darnach ſo nemmet einen langen Zigel / vñ hefftet den oben oder vnder den Capezon / behaltet denſelbẽ in ewer Hand / darnach ſo ziehet gemeltẽ Zigel allgemach zu euch / vnd diß ſo vil / biß jhr das jung Roſß auch neben ewer ſanfftmuͤtig Pferd bringt / vnd ſo na» he / daß jhr jhm euwer lincke Handt / auff ſein linckes Aug legen vnd daſſelbige bedecken koͤndt / alſo / daß der jenige / ſo darauff ſitzen ſoll / moͤge ſolches mie gu⸗ ter gelegenheit verrichten / vñ das jung Pferd nicht jnnen werd oder ſehe. So bald er aber darauff kommen / vnd ſich der Voll anfengklich Naͤrriſch / mit ſel⸗ tzamen geberden ſtellen wolt / fo laßt es in keinẽ weg von euch gehen oder flie⸗ hẽ / ſonder behaltets vñ machts dem ſanfftmuͤtigen Roſſßz folgen / ſo lange / biß es ſich von ſelbs zufriedẽ ſtellt. Nach der hand / ſo laßt ewer ſanfftmuͤtig Roſſz forth gehen / ſo wirdt das ander nicht vnderlaſſen / jhm ni es aber —— der Pferdte. Xxxiui es aber jhe nicht folgen wolte / ſo laßt den jungen / ſo darauff ſitzet / eine Gerten vnder die Hand nemmen / vnd es darmit allgemach hinden bey den Hexen an⸗ rühren oder gar ſchmitzen / ſo wirdt das junge Roſſz nicht vnderlaſſen / fuͤrſich ae mit der Sertennichtgefchlagen zuwerden. Im fallaber ir es ſchlagen / vnd cs ſich zum ſpringen begeben wolte / ſo ſolt jr helffen gleich⸗ falls mit dem langen Zigel zu halten / vnd herzu zu ewrem Roſſz zu ziehen / da⸗ mit es bey dem andern bleibe / vnd den ak des ſpringens onderlaffe, Wann es dann auff dem weg zu gehen gericht / vnd daß es dem andern willig vnd gern folget / ſo reytet zu einer Straſſen oder Thumelplatz / da man ſonſten pflegt auch Pferdt zureyten / vnd laßt es ſechs mahl vngefaͤhrlich auff vnd ab reyten / darnach laßt es ſtill halten / vnd dieſer /ſo darauff ſitzet / ſol jhm zuſpre⸗ chen vnd ſchoͤn thun / damit es den Reyter lerne erkennen. Alsdann ziecht das junge Pferdt bey dem Ziegel zu euch / vnd thut euwere Haͤndt jhm zum Kopff / vnnd thut jhm gleichfalls ſchoͤn / biß es wol ſtill vnnd ſicher ſtehet / darnach fo leget jhme euwer Handt wider auff das Aug / biß daß er abgeſeſſen iſt. Wann er dann abgeſeſſen / ſo laßt jn nicht von ſtund an / von dem jungen Pferd gehn / ſonder er ſoll jhm zuvor ſchoͤn thun / vnnd fein gemaͤchlichen auff den Sattel klopffen / darnach ſoll ers nemmen / in Stallfuͤhren / vnd gleichfalls gar nicht vnderlaſſen / jhm im Stall ſchoͤn zuthun. Dieſe gemeldte ordnung, ſollet jhr ſo lange brauchen / biß jhr gleich wol mercket / daß das jung Roſſz ſich nach als fein euwerem willen handlet / vnd mit jdn vmbgehen laͤßt / oder ſich Feiner boͤ⸗ ſen geberd mehr pfleget zu vnderſtehen. Wann jhrs dann von der geſellſchafft des andern ſanfftimuͤtigen Roſſz nemmen wolt / ſo gebt den langen Ziegeldies ſem / ſo auff dem Vollen ſitzt / in ſeine Haͤnd / vnd laßt jn gemeldten Ziegel vor⸗ nen auff den Sattelbogen legen / darnach laßt das ſanfftmuͤtig Roſſz fortge⸗ hen / ſo wirdt als baldt das ander folgen. Wañ jr dann ſehet / daß es mit gutem willen folget / ſo bleibet allgemach dahinden / vnnd laßt es ſelber vor angehen / vnd ſehet / daß ers fein gemachſam mit zuſprechen beleyte / vnd etwan / wo von noͤhten / mit der Gerten vnderhalb der Handt / hinden bey den Hexen anruͤhre oder ſchmitze / inſonderheit wañ es nicht fort gehen wolte. So ferr es aber wil⸗ lig von jhm ſelbs gieng / folmans weiter nicht bemuͤhen / ſonder darbey vnder⸗ halten. Wann jr aber ſpuͤrten / daß es ein vnwillen allein zugehn annemmen / vnd ſich gleich widern wolte / ſo ſollet jrs anderfinichtfchlage ob es mit den ſchlegen nicht zubesaubern oder gar verzweiflet zu machen) ſonder jm das ans der Pferd fuͤrgehen laſſen / ſo wirdt es gewißlichen folgen. Vnd ſo es nicht fol⸗ gen wolte / ſo ſoll einer darneben zu Fuß vorhanden ſein / der den gemeldten Bolten beym Ziegel nimpt / jhn fuͤrſich leyt / biß er ſich wider auff den Weg be⸗ gibt. Wañ es deñ auff dem Weg zugehen wol gericht iſt / ſo ſollet jr allgemach mit dem andern Gaul dahinden bleiben / vnd euch dieſer ordnung ſo lange ge⸗ brauchen / biß es zu guter ſicherheit iſt gebracht worden / Alsdañ ſollet jrs al⸗ lein ohn andere Roſſz vorter reytten. u Weiter | Bon Abrichtung Weiter ſol man ein jungen Vollen anfenglichen anderſt nicht / als auff der gereden / inn oder auff einer furchen eines Ackers gehen laſſen / vnd ſolches fo lang mit jhm treiben / biß Ihr genugſam erkennt / daß es wol / gewiß vndim Capeʒon verſichert iſt / ſo folmans auch im Traben nicht faſt vnd offt ſtill hal⸗ ten / biß daß man gar auff hoͤren vnd abſitzen will/eg were dañ ſach / daß man zu end der Furch iſt kommen / ſo mag man fein gerad vnd gemachſam ſtill hal⸗ ten. Man ſoll auch im ſtillhalten / gar nicht vnderlaſſen / dem Gaul ſchoͤn zu⸗ thun / vnd jn mit der Handt auff den Halß teſchlen oder ſtreichen. Wamn jhr dann auff vnd abfigt/ ſollet jhr groſſen fleiß fuͤrwenden vnd bedaͤchtlich ſein / daß ſolches gar ſitſam / vnd mit wenigſter ſo jmmer moͤglich / bewegnuß oder geſchrey geſchehen / damit ſie nicht erſchreckt / vnd in ein forcht gejagt werdẽ. Das wirt alſo geſchehen / wañ man die jungen Vollen gemaͤch lich zum vortheyl fuͤhrt / darnach fein ringfertig auffſitzt / vnd zugleich mit der lincken Handt auff dem Halß ſchoͤn thut / darauff ein gute weyle alſo ſtillhelt / biß der Gaul gantz vnd gar geſtillt auch rhuͤwig ſteht / vnd willig fortgehet. Derhalbẽ ſo ſolle diß wie bißher vermeldt / auffs kuͤrtzeſt bey acht tagen die vnderweiſung / das iſt / auff geradem weg oder furchen ſeyn. Somagman vorter darneben auch das junge Roſſz lernen gerad ſtehen vnd lauffen / nem⸗ lich / wann es vngefaͤhrlichen zween oder drey Spießlang fuͤrſich En N | es ſeye ‚der Pferdt. xxxv es ſeye darnach im Paſſz oder Trab / ſolmans gar gemach vñ hoͤflich machen / ſtill halten / vnd gute achtung geben / das Roffz vnderweiſen / damit es lerne / mit dem Leib / Fuͤſſen / Halß / vnd inſonderheit mit dem Kopff gerad vnd gleich ſtehen / darauff ſol man jm gleich ſchoͤn thun. Wie ferr es ſich darzwiſchen be⸗ gebe / das Roſß zu wenden, ſoll ſolches auffs weitteſt fo muner muͤglichen ges ſchehen. Damit aber ein junges Roſſßz anfengklichen vnd bey zeit lerne recht vnnd gerad ſtill ſtehen / fo ſoll einer zu Fuß darbey ſeyn / der fan als dann den Vollen mit liebkoſen vñ ſtreichen oder teſchlen an dieſem ort / da es nicht gerad vnd gleich ſtehen wuͤrde / gleichſam hinein zu der geraͤdin tringen vnd leyten. Gleichfalls der Reutter kan ſolches mit ſeiner Handt ſelber / Gerthen oder aden / thun vnnd verrichten / jedoch iſt groſſe beſcheidenheit darinnen zuge⸗ brauchen / auff daß es nicht erſchrecke / vnd bey gutem willen bleibe, WVom Trab / ſo wol auff dem geraden Weg vnnd Acker / als in Ringen, | nn Traben / & iij ben kan | | Von Abrichtung ben kan man ein junges Roſſz nimmermehr beſſer vnnd gewiſſer zur ringfer⸗ tigkeit bringen vnd treibenyalsdurch den Trab. Dann auß dem wirdt es ges ſchickter vnd taugentlicher zu allen Tugenden / wie folgen wird, Dieweil auß gemeldtem Trab / das jung Roſſz ein geſchickten Paſſz / ein ſtoltzen Galoppo / ein ſchnelle Carriera / im ſpringen ſterck der Lenden / wirdt auch zum Parieren ringfertig / zum Thumlen vnd zu aller ordnung ficher/gerecht vom Kopff vnd Halß / begert ein vnmeſſige ſtetigkeit / ein lieblichen Nundt / vnd ein zimliches geſchicktes auffleint auff das Biſſ / alſo / daß in Summa der Trab ein grund aller folgenden Lehrzucht / vnd Tugendt iſt. So kan man auch nicht vntau⸗ gentlich gemeldten Trab / wie etliche berhuͤmpte Reytter woͤllen / auff zween Weg theylen / von wegen vnnd auß vrſachen die Vollen darinn abzurichten / Den einen / ſo ſchnell vnd behendt gleich gejagt iſt / in welchem man dieſe Vol⸗ len reyt / ſo gleichwol ringfertig ſind / aber doch vornẽ nit recht hinauß woͤllen. Der ander kurtz vnd beyſammen eng vnd beſchloſſen / dann dieſe junge Roſſz / ſo gar weyt / wie man ſagt / auß einander traben / vnd ſich im traben beruͤhren oder anreichen / dieſelben ſoll man auff das kuͤrtzeſt vnd gleichſam erweckt tra⸗ ben machen. Die andern Vollen aber / ſo ſich nicht recht erſtrecken / vñ fuͤrſich auß woͤllen / die ſoll man etwas geſchwinder vnnd ſchneller im Trab anſtren⸗ gen. Dieſen jetztgemeldten vnterſcheid des Trabens / habe ich allein von den ſungen angehenden Roſſen vermeldt / was einem jegklichen fuͤr ein Trab zu ſeinem gefehrt am taugentlichſten iſt / durch welchen ſie folgendts von Kopff / Fuͤß Schenkel, vnd gantzem Lab ringfertig moͤgen gemacht vnd abgericht werden. Dañ ſonſten in gemein darvon zureden / iſt dieſer Trab ſo gleich kurtz vnd den man den Tryſchlag nennet / am aller beſten / ſicherſten / ſchoͤnſten vnd ſanffteſten. Weiter ſoll / wie auch in allen andern dingen / ein maß gehalten werden / dann wañ man etwan gleich verzweifleter weiß ein Gaul geſchwind oder behendt wolte machen / ſo wuͤrde man anderſt nichten außrichten / dann das junge Roſſz nur dadurch vngedultig machen / daß es darnach einen re⸗ chten Trab deſter vngerner annemmen wuͤrde. Derwegen wie gemeldt der mittelmeſſig vierkant Trab vnnd Triſchlag wirdt am meiſten gelobt vnd gibt dem Roß ein wolgeſtalt vnnd ſchoͤne Zierde. Sowerden aber etliche Vollen gefunden / die ſolchen gemeldten Trab / in einem ſchoͤnen / hohen vnnd ring⸗ fertigen weſen herein gehen / Andere aber / die thun nicht weniger / ſo bleiben fie jedoch mehr bey der Erden / vñ kommen oder geben mit den Fuͤſſen / Schen⸗ ckeln vnd Schultern nicht ſo hoch vnd zierlich herein. Vnd ob wol ſolcher ho⸗ her Trab viel zierlicher iſt / als der ander / ſo wirdt jedoch von erfahrnen Reut⸗ tern dieſer ſo bey der Erden vnd niderer iſt / fuͤr ſtetter vnd langwiriger gehal⸗ ten. Es iſt aber in dieſem allem das mittel am beſten / Nemlich / daß ſolches ei⸗ nem Roſß von Natur gleichſam angeborn ſey / vnd nit erſt durch etliche fünfte len hergebracht werde. Dann etliche (wie in dem Niderland gebreuchig) Ihre Pferdt in der Trenſen Traben lernen / dardurch dann ein Gaul ziemlich faſt N auffgerit⸗ Herder ZNNVI auffgerieten wirdt. Gleichfalls ſo brauchen fie im befchlagen auch einen vor- theil / davon vor end diß Buchs auch meldung gefcheben ſoll / So wilmichje dooch bedunckẽ / man mache die Roſſz nichtallein jr vnd vnſtet / mitder Tren⸗ ſen im Maul / ſonder das noch mehr iſt / man verſehrt oder zerreißt en gleich gar die Mauler darmit. Wie dann in dieſem gut abzunemmen iſt / daß / wann man einen jungen Niderlaͤndiſchen Hengſt auß der Kuppel kaufft / daß vnder einer groſſen anzahl / wenig darunder vorhanden ſeyn werden / die ſolches we⸗ ſen vnnd hohen Trab / wann ſie darnach anderſt beſchlagen vnnd gezaumpt / forthan behalten. Derowegen / ſoll man ſich zuvorderſt eines jegklichen Vollens eygenſchafft vnd ſtercke wol erkuͤndigen / vnd jhme mehr nicht auffle⸗ gen oder vbertreiben / als ſeine Natur / ſtercke vnd vermoͤgen leyden vnd erdul⸗ den mag. Jedoch aber nicht ohne iſt / daß die ſchweren Eyſen einem jungen Roſſz vornen zum heben / groſſe huͤlff thun. Und entgegen / wann die hindern Eyſen gering ſeind / ſo folget ein Roſſz deſter beſſer damit / Gleichfalls / ſo man keine Stollen an den — Fuͤſſen fuͤhrt / ſo kompt es deſter auffrechter von Kopff vnd Halß. Weitter / wann die Roſß im Trab vornen faſt außwerf⸗ fen / ſeind vnd bleibens ſelten feſt / gleichßfalls dieſe fo mit den vordern Fuͤſſen außwartz ſtehen / welche von etlichen Gaͤnßfuß genandt werden. Darneben ſo iſt wol zu mercken / daß / wann man von Stall gußzeucht / daß ſolches im Trab der nicht gejagt/fonder zierlich iſt / geſchehen ſol. Wann jr aber zu Hauß sichet/fo laßt es den Paſſz gehen / vnnd vnderhaltets im Capezon / erweckets mit der ſtimm vnd ſchmatzen der Gerthen / vnd wann jhr abgeſeſſen vnd jr in Stall kommen / ſoll mans auff ein Holbiſſz ſtellen / verblaſſen / wol druͤcknen vnd erkuͤlen laſſen / jm auch nach gelegenheit der zeit / was auff das Biſſz ein⸗ geben / damit es ſpielen vnd die Zungen herab thun lerne. Die ander vnderweiſung in dem Ringreyten. —G6 Ann dann ein junges Roſſz / in geraden Weg NL —— oder Furchen / den Paſſz vnd Trab angenommen / gerad ſtehet / SU Vond zu dem auch den Kopffond Halß gerad vnd ftıll helt wel⸗ — ches vngefaͤhrlichẽ innerhalb viertzehen tagen / oder drey Wo⸗ SEE chen gefchehen/ vnd vnderwiſen fan werden) Soll mans dar⸗ nach forter in den Ringen reytten / vnd gleichfalls im Paſſz anfahen / vnd mit den Trab enden. Dieſer Ring ſollen zween / oder aber drey neben einander/ darnach ſol ein gerader Weg oder Furch / wañ es in einem Acker / hinauß zim⸗ licher lenge ſeyn / darbey zu end auff beydẽ ſeyten ein kleiner Ring iſt. Der groͤſ⸗ fern Ring einer iſt vom Diameter / das iſt / von der mitten 15. Schritt breyt oder weyt / der kleinen Ring aber ſoll einer vom Diameter nit vber s. Schritt breyt ſein / wie dann zu end in einer figurn mit N°.B& C. bezeichnet / zu ſehen iſt. Der gemelten zweyen oder dreyen groſſen Ringen halber / hat es keinen andern vnterſchied/ dañ daß die junge Roſſz / die drey Ring lieber EN vnd au F} * Bon Abrichtung ond auch gedultiger Voltiern lernen / dañ man nicht ſo offt abwechßlet. Der⸗ wegen zum erſten / ſolman im Paſſz / wann der groſſen Ring drey oder zween ſeind / den Saulinjedem Ring drey mahl vnd wie ferr von noͤhten anfengk⸗ üüchen ein abgericht Pferdt vor om herumb gehen laſſen / vund die Vollen ſoll man allezeit auff der rechten Handt / wie in allem andern Thumlen anfahen / vnnd auff derſelben beſchlieſſen / vnnd diß auß vrſachen / daß jedes Roſſz von Natur viel lieber auff die lincke ſeyten / als auff die recht Voltiert. Wann es dann die Volten im Paſſz angenommen / ſoll man es darnach in den Trab ſe⸗ tzen / Dieſes Ringreiten aber ſoll anfenglichen nur zwey oder dreymahl auff ein jede ſeyten / wie oben im Paſßz vermeldet worden / beſchehen / Mit der zeit aber mag mans mit gelegenheit vnd ſtercke des Roſſz mehren / vnnd diß vmb ein guten Athem zuvberkommen / darzu dann der Trab in den Ringen ſehr nuͤtzlich iſt. Zu end aber / ſol man es den geraden weg hinauß Traben laſſen / vnd gegem end/dag iſt / zwiſchen den zweyen kleinen Ringen etwas geſchwin⸗ der gehen laſſen oder antreiben / vnd zwiſchen gemeldten kleinen Ringen allge mach gerad ſtill halten / vñ das Roſſz ein / zween oder drey Schritt mehr oder weniger / nach dem cs für ſich begeret / hinderſich geben oder lauffen machen/ vnd jhn mit Taͤſchlen auff dem Halß ſchoͤn thun ¶ Wann man dann alſo ein weile ſtill gehalten / ſol man dann allgemach anfahen / den Gaul in ee ingen ee en er ie. a A Et ee der Pferde. xXxxvnii Ringen auffs gemacheſt bloß im eu herumb gehen machen/onnd mit dem wenigeſten nicht darzu treiben / Sonder mit der zeit / wann es in den groſſen Ringen ringfertig worden / ſo wirdt es die kleinern darnach auch deſter lieber annemmen. So ferres dann in dem groſſen Ring den Trab luſtig angenom⸗ men vnd gelernet / ſo mag man jm darnach zu end der Ring / den geraden weg auß / vom Trab allgemach in Galoppo ſetzen / vnd wie oben gemeldt zwiſchen den zweyen kleinen Ringen ſtill halten / Parieren oder ſtutzen / vnd zween oder drey Schritt hinderſich lauffen machen / dem Gaul / wie oben gemeldet wor⸗ den / darauff ſchoͤn thun / Vdan ſoll ein Gaulauch darnach auff ein jede ſeyten zwey oder drey mahl nach gelegenheit in den kleinen Ringen / auff ein jede ſey⸗ ten herumb gehen laſſen / vnd auff der rechten Hand anfahen vnd beſchlieſſen. Wie die junge Roſß anfengklichen neben dem Capezon ſollen gezaumpt werden. ** — — —— SS ir! 5 \ | N ı ) SE/tZ! f f 4 EEmnach man vermercken kan / daß ein junges era Nofl;den Trab frey ledig gehet / erkennet die Ring / laßt ſich 5 auch leichtlichen Halten vnd wenden / ſo ſoll man jm ein Biſſz / Menemlich / ein Holbiſſßz einthun mit geraden Stangen / wie dañ —— DN oderen etliche von anfangs vnterſchiedlich nach einander fol⸗ gen werden / wie hernach etliche Figuren außweiſen werden. Vnd wann daſ⸗ ſelbig Gebiſſz alt / vnd zuvor an den Roſſen were genuͤtzt vñ gefuͤhrt worden / wuͤrde es deſto beſſer ſeyn / vnnd viel lieber annemmen / als wann es neuw we⸗ re. Das Mundefiäck aber ſoll man im Winter mit Honig ſchmieren / oder mit Suͤßholtz / vnnd im Sommer mit Saltz oder ein wenig friſch Graß dar⸗ auff Saltz geſprenget / eingeben / Sp wirdt es daran lernen kaͤuwen u Ars | eyten / rn Bon Abricheung beyten / vnnd leynet ſich fo vieldeftermeffiger darauff / zeucht auch Fein Laſter an / ſonder es bleibet dimangenem/ So moͤchte nicht dann gut ſeyn / eine gute weil / ehe man es Reytten will / zuvor auff das Biſſz ſtellen / vnnd ſich darmit wie vermeldet worden / erhalten / gleichfalls/ / wann man zu Hauß kommen / darauffſtehen / verblaſen vnd abkuͤlen laſſen / vnd him darzwiſchen jmmer et⸗ was wenigs eingeben / damit es am Gebiſſz zuſpielen habe. Damit man aber recht vñ gewiß erkennen moͤge / was fuͤr ein Holbiſſz / das iſt / groß oder kleines / den Roſſen taugentlich ſeye. So ſol man derhalben dem Roſſz in das Maul greiffen / damit es daſſelb auffthue / ond wann man ſihet / daß jhm die Backen faſt in die Biller hinein fallen / vnnd daß es in leff⸗ ken feißt vnnd darneben ein ſeichts Naul hat / ſo laßt jhym das Yeundtſtuͤck deſter voͤlliger vnd groͤſſer gegen den Backen machen / dann die Backen fallen einem jeden jungen Roſſz gern gegen den Billeren / ſonderlich das / ſo noch nit gezeumpt iſt worden. Darumb / ſo iſt fuͤr das erſt zaͤumen einem jeden jun⸗ gen Roſß gut / daß das Nundtſtuͤck groß vnd völlig gegen den Backen ſeye / dann es tringet jhnen die Backen herdan / daß darnach das Biſſz von ſtund⸗ an auff die Biller kompt / vnnd lernet ein ſtet weſen mit dem Kopff vnd Halß zufuͤhren. So aber die Lefftzen am erſten nicht hindan geleytet werden / ſo zwicket das Gebiſſ die Lefftzen zwiſchen der Biller vnd Ydundtſtuͤck / darvon darnach die Roſſz gern gellen / vnd ein vnſtet weſen mit dem Kopff / Halß vnd gantzen Leib fuͤhren / zu dem / ſo verleuret der Reutter ſein Haab darinnen / dee ren er ſonſten gantz nottuͤrfftig iſt. | ' Hann jhr jhme nun das Holbiffz feiner Proportion vnnd geftaltdeg Nauls nach / wie vermeldet wordẽe/eingelegt habt / Soll das erſtlichen / wañ jhrs Reytten woͤlt ohne Kinreyff ſein / oder henckets jhm anderſt nicht an / dañ daß es das Kien nicht beruͤhre / biß jr erkennet es das Gebiſſz angenommen / vnd daß es darauff verſichert ſey / darnach ſo moͤget jhr es jihm allgemach ein⸗ thun / ſo weyt als moͤglichen fuͤhren vnd gleich vmb beſſerer ſicherheit willen / ſchlottern laſſen. Die Stangen ziegelaber / ſollen anfenglich mit groſſer auffmerckung auffs leyſſeſt gefuͤhret vnd angezogen / vnd ſoll allein im Cape⸗ zon oder Naßbandt geregiert werden. Sojhr dann ſpuͤret / daß es den Kopff bin vnd wider zu werffen frembd ſtellen wolte/ fo vnderlaßt nicht es gantz ſtet im Capezon zuhalten / vnd wañ es dann den Kopfferzehlter maſſen ſchuͤttelt / ſo wird es bald ſehen vnd empfinden / daß es gleich vnderthenig ſeyn muß / vñ wirdt ſich auch von im ſelbſt befrieden. Wann jr dann ſehet / daß es das Biſß willig angenommen vnd darauff verſichert worden / So ſolmans / wañ man von vnd auß den zwey oder dreyen groſſen Ringen ſcheiden / vnd den geraden Weg hinauß ziehen will/allgemach im Trab feſter anſtrengen oder gar Gas loppieren machen / vnnd zu end / das iſt / zwiſchen den zweyen kleinen Ringen / wie dann oben gemeldet iſt worden / ſtillhalten / vnd Parieren / mit ſampt ob⸗ angezeigter Lehre. —— Be ee FRE IS u ee ee er ee a ee u Zn 0 RR xxvin Wie man ein Roſß / auff oder an Halden auff den Wi Hexen Parieren/ ſtutzen ond mit dem Hinderen rotſchen lernen ſoll. | RR Ann jhr dann — das junge Roſſz ab⸗ % gemeldtes alles fleiflig vnnd gehorſam thut/ freywillig pa⸗ AVB riert/ ſtutzet / gern darauff zauffet / fo moͤchte man es auff den INH Hexen vmb beſſerer ſicherheit willen Parieren vnnd ſtutzen E67 Ihnen. Woferr dann in ſolchem Traben vnd Galoppieren zu endt ein Halden were / ſo ſoll man es ſolchen geraden Weg offt auff vnd ab⸗ gehen laſſen / vnd an gemeldten Halden Parieren / vmb es deſter baß zu beſtet⸗ tigen / vnd es gleichfalls wol Traͤben vnnd auff den Hexen Parieren machen / ſolches aber ſoll nicht offt auff einander geſchehen / oder gar zu eylendts vnnd zu geſchwindt ſeyn / damit es bey gutem Athem bleibe/onnd nicht vngedultig werde / zuforderſt aber follmanim Parieren die Ziegel nicht zu gehelingen an ſich ziehen / ſonder es ſol fein langſam geſchehen. Das Parieren aber ein junges Roſſz recht zu lrnen 7 were wolgut / wann man hette eine lange vnd zum theyl auch ein enge Straß / da auff bey⸗ den ſeyten eine Mauwer / zaun / oder Hecken were / vnd der Boden ſolte auff beyden ſeyten auffwartz erhoͤcht ſeyn / vnnd zu ende des einen oder beyden Weges / einen Halden haben / vnd Ableg ſein. Die Ableynenaber / vnd wie man Parieren oder frußen fol,findt man in der obgemeldten Figur / mit Ne. C. bezeichnet / die Halden gegen den zweyen kleinern Ringen / in welchem man die Roſſz zwey oder dreymahl in dem Trab auff vnd abgeben laſſen ſoll / Als⸗ dann ſol man den jungen Gaul in was ermundterten Paſſz außreytten / bald in den Trab ſtellen / denfelben immer behender anſtrengen / biß der Gaul von ſich ſelbſten zu end zu Galoppieren anfahet. Man ſoll aber auch entweders oben an der Halden / oder gar nahe zu vnderſt der Halden / Parieren oder Stutzen / vnd die Ziegel auch nicht gaͤhlin⸗ gen / ſondern fein gemach an ſich ziehen / vnnd darnach vngefaͤhrlich bey vier Schritten gerad hinderſich lauffen machen / vnd gleich alsbald wider fuͤrſich tretten / vnd den Zaum oder den Ziegel ſtet halten / vnd dem Gaul ſchoͤn thun vnd ſeuberlich zuſprechen. Dieſe ſetzterzehlte Ordnung / ſoll eine zeitlang gehalten werden / biß es willig auff den Hexen vnnd ringfertig Pariert oder ſtutzet / man ſoll aber dem⸗ nach es etliche viel Roſſz auch gar hart ankompt / auff einmahl viel oder wenig / nach eines jeden Gauls vermoͤgen vnd ſtercke / nicht zu gar hart in ſolchem anſtrengen / ck, In Bon f, f Von Abrichtung Von den Poſſaden / das iſt / daß ſich ein Roſſz bor⸗ nen ſittigklich erhebe / vnd wie man es ein jun⸗ ges Roſſz lernen ſoll. Tr 3 \ key u EN 36: 37 5 RES * EN Bi difen jetztgemeldten Parieren vnd ſtutzen / a tommen vnd entſpringen darnach die Poſſaden / das iſt / wann Nee) fich ein Gaul nur vornen empor gibt / vnd mit den hindern Fuͤſ⸗ 8 RR. fen ſtill fichenbleibt. Welche Poſſaden alfo gelernet werden / wann ein Pferdt ſchon wol Parieren / vnd ſolches ſtandhafftig kan / Alsdann mag man jhme im Parieren ferrner mit der Stimm / Waden / vnd wann der Gaul nicht empfindtlich / faul oder ſchwer / zugleich mit beyden Sporen / mit ſampt den Gerthen auff der rechten Schulter zugleich helffen / ſampt den Zieglen des Capezons / die ſollen auch darmit was weniges ange⸗ zogen / oder nur bloͤſſig die Handt was mehr fuͤrſich gethan werden. Solches aber wird ein junges Roſſz / an einer Halden viel lieber vñ ringer annemmen? wie zu endt diß Buchs in einer Figur mit dxe . bezeichnet wirdt / vnd mit den hindern Fuͤſſen oder Hexen folgen / vnd nachtreſchen lernen. Der Poſſaden aber / ſollen nicht mehr vnd auffs meiſte drey ſein / vnd gleichfalls zum wenig⸗ ſten zwo / nach vermögen vnnd ſtercke eines jeden Pferds. Wannes aber die Poſſaden nicht recht vnd zu hoch mit allem anderm/ En Re Ä ol mans der Pferde. - ZRNIX fol mans vonftundtanmitden Sporen oder Gerthen ftraffen/ und auff daſ⸗ felbignoch eines halben Repellons lang/ wider fürfich traben machen, vnnd jmmitder Stimm / wo auch vonnöthenbeyden Waden / Sport, oder Ger⸗ then zugleich helffen. Eben gleiche ſtraff iſt zu halten / wann ein Gaul etwan vornen ſtutzet vnnd ſich empor gebe / aber mit dem Hindern vnd Hexen nicht nachfolgen oder treſchen wolte / ſo ſoll man baldt widerumb vmbkehren / vnnd das Pferd wider wie zuvor ander Halden Parieren machen. Wie ferr dann ein Roſſz auß Schweche vnd vnvermoͤglichheit / ab den Halden ein entſetzen empfahen wuͤrde / den ſie etwan auß ſchweche der Glieder vbel vnd gar nicht erleyden Eöndten/folman ſolche Roſß oben bey der ebne gegen der Haldt Pas rieren. Wann es dann alſo verſichert worden / vnd zu dem auch ein ſtercke er⸗ reichet hat / ſo haltets zum halben weg auß der Halden / oder zum vnderſten / nicht weyt vom Boden, In dem man aber die junge Roflszandengemeldten Halden im Trab vnnd Galoppo auff den Hexen Parieren mit dem Poſſaden lernet / ſoll man darneben im Ring reytten abbrechen / vñ ſie nicht fo faſt dariñ Reytten. Derhalben in dieſem obgemelten / wie in nachfolgendem allem / ſol auff dieſes die groͤſte auffmerckung gegeben werden / daß ein Roſſz nicht vber poldert / oder mit ſchlaͤgen bezaubert / vnd vngedultig / oder gar verzweiflet ge⸗ macht werde / darzu wie gemeldt iſt worden / fuͤrnemlich huͤlfft / wann die jun⸗ Roſß nicht auß dem Athum gejagt / vnnd jederzeit bey gutem Athum vnd illen erhalten werden. Wann dann ein junges Roſſz biß daher kommen / vnd gelernet iſt wor⸗ den / daß es die Volten im Paſſz vñ Trab willig annimpt / den geradenen weg gern vnd hurtig Galoppiert / auff den Hexen Pariert vnd ein Poſſaden zwen oder drey / ſo ferꝛr man es anderſt begert / thut / in den kleinen Ringen auff bey⸗ den ſeyten gleich zierlich im Paſſz vnd Trab herumb gehet / vnd in den Volten den euſſerſten Fuß ober den jnnern thut / das iſt wann man es auff die rechte Handt Voltiert / den gelincken Fuß vber den rechten thut / vnd das widerfpiel/ wann man es auff die ander ſeyten Voltiert / beſchließlichen dieſes alles mit einem geradenem Kopff / Halß / vnd darzu mit dem gantzen Leib ſich freywil⸗ lig vnd gern gehorſamet / welches vngefaͤhrlichen in dreyen Wochen / oder ei⸗ nem gantzen Nonat geſchehen / vnd auch vnderrichtet fan werden. So ſoll man jhme den Kapezon abthun / vnd wo von noͤhten iſt / recht wie es gehoͤret / vnd eines jeden Roſſz Maul / Halß / Kopff / vnnd gantzer Leib erfordert / zaͤu⸗ men / auch vmb einer beſſerer verſicherung willen / bey dem Ziegel darneben fuͤhrẽ / zuforderſt nach dem der Gaul ring⸗ fertig herein gehet / vnd ſich nichtmehr auff das Biſſz vnd Kape⸗ zon leynet. 8 U Mic 5 Von Abrichhuggg Wie folgendts die Roſſz in RXepellon / ſo wol in th Trab / als Galoppo oder Hefiernfollengee JJJ w meldte Ordnung Her y ten gebenyfonften mit anfang vnnd end / famptallem andern? 0 poͤllet euch gleicher geftallt wie oben im Ringreyten vermelde worden / allhie auch verhalten. Anfengklichen aber ſol der Repellon groß vnd ein Ring ſoll vom Diametro / biß zum vmbkrayß zehen Schritt haben / die lenge aber von einer Volten zu der andern / ſol viertzig Schritt ſein / wie nach⸗ folgende Figur mit N°.F. zu end diß Buchs außweißt / vnd wieferr auff der ei⸗ nen ſeyten gegen der Volta ein Ableyne oder Halden were / koͤndte es auch an⸗ derſt nicht dann gut ſein. Wann jr dann ſpuͤret / daß es in dieſem Repellon im Trab auch wol verſichert iſt / fo moͤget jhr auff dem geraden Weg Galopiren machen / vnd gerad vor den Ringen ſtill halten oder Pariren / nachmahls im Trab die Volten beſchlieſſen / vnnd folgendt wider den geraden Weg im Ga⸗ loppo anfahen / wie vermeldt worden. Wañ dañ ſolches vier oder ſechs mahl geſchehen / ſo haltet in der gerädin ein wenig ſtill / vnd thut im ſchon / en es * EIER erkenne / der Pferde XL: erfenne/was es zu thun hat. Wann es dann von ſelbſten die Volten annem⸗ men vnd fuͤrſich brechen wolte / ſo woͤllets allzeit im Parieren vor den Ringen Lauffen laſſen. Darnach fo ziecht auß dem Thumelplatz ſpatziren auff vnd ab / biß er wol erkuͤlt / vnd laßt jhn im Paſſz zu Hauß gehen. Nachdemihrdann dieſer obgemeldter ordnung auch ein zeit nachkommen / vnd jhr ſpuͤret vnd er⸗ kennet / daß es in dieſem allem fleiſſig vnnd willig gehorſamet / So woͤllet an⸗ fahen in den Ringen zu Galoppieren / vnd anfengklichen ſo Galoppierts nit offt / nur zwey oder drey mahl zu jeder Handt / vnd haltets oder Parierts dar⸗ nach auff dem rechten weg was von den Ringenftill/ jhr moͤgets auch fofere es gelernet hat / zwo oder drey Poſſaden thun laſſen. Warumb ecliche Pferd in Ringen su Galoppieren ſeind / was Lafterdardurchbenommen werden/fampt etlichen warnungen darzu dienlich. ar Bon Abrichtung R dann gut gemacht werde, Derhalben die erſte notturfft iſt / wann jr begert ein Pferdt zu lernen / im Thumlen der Repellon ſchnell ſey / diß geſchicht auffdiefe iveiß / daß jhr jhm die Volta oder vmbkreyß gebet mit einem Galoppo eng be⸗ ſchloſſen / vnd ſchnell / vnnd in dieſem fall / ſoll die zahl der Ring vnd Reutters / minder vnd weniger ſein als Trab / auß allen obangezeigten vrſach der ſchwe⸗ Zum andern / einem Pferdt das gar zu gering in der Handt / vnnd ſich nicht auff das Biſſz geben vnnd leynen will deßgleichen welches fleucht vnd die Zungen ſchlicket / dieſelben Galoppiert auch in Ringen / Dardurch wirdt es gepeiniget / nicht allein auff den Zaum zu leynen / ſonder zum mehrern theil/ wann es ſich mit den Billerin anleynet / die Zungen fein ſicher vnder das VNundtſtuͤck zu legen lernet. RT | N zum dritten. / wann ein Roſſz fanthaſeyiſch gehet / es fen durch böfe Zucht oder von Natur ſo reyttet in Ringen einen ſchnellen erledigten Trab / vñ darauff Galoppierts ſo reſch / als immer muͤglich / mit zuthun der huͤlffen / als der Stimm / Gerthen / vnd Sporen / vnnd diß von einer ſeyten zu der an⸗ dern. Vnd ſo jhr alſo beharret / wirdt es ſich verſicheren / von fanthaſeyen laſ⸗ ſen / vnd allein dencken / daß es die anzahl der Volten baldt ende. Veercket aber darbey / daß jhrs anfangs nicht offt Galoppiert / dann es moͤchte vielleicht im lauffen ſtill ſtehen. Derwegen ſollet jhr ſolches wie oben auch gemeldet iſt worden / alſo verſtehen / daß jr jm im Reytten nach vermoͤgen der ſtercke zuge⸗ ben / nach den auch die boßheit groß oder klein iſt / vnd geſpuͤret wirdt. Zum vierdten / wann ein Pferdt im Thumlen ſchertzt / vnd mit niderem Kopff vnd ſich nicht Juſtiert / fo geberjim im vmbkreyß ein ſchnellen Galop⸗ po. Doch ſo fahet im Trab an / ſo kommet es mit guter maß in ein rechts we⸗ ſen / darzu ſoll man es in einem jeden bewegen / des ſchertzens mit da Stimm / Gerthen / oder Sporen / nach erforderung der noth / ſtraffen. Item / hebet in dieſem fall die Handt mit dem Zaum ein wenig auff / ſo kompts mit dieſer vn⸗ derweiſung vnd zuͤchtigung gerecht / und vnderlaſſet ſolches nicht ſo lang/ biß jhrs gewehnet vnd jhm die boßheit benempt. Wann es nun gerecht gehet / fo verfolgets in Ringen im Galoppo / vnd verſicherts mit der rechte Hand auff dem Bogen des Halß / vnd mit lieblicher mildter Stimm. Zum fuͤnfften / wann es im Galoppieren auch ſchlagen wolt / vnnd die jetzt gemeldte zucht nicht genugſam / ſo woͤllet von ſtundt an ohn allen verzug den Ziegelindierechte Handt nemmen / denſelben anziehen / vnd jm damit ein rupff auff die Biller geben / fo wirdt es des Mundſtreichs halb nicht mehr zu ſchlagen gedencken / ſo offt es aber thet / ſo thut jm alſo. | Zum ſechſten / wann ein Pferdt ohn alle ordnung bin und wider fehlen tzen wolt / vnnd nicht gleich oder gerecht gieng/fo Galoppierts auch ſchnell in Ringẽ / doch wie gemeldt im Trab angefangen / vñ mit zugethaner En | ftrafl/ der Pferdt. XLA aan ſo es gezuͤchtiget vnnd wolgehet / fo verfolget es im Galoppo mit choͤn thun. el abi fibenden / wann ein Roſſz von Natur hoffertig/ gaͤch / hitzig / vnd doch von kleiner ſtercke / onnd wann jhrs Galoppiren wolt / einen vnluſt vnd einen groſſen Athum an ſich nimpt / als ob es keuche / ſo thut hm alſo / wann jhr es in Ringen auff dem Trab befeſtiget / fo gebet im einen meſſigen Galop⸗ po / ſo machet es ſich gerecht vnnd ſicher / wirdt auch das Parieren in der Ka⸗ riera oder Lauff verſtehen. — Zurnm achten / wann ein Gaul nicht allein im Galoppo / ſonder auch im Thumlen anſetzte / ſo huͤlfft faft wol / daß mans in Ringen offt ſanfft Galop⸗ piere/ond im darzwiſchen liebkoſe vnd ſchoͤn thue / auff daß / wann es alſo ge⸗ uͤbet / ſich im ſelbigen verſichere vnnd die groſſe forcht ſo es hat von tag zu tag laſſe vnd vergeſſe. le | Zum neundten / wann ein Dferdt faul / ſo woͤlt jhm nicht allein die Vol⸗ ten in einem erledigten oder frechen Trab / ſonder auch einen ſchnellen Galop⸗ po geben. Vnd alſo thut das widerſpiel / wann es faſt empfindtlich/ ringfer⸗ tig / ſchnell / vnd hertzhafft iſt / Vnd ſeydt in alleweg ingedenck der huͤlff mit der ee vnd Serthen/deren viel oder wenig / nach feiner empfindt⸗ lichheyt. —— BE | Es iſt aber wol zu mercken / warn einer von Diefer orfachen keiner ge⸗ zwungen wirdt / ſollet jhr ordentlicher weiß / wie auch oben vermeldet / euch in den Ringen / des Trabens gebrauchen / vnd alſo erledigen / vnd die Roſſz ring⸗ fuͤhrig machen. Vnd iſt genugſam / daß mans zu endt hinauß biß zum Pa⸗ rieren Galoppiren laßt. Jedoch wann ein Pferd fein gleich auch gerecht den Trab in Ringen gehet / vnnd zuletzt / wann es in allen ordnungen wol vnder⸗ wieſen / auff daß es ein erkandtnuß des Galoppierens in den Bolten empfa⸗ he / ſo ſolt ihr es in Ringen Galoppieren. Wann es dam ſolches willig angenommen / ſoll man es fort an nicht offt darinnen plagen. Dam esift genug / daß man es in feiner vollkommen⸗ heit vnd lehr erhalte / vnd auff dem Trab ſeiner ordnung erinnere. Darneben ſo habet groſſe acht / dann es ſeindt etliche Pferdt / die zum hitzigſten vnd groſ⸗ fer empfindtlichheit / auch zigig / oder von andern vbel geritten / Wann man jhnenden Trab gibet / ſo legen ſie ſich in das Gebiſß / vnnd ziehen darvon / Die ſoll man weder im Trab / noch im Galoppo in Ringen reytten / ſonder allein im Paſſz ringklich vnd gemach / wann ſie dann nach etlichen Tagen da⸗ rinnen ſehr wol verſichert ſeindt / fo laſſet ſie von ihnen ſelbs den Trab ans nemmen. Vnd in Summa / ohne dieſe vrſachen fo gemeldet ift worden / ſoll man ſich des Trabs allein in Ringen gebrauchen / vnd iſt gnugſam / wañ man auß den Ringen zeucht / vnd zuvor gerecht von Kopff vnd Halß ſteht / den mehrern theil Galoppieren J—— 8 | Ä A Bon Abricheung Dasein Roſſz ein Repellon micengen Ringenate nemme / vnnd wie es darinn vnderwieſen ſol werden. Vx Ann dann die Pferdt den ob angezeigt Repel⸗ RE a lon / mit groffen Ringen wolonficher gelernet / vnd willig ans rin N genommen / fomagmanalsdannindie enge Ring kommen / ER >) d deren follein Ring inder mitten biß zũ omb£reiß ſechs ſchrit / SIE ondvoneinem Xing zumandern / ſechs vnd zwentzig Schritt lang / oder etwas lenger ſeyn / Wie dieſe Figur mit die. G. außweißt. Wann man dann die Pferdt in dieſen engen Ringen vnd Repellon Reytten will / ſoll mans zuvor auff dem rechten Weg ein zeit Traben laſſen / darauff ſtill halten / vnd die Volten gemach beſchlieſſen. Wann ſie dann alſo im Trab beſtetti⸗ get / fo ſoll man es darnach in gemeldten engen Ringen zwey oder drey mahl zu jeder Handt Galoppiren machen / darnach wie oben von groſſen Ringen vermeldet iſt worden / ein wenig fuͤr auß dem Ring auff dem geraden weg ſtill halten / vnd ſolches bereyten ſol / auch gar wenig geſchehen / damit es nicht vn⸗ willig vnnd auß dem Athum gejagt werde. So koͤndte nun ſolche gemeldte Abrichtung in den Repellonẽ auch vngefaͤhrlichen ineinem Monat verrich⸗ tet werden. Vom Redoppieren auff der Erden. y Ann jhr ein Pferdt auff das Redoppieren das rar ineinemengenfrenßden Saulombzufehren/oderdie Volten Vs 3zu geben im Paſſz / Trab Saloppooder Springen / vnd das NR ein oder zwey mahl auff ein ſeyten) auff der Erden / das iſt / one BoSSpruͤng oder Paſſaden vnderweiſen wolt/folmanden Gaul zum erſten mahl wol im Paſſz daſſelbige vnderweiſen / darnach im Trab / da⸗ mit er die Fuß / daran am meiſten gelegen iſt / recht vber einander ſchlage oder ſchrencke. Dann der euſſerſt vorder / ſoll allezeit ober den jnnern auff einer ſe⸗ den ſeyten gehen. Die Süß aber / vber einander baldt zu ſchrencken lernen / iſt beſſers nicht / dann wann hr es anfengklich in einer was tieffen Erden / oder Straſſen / die etwas tieff iſt Boltieret / wie dann dieſe Figur außweißt / mit Ne. H. bezeichnet. Allda iſt zu mercken / daß Aa den anfang / B auff die linck / vnd c auffdierechte Hand wider Voltieren thut. Wañ dañ ein Pferd ſolches wol fan fo möcht ir jm mit der Verſen auff der andern ſeytẽ widerſins der Volten helffen / vñ es zur behendigkeit treiben / oder wo von noͤten mit der ſtim̃ / ſporen / vnd Gerten helffen / ſo wirdt es ſich ſelber ſampt in eyh zum Galoppieren bes geben. Wann ihr dann ſolches ſpuͤret / als dann ſollet jhr mit der Handt des a Ä | daß es der Pferdt. XLII daßes ſich von ſelbſt auff die Volta juſt ſetzen wirdt. In alleweg aber / ſo ma⸗ chet anfangs nicht zuviel Volten / damit es nicht vnwillig vñ verdroſſen wer⸗ de. Wann jrs dann zu mehrer gelegenheit beſtettiget habt / ſo moͤget jrs Re⸗ doppiert(das iſt / allezeit zwey mahl auff ein ſeyten vmbkoͤren) machẽ / ſo werd ir ſehen / daß es euch nicht fehlen vnd juſt kommen wirdt. Jedoch ſoll man alle⸗ zeit auff der rechten ſeyten anfahen / vnd auff derſelben beſchlieſſen. Volgt ein Thummelplag/ wie die Spanier pfle⸗ Tre gen zugebrauchen / ſampt dem Nater⸗ | | weiß Thumlen / ꝛtc. Ennach ich mir fuͤrgenommen / kuͤrtzlichen zu Bra befchreiben/wie ein junges Pferdt ſol erſtlichen zum gehorſam NM gebracht, vnd darnach allgemach zum Reytten vnderthenig / auch zum Schimpff vnd Ernſt ſoll abgericht werden / vnd ſol⸗ > ches alles allein vff der Erdẽ (wie die Walchen neñen Acterra) das iſt / im Paſſz / Trab / vnnd Galoppo oder Heſieren / Zu dem / ſo will mich beduͤncken / es ſeye genugſam auch von mir vermeldet worden / wie man einen Gaul Pariren / halten oder ſtutzen RT ordnungen / ij gehören Bon Abricheung gehören vnnd taugentlich ſeyn / alſo daß ich gleich vorhabens bin / von dem Thumlen in der Lufft / als von drey lufftſpringen nicht weiter / dieweil ſie ohne das genugſam von andern beſchrieben worden / zu dem auch nicht ſo taugent⸗ lich brauchſam fo wol fuͤr vnſer Landt / vnd dergleichen brauch / als der jetzigen Teutſchen Roſſen geſchicklicheit zuſchreiben Und wilgleich mit dem Thum⸗ len auff der Erden / wie mans nennen moͤchte / als daß ein jedes Roſſz ſol koͤn⸗ nen / vnd vnderwieſen werden / bleiben vnd one gemeldt ift worden / nicht alleinein jedes Pferdt vom Gang / Kopff / Halß / Schenckel / vnd gantzem Leib darinnen abgericht vnd juſtirt ſoll vnd muß werden / ſonder es will vnd iſt inſonderheit im ernſt / Kriegßhandlungen vnd thun zuvorderſt hoch von noͤhten / dañ zu ſolcher zeit vñ in ſolchen fällen / nicht einemieden zu⸗ gelaſſen wirdt / daß er das Pferdt mit zierlithem ſpringen vnd Craueten auch Lufftſpringen herumb Voltiere// wie auch wañ einer im Kuͤriß angethan vnd in voͤlligem thun iſt / das geſchicht durch ſolche vielfaltige bewegnuſſen / baldt verlieren vñ zu Boden gerennt möchte werden. Damit aber nichts ſo zu ſol⸗ chem oben gemeldtem bereyten thunlich / nuͤtzlich vnd zum theil auch notwen⸗ dig iſt / vnangezeigt bleibe / So habe ich gleich der Spanier Thummelplatz / deren ſie ſich des mehrern theilg/foiwol zur abrichtung der Pferdt / als die aba gerichten infolcher vbung zu vnderhalten gebrauchen/famptdem Naterweiß zu Thumlen / auch hierzu vor end diſes Buchs verzeichnen woͤllen / damit ſich einer deß einen oder andern vnd was jn halt / fuͤr gut anſehen will / vnd ſeines Roſſß eygenſchafft iſt / zu gebrauchen wiſſe. Soviel dann erſtlichen den gevierdten Thummelplatz belangt / wie dañ zu end diſes Buchs die abgeriſſene Figur mit ſich bringt / deſſen man in Spas nien / bey vielen faſt gebrauchen ſoll / Iſt nicht allein nuͤtzlich / ſonder auch zier⸗ lich / vnd gibet dem Roſſz vnnd Reutter bey den vmbſtenden / ein ſchoͤnen wol⸗ ſtand. Was dann das Reytten anlanget / ſoll man ſich hierinnen im Paſſz / Trab / Galoppo oder Heſieren / Parieren / ſtutzen vnd Poſſaden / wie oben in den Repellonen / wie dieſelbigen gehalten ſollen werden / verhalten Dann wo man den Eingang oder Anfang machen ſol / iſt in gemeldtem Thummelplatz / fo zu end diß Buchs abgeriſſen / vermeldt vñ angezeigt worden. Wo dann der SuchftabenC. gezeichnet iſt / allda Pariert man mit den Poſſaden / oder mas chet ſie bloͤſſig zauffen / was halt ein jedes Roſſz gelernet hat / oder zu dem es am taugentlichſten iſt / vnd ſein gemuth vnd ſterck erheiſchet. Weiter / wo bey den Ringen oder Bolten A verzeichnet iſt / daſelbs Voltiert man auffdie rech⸗ te Handt / vnd gleicher geſtalt / wo ſich B. in Bolten befindet / daſelbs Voltiert man auff die lincke ſeyten / Vnnd diß iſt die voͤllige ordnung dieſes Thumlens. Wie viel ſich nun aber auch einer deren Volten gebrauchen ſolle/iſt nach gele⸗ genheit der zeit / vnd darzu auch eines jeden Roſſes ſtercke / vermoͤgen vnd ge⸗ muͤths darnach zuverhalten / vñ in allweg ſollen die Pferd ben gutem Athum erhalten werden. | So habe — der Pferdt. XL Sohabe ich gleicher geftaltdas Thumlt auff Naterweiß / darbey auch abreiſſen laſſen / vnd darbey vmb beſſers verſtandts willen / zeichnen woͤllen / mit einem Buchſtaben F. — ſich im ein vnnd außzug verhalten ſolle. Allein iſt zu mercken / daß einem Roſſz nit zuviel auff einmahl auffgelegt / da⸗ mit es nit vberheut oder auß dem Athum gejagt werde. Vnd demnach ſolches jetzt gemeldts ſehr nuͤtzlich vnd notwendig in den Scharmuͤtzeln iſt / in ſonder⸗ heit auch da man ſich der Buͤchſen vnd ſchieſſen gebraucht, welches nun jetzi⸗ ger zeit ſehr im ſchwang iſt / ſo wil ich ein jedtwedern Reutter fleiſſig vñ trew⸗ lich ermahnet haben / er woͤlle ſolches bereyten nit vnderlaſſen / dann es zu der gantzen vollkommenheit Perfettionen eines jeden Roſſz am notwendigſtẽ iſt. etztlichen vmb mehrers verſtandts / vñ daß wie obgemeldt iſt worden / gleich nicht außgelaſſen werde / ſo pflegen etliche Reutter jhre Pferdt zu zeiten in den vberlengten Ringen zureytten / vnnd ſolches derwegen / damit ſie darnach den Repellon deſter williger annemmen. Die form ſolcher Ring / vnnd wie man ſich darinnen verhalten ſolle / wirdt hernacher bey den andern Abgeriſſenen deutlich verzeichnet. Von dem Lauff / wie die Pferdt zu demſelben ſollen gericht werden. 5— SERIE In, F — * R —WB E 7 — = N — 2 R 8 — — er Dr N ET - IIIIIS > — Rſtlichen / wañ man ein Pferde wil lauffen laſ⸗ ſen / ſol man daſſelbig zuvor auff der Bahn gemach hin vnd mis Sr der Reytten / vnd wann man zu end deſſelbigen lauffwegs kom⸗ Amet / ſoll es ombkehret vnd mit dem Kopff gegen dem weg / daher gi es gan⸗ Bon Abricheung | N es gangen/geftellt werden / vnd alfoein kleine weil ftill Halten. Darnach ſol es mit geſchwindigkeit zu vollem Lauff bewegt / mit beyden Sporen gemahnet / vnd mit der Spießruhten auff beyden ſeytẽ / darzu mit Heller Stimm / geſchla gen werde, Welche ſtuͤck alle mag der verſtendige Reutter mit beſcheidenheit / vnd nach dem jedes Roſſz eygenſchafft erfordert / brauchen / damit das Pferdt zu ſehr gehauwen oder geſchlagen / vnd vber ſein gebuͤrliche arbeyt vnd bemuͤ⸗ hung nicht getrieben werde. Es ſoll ſich auch der Reutter im lauffen / gar ſtet auff dem Pferdt verhalten / dann es heßlich anzuſehen were / ſo fer er ſich mit viel zablen der Fuͤß oder bewegung des Leibs ſehen lieſſe Wann es nun nahe zum endt des wegs kommen / ſoll mans allgemach Parieren vnnd innhalten / den Zaum zuvor langſam anſich ziehen / vnd der Reutter ſich beſchlieſſen / auff daß es ſich hinden etwas ſencke / den Kopff gerad halte / im Biſſz arbeyte oder kaͤuwe / vnd ſich gleichſam mit auff heben der Fuͤß / einen nach dem andern one rhuͤwig erzeige. Wie ferr man aber ein Gaulzu end des lauffs etliche Poſſa⸗ den oder ein ſprungthun wolte / machen / ſo ſol gemeldter Lauff kuͤrher ſein / vñ allgemach inngehalten werden / ſonſten wuͤrde er in keinen weg den Sprung thun koͤnnen / gleichfalls / wann man haben will / daß cr ſpringe / ſol man hme den Zaum was nachlaſſen / alsdann nach verrichtem Sprung / magmanin widerumb anſich ziehen. Bon dem luͤfftigen Redoppiern bom Thumlen zu gantzer / halber / vnd wider die zeit / auch von den Lufft vnd Bockſpringen. 5 \Y SW) Ei S N, = SEIR: \W) \ AS — N J — — 2 ) * u = 1 5 RESET) d E 2 9 * x N — — FA) DER ) N 7: = x a — Pr 2 r53 ro — st A —8 ẽ 8 7 hr Y I 2 —— — J — —86 * — IST EN ES: Hr dJ A mn KL = — — NS — — TER, der Pferdt. RLIIE AS lufftig Redoppieren geſchicht auff dieſe Amanier / daß / wann jr ein Pferd lufftig Redoppiert / allein mit —9— 2 den vordern Fuͤſſen empor / vñ daß es die hindern bey der Er⸗ denbehalt / ſo muͤßt jrs anfengklichen wol auff den Poſſaden davon ich dann bie oben genugſam meldung gethan babe) beſtettigen / vnd es ſo viel Poſſaden gerad fuͤrſich außthun laſſen / daß es ſich gleich darzu noͤttiget / ohne daß jrs fuͤr vnd fuͤr mit den Ferſen on Gerten auff⸗ heben vnd vnderhalten muͤßt. Wann jr nun ſecht / daß es in dem wolbeſtettet iſt / als dann moͤgt jhr anfangen / es auff das Redoppieren zuſetzen / der geſtalt / Nempt euch ein Repellon fuͤr / der zu gantzer / halber oder wider die zeit gericht iſt / darinn zuthumlen / vnd wann jr dann zu end des Repellons kommen vnd Voltieren zu gantzer zeit willens ſeyt / ſo nempts / wann es die dritt Poſſaden vollendet in der vierdtẽ / vñ machts alſo herumb ſechs ſpruͤng thun:in der hab ben zeit ſo nempts in der dritten Poſſaden / vnnd laßt die halbe Volten in drey ſpruͤngen verrichten:wider die zeit aber / ſo laßts nur ein Poſſada machen / vnd in der anderen / ſo nempts vnd ſprengts herumb mit ſeinen ordentlichẽ ſpruͤn⸗ gen / welche ordentlich / zu gleicher zeit geſchehen ſollen / deren drey vnterſchied⸗ liche Thummelplaͤtz ſollen zu endt dieſes Buchs / darzu ſampt dem Redoppi⸗ sen vnnd Lufftſpruͤng verzeichnet werden. Wann jhr dann alſo von dem Haupt des einen Repellons angefangen auff der einen ſeyten / fo underlaffee nicht / daß es zu end der andern Volten auch alſo auff die ander Hand zu Vol⸗ tieren / Vnd wañ es anfengklichen nur in der halben zeit zu thumlen gewieſen wird / iſt es gnug / dann jr ſolt gut acht haben / daß jrs mit zuviel Redoppieren im anfang nit vnwillig macht / biß es der einfachen Volten nit gar wol gewiß iſt / vnd die huͤlff / nemlich / es auffzunemmen auff die Poſſaden / vnd es mit den Verſen vnd Hand beleyten / gleich als wann jr ein gantze Volta machen wol⸗ tet / das iſt / in der mitt vmbzuwenden / verſtehet / ſo wirdt es ſich alsdann von ſelbſten recht darzu ſchicken. Wannjr das auch etliche tag getrieben habt / vnd das Roſſz ein freud vnnd gefallen darab nimpt / fo moͤget jhr die gantze Volta fuͤrhanden nemmen / vnnd achtung geben / daß es den Kopff wider nach dem vmbkehren habe vnd gerade ſtehe / wie es jhn vorm Voltiern anfangs gehabt hat. Wann es dann daſſelbig auch angenommen / fo moͤgt jhrs darnach vber etliche taͤg / auff j ede hand zweymal auff einander Voltiern / vnd achtung ha⸗ bẽ / daß allzeit der Kopff wider an das ort geſtellt werde / da es den anfang ges nommen / auch mache daß es auff dem gerechten weg ſtehe / vnd ſich auff keine ſeyten neige Wañ es dañ in dem auch gerecht / ſo möge jirs Redoppieren / wañ ihr woͤlt ohne Repellon / das iſt / gleich wie es in den Ring geſtanden / auff die Poſſaden nemmen vnd es Redoppieren machen. Doch woͤllet fleiß ankeh⸗ ren / daß jhr es im anfang nicht vnwillig machet / dann cs ſich ſetzen würde, vnd allezeit vnwilliger auff der einen / als andern ſeyten ſeyn. Was dañ ſo gar ſtarcke Pferde ſeindt / vnnd von Natur hinden ringfertig / auch gern fehlagen/ BT S Yon mag | Bon Abrichtung ® die mag man zu einemjedenviertelder Bolten anfangs / was weniges ſtill halten / vñ gleich auff der Poſſaden ein ſtreich hinauß thun laſſen / darzu hilfft wann hrs zu rechter zeit mit der Gerthen auff den Arſch ſchmitzt / vnd ande⸗ re mehr dergleichen huͤlffen / welche hie nach lengs zuerzehlen vnnothwendig / dann es viel beſſer / das Pferd were von Natur darzu geneigt. Woͤlt jhr aber ein Pferd von gleicher Erden auffſpringen machen / oder ein Bockſprung thun / ſo machet es vornen auffheben vnd Poſſaden thun / vñ vber ein kleine weil / ſo laßt es wider fo viel thun / vnd mann jhr nun ſehet / daß es mit dem vordern Leibinder Lufft iſt / als dann muͤßt jr jm zu gleicher zeit Die Sporꝛen vnd Verſen geben / vnd hinden mit der Gerthen auff den Arſch ſchla⸗ gen / ſolches alles ſoll zugleich in einem augenblick geſchehen. Wann es nun dergeſtalt geſchlagen / wirdt es nicht vnderlaſſen / ſich in die hoͤhe zubegeben / wirdt auch wider gerad vñ gerechtyauffdaffelbigeore nider fallen. So es nun auffdie Poſſaden kommẽ / ſo fahet widerumb von newem any es auff die Poſ⸗ ſaden zuſetzen / wie oben gemeldet iſt worden. Vnd wann es dann wider nach dem Bockſprung auff die Erdẽ kommen / ſo laßt es darauff wider etliche Poſ⸗ ſaden thun / vnd darnach verſchnauffen vnd fill halten. In alleweg ſo machet es anfengklich nicht zu viel vnnd vnwillig / dann es würd ſich vornen feßen/ auch an dem orth / da jhrs gern hetten nicht ſtehen bleiben. Wann es denn in obgemeldtem ſprung beſtettiget / ſo moͤget jhrs zu euwer gelegenheitvongleis cher Erden auff vier in ſechs ſpꝛuͤng obgemeldter geſtalt thun machen. Hieben iſt wol vnd fuͤrnemlich zu mercken / daß nicht alle Pferd taugentlich obgezehlte vnderweiſungen alle zu lernen vnd thun / dann der will des Gauls / die ſtercke vnd die glieder muͤſſen ſich darzu vereinbaren vñ vergleichen / Derwegen ſol⸗ ches bey des Reutters verſtandt ſtehet / daß er eines jeden Roſſz eygenſchafft / ſterck / gemuͤth vnnd vermögen wol erkenne / dieweil jetziger zeit wenig derglei⸗ chen Roſſß / ſo ſolches am willen vnd der ſtercken vermoͤgens ſein / moͤchten ges funden werden, Weitter / wann jr ein Pferd woͤlt fuͤrſich gerad außſpringen machen / ſo reyttet zu einem graͤblin / das nicht zu tieff iſt / fonder allein daß man dardurch ein Pferd in der richt halten koͤnne / vnd zum anfang ſol mans Poſſaden thun laſſen im Paſſz / biß daß es dermaſſen gewiß / daß es von einer Poſſadẽ in die ander ſich vberſich begibt / vnd wañ es indem beftettiget/fo nempt den ſprung in der vierdten Paſſaden / mit allen den hůlffen / wie oben von den Bockſpruͤn⸗ gen iſt vermeldt worden. Es iſt aber wol zu merckẽ / daß war jr ein Pferd lupf⸗ fen oder ein fprung machen woͤlt laſſen / ſo muß es zuvor mit dem vordernLeib im lufft ſtehen / dañ es den ſprung viel hoͤher vnd gerechter thun / vnd ſich auff fein ſeyten mehr / als auffdie andern geben wirdt Anfengklichen ſol mans nit zufaſt ſpringen machen / vñ jm zu vil arbeyt geben / dañ jrs vnwillig dardurch wuͤrdet machen. So ferr es aber / was jr jm gezeiget vnd gelernet verſtanden / auch gedultig mit jm vmbgehet / wirdts nit vnderlaſſen euch zugehorſamen. Ä Ordentli⸗ der Pferdhe. RLV Ordenelicher bericht / was für huͤlffen / ſtraffen / vnnd ver⸗ ſicherungen zur abrichtung vnd Lehr der Roſſz / ein Reutter in erfahrung haben vnd gebrauchen foll, ER N t IM e\ 0 az, MAD © N DA Fr N — > P . * EN N R 2 R Ü —— 2 EEE 2 UNS A N ESP a EN u: ULLI N, > 4 N, 7 52 FR NIE => * LT * > E » . Yan N DR, * N u De EIN ZASTTT BI Ö Zi AN La ————— GE 3 AN (4 Y F FEIN — — RER IS RB — er — — — — u PZN Fr 5 4 Be sn PR -5 Fe DES ————o SIR — I} Inem Pferd kan man auff etliche onterſchied⸗ RR A liche weiß vnd manier / zu ſeinem thun huͤlffe thun / welche auff — 22 neun vnterſchiedliche weg mögen gerbeilt werden/ So mögen ſie entgegen auch mit eben denſelben nachfolgenden neun hůlf⸗ SE ſen / auch dardurch auff neunerley weiß geſtrafft werden. Wel⸗ cheda ſeind / die Stimm, Gerthen / Zaum / Waden / Stegreyff / Sporen / des Reytters Leib / das Erdtreich da mans Reyt / vnd das Waſſer. So viel dann erſtlichen die huͤlff der Stimm belanget / kan vnd ſoll die⸗ ſelb veraͤndert / hoch oder nider gefuͤhrt werden / nach dem es das Thumlen vñ des Roſſz fanthaſey erfordert / dann fo jr ſtets nur die Stimm in einem Thon oder Höhe fuͤhrten / wuͤrden jr nichts guts außrichten / auch bälderden Gaul jre machen / als zu recht bringen. Derhalben von noͤten iſt / daß ein andere vñ beſondere Stimm mit den Vollen / ſo anfengklich geritten oder beſeſſen wer⸗ den / gebraucht werden / als da iſt mit ſchmatzen derLefftzen / ein andere mit den henigen / ſo ſich darein ſchicken / ein andere im Parieren le — | Ä ere/ — Von Abrichtung dere / wann mans Paſſieren macht / ein andere / wann mans Galoppirt / ein beſondere / wann mans ſpruͤng thun macht / mehr ein andere / wann mans im lauffen antreiben will. Und letztlichen / kan die Stimm zum kurtzen Trab wol gebraucht werden / die nicht allein dem Gaul behuͤlfflichen darzu iſt / ſonder es wirdt jn viel auffmercklicher vnd ringfertiger machen / vnd ſein vnrhuͤwig ge⸗ muͤth auch die fanthaſeyen benemmen. Wie aber dieſelben vnterſchiedlich außgeſprochen ſollen werden / zweif⸗ felt mir nicht / es werde zuvor einem jeden der vnterſchied bewuſt ſein / allein iſt fleiſſig auff die zwey zu mercken / daß der Stimm / dero man ſich einmahlals im Parieren oder aber im Poſſaden zu machen gebraucht hat / hinfuͤrter ſtets behelffe / dieſelb nicht verendere / dann es ein Pferdt in groſſe vnordnung vnnd jrrthumb bringen moͤchte / Darnach / daß wie gemeldt/diebüfffder Stimm fein mit lieblichem Mundt oder außſprechen geſchehe / Dieſe aber ſo zu der Straff geſchicht / ſol mit gar raucher Stimm on außſprechen der gelegenheit vnd beſcheidenheit nach geſchehen. Die Gerthen ſoll man in der rechten Handt mit außgeſtrecktem Arm gantz abwertz mit der Fauſt gegen dem gerechten Schenckel / vñ daß die Ruth zwerchs vber den Halß auß rag / fuͤhren im Thumlen aber zu end der Repel⸗ lon / zu den Volten die Gerthen zugebrauchen / geſchicht alſo / wañ das Pferd Die gerechte Volta genommen / vnd ein wenig ehe jhr an das ander ort kompt / die gelincke Volta zu nemmen / ſo thut als bald die Gerthen von dannen / vnd wendts auff die gerechte ſeyten / vnd haltets ohngefaͤhr bey zwo ſpannen weit vom Aug am Zaum / oder bey des Roſſz Aug. Vñ die ſpitz von den Gerthen / ſie ſey lang oder kurtz / auff einem jeden ort / dajr ſie haltet / ſol fuͤr außſchieſſen. Wannhr dann widerumb nahet / das Pferdt auff die gerechte ſeyten zu wen⸗ den / ſo wechßlet wider mit der Gerthen / vnd kehret ſie zwerchs vber den Halß auff die lincke ſeyten / in geſtalt wie jr zum erſten gethan / on alſo nach gelegen⸗ heit der Volten / wechßlet ab an rechten orten vnd zu rechter zeit. Vnd derge⸗ ſtalt / wo es von Natur vnd zu welcher Hand es nicht geneigter / ſoll man jhm mit der Gerthen die huͤlff geben. | | | Derwegen / wann die Gerthen der notturfft nach gefuͤhret / vnnd eine ſchnaltzen damit thut / iſt denen Roſſen ſehr nuͤtzlich / ſo empfindtlich/eineg gu⸗ ten gemuͤts vnd willens ſeindt / die andere ermunderts vnnd machts gehertz⸗ hafft. Wie aber ſolche zu der ſtraff zugebrauchen ſeyen / iſt feinem verborgen/ doch / daß es zu rechter zeit vñ maß geſchehe / damit nit groͤſſere vnordnũg fol⸗ ge. Wieder Zaum zu faſſen / auch darneben die Beyziegelvnd Capezon sufüs ren / vñ in die Handt zunemmen / iſt von vnnoͤten zu vermeldẽ / dañ es zuvor ei⸗ nem ſeden wol bewuſt ſeyn wirdt. Aber wie vnd in was hoͤhe die hand zu fuͤh⸗ ren / iſt nit zubergen / daß ſolches auff dreyerley manier geſchehen ſolle. Die er⸗ ſte iſt / daß mans nider helt bey dem vberriſt / oberhalb der Decken am Sattel / vnd die fuͤhrung des Zaums / iſt dienſtlich zu der anfenglichen vnderweiſung / dann der Pferdt. XLvi dann wann ein Pferde vntaugentlich vnd hart herzu zubringen / ſol man ſich dieſes erſten wegs gebraucheenn. — Drie ander iſt / ein wenig mehr auffwertz gegen der mitt des Sattelbo⸗ gens / bey welcher man ein jedes Handthaben ſolle. Die dritte manier iſt noch etwas hoͤhers / als oben am Reiff des Sattelbogens / daruͤber man ſie ſelten erheben ſoll / welches in ſonderheit gebuͤret einem Pferdt / das geneyget iſt / ſei⸗ nen Kopff an gebuͤrendem ort zu tragen / vnd in ſeiner guͤte befeſtiget iſt / auch mit vnderſich gebogenem Geſicht gehet. Daß man aber die Handt des Zaums hoͤher nicht fuͤhren ſoll / ſeindt viel vrſachen Dann einer leichtlich inn dem Arm muͤd wirdt / So verhindert ſich einer in dem Streit ſelber darmit / zu dem / wann der Feindt auff der lincken Handt were / koͤndte man jhn nicht leichtlich beſchadigen / Soſtillet einem das Roſſz die Handt leichtlichen / das iſt / daß es mehr freyheit bekompt / kan auch nicht ordentlich regieret vnd voll⸗ tiert werden Wie man ſich aber deren im Straffen gebrauchen ſoll / iſt zu wiſſen / daß wann ſie mit dem Kopff vnnd Maul nicht gerecht giengen oder ſich zu hart darein legen wolten / moͤchte man es zu rechter zeit mit einem rupff ſtraffen / gleichsfalls / wann ſie den Kopff mehr auff die ein / als die ander ſeyt⸗ ten hielten / ſo wol im gerad Parieren / als im Volten / ſoll man jhnen allezeit auff der andern ſeyten widerſinns einen Rupff mit dam Zaum oder Gebiſſ/ zu behoͤrlicher zeit geben. | 6% RR Die hilff vnd firaffder Waden vnnd Stegreiff/ iſt zu den Volten ſehr nuͤtzlich vnd taugentlich dann wann hr auff die gerechten ſeyten Voltiert / ſo helfft dem Pferd mit anhaltung der Ferſen auff der lincken / vñ das widerſpih / wañ jr auff die lincke ſeyten voltiert. Es begibt ſich offt / daß ein Pferdt nit ge⸗ rad noch gleich mit gebognem Leib gehet/wie es ſich vann gebuͤret. Wann jhr dann im Ring auffdie gerechte ziecht / ſo haltet den gelincken Fuß gegen der Schulter des Pferds / vnd gerad der Gurt / den gerechten aber ein wenig baß hinwertz / nahent an die ſeyten / Entgegen / wañ jr im Ring auff die lincke ſey⸗ ten ziecht / ſo haltet gleicher geſtalt den rechten Fuß fuͤrſich / gegen der Schul⸗ ter / vnd den gelincken gegen der ſeyten / vnd treibts alſo auff der einen / wie auff Der andern ſeyten / mehr oder weniger / nach dem es die notturfft erfordert. Vñ diß wirdt das Rundirn genennt / wie ich dann widerumb weitlaͤufftiger vom Rundirn mit den Sporen widerholen will / Gleicher geſtalt / wann ſie den Kopff krimmen auff ein ſeyten / ſollen ſie widerſinnes mit den Waden oder Stegreiff geſtrafft vnd geſchlagen werden. | — Wann man die Roſß vnd inſonderheit die junge / anfengklichen in dem Waſſer offt traben macht / hilfft jhnen faſt zur ringfertigkeit / welche gemeldte waſſer einem Roſſz vngefaͤhrlich biß zum Leib geben ſollen. Das Erdtreich oder Boden des Thumelplag/ wird auch vnterſchied⸗ lich zu nutz vnnd huͤlff ver Pferdt gerichtet / dann der neuw gebrochen Acker / den ungen Roſſen ſehr nuͤtzlich iſt / ſe mans fo wol ober zwerchs / als auff ge⸗ eh raden Er Bon Wartung REN raden furchen Traben mache / die Halden ſeind gantz taugentlich zudem Pas rieren / Poſſaden vnnd Spruͤngen / der gerad eben Weg ſampt einer Maur / iſt dienſtlichen die Pferdt Daran gerade lauffen zu lernen / die enge vnnd hole Prädyeinem Schiflein gleich / vnnd etwas tieff / ſind gut / wann ein Roſſz die Schenckel zu weit außwertz wirffttt. Der Reytter ſoll zu Roſſz feinen Leib gerad und was wenigs hinder ⸗ ſich geſenckt / vnd auffrecht ohne leichtfertigkeit oder ſchwanckendt führenale ſo / daß er dem Roßzwifchen beyden Ohrẽ hinauß ſehen koͤnne / oder die Naß gerad zwiſchen den Ohren vbern Kopff hinauß zeige. Vnd diß iſt das rechte zeichen / ob einer recht in Sattel ſitzt / gleicher geſtalt / ob der Gaulmit dem Kopff gerecht gehe. Jedoch wann es die notturfft erfordert / mag der Reytter das Geſicht auff die ſeyten wol ſencken / da man jm die Volta gibet / vmbzuſe⸗ hen / daß es die Fuͤß recht fuͤhre Weiter fol ſich der Reytter mit den Knien vñ Schenckeln im Sattel ſteiff halten / in geſtalt / wie jr ſonſten zu Fuß ſeyt / auff daß die huͤlff darmit / wo von noͤten verricht möge werden / vnd alſo werden jr mit den ſpitzen der Fuß in die Stegreiff kommen / wie es ſich dann gebuͤrt. In den Voliẽ aber kan man dem Roß auch huͤlff beweiſen / mit dem Leib / das iſt / wañ man auff die gerechte ſeyten Voltiert / fol die lincke ſchulter des Reytters was wenigs mehr fuͤrſich gegen des Roſſz lincke Ohr geneiget werden / vnnd en man auff die lincke ſeyten Voltiert / vnnd fich des widerſpiels ge⸗ brauchen. | | | Die Sporenfollen bey seit geführt und die Roß daran gewent werdẽ / dann fie fonft darab ein groß entfegen haben moͤchten / vnd ift zumercken / daß diefelben erfilichen ohn ſpitz mit Knoͤpflein ſollen gefuͤhret werden / gleichfalls ſollen dergleichen vnd andere Sporen ehe vnter nit gebraucht werden / biß die Roß etwas im Thumlen gleich muͤd oder mach vnd ſchwitzendt worden / dar⸗ mit ſoll allezeit die fimm mit accompaigeniert werden. Was dann ſtoltze vnd zweyſinnigs Kopffs oder Hamerſtettige Pferd ſind / auch dieſe / ſo gar feinen muth haben / ſoll man mit den Sporn nit faſt bemuͤhen / dann ſie nur verwir⸗ vet werden. Weiter / wann jhr ein Pferd auff die rechte Hand vmbkehren oder Voltieren wolt / helfft jm auff der andern ſeyten mit dem lincken Sporen / vnd wannjjrs auff die lincke Handt Voltiren wolt / ſo helfft im in gleicher ordnung mit dem gerechten Sporen / vnd im ſelbigen rundierts mit dem andern / ſo ge⸗ het es in rechter zucht vnd ordnung / vnd allweg in einem gleichen zeichen. Vñ zu beſſerm verſtandt ſoll der Sporn / der die Volta Rundiren thut / nit gerad dem andern gleich gegen vber den andern antreffen / ſonder ein wenig hinder⸗ werts des andern / ſo der Volta entgegen geſetzt / nahe bey der Gurt / wie ſich gebuͤret. Vnd in dem erwechßt ein groß auffmercken / beydes des Pferdts em⸗ pfindtlicheit zu erkennen / vnnd die rechte zeit zu nemmen / wann man es leiſer berühren ſol vñ muß / ſo ſich nicht ſchreiben laͤßt / ſonder Die tägliche erfahrung mit ſich bringet. en Ein reden °- REVI Erimjedes Pferde wirdt auff zween weg verfichert / Erſtlichen mit leib⸗ lichem zuſprechen / das iſt mit niderer Stimm / vnnd mit der Handt vnnd Gerthen / alſo / daß man mit der Handt den Bogen des Halß anruͤhre / oder daſelbs mit der Gerthen oder Handt kratze oder ſtreiche. Ian RO Auß dieſem allem if gewiß zu achten / daß der jhenige / ſo ein Pferdt / mit denen ſtraffen / die jedem jrrthumb inſonders gebuͤren / recht zuſtraffen / vñ zu rechter zeit ſeine huͤlff zugeben / dieſelbigen nach notturfft zu mehren oder zu mindern weiß / vnd letztlichen auch jhme zu rechter zeit ſchoͤn zuthun weiß / der ſollfuͤr den betruͤbteſten vnd beſten Reytter gehalten vnd geacht werden, Ein kurtzer onnd ſehr nuͤtzlicher bericht / wie man ſich mie aller Natiou Pferdten / die vbel geritten vnd abgericht ſind | worden Damit fie widersurechtgebracht ‚FR 9 vr | werden / verhalten ſolle. EEE = => —H = — — — — — Fa I BF Emnach ich mir fuͤrgenommen / von allerley AN — Nation Pferdten zu tractiern / welche im anfang / als man ſie ESSEN geritten/ vbel ſeindt gehalten vnnd tractiert worden / welches ann erſtlich vñ fuͤrnemlichen auf dieſer vrſachen geſchehen / ERST dafsmman jrder Roß Complexion / Natur / vñ eygenſchafft gar nit oder gnugſam erkeñt hat / zu diſem darnach zum theil die vnwiſſenhelt des ——— N Mi Reyttels Bon Warcung Be | Reytters auch kommen iſt / Alſo / daß fich darunder etliche Pferdt dermaſſen in vnordnung begeben habẽ / daß ſich das eine auff die ein / das auder auff die ander ſeyten zu gehen / gewaigert haben / andere haben ſich des bloſſen fuͤrſich gehen / mit groſſen vnordnungen vnd boͤſen bewegnuſſen geſetzt / darunder et⸗ liche ſich in das Gebiſſßz gelegt / vnnd gleich vnterſtanden verzweiffelter weiß darvon zu wiſchen / oder ſeindt gar zu Boden gefallen / oder aber ſeindt jhnen ſelbs oder dem Reytter in die Schenckel gefallen / vermeinendt mit beiſſen ſich zuentledigen. Solches wann es an Pferdten geſehen wirdt / iſt es ein Zei⸗ chen / daß es zu hart mit den Sporen geaͤngſtiget worde iſt / welche zu ſcharpff geweſen / vnnd dem Pferdt durch den vnverſehenen wehtagen Mucken in den Kopff gebracht haben. ⏑— Wañ dañ einem ſolche obgemeldte vbelgerittene Pferd zuhanden kom⸗ men / ſoll man nit vnderlaſſen / mit groſſer gedult und Patientia (weil jnen nit allein der verſtand mangelt / ſonder zu dem nur mehe fantaſeyiſch / zorniger un verzweiffleter werden) ſich der beſten vnd rechteſten Rittel / ſo mmer muͤgli⸗ chen / wie dann hernach folgen wirdt / zugebrauchen Vnd erſtlichen von den Niderlaͤndiſchen vnnd Teutſchen Roſſen in ge⸗ mein / wirdt ſich / wie an hme ſelbs offenbar/ befinden Daß gemeldte Pferdt dieſer Nation ob allen andern die minder behertzhaffteſte / vnd darauß folget / daß fie auch gleichſam die faͤuleſte / gleichwol fie arbeytſam feindt/ gehalten werden. Derwegen wann einer gleich vermeinet / er hab es in ein gute ord⸗ nung gebracht / ſo fahen ſie als baldt an einem wider zu menglen / vnnd thun etwan darnach aͤrger / als zuvor nie. Wann dann einem ſolche Pferdt vnder die Haͤnde kommen / ſol man ſie lernen frech bey der Erden allein zugehen vnd thumlen / aber nit im lufft / wie andere Pferdt / ſo ſtarck / ringfertiger vnd beſſe⸗ rer art / auch gutes gemuͤts vnd willens ſind / welche / war ſie ſchon in onords nung fallen / werdens doch mit einer ringeren ſtraff widerumb corrigiert und zu fruͤchten gebracht. — er Dañ wañ man diefe obgemeldte Roß ſtraffet / vnd fiemitden Spore anſticht / damit ſie die Volten oder Ring deſto rechter vnd juſter machen Sp kruͤm̃en ſie den Halß ſo wol auff die ein / als die ander ſeyten / vnd ſuchen meh⸗ rers theils ſich nur auff den fordern Bugen mit krummem Halß vmb zu wen⸗ den / werden auch mehr den gantzen Leib / vnd baͤlder krumb ale gerad fuͤhren / auch vberzwerchs herein gehen / Welchs alles auß dieſer vrſachen herkompt / daß ſie von vnerfahrnen Reyttern vbel geritten find worden / Die fie anfaͤngk⸗ lichen das gerad parieren oder ſtutzen nit recht vnnd ordentlich / gleichfalls in Ringen den Trab mit feiner ordnung / darauß ſie geſchickt vnd recht gehen vñ voltieren lernen / gebraucht vnd vnderwieſen haben Sonder habens alsbald gelehrt / den Halß mehr auff die ein / als die ander ſeyten zuhalten / vnd geſtat⸗ tet / mit offenem vnnd krummem Maul zugehen / auch ſich deſſen nach feinem luſt / gefallen vnd willen zubehelffen. | KEN aba Derwegen / | ö 3 7 \ j der Pferdt. LVIII Derwegen / wann einem dergleichen vbelgerittene Pferdt zuhanden kommen / ſoll er ſich volgender geſtalt mit jhnen verhalten / Nemlich / jhnen ein Kapezonvon Eyſen oder Stricken anlegen / nach dem der Gaul hart von Naſſen iſt / auff daß es nicht vnſinniger von Kopffwerde / vnnd damit es den Kopff lerne ſtet vnd gerecht Halten vnd fuͤhren / ſol manmein geſchloſſen Hol biſß / ſo ferr es die notturfft erfordert / einlegen / Die offne Holbiſſz aber / ſeindt daher vil nuͤtzlicher / von wegen jrer Naͤuler / dañ dieſelben gemeinglich voller Fleiſch ſeindt / vñ darzu groſſe vñ dicke Zungen haben Das Kinreiff ſol glatt von groſſen Ringen ſeyn / damit es nicht verletze oder wundt mache / weil ſie ſpitzige Kien haben. Derhalben bey dieſem ein groſſer vnterſchied zwiſchen den Spanniſchen vnnd Niderlaͤndiſchen Pferdten abzunemmen iſt / dann die Spanniſche haben holen Kien / darumb ſeindt ſie auch beſſer fuͤr ander Pferdt zu zaͤumen / weyl ſie mit einem ſchlechten Gebiſſz / ſo hnen angelegt wirdt / alle gehorſam leiſten. Dieſe aber thun gleich das widerſpiel / dann wann ſie im Mauloder am Kien wund werden / vñ alsbald jnen nur ein wenig der Athũ manglet / reiſſen ſie auß / oder lauffen von ſtundt an / nicht ohn groſſe gefahr mit einem darvon / ohn angeſehen / wie ſie gezaͤumpt / gleich als wann es ein lindes oder zerbrochens ding wer / alſo / daß je haͤrter oder ſteiffer einer cin Zaũ an ſich zeucht / je mehr wird es darvon wiſchẽ. Derhalben wañ ſich ein Pferd auff ſolche boͤſe ſtuͤck begibet / fo muß man jhme die Handt allgemach ſchieſſen laſſen / vnd gleichfalls alſo wider anſich ziehen / dardurch wirdt es ſich halten laſſen / vnd ſeinen boͤſen willen verlieren, So ferr aber / das nit gnug vnd nicht helffen wolte / ſo nemmet den Ziegel der rechten ſeyten des Zaums / in euwere rechte Handt / vnd ziecht den an / als wann es cin hefft oder neben Ziegel wer / darvon wirdt es den Kopff kruͤmmen / vnd zur ſtundt ſtill ſtehen. Solches iſt offt gut befunden worden / gleichwol nicht zugebrauchen / dann wann man in groſſer gefahr were. Damit ich aber auff mein vorige fuͤrgenommene Materi komme / Wann jhr dann jhm dem Pferd ein Capezon / ſampt dem Holbiſſz an vnd eingelegt habt / ſolt jr mit dem Reytten dermaſſen euch verhalten vñ vmb⸗ gehen / als wann jm nie nichts geſchehen were / dann mans den Halß / Kopff / vnd gantzen Leib gerad zufuͤren vnd halten lernen ſoll / gerad vnd juſt parieren oder ſtutzen machen / auch allwegen ein tritt zween oder drey gerad hinderſich gehen oder zauffen laſſen. Dannesanfolchen gemeldten Roſſen fuͤrnemlich Hoch von noͤhten / das zauffen machen iſt / von wegen daß ſie gemeinigklichen verkehrte Maͤuler haben / vnd jhr boͤſer will vnd fantaſey nur mit einem auß⸗ zureiſſen / oder darvon zulauffen ſtehet. So ferr es dann nicht reſch von der Handt gehen wolte / vnd gleichſam fanthaſtiſch oder dichteriſch darzu were / ſollet jihr es im thumlen nimmer hal⸗ ten / auff geradenem weg / biß jr gar auffzuhoͤren willens ſeyt / vnd das ſol der Pferdt Lection vnd vnderweiſung ſeyn. Darzu iſt wol zu mercken / daß jhr Die Hand des Zaums ſtarck / gleich vnd ſtet fuͤhret / damit das Roſſz a BIRuoN et” ee lerne Von Abrichtung | lerne feingangen Leib gerad zubewegen. Und in alleweg ſo wechßlet jhm das Gebiſſz nicht ab / biß es nicht gewiß ſey / euwerem willen zugehorſamen. Dar⸗ neben iſt ſich auch wol zuverhuͤtten / daß mans nicht zu faſt ſchlag oder anfpds re / vnd daß diß / wo es von noͤten / mit guter manier geſchehe / dann ſie ſonſten baͤlder verzweiflet / als zu recht gemacht wuͤrden. Derhalben gut iſt / daß man es mit der Stimm vnd bewegung der Schenckel / in der forcht behalte, Dann wann es ſolches verſtehn vnnd erlernet / wirdts ohn groſſe ſchlaͤg oder ſtreich zugehorſamen nicht maͤnglen. | Von den Neapotitanifchen onnd aller andern in gemein Italianiſchen Pferden / welche gleichsfallsdurch vnverſtendige vnnd vnerfahrne Reutter anfengklichen geritten / vnd vbel abgericht worden / Eürklichen auch was dar⸗ von zuuermelden / iſt fleiſſig zumercken vnd achtung zugeben / daß an derglei⸗ chen vbel gerittenen vnd außgeſetzten Pferdten ſtets vnterſchiedliche Humo⸗ res vnd fantaſeyen befunden werden / deren etliche ſich auff kein ſeyten haben wenden laſſen / etliche nur auff die ein ſeyten zu wenden gewidert haben / nach dem die Influentz der böfen Humoren vnd fanthaſeyen vberhand genommen haben: andere ſeind gar ſtettig geweſen / mehr hinderſich als fürfich gangen. Derwegen ſolche boͤſe eygenſchafft zu benemmen / iſt die gedult am beſten / daß —— * — I iR ⸗ —7— N — —S— —8 N ER UNS ET a, IN — DER \ — N Q “5 ——6 we g; z “ N N [ au) 7 1) \ 2 74 — —6 — LA N N = — TER 4 — Pe > r =. = : ; ——— — — Men S er = ———— — — * IS BI * — — = (IP Pr — =, — —— — —— — —N h “. — = manfeinfirfan mit ihnen ombgeheondihnen ein Holbiſſz ſampt dem Cape zon einguͤrte / vnd ohne Sporen reytte / dann ſie gemeinigklichen durch unge dultigkeit — der Pferdt. XLIX dultigkeit des Reutters / auch der Sporen oder anderer fireich vñ ſchlaͤg hal⸗ ber zu ſolchen fanthaſeyen getrieben werden / Derhalben foll mans one Spo⸗ ren / vnd mit wenigen Streichen/alsimmer möglich reytten / vñ ſie allein mit der Stimm gehen machen vnd vnderhalten / vnd ſie an ein ſo weyts ort fuͤh⸗ ren oder reyttẽ / als man nach gelegenheit bekommen kan / zu dem / da man ein mahl geweſen / ſoll man nicht wider hinkommen / damit es ſich an keinem orth nicht erkennen moͤge / was es zuthun hat / Es ſoll auch mehr allein ohne Ge⸗ ellſchafft anderer Pferdten geritten werden / damit es ſich nicht zu hart in die Geſellſchafft anderer Pferde verliebe / biß es wider zu recht gebracht worden. Derhalben iſt gute achtung zugeben / daß man ſolche Pferdt widerumb mit Rengtten vnderhalte vnd uͤbe als wann ſie zuvor nie weren geritten worden / gleichsfalls auff eines jeden ſtercke vnnd vermögen fleiſſige achtung gegeben werden / damit ſie nicht harter als jhr ſtercke vermag / angetrieben vnd etwan auß dem Athum gejagt werden / ſonder ſollen wie andere ſanfftmuͤtig ohne ſchleg tractiert vnd bey der Erden im Repellon vnd engen Ringen Galoppi⸗ ren gethumlet (inſonderheit wann die ſtercke nicht gnugſam vnnd gewiß vor⸗ handen) werden. Vnd diß ſoll gleich das endt jhr lernung oder vnderweiſung ke. Was aber von fogargroflerfterdfe weren/die möchteman zu gantzem oder halben Lufft / wie man dem Stalianifchen nach/davon es deñ herkompt / zu ſagen pflegt thumlen, Es werden aber jetziger seit gar wenig Roſſz mehr gefunden / die folcher vermöglicheit on gleichfom verftands feind/ zu dem / daß es auch an jm ſelbs mehr zierlich / als in einem ernſt oder thun nuͤtzlich iſt. Die Spaniſche Pferdt / welche gleichsfalls anfengklichen auß vner⸗ fahrenheit des Reytters gar vbel geritten / ſeindt gemeinigklichen gar hitzig / fewrig vnnd eytel worden / weyl ſie von Natur frech vnd von groſſem Hertzen ſeindt / derwegen ſie nicht mit Sporen noch Fuͤſſen angeſtochen oder gemah⸗ net / noch nen mit der Hand zu hart woͤllen ſein. Derwegen ſoll man es mehr im Daft; vnd Trab vnderhalten / als in anderm Thumlen / dann ſie ohne das zu der geſchwindigkeit geneigt / vnd von Natur willig vnd gern lauffen / ſo ferr mans dann faſt zum lauffen antreiben wolte / wuͤrden ſie bald vor erhitzigkeit glitſchten / vnd ehe man ihnen darnach ſolche fewrigkeit abzůge / wurde groſſe muͤh vnd arbeyt darauff gehen / derwegen dieſe Roſſz fuͤr alle andere mit groſ⸗ fer gedult vnd auffmercken zu Reytten feindt/dann es etwan von noͤten were / daß man ſich ſo ſteiff darauff verhielte / ohne einige bewegnuß / So woͤllen ſie auch nicht gefchlagen/noch vilweniger mit Sporen angehauwet ſein / biß ſie im Trab vnd Galoppo was muͤd / faul oder traͤg gemacht worden / als dann moͤchte man ſich deren / wo es die groſſe notturfft erforderte gebrauchen. So fer: fie ſich aber indie Flucht begeben wolten folman ihnen die Gerthenoder Handt vberzwerch des Halß legen / werden ſie fich auch gernbefrieden, Ders wegen iſt gemeldtem Roſſe ſehr nüßlich / daß man es auff geradenem Weg Galoppiere / vnd an einer halden Parieren lerne / Man In es aber nit = Bon Abrichtung | kurtz ſtutzen / dann es wind fich beſeytz hinauß begeben / aber jr ſolt es gemach von langer Handt ſchleiffen / vnd ſtets mit den Hexen durch geſchicklicheit der Verſen / nach ſchleiffen oder rotſchen machen / vnnd wann es empfindt der ge⸗ ſtalt die Schenckel vnd Verſen bewegt werden / wirdt es huͤpſch vnd auffden Hexen zu Parieren auch gerecht zu kommen nicht vnderlaſſen. So fer: es ſich begebe / daß jr an einem ort ritten da mans ander mahl gethumlet oder geuͤbt hett / vnd es erkennet denſelbigen Platz / vnd woltenicht gerad fuͤrſich hinauß gehen / ſo vnderlaßt nicht jhm die Handt auff den Halß zuthun / vnd wann es an das ſchon thun dencken / ſo ihr hm anfengklich gethan vnnd gelernet habt / wirdt es ſich darvon befrieden vnnd fort gehen, So ferr aber auß fewrig⸗ keit vnnd anderer accidentia halber ſolches alles nicht genug were / ſo moͤchte man ein Felber ſtauden nemmen / vnd wann ſich der Gaul ſo gar hitzig erzei⸗ get / moͤchte mans jhm fuͤhrs Maulrecken vnd daran kaͤuwen laſſen / vnd diß (ſo ferr es wie mir nit zweiffelt gut befunden wirofo offt thun / biß es von ſelb⸗ ſten darvon laͤßt / Dann es an dergleichen Roſſen gut befunden worden / die⸗ ſelben von ihrer fewrigkeit vnd flucht abzuſtellen. Dergleichen Pferd ſoll man bey der Erden zu Thumlen behalten (vnnd ob ſchon denſelben das Crouettie⸗ ren zugeeygnet / ſo erforderts inſonderheit Pferdt / die guts Gemuͤths vnnd groſſer ſtercke ſeindt) gleichsfalls das Redoppieren auff der Erden / aber ohne Spruͤng / dann ſo ferr es ſchon einmal thette / ſo wuͤrde es doch das ander mal nicht folgen. Derwegen das beſte fürs Redoppieren im Lufft ſeyn wirdt / daß es luͤfftig gehe / dann es wirdt ſich huͤpſcher vnder dem Mann erzeigen / vnnd wirdt das ſo er von jhm begert / mit beſſerer gratia vnnd mehrer zierlicheit des Thumlens thun. | Und ob fchon fehier ein gleichen verftandt haben möchte / mitden Tuͤr⸗ ckiſchen Pferden vmb zugehen / als mit den Spaniſchen gemeldet worden / fo iſt jedoch zu mercken / daß dieſe viel fewriger / zorniger ori eytler von Kopff ſein / dieſe aber ſo vormahls nie geritten worden / haben ſich jeder zeit beſſer als die andere geſchickt / ſo vor geritten worden / zuforderſt / wann fie etwan in deſpe⸗ ration oder verzweiffelung geſtellt worde. Derwegen ſollen ſie gar ſanfftmuͤ⸗ tig vnd mit groſſer gedult tractiert vnd gehandlet oder geritten / vnd die Hand des Zaums ſol allezeit nider geführt werden / weils eytel von Kopff ſeindt / biß ſie wol beſtettet werden / vnd das gellen / ſo hhnen gleichſam von Natur ange⸗ boren / vergeſſen. Es iſt auch fleiſſig zu mercken / daß jhr dieſen Pferdten / anders nichts ſolt thun machen / dañ fie allein bey der Erden zuthumlen / dañ wann jhr ſie wolten Poſſaden vnnd Redoppieren vnderweiſen oder thun ma⸗ chen / wuͤrden fie euch anders nicht dienen (dieweil ſie ſo eytel von Kopfffind/ dardurch dann darnach der Kopff nicht in ſeiner gerechte ſtehet) dann daß mit dem gantzen Leib vnd Schencklen nichts guts vnd ordenlichs verricht fündte werden. Derwegen ſollen ſie bloͤſſig bey der Erden mit einer geſchwindigkeit gethumlet werden / das werden ſie alsdann auch mit groſſer zierlichheit ver⸗ a richten : der Pferde. D richten können. Vnd das iſt / ſo ich gleich vor enddifes Buchs von den Pferd, ten,fo durch onverfiendige Neutter obeltractiert vñ geritten worden / vñ wie denfelben zubegegnen / kuͤrtzlich zuvermelden notwendig geacht Habe, Wie ein Pferd gehertzhafft zumachen / das ohne ab⸗ ſchew ſich mit ſeinem Reutter in allerley gefaͤhrnuß des Streits / Kampffs vnd Geſchuͤtz / ꝛtc begebe. i N EAN N 6 SEEN Y N 8 6 Fit. } *8 N m IRN N rl) N F — —— ER 2 FIR Ye — 5* u x Fan AP: H * es deſto wilder / jr ſollet es aber halten vnd verſicheren. Und wo es vber das fuͤrzugehen widert / ſo habt guten fleiß / daß jr jhm ſchon thut / laßt gemach ein tritt zween thun / dann etwas ſtill halten / damit es alſo gemachſam vor dem ding / ſo es fuͤrchtet / mutſam gemacht werde / demnach haltet ein wenig. Wañ es dañ widerumb antritt / ſo ſeyt ingedenck / daß ihr ihm ſchon auff dem Halß thut. Es moͤchte ſich aber auch begeben / daß in ſolche verſtockung keme / vnd mit nichten fortgehen wolt (das kompt den mehrern theil / wann es ſicht das Ni ibenige/ Son Abrichtung jhenige / Davon oder von des wegen es verlegt worden) ſo iſt von noͤhten / daß jr nicht allein ſchweiget vnd mit nichten beleidiget / fonderein Mann ſoll hin⸗ der jhm zu Fuß verordnet werden / der es reitze mit ſchmatzen der Lefftzen / vnd jm auch mit der Stim̃ etwas traͤuwe. Vnd woes vielleicht die hohe notturfft erfordern wolte / mit Gerthen auff den Arſch vnd vmb die Fuͤß ſchmitze / wañ es nun anfahet zu gehen / ſo thut jm mitler weylen ſchon. Aber ein jung Pferde gaͤntzlich zuverſichern / iſt ibm ſehr behuͤlflich / daß mans bey nacht / ſonderlich bey dem Monſchein reytte / vnd des Tags an die orth / da viel Handtwercker ſitzen da man viel Haͤmmerens / Gethuͤmmels vnnd Trommetens hoͤret / Alſo auch vber die Maͤrckt / vber die Plaͤtz vnd Orth / da viel Beltzwerck han⸗ — >= — he 2 L SEELE get / auch tode Thier ligen. Allda reyttets fein gemach / Fuß fuͤr Fuß / vnd ſo es etwas antrifft / daran es ein forcht empfahet / ſo begegnet jhm mit der vorge⸗ ſchribnen ordnung / dann auff dieſe weiß wirdt es ſich leichtlich ergeben. Zu aͤltern Pferdẽ / gebraucht man ſich eines Windraͤdlins / welches man jhn etliche tag vornen auff die Stirn bindt / oder etwas niderer / auch auff ein Ohr der einen ſeyten / vnder das Leder des Hauptſtirn / Auff dieſe weiß es ſey bey tag oder nacht / wann das Pferdt gehet / ſo empfahet es Windt / durch den das Raͤdlin nit allein vor ſeinen Augen vmblaufft vnd ſicher macht / ſondern auch der weiſſe halb / ſodas Windraͤdlin hat / a an⸗ ob dem a der Pferdt. Li ob dem Schatten / den es jm zuvor eingebildet. Etliche machen das windräds lin von andern Farben / vnd nit allein Papir weiß / rot / blaw / ſchwartz oder ei⸗ ner andern Farb / welche dem Roſſz am meiſten abſcheuwlich / Dieweil aber ſolches ſtuͤck etliche Pferd wunderbarlichen huͤlfft / ſo thut vnd wirckt es an et⸗ lichen das widerſpiel / alſo / daß wañ man es darnach denſelben hinweg thut / fo waͤchßt jnen die forcht nur deſter mehr/derhalbenift wolgewarfamdarmit vmb zugehn / vnd ſoll eines Roſſz eigenſchafft vnd gemuth zuvor wol außge⸗ nommen werden. Wañ ein Pferd auß mangel des Geſichts zwifaltig ge⸗ het / ſo ſchlag mans nit / ſondern reyttet allgemach fuͤr / vnd thut jm ſchon / das ‚gibt im ein verſicherung / ſo moͤget jr jm zu zeiten init worten zuſprechen. Ver⸗ merckt jr aber / daß es erſchricket / der geſtalt / daß es im zweiffel ſteht / ob es fort woͤlle oder nicht / ſo macht jhm alsbaldt ohn allen verzug ein Hertz / helfft jhm mit der Stimm / auch mit den Sporen (ſo ferr es von noͤhten) dann auß ſol⸗ chem verleßt es zum offtermahls feine gedancken von der forcht / ſo es jhm ein gebildet / vnd gehet fort. | Ein Pferde dag gelernetauffden Paſß im Trab/im Galoppo / inder Sarrieren oder lauffen/im Parieren / in den Repellonen/ vnd auffbeyde haͤnd thaͤtig / vnd verſteht alle ſtraffen vnd huͤlffen / ſo es etwan erſchrickt vñ ſtehet / ſollet jr jm alsbald (ehe es recht erkennet vñ hart einbildet) mit der ſtimm helf⸗ fen / vielleicht auch mit dem Waden vnd Sporen / etwa auch zugleich mit der Gerthen / von dieſer huͤlff wirdt es ſich gewißlichen herfuͤr thun. Auß dieſen anzeigungen iſt nun leichtlich zuerſehen / woher dieſer mangel komme / Nem⸗ lich / daß etwa ein junges Pferd nicht gewohnet deren ding / ſo in Staͤttẽ fuͤr⸗ fallen / vnd an ſolche gemeine ort nicht gefuͤhret worden. Oder kompt jm durch ein verletzung / die jm ohngefaͤhr widerfahren / vnd wann jm ſolches entgegen kompt / empfindet oder ſicht / ſo erſchrickts. Zum dritten / ſo am beſten / wann es ein kurtz geſicht hat. | Demnach aberam aller meiften gelegen/ond alle vnſer muͤhe / fleiß und arbeyt dahin gericht / wie biß anher gelernet worden’ daß man die Dferd bey⸗ des zu Ritterlicher kurtzweil / als Rennen / Stechen / Thurniren / ec. vnd auch zum Ernſt vnd Streyt / mit guter beſcheidenheit abrichten / haben vnd brau⸗ chen möge/willich ferner hierzu anhengig machẽ / wie ſolche abrichtung fuͤg⸗ licher weiß geſchehen ſoll. Bannibrdannein Pferd gegen den andern Pferden gehertzhafft mas chen wolt / ſo reyttets ſtracks andern Pferdten vnder Augen / vnd habet acht / daß keins das ander ſtoß / auff daß es durch den ſtoß nicht erſchrecke / vnd das Hertz verliere / derwegen befehlet dem Reutter / fo auff dem andern Roſſz fißt/ daß er den Zauman ſich ziehe / vnd im ſelbigen ſein Pferdt hinderſich zauffe / ſo wirdt das ander Hertz vnd lebendige weiß empfahen / fuͤrs erſt. Vber das moͤget jhr mit ſampt einem andern Reutter zu Feldt ziehen / vñ ſtellet euch beyde nach leng des Repellons bey een Schritt gegeneinans 2 | — ii der / Bon Abrichtung der / vnd reyttet ſanfftigklich zugleich im Trab gegen einander 7 biß ir erreichet das abgeriffen/oder bezeichnet orth zum Standt / vnd ſo bald jhr an das orth kommet / ſo nemme ein jeder die Volta auff die rechte Handt / vnd kehret wider von einander / vnd ſo jr zu endt kompt / nempt beyde die Volta auff die gelincke Handt / Alſo thumlets nun in diſer ordnung / daß allweg zu halbem thun des Repellons ein Pferdt eines halben palmen oder Spannen weit / von dem an⸗ dern hinziehe. Alſo werden ſie durch diß begegnen beyde ſicher / vñ werden ein⸗ ander gern begegnen. Nach dieſer gewonheit thut folchesauch im Galoppo / habt aber acht / daß jhr im begegnen einander nicht anſtoßt oder trefft / dann es iſt eben genug / daß hr einander ſo gemach fuͤrziehet / daß keiner den andern beruͤhre. Dieſes Thumlen vnd bereytten wirdt zu end dieſes Buchs mit ei⸗ ner Figur bezeichnet. Noch moͤcht jr auff ein andere weiß gen Feld —— an das orth / da die Zum der Pferdt. Lil Zum vierdten / fageich euch/ daß ein Pferdtzuverficheren wol huͤlfft / warm man an einem ort der Ring ſtill helt / vnd ein ander / es ſey im Trab oder Galoppo begegnet. Deßgleichen hilfft auch ſo jr an einem ort haltet / vnd ein Pferd zu end der Carriera oder lauffs euch im Parieren begegnet / Oder wañ ir fonften haltet vñ euch eines an der ſeyten fuͤrſcheußt / Im fall / ob das Pferd (es ſey auß Natur oder vom begegnẽ)in dem ſich das ander nahet / auß forcht vmbwirfft / ſo laßt ein ander gehertzhafft Pferd auff derſelbigen ſeyten halten / dann durch deſſen Exempelempfahet das euwerig ein Hertz / vnnd verſichert ſich / daß nicht fleucht / zudem / ſo gibt es jm nicht wenig Hertzens / wañ jr hin vnd wider ſpatzieren in der Statt reyttet / mit einem andern guten Pferdt. Soferzihr begert ein Pferdt gehertzhafft zu machen / gegen wehrhaff⸗ ten Perſonen / ſo ſollet ihr zu Roſſz ſitzen / vnd ſo lang jhrs im Paſß vnd Trab reyttet / dergeſtalt zuverſichern nicht vnderlaſſen. Legt jm die Gerten zwiſchen die Ohren / jetzt auff die eine / dann auff die ander ſeyten des Kopffs / nahe bey dem Aug / vnd thut jm offt damit auff dem Halß ſchon. Wann es dann ſicher ſo ziecht an ein ort das euch annemlich / vñ laßt einen Mann mit einem Ste⸗ cken euch entgegen ſtehen / der fahe an vnd traͤuwejm gemachſam / als ers an Kopfffchlagen wolte/inden gebet dem Pferdt ein Herß/ daß fort gang vnnd ſtellets dem gleich entgegen, Welcher fich im felben fielen ſol als nn A io inderfic Von Abrichtung der Pferdt. hinderſich weichen. So jhr dann befindet / daß es den Stecken nicht meh foͤrchtet / ſo laßt jhn mit bloſſer Wehr gleicher geſtalt vnder Augen begegnen: dieſer ordnung gehe man nach / biß das Pferdt gantz verſichert iſt. Mercket aber vnd verhüter wol / daß man jhm in dem weder mit dem Stecken noch der Wehr den Kopff beruͤhre / dann es iſt genug / daß man jn zu nechſt darbey nun zeige / vnd es demſelbigen gehertzhafftig begegne, | Einem Pferdtabernoch mehr Hertzens zumachen / follmanetliche Männer zu Fuß vor jm ſtellen / die im zugegen mit groffer Stimm träumen indem follet jhr auff fie bey dreymahlen begegnen damit nicht wann ſie dar⸗ Durch erftarcken und erwachfen/ vnd man es anhauwen wolte/groffe vnord⸗ nungen theten / vnd wann mans anfengklichen einem Roſſz geben will / ſo ſoll es mit der Stimm des Reytters geſchehen. Wann denn ein Pferd nicht ge⸗ rad / vnnd ſtet mit dem Kopff gehet / ſo moͤchte man ſich deren gebrauchen / viel oder weniger / nach dem ein Roſſz empfindtlich iſt / Gleicher geſtallt im Ring reytten / auff der einen oder beyden ſeyten / nach dem es die notturfft erfordert. Derhalben das fuͤrnembſte vnd notwendigſte an einem guten vnnd er⸗ fahrnen Reutter iſt / daß er gute achtung geb / vnd wiſſen hab / wann / vnnd zu welcher zeit / vnnd wie vieler huͤlff oder ſtraff ſeinem Roſſz geben vnd beweiſen ſolle. Derwegen ich einen jedtwedern zum Beſchluß fleiſſig ermahnet haben will / daß er auff ſolche gute vnnd groſſe achtung ge⸗ ben woͤlle / Dieweil vnmoͤglich / was frucht⸗ bars ohne derſelben gute erkandt⸗ nuß außzurichten. — Er m (Ti Y 7 \\ am / 8 — — — =? ae i — —— uf, | Z Fr | wer - ON RR XXGXMXMVM jer/ darvona rn are 3 Y — — Tu x nvolkommenen mal eldung geſch icht. ULLI \ EB) 4 4 4 es gantze Blat zum offtce — m c 39. 40, N ſſunge 38. RT 2% p Dre R x RN } \ N 3 N SIE gentliche MR, £i ” a ee“ Ne 8 Wie die Pferdt am nuͤtzlichſten vnd zierlichſten / auch. ein jedes innſonderheit ſeiner ey⸗ genſchafft nach v.follegesäumpt werden / Sampt den Figuren der vn⸗ | terſchiedlichen Gebiſſen / Miundefäden/ Stangen Kinraiffe n 730 Vnd in Summa ſamyt anderm allem fo hte u nothwendig | ER vndtaugentlich ift / deſſen ein Neuerer gute er ⸗ fahrung vnd wiſſen haben ſol. F Von den Geſchloſſenen Bebiffen. nom — — dJJeweil ich mich vnterſtanden hab / bott —aunmiung der Roſß vnnd Pferdt zuſchreiben / ſo viel — DEAN: ichdieerfahrungbefommen/ verſucht vnd gemerckt / INES BE 17) vnd nachmals von vielen fürnemen vnnd nambaffs DD f 9 @ ten Welſchen vnnd Neapolitaniſchen Seribenten/ auß der Italianiſchen / in vnſere gemeine Teutſche HR Sprach verdolmetfchet/ond zuſam̃en geklaubt hab/ Di welche bemeldte Scribenten bey hohen Potentaten/ O Fuͤrſten Marftallerey/ Fuͤrſten vnd Herren / fuͤr die erfahrneſte vnd berhuͤmpteſte Leut / zu vnſern zei⸗ ten ond darvor / in der Ritterlichen kunſt des abrichtens der Pferd auff Nea⸗ politaniſche art / wol on zierlich zaͤumung derſelben beruͤhmpt vnd geacht ger weſen ſeyn / Vnd wiewol ſie nicht alle gleich in etlichen ſachen zuſammen ſtim⸗ men / ſo wil ich doch ſolchen bericht darneben en mein gutbeduͤncken an⸗ zeigen / Warumb man etliche ſachen an den Nundtſtuͤcken hinweg vnnd ans dere herzu thun ſol. Daß ein jeder berichts darauß gnug ſol haben / vnnd mit grundt a man etlicher fachen gerabten kan / vnd entgegen etli⸗ che zugebrauchen ſeyn. Vnd wiewol diß klein vnd vnachtſam Werck fuͤrnem⸗ lich angeſehen iſt / auff Fuͤrſten vnd Herren / vnd die loͤbliche Ritterſchafft vnd jre Stallmeiſter / auch allen Adels Perſonẽ / ſo dieſe loͤbliche Kunſt der Reut⸗ terey / lieblicher vnd zierlicher zaͤumung nachtrachten / vnd ſich darinnen uͤben vnd erluſtigen / So hett ich wol viel muͤhe vnnd vnkoſten / mit abreiſſung der vberfluͤſſigen / ſcharpffen vnd Härten Gebiſſen erſparen mögen, Damit aber jedermennigklich / vnd alle Reutter vnd Liebhaber der Reutterey auch geholf⸗ fen / vnd was nuͤtzlichs darauß nemmen vnd lernen koͤnnen / habe ich es an ei⸗ nem geringen nicht woͤllen erwinden laſſen. | Erfelichen ſol ein jeder des Roſſz Natur / Complexion vnd eygenſchafft / das Maul / das Haupt / den Halß / den Ruͤcken / vnnd die Fuͤß / wol betrach⸗ ten / vnd ſehen / daß ſolches obgezehltes alles ſich fein gegen vnd mit einander vergleiche / wie dann von deren etlichen ſchon meldung beſchehen. Vnd ſo viel dann die proportion eines Pferds Maul belanget / iſt zuſehen / ob es ein tieffs oder ſeichts Maul hat / dañ es allemal beſſer ift/eines Pferds Maul ſey was tieflet / dann zu ſeicht Dann die Biſſz ſich deſto beſſer fuͤgen / vnnd ins Roſſz⸗ maul ſchicken / vnnd man kan viel oder wenig Eyſen einlegen / nach dem es die notturfft erfordert / auch die Augen an den Stangen / vnnd die Galgen vnnd Mittelſtuͤck zimlich Hoch machẽ / nach dem es eines Pferd notturfft erheiſcht. Man ſol auch wolbetrachten die eygenſchafft / tugent vnd haͤrte der Gebiſſz / dannes find fuͤrnemlich zweyerley vnterſchied der Gebiſſz / nemlich Geſchloſ⸗ ſene vnd Offene. Geſchloſſene nenn ich die / fo ſich in der mitte mit einem ges wind oder mittelſtuͤcklen ohn Galgen / ec. zuſammen fuͤgen / oder die gantz von einem Staͤnglein / wie die daruͤber ein Spole oder hole Rolle lauffen. Die of⸗ fene Gebiſſz aber ſeind die / ſo in der mitte offen ſeind onnd Galgen haben / et⸗ lich in der mitte des Galgens gantz / vnd etlich in der mitte des Galgens / mit einem gewind oder nagel zuſammen gefuͤgt / als da ſeind die geſchweiffte Gal⸗ gen / vnd die Gembſen Fuͤß. Von den geſchloſſenen Gebiſſen / iſt das lindeſt vnnd ringeſt das Hol⸗ | biſß / welches man in viel manier veränderen kan/nemlich/inein gemein Hola biſſz / krifft mit einem Galgen / ſo in der mitte gantz iſt / mit einem Galgen / vnd gantzen GembſenFuß / mit den neben Staͤnglen vn Holbiſſz / von einem gan⸗ tzen Stuͤck / ec. | Ein ⸗ — Mundtſtuͤcken. EM Ginlinde@ebifffrfüring ui u Se | Die wuͤrckung des gemeinen Holbiſſz find mancherley / es beſteht dem Pferd den Kopff / macht es gerecht im Maul, vnd gibet dem Pferdt ein auff⸗ lainen / vnnd verſichert den Reutter / daß ers mit dem Zaum beſſer / dann mit feinem andern Gebiſſz ſtraffen kan / vnd darauß folget / daß mans den jungen Pferden am erſten einlegt / vnnd Pferden die gar gute Maͤuler haben / vnnd ſcharpff Gebiſſz nicht leyden woͤllen / auch die den Kopff vberſich werffen / vnd die klein von Haͤupt ſeind / letztlichen auch allen den jenigen / denen das Maul mit andern haͤrten vnd ſcharpffen Gebiſſen verderbt iſt worden. Wann aber ein Pferd ein dicke Zunge hett / die jm vnder dern geſchoſſen Hollbiſſz ſchwartz wuͤrde im Reytten / vnnd die Laden oder Biller nicht deſto weniger zart / vnd das Maul ſonſt gut / ſo iſt von noͤhten daß man jhm ein offen Hollbiſſz gebe/ nemlich Krifft / oder mit einem Galgen / oder ſonſt N ein andere — of⸗ ij en / : + Marftalleren/ —— es biegroff Zunge — frey Bde, Be Figur anzeiget. Es iſt ai gut / das Ss aundtſtuck mit Honig vnd Saltz vnder einan⸗ der gemengt / zubeſtreichen / Damit egimdefto lieblicher vnd annemblicher ſey / vnd jm vrſach zukifen vñ zuſpielen gebe. Alte Mundtſtuͤck ſo gar wol braucht vnd gaͤng / ſeind den Pferden angenemer / als die neuw verzinte / Dergleichen die vberguͤldte vnd vberſilberte / ja ſo gar die vberpleyte Nundtſtuͤck / ſind in angenemer/alsdievbersinte. | | Für einjung — es den Kopff ohn Gellen auffbebe, An jungen Roſſen werden gemeingklich zweyerley art gefunden/ etlich dieden Kopff onderfich tragen / vnd wann fie mit dem Gebiſſz oberfich gezo⸗ gen / ſchnell auffgellen / vnnd den Kopff in die hoͤhe werffen / An denen follman Holbiſſz mit gebrochnen Stangen / wie bey den abgeriſſenen Stangen zuer⸗ ſehen vnd — es etwas linders vberſich BON on | eos Von Gebiſſz ond Mundtfiifen. EV Gebiſß mit den gantzen geraden Stangen, So ferr es aber diß Laſter oder Ein Gebiſſz fuͤr junge Gaͤul / et. O ti Das | WVon Gebiſſz vond RG Das ander Gebiſſz iſt das geſchloſſen Rappen Nundtſtuͤck / weiches ander linde die ander ſtat hat / vnd ſoll einem jungen Pferd eingelegt werden / ſo ſich was haͤrtlichs auff dem Gebiſſz erzeiget / Thut faſt die wuͤrckung / wie das Holbiſſßz / allein iſt es was haͤrter / vnd es wirdt deſto haͤrter / wañ mans mit mehrerley manier von Galgen haͤrt macht. Ein Gebiſſz für Pferdt / die Engmaͤu⸗ lig ſind. : Alfa \\ Wann aber ein Pferd ein Elein Maul / vnnd das lieblich und zart hat / fo moͤcht man jhm auſſerhalb dieſer Gebiſſz taugentlicher weiß einlegen / ein glatten Milon/auff Form einer Oliua / vnd nichts anders / dañ das zwerch⸗ kettele darob / Dieſe Milon mag man auch rundt vnd etwas groͤſſer machen / vnd auffeinjede ſeyten auſſen ein Ringle / das taugt einem Pferd / daß ein we⸗ nig das Veaul krimpt / das iſt / wann es ſich mit den Lefftzen wehrt / vnnd dag Gebiſſz ſich nicht auff die Biller lainet / wie ſich dann gebuͤret. Aber dieſe Mi⸗ ae ne lonen / Von Gebiſſz vnd Nundtſtuͤcken. LVI lonen / beſchlieſſens im dermaſſen Maul / daß es ſich darauff laynt / vñ zwin⸗ gens wunderbarlich / nach außweiſung obgeſetzter Figur. Doch eim Pferd / ſo das Maul erzelter maſſen krimpt / vnd ſich alſo auff den Lefftzen wehrt / die⸗ netimbaßeinzulegen Birn waltzen / oder Gloggen waltzen / mit runden Boͤ⸗ man auch die Böden glat abmachen / wie dieſe hiebey geſetzte Figur außweiſet. — — Vnd wann dieſer Biſſ eines geecket oder gerautet were / fo brauchet es nicht / wann man aber an deren eins auſſen ein Ringle leget / fo viel kraͤfftiger thut es ſeine wirckung im Maul. Dieſen mangel wendt auch cin Kappen Mundtſtuͤck / das auff einer jeden ſeyten ein eingelaſſene Waltzen / die leicht⸗ lich vmbgehet / hat / vnd je groͤſſer fie ſeind / j mehr entdeckens / vnnd ſeyn ſtaͤr⸗ cker oder haͤrter / Ich aber lobet allweg die von mittelmeſſiger groͤſſe / vnnd ehe etwas nider vnd klein / vnd doch auffein jede ſeyten am jnnern gewind / moͤch⸗ temannebenden Waltzen zwey / und wañ die Waltzen etwas ſchmal weren / drey Ringle legen / das huͤlfft auch einem Pferdt dag die Zungen außrecket / Wiedann in dieſem Gebiſſz zuſehen iſt. A IN /N III = le N x ON A Ay/ v A m̃ TERRARIUM Ä WMarſtallere io nz | Man brauchet auch etwan fuͤr das Raulkrimmen zwyfache Birn / oder zwifache Gloggen / mit rundẽ Boden / Oder ein Stanglein oder Stab mit runden Waltzen / oder mit ſtarcken Ringen erhoͤcht / wie die Raͤder / So ermahne ich euch aber / daß jhr dieſe obgemeldte drey Mundtſtuͤck fliehet / vnd ceuch derſelben ſelten behelfft / Inſonderheit der Stänglein daran die hohe Ring oder Raͤder ſeind. | Nſarug Dieſe nachfolgende Gebiſſz mit runden Melonen Birn / Glocken / Kappen Ydundtſtuͤck / vnd die Staͤngle mit Waltzen / wiewol ſie beſchloſſen / fo vergleichen ſie ſich doch den offenen Gebiſſen mit dieſem / daß fie der Zun⸗ gen ein wenig freyung geben. PEN 3 Für junge Koffgre.- 1: 1 —— AU} MI * x Das dritte Gebiſß /ſo man jungen Roffen einlegen ſoll feinddie Glo⸗ den Waltzen / welche noch härter ſeindt / als die Rappen Nundtſtuck Diefe Glocken WVon Gebiſſz vnd Mundeftücket. LV Glocken waltzen macht man in mehrerley weiß / nemlich / daß ſie gerad oder vmbgewendt ſtehen / daß der boden inwendig in den vordern Rachen kompt / glat oder geraifft / mit gantzen Mundſtuͤcken / vnnd gantzen oder zerbrochnen Salgen. Diefes Mundſtuͤck tringt dem Roſſz die Lefftzen auff die ſeyten / von den Billern / vnnd wenn die Glocken vmbgewendt ſind / es ſey mit gantzen oder zerbrochnen Galgen / geſtraifft oder glat / ſo fuͤllen ſie In den vndern Ra⸗ chen / vnd thun jhr wuͤrckung / darnach ſie haͤrt oder lindt gemacht werden / ſie geben der Zungen(wie oben gemeldt) vnangeſehen / wann ſie ſchon geſchloſſen ſind / vnd jhe mehr fie erhebt / jhe mehr freyheit. Ir ſolt aber mercken / wann die Glocken an den Boden gar zu ſcharpffſind / ſo machen fie ein Roſſ offt jrr im Naul / vnd verwundens auff den Billern / mit der ſchneiden gemeldtes Bo⸗ dens. Vnd ſo dieſe Glocken waltzen allein ſchlecht vnd glat ſind / wie die Hol⸗ biſſß vnd Kappen Mundſtuͤck / fo iftiv wuͤrckung auch / wie die wuͤrckung des Holbiſſz vnd Kappen Nundtſtuͤcks / daß ſie den Kopff machen vberſich tra⸗ gen / doch daß die Stangen nicht zu faſt bogen vnd fuͤrgeſchoſſen ſeyen. Vnd mercket eben / vnangeſehen ich euch hievor vnd an jetzt hernach ge⸗ ſchloſſene Gebiſß fuͤrmahlen werd vnd davon fehreiben die mittelſtuͤckle has ben (dann in dieſem komen die Welſchen Scribenten nit durchauß ober eins / dann etliche haben die gebraucht / vñ andere ſolche Mittelſtuͤckle verworffen) vnd wiewol man ſie von alters gebraucht / vnd ihrer viel / die ſich noch jetziger zeit gebrauchen etlichẽ orten der Welt / So ſag ich / daß ſie gar ſchaͤdlich ſind / vnd man jrer muͤſſig gehen ſoll / vnd die Walchen nennen ein ſolches Mittel⸗ ſtuͤckle ein Keſchnitz / vnd ein ſtuͤckle / darinn cin Raͤdle vmbgehet. Ein lieblich Gebiſſz / das ein Pferde Auſtig macht. Wann Marſtallerey / F N Wann euch aber jefürgutanficht,dem Roſſz etwas lieblichs zugeben? ſo machet an ſtat des Peittelſtuͤckels / neben dem gewind ein Ringlein / oder zummeiften zwey oder drey auff jeder ſeyten / wie ich euch mit dem Rappen Rundtſtůck/ ſo die waltzen hat / geſagt hab / daß ſie gerecht vnd genug ſeyen / doch wann ſie ſchon nicht weren / achtet ich es auch wenig. Für hartmaͤulige Roſſ;. + | oͤrner / zwo ſchnuͤr / ob einander / vnnd WVon Gebiſſz vnd Mumdtſtuͤcken. Lvm geben dem Pferd groſſen luft, vnd ſeind gut für Pferd / die truckene / taube vnd vnentfindtliche Mauler haben / denen auch die jung ſeindt / dann ſie machen ein Pferd acht haben auff den Zaum / vnd daß ſie wacker ſeyen / Dañ die Das ter noſter bleiben nicht ſtet im Maul / ſonder gehen vmb / vnnd kifft ein Pferde fürond für daran / vnd ſpilet damit mit der Zungen / bat auch groſſen luft da⸗ ran / vnd dieſe gemeldte Pater noſter haben die wuͤrckung / wie oben vermeldt / deſto mehr / ſo auff eder ſeyten in der mitte ein groß Korn oder runde waltzen / die was hoͤher vnd groͤſſer / dann die andern darneben ſeyn gemacht werden. Ein Gebiſß für ein Gaul / der gern in der Laruen ligt. ERROR Kampffraͤder thun jhr wuͤrckung noch ſtercker / vnd fo die glat find/ fo find fie nicht ſo haͤrt / als wann ſie geraifft ſind. Fuͤr ein Pia DE ein cieffes Maul Wann aber ein Pferdt ein gar tieffes Maul hett / iſt bey etlichen der ge⸗ brauch / vnd achtens fuͤr notwendig / Daß man jnen einlegen fol Gebiſſz / die zwey oder drey Mundtſtuck vbereinander haben / wie ſind doppelte 5* | ij der boouarſtalleren = ode Oliuen /oder doppelt Vnd ſo es die notturffterfor, * — ER 8 =4: * Ay: \ - era = | h: biſß brauchen můßt (welche haͤrter als die geſchloſſe⸗ nen find) ſo ſolman nemmen die GalgenGebiſſz / mit ſo vil vertieffungen von den ae als notwendig / wie dann nechſtfolgende Gebiſſß gnug⸗ ſam anzeigen. — Man ſoll auch mercken / daß die Augen an den Stangen der Gebiſß nicht zu mder feyen/infonderheit/fo mehr dann cin ſtůek bey / vnd ob einander weten / es wurde ein Pferdt ſonſt vervrſachet den Ko ffvberſich zuwerffen/ vnd das Maul auffzuthun / von wegen / daß das ober an auff das Won Gebiſſz vnnd Mundtſtuͤcken. LIR auffdas Fanfleifch vnd Piller drucken würde, Vnd hinwider ſo man die Au⸗ gen zu hoch machte / wuͤrde man vervrſachen / daß das Kinraiff nicht an ſein rechtes orth fallen wuͤdde. | | 227 | Ein gue gelinde Gebiffz, — SCHE Sch kan hie nicht vnvermeldet laſſen / daß der mehrertheil fuͤrnemer vnd weitberhuͤmpter Reutter dieſe Zaͤumung mit den vielen Mundtſtuͤcken vber⸗ einander nicht durchauß approbieren vñ loben / inſonderheit wann mehr dañ zwey Mundtſtuck / mit oder an das zwerch Kettele mit dem Glerff vberein⸗ ander kommen / nit allein an den geſchloſſenen Gebiſſen / ſonder noch vil mehr an den offenen mit den Galgen / dann die menge der Nundtſtuͤck (zu dem / daß es nicht huͤpſch ſicht) vervrſachen / ſie etwan viel vnrahts ben den Pferd⸗ ten / machen ſie gar gefangen / nemmen jnen den wolluſt des ſpielens / vñ ma⸗ chen ſie das Maul auffthun. Dieweil mandann (meines erachtens) mit we⸗ nigerm thun / einem Roſſz das Maulohn wenigern nachtheilfuͤllen / zierlich vd wol zaumen kan / als da ſeind die halb Krifft Holbiſſz / Holbiſſß mit dem gantzen Gembſen Fuß / Halb krifft Rappen Mundtſtuͤck Rappen Mundt⸗ ſtuͤck mit dem gantzen Gembſen Fuß / vnnd Kappen Mundtſtuͤck mit den Galgen / oben am ſelbigen Nebenſtaͤnglein voller Pollen / in die Loͤcher des zwerchs kettelen angehefft / Vnnd andere mehr mit Glocken vnd Birn wal⸗ tzen / wie ich darvon hernach an ſeinem gebuͤrenden orth weitlaͤufftiger ſchrei⸗ ben will. Dunckt mich derhalben / man moͤcht das dritt Mundtſtuͤck in einem Gebiſſßz wol gerahten / es darff mir darumb nit ein jeder folgen / ſonder was ei⸗ nen fuͤr gut anſicht / brauchen / vnd darnach ers gut findt / darbey bleiben. Ich werde auch forthan nicht vnderlaſſen / wie ich dann angefangen hab / von der Zaumung / wie ich es zuſammen geklaubt vnd geordnet habe / zuſchreiben / es ſeyen ein / zwey oder drey Mundtſtuͤck bey einander / oder andere ſachen / als die Mittelſtuͤck / wie darvon hiervor meldung geſchehen iſt / von den gantzen — nn ij Mundt⸗ | Marſtallere/ Mundtſtuͤcken vnd gantzen Stanglein / ſpitzige vnnd gar ſcharpffe Kira ond dergleichen. So ferres einer aber mit wenigerm thun verrichten kan / vñ die groß noth einen dahin nicht zwinget / ſo ermahne ich deren muͤſſig zuſtehn / ond euch der linderen vnd annemlichern Gebiſſen zubehelffen. Fuͤr ein Gaul / der ein cieff Maul hat. Wann ein Pferdt ein tieffes Maul hat / vnnd das Gebiſß vberſich zeucht mit der Zungen / ſo brauchen etliche gantze oder zerbrochene zwerch Staͤnglein / in den Augen der Stangen / dariñen man das Gebiſſß an Zaum oder Hauptſteidel hefft. Deren Staͤnglein aber wirdt man nicht beduͤrffen / wann die Gebiſſz vnd Mundtſtuͤck dermaſſen wol nach des Pferdts Maul proportionirt ſeind / daß ſie die tieffe derſelben mit Mundtſtuͤcken außfuͤllen / inſonderheit / wann die Fachzaͤn hoͤher ſtuͤnden / dann gebuͤrlich / vnnd in ſol⸗ chen faͤllen / vnd wann das Maui gar ſeicht vnnd wenig geſpalten / iſt etwan ein einfachs Mundtſtuͤck ſo viel / vnd alsdann mag man ſich / wie hievor auch gemeldt / zweyer Speling / zweyer Gloͤcklein / oder zweyer einfacher — raͤder Bon Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. —* raͤder gebrauchen / Welche Kampffraͤder ſich mit Staͤnglein oder Staͤb vers gleichen / oder Kampffraͤder mit dem Mittelſtuͤckle / welches auch ein geſchloſ⸗ fen Gebiſß iſt / mit Millonen / oder mit Staͤnglein / darinnen Kampffraͤder. Wiewol man die auch pfleget mit Peittelſtuͤckẽ vberſich an den Gomen oder Rachen gehende / vnd anſtoſſend zumachen / vñ alſo mit dem gemeldten Pit telſtuͤckle ſeindt die Gebiſſz gar haͤre / vnnd gehören nur Pferdten / die boͤſe vnd haͤrte Maͤuler Haben. Sch ermahne euch aber nachmahls deren muͤſſig zuge⸗ hen / wann euch die groß noth nicht darzu zwinget / dann ohn das hoch Mit⸗ telſtuͤckle bleiben gemeldte Gebiſſz zimlich lindt. Ein lindt Gebiſſz. —— — — u ui = ur. Ibll ; nl! Nas Pa N a x UTNSSRUNTREHENNER 5 un Das Mundtſtuͤckmit den Kampffraͤdern / iſt ein gar gutes Seht) fuͤllet dem Pferde das Maul nicht zu faſt / macht daß es fich der Lefftzen nicht behelffen / vnd der gebrauchen koͤnne / vnd laßt der Zungen freyheit vnnd lufft genug / die vberſich zuziehen. Es ſollen ſich aber die Rader mit des Pferdts Naul vergleichen / vnnd daß es das Zanfleiſch erleyden konne / zu dem auch der Reutter ein gute ringe Handt haabv. Sn Die weil dann biß her vonden gefchloffent Schiffen gefehriben iſt wor⸗ den / die allein Pferden zunmen ſo guter art / oder nicht ſonder boͤſens willens ſeyen / So wil ich forthan was wenigs von den offen Gebiſſen auch anzeigẽ / die beſſer ſeyn / vnnd leichtlich weg nemmen alle maͤngel des Mauls / beſtaͤtti⸗ gen vnnd machen auch alle Pferd (ſo man jhm anderſt recht thut) gerecht vnd Für Pferde die groſſe Maͤuler haben / vnd offene Gebiffserfordern. aim ein Pferd zart von Billern / vnnd ſchlickt die Zungen/folegtjh ein krifft halb Holbiſſzein / das oben nicht die Armlach oder zwerch⸗ ſtaͤngelein mit den Bollen hab / da man gemeingtlich das Gebiſſz mit zuſam⸗ men ſchleußt / ſonder ohn dieſelben ſich ſelbs in einander fuͤget / aber vil gerech⸗ ter vñ beſſer were es auff die weiß eines Galgens / daß oben allein das zwerch Kettelein were / vnd der Bug des Galgens auffwertz. Man mags auff zwen weg machen / den einen wie einen Gembſen Fuß / oder mit einem geſchweiff⸗ ten Galgen. Welche geſchweiffte Galgen einem Pferdt die Zungen freyer machen / vnd das Maul gehorſamer / vnd iſt alſo zum theil was haͤrter / dann das ander. Ein | Bon Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. LNI EinGebiffzfürdasfchliefen. Wann ein Pferd nicht lieblich von Billern / vnd ſchlickt gleichergeftale die Zungen / ſo legt jhm ein gantz krifft Holbiſſz mit den Armlach oder zwerch Staͤnglen zu beyden ſeyten voller Pollen / wie man gemeingklich pfleget / vnd die beyde möcht man mit vierecketen ſtuͤcken zuſam̃en ſchlieſſen. Das macht inendas Maul gehorſam / vnd gibt der Zungen mehr freyheit. an brauche auch ein Mittelſtuckle fo vberſich gehet für das ſchlicken oder anſich ziehen der Zungen, Das ftückle oder mittelftückle mit dem Raͤdle iſt das / ſo ich euch hievorn ermahnet habe / zuflichen vñ muͤſſig zuſtehn / auch ein Enöpfle/rädfe/ mufcheleoder Paternoſter koͤrner / welche gleichwol etwas linder ſeind. Man möcht imauch einlegẽ ein halb Rappen Mundſtuͤck / krifft / auff die meinung / wie oben vermeldt / als ich zuvor vom halben Holbiflz ten, Sein Bug mag man nemmen / wie ein Gembſen Suß/oder wieein Ganßkragen / die wir gemeingklich geſchwaiffte Galgen nennen. Harte Gebiſſz zaͤumen vberſich. ee Mean ande. > So aber das Pferdt washärter von Billern / vnd ſchlicket die Zung / fo leget jhm ein Rappen Mundtſtuͤck / Krifft / auff Gembſen Fuß weiß / das oben ſeine Armlach oder neben Staͤnglen habe. Die Glaich aber / die mag man in der mitte in ein ſtuͤcklen zuſammen fuͤgen / das macht es freyer von Zungen / vnnd auch gehorſamer des Mundts. Man moͤchte auch auff ein jede ſeyten des Rappen Mundtſtuͤcks / ſo wol ein Krifften / als ein beſchloſſe⸗ nen / da es ſich anlainet / rundt vmb / Raiflach machen / in der groͤſſe vngefaͤhr eines zwyfachen Spagens oder Ballen Fadens / mit denen zwingets oder truckets die Biller / vnd machet nicht allein das Pferdt deſto gehorſamer / ſon⸗ der wendet jhme auch das Maulkrimmen. Ein faſt zaͤumig Gebiſſz / zaͤumet her⸗ zu / vnd iſt nicht hart. Dem Krifften Holbiſſz / als dem Kappen Mundſtuͤck / moͤcht man fuͤr ein Pferd / ſo das Biffz dringt vñ vberſich zeucht / die nebẽ Staͤnglein oder Arm⸗ lach / oben in die Löcher der Stangen / da ſich das zwerch Kettele mit den Bol⸗ len / vñ Geſpiel einſchlieſſen / anhefften / dardurch wird ſolcher groſſer mangel on nachtheildes Roſſz / mehr dañ mit den vielen Mundſtuͤcken vbereinander mit mehr zierlichheit gewendt / wie hievor gemeldt. Gebiß Von Gebiſſz vnd Mundeſtuͤken. La -. Gebiſſ für cin Gaul / der harce Biller hat, \ + | Waũ ein Pferd gar hart von Billern / ſo leget man jm ein Galgen Ge⸗ biſſz / mit Oliuen oder glatten Villonen ein. Vnd ſo an den Millonen auſ⸗ ſen ein Ringle / ſo iſt es bey weittem einem Pferd forchtſamer. Ein hart Gebiſſz fuͤr ein Pferd / ſo ein groß WMaul hat. Su Wañ WWarſtallerey | Wann ein Pferdt ein groß Maul hat / vnd haͤrt von Billen/folegeham ein Kappen MNundtſtuͤck / das ein Galgen hab / ein. FR Ein hart Gebiſſe / c. Po Wann ein Pferdt haͤrts Mauls / vnnd wehrt ſich faſt mit dem Maul krimmen der Lefftzen / folegetjhm Galgen gebiſſz hit Birn oder mit Glocken ein / welche Gloggen mag manmit runden oder glattẽ Boden ſchlieſſen. Ders gleichen neben einer jeden Gloggen oder Birn auſſen daran ein Ringlen / fü iſt ſein wuͤrckung ſo viel deſto kraͤfftiger. Vnd mercket / daß alle diſe Galgen in der mitte ſollen gantz ſeyn / indem ſol hangen das Glerff / dieſe Galgen ſollen jhr wuͤrbung haben an den Staͤ⸗ ben oder Staͤnglein / darinnen die Birn gehen / darauff ſich das Pferd laint: Wann aber ſolche Galgen Gebiſß von einem gantzen Mundtſtuͤck ſind / ſoll man ſie fliehen / wie euch vor dieſem auch iſt angezeigt / dann fie ſind ſcharpff / vnd mit wenig geſchmack / vnd brauchen ein gar linde Handt. Noch r ER N) Von Gebiſß vnd MRundeſtuͤcken. LXI Noch möcht man auch an dieſen Galgen oben beyſeidts gn die runde / vnd dann in die Loͤcher / darinn das zwerch Kettele gehet / Armlach / oder ne⸗ benſtaͤngle / voller Ringle oder Pollen hefften / vnd nit an das ort / da ſich das Maundtſtuck einſchleußt / vnd daß dieſe Armlach auff dem Nundtſtuͤck ligen / Wie man gemeingklich vor zuthun pflegt / vnd noch heutigs tags an viel or⸗ then macht / doch ſol man ſolches allein Pferden brauchen / die gantz boͤſer Na⸗ tuur / groſſer Kiffer / Härter Biller vnnd Mauls / oder die das Biſſ trincken / ſchlicken vnd vberſich ziehen. Es iſt aber zuwiſſen / je hoͤher die Löcher in ſtan⸗ gen ſind / darinnen man die Nebenſtaͤnglen hefften / ſo viel deſto haͤrter iſt das Biſß. Gleicher geſtalt ſage ich / wann jr die Armlach oder nebenſtaͤngle auch alſo an ein Krifft Holbiſſz oder Kappen Nundtſtuͤck macht / wie ich euch kurtz hievor geſagt habe / da ich von denen meldung gethan. Für Pferd / die ſeichte Maͤuler haben / vnd offene | Biſſßz erfordern. Wann ein Pferdt ein kleines Maul hat / vnnd iſt haͤrt von Billern / ſo mag man jhm einlegen ein ſchlechten gantzen Gembſen Fuß, mit glaͤtten Millonen oder Oliuen. Iſt aber das Maul groß vnd haͤrt / ſo machet ihm Birn vnd Gloggen. Q uj Ein Ein linde Gebiſz machet nd Wann ein Pferd ein vngeſchmackts duͤrres Maul hat / vnnd nicht gar hart von Billern / vñ gehet nider mit dem Kopff / dem moͤchte man ein halben Gembſen Fuß einlegẽ / der auff jeder ſeyten ein Millon hett / Birn oder Gal⸗ gen / ſo ferr es ober das das Maul krimmet / Diß iſt gar nach dem Galgenge⸗ biſſz gleich / ſo ich euch kurtz hievor geſagt / vnd iſt allein dieſer vnterſchied / daß dieſes getheilt / vñ in der mitte zuſammen gefuͤgt / vnd in der vier kant oben ein wenig enger / dann vnden / da ſich der Bug hinauff wendt / von gantzem ſtuͤck / Da moͤchte mans gleichwol auch wirbig machen mit einem gewind / fo were es bey weitem nicht ſo haͤrt / vnd daruͤber das zwerchkettele / daran jrs zu ewe⸗ rem gefallen hencken moͤcht / zwey oder vier Glerff haben. Es iſt auch zumer⸗ cken / in der mitt / da mans zuſammen fuͤgt / mag mans hefften mit einem Ras gel / oder mit dem gewind. Doch mit dem gewind machet man das Roſſz ſtaͤ⸗ ter vnd gerechter von Kopffvñ Halß: Viel heiſſen dieſes ein vierkañt Rund⸗ ſtuͤck / vnd merckt / daß diß obertheil nicht allein auff den form eines Gembſen Fuß / oder wie es die Walchen nennen / Katzen Fuß / ſonder cin artlicher ges ſchweiffter Bug, ein Bänfßfragengenenntwirde Nun alle dieſe Krifft vnd offene Biſſz mag manim Bug hoch oder ni⸗ der machen / nach dem des Pferdts Maul gebuͤrt / vnd je hoͤher der Galg oder Gembſen Fuß iſt / ſo viel gehorſamer machts; entgegen die nidere nn mehr | 4 reyung / Bon Gebiſſ⸗ ond Mundeftiicket. LINIE freyung / alſo / daß das ein mehrdanndas ander wirft. Und wißt / daß man ein Galgen oder Gembſen Fuß nicht hoͤher machen ſolle / dann daß es der Zungen freyung gebe / vnnd den Gomen oder Rachen in fein weg verletze / es were ſonſt ein groſſer jrethumb. Nerckt auch darneben / were das Dferdniche ſtet von Kopff / vnd truͤg ihn zu nider / So ſollen die Stangen eines jeden Ges biſß / es fen offen oder beſchloſſen / gerad ſeyn / verſteht ſich vnden ein Bug / vñ deſto gerader ſol man ſie machen / je mehr das Pferd vnderſich mit dem Kopff kaͤme / Wo nit / ſo macht die Stangen vnden gebogen / vnd je gerader ſie ſind/ vnd gegen dem Reutter hinderſich ſehen / ſo viel linder iſt das Gebiſſz / erhebet vnd ſtreckt jm das au fuͤrſich / vnd je krim̃er fie ſind / vnd fuͤrſich ſehen vom Reutter / ſo viel mehr bringen ſie das Maul herzu / nemlich zur Bruſt / wie hernach weitlaͤufftiger wirdt angezeigt. Wie die Stangen der Gebiſß ſeyn vnd | | ftehen follen. Jeweil durch die Stangen der Gebiſſz die Pferd regiert vnnd geleytet Dwerden / gleich wie ein Schiff mit dem Ruder / vnnd wie ein Vogelim fliegenfich des Schwantzes gebraucher Alſo wirdt auch ein jegklichs Dferd durch eine gute Hand hin vnnd wider mit gefehiektichheit durch die Stangen geleytet / Es wirde mir auch fein verftändiger laͤugnen koͤnnen / jbelenger Die Stangen feyn / vnnd Hinderfich gegendem Pferdt ſehen / jhe linder fie ſeyen / vnnd machen dem Pferdt das Maul fuͤrſich ſtrecken / jedoch Daß ii ER auc Marſtallerey / auch linde Kinraiff brauche / die an jhre gebuͤrende orth fallen / dann es fehlet nicht / ſo man ſcharpffe Kinraiff an einem Pferdt wolt brauchen / oder einen Strick oder Kettele an ſtat eines Kinraiffs / under die vndern Leffgen legen wolt / ſo wuͤrden die Stangen jhr wuͤrckung nicht thun koͤnnen. So werden nun die Stangen in zweyerley manier getheilt / in gerad vnd gebogene Stan» gen / vnd werden die gerade Stangen abermahls in gar gerade/on in Stans gen / die zum theil gerad ſind / getheilt. | Si Die gar geradefeind die / wie mans zuden Holbiſſz gebrauchet / ſo man Gebiſſß mit geraden Stangen nennet / vnnd iſt / wann die Stangen von dem erſten Aug oben an / ſtracks hinab zum end deren gehen / ohn einigen Bug / berticoder abſeyt / wie nachfolgend Stange außweiſſet. Die Stangen ſo zum theil gerad / ſeind die vom erſten Aug / oben fich anfahen zu biegen / vnnd mit ſolchem Bug werden die Stangen auch haͤrter oder linder gemacht / vnnd gehen alſo durch ab ohn einigen Bug oder Abſatz. Vnnd dieſe gattung von Stangen brauchet man gemeinigklich an den Hol⸗ biſſen zu jungen Pferdten / dann fie ſeindt lindt / wann ſie nicht fuͤrgeſchoſſen / vnd thun auch an Pferden ſo guter art vnd willig ſeindt / vnnd gute Maͤuler haben / gute wuͤrckung. Die gebogenen Stangen ſeindt die / ſo ihren Bug von dem erſten Aug nemmen / vnd gehen alſo ſtracks hinab zu jhrem endt / vnnd machen alsdann noch ein Bug / ſo ſich innwendig ſchlecht. Welche Stangen man gemein⸗ nigklich brauchet / zu abgerichten Pferden / vnd ſeindt huͤpſcher vnd zierlicher / dann Von Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. LRV dann die andern zwo gattungen / Es iſt aber nicht weniger / daß man dieſer Stangen eben fo wol / als die zum theil gerad ſeind / ableiben kan in der mitte, vnd werden alsdann zerbrochen / vnnd abgeleibte Stangengenandt/iwelche bey vielen wenig geacht werden / dieweil ſie nicht huͤbſch ſtehen / Dann eben die wuͤrckung thun auch die andern / wann ſie recht vnd wol angeben ſind / vnd mit mehr zierlichheit Dann fo man ein Pferd vberſich bringen will / vnd mic dern Kopffbeſtettigen / fo ſol man die geraden Stangen brauchen. So man aber wolte Pferdt vnderſich mit dem Kopff gehen machen / ſoll man die gebogene oder fuͤrgeſchoſſene Stangen brauchen / vnnd jhe fuͤr⸗ geſchoſſener vnnd härter ſie ſeindt / jhe mehr fie wuͤrcken werden / Vnnd es iſt auch su mercken / daß man auff zweyerley weg die Stangen hart ddas iſt / daß ſie in der wuͤrckung dem Pferdt gar bartfeindt) machen kan. Der eine weg iſt von den obern Augen / das iſt / da man das Hauptſidel an die Stangen guͤrtet: der ander an den Stangen, T Bey den erſten Augen / machet man die Stangen haͤrt / wann man den Bug etwas hoch nimpt / vnd mehr gegen des Pferdts Halß auffwartz / dann ſie denen Pferden dien lich ſeyn / ſo vnderſich mit dem Kopff gehen / vnd ein ho⸗ hes Kien haben. Man machet gleichßfalls die Stangen an ſolchem orth auch lindt (das iſt / daß ſie in hrer wuͤrckung dem Pferde lindt feindt) wann man die hinderſich nider richt vnd macht. | x R Die Warſtallereyn / a 2 — = —— — Die Stangen werden auch haͤrter gemacht vnden / vnd zu endt derſel⸗ ben / wann man ficht/daßfieonderdem Mundtſtuͤck oder dem ort / da daſſel⸗ big ſtehet fuͤrgehen / vnd je mehr ſie fuͤr geſchoſſen vnd fuͤrgehen / ihe haͤrter ſie dem Pferd ſind / wie dann die gerade ſtrich bey den Stangen außweiſen / wel⸗ che Stangen vnden mehr fuͤrgeſchoben / als die ander / oder aber linder ſeyen. Vnnd wiewoldie Stangen anden Spaniſchen Biſſen mehrertheils alle ge⸗ rad ſtehen / ſo kan man die auch gar wol haͤrter machen / nach dem man die vil oder wenig fuͤrgeſchoſſen / vnnd nach dem man den Bug von dem MNundt⸗ ſtuͤck annimpt. | | an finde auch Fein Gebiſſz / außgenommenetlihwenig Spaniſche Gebiſſ / die kein Augen haben / vnd neben andern engenfihafften gürtet man das Hauptſtirdel / vnd hencket gemeingklich das Kinreiff daran. Es werden Augen geneñet / von wegen / daß ſie den offen Augen was wenig vergleichen / aber ſein eygentliche vergleichung / ſicht den Augen ſo auff den Federn eines Pfauwen Schwantz ſtehen / gleich / vnnd an jeden Stangen eines Gebiſſz ſeindt zweyerley Augen / eines / da man die Nebenziegel einthut / vnnd ſo das Nundtſtuͤck helt / wirdt ſolches das erſt Aug genennet. | Das ander Aug/davon ich euch erfi gefagt hab / fo man das ander vñ ober Aug nennen mag / dem auffſteigen nach / ſo man das hoch macht/bringe es ein Pferd vberſich / vnd ſo mans nider macht / thut es das widerſpiel. Der⸗ halben ſol ein jeder Reutter/der cin Pferd zaͤumen wil / wol auffmercken / wañ ein Pferd ein hochs oder ein niders erfordert / vmb jm zuhelffen wiſſen. | an Von Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. LXxvi Man ſol auch mercken / daß allemahl / wann man das ober Aug an den Stangen der Biſß / darvon jetzt meldung geſchehen iſt / vber die maß zu hoch macht / daß ſolche hoͤhe nicht allein heßlich ſicht fonder auch ſcheußliche wuͤr⸗ ckung thut. Die Augen ſollen auch wol außgefaͤlt ſeyn / damit die Hacken des Kinraiffs recht ligen / vnd das Kinraiff an ſein gebuͤrend ort fallen moͤge / vnd ſeine gebuͤrliche wuͤrckung thun koͤnne. Vnd wañ es die notturfft erfordert zu⸗ erhoͤhen / vnnd damit es nicht ober die gebuͤr zu eng wuͤrde / moͤchte man an die oͤrter / da die Hacken hangen / an jeder ſeyten ein kleinen Ring machen / dieſel⸗ bigen kleiner oder groͤſſer richten / nach dem es von noͤten. So mans dann wi⸗ der nider haben wolt / moͤcht man gemeldte Ring weg thun. Es ſeind etliche / wann die Augen der Stangen gar hoch feind die Hacken der Kinraiff in fal⸗ ſche vnd erdichte Löcher hencken / Welches mir nicht gefellt / vnd in keinen weg ſeyn ſolt / dann es nicht muͤglich / daß es nicht ſchaͤdlich / vnnd ein Pferd an ei⸗ nem oder anderm ort zwicke / darzu ſicht es gar ſcheußlich / vñ verhindert / daß ein Pferd im Mundtſtuͤck nicht ſpielen vnd jm annemlich ſeyn kan / Vnd wies wol ſie zu leyden weren / wann die Augen ſehr außgebogen / So ermahne ich euch aber der muͤſſig zuſtehen. Merckt auch / wann die Augen gar — ſeind / ſo ſollen ſie allemahl ein wenig außwertz von des Pferds Kopff gebogen ſein / vnd allemahl ſich ein wenig gegen dem Reutter neygen / damit das Mundt⸗ ſtuck nicht ſchlottere onddem Pferd im Heaul vmbgehe oder walgle. Da xæ Bertle anden Stangen pflegt auch ein Pferd zu zwicken an dem Maul / vnnd die Lefftzen zubeſchaͤdigen / wann das nicht auflerbalbbogen ges richt iſt. 6 { Ahr: Ihbr ſolt auch wiſſen / daß ein Stangenlenger/dann die ander ſeyn foll/ nach des Pferds groͤſſe vnd ſtercke / vnd nachdem es den Kopff fuͤhret Dann wann das Pferd groſſes laßts und weiches Ruͤckens iſt / oder das den Kopff nider vnd nit ſtet tregt / macht man jm die Stangen etwas wenig lenger / dañ nach gemeinem brauch / das fuͤrdert ein Pferd vmb viel. Doch merckt / daß die Stangen ſo ich fürlang acht / werden bey vielen Reuttern kurtz genandt. Ich wolt auch / wann euch die not nit darzu zweng / daß jr ſelten Stangen brauch⸗ ten / die ober ein Palma / das iſt gerad eines Werckſchuchs lang weren / vnd euch befleiſſen / ſo viel moͤglich / daß jr die Stangen je kurtz / dann lang brauch⸗ tet / doch nicht in maſſen / daß ſie des Pferdts groͤſſe entſtellen. Man kan auch durch die Kunſt vnnd geſchicklichheit ein jeden mangel des Mauls eines Pferdes mit dreyerley eygenſchafft oder Gebiſſz wenden, Das erſt iſt das Holbiſſz / das ander das Rappen Nundtſtuͤck geſchloſſen oder krifft / das dritt Galgen Gebiſſß vnd Mundſtuͤck mit glatten NRillonen auff Oliuen weiß / es ſey mit oder ohn Ringle/ wiewol von noͤthen groß auff- mercken zuhaben / daß jnen jr rechte proportion vnd groͤſſe geben werd. Wie hievor auch gemeldet / vnd hernach außfuͤrlich folgen ſoll / dann ſchier alle ſor⸗ ten der Mundtſtuͤck von dieſen entſpringen. * Ri. Don * mi Warſtallerey/ m Von dem Maß des Mundſtuͤcke. aus Naundtſtuͤck iſt das theil am Gebiſſz / ſo man dem Pferdtindas RBMaulthut / vnd daran iſt viel gelegen / damit daß es dem Pferdt nicht nachrechter maß innlige / oder daß es nicht weiter dann des Pferdts Maul ſeye noch enger oder hoͤher / dann ſich gebuͤret / oder zu nider / zu ſehr offen / oder su ſehr geſchloſſen / mehr oder weniger Eyſens habe / dann des Pferdts Maul erleyden koͤnne / denn ein Pferdt nimmer wol gehen wuͤrde / noch auch mit der gerechtigkeit / wie ſich gebuͤret. Derhalben ſol man ſehen / dieſelb nach dem maß des Pferdts Yeaul juſt zumachen / vnnd inſonderheit iſt die breyte vnnd zwerch des Mauls abzumeſſen / vnd das Yeundtſtuͤck dieſes Gebiſß fo weyt zumachen / als breyt das Mauliſt / Doch ſol diß gemeingklich an einemjeden Maundtſtuck die weyte ſo breyt / wie eines Nanns Fauſt / wann die zugethan iſt / wie obgeſetztes Gebiſſz außweißt / die rechte proportion ſeyn. Es iſt auch beſſer / daß man die che linder / dann zu haͤrt mache. Die Stangen ſollen auch jr gebuͤrende leng (wie vermeldt) haben / vñ die Kinraiff ſollen auch dergeſtalt ſeyn / daß ſie eines Pferdts Kien nicht beſchedigen oder wundt machen / darvon hernach meldung geſchehen wirdt. Wie eines Pferdts Zungen ſeyn ſolle. WVon Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. DNVI I ort / darauff des Pferdts Zungen ligt / ſol man wůndſchen vnd be, geren / drucken vnd mager zu ſein / dann ein jedes B.Rundſtuͤck und Ges biſß kompt im wol / So es aber fleiſchig muß man jhm liebliche Mundtſtuͤck einlegen / daß es daran ſpielen / darzu im platzgeben / daß es das MNundtſtuͤck innbehalten koͤnne / ſonſt wird es die 5 dañ ſcheuß lich vnd heßlich ſehen wuͤrde. Vnd ſolche vntugendt kompt von voͤlle des Ra⸗ chens / vnnd nachfolgendts von der groͤſſe der Zungen / mit welcher es ſich be⸗ huͤlffet fo viel muͤglich / dem Mundtſtuͤck zu wider ſtreben. Derhalben ſoll man die geſchloſſene Gebiſß verſuchen / als da ſeind die Kampffraͤder / Glog⸗ gen waltzen / oder dergleichen / vnnd ſo die nicht helffen wuͤrden / mag man zu den offenen vnd galgen Mundtſtuͤck kommen. Von duͤnnen vnd ſubtilen Zungen. ah duͤnnen vnnd fubtilen Zungen feind zu loben/dannfolche feind lieb⸗ lich zu zaͤumen / vnd die Pferdt / fo folche Zungen haben / fpielen mit eis nem jegklichen Mundſtuͤck / doch dag die Zunge auch nicht ober die maß dünn vnnd ſubtiel ſeye (wie ein Schlangen Zung / wie man zu fagen pflege) Dann ſolche Zungen ſeindt gar vnſinnig vnd ſtraͤfflich. Von dicken vnd groſſen Zungen. S aber ein Pferd ein groſſe dicke Zungen hat / iſt von noͤthen / daß man harte Gebiſſß oder Mundtſtuck darzu brauche / darzu ſeindt Kampff⸗ raͤder / Galgenbiſſz / offene genette Gebiſſz vnnd dergleichen / doch iſt eg in all⸗ wege gut / die linde Gebiſſz anfaͤngklich zuverſuchen oder zugebrauchen / vmb der Biller fo viel muͤglich zuverſchonen / vnnd iſt beſſer / ein Pferdt behelff ſich der Zungen / dann daß man cs auffden Billern verwundt mache. So brau⸗ chet es auch groſſe Kunſt / wann ein Pferdt ein dicke Zungen hat / daß es mit derſelbigen an einem geſchloſſenen Mundtſtuͤck ſpiele / vnnd die auff vnnd ab⸗ ziehen möge / darumb ſoll man ein Glerff an dag zwerch Kettele hencken / die ſollen flach / vnd darzu etwas geecket ſeyn / doch nicht zu ſpitzig / welches glerff biß auff das Mundtſtuͤck hangen ſolle / vnnd ſeine rechte Maß mit dem Ga heng haben / damit ſie nit vnder das Mundtſtuͤck kommen / vnd die Biller drucken / welches ein Pferdt wuͤrd Gel⸗ len machen / vñ den kopff vberſich werf⸗ fen / vnd die Biller vers wunden. EEE BZ Ri Wann Marſtallere 2 ui HBanneinDferdediezungna® frede, Wannen Pferde die vntugendt an jhm hette / daßesdie Zungen auß⸗ ſtrecket / ſol man jm das glerff am zwerch kettele zimlich lang machen / damit es am vberſich ziehen die Zungen in Rachen hinein züge/ Dieſes glerff hilfft de⸗ nen Pferdten / ſo die Zungen vberſich ziehen oder ſchlicken / welches fie thun von Bon Gebiſſz vnd Mundeftücken. LINVII von wegen des erlidtnen oder noch leydenden ſchmertzens der Mundtſtuͤck / alſo / das gemeldte glerff nicht allein andengefchloffenen Mundtſtuͤcken dien» lich / ſender auch an den offnen / vnd man mag fie oben an den Galgen eben ſo wol / als neben dem gewind auff beyden ſeyten anhencken / vmb dem Pferd de⸗ ſto mehr kurtzweil zugeben. Man kan auch nüglicher weiß / ſo wol an den ge⸗ ſchloſſenen / als an den offenen Mundtſtuͤcken ein Knoͤpfle anhencken / darein man Saltz oder Honig thun moͤchte Doch zu Sommers zeiten / wann Flie⸗ gen oder Muͤcken vorhanden ſeyn / ſoll man des Honigs muͤſſig ſtehen / dann ſie wuͤrden das Pferdt mit groſſem ſchaden vexieren / vnnd es den Kopff ma⸗ chen vberſich werffen. Ein linds Gebiſſz / mit oder ohne einen Galgen mit ei⸗ nem Mittelftückle mit der fallen / daran viel ſpitz / oder das Mittelſtuͤckle al⸗ lein ohne fallen hilfft auch / daß die Pferdt die Gebiſſz deſto lieber annemmen / daran ſpielen / vnd die Zung auff vnnd abziehen / Wann aber alle obgemeldte Sachen nicht gnug weren noch helffen wolten/damitein Pferdt ſpielte / muß man jnen Nundtſtuͤcker einlegen / darmit ſie die Zungen rhuͤren koͤnnen / oder frey haben / Vnd erſtlich folman die Kampffraͤder brauchen mit dem Glerff / wie obgemeldt. Darnach mag ein Galgengebiſß mit glatten rundenaͤpffe⸗ lein / vnnd ſo man das haͤrter begerte / mag man oben an Galgen ein Raͤdlein machen / wie dieſe Figur außweiſet. Darnach mag man ein Gembſen Fuß brauchẽ / oder ein offen genoͤt Mundſtuͤck mit dem Saltzfaͤſſel oder glerft/ wie offtmahls gemeldt. Alſo wird das Pferd gezwungen mit dem Gebiſſz zuſpie⸗ len. Ran ſols auch zum wenigſten ein ſtund darauff ſtehen laſſen / vnd jm zu⸗ vor ehe daß mans reyt / auffs Mundſtuͤck was von Honig oder Saltz thun / in vier tagen / wañ mans reyt / ſol man jm nichts thun / dann allein den Paſſz oder Trab gehn laſſen / damit es ein luſt gewiñ / vñ in allwege ſoll man mit ſol⸗ cher beſcheidenheit handlen / daß es durch verletzung nicht den grind auffſetze. Dañ ſo ſolchs geſchehe / wuͤrde es allein mit dem Gebiſſ nit ſpielẽ / ſonder ver⸗ zweifleter weiß das nĩermehr annemmen woͤllen. Wann Warſtallerey / — un ein Pferdt die Zungen vber das * DI — NEN dann ein Pferde die Zungen vber das Nundtſtuͤck eher /ift von noͤten / daß man dem fuͤrkomme / vnd den Naßriemen wol eng zuthue / und ſo das nicht helffen wuͤrde / ſoll man ein geſchloſſen NMRundtſtuͤck / darinn ein Nittelſtuͤckle mit einer fallen / wie das Gaͤlglein ſtehen ſol / gethan werdẽ. Es iſt das Galgen Gebiſß mit einem einfachẽ oder zwyfachen Nundſtück / oder mit den Nebenſtaͤnglein auch gut darfür. Dann dieweil die Zungen ons den lufft / vnnd ein außgang hat / wirdt es weiter nicht ſuchen / die vber das Mundtſtuͤck zuthun / vnd ſo das nit helffen wolt/ folman jm die fallen an das Gaͤlglein machẽ / doch dergeſtalt / daß es jm nit mißgefellig noch ſchaͤdlich ſey. Wann ein Pferde die Zung Onden gerad oder neben zu außſtreckt. | Von Gebiſſyond Rtundrfihcfe. LXIX 8: ein Pferdt aberdie Zungen onden gerad außſtrecket / oder neben zu/ vnd dag nicht helffen wolt / folcheg ziemlich hart zuthun / des Naßrie⸗ mens / ſoll man anfaͤngklich die gefchloffenen Mundtſtuͤck verſuchen Diedoch dem Pferdt was lufft mit der Zungen geben / vnnd nicht zu ſehr auff die Zun⸗ gen zaͤumen / welches Mundſtuͤck mit erhebten die Kampff⸗ raͤder mit dem Mittelſtuͤck Rappen Mundtſtuͤck / Speling oder Oliuen / Geſchloſſen Gebiſſz mit runden aͤpffelen / Flaſchen waltzen / Glocken waltzen / Srtaͤnglen oder Staͤb mit eingelaſſenen waltzen oder Kampffraͤdern / Birn waltzen / Yeilon waltzen / vnd dergleichen / damit ein Pferdt freyheit habe / mit der Zungen zugraben / vnnd auff vnnd abzuziehen nach feinem wolgefallen / Dann wannes alſo ſpielet mit dem Mundtſtuͤck / wirdt es die Zunge an ſein gebuͤrendes orth thun / vnd wañ es nachmahls (fo es wundt wuͤrde die Zun⸗ gen außſtrecket / ſo ſoll man am erſten brauchen das Mundtſtuͤck mit den er⸗ hebten waltzen oder Kampffraͤdern / darvon hieoben erſt meldung gethan iſt / mit einem doppelten MNundtſtuͤck / vnnd ſo das durchauß nicht helffen wolt / mag man das ander brauchen / aber an ſtat des zwerchs Ketteles / ſoll auch ein Mundtſtuͤck ſeyn mit zweyen Kampffraͤdern auff jeder ſeyten ein Rad/ Vnnd wirdt durch das mittel ein Pferdt gezwungen / die Zunge recht vnnd wolinnzubalten, Ein ander Gebiſſß für ein Pferde / das die Zungen außſtreckt. So Marſtallerey / Soes aber vber das alles diſe vntugendt nicht laſſen wolt / moͤcht man ihmein Galgengebiſſz mit gedruckten waltzen oder Kampffraͤdern / mit neben oder zwerch Staͤnglen / ſo zu / vnd ob den andern Mundtſtuͤck kommen ſoll / vnnd ein doppelts Mundtſtuͤck machen / vnnd an Galgen angehenckt / einle⸗ gen / vnd ſoll nichts deſto weniger das zwerch Kettele haben. Doch ſoll man gute achtung haben / daß die Augen der Stangen / darinnen man die an das Hauptgeſteidel hencket / ihr rechte hoͤhe haben / damit der Galgen am Gebiſſß er | —— Man mag auch brauchen ein geſchloſſenen Galgen (das verſteht ſich/ ein lancketen groſſen Ring / der halb vberſich vnnd halb vnderſich gehet / der machet alſo eingeſchloſſenen Galgen / die macht man mit Kampffraͤder / ne⸗ ben den Billern / oder mit Milonen / Birn / Flaſchen / Glocken / Spenling oder Oliuen waltzen / et. | # Ein gnder Gebiſſz / fuͤr obgemeldte Mas · gelder Roſſz. BE er — MMS RS == | Weiter / VBon Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. LRX Weiter / fo brauchet man auch das Gebiſſz oder Nundſtuͤck mir Boͤl⸗ lern / vnd gehet ein Staͤnglen gerad hinuͤber / vnnd fuͤget ſich mit dem gewind 7 in der mitte zuſammen / vnd ein anders Staͤngle am ſelbigen gehet vnden / vñ fuͤget ſich gleichßfalls in der mitte mit dem gewind zuſammen. So man dann ein anders Stänglenoch darzu thut / ſo vberſich gehet / gleich wie das ander vnderſich / vnd gleichfalls mit dem gewindt in der mitte zuſammen fuͤgt / wie nachfolgendes Gebiſſz außweißt. Zwingt es ein Pferd / daß es die Zung we⸗ der vnder noch vberſich außſtrecken kan / vnd muß ſie jnnen halten. Dieweil aber alle dieſe Gebiſſz / ſo vnden gar geſchloſſen / den Pferden nicht faſt lieblich ſeind / von wegen daß ſie mit der Zungen gefangen ſeind / vnd vnden nicht lufft haben / die auff vnd ab zuziehen / riethe ich / man verſuchte die anderen vor / ehe man zu dieſem keme. Es werden hernach viel andere Gebiſſz abgeriſſen / vnd hernach von jrer wuͤrckung meldung gethan werden / die neben andern maͤn⸗ geln auch dieſen des außſtreckens der Zungen wenden moͤchten. Vnd damit ich an dieſem ort nit zu lang zeit verlier / vnd ein ding mehr⸗ mahl dañ notwendig iſt / ſetze / wil ich hie abbrechen. Wann aber je alles nicht helffen wolt / vnnd ein Pferdt dermaſſen ein lange vnnd vngeſchmeidige Zung hette / wie an den Niderlaͤndiſchen Hengſten ſolches ſich mehr / dann an ande⸗ ren Spaniſchen / oder Italianiſchen / vnd Neapolitaniſchen Roſſen zutreget / moͤchte man einem Pferdt ſo viel von der Zungen ſchneyden / als es außhen⸗ cket. Soll das aber wenig ſeyn / vnnd ein Pferdt ein feuchtes Naul hette / ſoll man gedult haben / vnd ehe man zu dem abſchneyden kompt / ſol man zuvor al⸗ le moͤgliche Kuͤnſt gebrauchen vnd verſuchen. Wann ein Pferdt das Gebiſſ ſchlickt vnd vberſich zeucht. ee! hievor der notturfft nach / genug von dem ſchlicken der Gebiſſz geſagt / vnd geſchrieben iſt worden / da ich von den tieffmaͤuligen Pfer⸗ den gedacht habe / So kan ich doch zum vberfluß / vmb meiner angefangenen ordnung nachzugehen / nicht vnderlaſſen / nachfolgendes zumelden. Es tregt ſich offtermahls zu/daß ein Pferdt / es ſey von was art vnd qualitet es jmmer woͤlle / das Gebiſſz ſchlickt vnd vberſich zeucht. Vnnd wiewol man dem mit Gebiſſen / ſo ʒwey oder drey Mundtſtuͤck vber einander haben (nach dem dar⸗ Su nach die Marſtallerey / | nach die Naͤuler tieff oder feicht ſeindt) fuͤrkommen fan’ vnd auch / daß man ein gantz Stängleoben in die Augen / da dañ die Hacken des Kienraiffs ſind / machen laͤßt / vnd etwa mit einem Strickle vmb das vnder Zanfleiſch / gleichß falls oben in dieſelbige Augen angebunden vnd angehefftet werden: So iſt doch beſſer / vnd ſicht huͤpſcher / gibt auch dem Pferdt weniger nachtheil / waßñ — — 4 ein Gebiſß gibet / vnden mit einem gantzen Staͤngle / fodierechte Stangen zuſammen halten / dergeſtalt / als wann ſie alle von einem Stuͤck weren. Wie dann dieſe nachfolgende Figur thut anzeigen / ec. Das Nundtſtuͤck das ſoll offen ſtehen / wie ein Gembſen Fuß / oder Krifft mit ſeinen Loͤchern / dardurch ſoll alsdañ ein gantzes Staͤnglen gehen / fo mit guten Schrauben auſſerhalb den Augen ſoll gar feſt gemacht werden / für Pferd / welche die VLundtſtuͤck ſchlicken / dieſem allem auch fürzufommens damit es mit der Zungen ſich nicht gewaltigen oder vben koͤnne / in der mitte des Mundtſtuͤcks / dann es gar keine aufflainung hette / derhalben wuͤrde es das Schiff; nicht fo wol ſchlicken noch vberſich ziehen / als wañ diß Staͤngle oder ſonſt ein anders ordentliches vorhanden were / das den Gembſen Fuß / Krifft oder geuierdte Mittelſtuͤckle beſchlůuß / Vnnd wann von noͤhten / daß man das NYundtſtuͤck fo gar zumahloffen brauchte / ſo wirdt es dennoch dem Pferdt fo feft indem Maulſtehen / auß Krafft des gantzen Staͤnglins / vn⸗ den in die Stangen des Gebiſſz verleibet. Hi: Aber einem Pferdt / das gar zumahl kein tieffes Naul / vnnd doch den Haupert an jhm hette / dem bekommet wol ein MNundtſtuͤck / das jhm gebuͤrt / vnd oben daruͤber indie Löcher des zwerch Ketteles (welche was hoͤher / dann gebreuchlich iſt / ſtehen ſollen) ein gantzes zwerch Staͤngle voller Bollen oder Pater noſter / dann es gibet dem Pferd deſto mehr einen luſt / vnd thut ſeine wuͤrckung deſto baß / tt. | En Won Gebiſſz ond Mundeſtuͤken. LEER — " ——————— Gaͤul / fo ſpitzige Bil, KURS SA 1124 Ines Pferdes Biller ſollen nicht zu fleiſchig noch zu ſpitzig ſein / Dann fo fie ʒu ſpitzig weren / wuͤrd ein Roſſz im thumlen baldt wunde/warieg ſich was wenig auff das riſß lainen wird, Erforſchẽ derwegen gar linde Ge⸗ biſſz / vnnd im fall man auß beweglichen vrſachen/ & an | i fü Jr ; Wars Bon Gebiſſt vnd Mundeſtůcken. La Wann ein Pferdt Fleiſchige Biller hat. IE fleiſchigen Billernift gut einzulegen ein geſchloſſens Nundſtuͤck / Dmwit dem Nittelſtuͤck vberfich ſehendt / neben zu mit Kampffraͤdern / oder doppel Kampffraͤdern / an jedes Staͤngle zwey groſſe vnnd zwey kleine Raͤder / in der mitte mit den gewindt zuſammen gefuͤgt / zu welchen ein gantz Staͤnglein auch nicht vndienlich iſt. Im fall man aber ohn offene Gebiſſz nichten verrichten koͤndte a man jhnen ein Öalgen Gebiſſz / mit einen einfachen oder zwifachen MNundtſtuͤck mit Kampffraͤdern einlegen. Man mag auch dag hoch Meittelftückte innfonderbeit zu den einfachen Kampff⸗ raͤdern zur noth gebrauchen Dannfolches Mundtſtuͤck wirde eben fo wol harte wuͤrckung auffden Billern / als am Rachen oder Gomen thun / vnnd derfich eines haͤrten Mundſtuͤck gebrauchen wolt / ſo neben den Billern feine wuͤrckung thet / iſt diß ein gut Gebiſſz. Vnnd zu einem offenendas Galgen Mundtſtuck artig abgeſetzt / onden mit Kampffraͤdern / oberhalb geraiffte Bollen / die auch ein MNundtſtuͤck machen Vnnd zu einem geſchloſſenen Ge⸗ biſſz Kampffraͤder / ſo neben den Billern kommen / allein mit dem gewind. So dann die Biller eines Pferds offen vnnd zerbrochen weren / von wegen eines Härten Mundtſtuͤcks oder einer boͤſen Handt / fo ſoll man die widerumb mit ordentlichem mittel heylen / mit Roſenhonig / vnnd ein Knuͤbel von Holtz mit Leynwath vmbwickeln / Nan ſoll auch ſolchen ſchaden nicht von ho * Er heylen STREET © heylen laſſen / ſonder ſo et BE DD RE ER at ce | zuheylen / damit inn ond zwiſchen der Wunden fein onempfindelich/ taub vñ haͤrt Flaiſch wachſe / daß ein Pferd darnach deſter weniger die Gebiſſz foͤrch⸗ te / mitlerweil ſolman gar geringe vnd wol alte Gebiſſz brauchen denen mag man ein Neittelſtuͤck(ſo ein wenig hoͤhlet ſind) gebẽ / wiewol es auch gar nuͤtz⸗ lich were / ein ſtrickle / ſe vmb das vnder Zanflaiſch gienge / oder wie etlich woͤl⸗ len / ein Kettele. Inſonderheit / wann man kein Kinraiffbrauchen wolt. Man ſol auch einem Pferdt kein harts Mundtſtuͤck / ehe dann es wol heyl iſt / einle⸗ gen / damit es ſich nicht auflaine / oder andere vnordentliche Sachen anfieng / die jhm darnach ſchwerlich abzuziehen weren. Vnd wann es gar heyliiſt / ſoll man es allgemach mit linden NRundtſtuͤcken wider verſichern. Ein Gebiſſz / ſo en Kofi offene Biller are S El SI Le jll f) ); URN I MEILE? { ah \ —— — — Wannaber ein Pferd offene Biller hette vberkommen / vnd man die m nicht wider auff brechen vnd heylen wolt / mag man das geſchloſſen Mundt⸗ ſtuͤck mit den Kampffraͤdern neben den Billern brauchen. Oder ſo es die not⸗ turfft erforſchet / daß man offene Gebiſſz brauchen mußt, das Galgen Ge⸗ biſſz mit Kampffraͤdern artlich abgeſetzt. Dann die Kampffraͤder ſo wolan einem / als an dem andern Mundtſtuͤck kommen nicht auff / ſonder neben den zerbrochenen Billern / vnd ſollen gemeldte Kampffraͤder was hoͤhlet ſeyn. am die Lefftzen eines Pferds dunn vnd ſubtiel ſeyn / vnd ſich nicht in⸗ wendig auff die Biller legen / ſo ſchicken ſich die undtſtůcker vnnd Schiff; wol / vnd zaumet ſich ein Pferd recht / als dann kommen /m die Biren vnd glatte runde Epffelen wol. | A Gebiſſz/ Boaon Gebiſſz vnd Wundeftücken. LIKKII EGebiſß /ſo ein bir gar dicke Lefffen = "fans AN — MITTEN Fa 3: N 1 * — 3 N XBo ER, — 2 Wann aber ein Pferdt gar dicke Lefftzen hette / vnd es ſich darmit weh⸗ tet / auff daß die Mundtſtuͤcker nicht auff die Biller treffen / onndjbrerechte wuͤrckung thun koͤndten / So iſt von noͤhten / daß man die Glocken Waltzen brauche / welche gar gut darzu / vnd die Lefftzen hinderſich treiben / wie hievor genug darvon angezeigt iſt worden. Es ſeind auch nuͤtzlich die Kampffraͤder / mit dem hohen Mittelſtuͤckle / allein mit dem Glerff / vñ die einfache Kampff⸗ raͤder / ſo wol mit einem / als mit zweyen Mundftücken vbereinander. Vnd wann man nur ein einfachs Nundtſtuͤck machen wolt / ſollen die Kampffraͤder / ſo auſſerhalb ſtehen / was duͤnner als die andern / aber in der höhe gleich ſeyn / wiewol wann die dicke der Zungen erfordern wird / möchte man die Raͤder in der mitte was niderer machẽ / ſo man aber zwifache und» ſtuͤck haben wolte / ſollen die Kampffraͤder des obern Mundtſtuͤcks mehr aufs ſerhalb gegen den Stangen ſtehen / dann die vndern Räder. Wann man aber offene Mundtſtuͤcker gebrauchen muͤßt / iſt ein Galgen Gebiſſz mit zwifa⸗ chen Mundtſtuck dienlich / vnd ſollen die Kampffraͤder im obern Mundſtuͤck nahent bey den Stangen / auff jeder ſeyten gethan werden / vñ in dem vndern Mundtſtuůck runde Bollen / welches inſonderheit in allen zwyfachen Mund⸗ ſtuͤcken zumercken iſt / an darff darumb nicht ein ſcheuwen haben (ſo wol in den einfachen / als in den gedoppelten Mundtſtuͤcken) die runde Bollen in | —7 Kampff⸗ — Marſtallereyy Kampoffraͤder zuverwechßlen. Dann die Kampffraͤder zaͤumen wol / vnd ma⸗ chen die Gebiſß deſto haͤrter oder ſtercker / mit mehr freyheit der zungẽ zu ar⸗ beyten / vnd die auff vnd ab zuziehen / vnd wer ſuchen wolt mit einem Kienreiff dem Pferdt das Maul krummen / vnnd wehren mit den Lefftzen abzuziehen / Der mag bequemlich ein genethen Kienreiff brauchen / ohne einigen ſchaden den Billern vnd Kien zuthun / wie dieſes nachfolgendes Gebiſſz außweiſet. Wie die Hacken Fahan ſeyn vnd ſtehen ſollen. Je Fachzaͤn damit ſie das Mundtſtuͤck nicht jrren ſollen gerad begert werden / vnd eines Fingers weit von den vndern Zaͤnen / vnd je niderer ſie ſtehen / Bon Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. LIXXII fie ſtehen / jhe beſſer:ſo ſie aber innwendig ſtehen werden / weren ſie gefaͤhrlich / inſonderheit wann ein Pferdt ſchmale Kienbacken hett / moͤchte es jm ſelbs die an gemeldten Sachzänen/ond mit dem VPundtſtuͤck. Etlich ſeind / die dem fuͤrkommen woͤllen / vnd laſſen ihnen die außziehen oder abſtoſ⸗ ſen / welches gefaͤhrlich / vnnd geſchicht etwan darnach / wann ein Pferdt em⸗ pfindt / daß man die ſtatt anruͤhret / da die Fachzaͤn geſtanden ſeindt / lainet es ſich auff / vnnd man kan es ſelten mit dem Kopff darnach mehr beſtettigen / es iſt viel beſſer / man laß jnen gemeldte Hacken / vnd feihel ſie ein wenig ab / ſo fer? ſie einwartz ſtehen / damit ſie nicht mehr ſo ſcharpff ſeyen. Man ſoll auch gut acht haben / daß die Lefftzen nicht daran ruͤhren / dann fo ſie die begreiffen / wuͤrden ſie ſich allemahl ſchneiden / wann einer nur den Zaum anſich zuůge. Darumb ſoll man hievor gemeldte mittel wann ſich ein Pferdt mit den Leff⸗ tzzen wehret / gebrauchen. Es hilfft gleichßfalls / wann man das Gebiſſz was hoͤher / dann gewoͤhnlich von den Fachzaͤnen hencket / dann es beſchuͤtzet die Zung / wiewol ein Pferd das Gebiſſz weniger forchten wuͤrde / dann wann es niderer hencke. — En Die Hacken oder Fachʒaͤn / ſo außwendig ftehen/ find weniger gefaͤhr⸗ lich / dann wann fich ein Pferdemit den Lefftzen wehren will, ſchneidet es fich offt / inſonderheit wanndie Lefftzen dick vnnd groß ſeyn / vnnd Die Zännider/ Dann man ſoll alle furſehung thun / damit ſich ein Pferdt der Lefftzen nicht gebrauchen vnd wehren koͤnne. — Vielgebrauchen ſich zweyer Mundtſtuͤck/ wann einem Pferdt die Ha⸗ cken oder Fachzaͤn hoͤher dann ſich gebuͤret ſtehen / vnnd machen das ein was hoͤher dann gebreuchig / damit das Nundtſtuͤck vnder den Hacken kaͤme / vnd das ander fein wuͤrckung oberhalb thet / vnnd würden Die Fachzan alſo in der mitte der zweyer Mundſtuͤck kommen / vnd wuͤrde das Gebiſſz wol ſein wur⸗ ckung thun / Man ſoll aber gar wol das Pferdt / Maul vnd ſein eygenſchafft betrachten / ob ein Mittelſtuͤckel ſo vberſich gehet zugebrauchen ſey oder nicht / Doch ſol das Yrundtſtuͤck in alleweg zwo vertieffung haben. Wann die Hacken vngleich ſtehen / oder die Bil ler von vngleicher hoͤhe ſeind. EN Aumeinen Pfade die Hacken aneinem ort hoͤher / als an dem andern ſtuͤnden / oder ſonſt vngleich weren / oder das Maul auff einer weiter/ dann auff der andern ſeyten offen were / oder taub vnd vnempfindtlich fleiſch / mehr Biller auff einer / dann auff der andern Ken So ſoll man jhm ein falſch Mundtſtuͤck brauchen / ich nenne die falſche Nundtſtuͤck die auff einer ſeyten nicht ſeind wie auff der andern. Wann dañ die Hacken taub oder vnempfind⸗ lich Fleiſch / oder anders an der Rechten ſeyten hoͤher / als an der lincken ſeyten were / ſo ſolle das Mundtſtuͤck an derſelben ſeyten auch hoͤher ſein / dañ an der 6— * Wuarſtalleren > andern / vnd alſo auch das widerſpiel / damit dag Nundtſtuͤck nicht treffe / vñ trucke das taub / faul vnd vnempfindlich Fleiſch auff den Billern vñ den Ha⸗ cken. Man kan dem auch fuͤrkommen / wann man das Mund ſtuͤck an der ſei⸗ ten / da der mangel iſt / dicker vnnd vollkommentlicher machen laͤßt / als ander andern ſeyten / Doch wirdt es nicht ſo viel vnd dergeſtalt helffen / als das an⸗ der / vnd man ſoll mercken / daß ein Pferd offt ſeltzam mit dem Maul thut / das ein ſolchen mangelim Maul hat / wann man jnen Nundtſtuͤck / die auff bey⸗ den ſeyten gleich einleget / dann ſo mans auffderfelben ſeyten truckte / wuͤrd es nicht leyden können. Sr ſolt auch mercken / wann dieſe gemeldte ſachen vber Die maß auff einer / als auff der andern ſeyten hoͤher weren / ſo ſoll man gar das widerſpiel thun / Nemlich / man ſol das Mundtſtuͤck an derſelben ſeyten nide⸗ rer machen / oder weniger erheben / Es hilfft etwan ſolchen Maͤulern / wann man an dem VYundtſtuͤck an der ſeyten / da die maͤngel ſeyn / fetzen von Leyn⸗ wath hinvmb wicklet / vnd wiewol es nicht deſto weniger auffdie Biller tru⸗ —— iſt es doch nicht ſo boͤß / als wann das bloß Mundtſtuůck darauff tru⸗ cket / oder daß as Mundtſtuͤck gleich were / Nan magauch (wann die Ha⸗ cken vngleich / vnnd an einer ſeyten hoͤher / als an der andern ſtuͤnden) das Mundtſtück an der ſeyten / da dann der Hacken niderer iſt / etwas hoͤher / als an der andern ſeyten hencken / Dann ſo man das Gebiſſz auff beyden ſeyten gleich hencket / wuͤrde das Pferdt den Halß vnnd den Kopff gegen der ſeyten / da es am meiſten ſchmertzen empfindet / neygen Das Aug am Zaum an der ſeyten / des nideren Fachßzans mag man auch was hoͤher machen / vnnd ſo man das thun wolt / ſol man die Rundpollẽ oder die Kampffraͤder hoͤher ma⸗ chen / vmb fo viel / als der vnterſchied vonder nidere iſt / vnd wird das Rund⸗ ſtuͤck alſo auff beyden ſeyten recht kommen. Weiter ob allem ſol man auch gu⸗ te achtung haben / daß die Stangen vnden gleich kommen. Wie eines Pferdts Rienbarfenfenn follen, | X Ann die Kienbacken eines Pferdts nicht zu ſchmal noch zu breyt ſeyn / ſo ſoll das Mundtſtuͤck in gewoͤhnlicher on zimlicher weit ſein / Nem⸗ lich / ſo weyt als ein Handt breyt / wie hievor auch gemeldt / vnnd außweiſet / weniger oder mehr / nach dem das Pferd groß iſt / vñ an einem offnen Mund⸗ ſtuͤck ſol das Gaͤlglein eines Fingers oder Daumen breyt weyt ſeon. So aber dag maß des Kienbacken zu weyt / muͤßt mans enger machen / dann ſo es ein geſchloſſen Gebiſßz were / wuͤrde es neben vnd auſſerhalb den Billern kom⸗ men / vñ die liderlich beſchedigen. Were es aber ein Galgen Gebiſſ / deſto aͤr⸗ ger / dañ die Keſſelen vom Gaͤlglein / wie das Ydundſtuͤck zuſam̃en gefůgt iſt / vnd das auffenthalt/ wuͤrde gerad auff die Biller kommen / vnd die beſchaͤdi⸗ gen vnd offen machen / vnnd würden alsdann zu beſchuͤtzung derſelben weder runde | Von Gebiſſz vnd Mundefiichen. LRxxv kunde Pollen noch Kampffraͤder helffen. Vnd hinwider ſo ein Mundtſtuͤck ‚su eng / nach erforderung feiner Kienbacken / wuͤrde es mit dem Nundtſtuck | a nicht fpielen koͤnnen / vnnd wuͤrden darinnen wuͤſt gefangen ſeyn / Derhalben iſt von noͤten / ſo wol von ſchoͤne / als nuͤtzlichheit wegen / daß man die Rund⸗ ſtuͤck dergeſtalt machen laß 7 nach proportion Der Kienbacken / daß ſie dem Pferdt recht vnd juſt innligen / welches man an den Maulthiern vnnd Eſeln nit zubetrachten hat, ſo faſt all eng von Kienbacken ſein. Vnd es darff ſich nie⸗ mandts wundern / zu dem / ſo nimpts oder gibt es nichts / dann ſie gehen nur den Paſſßz / vnd den Zellt / vnd jr Mundtſtuͤck wuͤrben nicht. Derhalben koͤn⸗ nen ſie neben oder auſſerhalb den Billern nicht fallen / vnd wann ſie ſchon ne⸗ ben die Biller treffen / ſo achten fie es nicht / dann fie jinnen taub vnnd erhaͤrtet eyn / von wegen des haͤrten anziehens des Zaums / vnd auch von wegen der ebenziegel. Wie eines Pferdes Kien ſeyn ſolle. 0 Ines Pferds Kien ſol nit zu fleiſchig noch zu duͤrr vnd mager ſeyn / ſon⸗ DRo der zwiſchen beydes mit einem Rinnele / dariñ ſich das Kienreiff laine / damit es nit vberſich ſteigen koͤnne / man vervrſache es dañ vberſich zugehen / mit dem / daß man die Augen der Stangen zu hoch machte. Vnd einem ſol⸗ chen Kien zimpt ein runds Kienreiff / das nicht ſubtiel / vierecket / noch ſcharpf⸗ fer art ſey / vnd ſolches iſt nimmer zu wechßlen / wann nicht groſſe vrſachen ei⸗ nendahin zwingen. Rt y zT Mi Die Marſtallere Die abgeriſſenen Kienraiff werden zu endt bey den Mundtſtuͤcken / de⸗ ren vnterſchiedlich nach einander abgemahlet folgen / darinnen ſich ein jeder leichtlich erſehen kan. | * Fi rn DETERIN. in | HEN vo | S | * — 95 MEDIEN N 3 Ss So aber das Kien duͤrr were / vnd das Kienraiffoberfich gienge / wuͤrd es machen / daß das Gebiſſz waltzen vnd ſchlottern wuͤrde. In ſolchen faͤllen ſoll man jhm mit dem langen Hacken im Kienraiff auff beyden ſeyten fuͤrkom⸗ men / vnd beyde / die Hacken von einem ſtuͤck machen / die werdens nider an ſei⸗ nemort ſtet halten machen. Die andern zween Hacken ſollen eng in einander / vnd nicht ſubtiel / noch duůñ ſeyn / damit ſie das Kien geſundt vnd gantz behal⸗ ten / vnd die Kienraiff ſtet an jrem ort bleiben. Es hilfft auch / wann mans am anhefften oder einthun etwas nider vnd lenger laͤßt / ſo kan es nicht mehr / dañ fich geziempt / vberſich gehen. Wann es aber von wegen des niderhenckens ein wenigs vmbgieng vnd ſchlotterte / ſo ſoll mans erhoͤhern an dem Auge des Hundtſtuͤcks / oder an dem Auge der Stangen / vnnd die Hacken lenger ma⸗ chen Sodas alles nicht helffen wolte / mag man genoͤtte Kienraiff(wiewol die nicht huͤpſch ſehen) brauchen. — Fleiſchige Kien. Wann ein Pferdt ein Fleiſchig Kien hat / vnnd kein Rinnele / das das Kienraiff ſtet helt/ iſt es nieht gut dann allemahl wann ein Pferdt das Ges biſß was vberſich helt / vñ das Kien bewegt (wie ſie dañ gemeinigklich thun/ ſo lauffet das Kienraiff vberſich / vnd das Mundſtuͤck gehet dem Pferd vmb/ vnd ligt ihm nicht ſtet im Maul / vnnd es an fein ort bleiben zumachen / muß man mit den Ringen vnd gantzen vnnd langen Hacken ſucer nider ehalten | ; | R | | Von Gebiſſz vnd Mundeflücken. 1XxXVI behalten werden / vnd machen die andere Ring vierecket / ſo wird es beſſer vnd ſtercker angehefft werden. a Soolchen Kienen feindt auch gut Die Kienreiff mit Knoͤpffen zugebraus chen / die gehennicht fo baldt oberfich, feindt ziemlich haͤrt / vnnd erbaltendie Kien / daß fienicht wundt werden, ond fallenanjrrechtsort. | Es hilfft auch / daß man den Naßriemen was nider vnd enger einthut / damit ein Pferdt das Kienreiffnicht ſo leichtlich verrucken koͤnne. Wann das alles nicht helffen wolte / ſoll man ein Kettelein an das Kienraiff hencken / ſo auch ammittel des Kettelens / ſo die Stangen bey einander helt / ſolle ange⸗ hefft ſeyn / Alſo wirdt das Kienraiff nicht vberſich kommen / ſonder ſtets an ſeinem gebuͤrenden orth bleiben. | Das Kienraiff/ wirdt auch an feinrechts orth in der mitte des Kiens fallen / ſo man vier kleine Ring / ond ein langes sur rechten ſeyten nimpt / vnd auff der lincken ſeyten einen Hacken mit einem Ringle / vnd daß die zwey ſtuͤck ſo lang / als das lenger Ringlin ſeyen / welches ſol ſein gebuͤrlichen Bug vnnd krůmme haben / damit es nicht auff die Stangen falle / vnd mache das Kien⸗ raiff vberſich gehen / welches jhe dicker ein Pferdt die Lefftzen hett / jhe oͤffter es geſchehen wuͤrde. Ihrer viel woͤllen / daß drey Ringe brauchſamer ſeyen / es iſt aber gewiß / wann die Glaich vnd Ringlin in gleicher zahl ſeindt / thun ſie jhr wuͤrckung deſto gleicher. | Miedie Biere eine Pferdts ſeyn D | en. Sʒ Kiefer eines Pferdts / damit ſie nicht verhindern am zaͤumen / ſollen 2 Elein/ vnnd fo weyt von einander ſeyn / daß man ein Fauſt darzwiſchen legen koͤnne. So aber die klein vnd eng mit einander / were es boͤß / mehr oder minder / nach dem der Halß geſchaffen. So der aber wol gebogen / were es nit ſoboͤß. Derhalben kan man nicht fehlen / Gebiſſer zu machen / die ein Pferdt nicht ſehr vnderſich bringen / inſonderheit ſo der Halß dick und kurtz were / dañ in ſolchem fall were es eine groſſe vnordnung / wann man ober Die Natur cin Pferdt mehr / dann gebuͤrlich zwingen wolte. Wann man aber ſihet / daß es mit dem Kopff nicht zum rechten ziel wolte ſich bringen laſſen / ſol man es nicht mit gewalt / ſondern mit geſchicklichheit dahin bringen / vnd gebrauchen linde Mundtſtuͤcke / die Stangen aber ſeindt etwas lange / die ſollen hinderſich ſte⸗ hen / doch nicht ſo viel / daß ſie das Mundtſtuͤck vmbkehreten. Man ſol auch den Naßriemen nicht dermaſſen hart zuziehen / daß es gar gefan⸗ gen ſeye / ſonder jhm auch etwas freyheit geben / vmb allein zuverhuͤten des NRaul auffſperrens. Groſſe Groſſe vnd enge Klefr.. Es iſt gar ein boͤß ding / wann ein Pferd groſſe Kiefer hat / vnd deſto boͤ⸗ ſer / ſo fie eng darneben weren / Vnnd in ſolchem fall ſol man die fuͤrgeſchoſſene Stangen fliehen / dann ſie ein Pferdt zuſehr mit vnwillen zwingen / Vnd jhe lenger die Stangen ſeindt / je mehr ſie zwingen. Durch welche (ſo cin Pferdt den groſſen ſchmertzen empfindt ) offt bewegt wird / viel dings wider des Reu⸗ ters willen zuthun / mit dem Kopff vberſich zuwerffen / ſich auffzulainen / das Noaul zukruͤmmen / vnd ſeltzam darmit zuthun / ſich auch zu vnderſtehen / mit den Zaͤnen nach den Stangen zugreiffen. Dem kan man wol fuͤrkommen / Wwoann man etliche Kettele an die Kienraiff / vnnd an die zwerch Kettele der Stangeu thut. Aber dem allem gemeldtem fuͤrzukommen / muß man Stan⸗ gen / die hinderſich ſtehen / brauchen / daß die Augen jre ziemliche hoͤch haben / damit das Gebiſß im Maul ſtet ſtehe / vnnd ſich nicht waltzen koͤnne / vnd jhe enger die Kiefer bey einander waͤrn / deſto mehr ſollen die Stangen hinderſich ſtehen. Man ſoll auch die Stangen kurtz / vnnd was bewegnuß das Dferde thut / die Handt ſtet vnd maͤſſig halten. Etliche woͤllen lieber fürgefchoffene Stangen / nider von Augen / brauchen) vmb daß das Gebiſß nit waltze vnd ſtet ſtehe / onnd vermeinen / daß ein Pferdt dergeſtalt kein vnwillen empfahe / Man ſihet aber das widerſpiel / dann Stangen mit nidern Augen / machen das Nundtſtůck vnd Kienraiff eng zufamen/ vnd verwunden die Biller vnd Kien / Vnnd ſo einer der hohen Nitteiſtuͤck / auch der doppelten Mundtſtuͤck gebrauchen wolte / wuͤrde er ein Roſſz ſeines gefallens nicht koͤnnen regieren. Zu dem / ſo haben die fuͤrgeſchoſſenen Stangen ſolches an jnen / daß ſie hin vñn her gehen / vnd dermaſſen geng werdẽ / daß wañ ein Roſſz nur allein die Zung ruͤhret / ſo creutzigen fie ſich vber einander / mit groſſem nachtheil des Dferds/ welches auch ein vbelſtandt iſt. Vnd vmb beſſerung wegen / damit die Gebiſſz vnd Mundtſtuck dem Pferdt ſtet im Naul ſtehen / vnnd nicht vmbgehen / ſol man Stangen brauchen / die nicht fuͤrgeſchoſſen ſind / wie gemeldt / vnd allzeit das euſſereſt fliehen / welches in allen dingen laͤſterlich iſt. Ren anne ind ein Schwanen Sal at / ꝛc. N Ma (wie mans gemeingklichnennen Schwanen⸗ halß / befompteinjedes Gebiſſz wol / Nichtdefto weniger gebrauchee man gemeingklich linde Rundſtuͤck / mit kurtzen Stangen/dienichtfaftfürs geſchoſſen find / dañ ein ſolches Roſſz laͤßt ſich baldt mit dem Kopff zum rech⸗ ten ziel bringen. Wann der Halß aber bogenweiß kaͤme / were es ein boͤß ding / inſonderheit ſo die qualiteten des Mauls nicht gut weren. | Bogen Von Gebiſſz vnd Mundeſtuͤcken. 18RXVn Bogenweiß Halß. AD dann ein harts Maul darzu hat / mag man harte Mundſtuͤcker brauchen / als die Kampffraͤder / daß die Raͤder was hoͤhlet ſeyn / mit langen Stangen hinderſich ſtehendt. Sm fall eg ſich aber zu ſehr herzu thete/ ſo ſol man an ſtatt des Kelriemens / ein Eyſen / fo.oınb die Kehl gehet / machen laſſen / vnd mit Leder vberziehen / das es vberſich macht kommen. Ein junges Pferdt / das noch im wachſen iſt / hilffts beſſer / daß man ein Holtz / ein wenig lenger dann ein Spann / eins Armsdick / mit runden reiffen troͤhen laſſe / dar⸗ durch Der lenge nach) ein runds loch ſeyn ſoll / dardurch ſoll man den Kehlrie⸗ men thun / vnd ziemlich hart an ſich ziehen / ſo wird das Pferd in Halß wach⸗ ſen / vnd wann man jm —* darnach abthut / nicht mehr vnderſich begeren. Doch muß man in allweg Stangen die hinderſich ſtehen / brauchen. ann ein Pferdt von ſolchem mangel entwendt iſt / vnd man brauche⸗ te mehr ſtercke / vmb es zuregieren / mag man ein eyſens Naßband eingefeihelt wie die Seges brauchen / oder viereckete Kienreiff/ oder Kienreiff mit ven Pol⸗ len / runde oder flache Waltzen / wie die Raͤder / ſo es anderſt erlitte / kan man aber mit wenigerm thun / ſol man der ſcharpffen oder harten Kienraiffen muͤſ⸗ ſig ſtehen. —— Wann aber das Maul gut were / mag man jhmein linds Mundtſtuͤck ohne das hoch Mittelſtuͤck / mit geraden oder hinderſtehenden Stangen ein⸗ legen / vnd die Handt was mehr dann gebraͤuchig / fuͤrſich Halten. Dann ohn ſolche huͤlff wuͤrden [im die Stangen an die Bruſt kommen / vnnd es ſich das > legen onnd den Kopffonderfich hencken / vnnd gar frey vnnd vnhaͤltig eyn. | | Mann einem Pferdt der. Halß verkeh⸗ ret ſtehet. X Ann ein Roffz einen verkehrten Halß hat / folman jhm fein Mundt⸗ I fick einlegen / das es zu faſt zwinget / noch nicht zu lange / ſonder kur⸗ tze Stangen hinderſich ſtehende das Mundtſtuͤck ſoll das Nittelſtuͤcklin fo vberſich gehet haben. Derhalben wirdt jhm wol kommen ein guts Mund⸗ ſtuͤck mit Stangen / wie man es dann allhie zu Landt brauchet / vnnd ein ge⸗ ſchloſſen genoͤht Mundtſtuͤck iſt vielbeffer / dann ein offenes Comb die Biller zuverſchonen / vnnd gantz zubehalten. In ſolche Gebiſſz ſoll man thun die orth / ſo auff die Biller kommen / Spollen oder Oliuen / runde glatte / oder an⸗ dere dergleichen ding / ſo lindt ſeindt. Das Mundftückfollauch nicht zu weyt ſeyn / daß es auſſerhalb neben den Billern falle / dañ es were gar ſchaͤdlich / Wiewol ſolche Gebiſſz ſoltẽ nur die Reutter brauchen / die ringe vnd I ON Ktuombaben Sof | koͤndten *— — Su * J 8 r R F 0 Marftalleredi nn nn AI e koͤndten oder möchten ſie mit mehrer ficherbeit andere Gebiſſß / mit was we⸗ nig hohen Mittelſtuͤcklein brauchen / vnd Stangen auff das kuͤrtzeſt ſo muͤg⸗ lich machen / die nicht fuͤrgeſchoſſen ſeyen. Vnd ſo das Pferdt feine groſſe ſter⸗ cke hett / moͤchte man cin Eyſens Naßbaͤndlein brauchen / vnnd ein viereckets Kienreiff / dann ein Pferdt wuͤrde daſſelbig gedultiger leyden / dann ein genoͤth Gebiſſz / ſo obel gebraucht wirdt. Ihr ſolt auch wiſſen / daß dieſe MRundtſtuͤck an den genoͤtten Gebiſſen / davon jetzt gemeldt / von einem ſtuͤck ſind / wie man die gemeingklich im Koͤnigreich Neapolis an den Spaniſchen / vnnd etlichen Neapolitaniſchen Roſſen brauchet. Wann man aber die brauchen wolte / nach vnſer Landts art / wuͤrden ſie bey weytem nicht ſo haͤrt / von wegen ſie nit von einem ſtuͤck ſeind / wie die andern / vnd haben jhr rechte wuͤrrkung. Dann warn fie geſchloſſen ſeindt / haben fie winbunginder mitte / bey dem Mittel⸗ ſtuͤck: ſeindt ſie dann offen / ſs wuͤrben ſie neben dem Galgen / wie andere Gal⸗ gen Mundtſtuͤck. Doch brauchen ſie alle ein gute linde / vnd / wie vorgemel⸗ det / geuͤbte Handt. ER IRRE RT — y Wenn Von Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. LXXVII Wann ein Pferdt ein kurtzen dicken — — vaßhat FE nen | | — ein kurtzen vnd dicken Halß hat / pfleget dicke Kiefer zu * na ein Pferde mit dem Ropffonderfich zubrins gen, Derhalbenift notwendig / was lencklete Stangen zubrauchen/fo hin⸗ derfich ſtehen follen/mit linden Mundtſtuͤcken / ſo lange / biß es ficheinivenig ergeben hat. Dann ſo man jm gehlingen vnd auff einmahl das herein gehen / wie ein Hirſch wolt abziehen / were es gar ſchwerlich zuthun / Zu dem ſorglich die Biller vnd das Kien zubeſchedigen / So dann darzu die Kiefer eng / vnnd nahe zuſammen kaͤmen / ſo were es noch aͤrger / Vnd in ſolchem fall muß man fuͤr etliche Tägdas Eyſen Naßbandt mit den Sprunckriemen zwiſchen den vordern Fuſſen an den Gurt gehefft brauchen / den folmananfenglich mit ge ſchicklichheit vnd gemach anziehen, Wann mans dann zum ziel bracht hat / mag man das Naßbandt hinweg thun / vnd alsdann Yeundtſtuͤck / die hme geziemmen / einlegen. Die hohe — thun in dieſen Mundſtuͤcken gu⸗ te wuͤrckung / dann es zeucht ein Pferde vnderſich / vñ hilfft im vberſich. Doch ſoll man acht haben / daß ſolches Mundt ſtůck in keinen weg nicht ſchlottere noch vmbgehe. Vnd ſo man mehrere huͤlff beduͤrfft / vmb deſto baß zuregieren / mag man die außwendig gebrauchen; Solte man aber ſpuren / daß die linde Mittelſtuͤck nicht taͤuglich weren/fo gebrauch man das Naßband vnd Kien⸗ raiff / darvon erſt hlevor iſt meldung geſchehen / doch / daß es das Kien erleiden fönne. Wann aber das gar Fleiſchig / were von noͤhten / daß man jhm ein ge⸗ ſchloſſens Mundtſtuͤck mit vier Kampffraͤdern einleget / Vnd ſo man ſolches haͤrter machen wolte / moͤchte man an ſtatt des zwerchs Ketteles ein gantze Spolle oder Rolle machen / Vnd ſo man es aber was linder haben wolt / ſoll die Roll in der mitte zerbrochen / vnnd ein Mittelſtuͤckle was wenig vberſich gehendt darein gemacht ſeyn / mit ziemlichen langen hinderſich ſtehenden Stangen / nach dem die Augen derſelben ſeyn wuͤrden / damit es nicht vmb⸗ gienge. | 5, Wann ein Pferdt ein duͤrren vnd Furgen M Halß hat. | Ein { Marſtallere / In Pferdt / welches ein magern / duͤrren / vnd kurtzen Halß hat / ſetzet ge⸗ er meingtlich die Bruſt an / wann es kleine vnnd weyte Kiefer hat Dem an a eg 0 Re FREE En DL ſchickligkeit der Handt. Wann aber die zwey Stück nicht helffen wolten / So ſol man kurtze vnd fuͤrgeſchoſſene Stangen mit dem groſſen Bug brauchen. Dann die lange Stangen wuͤrden ſich liederlich creutzigen / vnd vbereinan⸗ der kommen. Wañ man aber vnden anden Stangen an ſtatt des Kettelins / ein Staͤnglin thut / koͤndt man demſelben wol fuͤrkommen / welches das Ge⸗ biſſz noch ſtercker macht / dann das Yundtſtuͤck wirbet ſich nicht / vnd iſt alſo was haͤrter. Sodann noch andere huͤlff notwendig waͤren / moͤcht man an ſtatt des Kehlriemens ein eyſens Baͤndlein machen / oder das rundt Holtz / in manier / wie hievor iſt angezeiget. ——— rn Die vrſach des anſetzens der Stangenan der Bruſt / vnnd den Kopff hinunder zu werffen / vnd vberſich zu ſchnoͤllen mit vnflaͤtigen geberden / vnd mit keiner ringen gefahr / kompt mehrertheils daher / daß ein Pferdt groſſen ſchmertzen auff den Billern empfindet / deßgleichen an der Zungen / am Gu⸗ men / auff der Naß / oder am Kien. Derhalben iſt von noͤhten gar auffmerckig zu ſeyn / die vrſachen dieſes wol zu betrachten. Dann ſolche verletzung kom⸗ men gemeingklich von haͤrten Mundtſtuͤckẽ / Naßbaͤndern oder Kienreiffen / oder wenn die hohe Nittelſtuͤck zuhaͤrt ſeindt / oder die Stangen gar zu ſehr fuͤrgeſchoſſen / oder von wegen einer ſtarcken Handt im — daß man nicht mit jhm vmbgehet / nachdem Die notturfft erfordert / welches man in allewege ſtets betrachten ſol / vnd nicht zur ſtundt zu verletzlichen mit⸗ teln lauffen / omb es gar vnſinnig zu machen / ſonder man ſol alles meſſigklich vnd mit rechter ordnung thun. — Wann ein Pferdt ein dicken vnd langen | ; ‚Halfbat, 1470 va , Emeingklich findet man bey einem dicken vnd langen Halß / ein groſſen $ Kopffond groſſe Kiefer / vnnd vmb vberſich zubringen vnd zu regieren ein ſolche ſchwere / iſt don noͤhten / man brauche Stangen / die etwas laͤnglet / vnd nicht faſt gebogen ſeindt. Weitter ſoll man jhnen helffen mit dem Cape⸗ zon / vnd mit einem Kienreiff mit Bollen / Vnnd fo es die notturfft erheiſchet / mit einem Eyſen Naßbaͤndle / oder mit einem vierecketen Kienreiff / Doch daß das Kien darnach geſtelt / daß es erleyden koͤnne. Vnd man ſoll auffmercken / wann es ſo gar ſchwaͤr iſt / ſo muß man jhm mit dem Gebiſſz helffen / vnnd ſe⸗ hen / daß es an feinem orth im Naul wundt werde. Man ſoll auch keinem Pferdt nimmer zugeben / daß es ſich faſt in das Gebiſſz lege / vnnd dermaſſen gar darauff laine oder tringe / daß es der Reutter mit ſeinem Arm nicht auff⸗ enthalten koͤnne. Dann darauß folget / daß fieanffden Billern am Rachen / 6 — ji vnd am J x Won Gebiſſz ond Mundtſtuͤcken. LIXKIX vnnd am Kien wundt werden. Vnnd ſo man das von ikmfelbft heylen laͤßt / wechßt taub Fleiſch / dermaſſen / daß ein Pferdt kein Maundtſtůck / auch kein Kienreiff / es ſey von was gattung es woͤlle / mehr fuͤrcht fung drin So aber ein Pferdt am Kien wundt were / moͤchte man jhm das Kien⸗ reiff abthun / vnd ein ſtarcken Lidern Riemen / der wol mit gutem Schmer ge⸗ ſchmiret were / an ſtatt thun / biß es heyl wuͤrd / oder ein rundes Kienreiffmt gutem geſchmirtem Leder vmbwicklen / oder Eyſene / oder Liderne Naßriemen brauchen / oder Capezon / oder Eyſen Naßbaͤnder. Man ſoll die aber nicht zu hart einthun / oder zu feſt an ſich ziehen / inſonderheit anfengklich / dann das Pferd wuͤrde groſſen ſchmertzen empfinden / vñ wuͤrde ſich etwan aufflainen / oder das Maul kruͤmmen / oder die ſeyten hin vnd her werffen / vñ andere der⸗ gleichen hoffart treiben. Derhalben man alles nach gelegenheit der zett / mit geſchicklicheit / vnd zum erſten mit linder Handt / vnd darnach gemach vnd ge⸗ mach an ſich ziehen / verrichten muß. — 00%) Dd ü Es AR, NT Es iſi auch gut / daß man anfaͤngklieh / wañ man einem Pferd den Gar " telein vornen vmb das Zanfleiſch / ſo in die Augen des Gebiſſz / darinn das dundtſtuͤck iſt / oder in die Loͤcher des zwerch Kettelin angemacht iſt / on thun das Naßbaͤndle oder Naßriemẽ wol ſtarck vnd eng ein. Solcher brauch iſt nicht loͤblich noch ſicher / dann das Pferd empfindt ein vnleidlichen ſchmer⸗ tzen / dardurch man jhm —— 7 — vnnd ſchwaͤcht es an der ſtaͤrcke / Zu dem verhůtet man / daß es ſeyn Maul nicht auffthun kan / vnnd verleuret alſo den Athhaen. AR Ich wolte mehr darvon halten / ſo es die noth erforderte / daß / ſo einem vnbaͤndigen vnd boͤßmaͤuligen Pferdt das Mundtſtůck hraͤche / daß man an ſtatt de Ketteles ein Stricklin neme / vnnd das Gebiſſz nicht zu fehranfich zuͤge / welches in alleweg nicht waltzen noch vmbgehen ſoll / fonderdaranfoll ein nuͤtzliches Kienraiff ſeyn / damit es den ſchmertzen nicht empfinde / ſo das Kettele / Strickle / oder Drath jm vmb das Zanfleiſch allemahl thun moͤch⸗ ten / ſo man den Zaum an ſich zeucht. Vnd dieweil in ſolchen faͤllen gar nuͤtz⸗ lich / daß man das Naßbaͤndle oder Naßriemen enge einthete / iſt es auch gut/ daß man he fuͤrkomme / damit die Rincklin des Naßbaͤndlins ſich nicht er⸗ weittern / Derhalben moͤchte man ein Kettele / in manier wie ein kleines Kien⸗ jeifle Daran thun. RTTIRRC TOR RE Bu Odb allem iſt zumercken vnnd in acht zu haben / daß das Mundtſtuͤck | dem Tliche woͤllen ein Pferdt mit gewalt gewehnen / vnd legen jhm ein Ket⸗ Bon Gebiſſz vnd Nundeflücket. Lxxx dem Pferdt recht und juſt ins Maul kom̃e / vnd das Kienreiff auff das Kien⸗ fall / an ſein rechts orth / daſſelbig enger oder weitter zulaſſen / nach dein es die notturfft erfordert / vnd betrachten / daß ſolches Bandt nit gefunden ſey wor⸗ den / vmb zu verderben vnnd zu zerreiſſen das Kien / ſonder vmb das Gebiſſz ſtet zubehalten. ale fol manmit fürfichtigkeiefchausven die verleßung des Kiens / vnd die Wundtmaͤuler der Biller. Vnd ich ermahne euch ſtets/ daß man an einem Pferd / ſo ein harts Maul hat / ehe ſcharpffe hohe eittel⸗ ſtuͤcklin vnd fuͤrgeſchoſſen Stangen brauchen ſol / dann ſcharpffe Nundſtuͤck oder Kienreiff / Dann die fuͤrgeſchoſſene Stangen / vnd die obgemeldte its telſtůcklein / ſo gegen dem Gomen oder Rachen geben / geben dem Pferdt ein wenig forcht / vnnd laſſens nicht auff die Biller lainen / noch auff das Kien / ſonder ohn verletzung machens ringer vmbgehen. Gleichßfalls ſol man ſehen vnd acht haben / daß die ſcherpffe von den Stangen / da das Peundtſtuck ſte⸗ het / wol außbogen ſey von dem Pferd / damit es ſeine Lefftzen nicht beſchedige. Solches kan der Reutter am beſten ſehen / wann er zu Fuß / vnd einen andern auffs Pferd ſitzen laͤßt / vnd ſehe alsdann auffs ſcherpffeſt die gerechtigkeit der Augen / vnd die wuͤrckung des Gebiſſz / wie gemeldet. Vnd damit man nicht jrre/ vnnd ſchaͤtzte ein Gebiſſz das hohe Augen / daß es haͤrte Stangen hette / oder eins das nider von Augen / were lindt von Stangen / ſol man wiſſen / daß die gerechtigkeit des Auges zwey maͤß habe. Das cin kompt auff die Biller / das ander / da man das Kienreiff an⸗ hencket / vnd man kan einem jeden Gebiſſz diß maͤß brechen / mit vberſich oder vnderſich das Gebiſſz zuguͤrten / vnnd von ſeinem gebuͤrlichen ort / Vnd das geſchicht dergeſtalt / So man es erhoͤhen wil / ſo man vber das Yundtſtuͤck / da es in den Stangen pflegt auffzuligen / ein kleins Spollen thun / vnnd das Nundtſtuůck darauff / Vnd ſo mans ernidern wil/folman von den Augen der Stangen / an dem orth / darinn die Nundtftück ſeind / was weg feilen / damit es niderer fellet / oder loͤcher darunder machen / vnnd das Yeundtſtuͤck darein thun / vnangeſehen / ſie in der höhe ſtuͤndt. | Das Mißverfichetfich gebrochen’ wann das Kienreiffnicht anfein gebürlich vnnd gewöhnlich orth fellet von wegendaß die Ring gar zu eng in einander / oder zu weyt feinde / oder das Kienreiff am anziehen des Zaums oberſich ſteiget / vnd wuͤrd das orth( ſo gemeinigklich auff den Billern lainet) verhindert. Die hoͤhe des Galgens. a ſol man aber für gewiß halten ie höher in Nundſtuͤck vom Gal⸗ gen iſt / je mehr helt es ein Roſſz vnderthenig / aber folche Höhe foll Rn | e er ei des Pferdts Maul vnd groͤſſe des Thiersproportioniertfegn. Doch ſeyt ge⸗ warnet / daß die hoͤhe nicht groͤſſer ſeyn foll / dann daß ſie dem Pferdt bloß die Zungen freyet / ohn einicher weiß den Gomen oder Rachen zuverletzen. Man ſoll auch in betrachtung haben / die hoͤhe des Galgens / oder was am Pund⸗ ſtuͤck oberſich gehet dem Gomen zu. Die abwechßlung der Gebiß nicht gut. WJeweil aber das abwechßlen der Gebiſſz / die Maͤuler verderbet / vnnd Rverorſachet viel vnordnung / iſt von noͤhten / daß man anfaͤngklich wol betracht die geſtalt des Thiers / vnd alsdannein ſolches Gebiſſz erwoͤhle / wie ſeyn art erfordert. Vnnd wiewol daß viel Gebiſſz ſeiner art möchten vergli⸗ chen werdẽ / nicht deſto weniger von denen vielen ſol man anfengklich nur eins ſich gebrauchen (fo die noth einen anderſt nicht darzu truͤnge biß ſo lang das Pferdt wol beſtettiget ſey. Vnd wann einer vielleicht zweiflet / was fuͤr eins am bequemlichſten ſeyn würde, ſoll man jhm anfengklich das lindeſt / ſo man haben kan darreichen / end nach der Hand moͤcht man von Staffel zu Staf⸗ fel verſuchen / vnd fo viel dem Pferdt zu gutem kommen moͤcht / zeitlich exami⸗ nieren / biß ſo lang daß es mit gegruͤndter billichheit vnnd ſichtbarlichen Pros ben zu dem rechten ziel kaͤme. * Denen ſoll man auch nicht folgen / die ein Roſſz vermeinen mit gar ſcharpffen ond härten Gebiſſen gerechtzumachen und abzurichten. Dannes iſt viel kuͤnſtlicher / nach art und engenfchafft ſeines Rauls / vmb die Sachen ſitſamer vnd ringfertiger mit meſſigem auflainen / vñ gehorſamkeit des Reut⸗ ters zuthun / Aber anfenglich iſt es genug / wann man mit den linden Gebiſ⸗ ſen ein Pferdt ſo weyt bringet / daß es die ordnung der Ring / der Volte vnnd Poſat kan / vnd machet es ſtet von Kopff wol auß den Bugen zugehen / vnnd gutes Mauls. | Woher einem Pferde ein BEE Maul fompt. ¶M In boͤß Maul kompt gewißlich daher / wann ein Pferde fich zum laufe fen begibet/onnd fan feine Lenden durch groſſe ſchwachheit nicht wider zuſammen bringen / vnnd fich innen halten / vnnd fperren/oder wann es eines groſſen verſtandts vnd ſinnlichheit iſt / vnnd ſtreich auſſerhalb der Ordnung vnd Menſur empfacht / vnnd kan im Heſieren nicht wiſſen den willen deſſen/ der auff hm ſitzt / vnd vermeinet mit dem fliehen ſich zuerretten / oder es kompt von haͤrten Billern / oder mangel der Zungen. So man dann von wegen der erſten vr⸗ Von Gebiſſz vnd Mundtſtuͤcken. DINNRI erſten vrſach die aller ſcherpffeſten Kienreiff brauchte / als da ſeindt die viere⸗ ckete / die harte vnd gantze Kienreiff / mit Diamant ſpitzen / mit ſtechenden ſpi⸗ tzen / mit Geſperlen / mit vnnd ohn Knoͤpflein / ſo were es nur aͤrger / vnnd den Pferdt ſchedlicher. f ar —— | ‘ ann wann mandag Kien einem Roſſz wird wund machen/ond die Natur dem verlegten Glied zubälfftäme / wuͤrd das Kiennurdefiohärter bleiben/ond wuͤrd es das Gebiſſz deſto weniger fürchten, Oder / ſo man ver⸗ zuͤge / biß das gewundt orth wol heyl were / wuͤrde des Roſſz R endermaffen zart ſeyn / daß es ſich leichtlich möcht aufflainen / oder gar vergiveiffele/fchies ckig vnd vnwillig werden. | Scharpffe Waundiſtickan jungen Roſ en fliehen. — wuͤrd geſchehen / ſo man von wegen der anderen vrſach ei⸗ nem Roſſß wolt einlegen / Staͤnglein oder Stäb/rundegeraiffte Bol⸗ len / Kampffraͤder / Ring wie die Muͤlſtein / hohe Galgẽ / gantze Mundſtuͤck / vnd von einem ſtuͤck / Dann es were von noͤhten / daß einer für vnnd für auff⸗ mercken auff die Handt hett / vnnd wuͤrd alſo das Roſſz gar kein ſtetigkeit ha⸗ ben, Wolt man dann die Handt ſtet fuͤhren / wuͤrd es ſich beſchuͤtzen woͤllen / vonder ſcherpffe des Nundtſtuͤcks / auff die Hand dringen / vnd ſich auffden Billern wundt mach en. Scharpffe Mittelſtuͤck / fuͤr uunge Roſſ⸗ zu fliehen. — für das dritt / ſo man jhm ein Mittelſtuͤckle mit einem Raͤdlin oder Rnoͤpflin / oder Muſſelen vnd dergleichen / wolt einlegen / vmb ſich mit der Zungen nicht zubeſchuͤtzen / vnd die geſchmeidig zumachen / vnd vnderſich zuhalten / wuͤrde man vervrſachen / dieweil die Zung ein vnruͤhwiges Glied iſt / wie das Glied an Augen / ſo ſich ſtets beweget / vnd wann es nicht findet / daes ſich ohn verletzung aufflainen kan / iſt es vnmuͤglich / zum vndern theyl des Augs zukommen. Derhalben wañ man zu ſolchem mangel die gewoͤhu⸗ liche Kienreiff mit den runden Ringen / oder auff Genetiſche art fuͤr die Kien braucht / vnd ein offen Mundtſtuͤck kripfft oder mit dem gantzen Galgen für die Biller / vnd für die Zung ober das Holbiſſz / Glocken / Biren / vnd andere runde Waltzen / Kampffraͤder / gemeine Aug / vnnd Ring / wie die Muͤlſtein brauchen, ſeindt ſie genugſam / ſolche maͤngel zu beſſern. Welche maͤngel / wiewol daß ſie etwan von einem ſchweren Athem / oder von wegen der Kie⸗ fer / oder des Kiens / oder der Lefflzen / daß die die Biller zu ſehr beſchuͤtzten oder wundt machten / oder ſie kommen her von was vrſachen wolten / ſo ſol u Bee nicht Marſtallere > nicht alsbaldt vnbedaͤchtlich / ihnen fiharpffe Gebiſſz vnd Mundtſtuͤck einle⸗ gen / auch nicht mit ſcharpffen vnd mancherley Kienreiffen / ſonder jhe mit lin⸗ den / vnd ſich dero guten Lehr gebrauchen / ein Pferdt ſelten zurennen / vnd bey "gutem Athemzu halten / Mit ſolcher Lehr wirdt ein jedes Roſſz bequemlich zu regieren ſeyn. | Mas finde Mundtſtuͤck genandt | | | werden. ul A ersaen fo iſt es meine meynung / es ſeyen die Gebiſſßz in was manier 2 fie wöllen/daß fie lind vnd gleichig ſeyen / Vnnd vmb euch zuberichten / welche die linde / vnd welche die ſcharpffe Gebiſſz vnd Mundtſtuͤck ſeindt / Es wirdt das linde genandt / ſo ſein außtheylung weyt von einander hat / auch das Yeundtſtuͤck weyt vnd glatt iſt / vnnd ſich darnach ſchicket / vnd das nicht von vielen ſtuͤcken iſt / wie man jetzt bey vnſern zeiten ſagen moͤchte / derwegen die Holbiſſ vnd Kappenmundtſtuͤck / vnd dergleichen / am lindeſten ſind. Was haͤrte Mundeſtuͤck genennet werden. SH wirdedashärt genandt / in welchem alle ſeine kleine ſtuͤckle zugleich lauffen / ſich zuſammen ſchmuͤcken vnd zuſammen ſchlagen / als da find / die von vielen YNundtſtuͤcken zuſammen getragen werden / vnnd die verjrrte Mundtſtuͤck. Ich wil hierinn dem Xenophonte folgen / vnd die Ge⸗ biſſz in zweyerley geſtalt vnterſcheiden / Nemlich / in geſchloſſene / vnd in offene Mundtſtück. Die geſchloſſene ſeindt fuͤr die Roſß / ſo guter art vnd natur / oder die nicht gar zu arg ſeindt. Vnnd die offene Gebiſſz ſeindt von groſſer Macht / welche dann vollkommenlich beſſern / bezwingen vnnd gerecht ma⸗ chen ein jedes Roſſz / wie dann von dieſem hievor Der notturfft nach geſchric⸗ ben iſt worden. | n Ein hart Gebiſſz fin ein Gaul / der ſich nicht will zaͤumen laſſen. Bon Gebiſſz 6nd Mumndeflücket. IXXXII Gebiſſz / welches machet ein ala den RKopff neigen. Harte Harte Bebiffg / die zaͤumen vberſich. £ 3 = " “ - 5 \ Er p - 3 f Ta), ⸗ * da * PIE EZ RE = Schiffs fo herzu gůu en / vnd gut find fuͤrs drauff drengen. Harte Gebiſſ für Roffs/di den Kopff rider buͤcken. Fuͤr groſſe Bon Gebiſſ nd Rundeſtuͤcken. LXXXIII a goſſe Gaͤul / daß fie fih im — BR. erluſtigen. x u Gebiſſ⸗/ Gebiſſ/ die bberfih Zäument. Daß ein oſſ Harte Von Gebiſſz ond Mundtſtuͤcken. LEXKUN Same, f fe ein Gaul nicht wil hal ten la ſſen. Fuͤr —— ſich aufflainec in die hoͤhe. I Finde Sf für einen Gaul der gern | Sir Marſtallerey Bon Gebiſſz vnd undſtucken. Fuͤr ein Roſſ⸗ ar hi felbsindie Kien⸗ Arten beißt. 4 Wil alſo hiemit dieſen Tractatvonden Gebiſſen / Stangen vnd Mundt⸗ | ? | Gebiſſen/ undt⸗ ſtuͤcken / auff dißmal beſchlieſſen / dieſer troͤſtlichen hoffnung / es werde ein jedt⸗ weder / ſo diß mit auffmerckung leſen / vnnd zum theil auch vnder die Handt nemmen wirdt / gnugſamen Bericht darinn haben. | Beſchrei⸗ Beſchreibung vnnd eygentlicher Bericht, Wie die Pferde vnnd junge Roſſz auff das nuͤtz⸗ lichſt Beſchlagen werden ſollen. Darbey zu vernemmen / wie al⸗ ler Eyſen form vnd manier ſeyn ſollen. Ein kurtze Vorrede vnd Bericht / zu diſem Werck | ſehr dienſtlich vnd nuͤtzlich. I ber dieſer Ritterlichen Kunſt / notwendig wiſſens vñ erkandtnuß haben muß / der Natur vñ Eygenſchafft II N der Huͤff / wie dieſelbig qualificirt iſt / Zu dem =): 93 auch eben fo gute erfahrnuß haben fol wieviel einem jedtwedern Roſſz außgeworffen oder außgewuͤrckt / 2 als was WE Narſtallerey / als was für Eyſen ein jedtweders Pferdt / des Huffs qualitet nach bedarff / vnd auffgeſchlagen werden ſollen / So iſt auch hierinnen / wie in allem ein vn⸗ terſchied vnd rechte meſſigkeit oder auffmercken zu haben / inſonderheit mit de⸗ nen Roſſen / ſo letze vnd boͤſe Huff haben / Welches dann mich mehrers theils vervrſacht hat / dieſen Tractat oder Bericht zuverfertigen. Vnd wiewoletli⸗ che / vnnd eben deren viel / vermeinen moͤchten / es ſey ein ſchlechts / vnnd gleich Handtwerckiſche Kunſt nennen woͤllen / die ein Herrn nicht angehen oder zu⸗ wiſſen rhuͤmlich ſey. Derwegen ich denen zu antwort gibe/ Wie daß eben zu jetziger zeit wenig gute vnnd erfahrne Schmidt gefunden werden / welche auch zu mehemahlen ſolcher eygenſchafft ſind / daß ſie eher darauff ſehen / was men am beſten vnd gelegneſten kompt / als daß ſie viel des Roſſz Huͤff vnd ey⸗ genſchafft betrachteten. Dieweil dann ein jedtweder Reutter durchauß ge⸗ trungen iſt / vnder dem willen vnd vortheil der Schmidt zuſtehen / vnd vnder⸗ worffen zu ſeyn / kan es ſich gar liederlich begeben / daß die Pferdtdardurch verderbet werden. Welches dann ſich zu jetzigen zeiten offtermahlen zutregt. Derivegenfofersdann ein jedtweder Liebhaber dieſer Kunſt fleiſſig vnd eben betrachten wil / wirdt er mir zweiffels ohne liederlich beyfallen / vnnd bey jhme ſelbs abnemmen koͤnnen / was groſſer nutz darbey ſey Vnd demnach die Fuͤß das gantz Korpus oder Leib vnnd Laſt tragen / So iſt auch deſto fleiſſiger achtung im beſchlagen vnd warten darauffzuha⸗ ben / Derowegen mein jetziges fuͤrnemmen iſt / So wol zu nutz des Pferdts / als von wegen groſſen behelffs der Reutter / Darvon auff das fleiſſigeſt zu Tractiern / daß ein jedtweder leichtlich guten bericht darauß nemmen wird koͤnnen. Von etlichen onterſchiedlichen Farben der Huͤff oder Fuͤſſen / auch vonder guͤte / vnd maͤngeln / ſo an den Huͤffen | oder Süffen gefunden werden. Sampt einer vermahnung/ hierzu gang notwendig zu willen, Jeweill dann ein jetweder / ſo fish in einer kunſt oder tugendt fuͤrtreffentlich zumachen begeret / am erſten not⸗ 129 wendig zuvor willen muß / die Natur vnd eygenſchafft derſel⸗ bigen / alſo vnd dergeſtalt / wil es ſich bie auch zuvor vnnd ehe OL ich weitter Procedier erfordern / von der Natur vnnd Eygen⸗ ſchafft der Roſß Fuͤß / vnnd Huͤff / zuforderſt anzuzeigen / So ferr ich anderſt ein rechten anfang in dieſem meinem fuͤrgenommen Werck machen wil / So bekuͤmmert mich aber nicht wenig / daß ich vonder Natur der Farben an den Horn vnd Huͤffen nit gnugſamen klaͤrlich bericht thun kan / habe auch derwe⸗ gen viel alte vnd erfahrne Seribenten hieruͤber vmb mehrern bericht geleſen/ vñ befindt ſich in diſem einhellig / vñ ſagen / die beſte Farb de vergleiche * Bon Beſchlagung der Pferdt. LINXNRUF vergleiche ſich mit dem Steinbock Hoͤrnern / Welches die jetzigen vnd newen Rittermeſſige Leuth auff die ſchwartze Farb verſtehen woͤllen / Zu dieſem aber allemich nicht erſettiget / ſender noch vmb mehrern Bericht vñ erkuͤndigung / die rechte gewißheit / ſampt der erfahrnuß / gruͤndtlichen zu wiſſen nach geſe⸗ en’ Sobefinde ich bey mir nicht / daß ſolches durch Die Farb erwieſen oder ewieſen werden koͤnne / dieweil ich ſelber geſehen ar vnd noch taͤglichen zu handen kommen / ſchwartze / weiſſe / geſprengte Fuͤß / Huͤff / oder Horn wels che inaller guͤte vnnd perfection geweſen ſeindt / Die haben jhr recht Tempera⸗ ment vnd Nutriment gehabt / mit rechter weytte vñ breyte der Ferſen / in einer mittelmeſſigen nidere / die Stollen in rechtmeſſiger proportz inwendig mit ei⸗ nem guten Stral / ſampt einem ziemlichen haͤrten vñ guten Horn oder Huͤff / welches dann alles ein guter Fuß nothwendig erfordert. Entgegen / ſo werden auch viel Huͤff gefunden / vnd geſehen / ob wol die Wie obgemeldt) von Farb ſchwartz / weiß / auch geſprengt / aber gantz boͤß vnd letz ſeindt / vnnd deren etliche ſo eng oder zwang / daß mans gleich den Kitten Fuß / Huͤff oder Horn nennet. Etliche die ſo gar zu weiche Ferſen vnd Stral haben / auch darzu ſo ſpitzig / ſchifferig vnd mirb / welche den Gleſern oder Eiß⸗ zapffen verglichen werden / vmb daß ſie gleicher geſtalt gern zerſpingen. Etli⸗ che gar breyte Huͤff / als die Braͤtling oder Pfifferling / foineiner Pfannen geroͤſt weren worden / verglichen werden. Etliche ſo duͤre / drucken / daß ſich das Roſß nicht darauff regieren oder fuſſen kan. Etliche die haben die Fer⸗ fen von wegen Humoren / Slüffen vnnd dergleichen eygenſchafften gar mirb vnd lind / aber die fordern ſpitz gantz drucken. Etliche haben fo ſchwache Horn / daß / ſo jhnen ein Nagel auffgeſchlagen worden / der Huff ſich liederlich zer⸗ ſchiffert hat. Etliche andere / wann das Eyſen iſt auffgeſetzt geweſen / die Fer⸗ ſen das viertheil haben machen ſchnoͤllen. Sampt vielen andern mehr vmh⸗ ſtenden / Bon welchem allem ich willens / ferꝛner genugſam zuhan dlen vnnd tractieren. Derhalben / vnd zum Beſchluß / glaube ich nicht / daß einer ge⸗ funden werde / der ein Farb an dem Horn fuͤr die ander erwoͤhlen oder loben werde / wann nicht die obgemeldte ſtuͤck auch darzu vorhanden / vnnd anhen⸗ gig ſeindt. Von dem bnterſchied der fordern Fuͤß/ gegen den hindern / vnd deßgleichen von vnterſchied der | i Serfen/gegenden fordern Spigen. Sr Sc EIER 5 S iſt notwendig zu wiſſen / wie daß ein groſ⸗ ſer vnterſchied iſt / der fordern Fuß halben / gegen den hindern / deßgleichen auch der fordern Spitz halben gegen den Ferſen / Dann die fordern Fuß ſeindt von mitten an des Huffs / gegen © od mit den Ferſen / viel empfindlicher / als fuͤwertz gegen den 2 % ſpitzen⸗ ER 75 | Warſtallerey ſpitzen. Mit den hindern Fuͤſſen aber iſt es das widerſpiel / die ſeindt von mit⸗ ten der Huͤff an fuͤrwertz gegen den ſpitzen viel empfindtlicher / das iſt / ſie ha⸗ ben jhr leben / wie mans nennt / daſelbſt. Derwegen ſolfleiſſige achtung auff ſolche empfindtliche oͤrter gegeben werden / inſonderheit aber auff die vordern Fuͤß / weil ſie den gantzen Corpus vnd Laſt tragen muͤſſen. An den hindern Fuͤſſen aber ſoll man achtung geben / daß die Negel nicht zu nahe an die vor⸗ dern ſpitz auß obgemeldter vrſach gehefftet oder auffgeſchlagen werden / ſon⸗ der man ſoll viel mehr ſolchem theil mit dem Eyſen helffen / vnnd ſehen / daß es nicht zu klein oder ſchwach ſey / auch wol auflige / damit die gemeldte oͤrter fein: noth oder zwang eyden. — — — mie | fordern / als hindern Fuͤſſe. EIE Enfenanden fordern Fuͤſſen / ſollen don a, mieten an gegen den ſpitzen / oder füriverg etwas mehr rund⸗ E let als gefpißet fein, und von mitten an hinderwertz gegen den u) 4 Ferſen vberlengt oder lancklet / vñ guff ein gleichfoͤrmige weiß MSEM erfordern auch die hindern Fuͤß. Wie dann hievon mehr her⸗ nach angezeigt wirdt. | ER Bon Stollen / von Scharpffen Neglen fo man zur seie wann es gefroren iſt / auffſchlecht. Item / von ſpicklen / ſo man zu zeiten an ſtat der Hacken hinden / vnd etwa neben vnter die Eyſen macht. Deßgleichen von den fordern ſpitzen oder griffen an Eyſen / ſo die Suhrleutim Winter jren Roſſen pflegen auffzuſchlagen / vnd letzlich von etlichen ringen / ſo etliche zu zeiten an die Eyſen der for⸗ dern Fuͤſſe zuhefften im brauch haben / etc. LONeS N Bon Beſchlagung der Pferdt. INXXVI RER ON diefem vorgemeldtem allem bin ich wil⸗ r ER ens / nach lengs zu tractieren. Vnd erſtli chen. So vieldann 8 Die Stollen belanget / vermeine ich / man ſolte ſich des Stol⸗ —— bleiben / alſo / daß es durch ſolch ſchlipffen nur groſſen ſchmertzen in Mer * 0 Marflallern/ // Bi mache werden, Jedoch muß manauffdie Fuß der Roſſz gute achtung geben? vnd betrachten / ob fie Stollen mögen erleyden/ auch gar nicht gedulden / daß ein Roſſz dieſelben vngleich ee ne <= Sofer: man fichaber derſelbigen notwendig gebrauchen müfte/ follendiefele ben auffdas nidereft/fo es ſeyn kan / gemacht und gericht werden. Vñ ſo man willens die Stollen auch etwas groͤſſer zumachen oder fuͤhren / muß gleicher⸗ geſtalt darnach mit der groͤſſe des Eyſen auch geholffen werden. Damit aber der vnterſchied der Stollen / recht von mir gemerckt werde / ſo ſeindt derſelben zweyerley: dann der eine iſt etwas breytter / vnd ſicht fuͤrwertz / der ander aber ſpitziger / vnd gehet oder ſicht gerad nider in das Erdtreich. Derhalben ſoll ein jedtweder fleiſſig fuͤrſehen vñ betrachten / wañ er ſich der Stollen / ſcharpf⸗ fe Negel / Ring / vnd dergleichen Sachen gebrauchen will / ſo einem Gaulden Fuß zwingen / daß er ſolches mit groſſer beſcheidenheit thue / alleweilietzun⸗ der zu Beſchluß geredt) wann ein Roſſz en bar nach dem es die na⸗ tur vnd eygenſchafft erfordert / beſchlagen iſt worden / groſſen vnnd peinlichen ſchmertzen leyden muß / vnd zum offternmahl eines Pferdts verderben gariſt. So iſt auch wol zu glauben / daß ein Roſſß groſſe pein vnd ſchmertzen nicht al⸗ lein in Fuͤſſen / ſonder auch in den Schenckeln leyden mußyalleweilgwieesdan _ ein jedtweder abnemmen mag) wann einem nur ein kleines Steinlein in den Schuhenlege / vnd er darauff gehen ſolt / was fuͤr ein ſchmertzen er baldt dar⸗ von empfahen wuͤrde / vnd diß ſo viel deſto mehr / wann die Schuch wolvnnd eng anlegen. Darauß dann letztlichen viel ſchedliche vnd zum theil em Gaul verderbliche kranckheiten folgen. En De Wetitter der Ringlen halben / ſo man an die Eyfen macht / werden etli⸗ che Reutter gefunden die ſich deren gebrauchen / den jungen Roſſen vnd jrer faulkeit halben zu hilff / damit die Roſſz die fordern Fuͤß / Schenckel vñ Schuß tern deſto Höher vnd zierlicher führen muͤgen / vnd herein gehen. Vnd wiewol ⸗ wann es recht gebraucht wirdt / ein ziemliche hilffe thut / ſo will mich doch ge⸗ duͤncken / daß ſie nicht fo wol thun / als wann ſie es vnderwegen lieſſen / vnnd ohn ſolche hilff der Ringe die Pferdt abrichteten / allweil es auch einem Reut⸗ ter nicht loͤblich ſeyn will / So iſt auch gewiß / daß kein Gaul / ſo boͤſe oder letze | Huͤff hette / gefunden wirdt (weiches dann im trableichtlich abzunemmen if) der nicht die Schenkel geſchwindt auffhebet / undibehärteramhder Boden - der Erden were / ihe geſchwinder eregauffbeben würde, Jedoch / fo will ich nicht allein von allen böfen Füflen in gemein als wie die / foin Eſels geſtalt / oder die jhr ordentlich nutriment vnnd vnderhaltung nicht haben / geredt ha⸗ ben / ſonder allein von denen / ſo ihr ordentliche vnder haltung zum theil mang⸗ len. Vnnd die es nicht zuviel oder vberfliſſig haben / Vnnd diß eintweder auß armut des Horns / oder von boͤſen Humoren vñ dluͤſſen / ſo dahin geſun⸗ cken / herreichen thut. Derwegen / warn ein Roſſz den Suß/infonderheitim traben niderſetzt / durch den ſchmertzen / den es empfindt / im ſetzen wirde es ge⸗ zwungen / Bon Beſchlagung der Pferdt. IRXXVII zwungen / denſelben wider auff das baͤldeſt vnnd kuͤrtzeſt auffzuheben / als wie auch einem jegklichen Menſchen geſchicht / wann er auff etwas / deß er am Fuß ſehr empfindt tritt / er nicht allein gehling jhne wider auffhebet / ſonder es gedeichte jhne / daſſelbig ſtoß jm gar den Fuß hinweck. Jedoch / ſo kan ich auch nicht laͤugnen / wie daß ein Roſſz / das gut von Fuß vnd Schenckeln iſt / auch dergleichen / das iſt / ſchoͤnen / hohen vnnd zierlichen Trab vnnd Gang an ſich kan nemmen / Aber es wil notwendig an einem ſolchen Roſſz die ſtercke vnnd ringfertigkeit vorhanden ſeyn. Dann dieſe zwey ſtuͤck geben einem jegklichen Roſſz die vollkommenheit / ſolches zuverrichten. Derhalben vnd zu Beſchluß / wil ich jedtwedern fleiſſig vermanet has ben / daß er ſolcher Ringlen muͤſſig ſtehe / alleweil jhr wuͤrckung klein / vnloͤb⸗ lich vnd ſchlecht iſt. So ferr ſich aber jhe einer deren gebrauchen wuͤrde / ſoll er fleiſſig ſehen / damit dem Gaulſonſten das Eyfendurchaußrechtauffiige/ vñ beſchlagen ſeye / Deßgleichen mit einſchlagen vnnd ſchmirben der Huͤff / auch baͤhung der Schenckel nichts verſaumpt wuͤrde / vnd cin Tag gar wenig / ſon⸗ der vber ein viertel ſtundt nicht / deßgleichen nur auff einem linden Boden / als in einem Acker / reytten laſſen. Von einem Eyſen / vnnd Naͤgeln / welche man an ſtat der Stollen / Scharpffnaͤgel / vnd Spitzen oder Griffen / wie es die Er — a en führen / brau⸗ chen m e. Am pfleget an den Barbariſchen / vnnd zum EN EN theilanden Janneten ond Tuͤrckiſchen Roſſen / Eyſen an fiat der obgenandten zu fuͤhren oder auffzuſchlagen / auff welchen ein Roſſz / auch (ohne ſchleiffen) feſt tretten mag. Die werden us - alfozugerichtet. Man läßt auffen herumb dem Eyſen cin siemlichen hohen Wulſt / der wolgehärtnetift / der wirdt (mann zuvor das Knoͤpffen gebrau⸗ chen. Von 1, Marftalleren/ / Von sn alle oder Ferfen/ — Saal vnd wie man dieſelben STERN vnd —— ſoll. Herrin, y BZ in Y g — DAR 4 AL 1232] —— 2 —— £ 2 — * X % = GE —W — N — — FR — ——— — — —— Es 40 > = WE Fe Seh. — Pe F — N — —— — "TIEF —— — u 7 Na. — — — 8 = 2 VIRPRRZEEZG 2 37, « — ⸗ F — > == * — * > GE — Je —* oder erfen ſa ne dem n Errallfol a len infonderheit an den vordern Süßen ziemlich geoͤffenet oder IM 5 au gewuͤrcket ſeyn / auch nicht zu tieff hinein kommen / Sons er * der mehr oder weniger nach dem es ein jegliches Pferdt erfor⸗ dert. Derwegen jhe letzer die Huff ſeyn / Ibefleiffiger auffzu⸗ nietefen in ſo ferr es fich begebe/ daß zuzeiten auß vnfleiß der Warth ger ſchicht / daß der Stall hart were daß man jhn mit dem Eyſen nicht auß wir⸗ cken koͤndte aledann muß man den Huff mit einem heiſſen Eyſen oder Waſ⸗ ſer erwaͤrmen / ſo wirdt er wider weich / daß man jhm außwircken kan. Darzu hilfft es aber wol / wann man jhnen einen Tag zuvor / vor dem beſchlagen mit einem guten Kuͤhmiſt einſchlagen thut. Das vordertheil oder ſpitz anden Huͤfen / ſollen auch nach gelegenheit vnd wolſtandt / viel oder wenig ges nommen werden. Welches man liederlichen ſehen kan / wann ein Roß den Fuß niber feßt. 3 In allweg aber ſol man ſehen / daß man im außwircken nicht zu dem lebendigen komme. — Wie a 2 a, Bon Befhlagungder Pferde. IXXXIX Wie die fordern Epfen fe vnd auffgeſchla⸗ gen werden ſollen. EEC Epyſen an die fordern Fuͤß / ſollen gemein⸗ KORB glich fuͤrwertz / das iſt ben den ſpihen / zuforderſt micht fuͤdie 2a Hüffgehen/ außgenommen / wann der Huff zerbrochen oder ſuucket were. Vnd dam von beyden ſeyten hinderwerts / ſolle Mdas Eyſen auff beyden ſeyten etwas fuͤrgehen. Dabinden aber ſol das Eyſen nicht zulang ſeyn / darmit er nicht mit den hindern im gehn darein greiffe. Deßgleichen ſol es nicht zu kurtz ſeyn / auff daß es im gehen die Ferſſen oder Pallen nicht verletze oder verſehret werden / ſonder ein rechte maß vnd geſtalt haben. Von den hindern Eyſen. RS IE möchten auch von mitten an auff beyden ſeyt⸗ FIN, N hinderwerts etwas fuͤrgehen / ſonſten ſoll es dem Huff nach ge⸗ AA richt werden. Wie man den Huff vnd das Eyſen zur ſammen richten ſolle. | < NHe man die Eyſen auff hefften wil / ſol der Huff > zuvor wol vnnd recht befchnittenfeyn/ welchesman ſehen kan / — wann man den Gaul tretten laͤßt / darnach ſoll das Eyſen dar⸗ REEL! zu gericht werden / damit es fein gleich aufflige/ alsdann follder Schmidt das Eyſen mit zweyen Neglen auffhefften / ehe er die anderen auff⸗ ſchlecht. Vnd der erſt ſol der mitter einwertz ſeyn / vnd der ander ſol der mitter außwertz ſeyn. Darnach ſoller fleiſſig ſehen / daß das Eyſen recht und gleich auffliege/ ehe denn er das gantz beſchlagen verricht. Von den Neglen / wie ſie ſeyn ſollen. 5 Te Negelfollen zum beſchlagen etwas breyt / nicht dick / vnd simlich lang ſein / weder haͤrt noch auch ſchiffe⸗ rig /deren ſollen nach gelegenheit vnnd groͤſſe des Huffs / viel oderweniger ſeyn. Vnd ſo ferr es vngleich ſind / ſollen allezeit SIT mehrauffdiecuffern ſeytten geſchlagen werden / alleweil fie die empfindtlichheit mehr gegen den jnnern wenden haben. * ann * Marſtallerey / Wann ein Koff gute Fuͤß oder zuf hat wie man es beſchlagen ſoll. F Emnach ich hie zubor in dieſem Tractat ger 8 nugfame von der Güte der Da meldung gethan hab/ ſo 5 aaß ich es nachmahls darbey bleiben. So ferr aber an einem Noſß ſolche obgemelte gute eygenſchafften erfunden werden / EDO mag mans wo l / ſo ferr man anderſt willens iſt / mit Stollen/ die —* breyt / vnd fuͤrwertz ſehen / beſchlagen. Jedoch aber / ſo fer man nur ein Stollen außwertz machte / ſolle das Eyſen auff der innern Wand / an ſtat des Stollens auch deſto dicker gemacht vnnd gelaſſen werden / damit es dem Stollen inn der hoͤhe gleich/oder aber etwas wenigs niderer were/ damit der Gaul den Fuß gleich niderſetzen / vnd tretten koͤnne. | Bon etlichen erinnerungen eines guten KHuffe/ auch was J — 9 m — =D K 3 cc Bon Beſchlagung der Pferde. xc d Jewol ich meinem beduͤncken nach / in vorge⸗ ey henden Capiteln dieſes Tractats genugſam meldung gethan — — x habe/2Bie vnnd was Farbe / auch geſtalt ein guter Huff oder * oN l — Horn haben ſoll / ſampt den guten eygenſchafften/ ſo gleicher⸗ maſſen ſeind / von mir vermeldt worden / jedoch fo will es meh⸗ rers erfordern / ſonderlichen mit dem beſchlagen. Dann ſo ferr man Hacken oder Stollen fuͤhren will ſo ſollen ſie etwas fuͤrwertz ſehen / wie hernach auch angezeiget wirdt. Deßgleichen ſoll das hindertheil etwas groͤſſer / breht⸗ ter / von einander / vnd auch dickleter ſein Damit es die Ballen oder Ferſen be⸗ ſchuͤtze / vnd nicht aufflege. Weitter / wann auff den Eyſen nur ein Hacken oder Stollen gerichtet wirdt / ſo ſolle das ander/onnd gegentheil / allezeit dem Stollen ſchier in gleicher dicke gemacht werden Auff daß das Pferdt den Fuß gleich nider ſetze / oder aber ‚die Stollen auff das wenigeſt / ſo es fein kan / fuͤr⸗ gehen moͤgen. Derwegen wann ein Huff von guter Eygenſchafft iſt / ſol man Nine ziemlich mit gerechter beſcheidenheit bey dem Gewend auff beyden ſeyten außſchneidẽ / Deßgleichen jm mit dem außwuͤrcken nicht zu tieff hinein grib⸗ len / vñ vor allen dingen fleiſſiges auffſehen haben / daß das Eyſen nit zu groß oder zu klein ſeye / ſonder es fol gleich auffligen / vñ in rechter proportz dem Huff nach geformiert ſeyn. Von hartem oder ſtarckem Horen / das ziemlich | gutes Temperamentsift, Re 5 werden Horen an eclichen Dferdett gefun⸗ REN NT den / welche von einer fo harten Temperatur fmd/daß fie gleich als Glaß /oder aber / wie die Eyßzapffen serfpringen. Derwe⸗ Re ; genfie auch vonden Walchen wolondrecht mögen Gleſeren / S oder Eyßhuff genennt werden / alle weites fich offtermahls zu tregt / daß dergleichen Huͤff im beſchlagen / wann man nur ein Nagel auffheff⸗ ten will/ftückweißzerfpringen. Derhalben von ſolchen weitlaͤufftiger zu⸗ handelen / will ich mir hernach vorbehalten haben. Weitter / ſo werden etliche Temperament der Horn gefunden / welche auch haͤrt in der hitz / aber gar außdorren / vnnd eindrucknen / alſo / daß ſich die Pferdt vbel darauff gehen / vnd regieren koͤnnen. | Es werdenauch etliche Slachhüffige Roſſz gefunden/auß vrſach boͤſes Zemperaments end flüffiger Natur / vnd daß ſie etwan zu Rech feindt gewe⸗ ſen / oder aber vbel geſchlagen worden. Ferner / ſo werden etliche Huͤff gefunden / welche an den vordern ſpitzen gar haͤrt vnd drucken / aber auff den Ballen vnd Ferſen / ſo zu gar weych vnnd mirbe ſind / daß ſie zumahl gar nichts haͤrtes daran erleyden moͤgen / vnd das 3 u gefchicht Marſtallerey / geſchicht auch zum theil auß boͤſer Temperatur vnd eygenſchafft des Horns. Jedoch aber viel mehr / wann das Roſß ſehr fluͤſſig / vnd ſich ſolche fluͤß durch die Schenckel vnd Huͤff hinab an die gemeldte orth ſencken vnd mehren thun. Vber das / ſo ſeindt etliche Horen vorhanden / welche fo eng vnd zwang ſeind / daß ſie einem Quittenapffel verglichen werden / wie dann an den Eſelen faſt durchauß dergleichen Huͤff erſehen werden. Dieweil ich dann von vnterſchiedlichen Huͤffen meines beduͤnckens in gemein genugſamlich meldung gethan / bin ich willens / hernach vnterſchied⸗ lich / was an einem jeden Huff zubetrachten / vnnd notwendig erfordern will / meldung zuthun. VVnd erſtlichen / wann ein Huff oder Horn hart / vnnd ziemlichen guten Temperaments iſt / ſol man im außwuͤrcken beſcheidenlich ſich verhalten / vnd nicht zu tieff hinein kommen / Dann ſo ferr der Huff ohne das zuvor ziemlich eng were/ wuͤrde ſich der Huff nur deſto enger zuſammen ziehen. Derwegen ſol man A befcheidenlich verhalten das Eyſen von mitten an hinderfich gegendem Gewend vñ Serfen wertz / ſoll etwas auffbeyden ſey⸗ ten / wie in ander mehrer beſchlegen fuͤrgehen / So koͤnnen alsdann ſolche Eye ſen hinden an ſtat der Stollen vberſchlagen / oder / wie man es nennen moͤcht / importiert werden / jedoch ſol es nicht zu dick / vnd ehe was geſchmeidiger ſein. So ferrman aber willens / Stollen darauff zurichten / ſollen ſolche etwas fuͤr wertz ſtehen / vnnd breyter ſeyn / vnnd dargegen das ander innertheil auff der andern innern Wand oder Seyten ſolle ſich ſchier dem auſſern Stollen in der hoͤhe vergleichen / damit der Gaulden Fuß gleich auff die Erden nider ſetzen koͤnne. Vnnd ob ſchon die Stollen fuͤrgiengen / ſoll es doch wenig betragen/ auch beſonder gute achtung geben werden / daß die Eyſen von mitten an hin⸗ derſich wertz auff die Gewend nicht zu eng ſeyen / alleweil es einem Roſſßz ſehr ſchaͤdlich waͤre. Von harten vnd ſtarcken Horn / ſo in der Hitz oder Waͤrme / das iſt im Sommer / zu faſt vnd gar auß⸗ trucknen / oder zuſper werden. S werden an etlichen Pferdten Horn gefun⸗ den / welche in dem Sommer / wann die waͤrme vnnd hitz an⸗ Dgehet / gar duͤrr / ſpehr / oder außtrucknen / daß auch letzlich die Pferd ſich darauff ſehr vbel fuſſen vnd ſtehen koͤnnen. Der⸗ wegen / wañ ſolcher mangel an einem Gaul geſpuͤrt wirdt / ſol nit allein mit dem beſchlagen fleiſſig achtung gegeben werden / ſonder es ſollen dergleichen Huͤff ſtets erweicht werden / vnd dieſes ſol inſonderheit zur zeit der angehenden hitz beſchehen. Man ſol auch alles das jenige / ſo drucknen moͤch⸗ te / wie dann etliche vnverſtendige das widerſpiel zuthun pflegen/ Rn vnd hierzu Bot Beſchlagung der Pferde. xct hierzu anders nicht / als befeuchtigungen vnd erweichungen brauchen. Weit⸗ ter / ſo iſt auch zu mercken / daß / wann die vorderen Spitz an den Huͤffen alſo lange durch groſſen vnfleiß vnnd mißverſtandt gelaſſen werden / ſich offtern⸗ mahls begibt / daß die Huͤff nicht allein anfahen außzudorren / ſprer oder dru⸗ een zu werden / ſonder das noch mehr vnd vbler iſt / liederlich ſich begibet / daß der Fuß anfacht hinderſich zufliehen / vnd fich einwertz zuſammen vber einan⸗ der kehret vnd ſchleußt / gleich als wann der Gaul angereicht hette. Derwe⸗ genift fuͤr allen dingen mit dem beſchlagen gute achtung zugeben / damit man jm nicht zuviel außwuͤrcke / auff daß ſie nicht feſter dardurch geſchwaͤcht wer⸗ den / weil (wann jhme zuviel außgewuͤrckt vnnd außgeſchnitten were) fich der Huff nur deſto enger einziehen thu. Deßgleichen das Eyſen / ſo zu einem ſol⸗ chen Roſß gericht wirdt / ſol nicht zu arm auch zu eng ſeyn / zu dem / ſol es auch ohn Stollen oder Hacken gemacht werden. So ferr man aber will / mag man Importiert / das iſt / vberworffen oder vberſchlagen Stollen machen. Dar⸗ von ich zu ende mehrer anzeigen vnnd auch fuͤrmahlen will / das kan nicht an⸗ derſt / als gut ſeyn. Von harten Gleſſeren Huͤffen / ſampt denen / ſe gar breit ſind / die man flachhuͤffig nennet. 5 werden an etlichen Pferde ſchwartze Horn RÄT A gefehen/welche hart fpiffig vnd fo liederlich erfpringen/ daß fie SQ) 5 gleichden Namen Gleſeren Horn oder Te rollen Vu TR Darzu hilfft darnach auch / wann ein Gaul vbel beſchlagen / S oder aber an Steinigen vnd Bergiſchen orten viel geritten iſt worden / Vnnd deren ſort Horn werden etliche gefunden / die zerſchiffern vnnd zerſpringen im gehen vnnd beſchlagen / von ihn ſelber. Derhalben ſoll man nicht allein im beſchlagen gute achtung geben / ſonder auch den Huff ohn vn⸗ derlaß weich / vnnd mit guten linderungen vnderhalten / auffdaß das Horn nicht ſpitziger werde. So begibt eg ſich auch mit dergleichen Pferdẽ liederlich / woann ſie den Fuß in einen weichen lettigen Boden niderſetzen / daß jhnen das Enyſen mit ſampt einem guten theil des Huffs offt im auffziehen dahindẽ blei⸗ betſtecken. Derwegen ſollen die Eyſen ſolcher Pferden mit nichten an ſtatt der Stollen oder Hacken importiert / vberſchlagen oder aber vberworffen ges macht werden / weil dergleichen Enfen dem Huffnur vielmehr fehädlicher/ ſonderlich zum zerfchiffern vnnd zerſpaltungen / auch daß der Huff oder Fuß darvon flacher wirdt / ſtatt gibet So wuͤrde vber das alles der Gaul / wann der Huff flaͤcher vnnd breytter worden were / mit den Ferſen nur deſto niderer iſt kommen. Deßgleichen ſolle man ſich auch feiner ſcharpff vnnd derglei⸗ chen Naͤglen nicht gebrauchen / Sonder das Eyſen ſoll durchauß —2 iij vn — Marſtallerey / vnd von mitten an gegen den Gwend vnd Ferſen hinderſich wertz etwas dick⸗ leter vnd breytter feyn. Darneben ſoll man nicht weniger achtung geben / auff daß das Eyſen die Ferſen nicht zuſammen ziehe. Dañ es einem ſolchen Pferd gar ſchedlich vnd verderblich ſeyn wuͤrde. Mit dem beſchneiden vnd außwir⸗ cken / ſoll man die vorderen Spitz ziemlich wol hinwegk nemmen / deßgleichen den Strall ziemlicher maſſen nach gelegenheit vnd guͤte des Huffs / viel oder wenig auffthun. Es begibet ſich auch zum offtermahls / daß etliche Pferd / Die zu Rech oder verfangen worden / vnd hnen boͤſe Fluͤß vnnd feuchtigkeyten hinab auß dem Leib in die Schenckel vnd Fuͤß geſuncken / welchen darnach die Solen vnd Ferſen / ſo voll worden / daß ſie gleich gantz flach die Erden beruͤh⸗ ren. Dergleichen Roſſen ſoll mandarnach nicht / wie etliche vnerfahrue Schmidt zuthun ohn weittern verſtandt pflegen / Eyſen mit einem erhoͤch⸗ ten Stulb auſſen herumber auffſchlagen / Weit ſolche Eyſen dergleichen NRooſſen vrſach geben / daß ein Huff nur deſto flacher wirdt Aber man ſoll das Eyſen in der mitten etwas ſubtieler vnnd linder herumb / als von auſſen ma⸗ chen / Damit ſolche ſubtiele in der mitten der voͤlle des Huffs ein wenig ſtatt gebe. So ferraber ſolches noch E zu voll / vñ wie ein Taͤller flach were / So ſoll man ſich darnach deſſen gebrau⸗ chen / wie ich dann im vierdten nach dieſem Capitel gnugſam darvon meldung thun will. Darneben iſt gute achtung zugeben / auff daß ſolche flachhuͤffi⸗ ge Pferdt im Beſchlagen nicht vernagelt werden / Welches dann von wegen daß wenig guts Horns an ſolchen Huͤffen vorhanden / liederlichen geſchicht. Weitter ſo ſolle auch das Eyſen mit nichte dick ſeyn / alle weiles den Huffbaldt zerſchifſeren moͤchte machen / von wegen ſeiner ſchwere / vnnd wenig guter Horns. Deßgleichen ſo moͤchte auch liederlichen das Horn was weniges fuͤrgehen / vñ dem Gaul das Eyſen darnach auff den Ferſen oder Ballen auff legen. Derhalben ſoll ſolchem allen mit dem Beſchlagen seitlichen fuͤrkom⸗ men werden. Vnd wannes ſich begebe / daß ein Huff zerſchiffert oder ſonſten ſcharttet / vnd ohne Eyſen geritten were worden / So ſoll nicht deſto weniger allezeit das Eyſen fuͤr den Huff gehen / darmit der Huff fuͤrderlichen wider herwachſen moͤge So ferraber nach dem beſchlagen was fuͤrgienge / ſoll man ſolches alles mit dem MNeſſer wol hinweg nemmen / vnnd dann den gantzen 9— * der Feyhlen fein gleich herumb vereignen / damit das wenigeſt nicht uͤrgehe. Von harten vnd ſtarcken Horn / die aber lindt vnnd mirb von Stral vnd Ferſen ſeindt. | EHE An finde ecliche Pferd/dte haben ſtarcke vnnd SRG 39 harte Horn / aber dargegenfeindt fie von Stral vnnd Serfen SS M gar mird vnnd weych / vnnd das geſchicht auß vrſach / daß der —— EN fi Huff voller böfen Humoren vnd Fluͤſſen iſt / auch — herts 8 eyden — — Von Beſchlagung der Pferdt. xXcn leyden mag. Entgegen aber ſo iſt das andertheilder vbrig Reſt des Huffs fo fluͤſſig vnd trucken / daß kein feuchtigkeit nicht ſtat hat. An dergleichen Pferd⸗ ten / ſol fuͤr alle andere gute achtung gegeben werden / daß man im außſchnei⸗ den oder außwuͤrcken nicht zu tieff hinein komme / weil ſich von Natur ſolche weiche Fuͤß gern zuſammen fuͤgen / vnd / wie mans nennet / Huffzwang wer⸗ den / ohn einige ſchuldt oder fahrlaͤſſigkeit des Schmidts / der dann offterma⸗ len ſolchem mangel gar nicht fuͤrkommen kan. Das Eyſen fuͤr ſolche Huͤff ſol etwas wenigs an ſtat der Stollen importiert oder vberworffen ſein / damit es die Huͤff nicht ſo liederlichen zwang oder eng laß werden. Das hinder theil des Eyſens / ſoll dergleichen etwas dicklet oder breyt ſeyn / es ſolle auch ohn Stollen / vnnd etwas enger als ſonſten hinden gericht werden / So werden auch etliche Reutter gefunden / die laſſen ihnen an ſolchen Roſſen Eyſen wie man es an den Eſeln zufuͤhren pflegt / auffſchlagen. So wil mich aber geduͤn⸗ cken / das vorgemeldt viel ſchoͤner vnd nuͤtzlicher ſey. Zu dieſem aber allem / wann das Roſſz wol beſchlagen worden / ſol man den Huff in den vordern ſpi⸗ ten mit guten linderungen feucht halten / vnnd aber an den Ferſen ſich guter trucknungen gebrauchen / Vnnd dieſes ſollen vnterſchiedliche Remedien ſeyn. Jedoch aber ſo iſt mein raht / man ſol dergleichen Pferd weil ſie nicht beſtand⸗ hafftig bleiben) mit eheſtem verhandlen. Wann ein Roſſ gar eng bon Ferſen / vnd de Huffzwang hat. ” ee Serpeil ich bormahls offe bon engen Ferſen / oe oder Huffzwangẽ meldung gethan hab / wil ich jetzunder meh⸗ F rern ond beſſer bericht darvon thun / vnd ſage derhalben / daß / wann ſich die Ferſen enge zuſammen ziehen / werden darnach gußffʒwang geneñet / oder aber cin guter anfang ſolches man⸗ gels an jnen erſcheinet. Deßgleichen wañ ein groſſe vngewohnete hitz geſpirt wirdt / vnnd zu deme auch / wann das Horn oder Huff im niderſetzen erhihet. Das alles ſeindt auch groſſe vnnd boͤſe anzeigungen / welches alles daher reis chet / daß der Fuß ſein ordentlich nutriment vnnd vnderhaltung nicht hat / zu dem auch die Gaͤng / dardurch die gute Humoren ſolten hinab ſincken / ver⸗ ſtopffet ſeindt. Vnnd ob es wol zu zeiten ſich an einem theil im Huff erzeigen thut / So geſchicht es / wie nechſt hieoben vermeldet geſagt iſt worden / daß zu den Ferſen entgegen viel boͤſe Fluͤß hinab ſincken / die darnach ſolchen vorge» meldten mengel mehrere vrſach geben. Derhalben zu beſchluß / wañ ein Rolf den Huffziwang hat, ſo wirdt ſich das Pferdt vbel darauff regieren vnnd ar⸗ beytten koͤnnen / ſo ſol man es auch mit Eyſen / die etwas importiert oder vber⸗ worffen ſeindt / beſchlagen. Sonſten aber durchauß ſollen ſie glatt An WMarſtallerey/ / 3 flach ſeyn. Deßgleichenfollmanauchden gangen Huff mit guten linderun ⸗ LEER Das befteremedium aber iſt / daß man dergleichen Pferdt verkauff oder vertauſche / dann fein Ehr an jhnen zu erholen iſt.⸗ J | Wann ein Roſſz Efels Huͤff hat. 3 ; (6 \ * NIE 4 7 IIER X TA [) NN 88 wi B III —3* —X 4 * *X An "| u A ME TEN, Von ſchifferigen Horen/Bollhüffigen vnnd flachhuͤffigen Fuͤſſen der Pferdt. | ES werden etliche weiſſe Horngefunden die 9) feind hart onddarnebenfchifferigz welche einen Eyß vergleis Da chet werden, dieweil fie alfo liederlich erfpringen/infonderbeit daber traͤget ſich ſolches zu / wann der Gaul den Fuß nit gleich niderſetzt / Bon Beſchlagung der Pferdt. XCM ; niderſetzt / oder aber / wañ das Horn fuͤr das Eyſen gehet. Derhalben iſt mein gutachten / daß man dergleichen Pferde mit groſſem auffmercken vnnd fleiß / auch durchauß fuͤr dergleichen Huůffnur glatte Eyſen / die hindenwertz etwas dicker vnd breyter ſein / ohn Stollen vnnd hohen oder ſcharpffen Neglen be⸗ ſchlagen ſoll. Es ſoll auch jhnen mit nichte das Eyſen hindenzu feſt auffligen / dann es jhnen ein groſſen mangel bringen wuͤrd. Vnnd ehe man dem Saul das Eyſen auffſchlecht / ſoll es zuvor mit allem fleiß darauff gerichtet / auch vornen der Huffnach notturfft beſchnitten werden / darmit der Fuß ein rechte Proportz bekomme. Deßgleichen ſoll jhm nicht zufeſt / ſonder der beſcheiden⸗ ae werden, Darneben iſt auch zumercken / wann die Ballen oder Ferſen voll vnd groß ſeind / vñ man jnen derwegen ein huͤlff thun wolte / ſolte ſolches alſo geſchehen / damit es einem andern fein mangelbringe/ wie etliche dann pflegen ſolchen Pferdten importierte Eyſen ohn andere huͤlff auffzuſchlagen / welches Eyſen darnach den Huff macht ſchnellen vnd erweit⸗ tern / vnd gibet auch letztlichen vrſach / daß die Stollen deſto niderer kommen / vond der gantz Fuß feſter zuleyden hat. Ich aber hielte alle zeit fuͤr beſſer / man fuͤrte Eyſen / die von mitten an den beyden ſeyten hindenwertz etwas gröfler/ vond in der mitten ſubtiel weren / weiles vollhuͤffigen Pferdten ſolches beſchla⸗ gen wol zuſtatten bekommet ohn verletzung des andern theils, So fer man aber einem vollhuͤffigen Pferdt noch mehr helffen wolte / ſoll man in der mitte importierte Eyſen machẽ / die darnach auſſen am Gewend herumb auch auff⸗ geworffen / vnd einer Segen gleich gefeyhelt werden / die vmbgehen auſſen die gantze Stollen / vnnd dergleichen runde gefeyhelte Segen herumb / werden auch fuͤr das ſchleiffen / ohn einigen dero Pferdt ſchaden geführt vnnd auffge⸗ ſchlagen / weilder gang Fuß gleich nider kompt vnd geſetzt wirdt. Man kan auch ohn dergleichen Eyſen etwas höher Negel mit groſſen Koͤpffen führen/ Die folfen ineiner gleichenrechten höhe feyn. Darzufeindedie Srangöfifchen vnnd Tuͤrckiſchen Negelgut/ Jedoch / ſo würden die fcharpffe Negel ſchier ct was zu hoch kommen / vnd nicht ſo taugentlichen darzu ſeyn. Wiuie man ſich im beſchlagen der jungen Pferde / auch denen / ſo noch nicht. gute Stral vnnd Ferſen F oder Ballen haben / verhalten ſolle. | Sereget ſich gemeingfliß su / daß alle Roſſo/ > ° ſomcht in Steinigenoder Bergigen orten gefallen fonder auff EN pn weichen on Moͤſigen ebnen oreen aufferzogen / weiche ond zar⸗ (82 > te Fůß oder Hüff haben und infonderheitvon Stral vnd der⸗ ſen oder Ballen gar weich ſeindt. So werederhalhen meingutachten / man bolte dergleichen ſunge Pferdt mit halben Eyſen / Monweiß beſchiagen⸗ ai x WMarſtallerey // alſo etlich Monat lang maͤſſigklich anfengklich reytten / dann dardurch wer⸗ den den jungen Pferdten nicht allein die Ferſen oder Ballen erharten under» ⸗ haͤrtet / ſonder er wuͤrde viel gelencker vnnd Höher / auch fertiger herein gehen vnd einen ſchoͤnen Haben eriefnen Trab auß den Bergen an ſich nemmen. Es iſt aber notwendig zu wiſſen / daß nicht allein in ſolchem fall der Gaul fleiſſſg ſoll beſchlagen / ſonder auch gar maͤſſig mit guter beſcheidenheit geritten wer ⸗ den/Zuderfelbigen seit follmanden haͤrten vnd ſteinigen Boden fliehen / weil es einem Roſſz mit ſolchem beſchlagen / auff dergleichen orthen zugehen / vnnd zu arbeyten gantz beſchwerlich vnd auch nachtheilig ſeyn wuͤrde / vnd nicht al⸗ lein dardurch die Fuͤß / ſonder die Schenckel vnnd nachmahls der gantze Leiß leyden vnnd ſchmertzen tragen muͤſte. Derwegen / wann mandas Eyſen Monweiß gericht hat / vnnd den Spitz am fordern Fuß nach rechtformiger geſtalt hinweg geſchnitten / ſoll man auch den Stralziemlichermaffen auß⸗ wuͤrcken oder auffſchneiden. Jedoch ſolches mit groſſer beſcheidenheit vnnd nicht zu viel / darnach das Eyſen darauff hefften / Dardurch werden die Fer⸗ ſen / ob fie ſchon nicht wachſen / jedoch viel haͤrter werden. Man ſoll ſich aber allewegen vor dieſem verhuͤten / daß man jhne nicht zu lange alſo beſchlagen ſoll laſſen / darmit der Huff nicht anfahe vornen vberſich zu ſehen / vnd der Fuß ſich zugleich beginne in der mitte zu enge / oder zwang zu werden / welches alles darnach nicht gut were. Derhalben / wann ein Voll ein zeitlang auff ſolchem Beſchlaͤg gangen / vnd erkandt / daß die Ferſen erhartet / vnd ein luͤff⸗ tigen Trab an ſich genommen hette / ſoll der Gaul darnach mit gantzem Ey⸗ fen beſchlagen werden / vnd jihm Eyſen ohn Stollen auffſchlagen laſſen / wel⸗ che hinderwertz etwas dicker / vnnd auff den ſeyten ein wenig fuͤrgehen ſollen. DarzugebörteinverftendigerReutter / der einem jeden jungen Gaulwol wiſſe recht vnd mit nicht zuviel zuthun. | PL | Wann ſich ein Gaul ſtreiffet. VAnn ſich ein Gaul ſtreiffet mit den Horn / Ey⸗ ar N fen oderaber Neglen / foda obelverniet feindt worden / das ges ER fehicht gemeinigklichen außfolchen vrſachen 7 daß entweders der Saulvon Natur ſchwach vnnd math / diß aber auß einer ET zufaͤlligen Kranckheit / oder daß das Beſchleg dem Gaul vnd feinem Fuß nicht dienet / oder daß der Gaul von Natur / oder von eines zufals wegen gar nider von Ferſen iſt / vñ letzlich auch / daß er den Fuß glinckiſch oder krumpherig nider ſetzt. Derwegen / wann ſich ein Pferdt im Baſſz ſtreiffen thut / das wirdt ſich im Trab nur deſto mehr vnd feſter ſtreiffen / weil derſelbig Gang die Pferdt etwas haͤrter ankompt. Wañ derwegen das ſtreiffen an ei⸗ nem Roſſz von wegen ſchwacheit / magern vnd miede erkandt wuͤrde / ſol ya | es au Bon Beldlagungder Pferdt. xCcmi es außraſten laſſen / vnd darzu wolgefüttert werden. Sofereman aber einem Pferdt mit dem beſchlagen helffen wolte / fo follen Die vordern vnnd hindern Eyſen ohne Stollen außwertz gemacht werden. Deßgleichen ſollen auch auff derſelbigen ſeyten / das iſt auff der auſſern / was mehrer als gebraͤuchlich / vom Huff beſchnitten werden / ſo mag man auch vber das / das Eyſen innen⸗ wertz etwas dicker als das auſſer machen / vnd dieſes hilfft abermahls an vie⸗ len Roſſen / daß fie weittere vnd mehrere hilff nicht mehr bedoͤrffen. Soferr es abber an dieſem nicht genug / vnnd mehrers erfordert / ſo ſol man das innertheil des Eyſens dick / gleich Knopffsweiß machen / Jcdoch ſol ſolche dicke in einer gleichen hoͤhe innen oder auff der einen ſeyten durchauß / vnnd außwertz ohne Stollen ſeyn. Derhalben vnd für dieſen mangeliſt ſolches beſchleg am als ler beſten / nuͤtzlichſten / vnd vnſchaͤdlicheſten einem jeden Roſſz / es komme hm darnach auß was maͤngel vnd vrſach eg immer woͤlle / außggenommen / wann es krumpherxig oder glinckiſch iſt / Dann es jhnen nicht hilfft. Man muß aber einen andern Weg darfuͤr an die Handt nemmen / von deme ich hernach meldung thun will. Es werden etliche vnd deren viel gefunden / welche alsbaldt ſie ſolchen mangelan einem Pferdt ſpuͤren / ſo laſſen ſie das gantz innerhalb viertheil von Eyſen hinwegk nemmen / ohne gruͤndtliche vorbetrachtung vnd erkandtnuß / auß was vrſach vnd Accident jm ſolcher mangel zugeſtanden / vnd widerfah⸗ ren, Es iſt aber hierinnen mein will vnnd meynung / daß man in ſolchen faͤl⸗ len / nimmermehr die Eyſen dergeſtalt verkuͤrtzen foll/ alleweilſich das Pferdt nur deſto mehr damit verletzte / auch groͤſſern wehtagen an dem innern bloſſen ort / da das viertheil des Eyſens verkuͤrtzt worden. Derwegen / wann ſich ein Gaul ſtreifft /auß vrſachẽ / daß er den Fuß glinckiſch oder denckiſch / nider auff die Erden ſetzt / alsdann ſoll man einen theil / das iſt mit guter Naß des Ey⸗ ſens / nem̃en / da die Stollen oder Hacken ſeind / fo ferr anderſt die Hacken inn⸗ wendig ſeindt / jedoch aber iſt mein will nicht / daß fie kuͤrtzer ſeyen fonder man fol die auſſer Wand etwas einziehen / auch nur fo vielgenommen werden / daß es dem Huffoder Horn nicht gleich fene. Auffs nechſt aber bey dieſem ſoll man es ſubtieler auff derſelbigen ſeyten / als den gantzen reſt machen / welches ſich darnach in der dicke dem anderen theil des erſten vergleichen ſolle / damit der Gaul den Fuß gleich vnnd gerecht auff die Erden ohne ſchmertzen niderſetze. Derhalben weil es offtermahls geſchicht / daß durch vngeſchicklichheit vich Pferdt verderbet ſeind worden / hat es mich deſto mehr fuͤr gut angeſehen / von ſolchem vñ dergleichen gebrechen etwas weytlaͤufftiger zu diſcurrirn vnd tra⸗ ctirn. Zubeſchluß aber / iſt in ſolchen faͤllen groſſe auffmerckung von noͤten / zuforderſt / wann ein Pferdt ſchlechter ſtercke vnd vermoͤgens were / Deßßgleichen ſollen die Negel allzeit fleiſſig / vnnd auffs genaheſt verniet werden / auff daß das Pferdt ſich darmit nit ſtreiffe oder verletze. a ij Wann Marftalern/ Wann ein Roſſ⸗ weyt bon einander gehet. Ann man einem Roß mit dem beſchlagen was. N N BEI heiffen/ vnnd den mangel zum theil benemmen wil / dieweil es / NEUER wiegemeldet / weyt von einander mit den Süffengebet/fomuß Fa Say man das widerfpiel/ wie vorgemeldet vnnd angezeigetift/fün handen nemmen. Vnd ſo fere man zuvor nicht Stollen an ſol⸗ chen Pferdten gefuͤhrt hette / ſollens darzu gemacht vnnd gebraucht werden / welches ein ziemliche huͤlff thun wirdt. So ferr man aber ſolchen mangelzu wenden noch mehrer huͤlff gebrauchen will / ſoll man den Huff an der innern Wand etwas mehrers ernidern / Deßgleichen ſoll auch das Eyſen auff der ſelben Wand nicht zu dick ſein / Jedoch ſoll ſolches mit guter maß vnd beſchei⸗ denheit geſchehen / Auch nicht zu viel oder vnzierlich ſein / damit der Huff dar⸗ durch noth leyde oder zu leyden habe. Es koͤnnen auch ſolche huͤlff vnd Re medien an dem hindern Fuß gleichergeſtalt gebrauchet werden / Jedoch aber iſt mein will vnd meynung durchauß / ſo wol an hindern / als fordern Fuſſen / daß / wann man einem ſolchen mangel mit dergleichen gemeldten Stuͤcken helffen vnd benemmen will / daß ſolchs alles mit gutem auffmercken vnd maß geſchehe / damit man ſich nicht einem mengel zuhelffen vnderſtehe / vnnd dar⸗ nach des gantzen Fuß wenig achtung gebe / auch wie von etlichen geſchicht / in die Schantz geſchlagen werde / inſonderheit wann das Pferdt ohne das von Schencklen vnnd Fuͤſſen von Natur ſchwach vnnd krafftloß were. Der⸗ wegen es in dieſem vnnd andern fällen/ einen groſſen fleiß vnnd auffmerckens erfordert. Wie man erkennen ſol / ob ein Huff gepeiniget iſt oder ge⸗ litten hat / als wann ein Roſß ohne Eyſen were geritten worden / vnd letzlich / wie man ſich in dergleichen faͤllen verhalten ſolle. TREE) © begiber ſich offtermahls / daß einem Dferde der Huff gepeiniget / vnd ſehr iſt worden / vnd diß auß dieſer vr⸗ ſachen / daß es ohn Eyſen / vnd auch in Steinigen vnd Bergi⸗ ERNST gen orten geritten iſt worden, Damit aber ein jedweder Reut⸗ FO ter ſolchen mangel an einem Roſſz ſpiren / vñ gewiß wiſſen moͤ⸗ ge / ſol er auff ſolche ding achtung geben. Erſtlich / wañ ſich das Horn zerſchif⸗ fert vnd erſpaltet / oder aber / wann das Horn im anruͤhren hitzig iſt. Dannje hitziger es derwegen iſt / jhe gewiſſer ſich einer vertroͤſten kan / daß es / ob man ihme ſchon auſſen garnichts anſehen / jedoch aber innwendig im Huff gelitten hat / vnd gepeiniget iſt worden. Zu dieſem aber allem / begibet es ſich offt / daß mans | Bon Beſchlagung der Pferdt. XCV mans auch ſcheinbarlich ficht/ daß ein Pferde nachmahls daran gepeinigee iſt worden Derivegen infolchemfallfolmang zween vnd drey oder mehr tag außraſten vnnd ruhen laſſen / vnnd darneben gutte kuͤhlungen vber den Huff gu D PN faſt fehifferig oder zerfpalten wer worden / jedoch ſol man das Eyſen darneben richten / damit der Gaulin die vordernnicht reichen möge / derwegen vnnd in ſolchem fall gefellet mir der Tuͤrcken meynung wol / die laſſen jre Eyſen etwas vberhoͤcht / auff den Ballẽ oder Serien des Pferds machẽ / Vñ zu dem / daß ſies beſchuͤtzẽ / ſẽ kan auch das Pferd nit mit den hindern Fuͤſſen darein reichẽ. Wie wol es aber villeicht einẽ / all weil es nit im brauch iſt / geduͤnckẽ moͤchte / es we⸗ re von vnnoͤten / So iſt es aber für ſolche beyſorg vñ fehl ſehr nuͤtzlich vnd wol zu brauchen / wann nur allein wie in allen andern beſchlaͤgen / fleiſſig betracht wirt / daß der Gaulden Fuß gleich vnd gerad nider ſetze. So ferr man aber ein ſoolch geſtalts Roſſz / vnd dann die Fuͤß gar ſehr oder durcharbeyt / gepeiniget wer worde / fort reytten muͤſte / ſol man imsin Eyſen wie oben gemelt worden / a Wü auffſchlagen / | Marſtallerey / auffſchlagen / zu dieſem aber / ſollen die innern theilam Eyſen was mehrer ein· wertz ſehen / vnd neher zuſammen kommen oder gericht werden / dardurch der | uffettuag weitter oder breytter wirdt / vnnd man alsdann demſelbigen tit einfchlagen behuͤlfflich ſeyn kan. Wann ſich ein Roſſz im heben / mit eben demſel⸗ ben Fuß ſchlecht oder beriert. SG IE Olchem mangel fürzufommen/ vnd einem Roſſz ʒzubenemmen / muß mit dem Eyſen geholfen werden / welches et⸗ was ſchwerer ſeyn ſolle/gleichfals / das Pferd ſoll im Trab nicht zu faſt geeylet oder gejaget werden. | | Von den Fuͤſſen / ſo einwertz fehen / fonderlich wann ein Pferdt den mider fegt. 5 e RUN S werden etlige Pferd gefunden/ deren Huͤff N Ä 2%) von Natur einwertz ſehen / welchen mit hilff geholffen follwers Des den. Vnd erſtlichen follmanfolch Pferde vielond offt befchlas Ve RO gen / vnd allzeit mehr Huffs am innern Gewend hinweg nem⸗ N (or) > FE) : h ES nenoder befehneiden: faferımanaber beſorgte / wann man ei⸗ nem Pferdt mehr Huffs auff der inmern Wand nemmen ſolle / man wuͤrde die Negel daſelbs vbelmehr auffhefften koͤnnen / ſo ſoll man mit dem beſchneiden muͤſſig ſtehen / vnnd alsdann das Eyſen auff der auſſern Wand etwas dicker mit einem Hacken oder Stollen machen. Derwegen will ich hie vnd allwe⸗ gen einen jegklichen ermahnet haben / daß / wann er ſolchem vnnd dergleichen fuͤrkommen woͤlle / er woͤlle darneben fleiſſig auffſehen / nit allein auff ſolchen mangel zuwenden / ſonder auff den gantzen Fuß vnd Schenckel gute achtung tragen / damit nicht einem geholffen / vnd ein anders vernagelt werde. Wann ein Gaul anxeichte. TER Ann ein@aul mit dem hindern Fuß indie for; derenreichet / es ſeye darnach wohin es immer wölle/gefthicht eri NK gerneingflich auß faulkeit. Vñ zu einem Erempel/ift es gewiß / IT Daß ein jediveder erfahrner Neutter lieber an einem Pferd hat / ET Hafdiehindern Füßweißfeyen/wederdievordern / Dann alleweil die Phlegmatiſch feuchte darinn / das iſt / in weiſſer farb / dominirt vñ herrſchet / auß welcher die Traͤgheit der Schenckel vñ Glieder entſpringt / be⸗ gibet es ſich darnach / daß ſie die Fuͤß deſto langſamer auffheben / da dann ſol⸗ cher Humor vnd Flegmatiſche feuchte dominirt. ann en 2 Bon Befhlagungder Pferdt. Xcvi J— Wann dann ein Pferdt anreichet / ſoll man erſtlichen den Eyſen an den hindern duͤſſen helffen / das muß vornen vberworffen ſeyn / damit es vber die Spitz der hindern Huͤff gehen / die werden darnach mehr / als ſonſten ges braͤuchlich / beſchnitten / vñ dieſes geſchicht gemeinigklich auß zweyen vrſachẽ. Erſtlichen / damit die krimme des Eyſens beſſer auff vnd anlige / darnach daß der Fuß etwas verkuͤrtzet vnd dardurch ſchwecher / inſonders / wann das Ey⸗ fen etwas ſchwerer genommen wird / vnd ſo ferr nichts deſto weniger darnach ein Gaulanreichen wuͤrde / ſo wirdterjbmedefiomindern Schaden zufügen koͤnnen. Deßgleichen ſo kan man auch auff ein andern weg dieſem anreichen fuͤrkommen / nemlichen / wann man das Eyſen an den vordern Fuͤſſen voruen ‚etwas ſchwach / oder zu kurtz machen würde / vnd die Spitz der vordern Huͤff nicht erreichete / ſo ſolldas Eyſen vornen etwas dicker / wie gemeinigklich der brauch gemacht werden. Wann aber ein Pferde nur in die vordern Eyſen anreicht / ſollen die Eyſen an den vordern Huͤffen auff den Ferſen vberhoͤcht / vnd ſolches auff das geringeſt ſo muͤglich gemacht ſeyn / Damit der Gaul im derwegen muß man fleiſſig auffmercken haben / damit nicht einem geholffen / vnd das ander darnach in gefahr ſtehe. | S begibet ſich liederlich / daß ein Pferdt / wann es entweder vbel beſchlagẽ / oder aber ſonſt auß zufaͤlliger kranck es komme darnach von was Accident oder mangel es immer woͤlle / daß man im beſchlagẽ mehr Huffs an den vordern ſpitzen hinweg nemme / als ſonſt ge⸗ den / damit ein Ro; mit den Ferſen oder Ballen zugleich zu Erden trette. Dann man ſoll jhme an vordern Spitzen / an den hindern Eyſen ein krimpts wuͤrckung. Soſer ſich aber einer beſorgte/ daß der Gaul etwan anreichen moͤchte / der ſolle wiſſen / daß es ſolcher beyſorg nicht von noͤten / dann zu dem / gel geholffen / vñ entwendt worden / folmandergleichen Eyſen hinweg legen / vnd ſonſten ordentliche auch beformliche Eyſ enauffichlagen laſſen / die ſollen —⸗ ſchwer weren / möchte er deſto leichter mit den hindern die vornen erreichen/ R recht niderfekt, TORE auffden vordern fpißen herein geht / Derwegẽ foift von nöten/ Weitter / ſo kan dieſem mangel auff eine andere meynung auch geholffen wer⸗ liche wenige Tag an dergleichen Pferdten gefuͤhret / ſo thut es groſſe vnd gute nen ſchaden darmit zufuͤgen / alsbald man aber ſehen wird / daß ſolchem man⸗ auff heben deſto glencker vnnd geſchwinder ſey / dann wann die vordern Eyſen Woann ein Gaulden hindern Fuß niche heit / den h indern Fuß nit recht vnnd gleich niderſetzt / ſonder nur breuchlich / deßgleichen ſolt das Eyſen mit zweyen Stollen gemacht werden. Eyſenmachen / das ein wenig fuͤrgehet / vnnd ſolches Eyſen / wann es et⸗ das nit liederlichen geſchehen kan / ſo mag er jhm im fall es ſchon geſchehe / kei⸗ zween Warſtallerey Bon Beſchlagung Ser Pferdesst. zween * haben / darmit der Huff allezeit hinden auff den Ferſen etwas hoͤher ſeye. | BAER MBiesichindernFüßbefßlagenfepn ſollen. Jewoliich eclich mal von den hindern guͤſſen⸗ NEON und iwiediefelbigen beſchlagen ſollen werden / vnterſchiedliche meldung gethan habe / ſo will es doch die notturfft erforderen/ a N daß ich an jeßo infonderbeit darvon berichte, welchs darnach Er anallendergleichen Fuͤſſen taugentlich ſeyn wirdt. Vnnd iſt erſtlichen mein will / daß der Huff fornen an den Spitzen ziemlich ſol beſchnit⸗ ten werden / damit der gantz Huff in ein rechte vnnd gleiche Proportz komme / jedoch ſoll mit dem beſchneiden groſſe beſcheidenheit gebraucht werden / damit man nicht zu dem lebendigen komme. Deßgleichen auch auffdaßnoch gu⸗ ter Platz ſeye / die Negel herumb auffzuhefften. Weitter ſollen die Ferſen / ſampt dem Stral ziemlich außgewirckt werden / Das Eyſen darnach ſollet⸗ was vberlenget ſeyn / ſampt einem Stollen auff der auſſern ſeyten des Ge⸗ wends / deßgleichen moͤgen auch zween gemacht werden / Jedoch / wañ er ſich ſtreiffen ſoll / ſol nan den einen außlaſſen. Vnd warn man zween Stollen wil fuͤhren / ſollen ſie nicht zuhoch noch zuſpitzig ſeyn. So viel denn letztlichen die Negel belangt / Referier ich mich auff meinen vorgehenden Tra · ah Vnd diß iſt ſo ich von dem beſchlagen kürtze | lich anzuzeigen nothwendig 9% acht habe, Be BR xXcvi Molget ein ſehr nuͤtzlicher Tra⸗ cat / eines andern wolerfahrnen berſtendigen Narſtal⸗ lers / Wie man ein Seftüd oder Roffssiegelanrichten/ond was man fuͤr Be⸗ ſcheller vnnd Mutterpferdt darzu erwehlen ſoll / Deßgleichen was für Eſel zu den Muliterpferdten zuzulaſſen / Vñ welche Eſel am bequemeſten ſeyn / Maul⸗ ſel darvon zu zeugen / Darvon dann auch hie zuvor vom jo. biß auffs 16. Blat weitlaͤufftig vñ der lenge nach / gu⸗ ter ordentlicher Bericht geſchehẽ iſt. Bon den Schelen vnd Nutterpferdten / welche am bequemeſten ſind zur Struth / oder | jungedarvon zu singen. I Fledie jenigen Roſß / welche nicht don FEN wegen eines Streich / fondern von Natur weiſſe Sg fe A ); Stecken in den Augen haben Die werden zu den Jun⸗ NEBNT gen zeugen verworffen. Dann alle Hengſt / ſo von 88 Ihnen jr ankunfft haben werden auch im Alter / mie | Blindtheit geplaget/aberdie — Ks von — | Marſtallerey / von ſolchen Vaͤttern gezeuget / werden damit nicht beleydiget / weil die Natur / durch die jaͤrliche reynigung / viel vberfluͤſſigkeit von jhnen treiber, | Item / die Roſſz / welche faul vnd treg ſeindt / vnnd nicht leicht und baldt auffdie Nutterpferdt ſpringen mögen / Deßgleichen Die jenigen / welche nur eine Hode / oder groſſe / bauſſende vnd knoͤllichte Adern / voller Bluts / andem geſchefft haben / ſind alle zu der Struth vntuͤchtig. Derwegen ſoll man einen Schelen außerwehlen / welcher an den kraͤfften ſtarck / vnnd am gantzen Leibe geſundt / vnd ohne mangel vnd gebrechen iſt. | | Was alcer die Schelen vnd Mutterpferdt ſeyn ſollen / vnd wann die beſte zeit ſey zum ſpringen. ERIRS Elbe luſt haben junge Roſſz auffzuzichen/ SEHEN denift erſtlich vonnöten/daßfie Mutterpferd erivehlen / wel⸗ SEVEN che ein mittelmäflige groͤſſe ftarcken ond wolgeſchickten Leib / 2 TERN ein frifch vnd lieblich geficht/ und daneben breyte Huͤffen / vnd —— 2% Ä Arſchbacken / vnd groffe Beuch haben und nicht under drey / noch vber zehen jar alt ſeyn. Gleicher geſtalt folman auch auß den Roſſen einen Schelen außleſen / welcher ſtarck von Leib / vnd an der geſtalt huͤpſch und ſchoͤn ſey und am gan⸗ Ben Leib einerley farb Hat. ' Der anfang der beften zeit / in welcher man die Schelẽ ſol zu den Nut⸗ terpferdten zu laſſen / iſt in dem Lentzen wann Tag vnnd Nacht gleich iſt / biß auff die zeit / da der Tag wider abnimpt / damit die junge Fuͤllen gleich auff die zeit gefallen / wann auff dem Feldt / vnd in den Wieſen Graß gewachſen / dañ ein MNutterpferdt tregt die Frucht im Leib / zwoͤlff Bonat vnd zehen Tag / vñ Die henigen / welche nach der zeit gefallen / wann der Tag wider abnimpt / ſind gebrechhafftig vnd vntuͤchtig. Man ſoll auch den Schelen / zu derſelben zeit / vnnd zuvor / mit reichli⸗ cherm Futter ſpeiſen / vnd wol meſten / vnnd aller Arbeyt befreyen / vnd ruhen laſſen / damit er fein Ampt / darzu er außerwehlet / deſto baß vollbringe / vnnd man ſoll auch ſolchen / da die zei vorhanden / des Tages vber zweymahl nicht ſpringen laſſen. Wann aber ein Mutterpferd / nach dem erſten Sprung / den Schelen nicht mehr zulaſſen will / ſo ſolle man ſolchen vber den zehenden Tag / wider zu dem Nutterpferdt fuͤhren / Vnnd warn eg ſolchen widerumb verſchmehet / ſo iſt es ein Zeichen / daß es empfangen habe / darumb ſol man daſſelbige von den andern abſondern. Da auch die Mutterpferde empfangen haben / ſo ſol man zuſehen / das fie nicht mit groſſer Arbeyt / noch durch groſſe Kelt beſchweret werden / dañ die Kelt ſchadet den traͤchtigen gar ſehr. Wo ein — Vom Roßiegel oder Beſcheleen. XcVvm Wbvo oein Schel nit luſt zu ſpringen hat / So ſol man mit einem ſchwam / dem Hꝛutterpferdt das geſchefft / oder Burtglied abwiſchen / vnd ſolchen dem Schelfür die Naſen halten. | Wie man erlennen moͤcht / wie alt ein Roſß / vnd ob es guter oder boͤſer art ſey. MIT gutes Roſß erkennet man durch dieſe Zei⸗ chen: Wann es hat einen kleinen Kopff / ſchwartze Augen / nit zu kleine oder zuenge Naßloͤcher / kurtze vnnd auffgereckte Ohren / einen weichen Kam̃ / vñ ein dicke vnd krauſe Yehn / welche auff die rechte ſeyten hengt / ein breyte / ſtarcke vnd fleiſchigte Bruſt / breyte Schul⸗ tern / groſſe Buͤge / vnd gerade Schenckel / ein eingezogenen Bauch / klein Ge⸗ ſchefft / vnnd ein ſtarcken geduppelten Ruͤckgrad / einen krummen / langen / ha⸗ richten vnd krauſen Schwantz / runde Arſchbacken / vnnd bauſſende Huͤffen / Item / runde vnd lenglichte / vnnd nicht eingebogene Knieſcheiben / harte / glei⸗ che vnnd runde Huͤffe / an welchen die Haar zugleich heruͤber hangen / wie ein ER dieſes feind anzeigung eines fuͤrtrefflichen vnd wol formirtengus ten Roſſes. — an kan auch bald an einem jungen Fuͤllen / durch folgende zeichen er⸗ kennen / ob ein gutes oder boͤſes Roſſz darauß werden möcht. Dann ſo daſſelb froͤlich / vnerſchrocken / vñ fuͤr keinem ding / daß es zuvor nit geſehen / ſich ſcheu⸗ het / noch förchtet/ond wann es vor der Herdt her lauffet / vnd mie freydigkeit vnd geſchwindem lauff / die andern / ſeines gleichen / vberwindet / vnnd vonder Weyde abtreibt / Item / wañ es getroſt fuͤr den andern / durch Die waſſerfluſſe / lachen / vnd fuͤrt her gehet / vnnd ſich nicht nach den andern vmbſihet / ſo wirdt dardurch offenbaret / das ſolches einen friſchen vnd freyen muth habe. Wann aber nun ein Fuͤllein / cin Jar vnd ſechs Monat alt iſt worden / ſo ſoll man daſſelb wol mit den Henden ſtreichen / vnd jm ein Halffter anlegen / vnd daneben einen Zaum an die Krip hengen / damit es ſolchen bißweilen an⸗ ruͤhre / vnnd des klappern des Gebiſſes gewohne / damit es Ba wann es ein gereuſch oder krachen hoͤret / nicht erſchrecke und wann ſolches drey jar alt worden / ſo iſt zeit / daß man es — vnd abrichte / vnd alsdann ſoll man jhm gewachſene Sath / von allerley Getreyde / zu freſſen geben. Das alter aber der Roſſ / vñ auch aller Thier / welche vnzutheilte Huͤf⸗ fe / vnd der jenigen / welche Hörner haben / erkennet man alſo. | Ein Roſſß / wann es zwey Far vnd ſechs Monat alt iſt / So fallen jhm beyde Obere vñ Vndere mitlere Zeen auß / vnd in dem vierdtẽ jar die Schied⸗ zeen / vnd wachſen andere an die ſtat / vñ vmb das ſechſte jar / verleuret es auch die Backenzeen / welche hernach den jenigen / die jm zu erſt außgefallen / gleich» wachſen / vnd indem ſiebenden jar / werden alle Zeen ar a f ij ekom⸗ Warſtallere © bekommen als dann Löcher oder Hoͤlen / Vnd nach folcher zeit / kan man nicht eygentlich vnd gewiß darauß erkuͤnden / wie viel Jar ein Roſſz alt eny. Wann auch einem Roſß Hirſchhorn angehencket wirdt / vnnd ſolches allezeit bey ſich traͤget / ſo fan jhin kein Kranckheit anſtoſſen / oder einigen ſcha⸗ den bringen. | f —“ Was man fuͤr einen Eſel/ ſoll zu den Mutter · * pferdten zulaſſen. EN > > (7 7: > G > = — — — rl A a, AR; EZ — uch noͤtig zu wiſſen / den jenigen / wel⸗ eſel zeugen / daß der Eſel / welchen man dazu gebrauchen wil / ſJſolſeyn groß von Leib / vnd ſtarck von Gliedern / vnd ſoll dar⸗ ET neben einen groſſen Kopff / groſſe Wangen vñ Lippen / Item groſſe vñ nicht eingefallene Augen / weyte oder je nicht enge Naßloͤcher / nicht wellig / ſonder ſtarcke Ohren / einen dicken vnnd nicht kurtzen Halß / ein ſtarcke fleiſchigte Bruſt / groſſe vnd breyte Buͤge / vnd ſtarcke Schenckel / welche weit von einander ſtehen / damit er das Mutterpferdt wol dareim ſchlieſſen / vñ da⸗ mit vmbfangen moͤcht / deßgleichen einen breyten ſtarcken Rücken der keinen Hoger hat / noch zu ſehr hineinwarts gebogen iſt / voͤllige vnd ne Ä den / nicht Vom Roßgiegel oder Beſchellen. XciIx den / nicht einen hangenden Bauch / groſſe vnd gleiche Huͤffen / nicht eingezo⸗ gene / vnd nicht zu lange fleiſchigte Weich / groſſe vnnd gleiche Huͤffen / runde Knieſcheiben / kleine beynichte / vnnd nicht ſehr fleiſchigte Schienbeyn / welche mehr außwarts / als einwarts ſtehẽ / gute harte Huͤffe / welche nicht zu hoch / noch gar zu flach / vnd von Haaren wol rauch ſein / Item / welche nicht cin heiſ⸗ ſere / ſonder helle Stimme haben / wann fie ſchreyen / denn es iſt an demſelbigen viel gelegen / damit das Mutterpferdt nicht darvon erſchrecket / ſonder herzu gelocket werde / vnd ſich gegen dem Eſel gehorſamlich erzeige. Es ſeindt auch dieſe die ſchoͤneſten vnd huͤbſchten Eſel / welche cin brau⸗ neoder ſchwertzlichte farb / vnnd darneben ſchwartze oder braune flecken auff der Stirn / oder am Maul haben / dann ſolche zeugen gemeinigklich Junge/ die jhnen an der Farb ehnlich vnd gleich werden. Aber die jhenigen / welche Aſchenfarb / pfleget man nicht gern zur Struth zugebrauchen / weil ſolch farb nicht in groſſen Wirden gehalten / vnnd die ungen Mauleſel gleiche Farb vberkommen. Daßein Schel groſſe begierde zu dem Mut⸗ terpferde vberkomme. RER Imb e inen gebrandten Hirſchſchwantz / vnnd ſioß denſelben zu kleinem Puluer / vnnd geuß Wein daran / vnd ruͤhr es wol vnter einander / vñ ſchmier darnach das gantze Ge⸗ SH Theft wol darmit / vnd alſo wirdt das Roſſz groſſe begierd zum ſpringen vberkommen. | Wann es aber / von wegen der groflen begierd zum ſpringen / zu ſehr wutet oder tobet / So ſoll man jm das Geſchefft mit oͤl ſchmieren / fo wirdt die groſſe begierde gemiltert. Welches alter der Roſſz am bequemeſten ſey / Junge darvon zu zeugen. As Roß / es ſey nun ein Hengſt / oder Mutter; EM pferdt / welchs man zur Struth gebrauchen wil / ſol guter art) KON und nicht vnder fuͤnff / noch ober viertzehen jar alt ſein / vnd die E zeichen des alters / ſol man nicht an den Zeenen erlernen / dann I dieſelb nicht alleweg gewiß zutreffen. Darumbpflegen etliche / Die Jar des alters / auß den Kienbacken zu er⸗ forſchen / Dann wo man allda mit der Handt die Haut hindan zeuhet / vnnd dieſelb gern der Handt folget / vnnd hernach wider fahren laͤſſet / vnnd ſich als bald an jhr geburliches ort begibet / ſo wirdt darnach angezeiget / daß ſolches Roſſz noch jung ſey / Wann aber die hindan gezogene Haut / ſich langſam an jre ſtelle verfuͤget / ſo iſt es ein gewiß zeichen / eines groſſen alters. — b ij Welches Marſtallerey / Welches die beſte vnd bequemeſte zeit ſey / die Scchelen zu den Mutterpferdten zu zulaſſen. 2 Te bequemeſte Hit beſte zeit zum fpringen iſt / von der zeit an / im Lentzen / wann tag vnd nacht gleich iſt / biß I der tagiider abnimpt / vnd ſonderlich warn gut Graß vor⸗ bhanden / vnd das Viehe / von freudigkeit wegen ſchertzet / vnnd SE groſſe begierde zur vnkeuſchheit hat. | Man ſolaber auch nicht zugeben / daß ein Mutterpferd / zu dem Sche⸗ len gelaſſen werde / weil es ſehr mager vnd duͤrr / vnd an den Haaren ſehr ſtru⸗ picht ift/fondern wo der jenige / ſo darauff beſtelt / die Schelen zu den Mutter⸗ pferdten führen wil / ſo ſoll er dem Mutterpferdt / die Haar im Schwantz ab⸗ ſchneiden / vnnd am gantzen Leib wol ſchrappen / vnnd mit einem Kamme / die Mehne vnd Schopff wolſchlichten / vnnd auffs aller hübfchte putzen / als er kan / Dann dardurch bekommen die Schelen ein beſſere begierde zu nen. Deßgleichen ſol man auch die Schelen / ehe ſie ſpringen / fuͤnff Monat lang / von den Vutterpferdten abſoͤndern / vnd mit gutem Sutter kraͤfftigen / auch jnen bißweilen duͤrrefrembde Wicken / Erui genandt / vñ Weitzen Neel / mit Waſſer vermiſchet / fuͤrgeben / damit ſie deſto che gemeſtet / vnd groͤſſere be⸗ gierde zu der vnkeuſchheit / vnd zum ſpringen bekommen. Wann aber ein Mutterpferdt den Schelen gar nicht zulaſſen will / ſo ſol man nemmen Huͤnnermiſt / mit Terpentin vermenget / vnd das Burtglied damit ſchmieren / ſo wirdt es dardurch groſſe begierd zur vnkeuſchheit bekom⸗ men / vnd noch viel mehr / wo man gedachtes Glied / mit dem Safft von einer groſſen VYeeerzwibel / beſtreichet. | Da auch ein Mutterpferdt / nach dem erſten Sprunge/den Schelen nichtmehr zulaflen will/fofolmandenfelben/ nach verlauffenen sehen tagen / widerumb zu folchem führen / vnnd wann es fich dann abermahls nicht will beſpringen laſſen / fo ſoll nan es von andern abſondern / vnnd darfuͤr halten / daß es empfangen habe / vnd traͤchtig ſey. Welche Eſel am bequemeſten ſeyn / Mail eſel darvon zu zeugen. FJeſe Eſel ſoll man fuͤrnemlich fuͤr gut vnd be⸗ \ 5 AR quem / zu Schelen außerwehlen / welche mit vnd bey den Roſ⸗ N 7 ſen ſeindt aufferzogen. Etliche pflegen auch / welches mir auch garwolgefellet / wilde Eſel zu zemen / vnnd zu Schelen zuge⸗ Rbrauchen / dann von denſelbigen / die alter ſchoͤnſten vnd beſten Mauleſel gefallen, Es iſt „ — in f * Rn Roßgiegel oder Befeßellen. A g iſt auch viel beſſer / daß ein Efelei tterpferdt / weder daß ein Hengſt ein Eſelin beſprenge. ß I tscpiet 4.ipenerdagcin Item / etliche befleiſſigen fich gar ſehr / das dit jungen Eſelein / ſo bald fie gefallen / an den Yutterpferdten ſaugen / vnd alſo von beſſerer Nilch geneh⸗ ret / vnd von jugendt auff der Mutterpferde gewohnen / vnnd alſo größere be⸗ gierde ie gewinnen / vnd folche ſoll man auch, gleich als die Roſſz / zwey Jar lang ſaugen laſſen. hi) / Deßgleichenfollman auch keinen Efel,der under drey / vnd ober sehen _ Jar alt iſt / auff ein Mutterpferdt fpringen laſſen / vnd fo daſſelbige vom Eſel traͤchtig wirdt / ſo gefellt ein Yauleſel hernach / welcher dem Batter an der ge⸗ ſtalt gantz gleich iſt. Es ſeindt auch etliche / welche luſt vnnd liebe zu ſchoͤnen Roſſen vnnd Mauleſeln haben / darumb bedecken ſie den Eſel / oder das Roſſz / weiches fie fuͤr ein Schelen gebrauchen / mit Kleydern oder Thuͤchern / welche gleich ein ſolche Farb haben / als ſie begeren / das ein Fuͤllen dieſelb vberkommen ſol / dañ mit waſerley Farben ſie den Schelen bekleiden / in derſelben gefellet auch das Junge. RE — „ Welche Welche Roſſz am bequemeften zu Schelen / vnd zu erwehlen ſind. den Fuͤſſen ſtrampelt / oder fort zu lauffen begeret. Wie man den Muccerpferden ſoll raht ſchaffen / wann inen Die Mutter fuͤr die Geburt gehet. AN den Nutterpferdten / ſoll raht ſchaffen / Derwegen fo einem Mutterpferdt / die Nutter zu weyt herauß ſtehet / ſo ſoll nan IS ſolchem alſo raht ſchaffen. Nan ſoll daſſelb nider werffen / vnd auff den Rück wenden / vnd alſo le⸗ gen / das der Kopff etwas nideriger / als der Leib / liget / vnd das Burdtglied / wol mit warmen Waſſer außwaͤſchen / vnnd die zu weyt herauß getrettene Mutter / mit einer kleinen Nadel ſtechen / darnach nemmen der Schalen von Granataͤpffeln / vnnd dieſelb in ſtrengem / zuſammen ziehendem Wein / vnnd gleich to viel oͤlheffen / vnd halb fo viel Baumoͤl / ſieden / vnd die N waͤſchen / Vom Roßgiegel oder Beſchellen. cl waͤſchen / vnd dieſelb widerumb an jr gebürliche ſtat drucken / oder treiben/ond wann ſolches geſchehen / ſo ſollman nemmen ein auffgeblaſſene Blaſen / wel⸗ cher Halß feſt zugebunden ſey / damit der Athem nicht kan herauß kommen / vnd dieſelbige dem Roſſßß tieff genug indie Geburt alſo ſtecken / damit ſolche ein zeitlang darinnen bleib / vnnd das Mutterpferdt nichts deſto weniger darfuͤr Harmen moͤchete. ut 4. Hernach ſoll man nemmen / Aſche von gebrandten Lorberbfettern/ und ſoll ſolche / mit rotem zuſammen ziehendem Wein vermiſchet / in den Leib ſprů⸗ tzen / vnd ober zehen tag / ſolman den Faden oder das Band / welches vmb den Halß der Blaſen gewickelt iſt / wider abloͤſen / oder die Blaß mit einem Pfrie⸗ men zuſtechen / auff daß der Athem herauß gehen moͤchte / vnd als dañ dieſelb wider herauß ziehen / vnd ſol das Reutterpferd wol mit gutem Futter ſpeiſen / damit es bald zuneme / dann je ehe es feißt wirdt / je beſſer jhm daſſelbige iſt. Durch welche zeichen man erkennen moͤcht / ob ein ' Mutterpferdt einen Hengſt oder Mehre N entpfangen habe. Ann ein Schel ein Mucterpferdt beſprungen DE) hatıfo fanmandunch gewoiffezeichen erkunden / was es fürcin Geſchlecht empfangen / dann foder Schel auff der rechten ſey⸗ een herab fellet / ſo wirdt dardurch angezeiget / daß ein Hengſt darauß werde / Wann aber ſolcher ſich auff der lincken ſeyten herab begibet / das ein Mehre entpfangen ſey. | | Etliche befehlen auch / ſo man will/das cin Hengſt gefalle / das man die lincke Hode an den Schelen / mit einem feſten ſtricklein oder andern Bande % zubinden ſoll / Da man aber lieber will / das ein Mehre gefalle / ſo foll man oſchem die rechte Hode binden / vñ alſo koͤnne man zu wegen bringen / daß cin Fuͤllen gefalle / welches man begeret. Es rahten auch etliche da man will das ein Hengſt gefalle / ſo ſoll man den Schelen das Nutterpferdt beſpringen laſſen wann der Nortwindt we⸗ Let / da man aber lieber ein Mehre haben will / wann der Sudtwindt wehet / Dann der Nortwindt ſoll helffen daß Hengſt / vnnd der Sudtwindt / daß Mehren gefallen. Wie man der tragenden Mutterpferden pflegen vnd warten ſoll. | ER tragenden Mucterpferde / foll man mie Sſchweren Laͤſten / zu tragen vnnd zu ziehen / verſchonen / damit M ſie nicht zugleich / von dem groſſen Leib vnd der Laſte / beſchwe⸗ —ret werden / Sondern man ſoll ſie geruͤglich jhr ur. 6 aſſen / ſto baß von jhnen hinweg flic ee Warſtallexe =. | laſſen / vnnd mit geringem Sutter ſpeiſen / als danniſt / das gruͤne abgeſchnit⸗ tene Graß / welches ſie auch am liebſten freſſen / oder aber geweichte Gerſten / vnnd dergleichen / vnd ſoll auch Daffelbige/des tages zweymahl / an die Trenck treiben. Re ATI TEELN TR Deßgleichen ſol man auch darauff gute achtung geben / damit ſolche in dem Winter / in einen warmen / vnnd indem Sommer / in einen kuͤlen Stall gethan werden. J Ar Es ſollen auch die Stelle mit bequemen Steinen büpfch gepflaſtert / vñ mit Strew wol bedeckt ſeyn / damit die traͤchhtigen Nutterpferd deſto baß da⸗ rinnen ruhen moͤgen / vnd — | len möchte. | $ Die Krippenfollen wol entpor / vnnd in die höhe gemacht werden / da⸗ ran man ſolche bindet / damit ſie wol vberſich ſehen / wann fie freſſen woͤllen / welches dann auch mit den jungen Fuͤllein ſoll gehalten werden / damit ſie ge⸗ wohnen / den Halß wol in die hoͤhe / vnd ſtracks zu halten / welches dann auch den Roſſen ein feine zierheit gibet. Item / man ſol ſich auch befleiſſen / damit man den traͤchtigen Mutter⸗ pferdten / nicht mancherley Futter fürgebe/ noch dieſelbe vngewontes Waſſer ſauffen laſſe. Dañ durch dieſe frembde ding / moͤchten ſie leichtlich verwerffen / vnd den jhenigen / welche des Fuͤllein geneſen / follman Burgundiſch Graß / oder an ſtat deſſelbigen / ſonſten gut feißtes Graß / fuͤr geben / vnd ſolcher dar⸗ neben / wie oben gedacht / wol pflegen vnd warten. ; * Wann aber ein Monat / zwen oder drey verſchienen / ſo ſoll man daſſelb wider zur Arbeyt brauchen / Dañ dardurch vberkom̃et es deſto beſſere milch / Es ſoll aber auch das junge Fuͤllein der Mutter allzeit nachlauffen. Da auch die junge Fuͤllein gar zu weiches Horn an den Huͤffen habẽ / ſo ſoll man ſie auff rauhen vnd ſteinichten wegen lauffen laſſen / vnd im Stall harte Stein vnterſtreuwen / Dann dardurch gewinnen ſie harte Huͤffe. Im fall aber ſolche noch weich bleiben / vnd nicht hart genug ſein / ſo ſoll man die Huͤffe / vnd vnden die Hoͤle / mit dieſem Saͤlblein ſchmieren. Rec. Alt Schweinen Schmaltz / Boͤcken Vnſchlet / lebendigen Schwef⸗ fel / vnd Knoplachszehen / zuſtoſſe ſolche wol vnter einander / vnnd mache dar⸗ außein Saͤlblein. ie in TIERE, Was man chun ſoll / daß ein Mutter Pferdt bald gebere. Ann ein Mutterpferdt des Fuͤllein nicht baldt E geneſen kan / ſo ſol man ſolchem die Naßloͤcher ergreiffen / vnnd feſt zudruͤcken / vnd zuhalten / ſo wirdt die Frucht baldt von jhm 2kommen. 2 De 7 % ie * u. = — N rn u Te Vom Roßgiegeloder Beſchellen. au Wie man die hinderſtellige Affterbuͤrde ſoll hinweg bringen. en Ui die Affterbuͤrde nicht baldc mit dem Jun⸗ gen hinweg gehet / fo ſoll man dieſelbe alſo vertreilben · Nimb N\ € ein —5 Fenchel / vnnd koch denſelben in Waſſer / vnnd 39 nimb hernachfolkher Brühe darvon ein Noͤſel / vnnd gleich ſo | SR Vvliel alten Wein / vnd vier onken Baumoͤl / Vnd laß folchebey dem Feuwer lawlicht werden / vnnd geuß oder ſpruͤtz es dem Yutterpferdt in die Naßloͤcher. Was man brauchen ſoll / damit die Mutter⸗ pferde deſto ehe empfangen / vnd traͤch⸗ tig werden. Ro Ann du wilt / daß ein Mucterpferd empfahen N aooll/ ſo ſtecke ihm ein Neſſel in das Maul. REN Daaberein Mutterpferd zuvor einmahl / oder zwier Fuͤl⸗ N leingetragen/ vnnd vnfruchtbar worden / fo ſoll man ſolches Adurch nachfolgende Artzeney vnnd Meittel / wider Fruchtbar mach ® | Rec. Eniß ſechs vntzen / Myrrhen drey Loth / vnnd ein loth Saffran / ſtoß ſolche alle zu kleinem Puluer / vnnd thue darzu ein wenig Wein / vnnd ruͤhr ſie wol vnder einander / vnnd mache darauß Kuͤgelein / als die ziemlichen reiffen Eycheln / vnd ſteck derſelben auff einmahl eins / dem Nutterpferd in das Ge⸗ burtglied. Es ſoll aber daſſelbige / vnd die Weich vnd Lenden / zuvor mit war⸗ mem Saltzwaſſer / darzu neun vntzen Baumoͤl vermiſchet / des tages zwey⸗ mahl wol gewaſchen vnnd gerieben werden / biß ſo lang man ſpuͤret (Daß ſol⸗ ches traͤchtig ſey. ann | Item / man ſoll auch allezeit vber den fünfftenoderfibenden Tag/dren halbe Noͤſel Milch / vnd fuͤnffthalb loth Roſenoͤl / vnnd ein quintlein klein zu⸗ ſtoſſenen Reiß / vnd fuͤnff Pfeffer koͤrner / vnd ein halb lotyrrhen nemmen / vnd ſol ſolche mit einander laſſen auffſieden / vñ die Bruͤe dem Mutter pferde/durch ein langes Criſtier Roͤhrlein / das gar an die Mutter reichet / durch die Geburt in den Leibgeben/ vnd folimfolang Gerſten Meelrin Waſſer geſotten / zu ſauffen geben / biß es der Frucht ge⸗ neſe. ey Mas Marſtallerey / Vom Roßsiegel/ sc, Was man chun ſoll / damit ein vnfruchtbar Mutterpferdt entpfahe. ZERO man will zu wegen bringen/ daß ein on, a fruchtbar Nutterpferdt entpfahe / ſo ſo man nemmen ein puͤ⸗ m fihel Lauch / vnnd denſelben in einem Meoͤrßner wolzuftoffen/ DI vd zwo vntzen Wein daran gieſſen / vñ dazu thun der Gold⸗ EEE wuͤrmlein / oder Hiſpaniſche Nuten, welchemaninden A⸗ potecken Cantharides neñet / an der zahl zwoͤlff / vnd ſolche mit einer ſpruͤtzen / oder Criſtierroͤhrlein / mit Waſſer vermiſchet / dem Yeutterpferdt in das Ge⸗ burdtglied hinein ſpruͤtzen oder gieſſen / vnd den andern Tag / ſol man daſſelbi⸗ ge von einem Schel beſpringen laſſen / vnnd wann ſolches geſchehen / So ſoll man das Geburdtglied zweymahl wol außwaͤſchen / vnd alsdann nemmen / Salniter /Sperlingskot / Hark vnnd Terpentin / zu hauff vermiſchet / damit ein Salb darauß werde / vnnd foldiefelb in das Geburdtglied hinein ſchmie⸗ ren / ett. Von der vnſinnigkeit der Mutter⸗ pferdten. NEGS pfleget ſich ſelten / doch gleichwol bißwey⸗ len zuʒutrãgen / daß ein Mutterpferdt / wann es in dem of AS fer feinen eygenen ſchatten ſihet / ein vergebene lieb vnd begier⸗ dezu den Roſſen bekompt / vnnd dahin gerahtet / daß es vnſin⸗ — nigvnd toll wirdt / vnd alſo alles Futter vergiſſet / vnd hunger Solche vnſinnigkeit aber / wirdt durch dieſe folgende zeichen offen⸗ aret. Das Mutterpferdt lauffet auff der Weyde ſehr hin vnd wider / vnnd ſihet ſich offt vmb / gleich als mangelt / oder ſuchet es etwas. an kan aber ſolchen gebrechen vertreiben / vnd das Mutterpferdt zu recht bringen / wo man daſſelbige widerumb in das Waſſer treibet / darein die Sonne ſcheinet / damit es ſeine heßliche geſtalt ſehe / vnnd der vori⸗ gen eingebildten ver⸗ geſſe. Von ö E — INN 0; cn Von mancherley Gebrechen vnd Kranckheyten / damit die Pferdt / Maul vnd andere Eſel / welche ſchwer ziehen oder tragen / geplaget / vnd 2 wie die Eurirt follenwerden. > Bonden Fiebern / damit cin Roſſz beladen’ vnd durch dieſe nachfolgende Zeichen / er⸗ | kandt werdenfan. I 7 F T >= aa sht\ctnnewan Abit eintnau anni apun eng Lem Im Naht —— A NT N MAN — N EN N — * 7 Fa rt ( \ NEE IDEE LE Il All = Je = I II AS Haupt iſt jm ſchwer / vnnd nepgeg ſech gegen der Erden / vnnd vermag ſolches nicht wi⸗ derumb auffzurichten. 4 Die Augen ligen jm bauſendt vnd weyt herauß / Rvor den Augenlidern / vnnd koͤnnen ſchwerlich auff⸗ Sgethan werden / Bißweilen flieſſen nen auch dieſel⸗ Wbe/gleich als ob fie weineten. | A Zu! Die Von Artzeney F— Die Lippen thun ſie weyt auff vnd von einander / ſeindt jhnen duͤrr vnd welck / vnd jhr gantzer Leib iſt ſchwach. | | N Sie knirſchen mit den Zenen/onddag Geſchefft henget jhnen weit vn⸗ terſich. * (RR le Glieder hitzen / vnnd fonderlich ift ver Athem fehr hitzig und ſtin⸗ ckendt / welchen ſie auß dem Maul von ſich blaſen. Sie ſtrecken die Beyn von ſich / vnnd kan weder durch ziehen noch trei⸗ ben / von dem jhenigen / welcher ſeyn pfleget vnd wartet / fort gebracht werden / Vnd ob eg gleich etliche ſchrit / auß zwang / fuß fuͤr fuß fort gehet / ſtellet es ſich doch alſo / gleich als wolt es jetzt vmbfallen / vnd warn es ſchon auff einer ſey⸗ ten liget / hat es doch nicht ſo viel krafft / daß es ſich vmbweltzen möcht, Es lauffet jnen auch bißweylen ein kelt vber den gantzen Leib / vnd ſan⸗ gen an zu zittern / oder ſich zu ſchuͤtteln. | J— Der Mundt iſt voller kleiner hitziger ſchwerlein. Das Fleiſch an dem Gaum / welches vnterſcheiden / gleich wie die For⸗ chen vnd Beet in den Ackern / henget weyt herab / iſt weich vnd hitzig. Es bekompt aber ein Roſſz fuͤrnemlich das Fieber / wenn daſſelb entwe⸗ der in groſſer hitz oder kelt / mit vntraͤglicher Arbeyt vbertrieben vnd vbermu⸗ het / oder allzu ſehr vnd zu ſchnell vberritten iſt / dder wann es das Futter nicht recht verdaͤuwet /Wie dañ gemeinigklich zu geſchehen pfleget / weñ die Pferd / des neuwen gewachſenen Futters / oder die Weid vnd das Graß / mit luſt gar zu viel eſſen / vnd hernach nicht verdaͤuwen moͤgen. Solche Fieber aber/ kan man auff dieſe weiß Curiren. Man ſoll jhnen bey dem Schlaff / oder ander Stirn / zur Ader laſſen / vnnd den erſten Tag nichts zu eſſen / ſondern nur ein wenig zu trincken geben. Item / allgemach vnnd nicht ſehr bewegen / oder fort fuͤhren / vnd wann es im Winter / oder ſonſt kalt iſt / ſo ſo man daſſelbe mit einer Kotzen / oder Thuͤchern bedecken / vnd in einen warmen Stall ziehen / darinn es ruhen mag. Wann es aber anfehet / beſſer mit ihm zu werden / vnd es die zeit gibet / ſoll man ſolches an die Weyd ſpannen / Wann aber kein Weyd verhanden / ſo ſoll man das duͤrre Heuw / mit einem Honigwaſſer feucht machen / vnd in der erſten wenig / darnach allweg mehr fuͤrlegen. | Item / man ſoll jhm auch Gerſtenwaſſer / oder den außgepreſten Safft / von geſottener Gerſten zu trincken / vnd gekochte vnd geſottene Gerften/oder Gerſtene Grauppen / oder auch rohe Gerſten(wo es anderſt ſolche ſchlingen kan doch nicht zu viel noch zu offt / im anfang zu eſſen geben. | Es iſt auch das obgedachte zeichenicht alleweg gewiß / daß darumb ein Roſſz mit dem Fieber beladen / wañ es gleich den Kopff gegen der Erden ney⸗ get / oder die beyn außſtrecket / vmbfellet vnd ſich rencket. * Oot daſie zubekommen / die jungen Schüfferling von den Lorberbaumen, der Pferdt. cum 2. Dochdamitman folches/ gewiß vnd eygentlich erfunden möchte, ch ces ein Sieber habe oder nicht / fofolliman ihm Berften und ander dergleichen Futter fürlegen/onnd wann es daſſelbe „ffet/ fo hat es kein Fieber / Sonder iſt von wegender groffen muͤdigkeit / alſo laß vnd faul, 6 | Wann es aberdie Speißgar nicht zu ſich nemmen will / vnd ſich ſtel⸗ et / gleich were es trawrig / vnd nur allein trincken begeret / vnd ſich darneben weltzet / vnd nicht auffrichten kan / ſo hat es gewiß ein Fieber. Man ſol auch in ſolchem fal / nicht geſtatten / daß im die Adern / welche nieben den Neruen ſtehen / geſchlagen / vnd Blut herauß gelaſſen werde / dann durch ſolche Aderlaſſung / wuͤrde der Krampff vnnd zuſammen ziehung der Neruen folgen. Wannauch dieſe Kranckheit vberhandt nimpt / ſo ſterben ſie gemeinig⸗ lich hungers / Doch kan ein Roſſz des Fiebers gewalt / von anfang drey tag dulden / Aber nach ſolcher zeit toͤdtet es ſie. | Es iſt auch denen nicht zuglauben / welche fagen / Daß fie allein durch den griff / wann ſie nur die Ohren angreiffen / oderdie Hand indie fenten auff dag gelenck des foͤrdern Beynes legen / eygentlich wiſſen / ob ein Roſſz ein Fie⸗ ‚ber hat oder nicht / dann durch ſolchen Griff / kan man kein gewiß zeichen des Fiebers erkuͤnden. | | WMan ſol auch keinem Roß zur Ader oder Blut hinweg laſſen / welches von groſſer muͤdigkeit laß vnd treg worden / Dann in ſolchem fall / ſeind jm die krefft nur geſchwecht / welche das Roſſz alſo math machen. | Daober ein Roſß ein Fieber hat Sp ift von noͤten / daß man jhme / an den obangezeigten orten / zur Ader / vnd Blut herauß laſſe / vnd ſolches iſt fuͤr⸗ nemlich gut vnnd nuͤtzlich / in dieſer Kranckheit / vnnd ſonderlich wann es den Kopff / auß ſchwachheit / vnderſich henget. Man kan auch den Roſſen / welche mit dem Fieber beladen / mit etlichen Artzeneyen helffen / Vnnd ſonderlich dienen in dieſem fall gar wol / geſtoſſene Lorbern / welche mit einem halben pfundt Honig / vnd zwo vntzen Wein / vnd gleich ſo viel Waſſers vermenget ſeyn / vnd ſolche alle ſoll man vntereinander ruͤhren / vnd dem Roſſßz in den Halß gieſſen. Oder ſol nemmen Eppichſamen / vnd denſelben vnter vier vntzen Wein / vnd ſechs ungen Waſſer miſchen / vnd wann ſie wol vntereinander geruͤhret / ſo ſol man dieſelb dem Roſſz in Halß gieſſen. Wann aber das Roſſz daneben die Schlaffſucht vberkommet / vñ alle⸗ zeit zu ſchlaffen begeret / ſo ſoll man daſſelb aufftreiben vnnd reytten / doch nicht viel vber tauſendt Schritt gehen laſſen / vnd wañ es wider in Stall gebracht / ſol man es mit mancherley Futter zum eſſen anreytzen / vnd ſol jhm alſo geben / geſotten Gerſtenwaſſer / oder den außgepreſten Safft darvon / oder geſottene oder gekochte gerſtene Grauppen / vnd der Bletter vnd Spitzen von Koͤl / vñ Sm [2 j Von Artzeney a Im fall aber / Das Fieber feyn Ankunfft hat von muͤdigkeit / vnnd das Roſſz důrr wird / vnd an dem Leib ſehr abnimpt / Sofolman nemmen Zigen⸗ milch ein halb Noͤſel / vnnd darunder vermiſchen / zuſtoſſen Krafftmeel / ſo viel deſſelben genug iſt / vnd vier rohe Eyer / welche zuvor mit Portzelnkraut Safft wol zu trieben / vnd zu hauff gemenget ſeind / vnd ſolche fol man drey Tag nach einander / oder ſo lang / biß es widerumb ſeyn geſundtheyt erlanget / dan Roſſz in Haß gieſſen. Tas yert Wann aber das Fieber ſeinen vrſprung hat / von geſchwulſt der Man⸗ deln im Halß / oder von andern Fluͤſſen / welche dem Roſſz von den Kopff fal⸗ len / So ſoll man daſſelbige wol zudecken / vnnd den Gaumen innwendig wol mit Saitz / Toſten / oder Wolgemuth / Pech vnnd oͤle zuhauff vermiſchet / rei⸗ ben / vnd die Schenckel vnd Knie wol mit warmen Waſſer erwaͤrmen / Auch bißweylen das MNaul mit Nachtſchatten Safft / darunter Weinhefen ver⸗ miſchet / außwaſchen / vnd als dann mit Gerſten / oder grünem Graß / woes verhanden / ſpeiſen. | Bau | REITEN Da aber dem Roſſz Blut zu der Naſen herauß laufft Sofollmanim des aufgeveeien ſaffts / von gruͤnem Koriander darein fprüßen oder gieſſen⸗ añ ein Roſſz das Fieber hat / So ſol man jm neben der Spanadern / zur Adern und Blut herauß laſſen / vnnd hernach nemmen / Zimmetrinden / Myrrhen / Weyrauch / jegliches drey loth / vnnd datzu vermiſchen Blut von einer Schildtkroͤten / vnd alten Wein / vnd ſolches dem Roſß drey Tag nach einander in die Naßloͤcher ſtecken. Aha | 1993 Oder nimb ein Handtvoll Gartheil / vnd fo viel Seigenalsderfelbigen genug ſeindt. — — Item / Rec. Rautten / Eppich / Krauſemuͤntz / vnnd gelbe Ruben / vnnd koche ſolche alle mit Waſſer vntereinander / vnnd gibe von ſolcher Bruͤhe kalt dem Roſſz drey Tag lang zu trincken. V Einem Roſſz / welches das Sieber anſtoͤſſet / ſol man drey Eyer vnd vier loth Roſenoͤl / vnnd ein pfundt weiſſen ſubtilen wolriechenden Wein zu hauff vermiſchet / in den Leib gieſſen. | Wan follaber auch daſſelbige an einem ſolchen ort halten / daß es gute: Luͤfft / durch den Athem / zu ſich ziehen mag / vnd ſol es darneben vonder Ger⸗ ſten enthalten / vnd allein mit Hew zu fuͤttern begnuͤget ſeyn. Item / man ſol jihm auch kalt Waſſer zum offtermahl zu trincken geben / vnd wann eg nicht ſauffen will / ſo ſoll nan hhm das Maul auffſperren / vnnd alſo die feuchtigkeyten durch ein Trechter in Halß gieſſen / Vnd wann ſolches drey Tag alſo gehalten worden / ſo folman es als dann mit Gerſten erquicken/ vnd derſelben von tag zu tag reichlicher fuͤr ſchuͤtten. N Wann ein Roffz ein Sicher anftöffer mit wehtagen oder Erimmenim Leib / So wird daſſelbig vertrieben durch diſes vngendt / wo man ſolches vber den gantzen Leib ſchmiret / Und wird alſo bereyt. Rec. Tragacanth.ziven lot / Scharlachs der Pferdt. cv Scharlachs Krautſamen / vnnd des frembden Samen Suͤmach / jegkliches vier loth / weiſſen Pfeffer / zwey lohh / Wein oder Moſt / der auff das dritte theiliſt eingeſotten / zwey Pfundt / Opopanacis ein viertels Pfundt / Eppich⸗ Samen fuͤnff loth / der beſten Nyrrhen acht loth / Erdteich oder Gamender⸗ fein achtzehen loch / Chamillen ein viertels Pfundt / weiſſen Weyrauch acht loth / ſchwartzen Pfeffer vier loth / Entian ein loth / Solche ſtuͤck ſoll man all⸗ zumal klein zuſtoſſen / zuhauff vermiſchen / vñ das Roſſß an dem gantzen Leib mit ſchmieren. | Es vertreibet auchnachfolgender Tranck einem Roſſz das Fieber / vnd das Krimmen im Leib / vnd erquicketdie jenigen / welche ſehr mager find/ond wirdt alſo bereyt. Rec. Der kleinen ſtůcklein von Weyrauch / vnd derſelben Rinden / welche ſich auff dem Weg vnter einander vermiſchet haben / vier lot / Weyrauch dreytzehen loth / Violenwurtzel ein halbes Pfundt / Dfeffer/ Lor⸗ bern / Eppichſamen / jegkliches zwey loth / Dieſe ſoll man alle klein zuſtoſſen / vnd vnder Wein oder Moſt vermiſchen welcher das halbe theil hat eingeſot⸗ ten / vnd dem Roſß in den Halß gieſſen. Item / es pflegen auch etliche diſen Tranck den Roſſen einzugeben / wel⸗ cher alſo zugerichtet wirdt. Rec, Eſelmilch ein Pfundt / Baumoͤle vier lot / Saffran ein Scrupel oder drittheil eines quintleins / Nyrrhen zwen Scru⸗ pel / Eppichſamẽ zwey quintlein / oder cin halb loth / Solche ſol man alle klein ſtoſſen / vnd vnder die Yeilch vnnd das oͤl vermiſchen / Vnnd im Sommer ſoll man jhnen newgewaͤſchene Gerſtenſath / mit kaltem Waſſer beſprenget / vnd im Winter Weitzenſath / zu eſſen geben/ oder derſelben Meel / mit Waſſer ver menget / in Halß gieſſen. | | Wannaberdas Fieber nicht nachlaſſen will / vnd der Leib und Senden fehr außgeſpant ſein / ſo iſt von noͤten / das man eine ſehr hitzige Artzney / wel⸗ che gleich wie das Feuwer brennet / brauche / vnd alſo die Chur vollbringe. Deßgleichen pfleget man das Fieber zuvertreiben / durch diſen Tranck. Rec. Geißmilch ein halb pfundt / Krafftmeel / ſo viel deſſelben genug iſt / das weiſſe von vier Eyern / Baumoͤl zwey lot / vnd vermiſch dazu des Saffts tag vnd nacht / ſo viel deſſelben gnug iſt ond geuß es dem Roſß in den Halß. Es kan auch durch dieſes vngendt / cin Sieber vertrieben werden. Rec. Roſen / alt Baumoͤl / jegkliches ein Pfundt / Weineſſig / oͤl von der Bluͤe der Reinweiden / jegklichs — RL EB En ale Nuͤß / je⸗ des ein halb pfund / Krauſemuͤntz / Weinrauten / ſo viel dich deucht gnug ſein / ſolche ſoll man alle klein zuſtoſſen / vnnd zu hauff vermiſchen / vnd ein vngendt darauß machen / vnd das Roſſz darmit ſchmieren. | ; Einander Trand / welchenmanden Roſſen ſoll eingeben’ baldenach dem Aderlaſſen. Rec, Entianeinbalb Pfundt / Ofterlucen acht loth / Hiſ⸗ ſop Feigen / Wermuth / jegkliches vier loth / Eppichſamen ein halb Pfundt / Weinrauten ein Handt voll / geuß Waſſer daran / vnd koch ſolche ME ——— | | — — einem Ton Artzeney | in einem jrrden Topff / biß zwen theileinfieden/ nd das dritte theil vberhleibt / oder wann die Bruͤhe anfenget braun oder ſchwertzlicht zu werden / ſo haben fie gnug geſotten / vñ ſolcher Bruͤhe ſol man dem Roſſz auff einmahl fuͤnffmal fünffgeben vntzen / oder dreyſſig lot / durch einen Trechter einfloͤſſen. 22 Item / es ſeindt etliche / welche den Safft auß dem Bockshorn oder Foenogreco/ durch ein reyn Thuͤchlein gepreſſet / mit Eppich / Weinrauten / Steinklee / vñ Hiſſop / jeglliches eine Handtvoll zuhauff vermiſchet / in Waſ⸗ fer ſieden / vnd gieſſen alsdann dieſelbige Bruͤhe den Roſſen durch ein Trech⸗ ter oder Horn in den Halß. | | RE Vber dieſe alle/ vertreibet auch diefe Artzeney das Fieber / vnd erquicket darneben die Roſſz / welche von muͤdigkeit wegen ſehr math worden / vnd wird alſo gemacht: Rec. Opopanacis zwey loth / Loroͤl / vnd oͤl von der Violwur⸗ tzel / welches man in der Apotecken / Olium Irinum neñet / Bibergeil on Hiſſop / jegkliches acht loth / nguenti Gleucini neun loth / Wermuth ein halb pfundt / dieſe ſol man alle wol zuſtoſſen / vntereinander miſchen / vnd ein Salb darauß machen / vnd das Roſſz damit ſchmieren. | Br 0 Gleiche Erafft und wirckung hat auch diefe Artzeney / welche manalfo zurichtet. Rec. Gartheilsfelbwachfenden Salniter / des zuhauff verſam⸗ leten vnnd trucknen Meerſchaums / welche die Griechen Adarcen heiſſen / fri⸗ ſche Lorbern / jegkliches vier loth / Solche ſoll man alle zuhauff vermiſchen / vnd das Roſſz darmit ſchmieren. a Von der Kelſucht / vnd andern gebrechen / welche auß Ey⸗ terichten / faulen vñ ſtinckenden feuchtigkeiten / jr ankunfft haben / vnd ſich erſtlich im Haupt verſamlen / hernach entweder zur | Hafen herauf flieſſen / oderauff die Bruſt / oderindiesufe ſerſte glieder fallen dieſelben ſchwaͤchen / math vnd lahm machen / vñ durch nach folgende Zeichen er⸗ | kañt werden. * Ar den Naßloͤchern fleuſſet jhnen / dicker / gelber / ſiinckender vnnd fauler Eyter. | u Das Hauptift ihnen ſchwer / Rafteln und Keichen / vnd nemmen am gantzen Leib ab vnd verdorren / vnd haben ein abſcheuw vor aller Speiß. Sie heben bald dieſen / bald einen andern Fuß auff / vnd ſtehen nur auff drey Beynen / vnd hincken / vnd in welches Glied jnen der Fluß / oder die Ey⸗ terichten boͤſen feuchtigkeiten fallen / allda fülen fie ſchmertzen vnd wehtagen / vnd vberkommen auch offtmals / allda ein Apoſtem oder offenen Schaden. Dieſer gebrechen hat fuͤrnemlich feinen vrſprung daher / daß die Roſſz nicht an der Leber Blaſen haben / wie andere Thier / darein ſich dann die vber⸗ fluͤſſige Galle koͤndte verſamlen / Sonder es iſt an ſtat der Blaſen / nur ein luckerer Nerue verhanden / inn welchen ſich dann Die jeßtgedachte I | | alt der Pferdt. cvi Galloder Sholerifchen feuchtigkeiten begeben/ von danmen fie fich under das Blut vermiſchẽ/ welches inden Pulßadern verhanden / die an dem Ruͤckgrad erſcheinen / vnd flieſſen alſo in den Ruͤckgrad / vnd ſteigen in das Gehirn / wel⸗ ches von dem Marck im Ruͤckgrad ſeine Nahrung empfehet / vnd vervnrey⸗ nigen oder verlegen daſſelbe / darumb wehtagen vnd beſchwerung im Haupt / vnd auff der Zungen erfolget. | 2 Imanfang ſoll man dem Roſſz zur Ader laſſen / Wann aber der gebre⸗ then vber handt genommen / vnd die lenge verzogen hat / ſo ſol man fein Blut hinweg laſſen. Dann dardurch wurden des Roſſes krefft / nur deſto mehr ges ſchwaͤchet / vnd daſſelb in die euſſerſte gefahr gebracht. Gleicher geſtalt ſol man auch im anfang dieſer Kranckheit / ehe dañ die⸗ REDE SE DI ApBiyerprüsen oder blaſen. Eye aber vielgedachter gebrechen allzu ſehr vberhandt genommen fo ift wenig Hoffnung der geſundtheit verhanden / und magDdiefelbige wol vn⸗ ter die jenigenrechnen/daran man pfleget zuverzagen. Es iſt auch das wol zu wiſſen / daß cin Roſſz dieſe Kranckheit bald vnd leicht vberwindet. Aber die MRauleſel werden von derſelben nicht bald entledi⸗ get / Dañ weil ſolche von zweyerley Thieren gezeuget / vnd alſo ein vermiſchte Eygenſchafft vnd Natur vberkommen / So werden auch dieſelben viel heffti⸗ ger vnd ſehrer / mit denen vnd andern gebrechen angefochten / welche die euſſer⸗ ſte Glieder verletzen / lahm vñ math machen / vnd koͤnnen auch in jnen ſchwer⸗ licher/alsinandern vertriben werden, ; Von der Ehur der Kelſucht. Soolchem gebꝛechen fan man raht ſchaffen durch Aderlaſſen / ſonderlich ſo man die Adern ſchleget / welche an der Stirnen / auff der Bruſt / vnnd an dem menhhenen vnnd ſoll als dann das Thier mit mancherley Futter erquicken. | Man ſoll auch dem Roſſz / nachfolgende Artzeney inn die Naßloͤcher fprüßen/welche zugericht wirde von Wermuth / Harftrang/ vnd dem Kraut Zaufendt gülden / oder Fieberkraut / in Wein gefotten/ Dann eine bitterkeit vertreibet alſo die andere / vnnd dieſe ond dergleichen Artzeneyen Haben onfere Vorfahren erfunden / welche aber hernach folgen / die haben wir ſelbſt kraͤfftig erfunden / vnd zum offternmahl bewert / als nemlich. Rec, Der Kernen auß den Kolocinthaͤpffeln zwoͤlff loth / zuſtoß dieſelb / vnd vermiſche darzu ein Noͤſel guten weiſſen wolriechenden Wein / vnnd ſeyhe es durch ein Thuch / vnd ſpruͤtze es in das rechte Naßloch. Item / wir brauchen auch bißweilen das geroͤſte Marck / welchs | Di 010% Shäisnn — Colotintaͤpffeln vorhanden. Es iſt auch ſehr nuͤtzlich vnd bequeme / daß man neme ein halb pfundt der Wurtzel von wilden Kuͤrbſen / vnd zuſtoſſe dieſelben klein / vnd vermenge darzu ein Noͤſel Waſſer und wann ſie ein Nacht alſo ge⸗ weicht haben / ſo follmandie Bruͤhe / durch ein Thuch ſeyhen / vnnd Die Krafft wol außdrucken / darnach ſol man darzu thun / Salniter drey quintlein / vnnd ſol dem Roſſz die Zung ergreiffen / vnd herauß ziehen / vnd ſiben Tag nach ein⸗ ander ein wenig darvon ins MRaulthun / vnnd das andere theil / mit Waſſer vermenget / zu ſauffen geben. —5 Von den mancherley bnterſcheiden der Kelſucht / vnd an⸗ dern gebrechen / ſo auß Eyterichtem vnflat ent⸗ | N ſpringen / vnd Malidæ heiflen. Er Kelſucht vnd anderer obgedachten gebrechen / welche die Griechen mit einem wort / Malidas nennen / ſeindt viererley Geſchlecht / Dann etliche ſeindt truckner / etliche feuchter Natur / etliche verletzen die Gelenck / etli⸗ che ſtecken zwiſchen Fell vñ Fleiſch / vnd vnter denen ſind etliche / die ſich leicht⸗ lich / etliche ſchwerlich / etliche gar nicht / vertreiben oder Curiren laſſen. Die feuchte Kelſucht / wirdt durch gebuͤrliche mittel vnd Artzeneyen nit ſchwerlich / ſonder leicht vertrieben / vnd durch dieſe zeichen erkandt. Auß den Naßloͤchern fleuſſet ein duͤnne feuchtigkeit / welche dem Waſ⸗ ſer faſt gleich ſihet. | Diejenigen aber/ welche zwiſchen Fell vnnd Fleiſch ſtecket / vervrſachet gemeinigklich die Kretzoder Reud / vnd kan auch wol Curirt werden. | Die truckene aber / in welchernichts zu der Naſen herauß fleußt/ kan gar nicht durch Artzeney Curirt werden. Vnnd obgleich ein Roſſßz wol jſſet vnd trincket / ſo nimpt es doch gleich wol ſehr an dem Leibab / vnd verdorret / denn es kan das Futter nicht wol ver⸗ daͤuwen. | | Die Naßloͤcher ſtehen offen/gleich ale weren fie außgeſpannet. Der Athem ſtincket / vnd £önnendenfelben ſchwerlich zu fich ziehen, fie wenden ſich dann zu einem fortel. | Die Lendendonen inen/ond find fehr auffgeblafen twieein Bauen. Vnd die Haut am Rücken wirdtinen alfo hart / gleich wie Schwielen. Manfollauchinder jetzt gedachter trucknen beſchwerung / fich keiner⸗ 5 in fuͤrzunemmen vnterſtehen / weil das Roſß in fürken daran zu ſter⸗ en pfleget. Es kan keiner die trucken Kelſucht vnd andere gebrechen / Curiren / vnd vertreiben / von wegen der vrſachen / daß die Lung auff der rechten ſeyten zu⸗ ſpringet vnd zureiſſet / vnd alſo ein hitziges Geſchwer vnd ſtechen in der ſeyten folget. Doch — — der Pferdt. cv Dooch hilfft bißweilen infolchen gebrechen wann jemandt vermercket / daßein Roſſ mit der Kelſucht behafft / vnnd darneben ſehr huſtet / dieſe nach⸗ folgende Artzenh. art BR ZEN ABB: Bonder ghur ni der Epterichen N: 2 Kelſucht. | Rec. Weeyrauch / vnd deſſelben kleine ſtuͤcklein / welche fich mit der Rinden auff dem weg zuhauff vermiſchet haben / Mannathuris genandt / jegkliches ein halb quintlein / zutreib ſolche in einem halben Noͤſel Wein / vnd ſprůtz es in das lincke Naßloch. Item / es dienet in ſolchem fall auch gar wol / daß mandem Roſß klein zuſchmittenen Koͤl / vnter Gerſten vermiſche / vnd fürlege, Deßßgleichen haben auch vnſere Vorfahrn / nuͤtzlich in dieſen gebrechen befunden / den Rauch von dem Kraut Toften oder Wolgemut / auff gluͤende Kolen geleget / und mit ſolchem Rauch / pflegen ſie nicht allein die Roſſz / ſon⸗ der auch alle andere Thier / welche gantze Klauen haben / zu raͤuchern / vnd be⸗ decken alſo denſelben erſtlich das Haupt / damit ſie den rauch deſto baß / durch die Naßloͤcher moͤgen zu ſich ziehen / vnd thun daſſelb drey tag nach einander / vnd nach ſolcher zeit / befehlen ſie / daß man ein gute zeit / damit ſoll anhalten / vnd das Roflz alleweg vber den andern tag / alſo raͤuchern. Item / Rec. Saffran / Zimetrinden / Myrrhen / jegklichs ein quintlein / klein zu Puluer geſtoſſen / Item / Lorbern / vnnd Eppichſamen / alles zu hauff vermiſchet / mit einem halben Noͤſel Wein / vnd halb ſo viel Honig / vnd ſol ſol⸗ che auch in das lincke Naßloch ſpruͤtzen oder gieſſen. Item / man pfleget auch offtmals / die geſottene Bruͤhe / von einem feiß⸗ ten Schweinen Schinckẽ / mit welchem die Fuͤß zugleich geſotten / vngefaͤhr⸗ lich ein Noͤſel mit Honig / vnd das weiß von etlichen Eyern / zuvermengen / vñ dem Roſß in den Halß / vnd in das lincke Naßloch zu gieſſen. Deßgleichen pflegen auch etliche Roßaͤrtzt / damit die Lufferör iind ge⸗ macht/ Wegtrit oder Weggraß / in eim Moͤrſer zuſtoſſen / vñ eingut halb Noͤ⸗ ſel oder ein pfundt Wein / daran zu gieſſen / vnd in die Naßloͤcher zu ſchuͤtten. Da man etwas krefftigers brauchen vnnd probiren will / So ſoll man nemmen der wurtzel von Oſterlucey / vñ daran gieſſen ſechs ungen guten wol⸗ riechenden Wein / vnd in die Naßloͤcher thun. Oder ſoll nemmen der wurtzel / von Erdſcheiben oder Schweinsbrodt / ein loth / vnd ſol darzu thun ſechs ungen Wein / vnd alſo dem Roſſz eingieſſen / vnd hernach an die Weyd ſpannen. | Oder Rec. Drey Eyer / vnd blaß die inwendige feuchtigkeit herauß in cin Gefeß / thu darnach darzu zwo Eyerſchalen voll Honig / vnnd ein Eyerſchal voll geſaltzener Fiſchlacken / vnnd vermiſche ſolche wol vnter einander / vnnd thue darzu fuͤnffthalb vntz alt Baumoͤle / oder das oͤle von den Beynhoͤltz⸗ lein / Oleum Cyprinü, oder von der Violwurtzel / Oleum lrinum genañt / Item / — d ij Anders J Von Artzeney anderthalb lot geſtoſſen Pfeffer / und gleich fo viel Kellershalß wurtzel. Sol⸗ che ſoll man alle zu hauff vermenget dem Roſſz in den Halß / vnd indie Naß⸗ loͤcher gieſſen / vnd das Haupt ein halbe ſtund ziemlich wol in die hoͤhe binden / darnach vmbtreiben oder reytten / biß es ſich wol erwaͤrme / vnd wann ſolches geſchehen /ſoll man es mit der Halffter alſo binden / daß das Haupt vnterſich hanget / vnd der vnflat deſto baß von jm ſchieſſen moͤcht. * Wann man nun ſolches dreytag nach einander gethan hat / vnd ferner feine feuchtigkeit oder vnflat herauß lauffet / So ſoll man folgende Artzeney brauchen. Niun, jan Rec, Sefoffnend wol durchgeſibten Encian ein halb loth / vnnd gleich ſo viel Oſterlucia / Honigwaſſer cin Noͤſel / vermiſche ſolche alle vnter einander / vnd geuſſe ſie dem Roſſz aſo lang ein / biß es ſein vollkoͤmliche geſundtheit er lange. Vnd dieſes ſey gnug geſagt / von der feuchten Kelſucht / welcher vnflat nicht vbel ſtincket. Kran ge Arena Nimb ſchwartzen Kuͤmmel / vngefaͤhrlich zwey loth / vnd zuſtoſſe denſel⸗ ben gar klein / vnd geuß daran ſechs vntzen Wein / vnd gleich ſo viel Baumoͤl / vnd vermiſche auch ſo viel Waſſer darzu / vnd geuß ſolches / drey tag nach ein⸗ ander / durch ein Trechter dem Roſß in den Halß. for er Wann aberder gebrechen in die Gelenck fellet ori dieſelben verletzet / ſol man ſolche / ohn allen verzug / mit einem gluͤenden Eyſen brennen. Rec. Oſterlucey ein Pfundt / Feigen ein Meßlein voll / darein wo Kannen gehen / Maioran ſechs loth / zuſtoß ſolche alle ſampt / vnnd laß ſie ein gantze nacht / ſenfftiglich bey einem linden Kolfeuwer ſieden / end thue hernach zu ei⸗ nem jeden Noͤſel ſolcher abgeſeigten Bruͤhe / fuͤnff vntzen Honig / vñ geuß daſ⸗ ſelb dem Roſſz in den Half. | | she m Nimb einen lebendigen Grocodill / onnd auch einen Froſch auß einem Sumpff / geuß daran Baumöl/ vnnd laß fie alfo lange inn einem Topff ſie⸗ den / biß das Fleiſch von den Beynen herab fellet / vnnd die Krafft darvon inn un ſeyhe das oͤl durch ein Thuch / vnd geuß es dem Roſß indie daßloͤcher. | | Etliche nemmen auch wol gefalgene Fiſchlacken / vnd vnreiff Baumoͤl / HET ehe ſpruͤtzen es dem Roſſz in die aßloͤcher. | Nimb alt Schweinen Schmer / mit Affenmift vermiſchet / vnd gib alfo Ya als nemlich / dieſhe. ctPferde 10V Zeichen der Kefucherzwifgengelind —— Re Fleiſch. Pe a Wanm aber viel gedachter gebrechen / zwiſchen Fell vnd Fleiſch ſtecket / vnd den gantzen Rücken eingenommen hat / als Hieronymus Libycus ſchrei⸗ bet / fo fleuſſet alleweg ein ſtinckende vnnd faule Eyterichte feuchtigkeit / zuů den Naßloͤchern herauß / vnd huſten darneben / vnd werden duͤrre vnd mager / vnd in welches Glied ſolche boͤſe feuchten fallen / allda entſpringet ein Apoſtem / Beul / oder vnnatuͤrliche geſchwulſt / vnd wann dieſelbig auffbricht / fo lauffet Eyter herauß. Derhalben ſoll man ſolchen Futter gnug / fo viel ſie freſſen moͤ⸗ gen / fuͤrlegen / vnd den außgepreßten Safft / von geſottener Gerſten / in wel cher darneben Habern geſotten / oder die Bruͤhe / in welcher die hindern viertel von einem geſtraͤufften Hund / oder eine Henne / geſotten iſt / zutrincken geben / Vnd als dann wol mit warmen Waſſer waͤſchen. | Zeichen der Kelſucht / welche die Glenck au verlegt, Wannabervielgedachtergebrechen/dic Gelenck verletzet / dieſelbige math vnnd lahm machet / So fleuſſet ein roͤtlichte / dicke / Eyterichte feuchtig⸗ — Me ẽ ” z x keit zuden Naßloͤchern herauß / vnd der Kopff iſt jnen ſchwer nommen abam gantzen Leib / vnd koͤnnen nicht freſſen / vnnd hincken jetzt an dieſem / bald an ei⸗ nem andern Fuß / Vnndes pflegen offtmahls auch die beſchedigten Glieder / darein die boͤſen feuchten fallen / auch zu brechen / vñ offene Schaͤden zubekom⸗ men / vnd weiter vmb ſich zu freſſen / ſonderlich weñ Die ſchaͤdliche feuchtigkeit / Die fich in die Glenck geſetzt / ſehr ſcharpffiſt. Dañ die Roſſz haben an der Leber keine Blaß / darein ſich die vberfluͤſ⸗ ſige Galle / vnd Choleriſchen feuchtigkeiten verſamlen koͤñen / Vnd iſt anders ſelbẽ ſtat nur ein Luckers Glied verhanden / darein bemeldte feuchtigkeit / doch vnwerdaͤuwet / ſich begibet / vnd hernach vnder das Blut vermiſchet / vnd alſo von den Pulßadern / welche in den Ruͤckgrad gehen / in das Narck des Ruͤck⸗ grads geführe wirdt / vñ endtlich auch von dannen in das Gehirn ſteiget / vñ nicht allein das Haupt / ſonder auch die Zung beſchweret vnd verletzet. Derwegen iſt von noͤhten / daß man denſelbigen baldt zu huͤlff komme / durch Aderlaſſen / der Adern / welche an der Stirn / auff der Bruſt / vnnd bey dem Glenck vnter dem Knie / erſcheinen / Vnnd ſoll auß denſelben ziemlich viel Blut herauß laſſen / vnd das Roſſz hernach mit mancherley Futter zum eſſen anreytzen / vnd einen Wein / darinnen das Kraut Tauſendtguͤlden / oder Fie⸗ berkraut / Wermut vnd Haarſtrang geſotten / in die Naßloͤcher gieſſen. Wann aber ſolche Artzeney wenig wircket / ſo folman andere brauchen / Res Re, Gbcdoͤrꝛte Körneraußden Colocinthaͤpffeln / ſechs Vntzen / vñ ver⸗ miſche darzu guten wolriechenden Wein / vngefaͤhrlich ein Noͤſel / vnnd preſſe * Safft wol durch ein Thuch / vnd ſpruͤtze ſolches dem Roſſz in das rechte Naßloch 9 — | i Man kan auch an ſtat dern Kern / das Marck von Colocinthaͤpffeln / welche noch rohe / vnd nicht bey dem Feuwer ſind gederret worden / brauchen / Oder an derſelben ſtatt / der Wurtzel von wilden Kuͤrbſen / klein geſtoſſen / ein halb Pfundt in einem Noͤſel Waſſer / ein Nacht weichen laſſen / vnd den Safft durchpreſſen / vnd darzu vermiſchen ein halb lot zuſtoſſen Salniter / vñ durch ein Thuch ſeyhen / vnd endtlich dem Roſſz die Zung herauß ziehen / vnd ſolche Bruͤhe die heifft / fiben tag nach einander / ins Naul geben / vnnd die andere helfft vnder das Waſſer vermengen / welches daſſelb trincken ſoll. — Es iſt auch das wol zu mercken / daß man dem Roſſs / baldt im anfang dieſer kranckheit / ſol zur Ader laſſen / vnd nicht hernach / wann diſe ſeuche ſehr vberhandt genom̃en hat / denn zur ſelben zeit / wuͤrd dem Roſſz durch das A⸗ derlaſſen mehr ſchaden / als nutz erfolgen / weil demſelben die Krafft zuvor ſehr entgangen / vnd durch das Aderlaſſen noch mehr geſchwecht wuͤrde. Item / nimb die Lack von dem geſaltzenen Neefifh / Thynnus ges nandt / oder anfiatdeflelbigen / andere gefalgene Fiſchlack / ungefäbrlich ein Pfundt / thu ſolche in einen neuwen Topff / ond geuß daran ein Kandel guten alten Wein / vnnd laß ſie mit einander ſieden / biß das halbe theil hat eingeſot⸗ ten / vnnd vermiſche darzu Oel / ſo viel deſſelbigen gnug iſt. Item / Oppopa⸗ nacis drey quintlein / gelben Senff vier Handt voll / vnd von ſolchen ſoll man dem Thier taͤglich zwoͤlff Vntzen / oder ein Pfundt / in den Halß gieſſen / vnnd ſoll das Viehe in dem Winter an die Lufft / vnnd indem Sommer / in einen tieffen Teich treiben / darinnen es beſchwimmen moͤchte / Vnd wann hernach die Brandtruffen abfallen / ſo foll man ein ſolches Wundtſelblein brauchen/ welches zugericht wirdt alſo. ia EineguteBrandtfalbe. Nimb Gruͤnſpan / gebrandt Kupffer / Gelb vnnd Roth Kupfferwaſſer Ertzt / Myſi vnd Chalcitis genandt / eines ſo viel als des andern / klein gepul⸗ uert / vnd vermiſche ſie alle vnder Wachs vnd oͤl / vnd mach darauß ein Sal⸗ ben / vnd ſchmier den Schaden damit. Von der Truckenen Kelſucht. Die truckene Kelſucht iſt am aller faͤhrlichſten / vnnd kan weder durch Artzeney noch andere mittel Curirt werden / dañ es fleuſſet zu den Naßloͤchern nichts herauß / vnnd das Haupt wirdt ſehr geſchwaͤcht / vnnd ob Sn das | Roſſz wol — — — — — — * ; der Pferde. CIX Roſſz wol friſſet / ſo nimpt esdoch an dem ganken Leib ab/ und verdorret / vnd die Lendenbauffen vnnd donen jhm / gleich als weren ſie außgeſpannet / vnnd — el bart/gleich wie Schwielen / vnnd zittert ond bebet am ganken Leib. | | Darum hat der erfahrne Roßartzt / Thebanus Eumelus / wol geſagt / daß man ſolche gar nicht Curiren kan / weil gemeinigklich denſelbigen etwas an der Lungen zureiſſet / vnd kan alſo nachfolgende Artzeney wol vnter die ob⸗ geſchriebene gerechnet werden. | ann fich jemandt befahret / daß ein Thier mit der Kelſucht / und an⸗ dern gebrechen / welche die Griechen Malides nennen, beladen ſey / vnd dane⸗ ben hefftig huſtet / So ſoll man nemmen / Weyrauch vnd derſelbẽ kleine ſtuͤck⸗ lein / weiche ſich auff dem weg mit den Rinden vermiſchet haben / Manna Thuris genennet / jegkliches ein halb quintlein / vnd ſol ſolche vnter einem hal⸗ ben Noͤſel Wein zutreiben / vnd dem Roſß in die Naßloͤcher ſpruͤtzen. Item / es werden auch denſelbigen / nuͤtzlich die ſtengel vnd bletter von Koͤl / vnter die Gerſten vermiſchet / wo ſie zuvor klein zuſchnitten ſeindt. Deßgleichen wirdt auch bequem 5 Salniter ander⸗ thalb quintlein / in einem halben Noͤſel Wein vermenget / vnnd in die Naßloͤ⸗ cher geſpruͤtzt Der Wein aber ſol zuvor warm gemacht werden. Vber das ſol man auch nicht vergeſſen / Daß man zuvor die Gerſt vnd das Heumw / ehe man daſſelb fuͤrleget / mit Salniter beſprenge. Zu dem ſoll man auch wiſſen / daß nicht allein in der feuchten Kelſucht / ſonder auch in der trucken / welche wir Aridam Malidem neñen / gar wol helf⸗ fen die Trenck / welche man den Roſſen in den Halß zu gieſſen pfleget. Es loben auch etliche / in dieſem fall gar ſehr / dieſe Artzeney / welche alſo zu gericht wirdt: Nimb weiſſe Weinbeer / vnd preß den Safft herauß / vñ ſeud jhn als lang / biß er dick wirdt wie ein Honig / vnnd vermiſche darzu ein Noͤſel Wein / vnd ein loth geſtoſſene vnnd wol durch geſibte Oſterluria / vnd ſpruͤtze ſolches / ſiben tag nach einander/indieNaßlöcher / vnnd wann fie duͤnne ſtuͤl darvon bekommen / ſo fuͤhre ſie an die Weyde. Wañ aber der ʒeit halben / keine Weinbeer verhanden / So ſol man der obgedachten Artzeneyen eine brauchen. Man findet auch etliche, welchedie Roſſz mit Toſten oder Wolgemut raͤuchern / vnd glauben daß ſie groſſen nutz darmit ſchaffen / Sie thun aber in einen neuwen Topff / gluͤende Kolen / vnd legen zweiglein von Toſten darauff / vnd bedeckẽ dem krancken Viehe das Haupt / vnd laſſen alſo den Rauch in die Naßloͤcher gehen / vnd ſolches thun ſie allweg vber den andern tag / Vnd etli⸗ che viel ſtundt nach einander. Rec. Deß neuwlich außgepreßten Moſtes / von weiſſen Weinberen / ein Noͤſel / geſtoſſen und wol durchgeſibten Harſtrang ein loth / vnnd gleich fo viel Oſterlucey / vermiſche ſolche alle su hauff / vnd ſpruͤtze es ſiben tag nach 77— e er / in | VBon Artzeney / gi der / in das lincke Naßloch / Aber manfoldem Roß mitler weil / nicht viel/fone der gering Futter geben Dan durch ſolches / wird die truckenheit diſer kranck⸗ heit vertrieben. | | J = Rec. Salath oder Lattich Samen / Poeonien Safft / jegliches acht vntzen / Roſenoͤl ein pfundt / Saffran ein viertels pfundt / fafftvon Mahnhaͤuptlein ein vntz / der Kern von Gurcken vier loth / Wermut ſafft vier vntzen / die trucke⸗ nen ſol man klein zuſtoſſen / vnd durchſiben / vnd mit den feuchten vermiſchen / vnd in einem Bleyern Gefeß behalten. — le. Wann es aberdienotturfft erfordert / fo follman jeßtgedachter Artze⸗ ney nemmen drey quintlein’ Baumoͤl ein viertels pfundt / Honigmwaflerein Noͤſel / vnd all zu hauff vermiſchet dem Roſſß in den Halß gieſſen / vnd ſo man beſſerung fptiret fofoll man das Roſß in einflieffendefüß Waſſer / oder auf eine waͤſſerige Weyde / vnd keines wegs an ein orth / dageſaltzen oder Meer⸗ waſſer verhanden / treiben. —— ee j Sonder feuchten öndftinefenden Keſuchttt RE das Blut / oder die Pituitoſiſchen feuchtigkeiten / faul werden’ Ronnd alſo Die feuchte Kelſucht oder humidam Malidem vervrſachen / vnnd als dann die Glieder / in welchen ſich dann dieſelbigen verſamlen / ver⸗ brennen / vnnd verletzen / fo lauffet ein Eyterichter Vnflat herauſſer / welcher ſehr vbelſtincket / ond ob wol ſolche Seuch ſchwerlich Fan Curirt vnd vertrie⸗ ben werden / Jedoch ſol man daran nicht verzagen / dann man kan denſelbigen noch wolraht ſchaffen. | Darumb ſoll man nemmen zwo Kandel Honigwaſſer / onnd darunter vermiſchen ſechs ungen Baumoͤl / vnd drey tag nach einander dem Roſſß eins gieſſen. | Beh Daaberderonflaeleichtlich zuder Naſen berauß fleuſſet / So ſol man die Bletter vnd Stengel von Koͤl vnd Bappeln / welche zuvor gekocht ſeindt / in einem Moͤrßner gar wol zuſtoſſen / vnnd darzu thun / drey Haupter von Lauch / vnd ein pfundt ale Schweinen Schmer / vnd vnter einander miſchen / vnnd als dann lenglichte ſtuͤcklein / vngefaͤhrlich fuͤnffoder ſechhs darauß ma⸗ chen / vnd die Zung herauß nemmen / vnnd in den Half ſtecken / vnnd alſo vers ſchlingen laſſen / vnd da ſolches geſchehen / fofolman im ſtarcken ſuͤſſen Wein/ mit Weinheffen vermiſchet / in den Halß gleſſen / vñ da man drey tag / mit ſol⸗ chen anhelt / So iſt die Cur recht verbracht. * Item / ſo man die Artzney Tetrapharmacon / mit altem Wein zutreibet / vnd dem Roſſz in den Halß / vnd Naßloͤcher geuſſet / So wird ein Roſſz auch widerumb zu ſeiner AN gebracht, | Wann aber nicht fan verhutet werden / daß nicht dag verlegte Glied auffbreche/ — der Pferdt. cx auffbreche / und ein fortkriechender alter vmb ſich freſſender offener Schaden darauß erfolget / So fol man jetzt gedachtes Tetrapharmacon allein mit Ho⸗ nigwaſſer brauchen. Ren: Dermwurgelvon Kellershalß/ Alantwurtzel/ Feldtkirchner Gal⸗ gandt / Opopanacis / Ingwer / Peterſilgen wurtzel / Hyſop / Gartheil / Tra⸗ acanth / Saffran / Myrrhẽ / Aloes / Schoͤnanthi / Steinklee / Berwurtzel / Muſcatenbluͤt / Cardamomlein / Oſterlucey / des Krauts Tauſendt Guͤlden / oder Fieber Kraut / eines ſo viel als des andern / zu kleinem Puluer geftoffen/ A bvnd wol durch geſiebet / vnd mit gutem reynen Honigvermifchet / vnd Küchs lein oder Trochisken darauß gemacht / derer eines vngefaͤhrlich ein loth hat / vnd ſoll alsdann ſolche an dem Schatten treugen / vnd im Winter mit altem warmen Wein / vnd im Sommer mit kaltem Wein / darzu ein Vntz Roſenoͤl x BeERU RA Dem ei eingieflen. as aber die rechte Kur belanget / iſt nüßlich / daß man nemme / duͤrre vnd zu kleinem Puluer geſtoſſene Erdſcheibẽ oder Schweinsbrot / ein quint⸗ fein’ / Opopanacis fuͤnff Gerſtenkoͤrner ſchwer / zwo Lorbern / ſolche ſoll man alle klein zuſtoſſen / mit Bein vermiſchen / vnd dem Thier eingieſſen. Man achtet auch fuͤr nuͤtzlich vnd gut / die Feylſyen von Helffenbeyn / v man dieſelb mit geroͤſtem Saltz / vnd wolriechendem Wein vermiſchet / dem oſſz in den Halß geuſet. Bequeme bnd nuͤtzliche Kuͤchlein / zubertreiben die Kelſucht / vnd zu erquicken die krafftlo⸗ fen vnd ſchwachen Roſſz. OR nachfolgende Küchlein/ vertreiben alle vnnd jedes Geſchlecht der Kelſucht / vnd erquicken darneben alle krafftloſe / vnnd ſchwache Glie⸗ der / vnd werden alſo bereht. J | Rec, Lorbern vier lothyfelbwachfenden Salniter sehen loth / vnnd gleich fo viellebendigen Schwefel/ Myrrhen ſechs loth / der außgepreßten vberblei⸗ benden Species von dem Vngento / welches die Griechen Crocomagma nen⸗ nencwelches Dioſcorides in dem erſten / vnd Paulus Aegineta indem ſiben⸗ den Buch klaͤrlich darvon ſchreibet) zwoͤlff loth / Violen wurtzel ſechs loth / vñ gleich ſo viel Eppich Samen / vnnd Oſterlucey. Solche ſoll man alle in ei⸗ nem Mörfnergar wol zu kleinem Puluer ſtoſſen / vnnd fo viel Wein daran gieſſen / biß daß ein Teig oder Brey darauß wirdt / vnd auß demſelbi⸗ gen ſoll man hernach Kuͤchlein machen / Vnd wann es die notturfft erfordert / ſo follman folcher etliche in weiſſem Wein zutreiben / vnd dem Roſß in Halß gieſſen. — eh Bon 0. ohälibend Bon Eurderjungen Füllen... Die verfihnittenen Roſſz / werden nicht leichtlich / mit oberzehlten ge ⸗ brechen / angefochten / aber die jungen Fuͤllein / wann ſie von der Weyde in die Staͤll kommen / pflegen offtmahls damit geplagt zu werden / vnnd wo ſie in Winter ſolche beſchwerung antaſtet / ſo ſterben ſie gemeinigkllihß. Darumb ſoll man fleiſſig achtung darauff haben / daß man dieſen ge⸗ brechen / baldt im anfang erkennen lerne/ ehe dann der Vnflat zur Naſen her⸗ auß zulauffen begiinnet/ Welches dann geſchehen fan fodiejungen Fuͤllein/ alſo ſehr vnnd hefftig huſten / als wann ſie ein Beyn verſchlungen / vnnd daſ⸗ ſelbige in dem Halß wer ſtecken blieben / darauß dann leichtlich iſt zu ſchlieſſen / daß ſie die Kelſucht vnd andere obgemeldte gebrechen vberkommen. Derhal⸗ ben von noͤthen / daß man jhnen durch die obgedachte mittel vnd Artzenehen / auff das foͤrderlichſt raht ſchaffe. Rs Es wirdt nachfolgender Tranck gar fuͤr gewiß / in dieſem fall / gebrau⸗ chet / wann der Herbſt ſich herzu nahet / Vnd wirdt alſo zugericht. Erg Man ſoll auß den weiſſen Weintrauben / Moſt preſſen / vngefaͤhrlich ein Noͤſel / vnd darzu vermiſchen geſtoſſene vnd wol durchgeſiebte Dfierlucon nicht gar ein loth / vnnd von ſolchen ſol man alle tag / ſiben tag nach einander / etwas in die Naßloͤcher ſpruͤtzen. re er Wann aber die gar neuwlich gebornen Füllen’ oder die henigen / wel⸗ che noch ſaugen / diſen gebrechen vberkommen / So ſoll man den Mutterpfer⸗ den / Hew vnd ſonſt mancherley Futter fuͤrgeben / Vñ vnter das trincken Sal⸗ niter vermiſchen / vnd wol laſſen durſtig werden / auch bißweilen Bletter von Koͤl fuͤrwerffen / Vnnd dieſelben / welche mit dieſer beſchwerung beladen von der andern Herde abſoͤndern / Denn es pflegetein Roſſz / ſolche von den an⸗ dern zu vberkommen / vnd alſo ein gantze Herde zuvergifften. — Cur der Kelſucht / ſo den Mauleſeln dien⸗ lich it. 4— men . DEE Sr ” Item / ein Roffz kan ehe Curirt / vnnd vondiefer Kranckheit entlediget werden / weder ein Peauleſel / von wegen der vrſach / daß derſelbige von zwey⸗ erley Thieren gezeuget / vnd alſo ein vermiſchte Natur vnnd Eygenſchafft bes kommen / denſelben kan man helffen vnd raht ſchaffen / auff dieſe weiß. Man ſoll jhnen / auff der Bruſt / die Haut vnnd Schlimen / mit einem ſcharpffen Inſtrument / auffſchneiden / vnnd in die Wunden fehßlein oder Veiſſel von Leynen Thůchern oder Henffenem Werck ſtecken / oder darein thun / ein loth weiſſe Nießwurtz / vnd als dann die Wunden wider mit Meiſ⸗ ſeln verſtopffen / vnnd zu binden / vnnd ſo lange darinnen ar 135 408 | abfals der Dferde. CXI | ar der Hand nit anruͤhren / noch das Thier in ein Waſ⸗ r treiben. | An ts 4 IVbher das iſt auch gut / daß man rohen — — anerthaL, | bes quintlein / mit einem halben Nöfellaulichtem Wein / feucht mache / vnnd in die Naßloͤcher ſpruͤtze / vnd die Gerſte vnd das Hewmit Salniter beſpren⸗ En Abſyrtus für gut an ſihet / fo foll man auch Salniter in das trin⸗ dent. u RE Won dem Auffagder Roſß. | WR fein Roſß den Außſatz habe, Erkennet man durch nachfolgende AZeichen. IE Anden Kam̃e vnter der Mehne / ſchieſſen etliche Beulen auf vnd die Adern bauſſen / vnd ſtarren gleich von vnreynem Blut / ſonderlich an der Stirne / vnnd Haupt / allda ſie etliche krumme zuͤg / vnnd erhabene Puͤtzel machen. | ie Naläche ſtehen krumb vnd offen. Auß dem Maulon Naßloͤchern laufft jnen ein Blutiger Geſt herauß. Die Lenden fallen jhnen ein / vnd ſchnauben durch die Naßloͤcher. Koͤnnen weder eſſen noch trincken / ob fie gleich groſſe luſt onnd begierde darzu haben / vnd ſie nemmen bißweilen gar wenig Futter zu ſich. | 2, Die Haut amgangen Leib zufpringet/ vnd perfchtet von einander / al⸗ ſo / daß auchdie eufferften Glieder / als dann feinddie Ohren / die Lippen / vnd Die Naßloͤcher / wundt werden / vnd von ſich ſelbſt vnter ſich hangen. Die Zung iſt inen gleich / als wer ſie geſpannet / vnd gar entzuͤndet / vnd ſehr ſcheußlich anzuſehen / wo ſie dieſelb herauß ſtecken / vñ haben luſt ohn vn⸗ terlaß zu Mickern / oder zu ſchreyen. | Item / die Beyn ſeindt jhnen geſchwollen. Strecken die Ohren in die hoͤhe. Verwandeln das Geſicht / vnnd ſehen Tyranniſch / erſchrecklich / vnd Wann nun ſolche zeichen erſcheinen / So ſol man 8 dieſelbige Roſſz / auff folgende weiß Curiren. Maan ſoll das krancke Roſſz / in einen warmen Stall thun / vnd die N⸗ Bernandem Kamme / vnd nach dreyen tagen / wo es die notturfft erfordert / a¶ den foͤdern Schenckeln / vnd ober fuͤnff tagẽ / in dem jnnerſten theil der Schen⸗ ckel / nahe bey dem Geſchefft / ſchlagen / damit auß eroͤffenung der Adern des gantzen Leibs / das vnreyne vnd vergiffte Blut / mit 0 a; ‘u’ vn # "Gr Bon Artzeney | end ob man gleich vberfluͤſſig Blut hinweg leſſet / So pflegetdoch das Roſſz in dieſer Seuch / nicht leicht math oder krafftloß zu werden ar Hernachmahls ſoll mandaffelb mit gewoͤhnlichem Sutter ſpeiſen / vnd erquicken / vñ wo es die Gerſte nicht freſſen will, fo ſolman jhnen Serfien on Bonen Neel / mit ſampt den Hülfen gemahlen / in einem falten Waſſer zu trincken vnd zu eſſen geben. ES BEINEN zrg Endlichen folmannemmen Wein Baumoͤl / Salniter / Bergwachs / oder Juͤdenleim / vnnd Rautenſamen / vntereinander ſieden / vnnd mit ſolcher Bruͤhe das krancke Roſſz am gantzen Leib / alſo lang reiben vnd waͤſchen / biß man von muͤdigkeit wegen muß auffhoͤren. N Nan ſoll auch vngelidert oderraube Fell / ingedachter Brübeneßen/ vnd darmit die Lenden / vnd vmbſtehende Glieder bedecen. Item / nimb vj. vntzen Wein / vñ ix. vntzen Baumoͤl / Gerſten / Kichern / Phaſiolen / oder ſprenglichte Bonen / jeglicher anderthalb pfund / geuß daran Waſſer / vnd ſeud ſolche alſo lange / biß daß zwey theil haben eingeſotten / vnd das dritte theil vberbleibe / vnd mit ſolcher Bruͤhe reibe vnd waͤſche das gantze Roſſz / vnd brauch darnebendiefenfolgendenXrand, Rec. ¶ Alten Wein ein halb Noͤſel / Weyrauch / Angelica / jegkliches vier lot / Boͤcken Vnſchlet ij. lot / Solche vermiſche alle zuhauff / vnd thue darzu Honig Waſſer ein halb Noͤſel ond gib es dem Roſß drey tag nach einander zu ſauf⸗ fen / vnd den vierdten tag / vermiſche vnd zutreibe ein vntz / oder zwey lot / Teuf⸗ fels Koth / in Wein vnd Baumoͤl / vñ geuß ſolchs dem Roſſz / etliche tag nach einander / in den Halß. — Deßgleichen wirdt auch in ſolchem fall gar nuͤtzlich gebrauchet / dieſe Artzeney / welche man alſo zurichtet. J Rec, Galniter zwey lot / Bibergeil / Lorbern / Rhepontica ſegklichs iiij . lot / Rauten fuͤnff loth / zuſtoſſe ſolche alte klein / vñ raͤde das Puluer durch ein haͤ⸗ rin Sieb / vnd vermiſche darzu zwo vntzen Wein / oder gieich etwas mehr / vñ ein loth Baumoͤl / vnnd geuß es dem Roſſz mit einem Trechter in den Halß / oe fotche Artzeney folman täglich braucht, biß ſo lang das Roſſz wider ges undt wirdt. | ErimlR Man ſol auch daſſelbige / allezeit wol mit Kotzen zudecken / damit es de⸗ ſto ehe moͤchte ſchwitzen / Dann dieſe Seuch / wirdt am beſten durch die werm oder hitz / hinweg gebracht vnd vertriebeen. — Gleicher geſtalt / Kan man auch die folgende Artzeney zurichtẽ / daß ein duͤnnes Saͤlblein / oder Vngent / darauß werde / vnd brauchen. Rec. Gbed oͤrrte oder truckene Gurcken / Cypreß Nuͤß / ein jegklliches vmb die vier pfundt / Hartz / Wermut / jegkliches ein pfundt / zuſtoſſe die duͤrren vnd — ra vermifche fie unter das zulaſſene Hartz / vnd mache ein Salbe rauß. | in Item / man ſoll auch dem krancken Roſſe bequeme Trenck Rn wu | welche + ae der Pferde. CR welche in dieſen gebrechen am nuͤtzlichſten ſein / oder auch diß Puluer / welches das nechſt hernach verzeichnet iſt / vnd wegen des / daß es auß fünffftürken gemacht / Diapente heiſſet / vnd dergleichen / eingeben. WVon der Feyfel/Peſtilentz / vnd andern anfelli· gen Seuchen der Roſſz. Ir muͤſſen auch allhie / etliche NPittel vnd Artzeneyen ſagen/ durch welche man die Feyfel / Peſtilentz / vnnd andere anfellige Seuchen / = koͤndte vnd möchte vertreiben. R Kg Es bekommen aber die Roffs/ fuͤrnemlich die Feyfel vnnd Peſtilentz / wann ſie zu ſehr / entweder in groſſer hitz oder kelt / vbermuͤhet oder obertricben werden / vnd ſonderlich / wann ſie zuvor wenig oder gar nichts freſſen / vnd gar nicht Geſtallet haben / oder wo dieſelb lang geſtanden / vnd ploͤtzlichen vnd all zu ſehr gerandt oder vberritten werden / oder woman ſolche bald / nach groſſer bemuͤhung / vnd außgebrochenem Schweiß / fauffen läßt, E Es ſeindt aber auch / von vnſern Vorfahren, vielond mancherley gute Artzeneyen erfunden/welche wiverdiefe Seuch offt und viel gebraucht / vñ be⸗ wert worden / vñ ſonderlich wird gar hoch gelobet / das folgende Puluer / wel⸗ ches auß fuͤnff ſtucken gemacht / vnd derhalb auff Griechiſch Diapente heiſſet / vnd wirdt alſo bereyt. | | Rec. Entian / Oſterlucey / Lorbern / Myrrhen / vnd Fehlſpen von Helffen⸗ beyn / ſolche ſoll man / eines ſo viel als des andern / klein zuſtoſſen / vnnd durch ein Sieb raͤden / vnnd ein Puluer darauß machen / vnnd wann einem Roſß / oder andern Viehe / Die Feyfel / oder Peſtilentz anſtoͤſſet / So ſoll man ſolches Puluer ein * loth / mit Wein vermiſcht / taͤglich in Halß gieſſen / biß ſo lang es wider geſundt wirdt. | Deßgleichen wirdt auch diefe Artzney für gantz Eräfftig gebalten/ wel» che man alſo zurichtet. Äh Rec. Der wurtzel von wilden Kuͤrbſen / Kreiden / vnd Salniter / jegliches ein halb pfundt / zuſtoß ſolche alle klein / vnnd vermiſch darzu / dritthalbe Kannen Wein / vnd geuß ſolches dem Thier fuͤnff tag nach einander in den Halß. Item / es iſt auch gar gut / daß man ein wenig Puluer von geſtoſſener wilden Kuͤrbswurtzel / in das Waſſer thue / welches das Thier / ſo mit der Des ſtilentz beladen / ſauffen ſoll. | FÜR Wann aber die Roſſz / oder ander Viehe häuffig kranck werden / So ſol man nemmen Seuenbaum ein halb pfundt / Erdtreiche oder Gamenderlein / vnd Oſterlutey / jegkliches ſechs loth / des krauts Tauſentguͤlden oder Fieber⸗ kraut vier lot / zuſtoß ſolche gar klein / vñ ruͤhre fie wol durch ein Haͤrin ao | | | vnd mac — Von Artzeney / — vnd mach ein Puluer darauß / vnd wann es die noth erfordert / ſo nimb deſſel⸗ bigen ein halb loth / vnd vermiſche es mit einem Noͤſel Wein / vnd geuß ſolches dem Thier in den Half. — Er Item / nimb Attichwurtzel / und Neſſelwurtzel / eins ſo viel / als des an⸗ dern / zuſtoß ſolche wol / vnd raͤde das Puluer durch ein Sieb / vnd thue darzu durchgeſeyhete geſaltzene Fiſchlacken / fo viel in drey Eyerſchalen gehet / vnnd ern pi deffelbigen ein Eyerſchalen voll / auff einmahl / dem Thierin die aßloͤcher. 2; Durch diefe Artzeney / kan die Feifel vnd Peſtilentziſche Seuch wol ver⸗ trieben werden / vnd wirdt alſo bereye: Nimb einen jungen Storchen / ehe daũ er fliegen kan / vnd doch Federn hat / vnd ſtoß denſelbigẽ alſo lebendig / in einen neuwen jrrden Topff / vnd verkleib ſolchen wol mit Gips / vnd ſetze inin einen Backoffen / biß er gar wol duͤrr werd / vnd zuſtoß jn als dann in einem Moͤrß⸗ ner zu kleinem Puluer / vnd behalt daſſelbige in einem verglaßten Gefeß / vnd wann es die noth erfordert / ſo nimb ſolches Puluers ein halb loth / vnd geuß es dem Thier durch ein Trechter / mit Wein vermiſchet / in den Haͤlß / dañ ſol⸗ ches Puluer iſt vor kraͤfftig vnd gut / offt vnd viel lewert worden. Item / man ſoll auch nemmen gute vnd wolgeſaltzene Fiſchlacken / einen guten Becher voll / vnd ſoll dieſelb in die Naßloͤcher ſpruͤtzen oder gieſſen. Man ſoll ſich auch befleiſſen / daß bemeldtes kranckes Roſß / zu einem Schlaff komme / darumb zu rahten / daßman daſſelbe / in einen kuͤlen Stall thue / vnd ſolchem als dann / Coriander oder wilde Kuͤrbs Bletter / mit ſampt den Wurtzeln zuſtoſſen / vnd mit Honig vnd Wein feucht gemacht / vñ in das Maul ſtecke/ damit ſie ſolches kaͤuwen vnd freſſen / vnnd wann eg geſchehen / N man jhm bald darauff ſechs vntzen des Saffts von Lauch, inden Half gie en. Deßgleichen ſol man jhnen auch / der welſchen Wicken / Erui genandt / wo dieſelbigen zuvor wol geſtoſſen / vnd mit Wein vermiſchet ſeyn / oder Bo⸗ nen Meel / mit ſampt den Huͤlſen gemahlen / vnnd mie Wein feucht gemacht / drey tag lang zu freſſen geben. Jedochiſt bequemer vnd beſſer / daß man die Huͤlſen einen tag zuvor wol weichen laß / vnnd den andern tag wol zu ſtoſſen / mit Wein / Honig vnd Butter / anfeuchte / vnd eingebe / vnd es iſt auch zu wiſ⸗ ſen / daß der Wein in ſolchem fall / allezeit ſoll warm oder laulicht gemacht werden. Es iſt auch nuͤtzlich vnd gut / ſo man nimmet vngefaͤhrlich fuͤnffthalb fundt der Wurtzel von wilden Kuͤrbſen / vnd leſſet dieſelbige in zwo Kannen aſſer einen Tag weichen / vnd zuſtoͤſſet dieſelbige wol / vnd ſeyhet den Safft darvon durch ein Thuch / vnd vermiſchet darzu des beſten Salniters/ klein zu Puluer geſtoſſen / ſechtzehen vntzen / vnd gibt alſo ſolches / dem Roſſz ſieben tag lang / durch einen Trechter zu ſauffen. Wann aber ſolche nicht verhanden / So ſoll man entweder nur allein Salniter / der Pferdt. xt Salniter / oder der wilden Rürbswurgel geftoffen/ in Waffer mifchen/ vnnd durch ein Horn inden Halß gieffen. | | Do aber ein Peftilengifche Seuch Hefftig onter die Herde kompt / ſo ſol man denſelbẽ durch dieſe mittel raht ſchaffen / Man fol ſolchẽ anallen Schens ckeln zur Ader vnd Blut herauß laſſen / vnnd als dann die Schenckel wol mit Ther oder duͤnnem Bech ſchmieren. Item / man ſol daſſelbige Viehe / fo baldt es ſich mit fuͤrgelegtem Futter erquicket hat / fort treiben / vnd nicht laſſen ſtill ſtehen oder ligen. | Es wirdt ihnen auch nüßtich zur fpeife geben / klein gemahlen vnd wol durchgebeuttelt Gerſten Meel / ein Meßlein / darein zwo Kannen gehen / mit wilden Kuͤrbſen vermiſchet. | Etliche pflegen auch dem Viehe Blut hinweg zulaſſen / vnnd als baldt Gerſten Meel / mit Waſſer / Harm vnd Weineſſig / Kuͤhkot / Kramkuͤmmel / vnd Röttelftein/zuvermifchen/ond vmb die Gelenck zuſchlagen. Deßgleichen pflegt man auch gute Alexandriſche Kuͤrbs Kern / zu klei⸗ nem Puluer zuſtoſſen / vñ deſſelben ſechs vntzen / mit gantzem Salniter zuver⸗ miſchen / vnd dem Viehe fuͤnff tag lang indie Naſe zublaſen. Item / man ſoll ſich auch befleiſſen / je hefftiger vnd ſiercker die Peſtilen⸗ tziſche Seuch wuͤttet / daß man dieſelb deſto mehr mit guten / Erefftigenonioffe bewerten Artzeneyen / vberweltige vnd vertreibe / vnnd alſo entweder nemmen der Wurtzel des frembdẽ Krauts Panatis / darauß man das Opopanar ma⸗ chet / oder an ſtat derſelben Meiſterwurtzel / vnd der wurtzel von Wallen Dis ſteln / vnd Fenchelſamen / vñ ſol ſolche wol zuſtoſſen vnd durchſieben / Vnd als dann darzu thun Weytzen Meel / vnd heiß Waſſer / vnnd wol vnter einander geruͤhret / dem krancken Roſß / durch einen Trechter in den Halß gieſſen Oder ſol nemmen Zimetrinden / Myrrhen vnd Weyrauch / eines ſo viel als des an⸗ dern / vnd gleich ſo viel Blut von einer Schildtkroͤten / vnnd drey Noͤſel Wein darzu vermiſchen / vñ dem Roſſßz indie Naßloͤcher gieſſen oder ſpruͤtzen end fo man ſolcher Artzeney auff einmal anderthalb vntzen oder drey loth / mit Wein vermiſchet / vnd drey tag lang nach einander brauchet / ſo iſt es genug. Da auch die Peſtilentz (als Leontius ſchreibet) mit gewalt vnter die Herdt kompt / So ſoll man das Viehe als baldt / von dem orth / an ein anders vnnd ſicherers / das etwas weyt von dem erſten gelegen / treiben / vnd die Herd zutheylẽ / vñ gar wenig bey einander laſſen / vnd ſollẽ alſo fuͤrnemlich die kran⸗ cken von den geſunden abgeſoͤndert werden / damit nicht eins von dem andern vergifftet werde. Manfolauchgedachtes Viehe / an ein ſolchs ort treiben / da kein ander viehe zuvor oder nach geweydet / damit nit daſſelb auch veronreyniget werde. ann aber das Wetter vnſtet / truͤb vnd neblicht / vnd zubeſorgen / daß die Lufft moͤcht vergifft werden / vñ man doch das Viehe des orts ein zeitlang / gern ander Weyd laſſen wolt / So ſoll man ſolchen u Sa en WVon Artzeney / Au Mdan ſoll / ſonderlich im Lentzen vnnd Herbſt / in das Waſſer / welches das Viehe zu trincken pfleget / geſtoſſene Salfen vnd Andorn werffen / ſo kan dann ſolche Seuch dem Viehe nichts ſchaden / Sondern wirdt dardurch ver⸗ trieben. | J “ teem / nachfolgende Artzeney / nimpt der Deftilengifchen Seuch allen gifft vnd boßheit daß fiefermer feinen Schaden thun mag / vnnd wirdt alſo bereyt. ERDE ER Rec. Gelbe Rubenfünff vntzen / weiſſen Agaricum zehen vntzen / der frucht von dem Edelen Balſam / oder an ſtat derſelbigen Cubeben / Indianiſche Spicanard / Zeitheidt / jegkliches drey vntzen / Bethonien ein halbes pfundt / Violen wurtzel ein vntz / Sibengezeit drey vntzẽ / weiſſen Pfeffer ein vntz Satz theil zehẽ vntzẽ / Andorn / des Geſchlechts des Wermuts / darauff der Wurm⸗ ſamen wechßt / jegklliches drey vntzen / Solche ſoll man alle fleiſſig ſtoſſen / vnd durchſieben / vnd Wein daran gieſſen / vnd durch ſeyhen / vnd denſelbigen dem Viehe zu ſauffen geben. | | — Man follanden Fuͤſſen Blut herauß laſſen / vnnd als dann nemmen / der beſten Ryrrhen vier vntzen / Saffran ein halbes Pfundt / des Krauts Tauſendtguͤlden oder Fieberkraut vier Scrupel / der Indianiſchen Spica⸗ nardi ein Vntzen / weiſſen Pfeffer ſechs loth / Eppich Samen dritthalb loth / Wahnſamen / ſtopff Wachs oder Vorſtoß/mit welchem die Bienen die klun⸗ ſen in Binſtoͤcken verkleiben / jegklliches ein Vntz Honig ein Noͤſel / Salniter ſo viel dich deucht genug ſein / miſche ſolche alle klein zuſtoſſen / vnter einander / vnd mache daran Kuͤchlein / einer Haſſelnuß groß / vnnd ſolcher ſol man eines oder mehr / mit einem Noͤſel Wein zutreiben / vnd dem Viehe / welches mit die⸗ fer Seuch beladen / in den Halßgieffen. = Wann ein Roſſz / die Feifel oder die Peſtilentziſche Seuch bekommen bat + So ſoll man denſelbigen als baldt auff der Bruſt ein Ader ſchlagen / Darnach an den Schenckeln / vnnd wann es die notturfft erfordert / auch an dem Schlaff / vnnd ſolches hernach mit mancherley Futter zu eſſen anreitzen / Vnd alſo grüne Gerſtene oder Weytzene Sath / oder Kleyen / vnter ein wenig Heuw vermiſchen vnnd fuͤrgeben / Vnnd wann ſolches geſchehen ſolle / fo ſoll * Jo folgende Argeney indie Raßlöcher ſpruͤtzen / oder gieſſen / vnd wirde alſo bereyt. in . Rec. » Des Krauts Tauſentguͤlden / oder Fieberkraut / Wermut / eines ſo vil als des andern / laß ſolche wol ſieden in Wein / vnnd durchſeyhen / vnd wie ge⸗ meldet / brauchen. Da auch ein Roſſz / auff den foͤdern Fuͤſſen zucken oder hincken will / fo ſol man demſelben alsbald an dem foͤdern Schenckel / zur Ader laſſen / Woſie aber auff den hindern hincken / follman in innwendig der hindern Schenckel / nahe bey dem Geſchefft / Blut herauß laſſen. ® ann aber denfelben die Lenden einfallen / vnd die Naßloͤcher went of fen ſtehen TU ⸗ J—— der Pferdt. ex fen ſtehen / ſo ſoll man jhnen an beyden Schlaf Adern fehlagen / und als dañ einen jungen Hundt / welcher noch nicht ſieben Tag alt worden / in einem Noͤ⸗ ſel Wein / vnd eines jungen Knaben Harm / wol ſiedẽ / vnd ſolche Bruͤhe dem Röffzinden Halß gieſſen. J Es rahten auch etliche / daß man ein ſolches kranckes Thier / ſo baldt es nur anfenget zu hincken / an dem gantzen Lab / mit Bein vnnd Leynoͤle wol —— ſoll / vnd hernach dieſe Artzeney / durch einen Trechter in den Halß gieſſen. — | Rec: Bernfchmalg vier Bnben / des Krauts Tauſentguͤlden / oder Fieber⸗ kraut / vnd Steckruͤblein / jegkliches ein vntz / Quendel ein halb pfundt / Hyſop drey vntzen / Erdtreich oder Gamenderlein / Rheinblumen / Beyfuß / Siben⸗ gezeit / jegkliches ein vntz / der wurtzel von wilder Rauten / anderthalb pfundt / Hanenkamp /Bethonien / jegkliches drey vntzen / Solche ſoll man in ehr der von Wein vnd Honig bereyt iſt / ſieden. | Von den Lungenſuͤchtigen Roſſen. Nr einem Roſſz die Lung ſchadhafftig oder anbrüchig wird/ Sopfle⸗ get man ſolchen Gebrechen vnter die hhenige kranckheyten zu rechnen / welche nicht baldt vergehen / ſonder lange zeit weren / on ſolche mengelpflegen den krancken Roſſen / gemeinigklich in dem Lentzen / zu widerfahren. So oviel aber die zeichen anlanget /dardurch ſolche beſchwerung erkandt wirdt / iſt zu wiſſen / daß jnen der gantze Leib einfelt / vnd huſten / gleich als het⸗ ten ſie kleine ſpitzige Beynlein verſchlungen. | Weceerffen zehen vnd dicken Schleim herauß / vñ ſchnarchen oder raſteln / wann ſie woͤllen Athem holen. re rag Sauffen ſehr und viel auff einmahl / vnd freffen auch nichts deſto went, ger viel Futter. B—————— | Die Schenckel vnd Adern lauffen ihnen auff / vnd geſchwellen. Das Geſchefft pfleget ihnen offtmahls zu kluchzen oder puffen / oder ſonſt vnordentlich ſich zu bewegen. or | Haben ein Fieber / vnnd vnnatuͤrliche hitz an dem ganken Leib/ welche man auch mit der Handt fuͤhlet / ſo man dieſelbige nur vnter die foͤrdere Buͤg oder Huͤffe leget. | * EEE — Es gehet men auch ein Dampff vnd Praden zudem Maul vnd Naß⸗ loͤchern herauß. — Krieg“ Der Leib wirdt Ihnen von windigen Dinftenauffgeblafen, Sehen mit den Augen ſchel / oder gar tuͤckiſch. | Laſſen das gekaͤuwete Futter / offtmahls wider ne Krippe a | , Bon Artzeney / Eds iſt aber auch von noͤten / daß man ſolchen bey zeyt / vnd baldt / durch Artzenen raht ſchaffe / Dann ſo die Lung / von dem Ehter / welcher ſich allda verſamlet / voll wirdt / ſo iſt es mitinen auß / vnd muͤſſen alsbald ſterben. Nan kan jnen aber auff diſe weiß raht ſchaffen / Nim Saffran / Myr⸗ rhen / vnd der gemeinen / vnd auch der aller beſten Zimetrinden / jegkliches eins fo viel / als des andern / ſtoſſe ſie alle klein / vnd raͤde das Puluer durch einfieb/ vnd vermiſch darzu / Wein vnd Honig / vnd geuß es dem Roſß in den Halß. Oder nimb Honig / Pfeffer / Pineen Nuͤſſe / welche noch viel Hartz bey fich haben / vnd ſiede ſolche in Wein / vnd geuſſe ſie / drey tag lang dem Roſſßz in den Halß / vnd gib im darneben gnug Hew vnd Grummet zu freſſen. Man ſol auch folcht/sunechfi bey den Flachß oder Spanadern / Blut herauß laſſen / vnd hernach daſſelbige Blut nemmen / vnnd im Sommer mit Baumoͤl / vnd Weineſſig / vñ im Winter mit Wein vermiſchen / vnd den gan⸗ tzen Leib damit ſchmieren. * TRENNEN —— Item / nimb Saffran / Myrrhen / Kamelſtroh / Zimetrinden / Walls wurtzel / weiſſen Pfeffer / jegkliches ein vntz / zuſtoſſe ſolche alle klein zu Puluer / vnd vermiſche endtlich darzu / gleich fo viel der fembden Wicken Yeeel / Erui genandt / vnnd Honig ſo viel deſſelbigen genug iſt / ein Latwergen darauß zu machen / vnnd wann es die notturfft erfordert / ſo nimb ſolcher Artzeney oder Latwergen ein halb Scrupel / vnd zutreib ſie mit Waſſer / vnd fprüge dieſelbe in das Lincke Naßloch / aber gleichwol che man dieſe Artzney nuͤtzet / ſo folman das Maul wol mit Salniter / Honig / Eſſig vnd Waſſer / vnter einander vers miſchet / reiben. | | — Kec. Lorbern / Terpentin / jegklliches zivo Bonen groß / Honig vnd Eſſig ſo viel man bedarff / vnd ſol ſolche in die Naßloͤcher gieſſen. SS Rec... Deralfer firengfien vnd zuſammenziehenden Srücht von den Baͤu⸗ men / vnd koche Diefelbe in einem halben Noͤſel Wein / vnd neun vntzen Baum⸗ öl zu gleich / vnd geuß ſolche Bruͤhe dem Roſſz in den Halß. Maan ſol auch alſo die frembden Wicken /Erui genañt / vnter die Gerſt miſchen / oder ſol das Gehirn von einem Schwein / in einem halben Noͤſel Wein kochen / vnd darzu thun ſechs ungen Baumoͤl / vnd darvon / ſo vieldich deucht gnug ſein / durch ein Trechter in den Halß gieſſen. — Item / man ſoll darneben wolriechende Treuck / derer vnten im andern Buch viel beſchrieben /brauchen 7 oder friſche Eychaͤpffeln / ſo lang laſſen im Wein ſieden / biß fie wellig vnd hart werden / Vnd ſol als dann auff einmahl / derſelbigen Bruͤhe ein Noͤſel dem Roſß in den Halß gieſſen. ot Wann die kreffte noch ſtarck fein’ fofollman auch dem krancken Rofz zur Ader / vnnd Blut herauß laſſen / da aber die krefft geſchwaͤcht / ſo ſoll nan Meel vnter das trincken miſchen / vnnd darneben gut Graß zu freſſen geben / damit es ſich deſto ehe erquicken moͤge. onmne | | Da ee. der Pferde, Br CRY Daabernichts helffen wil / So ſoll man das Roſſz alſo tieff mit einem giiienden Efen brennen bi Eyter hernach folge, | oc Vnd warn es nach gebrauchter Artzney / einen blutigen vnd Eyterich⸗ ten Harm von ſich laͤſſet / ſo ſol man jm ein vntz Alaun / vnd gleich fo viel Sal⸗ niter/in Honig waſſer zu trieben/ eingieſſen / Vnnd letzlich nur allein Honig⸗ waſſer brauchen / vnd das krancke Roſſß mit gutem Heuiv füttern, Von den Roſſen / welchen etwas an der Lungen zu riſſen. par Roſſen offtmahls etwas an der Zungen zureiffet oder zu⸗ fpringet/welches man dann auch durch folgendezeichen erkennet. Der Rammonddieganke Bruſt wirdtimmager vnd duͤrr. Holet den Athem fchwerlich und raſtelt. Huſtet ohn vnterlaß. Das NMaul iſt ihm allezeit voll dickes Eyters. Vnd hincket auff den foͤrdern Schenckeln. Es wirdt auch einem ſolchen Roſſß / Das mit dieſem gebrechen beladen / langſam raht geſchaffet / vnnd ob es gleich feine geſundtheit wider erlanget / kanes doch vorthin kein ſchwere arbeyt mehr thun / noch viel weniger ſchnell vnd eylendt von ſtatten gehen. a Doch wirdedemfelbigen durch nachfolgende Artzeneyen vnd Mitteln geholffen. | | 7 | | % Nimb der frembden Wicken / Erui genandt / vnd laß ſie tag vnnd nacht in einem Waſſer weychen / vnd wann ſie wol gewaͤſchen / vnnd wider trucken worden ſeindt / ſo ſoli man gar klein Meel darauß machen / vnnd vnter guten voten wolriechenden Wein / vnnd gleich fo viel Waſſers / als des Weins iſt / vermiſchen / vnnd dem Roſſß zu ſauffen geben / Wannes aber ſolches nicht trincken will / ſoll man jhm die Zung ergreiffen / vnd herauß ziehen / vnd in denn Halßgieflen. | | | | Es ſoll auch gedachtes krancke Roſſz / nicht viel gehẽ / ſonder daheym in einem warmen Stall / wol bedeckt gehalten werden / vnd man ſol auch demſel⸗ ben / den außgepreßten ſafft / von gemalen Bonen / welche zuvor in Waſſer ge⸗ ſotten / vnd durch ein Thuch geſeyhet / lawlicht warm zu ſauffen geben. Item / es ſoll auch alles ander Getrenck / welches das Roſſz zu ſauffen pfleget/ lawlicht warm / vnd Salniter darunder vermiſchet ſeyn. | In gleichem fall aber iſt auch ſehr gut / daß man Eleine Steinlein zu pul⸗ uer ſtoſſe / vnd mit Salniter beſprenge / vnnd vnter anderem Futter zu freſſen gebe / Dann durch dieſes mittel / wirdt auch die zuriſſene oder zuſprungene Lufftroͤhr / wider geheylet vnnd zurecht gebracht / aber man muß darmit ans | | halten / — VBon Artzeney — halten / dann dieſe beſchwerung iſt langwirig / vnnd laͤſſet ſich nicht alſo baldt Luriren. RN ee Ne Man ſol auch folche gebrechhafftige Roſſz / wol mit Wein vñ Baum⸗ oͤle zu hauff vermiſchet / am gantzen Leib ſchmieren vnd reiben. Vber das / wann etwas in der Lungen zuriſſen / So iſt auch nuͤtzlich vñ gut / daß man entweder einen ſcharpffen lawlichten Weineſſig / oder eines Menſchen Harm / darinnen vier loth zulaſſen ſchmer / oder Schmaltz zutrie⸗ ben ſey / durch einen Trechter inden Halß gieſſe / vnd in ſolchem fall / iſt am be⸗ ſten / das Schmaltz von einem geſchnmittenen Schwein. | Rec, Saffran / Zimetrinden/ Indianifche Spicanard/ Myrrhen eines ſo viel / als des andern / vnd ſtoß Diefelbigen zu Eleinem Puluer / vnd vermifche darzu guten roten Wein ein halbes Noͤſel voll / vnd geuß es dem Roſſz in den alß. | EN u < — aber die jetztgedachte Artzeneyen nicht bekommen kan / fo ſoll man der frembden Wicken MNeeel / Erui genandt / mit ſo viel Wein vnd Waſ⸗ ſer / als man darzu bedarff / vermiſchen / vnd eingieſſhee. Gleicher geſtalt wirdt auch nachfolgender Tranck / nuͤtzlich gebrauchet in denen Roſſen / weichen etwas in der Lung zuriſſen / oder ſonſt in dem Leib / 9 von gar zu ſchnellem lauffen / oder ſonſt von einem ſchweren fall / zu⸗ prungen. u | x Rec. Indianiſche Spicanard / Saffaran / Myrrhen / Alantwurtzel / Ka⸗ mels Stroh / Zimetrinden / Wallenwurtzel / weiſſen Pfeffer / jegkliches eine Vntz / der frembden Wicken Meel / Erui genandt / fo vieldich deucht genug zu ſeyn / vnd vermiſche ſolche alle vnter reyn Honig / damit eine Latwerge darauß gemacht werde / vnd wañ es die notturfft erfordert / So ſol man dieſelbige mit einer feuchtigkeit zutreiben / vñ dem Roß in das lincke Naßloch gieſſen / Doch ſoll man ſolche Artzeney nicht ehe brauchen / man habe denn zuuor des Roſ⸗ ſes Maul / mit Wermut / Salniter / Eſſig vñ Waſſer zuhauff gemiſchet / wol außgewaͤſchen. WEN a hei Ä Rec. Schwefel Myrrhen / jegkliches ein halb pfundt klein zuſtoſſen / vnd thue darzu ein pfundt Wein / vñ zwo vntzen Baumoͤle / vnd ſpruͤtz es jm indie Naßlöcher/ vnd vollende die Cur ferrner / wieesfichgebüret. Wannaber das krancke Roſſß / weder durch gebuͤrliche Artzeney / noch andere mittel / ſeine geſundtheit erlanget / ſo ſo man jhm vnter der foͤdern Bis ge / ein gluͤendt Eyſen an den Leib halten / vnd mit der Handt alſo bewegen vnd fuͤhren / daß es nicht gar zu tieff hinein komme / vnnd wo als dann / auß dem Brandtſchaden / Eyter herauß lauffet / ſo ſol man denſelbigen mit Bech / Ole / vnd Wachs / zuhauff vermiſchet / heylen. * Weitter / ſo nimb ein klein juͤng Seigfercklein / vnd ſtichs ab / in gegen⸗ werts des Lungenſuͤchtigen Roſſes / vnd geuß jm alſo das Blut / weil es noch gar heiß iſt / in den Rachen. | | y | Hernach der Pferdt. Cxvi Hernach mache von Sauwerteig / mit Moſt oder Wein / welcher biß auff das drittheil hat eingeſotten / runde Kuͤglen / vnd ſtoß dieſelbe etliche tag nach einander / dem Roſſz in den Halß / biß es wider geſundt wirdt. Maan ſol auch das nicht vergeſſen / daß man allezeit / ſo offt man ſolches trencken wil / vnter das trincken vermenge/ klein ſubtiles Meel. | Etliche pflegen auch zu nemmen / Roͤmiſche oder Frantzoͤſiſche Spica⸗ nard / vnd geſchelten Knoblach / vnd das wol in einem Moͤrßner vnter einan⸗ der zuſtoſſen / vnnd alt Schweinen Schmer darzu zumiſchen / vnnd ſtůcklein darauß zu ſchneiden / vñ ſolche mit Honig / Eyerweiß / vnd Moſt oder Wein, welcher biß auff das drittheil hat eingeſotten / zuvermengen / vnnd dem Roſß drey tag lang ein zugeben. ren eiter / nimb cin halb pfundt gemablene Bonen / vnd laß dieſelbige in drey Noͤſel Wein / welcher das halbe theil hat eingeſotten / weichen / vnnd thue darzu zy. Pfefferkoͤrner / welche in einem Moͤrßner wol zuſtoſſen find, / Item / Boͤcken Vnſchlet ein pfund / vermiſche ſolche alle wol durch einander / vñ geuß es drey tag nach einander / dem Roſſz in den Halß. | Folget fersner eines ander meynung bon den Be Roſſen / welchen die Lung zureiſſet. | Won den Lungenfüchtigen Roſſen / habe ich fuͤrnemlich / bald nach dem Huſten handlen woͤllen / weil die Lung zum meiſten theil / auß vberiger bewe⸗ gung des Huſtens zureiſſen / vnnd endtlich zuſpringen pfleget / Wiewol auch ſolcher gebrechen von ſchnellem lauffen / vnd von hefftigem groſſem ſpringen / offtermahls ſeine Ankunfft hat / ſonderlich aber / wo die Roſſz mit gewalt ge⸗ zwungen werden / vber einen Wall oder groſſen Huͤbel / oder vber einen Gra⸗ ben zuſpringen / oder ſo man einem wilden Thier / ſchnell vnnd eylendt auff der Jagt nach reyttet. | 2 Zu denen / So ein Roſſßß vbermuͤhet / vnnd mit groſſem Durſt beladen vnd gehling oder ploͤtzlich zu einem Waſſer kommet / vnd mit groſſer begierde ſaͤuffet / ſo pfleget die Lung auch darvon entzwey zuſpringen / Von wegen der orſach / daß die Lung vnter allen andern Gliedern / die aller ſubtilſten haͤutlein vñ ſchliemen / vñ an jr ſelbſt auch Die aller weicheſt Subſtantz hat / vñ ohn vn⸗ terlaß voll Athem vñ Lufft ſtecket / welche ſie dem Hertzen vnauffhoͤrlich muß zublaſen / Derhalben gar bald vnd leicht / etwas an derſelben kan zureiſſen. Wann nun in der Lungen etwas alſo zureiſſet / So ſoll man ſolchen Gebrechen baldt in dem anfang mit bequemen Artzeneyen wider heylen. Da aber ſolchs nicht bald geſchicht / So pfleget darauß ein Eyterichtes geſchwuͤr zu wachſen / vnnd wann es auff bricht / die Lung mit dem Eyter zuvervnrey⸗ nigen / vnd zuverletzen / vnd ſolcher beyder Gebrechen / erfordert ein jederfeine beſondere Kur. | | it Derwe⸗ Von Artzeney Der wegen woͤllen wir allhie / derſelbigen zeichen on vnterſcheidt anzei⸗ gen / vnnd darneben vermelden / durch was mittel vnnd Artzeneyen / wir ſolche Guriret vnd vertrieben Haben. Spt 6 Es lag ein ehrlicher Kriegßmann vnter meinem Regiment / der pfleget ſeinem Roß taͤglich auff dieſe weiß Saltz einzugeben / Er fuͤllet ein holes Horn voll Saltz / vnnd ſchuͤttet ſolches dem Roſſz in den Halß / vnnd hube alſo das Haupt vberſich / damit daſſelb deſto deſſer kundt verſchlungen werden. Da aber nun ſolches Roſſz / am Leib ſehr ab nam / vnd ich darzu gefor⸗ dert warde / fraget ich erſtlich was er zuvor gebrauchet hette / vnnd wie er mit ſolches anzeiget / kundt ich leichtlich darauß ſchlieſſen / Daß er das gute Roß / allein mit dem Saltz verderbet / vnnd vervrſachet / daß es die Schwindtſucht bekommen hette. — Dann weildas Saltz ein durchdringende / vnd vmb ſich freſſende Nas tur hat / vnd von demſelbigen etwas auch in die Lung gefallen / vnnd allda ein offenen Schaden gemacht / auß welchem ſcharpffer Eyter floſſe / welcher dar⸗ neben die Heutlein / ſo die Lung vmbgeben / durchetzet / ſo muſte allda von noth wegen / die Schwindtſucht mit zuſchlagen / vnnd das Roſſz abnemmen vnnd verdorren. Demnach ich aber alle gelegenheit / vnnd die Kranckheit / neben der vr⸗ ſach / davon ſie entſprungen / eygentlich erkundet / als ſchanckt ich dem Kriegß⸗ man ein ander Roſſz / welches wol nicht als gut war / als das krancke / jedoch ſtercker vnd leibiger / vnd nam alſo das gebrechhafftige Roſſz zu mir / vnd gabe ihm bequeme vnd nuͤtzliche Artzeney / biß es gar wider geſundt ward / vnd ritte es ſelber in etlichen Schlachtẽ / Endtlich gewan der Koͤnig daſſelbig alſo lieb / daß er ſolches fuͤr ſeinen eygen Leibhengſt brauchet. | | Nun woͤllen wir gedachter zweyer gebrechen zeichen / vnnd Chur vers melden. | Ä Wann nun etwas in der Lungen zuriffenift / fo holet das Roſſz lange ei weiſet miedem Maul ſelber auff das Glied / allda der Scha⸗ en iſt. Seufftzet / vnd thut jhm gar wehe / wann es den Athem zu ſich zeucht. Foͤrcht ſich vor dem Huſten / vñ huſtet doch nichts deſto weniger / gleich als hett es ſpitzige beynlein verſchlungen. Solches ſoll man erſtlich aller Arbeyt befreyen / vnd ruhen laſſen / vnd hernach / auß den auffgelauffen Adern / welche ben dern oberſten Gelenck der Huͤffen erſcheinen / zur Ader vnd Blut herauß laſſen. Dann weil das Roſß / von wegen der zuriſſenen Lungen / mager vnd duͤrr worden / fo fan man auch ſolche Adern deſto baß ſehen. Hernach ſol man jm Ziegen Nilch / mit dem außgepreßtẽ ſafft / von ge⸗ ſottener Gerſten / ſiben tag lang in den Halß gieſſen / Jedoch wer beſſer / daß man den außgepreßten Safft / von geſottenem Habern / hierzu brauchs ann | ‘der Pferde. Cxvn Wann aber keine Ziegenoder Geißmilch vorbanden/ So ſoll man ct liche ſtuͤcklein gutes feißtes Schweinen Fleiſches / vnd Boͤcken Vnſchlet / mit pe re die Bruͤhe darvon / dem Roſſz fieben Tag lang/in den Halß gieſſen. ? Vnd indem Winter ſoll man jm vnter das u welchsmit Milch vermengt / Weytzen Meel / vnd im Sommer Gerſten Meel vermiſchen / oder Gerſten waſſer zu ſauffen geben / Dann alſo kan der ſchaden deſto ehe heylen. Wanmn aber ein Eyterichtes Geſchwuͤr in der Lungen vorhanden / So erkennet man ſolches durch folgende zeichen. Das krancke Roſſz ſeufft viel mehr als zuvor Waſſer / vnd friſſet auch mehr / als es ſonſt pfleget / Futter. Der Huſten plaget es auch ſehr. Vnd wirffet offt Eyter / offtmals auch Grindtlein oder Ruffen / welche auff dem Eyterichten ſchaden gewachſen / mit dem Speichel herauß. | m Demfelbigenfoilmandiefe Artzenen / mit einem Trechter inn den Halß gieſſen. | Rec. Des Saffts von dem Portzelkraut / mit Roſenoͤl vermiſcht / vnd thue darzu Tragacant / welcher zuvor in Nuſcateller oder anderem fühlen Wein / oder in Ziegenmilch geweichet iſt / Wann aber — vorhanden / So ſol man den Tragacant / in dem außgepreßten Safft von gekochtem Ha⸗ bern / oder Gerſten / weichen laſſen / vnd brauchen wie gemeldet. Wariaberdas Eyterichte Geſchwuͤr iſt auffgebrochen / So lauffet zu den Naßloͤchern ein ſehr ſtinckender vnnd vnflettiger Eyter herauß / welchen man als dann mit dieſer Artzeney ſol zu huͤlff kommen / vnd ſiben tag lang ein⸗ gieſſen / vnd wirdt alſo bereyt. Rec. Alantwurtz vier loch’ Zumetrind vier vntzen / ſtoß ſolche klein / vnd ſie⸗ be ſie durch ein Haͤrin Sieb / vñ thue darzu kleine Roſein / oder gedoͤrte Wein⸗ berlein / vnd ſo viel Wein als man bedarff. | Das krancke Roß ſolman aber garnit bewegen / fondernruben laſſen. Von dem gebrechen / welcher zu folgen pfleget / da ſich ein Roſſz zu ſehr im Sutter vberfriſſet/ oder im Waſſer vberſeuffet. | 8: ein Roſſz alsbald / wañ es von der Reiß kompt / vnd noch nicht recht Woerſchnaubet hat / Gerſten / welche auff Lateiniſch Hordeum heiſſet / oder auch ſonſten ander Futter zu viel friſſet / ſo kan es daſſelbige nicht recht verdaͤuwen / vnd wechſet cin boͤſe feuchtigkeit darauß / welche erſtlich den Ruͤ⸗ cken / darnach allgemach den gantzen Leib einnim̃et / vnd alle kraͤfft alſo ſchwaͤ⸗ chet / daß es weder gehen noch ſtehen / noch einiges Glied recht regen oder auß ſtrecken kan / vñ vermag daneben den Harm / one ſonderlichen —— rg ni 5 Bon Artzeney nicht von fich laſſen / vnnd wirfft fich von einer ſeyten auff die ander/ondfocg nider fellet / will es garnicht siderumb aufffichen / Sondern bleibet allezeit auff der Erdenligen. | — Era Was nu die Eurbetreffend/folman ſolchem kranckẽ Roß / benden Koͤ⸗ ten oder Feſſeln / an den foͤrdern ſchenckeln / inwendig oder außwendig / Adern ſchlagen / vñ Blut herauß laſſen / vnd wañ es wol gnug gangen iſt / ſo ſolman daſſelb wider verſtellen / vnd Die geſchlagen Ader mit einer binden feſt zubindẽ / vñ mit warmen lawlichten Waſſer vnd Eſſig / wol begieſſen vnd befeuchten. Es ſoll aber das Waſſer vnd Eſſig / auff dieſe weiß vermenget vnd zu⸗ gericht werden: Nimb Waſſer dreyfſig NRoß oder Kannen / vnd ſcharpffen Weineſſig ein Noͤſel / vnd netz alddann ein Schwammen darein / vnd waſch damit auff beyden ſeyten die Schenckel / von oben an vnter ſich / damit die boͤ⸗ ſen feuchten / deſto ehe in dieſelb fallen moͤgen / vnnd den andern Tag hernach / iaß hm auff den hindern Schenckeln / vnd an bemeldtem ort / wie gedacht / A⸗ dern ſchlagen / vnd Blut herauß lauffen / vnd befeuchte ſolche gleicher geſtalt / als wir von den foͤrdern zuthun befohlen haben. Wan ſol auch ſolchem krancken Roſſz / vor dem viertzehenden tag / keine Gerſte zu freſſen geben / Sonder da Graß vorhanden / ſo ſol man jhm daſſelb fuͤrlegen / vnnd zwingen / daß es täglich ein wenig fort gehe / vnnd fo es an die Soñe gebracht / ſo ſoll man daſſelb vberall mit Eſſig vñ Baumoͤl wol ſchmie⸗ ren / damit die Haut etwas luckerer werde / aber man ſoll keines wegs Wein, darzu vermiſchen / vnd ſol es mit der Halffter in die hoͤhe bindẽ / biß es wol wi⸗ der trucken werde / vnnd ſol es auch den Haren nach / wol vnterwarts reiben / dann man helt darfuͤr / daß ſich dieſe beſchwerung zun Fuͤſſen hinauß begebez. Darumb gehen auch den Roſſendie Huͤffeab. Welchen auch die Zung hoch vñ groß aufflauffet on eine beſchwerung bekommen / welche die Roſſzaͤrtzt / auff Lateiniſch Ranam, vnd auff Teutſch die Kroͤte/ nennen / vnd ſich alſo der außgang der Adern eroͤffenet / vnd viel Blue herauß lauffet / So iſt von noͤhten / daß man dieſelb / vmb vnd vmb ſchrepffe / vnd mit einer Flietten zupicke. | Wann es nun ſo weit kommen / daß es fich etwas beſſert / vnd das Roß wider gehẽ kan / ſo ſol man daſſelb in das Waſſer treiben / vnd wol ſchwem̃en / darnach verſuchẽ / ob eg wider flux lauffen möcht / doch ſol man ſolches im an» fang der kranckheit nicht thun / damit nicht die Schweißloͤcher an der Haut / dardurch zugeſchloſſen vnd verſtopffet werden. Es pfleget ſich auch offtmals zuzutragen / daß ein Roſſz auff dem weg / wann cs zu einem Waſſer kompt / gar vberfluͤſſig vnd zu viel Seuffet / vnd al⸗ ſo gleichen gebrechen vberkommet / welchen man dann auch durch dieſe mittel?» Die wir angezeiget / vertreiben vnd hinweg bringen ſoll / Jedoch pflegen ſolche ehe / weder Die andern / jhr geſundtheit zu erlangẽ / vnd gehen auch denſelbigen die Huͤffe nicht ab. Item / | der Pferdt. xvii eem / es rahten etliche / daß man dem krancken Roſſz / welches fich alſo vberfreſſen oder vberſoffen hat / ſoll Salniter vnter das trincken miſchen / vnd befehlen darneben / daß man ſoll nemmen die groſſe Sonnenwirbel / welcher Bluͤt eines Scorpions Schwantz gleich vnnd ehnlich ſihet / Scorpiurus Oder ‘Heliotropium magnum genandt / vnd dieſelbige klein ſtoſſen / vnter Wein mi⸗ ſchen / vnd dem Roſß in beyde Naßloͤcher ſpruͤtzen Dann auff dieſe weiß ſol⸗ kn mdeſto ehe die Huͤffe abgehen vnd wider wachſen. | 0 Welches Roffz nunfolche beſchwerung vberwunden / das kan gleich wolnicht die vorige arbeyt thun / dann es hat nicht ſo viel macht vnnd krafft / daß es dieſelbige vollbringen möcht. = Da man auch das Blut / nach dem Aderlaſſen baldt verftellen will fo ſol man nemmen gebrandten vnd kleinen zuſtoſſenen Alaun / vnd auff die A⸗ dern drucken / vnd ſolche mit einem Bandt verbinden. Wann ein Roſſz / Maul vnnd andere Eſel / alsbald nach gethaner Reiß / oder nach geſchwindem lauff / ehe es recht verſchnaubet / Gerſten oder ander hart Futter friſſet / So vermage es daſſelbige nicht zuverdaͤuwen / ſonder ſchleget jhm zwiſchen Fell vnd Fleiſch / vnnd nimmet hernach den gan⸗ tzen Leib ein / daß auch daſſelbige alſo gantz math vnd krafftloß wirdt / daß es nicht kan auff den Fuͤſſen ſtehen / noch die Glieder regen / oder recht außſtre⸗ cken / vnd muß mit groſſer gewalt / den Harm von ſich bringen / vnnd vmb die Rieben vnd in der Weich / bricht jm der angſt Schweiß auß / vnd da manm Futter fuͤrleget / ſo ſeufftzet es gleich / vnnd wann es einmahl nider fellet / ſo fan es nicht wider auffſtehen / ſondern liget ſtracks auff der Erden / vnd friſſet alſo ligendt / was man hm fuͤrleget. | N Anderer Roſßaͤrtze meynung. Es thun jhm auch die Augen wehe / vnd werden tunckel / vñ das Maul wirdt voller kleiner ſpitziger Schwerlein. | | ii Die Fleiſchichten Huͤbel an dem Saum find hoch erhaben / vnnd ſehr itzig. | | | Die Adern Bauffen voller Blut / vnd dergleichen. Darumb ſoll man fich befleiffigen / daß man Die Kranckheit / damit die Roſß beladen / vnd derſelbigen zeichen recht vnd wol erkennen lerne. Solchem allem aber/ kan man auff dieſe weiß raht ſchaffen / So man demſelbigen / an den fördern Schenckeln / bey den jnnern oder euſſern Knoͤch⸗ lein / nechſt bey den Feſſeln Adern ſchleget / vnd Blut herauß laͤſſet / ond wann daſſelbige oberig genug herauß gefloſſen / fo folman die Adern widerumb mit Kain Bandt verbinden / vñ als dann das Roſſz mit Waſſer vnd Eſſig/ wol waͤſchen Es ſoll aber des Waſſers dreyſſig Kannen / vnd des Eſſigs ſechs Kan⸗ g ij nen voll ZA er Bon Artzeney | nen voll ſein / vnd ſoll alſo einen Schwamb darein tuncken / vnnd vonobenan beyden Schenckeln vnter ſich wol waͤſchen / damit die boͤſen feuchtigkeiten / de⸗ ſto baß in dieſelbige fallen moͤchten. Es: 130 Hernach vber den ſechſten tag / ſoll man an gedachten orten/ond an den hindern Schenckeln / gleicher geſtalt Blut herauß laſſen / vnnd wie gemeldet / mit dem Waſſer vnd Eſſig zu hauff vermiſchet / waͤſchen / vnd fuͤr dem viertze⸗ henden tag / kein Gerſt zu freſſen geben / vnd wann grün Graß fuͤrhanden / ſo ſol manjm daſſelbige fuͤrgeben / vnd täglich su geben anreitzen. Item / man ſoll auch / von dem Ruͤcken an / ſolches wol vnterſich reiben vnd Schrappen / denn es helt jederman darfuͤr / daß dieſer Gebreche ſich indie Fuͤſſe begebe / vnd ver⸗ vrſache / daß hernach die Huͤffe abgehen. | $ | Naan ſoll jnen auch indiefen Gebrechen / auffder lincken ſeyten an dem Gaum / Blut herauß laſſen / vnd alſo entweder den dritten oder den vierdten Puͤtzel / welcher allda erſcheinet / mit einer Flietten anffſchneiden / vnd ſoll das Blut ſo lang gehen laſſen / biß vngefaͤhrlich drey halbe Noͤſel / herauß gelauf⸗ fen / Deßgleichen follman auch dem Roſß / an den foͤrdern Schenckeln / inn⸗ wendig Adern ſchlagen / vnd abermahlſo viel Blut / als jetzt gedacht / herauß laſſen / vnd jm denſelbigen tag vber/fein Hew noch Gerſten oder Sprew fuͤr⸗ geben / Sondern gruͤnes abgeſchnitten vnnd wol gewaͤſchen Graß / zu eſſen / vnd zween tag nach einander / nicht mehr als drey Moß oder Kañen waſſers / zu ſauffen fuͤrhalten / damit es nicht den andern tag einen ſchauwer vberkom⸗ me / vnd ſol jm als dañ wenig Gerſt auff einmahl / vnd deſto mehr Graß fuͤr⸗ legen / aber den dritten tag /folmanjm noch halb ſo viel geben / vnd die folgen⸗ de daſſelbige deſto reichlicher ſpeiſſen vnd trencken. as ih ann aberder Gebrechen auch die hindern Schenckel verletzet / ſo ſoll man vnter dem Geſchefft / an beyden Beynen / Adern ſchlagen / vnnd ſolches Blut nicht ehe verſtellen / biß anderthalb Kandel herauß gelauffen / Vnd dieſe art vnd weiß zu Curiren / haben vnſere Vorfahren beſchrieben. Sonſten aber pflegt man indem Sommer / wañ das Pilſenkraut bluͤt / deſſelbigen xx Bletter zunemmen / vnnd klein geſtoſſen vnter welſchen Wein zuvermengen / vnd ſolchem dem Roſſs / auff einmahl die helfft / in den Halß zu gieſſen / vnd als bald das Roſßß oder ander Viehe vmb zureytten / oder vmbzu⸗ fuͤhren / biß es ſich wol erwaͤrmet / ſo vergehet dieſer gebrechen als baldt. añ aber in dem Winter feine grüne Bletter vorhanden / So ſol man nemmen des Samens von Pilſenkraut / So viel man mit dreyen Fingern er⸗ heben kan / vnd klein geſtoſſen / dem Roß mit welſchem Bein eingieſſen. Welchen die Zung ſehr geſchwilt / vnd hoch oder groß aufflauffet / vnd Die Kroͤte darvon entſpringet / ſol man dieſelbige wol ſchrepffen / oder mit einer Flietten zuſchneiden. Da es ſich aber mit der zeitzurbefferung ſchicket / ſo ſol man daſſelb wol mit kaltem Waſſer abwaſchen oder abſchwemmen / vnd allgemach zũ lauffen / Bernd Na | —— mit ber der Pferde: < CRIX mitden Sporn anſtechen / doch foll manfolches nicht baldt imanfang thun / damit ſich die Schweißloͤcher / an der Haut / nicht gar zu ſehr zufchlicflen. Es ſeind auch wol etliche / welche dem Roſſz alsbaldt / wann es ſich alſo vberfreſſen hat / ein Handrvoll Saltz / vnter ein Noͤſel guten ſcharpffen Wein⸗ eſſig vermenget / in den gieſſen. | Wann aber ein Roß auff dem weg gehling gefoffen/ und alfodiefen ges brechen davon bekommen / ſo ſol man ſolchem durch gleiche mittel / als wir an⸗ gezeigt / raht ſchaffen / doch gehen demſelben die Huͤff nicht ab / vnd wirdt auch von gedachter Kranckheit deſto ehe entlediget / vnd ſo dieſe beſchwerung allein von dem ſauffen ſein ankunfft hat / So folgen hernach dieſe zeichen. Das Roſß fenget an zu zittern vnd ſich zu ſchuͤtteln / vñ die Zung lauf fet jm hoch auff / vnd geſchwillet. Darumbfollmandemfelbigen Salniter unter das Trincken miſchen / vnd zu Sn geben, Se omanaber begeret,daßden Roſſen / welche mit diſen gebrechen bela⸗ BI BODEN 66 ſol man nem̃en das kraut / groſſen Sonnenwirbel / welches Blumen hat / gleich wie ein Schwantz von einem Scorpion / Heliotropiummagnum genandt/ vnd ſoll dieſelbige klein zu⸗ ſtoſſen / vnter Wein vermiſchen / vnd in beyde Naßloͤcher gieſſen. Deßgleichen ſoll man auch wiſſen / daß die Roſſz / welche ſich alſo vber⸗ freſſen oder vber ſoffen / vñ erzehlte beſchwerung bekommen / ſich nimmermehr erholen koͤñen / daß ſie jr Ampt recht verbrechten / vnd das jenige theten / was ſie zuvor thun moͤgen. Wann aber ein Roß viel gedachten gebrechen / von vberfluͤſſigem wei⸗ tzen bekommen / ſo ſoll man demſelbigen die Adern auff der Bruſt / neben der Buͤge / vnd die Adern an den Schienbeynen / ſchlagen. Die Adern aber / welche am Kamme ſind / ſoll man feines wegs verle⸗ tzen / von wegen der vrſach / daß allda etliche groſſe Halßadern erſcheinẽ / wel⸗ che dem Narck indem Ruͤckgrade / feine Speiß vnd Narung zuſuͤren. | Item / Es wollen auch etlichenicht/daß man infolchen gebrechen/ dem Kofi ſoll Trenck in den Halß gieſſen / Sondern rahten / daß manderfelbigen Leib / durch ein Criſtier / ſol wol außwaſchen / vnnd abſpuͤlen / vnnd befehlen / daßman ſol nemmen weytzen Kleyen / vnd das achte theil ſo viel Salniter / vñ fol ſolche vnter ſehhs Kannen Waſſer / vnd ſechs loth Baumoͤle vermiſchen / vnd durch ein Criſtier dem Roſſz in den Leib geben / vnd ſol als dann das Roß allgemach Spacieren reytten / vnnd ſich befleiſſen / daß ein Diener die Handt wol mit oͤle ſchmiere / vnnd damit dem Roſſßz in den Hindern greiffe / vnnd alſo den Miſt oder Koth herauß ziehe / Vnd wañ daſſelbige geſchehen / ſo ſoll man das Roß widerumb etwas geſchwinder / Berg auff vnd ab reyt⸗ ten’ Dañ durch dieſe bewegung / ſagen ſie / ſoll dem Roß groſſer nutz geſchafft werden. | | DW - Don J Se Von dem Aderlaſſen der Role £ — 84 — — RS ſſen / daß durch die Aderlaß / Derwegen / ſo llman demſelbigen den dritten oder vierdten erhabenen Puͤtzel | | der Pferdt. cxx Puͤtzel oder Staffel der Adern / welche an dem Gaum erſcheinen / mit einer Flietten auffſchneiden / vnnd Blut herauß lauffen laſſen / Doch ſoll man ſich fuͤrſehen / daß man nicht die Adern / welche nechſt neben den Schiedzenen ſte⸗ hen / eroͤffne / denn wo ſolches geſchicht / ſo kan das Blut nicht widerumb ver⸗ ſtellet werden. | Daauch ein Roſß das Fieber hat / fo henget eg den Kopff onterfich/ Darumb ſoll man jm bey don Schlaff / vnd vornen an dem Kopff /Blut her⸗ pe laſſen / damit die vberfläffige materia hinweg komme / welche das Haupt beichiveret. * Drenen aber / welchen die Neruen vnd Spanadern am Halß erſtarren / vnd alſo der Kopff zu weyt fuͤrſich oder hinderſich gezogen / ſoll man gar fein Ader ſchlagen / noch Blut herauß laſſen / Dann durch daſſelbige würden die Neruen vnd Spanadern nur deſto haͤrter vnd duͤrrer gemacht / vnd der ge⸗ brechen gemehret / weil ſolchen / durch entgehung des Gebluͤts / die Nahrung entzogen. | Es pfleget fich auch zu zutragen / daß ein Roſſz / wann es in eim ſchnel⸗ len Lauff iſt / oder hart mit den Sporen angeſtochen worden / ſich hernach nicht kan enthalten / oder ſelbſt ombwenden / ob es nun gleich daſſelbig zuthun ſich zum hoͤchſten befleiſſet / vnd daß jhme die Huͤffe alſo verletzet vnnd beſche⸗ diget werden / daß es darauff weder recht ſtehen noch gehen mag / gleich als hette es ein Ays oder Apoſtem daran bekommen / derhalben ſoll man ſolchem aller nechſt bey den Knoͤchlein oder Feſſeln / Adern zueroͤffnen / vnd das Blut / welches die foͤrdern oder die hindern Schenckel alſo hart drucket vnd beſchwe⸗ ret / herauß laſſen. Allen Roffen/welche auß verſtopffung / oder von wegẽ des vnverdaͤu⸗ weten Futters kranck werden / ſoll man nechſt bey den Gelenck der Knieſchei⸗ ben / vnd an den Schinbeynen / Blut herauß laſſen / Dann weil die Natur vñ Eygenſchafft dieſes Thiers / hitzig ift/fo kan auß den vnverdaͤuweten Futter / gar leicht ein vnnatuͤrliche hitz / vnd ein Fieber entſpringen. Ich kan auch das keins wegs verſchweigen / daß weder Abſyrtus noch Eumelus / welche doch beyde verſtendige Roßaͤrtzt geweſen / jemahls billichen woͤllen / daß man den geſunden Roſſen ſoll zu der Ader laſſen / Es were dann ſach / daß man dieſelbige darzu gewehnet hett / vnd als dann iſt am beſten / daß man jnen die Adern an dem Gaumſchlage / dann durch ſolche Aderlaͤß / wer⸗ den die Roſſz vor vielen gebrechen behuͤtet. Man ſoll auch darneben darauff gute achtung geben / wann die Adern klein vnd nicht wol ſichtbar ſein / daß man dieſelbige recht treffe / Dañ es pfle⸗ get offt zugeſchehen / ſo man in krummen Mauſen / welche an den Schienbey⸗ nen / neben dem Knie / ſcheidwartz vber gehen / vnd Blut herauß laͤſſet / daß ein hitzige geſchwulſt mit zu ſchleget / vnd vervrſachet / daß ſolches Roſß hernach hincken muß. — Derwegen / Bon Artzeney | | Derwegen/ ollıman diefelbige Glieder / des tags drey oder vier mahl / wol mit warmen Waſſer behen / vnd Kreiden vnter Eſſig vermiſchen / vnd die ſchadhafftigen Beyn damit wol ſchmieren / vñ das Roſſz allgemach fortfuͤh⸗ ren / oder gehen laſſen. Item / man ſoll auch ſich darneben fuͤrſehen / daß man die Adern nicht mit der Flietẽ gar durchſchlage / Dañ alſo wuͤrde auch ein hitzige geſchwulſt / vnd darnach ein Eyß oder Geſchwuͤr / mit zuſchlagen. | Sonderlich aber follman fich befleiffen / daß nit gedachter / oder ande⸗ rer jrrthumb ſich zutrage / ſo man die Halß Ader / oder die jenige / welche in dem Maul / oder am Kamme erſcheinen / eroͤffenet / Dann auß denſelbigen würde viel groͤſſere gefahr erfolgen. Ob die Aderlaſſe / in welcher man den Roſſen / am innern theil der Schenckel / bey dem Geſchefft / Blut herauß laͤſſet / die aller beſte ſey. S iſt nicht gut / wie auch der verſtendige Roßartzt Eumelius ſagt / daß Dman die Roſſz an das Aderlaſſen gewehne / weil denſelbigen / durch ent⸗ gehung des Gebluͤts / vnnatuͤrliche hitz erwecket / vnd mancherley Kranckheit dardurch erreget wirdt / Doch wo ſie das Aderlaſſen gewohnet / fo follman jhnen an den orthen Blut herauß laſſen / wie zuvor geſagt. Item / die Aderlaß / in welcher man den Roſſen / auß den Adern am jn⸗ nern theil der Schenckel / nahe bey dem Geſchefft / Blut herauß leſſet / bringet keinen nutz / ſondern mehr ſchaden. Dann ſo denſelbigen Adern das Blut ent⸗ gehet / ſo pllegen Kranckheiten vnd ſchmertzen in dem Geſchefft darauß zu fol⸗ gen / Vnnd das Roſſz / welchem man allda hat zu der Ader gelaſſen / fanden andern tag nicht fort gehen / ob man es gleich darzu noͤtiget / Vnd ſo man auch die Adern / welche zu nechſt daruͤber / vnnd gar nahe bey dem Geſchefft ſtehen/ ſchlegt / ſo plleget man das Roſß in die euſſerſte gefahr des lebens zu bringen. Wann aber ein Roſſz kranck iſt / vnd groſſe beſchwerung an den hinde⸗ ren Schenckeln fuͤhlet / vnd der Aderlaß bedarffe / ſo ſoll man demſelbigen vn⸗ ter dem Knie / bey den Knoͤchlein oder Feſſeln / innwendig oder außwendig / Blut herauß laſſen. Es wirdt auch die Aderlaß verworffen / vnd ſchaͤdlich geachtet / welche anden Huͤffen / zu nechſt ober dem Horn / da die Haar herüber hangen / wie ein Krantz / zugeſchehen pfleget / weil die verwundte Haut / an dem ort / gerne eine Steinichte haͤrtigkeit oberfompt/onnd der Huff darvon verletzet wirdt / Vnd danebẽ / von wegen des Streichs oder Schlages / geliffert Blut ſich allda verſamlet / vnnd vervrſachet alſo / daß ſolches Roß als dann hin⸗ cken muß. Daß der pferdhe. qxuxꝛ Dag nicht von noͤthen fen / daß man einem muͤden Roſſ zur Ader laſſe / noch daſſelb / nach der Aderlaſſe/ lang von dem ſauffen enthalte, M ſoll den Roſſen / welche von wegen einer groſſen Reiß / oder vberi⸗ Id ger Arbeyt / muͤde / laß vnnd treg worden / Fein Gebluͤt hinweg laſſen. Dann die beſchwerung / welche auß der muͤdigkeit folget / nicht in den Adern / ſondern in den Nerven vnd Spanadern ſtecket / vnd ſo man die Adern eroͤffe⸗ net / ſo wuͤrden die Neruen deſto mehr erharten / vnnd allzu ſehr außtrucknen / vnd groͤſſer ſchaden darauß erfolgeeee. 5 | Derhalbenift vielbequemer vnd beſſer / daß man die müden Schenkel von oben an / wol mit Baumoͤle vnd Wein waͤſche / vnd mitder flachen handy ſolche wol hinein reibe / vnnd daß man dem Roſſz ein gute weiche Strew mas che / damit es nicht auff harter Erde ſtehen darff So wirdt jm die muͤdigkeyt bald vergehen. Item / So ein Roſß von groſſer Arbeyt mid worden / ſo ſoll man dem ſelbigen / wie auch Eumelius gerahten / nicht baldt Gerſten / oder ander hart Futter fuͤrgebẽ / Wiewol Eumelius nicht gewuſt / daß ſich in ſolchen Roſſen / welche went geritten / oder ſonſt vbermuͤhet worden / cin eyterichte feuchtigkeit verſamle / vnd vnter das Blut vermiſche / vnd ſo man demſelbigen alsbald zur Ader vnd Blut herauß lieſſe / ſs wuͤrde nur das reyne Blut / on den Eyter her⸗ auß lauffen / vnd man wuͤrde durch dieſes mittel / dem Roſſz mehr ſchaden als nutz zufugen / Sonderlich weil dieſes Thier cin ſolche eygenſchafft hat / daß es von Natur hitzig iſt / vñ wo jm das Gebluͤt entgieng / ſo wuͤrde der gantze Leib dardurch geſchwaͤchet / vnd außgetrucknet / vnd wuͤrden alſo groͤſſere vnd ge⸗ faͤhrliche gebrechen hierauß erfolgen. | | ker | Aber oberden andern oder dritten tag bernach / iſt viel beſſer / daß man die Aderlaͤß verſuche / Dann infolcher zeit Batfich der Enter in die Abern bez geben / vnd erfordert / daß er durch eröffenung derſelben / herauß gelaſſen wer⸗ de / Darumb ſoll man dieſen vnterſcheid gar wol lernen / foman anders durch das Aderlaſſen / den Roſſen raht ſchaffen will. | Depgleichen follman auch fein Thier/welches gantze Hüffe hat / nach der Aderlaͤß / mit dem trincken lang auffbalten/ Dan woman folches zulang Durſt leyden laͤßt / vnd nicht baldt zufauffen gibt / fo pfleger offtmals demſel⸗ benetivas indem Leib entzwey zuſpringen. Wann aber ſich die Glieder bey der Knieſcheiben / vnd an den Schien⸗ beynen voneinander geben / vñ die Knoͤchel vnterſich gedruckt werden / So ſol man wiſſen / daß die Spindel von dem andern Beyn iſt abgewichen / vnd daß derhalb das Roß hincken muß. | | Welche aber vnter dem Knie / gar dicke vñ fleiſchichte Schenckel haben / dieſelbige pflegen die Beyn gar leicht in den Stellen BAER 0 Bon Artzeney Es find auch etliche Roſſz / welche die riechen in jrer fprach Pſyliſtas nennen / die erfordern / daß man jnen alle Monat auß dem Gelenck vnter dem Knie Blut herauß laſſe. Es iſt auch den Roſſen / welche von muͤdigkeit wegen ſchwach vñ math worden / bequem vnd gut / daß man jhnen Gerſten Meel / vnter Wein vermi⸗ ſchet / in den Halß gieſſe. Wann aber denſelben darneben die Lenden donen / ſo ſoll man jhnen ein halb quintlein Saffran / mit einem halben Noͤſel waſſer zutriben / vnnd in den Rachen gieſſen. Den berſchnittenen Roſſen / ſoll man nicht zur Ader laſſen. Man ſoll den verſchnittenen Roſſen / nicht Blut hinweg laſſen / dann durch daſſelbige würden jhnen die kreffte alſo geſchwecht / daß fie hernach kein ſchwere Arbeyt nicht thun / noch ihr Ampt vollbringen möchten / Dann es pfleget ſolchẽ / nicht allein durch einen Streich / welcher mit einer Flietten oder Laßeyſen geſchicht / ein hitzige geſchwulſt / fondern auch ein Apoſtem hernach 2 zu folgen. Eines andern Roſſzartzts meynung / bon dem Ader⸗ laſſen / vnd wie man die Roſſz Fuͤttern ſoll. > S iſt gantz bequem / vnnd ſehr nuͤtzlich / daß man weiß / wo / wann / vnd xy welcheriey geſtalt onnd auß welchen Adern man Blut herauß laſſen ſoll / Darumb von noͤhten iſt / daß man die Natur vnd Eygenſchafft des Roſ⸗ ſes zuvor recht erkuͤndige / Dañ es ſeindt etliche / welche gar geſundt vnd friſch ſeyn / etliche werden duͤrr vnd mager/etliche ſeind ſiech und kranck / etliche wer⸗ Den mit mancherley gebrechen angefochten ober das haben auch dieſelbige / nicht alle einerley Blut in jhnen Darumb werden ſie auch nicht mit einerley Kranckheit geplaget / ſondern es hat ein jegkliches Gebluͤt / nach gelegenheyt des gebrechens / welcher vorhanden / ſeine fonderliche farb / Vnnd der jhenigen Blut / welche alle friſch vnd geſundt ſind / iſt temperierter Natur / viel vñ gilb⸗ licht / Vnd ſolchen laͤſſet man auch derhalben zur Ader / damit fie vor vielen be⸗ ſchwerungen behuͤtet bleiben. — Derwegen iſt von noͤten / daß man fleiſſig das Blut / welches man auß den Adern herauß laͤſſet / beſichtige Dann dag Blut der krancken Roſſz hat mancherley farb / vnd ſchaumet / vnnd der jhenigen / welche mit dem gebrechen beladen / der hernach folget / wo fich ein Roſſz vberfreſſen oder vberſoffen hat / iſt ſchwartz / zehe vnd ſchleumig. Nach der Aderlaß / ſol man das Roß ſechs tag lang / mit grünem graß / oder der Pferdt. CXXI oder mit gruͤner feißter Saat / oder mit guter Weyde / erquicken / auff daß in den Adern widerumb gut Gebluͤt wachſe / vnd die kraͤfft gemehret vnd geſter⸗ cket werden / Vñ die bequemeſte zeit / zum Aderlaſſen / iſt fruͤhe zwo ſtund nach auffgang der Sonnen. Dirieweil wir dann nun auff dieſe rede ſo weyt kommen ſeindt / So iſt noch vberig / daß wir allhie anzeigen / wie vnnd welcherley geſtalt / man das re dem Roſſz beſchwerung bringet / ſoll durch Aderlaſſen Binweg ringen. eh | Erfilichenfollmanmitder Halffter den Kopff wol in die hoͤhe binden / vnd alfoden Half wol außſtreckẽ / biß ſo lang etliche Puͤtzel der Adern erfcheis nen / Man ſol aber auch die Flietten oder Laßeyſen / nit gar zu tieff hinein dru⸗ cken / damit man nicht dardurch ein Pulßadern verwunde / dañ wo ſolches ge⸗ ſchehe / ſo wuͤrde man dieſelb nicht leicht widerumb heylen / noch das Blut / ſo herauß lauffet / verſtellen koͤnnen. Da man aber auß den Adern / welche an dem Schlaff ſeind / blut laſſen will / So ſol man einen Strick vmb den Kopff binden / vñ ſolchen bey den Oh⸗ ren feſt zuſammen ziehen / biß ſo lang die Adern aufflauffen vnd bauſen / als⸗ dann ſol man dieſelb / doch nicht zu tieffe / mit einem Laßeyſen eroͤffenen. Von den hitzigen geſchwulſten oder Apoſtemen / welche nach der Aderlaͤß folgen. Spfleget ſich auch offtmahls zuzutragen / daß in den Gliedern / welche x fcheidivarg neben dem Knie / oder an den fördern Schenckeln / vbergehẽ nach gefihebener Aderlaͤß / ein hitzige geſchwulſt / oder Apoſtem mit sufchleger vnd vervrſachet / daß ſolches Roſſß alsdann hincken muß / Derwegen iſt von noͤhten / daß man jhnen auff dieſe weiß rahtſchaffe. Man ſoll die Schenckel des tags / drey oder viermal mit warmen waſ⸗ ſer waſchen / vnnd dieſelbige hernach mit Kreiden vnnd Eſſig / vnder einander vermiſchet / wol ſchmieren / vnnd das Roſß allgemach fort fuͤhren / oder vmb⸗ her reytten / ſo wirdt darnach alle vrſach dieſer beſchwerung mit hinweg ge⸗ nommen. Endtlichen ſol man auch nicht zugeben / daß die Adern durch geſchlagen werdẽ / damit nicht ein hitzige geſchwulſt / oder ein Apoſtem darauß entſprin⸗ ge / welches dan auch gar leicht zu geſchehen pfleget / in den kleinen Adern / die man nicht wolſehen / noch recht fühlen kan / vnd wo man dieſelbigen gar klei⸗ nen Ederlein ſchlagen will / So iſt erſtlich von noͤhten / daß man ſolche wol mit einem Bande vmbgebe / vñ damit hart zuziehe / biß ſo lang ſie in die hoͤ⸗ he auff lauffen vnnd pauſſen. ij Durch | Von Artzeney | Durch was mittel man das Hberflüffige Blut / welches zu vil auß den eroͤffneten Adern lauffet / ſol verſtellen / vnd da⸗ neben verhuͤten / damit elle: i Ä zu 8 Ann auß den geſchlagenen Adern zuviel Blut lauffet / ſo ſoll man deſ⸗ Vſelben Roſſes eignen koth darauff legen / Da ſich aber das blut davon nicht will verſtellen laſſen / ſo ſoll man ein wuͤſchel Wolle in oͤl tuncken / vnnd auffdie Ader binden / oder ſoll ein rund ſpitzig hoͤltzlein ſchnitzen / vngefehrlich / eines ziemlichen pfeñings groß / vnd daſſelb indie außgang der Adern ſiecken / vnd ſolches fuͤr daß beſte und bequemſte mittel brauchen. Da aber der Blutfluß / oder ein hitzige geſchwulſt / nach einer eroͤffene⸗ ten Ader / die an den Schenckelniſt / folget / So ſoll man nemen vngeleſchten Kalch / roth Kupfferwaſſer Ertzt / Honig vnnd Oſterlucie / eines ſo vil als deß andern / vnnd ſol ſolches su hauff vermiſchet / auff ein Tuͤchlein ſtreichen / vnnd darauffbinden / Oder ſolnemen trucken Henffin werck / vnd daſſelb init Honig beſchmieret / aufflegen. | | Item es iſt auch nuͤtzlich und gut / das man neme freiden/ vnd ein wenig Baumölrond Weineſſig / vnd klein geſtoſſenes Reel von Weyrauch / vnd fol als dann dazu thun / etliche zuſtoſſene Schnecken / vnnd die ſelb auff das Ge⸗ ſchwollene glid legen / vnnd im Winter ſollen dieſe Artzneyen warm / vnnd im Sommer kalt vbergelegt werden. Was weiter von dem Aderlaſſen zu wiſſen / das wird an eim andern ort dieſes Buchs angezeiget Von den Kranckheiten vnd Gebrechen der Augen der Roſſz. AR Anti ein fluß in die Augen fellet / vnnd alſo cc, weder den Staren / oder inn dem Augapffel / außwendig rote / ond innwendig weiſſe flecken / vnd tunckelheit verurſachet / oder letzet oder verwundet werden / vnnd Narben darauß wachſen / welche verhin⸗ dern / das ein Roß nicht wol ſehen mag / ſo ſolman dem ſelben vnter den wan⸗ gen ein Ader ſchlagen. Welche aber fuͤr diſe gebrechen / ein Ader an demſchlaff eroͤffnen / die ver⸗ vrſachen / daß ſolche beſchwerung die Augen deſto mehr plagen. Da aber auch der Star volkoͤmlich gewachſen / vnd vberhand genom⸗ men / So kan man demſelben durch Aderlaſſen nicht rath Schaffen / vnd fan auch ſolcher durch keinerley Artzney vertriben werden / dann es wechſet in dem Augapffel etwas / welches gleich ſihet wie ein weiß ſtuͤcklein glaß. | Es der Pferdt. CRZIN Es ſeind aber auch etliche/wwelchedifeg für eine gewiſſe Eunft fürdie Fle⸗ cken / Staren / vnd tunckelheit der Augen / achten / ſo man mit einem pfriemen / oder Schuheale / dem Roß ein loch durch ein Da ſtichet / vnnd darein Nieß⸗ wurtzel ſtecket. — Deß gleichen iſt auch gut / das man die haut vnter dem wang auff ſchnei⸗ de / vnd indie wund Nießwurtzel hinein ſtoſſe. Item / es iſt auch folgendes mittel gar offt vnd vil bewert / vnd vnter an⸗ dern nuͤtzlich befunden worden / fuͤr die flecken vnd tunckelheit der augen / in den Roſſen vnd Mauleſeln / vnd wird alſo bereit. Nimb rohe Ziegen oder Geißfuͤſſe / vnd zuſchlag oder zubrich die ſelb ori nimb das jnnerliche Marck herauß / vnd vermiſch ſolches wol vnter Diſtelirt Roſen waſſer / vnd ſchmier ein mal oder drey das ſchadhafftige aug damit / ſo wird daſſelbe Thier bald beſſerung befinden. Von den Flecken / Narben vnd Tunckel⸗ heit der Augen. Ann in den Augen / von wegen eines ſtreiches / oder von reiben / weiſſe flecken vnnd Narben entſpringen / ſo hilfft gar wol / wo man in die ſelb klein zuſtoſſen puluer / von den Fiſchbeinen / vnnd Nyrrhen / vnter Honig ver miſcht / ſchmieret. Gleiche krafft bat auch das Salgemmz, vnnd das Saltz / welches auf India kombt / vnnd derhalb sal lndicus heiſſet / wo man daſſelb zuſtoſſen / mit Saffran vnd Honig vermengt / in die augen thut. | Item / die bluͤe von wilden gelben Ruben / oder wilden Moͤhren / vnd die Braune bluͤe / deß krautes Kuchenſchnell / Elein zurieben oder zuſtoſſen / vnnd den Safft in die augen getreuffelt. Da aber das Aug wund iſt / So ſoll man nemen Myrrhen / vnnd Ka⸗ melſtro / vnd beides zu kleinem puluer geſtoſſen / vnter Honig vermiſchen / vnd damit die Augen ſchmieren. Wann aber nur weiſſe flecken in den Augen erſcheinen / So lobet Ab⸗ ſyrtus die eroͤffnung der Adern / welche am Schlaff vnnd vnter den Wangen ligen. Es pflegen auch etliche die Augen mit kaltem waſſer zu waſchen / vnnd hernach zu nemen ein geſchelte Zwibel / vnd ſolche wol zuſtoſſen / vnnd ſelbwa⸗ chſenden Salniter / vnd alt Baumoͤl / dazu vermiſchen / vnnd die augen damit zu ſchmieren. | | Nachfolgende Artzney vertreibet auch Die Stecken vnnd tunckelheit der angen / vnd wird 5 — | Rec. Balſam /NMyrrhen / Saffran / Galmey / Rauten / jegliches ein vntz / Indianiſchen Spicanard fünfflorh / weiſſen Fe loth / deß beften * | ij nig aa Bon Artzeney nigs ein loth / vnd gleichfo viel Spargenwurtzel / Meerſchaum fuͤnff vntzen / altẽ Wein zwo Scrupel / ſolche folman alle klein zuſtoſſen / mit Regenwaſſer / oder ſonſt flieſſendem Waſſer vermiſchen vnd brauchen. rg Item / ſelbs wachſender Salniter 7 mit Nyrrhen vnd dem aller deſten Honig vermiſchet / Deßgleichen klein geſtoſſener Fenchel / mit Kreyden ver⸗ menget / Oder ſo man nimmet / Gurcken vnd Galbanum / jegkliches vier loth / weiſſen Pfeffer ein halbes Pfundt / vnnd gleich ſo viel weiſſen Weyrauch / ge⸗ — ale) ar fo viel deſſelbigen gnug iſt / ſolche zu hauff vermiſchen. | Nan glaubet auch Soman Baumwinden in dem Mundt kaͤuwet / vñ den Safft darvon / den VPauleſeln in die Augen ſtreichet / ſo ſollen inen die flecken vnd tunckelheit darvon gehen. | : Die flecken vñ tunckelheit der Augen, kan man vertreibẽ / wo man dem Roſſz nahe bey den Schlaff / anden Kienbacken Blur herauß laͤßt / onnd hernach den Safft von Zwibeln / mit Salniter vermiſchet / inn die Augen chmieet. ſ Deßgleichẽ iſt auch gut fo man gebrandte ſchwartze Bonen / mit Ho⸗ nig vermiſchet / in die Augen ſtreichet. | | EN Es kan auch das Rofenölermit Honig vnd Eyerweiß vermenget / ver⸗ hindern / daß die newlich gewachſene fleck in den Augen / nicht groͤſſer werden / wo man die Salb auff eine Wolle ſtreichet / vnnd auff die Augen lege, Doch ſoll man zuvor auß der Ader bey den Augen / Blut herauß laſſen. In gleichem fall dienet auch folgende Artzney / welche man alſo zurich⸗ tet. | | Rec. Wein / darinnen Am̃ey Samen geſotten / drey Noͤſel/ geſaltzene Fiſch⸗ lacken ein Noͤſel / Honig ein viertels pfund / laß ſolche wol mit einander ſieden / vnd treuffe die Bruͤhe in die Augen. Item / ſo man nimpt die Eſch von gebrandten Schwalbenhaͤuptern / vnter Honig vermiſchet / vnnd ſtreichet ſolche indie Augen / ſo vergehen auch die flecken darvon. $ Ein guce Artzeney / fuͤr die alte Fleck vnd Narben der Augen. | Nimb gebrandten Sauwerteig / von Gerſten Meel bereyt / zu kleinem Puluer geſtoſſen / Fenchel Safft / vnd Salniter / vnd vermiſche ſolche alle mit Ne fchmierdie Augen darmit / welche lange zeit Narben und Stecken gehabt, Ä So man nimpt vier lot weiſſen Pfeffer/ oder acht loth ſchwartzen Pfef⸗ fer / dann es iſt nichts daran gelegen / man brauche nun vnter denen / welchen man will / vnnd thue darzu vier vntzen Ammonigti / Myrrhen ein halb loth / Saffaran drey quintlein / des beſten Balſams Saffts / oder an ſtat deſſelben diſtellert der Pferdt. ORKI diſteliert Yegelein öle/fo viel deſſelben gnug iſt / vnd mifche folche unter einan⸗ der / damit ein duͤnnes Augenſaͤlblein darauß werde / vñ wo man es indie Au⸗ gen ſchmieret / ſo koͤnnen die fleck nicht vberhandt nemmen. Deßgleichen dienet hierzu gar wol das Zeißkraut / wo man daſſelb mie ſampt dem Samen / zu kleinem Puluer ſtoͤſſet / vnd indie Augen bleſet / vñ ſol⸗ che hernach mit Regenwaſſer außweſchet. | Item / So man die Eſch vongebrandten leinen Thuͤchlein / vñ geroͤſtes Saltz / mit Honig vermenget / in die Augen ſtreichet. — Es vertreibet auch die fleck der Augen / der außgepreßte Safft / von den Erdtſcheiben oder Schweinsbrodt / mit Honig vermenget. Vnd es hilfft auch / woman Genßſchmaltz / Roſenoͤle / vnd gar klein zu⸗ Fiſchbeyn / mit rohem Honig vermiſchet / vnnd die Augen darmit ge⸗ chmieret. | Oder fomannimmet £lein gepuͤluerte Fiſchbeyn / Fenchel Safft / Saff⸗ ran / Nyrrhen / Spicanard / eines ſo viel als des andern / Hein zuſtoſſen / vnd vermiſchet dieſelbige alle vnter Honig / ſo werden die Fleck in den Augen auch darvon vertrieben. Augen Salb/für die Flecken vnd / Varben, Rec, Honig Weyrauch / Myrrhen / weiſſen Pfeffer / Saffaran / des bitte⸗ ven Aloes / jegkliches ein Vntz / Ammoniaci vier loth / Salarmoniack / des wolriechenden Gummi Styracis / Federweiß / Salniter / iegkliches ein vntz / dieſe ſoll man alle gar klein zerſtoſſen / vnnd wol durchſieben / vnnd ein Saͤlb⸗ darauß machen / vnnd ſolches alles vertreibet die Flecken vnd Narben der ugen. Es ſeindt auch etliche / welche / zuvertreibẽ die Flecken / nien men Ammo⸗ niaci vnd Fenchel / eines fo viel als des andern / vnd zuſtoſſen dieſelbige gar zu kleinem Puluer / vnnd miſchen hernach darzu flieſſend oder Brunnenwaſſer / vnd ein halb pfundt Honig / vnd ruͤhren ſolche ein acht tag lang / taͤglich zwey⸗ mahl wol durch einander. Andere Artzeneyen / fuͤr die Flecken vnd Narben in Augen. Rec, Fenchel Safft ſo vieldu wilt / vnnd gleich fo viel des Saffts von der Baumwinden / welche an den Steinen wechßt / Hundts oder Eſels Yeilch / vnd Blut von zamen Tauben / vnd den Thauw / welcher auff den Koͤl fellet / alles zu hauff vermiſchet / vnd in die Augen gethan. So man Saltz nuͤchtern kaͤuwet / vnd indie Augen ſpruͤtzet / ſo verge⸗ hen darvon die Narben. Oder — Bonn RR Oder ſo man nimpt klein geftoffene Fiſchbeyn / vnd biefet alfodas Pulse uer / durch ein Roͤhrlein / in die Augen. \ Es hilfft auch in dieſem fall gar wol der klein gepuͤluerte Samen / von wilden gelben Ruͤben / mit Honig vermiſchet. un — Nimb Balſam / oder Diſteliert Negeleinoͤl / Pfeffer / jegkliches vier lot / Marck auß den Schafbeynen eine Vntz / Knoblach fo viel dich deucht genug ſeyn / Fenchel ein Handtvoll / ſtoß die duͤrren alle zu kleinem Puluer / vnd ver⸗ miſch dieſelbige wol vnter einander / mit Eyertoͤttern. MNinb Eſch von gebrandtem altemLeder / vnd blaß dieſelbige indie Au⸗ Gute / gemeine vnd bewerte Artzeneyen / fuͤr die tunckelheit der Augen. Rec, Mariendiſtel Safft / vnd Wein eins ſo viel als des andern / Aber es wer beſſer / daß man die Eſch von gebrandten Nariendieſtel / fürden Safft nemme / vnd dieſelb mit gutem Honig vnd Baumoͤl vermiſcht / brauchet. Es vertreibet auch nachfolgendes Saͤlblein alle gebrechen der Augen, Rec. Weiſſen Pfeffer / Eſch von gebrandten Mariendieſtel / vnnd gleich fo viel Honig zu hauff vermenget / biß ein Saͤlblein darauß werde / vnnd ſolches ſol man mit einem Federlein in die Augen ſchmieren. Ein gut Augenſalb / fuͤr die Flecken vnd tunckelheit der Augen. Rec. Weiſſen Weyrauch / Myrrhen / jegkliches vier loch / Saffaran zwey loth / Fenchelſafft / vnd Roſenbletter / jegkliches vier loth / des beſten rohen Ho⸗ nigs / weiſſen Pfeffer / langen Pfeffer / onnd des Saͤlblein Crocomagmatis / (welches Dioſcorides im erſten / vnnd Paulus Aegineta im ſiebenden Buch befchreibet)iegkliches cin vntz Des ſaffts von Baumwinden vier loth / wel⸗ ſchen Wein cin halb Noͤſel / Balfam oder diſteliert Negelein oͤle / ſo viel dich deucht genug ſeyn. | Ein gute Artzeney / für den anfaben. den Stahr. Rec. Des beften Honigs / vnnd gleich fo viel Gall von einem Fuchs /onnd Balſam / oder an ſtat deſſelbigen Difteliere Negelein oͤle / vnnd halb fo viel ge⸗ ſtoſſenen Pfeffer / vñ miſch fie wol vnter einander / vnd behalt ſolches in einem Glaß / Vnd wañ es die notturfft erfordert / ſo ſchmier damit den Stahr / wel⸗ cher erſt anfehet zu wachſen. | | | Etliche ‘der Pferdt. cxxv Ecliche koͤſtliche Augenſalben / vnnd ſonſt nuͤtzli⸗ che mittel fuͤr den Stahren. Nimb klein ʒuſtoſſen Salniter vier loth / vñ vermiſche darzu fuͤnff weiſ⸗ fe Pfefferkoͤrner / oder des ſchwartzen Pfeffers zehen Koͤrner / alle klein gepuͤl⸗ uert / vnnd thue darzu Honig / alt Baumoͤle / eines ſo viel als des andern / vnd mach darauß ein Saͤlblein. Oder nimb Honig / vnd gleich ſo viel alt Baumoͤle / vnd thue darzu ge⸗ brandt Saltz ein loth / vnnd ſo viel geſtoſſen Fiſchbeyn / Saffaran / Agiſtein / Galitzenſtein / jegkliches ein wenig/ durch ein Sieb gereden / vnd zuhauff ver⸗ miſchet / vnd behalt ſolches Saͤlblein in einem Glaß / vnd da es die notturfft erfordert / fofihmierdas Aug darmit. Wann aber ſolches Salblein gar zu einem Waſſer iſt worden / So ſoll man ein wenig zuſtoſſen Gummi darein thun / vnd kuͤchlein darauß machen / vnd hernach dieſelb mit Waſſer zutriben / in die Augen ſchmieren. Nimb ein gantzes vollkommen Schwalben Neſt / alſo daß nichts han⸗ genbleibe/ond wirffe es in ein Gefaͤß / vnd geuſſe Waſſer darauff / vnd wann du ſolche wol vnter einander geruͤhret haſt / ſo preſſe den Safft darvon / durch ein Thuch / vnd geuß ſolchen dem Roſß in den Halß / vnnd behalts Roſß in ei⸗ nem warmen Stall / da kein kelt kan zukommen / vnd gibe jhm allein Kleyen / vnd Heckerlein / oder Sprew zu freſſen / vnd enthalt ſolches von Gerſten / vnd anderm harten Futter / vnnd nimb als dann gruͤne Saat / von Getreyde / vn⸗ gefaͤhrlich zwo guter Handtvoll / vñ vermiſche darzu Honig Waſſer ein Noͤ⸗ ſel / klein zuſtoſſen Weyrauch vnnd Hartz / iegkliches ein Vntz / vnd das lauter von zweyen Eyern / vnnd ſeude ſolche wol im Wein / biß ſo lang ein Vngendt darauß werde / vnnd ſtreich als dann von demſelben ein wenig auff ein leynen Thuͤchlein / vnd leg ſolches auff das gantze Aug / vnd bind es mit einer binden zu / vnd laß es ein gantze Nacht darauff ligen / Vnd wañ es tag wirdt / ſo nimb es wider herab / vnnd ſpeiß das Roſſz mit vorgedachtem Futter / vnd vber den vierdten tag / ſchmiere das boͤſe Aug mit gutem Honig. Fuͤr ſchmertzen der Augen. Dieſe Artzeney lindert den ſchmertzen der Augen / welche man alſo zu⸗ richtet. Rec. Wachs / Hartz / Ammoniacum / ſelbwachſenden Salniter / eines ſo viel als des andern. Item / es mindert auch den wehtagen / So man nimmet Spicanard ein halb lot / Saffran cin quintlein / Krafftmeel ein halb loch / mit gutem Ho⸗ nig zuhauff vermiſchet. | * i Ein A Bon Artzeney Ein gute Artzeney / zu den verwundten vnd ſchadhafftigen Augen. Wann die Augẽ verwundt oder ſonſt ſchadhafftig ſein / ſo ſol ian nem⸗ men / Myrrhen / Saffran / Kammelſtroh / klein zuſtoſſen / mit Honig vermi⸗ ſchet / in die Augen ſchmieren. | —— Wie man die Kaas Augen hey⸗ | len ſoll. 9 Die wunden der Augen werden alſo geheylet / nimb Saffaran / weiſſen Pfeffer / Salarmoniack / Maheſamen Safft / Knoblach / jegkliches ein Bnß/ klein A mit Honig ontereinandervermifchet / vnd ftreiche ſolches indie Augen, | 2 ir ne Geleiche krafft hat auch der dürre Menſchenkoth su Puluer geſtoſſen. Item / es hilffet, fomandie Wurtzel von dem wilden Strobeldorn / mit Saltz vermiſchet / auff die Augen leget. J | Rec. Myrrhen / Saffran / Kammelſtroh klein zu puluer geſtoſſen / vnd mit Honig vermiſchet / in die Augen geſchmiert. Was man brauchen ſoll / wann ein Roſſz in eim Aug ein ſchaden entpfange. Rec. Roſenoͤle vnd Eyerweiß / vnd beſchmier damit ein Wolle / vnnd lege es auff das Aug / vnnd den andern tag hernach / ſo nimb die Bruͤhe / darinnen Fœnum Grecum geſotten / vnd behe das Aug wol damit / vnd binde auch fehß⸗ lein / in dieſe Bruͤhe getuncket / auff das Aug / vnnd oben darauff die gedachte beſchmierte Wolle / vnd warn es mit dem Roſſß beſſer wirdt / fobrauch fernen ein Augenſaͤlblein / welches dir gefellt. | Ein guc Augenſaͤlblein / So ein Roſß in ein Aug ift gefehmiffen. | Nimb der beſten Myrrhen cin Vntz / Saffaran zehen Serfienförner ſchwer / vñ ſtoß ſie zu kleinem Puluervondfeudfolcheineinen Honigwaſſer / vnnd vermiſche darzu ein vierteis pfund Honig / vnd brauch es / wann es die noth erfordert. Was der Pferdt. CRXVI Was man brauchen foll/wann einem Roßein fluß in cin Aug fellet / vnd allda ein hitzige geſchwulſt | erreget. I: hißigegefchmwulften der Augen / haben jren vrſprung von hitzigem Sx¶Blut / oder andern vberfluͤſſigen feuchtigkeiten / welche in die Augen fallen / Darumb iſt von noͤthen / das man mit ſolchem fall / die Adern bey dem Ka ſchlage / vnd Blut herauß laſſe / vnd drey tag nach einander’ Honig und ilch zuhauff vermiſcht / in die Augen treuffe. Wo aber durch dieſe mittel / die fluͤſſe nicht verfichen / ſo ſol man Honig vnd bitter Aloe / vnter einander mengen / vnnd in die augen ſchmieren. Oder nimb Hirſchmarck / wol von den kleinen beinlein abgeſoͤndert / vnd ſtoß es in ei⸗ nem ſteinen Moͤrßner / vnd thu darzu klein gepuluerten Saffran vier Scru⸗ pel / vnnd behalt ſolches / biß du es bedarffſt / in einem Glaß / dann es heilet alle wunden vnd verſehrung der augen. | | j Item / nimb Aſch vongebrandten Nöricht / vnnd thue darzu der beſten Myrrhen ein halb quintlein / vñ gleich ſo vil Spicanard / ſtoß ſolche alle klein / vnd behalt ſie in einer Kuͤpffern Puͤchſen Dann ſolche Artzney vertreibet die fleck in den Augen / ſo man ſie offt brauche. Deßgleichen hilfft auch gar wol / der auß gepreſte ſafft von Lauch / in ein Kuͤpffern gefeß gethan / vnd in die augen geſchmieret. Wann aber ein hitzige geſchwulſt von vberfluͤſſigem Blut / die Augen plaget / So nimb Weyrauch / Krafftmeel / Marck auß den Schafbeinen / je⸗ gluches ein quintlin / Roſenoͤl ein vntz / miſch ſolche alle wol vnter ein ander / vñ ſtreich es in die Augen. | Oder nimb geſtoſſen Salß / vnnd blaß ſolches dem Roß indie Naßloͤ⸗ cher / wañ es aber die augen nicht wil auff thun / ſo kere die Augenglider mit ei⸗ nem Inſtrumentlein vmb / vnd ſpruͤtze im als bald Wein darein / vnd laß im zu $ u bey dem Schlaff / Vnd durch diſe mittel wird der gebrechen hinweg gebracht. Durch was mittel man die fluͤß / welche in die Au⸗ gen fallen / ſoll wider zu ruͤck treiben. ERS —4 Waſſer inn die Augen ſpruͤtzet / So treibet es die fluͤß zu 2 ru [2 Item / woman Salß in einem ſtarcken Wein kochet / vnnd dazu thut Myrrhen / vnd gutes Honig / vnd ſolches in die augen ſchmieret / vnnd die ſelb hernach mit kaltem waſſer wider auß weſchet. | ij Ein Bon Artzeney Ein gute ————— bieige geſhwulſt Rec. Blauwen Violen vnd Be fo oielalsdes andern/ond Wein⸗ effig fo viel dich deucht genug ſeyn / Item / Baumoͤle / langen Pfeffer / Seuen⸗ baum Weyrauch /Neyrrhen / jegkliches ein vntz / alles klein zu Puluer geſtoſ⸗ ſen / vnd durch ein haͤrin Sieb geraͤdet / vnnd mit einem balıcı ee: vermiſchet / vnd in die Augen getreufft. * Fuͤr hitzige geſchwulſt der — Wann ein Aug ein hitzige geſchwulſt oberfommet/ So ſollman einen Schwami in Eſſig tuncken / vnd darauff binden. a + Bondem Krebsin Augen. Nimb der frembden Wicken Meel / Erui genandt / vnd bemmiſhedarn Roſenoͤle vnd Eyerweiß / vnd ſchmier damit den — —— 4 Wie vbnd durch waſerley mittel man die Bra vnd Neruoſiſche ſchliemen welheinden Augen — wachſen / ſoll herauß ſchneiden. * GSpflegen offtermahls / auß zehen vnnd dicken EHE feuchuige: keyten / welche in die Augen fallen / Kruſpel vnd Neruoſiſche fehliemen : allda zu wachſen / vnd wann ſie den gantzen Augapffel einnemmen / das Roß gar blindt zu machen / Derwegen von noͤhten iſt / daß man ſolche alſo herauß chneide. i Y Nan ſol das Aug auff ein ſeyt ziehen / damit der Neruoſiſche Kruſpel / ſich gar zuſammen ziehe / vnd ſol als dann ſolchen mit einem krummen hecklein faſſen / vnnd zu rings herumb mit einem ſcharpffen Meſſerlein abloͤſen / vnnd herauß ſchneiden. Es wil auch dieſe Cur nicht leydẽ / daß man forchtſam / oder vnfuͤrſich⸗ tig / ſondern behend damit vmbgehe / damit man nicht den Augapffel / welcher darunder liget / verletze Wann nun der + Krüfpelalfo herauf gefihnitten ift/ ſo ſol man Thuͤch⸗ lein in Waſſer vnnd Weineſſi gemiſchet / netzen / vnnd das Aug damit wol außwaͤſchen. Da auch ein Roß hefftig ſehr mit den Stiffen ſchlegt / oder ſtrampelt / ſo ſol man das Aug mit einer Binden zu binden / vnd vber den dritten tag nach⸗ folgende Artzney in das ſchadhafftige Aug ſchmieren / biß ſo lang es bene i | im ö— — — — e resæ— — — — — Zn. — BR” SER den Schaf Fuͤſſen vermiſchet. der Pferde. cCcxXxvm Nimb Kreyden ein Vntz Weifenichtein loth / Violen wurtzel ein halb loth / vnd vermiſche ſolche alle / klein zu Puluer geſtoſſen / vnter gutes Honig/ vnd mach ein duͤnnes Saͤlblein darauß. Durch waſerley Artzeney / man den Augen raht ſchaffen — moͤchte / welche mit Blut vnterlauffen / vnd in welchen died i cken heutlein zureiſſen / vnd der Augapffel oder Sehe zu weit herauß ſtehet. JR Em Eyerweiß / vnd Roſenoͤle / vnd Bleyweiß / vnd miſche ſolche vnter einander / biß ein Saͤlblein darauß wird / vnd ſchmier es in die Augen / Doch ſoll man auch zuvor dem Roſß bey dem Schlaff ein Ader ſchlagen/ vñ Blut rauf laſſen. | | ann aber der Fluß nicht ſtille ſtehet So pflegen die dicken haͤutlein entzwey zu reiffen/ond alfoder Augapffel fich weyt herauß zubegeben/ Dar- umbfolman infolchem fall / ein tag oder zween mit dem jeßt gedachten Saͤlb⸗ lein innen halten / vnnd Wein in das Aug fprügen/onnd daffelbigeinbeyden Winckeln wol außwaͤſchen / vnnd hernach das Saͤlblein widerumb darein ſchmieren / vnd im Sommerfollmanauch das Aug mit kaltem Waſſer / vnd im Winter mit warmen Honigwaſſer / außwaͤſchen. Ein gut Augen Salb / von Spickanardi. Rec. Oppopanacis vier Scrupel / Blawen Violen vier loth / Spicanard / ein loth / Pfeffer ein halb loth/ in vngefaͤhrlich fünff Scrupel. Eines andern Roffarste meynung / was man brauchen ſoll / Wann die Augen des Roſſes zuſtoſſen oder zuſchlagen ſeind / oder wann Fluͤß darein fallen. | * pfleget gemeinigklich / nach einem Streich oder Schlag / dicker / ze⸗ Dher / Pituitoſiſcher Schleim / auß den Augen zu flieſſen / vnnd der Aug⸗ apffel ſich von ſeiner gebuͤrlichen ſtell zu weyt herauß zubegeben / Darumb von noͤten / daß manſol chen durch folgende Artzneyen raht ſchaffe. | Nimb das Narck auß den Schafbeynen / vnnd ſchmier folches den Roſß in das verletzte Aug / des tages zweymahl / vnd druck alsdañ das Aus genglied feſt zu / damit daſſelbige ein weil im Auge bleibe / vnd in dieſem fall iſt am beſtendas Marck welches noch gar friſch / oder neuwe / oder jhe nicht gar zu alt iſt. Wann aber daſſelbige nicht vorhanden / So ſoll man Gens over Hüner Schmaltz darfür brauchen / oder Gens Schmaltz / mit Marck auß i üij Wann Von Artzeney Wann aber die Wund im aug wider zu hauff gewachſen / vnd geheilet iſt / vnd ein Narb hinderſtellig bleibet / vnd nicht mehr die zehe vnd ſchleimichte feuchtigkeit herauß lauffet / So ſoll man nachfolgendes ſelblein darein ſtrei⸗ en. * Kupfferwaſſer / zehen Gerſten koͤrner ſchwer / oder ein halb Scrupel / vnd Neyrrhen cin Scrupel / Saffran ein quintlein / Marck auß den Schaf⸗ beinen ein loth / ſolche miſch wol vnter ein ander / vnnd laß ſie mit dem aller be⸗ ſten Honig / als lang ſteden / biß ein Selblein darauß werde / vnnd durch dieſe Artzney / koͤnnen die Narben klein gemacht vnd vertriben werden / Es ſoll aber auch das Narck alle zeit wol zugangen / vnd duͤnne ſeyn. Item / ſo ein Roß / entweder durch ſchlagen / ſtoſſen oder reiben / oder auß andern vrſachen / ein ſchaden in eim Aug bekommen / oder inn dem ſelben tun⸗ ckelheit empfindet / So ſoll man auß den Adern / welche vnter den Wangen li⸗ ger Blut herauß laſſen / Dann dadurch wird jme bald rath geſchaffet / vnnd den andern tag hernach / obgedachte Artzney hinein ſchmieren / jedoch iſt dieſe nachfolgende vil beſſer vnd krefftiger / welche man alſo zurichtet. Rec. Gruͤnſpan ein halb Scrupel / MNeyrrhen / ſelbwachſenden Salniter / jegliches ein Scrupel / ſtoß ſolche gar klein wie meel / vñ vermiſch ſie vnter gu⸗ tes reines Honig. Wann aber ein wund verhanden / So heilet obgedachte Artzney / von Narck bereit / dieſelb am beſten / oder ſo man für ſolche / nimbt der fremden Wi⸗ cken meel / Erui genant / wol durch geſiebet / vnd mit Honig vermiſcht / vnnd ein Selblein darauß gemacht / vnd auff die wund geſchmieret. Deß gleichen iſt fuͤr alle ſcheden / welche von auſſe die augen verlehen / vnnd nuͤtzlich / das man die Augenglieder auffzerre / onnd Wein hinein pruͤtze. Da aber ein hitzige Geſchwulſt iſt mit zugeſchlagen / So ſoll man dieſe Artzney brauchen, Nimb gerſten Meel / vnd vermiſch ſolches wol vnter Wein / vnd bind es auff das Aug. | So aber ein fluß iſt daneben in ein aug gefallen/ond gleich wol die obbes melte / zehe / Schleimichte / Pituitoſiſche feuchtigkeit noch herauß lauffet / ſo ſo man den Augapffel / oder die Sehe / mit einem Schwamb wol bedecken da⸗ ſolche nicht verletzt werde / vnd als dañ das aug mit einem gluͤenden Eiſen rennen. | Item / es iſt auch am beſten / das man das aug / welches ein fluß plaget / mit folgender artzney beſchuͤtze / vnd wird alſo bereit. Rec. Wol gepuluertvnd rein gewaſchen Silbergleth / vnd ſafft von Pilſen⸗ kraut / eines fo viel als deß andern / vnd das dritte theil ſo vil deß weiſſen ſaffts / von dem MNanheuptlein / vnd gleich fo vil Gruͤnſpan / vnd miſch ſolche alle wol vnter einander / mit einem ſuͤſſen dicken Wein. * Item / der Pferde. CXXVIII Item / was man zu den Augen der Roſſ nuͤtzen ſol / wann fie entweder Durch einen ſtreich verletzet (oder nach zureiffung / oder Durchfreflung der dicken haͤutlein der Augaͤpffel / oder die Seche zu weyt herauß ſtehet / oder wann Kruͤſpel oder Neruoſiſche ſchliemen darinnen — wachſen. ar ein Aug zuſchnitten oder zuhauwen iſt / vnd ein dicke ſchleimich⸗ te feuchtigkeit herauß lauffet / ſo iſt zubefahren / daß nicht der Augapf⸗ felherauß falle / welches man durch dieſe Artzeney kan verhuͤten. Nimb Marck auß den Schaf fuͤſſen / vnd ſchmier das Aug darmit / vñ brauch darneben die Artzneyen / welche Abſyrtus fuͤr dieſen gebrechen / in dem obverzeichneten Brieff / welchen er dem Hippocrati zugeſchrieben hat / ange⸗ eiget. vi Die Nernofifche Schliemen vnnd Krüfpelaber / welche inden Augen wachſen / koͤnnen durch keinerley Artzeney hinweg gebracht vnnd vertrieben werden. — — | Derbalbenfolmandiefelbige/wolmit einem Singer faſſen / vnd ein Fa⸗ den miteiner Nadel durdurch ziehen / vnd folche fchliemen mir den behden thei⸗ len des Fadens hindan ziehen / vnnd mit einem ſcharpffen Meſſer reyn ablös ſen / vnnd als dann die Wunde mit Ole vnd Saltz / vnnd Marck von Schaf⸗ beynen / darinnen keine Beynlein ſeindt / zu hauff vermiſchet / fechs Tag lang / ſchmieren. | Ä Von den Roſſen / welche mancherley Farben in den Augen / vnd weiſſe Maͤuler haben. Die Roffz welche mancherley Farben inn den Augen haben / koͤnnen nicht wol ſehen / vnd ſeindt darneben vntreuw / vnd ſcheuhe. Gleicher geſtalt pflegen auch die jhenigen gerne zu hincken / vnnd auff langen Reyſen nicht zu dawren / welche bundte Flecken / oder viellerley farben ander Haut der Schienbeynen haben / wiewol die Parther / ſolche Roſſz für Die edelſten vnd beſten / weil ſie erſtlich bey jnen alſo Bundt gefallen / halten. Zu dem iſt zu wiſſen / daß die Roſſz / welche weiſſe Naͤuler / vnnd darneben groſſe bauſſende Augen haben / lang leben / vnd ſehr alt werden. Von = Bon Arkenen Von den Eyterichten Geſchwuͤren hinder den Ohren. | OBhetu wuͤnſchet dem Degmio Plaſtico / viel gluͤck vnd heil. Nach dem du gute luſt haſt / mit den Roſſen vmb zugehen / So iſt dir noͤtig zu wiſſen / das es ſich offt begibet / das dieſelben an dem ort / da ſich der kopffendet / vnnd der Kam anfenget / vnnd alſo hinder den ohren / ein harte peule oder Geſchwulſt vberkommen / welche manalfo vertreiben vnnd heyſen Nimb einen ſchwam / vnd tunck den ſelben in lawlicht warm waſſer / vnd Bind ihn alſo auff die geſchwulſt / deß tags zwey mal / biß ſie Ayter gewinnet / Als dann ſol man ſolche an dem vnterſten ort / mit einer flietten auffſchneiden / vnd den Ayter wol herauß lauffen laſſen / vnd hernach klein zurieben Saltz / in den ſchaden reiben / Vnd den andern tag / mit Warmen waſſen außwaſchen / vnd den hinderſtelligen Ayter wolabwiſchen / vnd der frembden wicken Meel / Erui genandt / mit Honig vermiſcht / darauff legen / ſo wird der ſchade wol wi⸗ der heilen / Man ſoll aber ſolche Geſchwulſt nicht mit den fiengern drucken / dann es pfleget die ſelbe davon ſich deſto mehrer zu entzuͤnden / vnd endtlich in fiſteln verwandelt zu werden. ad | Wann aber folchepeufen oder geſchwulſten / die Keel vnd den Halß ein⸗ nemen / vnd allzuſehr zuſammen drucken / So kan das Roſſz weder eſſen noch trincken / vnd die zung lauffet jm hoch auff / vnd geſchwillet / vnd ſtrecket die ſelb weit herauß / vnd hat ein ſchwertzliche farb / ond das Maul ſtehet jhm ſtehts voller ſchaum oder geſt / Darumb ſoll man ſolchen auff gleiche weiß / wie ſetzt gedacht / rath ſchaffen. , | Da aberdas Ayterichte geſchwuͤr / inwendig in dem halß auffbeicht/ vnd der Ayter zu dem halß berauß lauffet/ Sofollmanmiteiner Sprüßen/ oder fubtilen Chriſtieroͤrlein / waſſer darunter cin wenig Weineſſig vermifcht/ inn die Ohren treuffen / oder ſpruͤtzen / vnd ſoll hernach die geſchwulſt wol mit Honig ſchmieren | Bon den Geſchwulſten vnd Frepffen an dem Half | X Ann ein Roß ein Ayterichte geſchwulſt andem Halß / allda viel Hei⸗ druͤſſen find/bekonmnet/ vnd Ayter zudem Naul herauß lauffet / So ſoll man ſolche alſo Curiren. Nimb gerſten Meel / mit Eſſig vermiſcht / vnnd leg es daruͤber / Vnd wann ſich die Geſchwulſt dauon nicht ſetzet / oder kleiner wird / So ſoll man die haut / welche vber der geſchwulſt oder dem Kropffliget / auffſchneiden / vnd mit einem Eiſern Kornzenglein oder anderm Inſtrument / alle Heidruͤſſen herauß nemmen / aber die Haut mit der bloſſen Hand nicht beruͤren. So der Pferdt. Cxxꝛix So aber dieſelbige / durch gedachte mittel vñ Artzneyen / ſich nicht woͤl⸗ len vertreiben laſſen / So ſoll man den Schaden mit einem gluͤenden Eyſen SETS * Sr zässet zul FAN zZ = —— EIN I "DE 2 Na brennen / biß ſo lang dicker Enter herauß lauffet / Vnnd Hernachden Brandt⸗ ſchaden wider heylen / wie oben angezeiget. Das beſte mittel aber / welches man in dem aufang dieſes gebrechens brauchen mag / vnnd ſo baldt ein Roſſz ſolche geſchwulſt vberkommet / iſt / daß man nemme ein Öleyenerunde Kugel / welche mitten ein loch hat / daß man ſie anhengen kan / vnd ſol dieſelbige in das Gebiſſz binden / damit wañ das Roſſz ſolches im Maul herumb wirfft / mit der Kugel die geſchwulſt beruͤhre. Glleiche krafft hat auch ſolche geſchwulſt zuuertreibẽ / der wilden Kuͤrb⸗ fen wurtzel / wo man derſelben klein geſtoſſen Meel / mit ſcharpffem Weineſſig vermiſchet / daruͤber leget / oder darauff ſchmieret. SR | Denibenigenaber/ welche Kroͤpff an dem Halß haben / follman onter der Zungen Adern ſchlagen / vnnd ſo genugſam Blut iſt herauß gelauffen / ſo fol man klein geſtoſſen Saltz darein reiben. | Es haltenauch etliche diefes fürein gewiſſes vnnd bewertes mittel / für die Kroͤpff / oder erharte Heydruͤſſen / So man dem Roſſz taͤglich ſechs Vntzen geſaltzene Fiſchlacken / durch einen Trechter oder Horn inn den Halß Ar ae e on U» | Von Artzeney vnd hernach nimmet / ſubtiele / geſpaltene vnd wol gehobelte Hüßgene ſchinen / vnd bindet dieſelb alſo bloß / mit einem Leynen Band / auff die Krͤpfffe. Item / ſo ein Roſſz harte Heydruͤſſen / Kroͤpff / oder ander Beulen vnnd geſchwulſten an dem Halß hat / So ſol man ein Artzney darauff legen / welche dieſelb zu ſchweren bringen kan / vnd wañ ſie Eyter gewinnen / ſo ſoll man ſol⸗ che mit einer Flietten oder Laßeyſen eroͤffnen / vnd auffſchneiden / vnd alsdañ in das Loch einen Neeiſel / von leynen faͤhßlein gemacht / in ol vnd Weineſſig getuncket / hinein ſtecken / biß fo lange kein Eyter an dem Meiſel klebe / vnd der Schade gar reyn werde / vnd alsdann ſol man Artzney oder Pflaſter darauff legen / oder ein Puluer darein ſtreuwen / welches wol außtrucknet / vnd wider⸗ umb heylet / vnd den Schaden gantz vnd gar zuſchleuſſet. —— Nachfolgende Artzeney hat auch dieſe Krafft / daß es die harte Beulen am Halß / vnd hinder den Ohren / vnd die Kroͤpff zutheylet vnd verzehret / vñ wirdt alſo bereyt. TE , | Rec. Wachs acht vnd zwentzig quintlein/ Terpentin fechs vnnd zwentzig quintlein / Honig ein wol gewegens quintlein / oder vier Scrupel / Galbam ein loth / Ammoniaci viertzehen quintlein / Baumoͤle im Sommer zwoͤlff vn⸗ tzen / vnd im Winter ſechtzehen vntzen / ſolche ſoll man alle wol zuhauff vermi⸗ aa re darauf werde. | = an fan auch die harten Beulenam Halß / vnd hinder den Ohren / zu ſchweren bringen / So man nimpt Weytzen Meel / Hartz / Weineſſig / vnd Schweinen Schmaltz / alles zuſammen gemiſchet / vnd auff ein thůchlein ge⸗ ſtrichen / vnd auff die Beulen gelegt / vnnd wann dieſelb Eyter gewinnet / ſoll man ſie mit einem Laßeyſen auffſchneiden. — Von den leuchten vnd vnnatuͤrlichen geſchwul⸗ | ſten der Ohren. | | ih HATTEN aneittem Ohr /ein vnnatuͤrliche Ge⸗ ſchwulſt / oderein Leuchteentfpringet / vnnd die Epterichte EHER feuichtigfent/oder ein zeher / dicker Schleim / gleich wie ein Ho⸗ —— nig in einem geduppelten heutlein/ verborgen liget / ſo ſol man E ſolche Geſchwulſt / nach gelegenheit des orths / gerad auff⸗ ſchneiden / vnnd hernach Alaun / mit Honig vermiſchet / in den Schaden le⸗ gen. Wannaber ein offener Schaden hierauß erfolget / ſo ſoll man denſelbi⸗ gen mit Wein vnd Baumoͤle wol außwaſchen / vnd hernach den außgepreß⸗ ten Safft von Lauch darein treuffen / vnd mit warmen Waſſer alsdann wol außwaͤſchen / Vnnd das Kraut Tauſendtguͤlden / oder Fieber⸗ kraut / klein geſtoſſen / mit Wein vermiſchet / darein gieſſen. Wie der Pferdec. cxxx Wie man die — der Ohren ſtillen . möcht. EEn ſchmertzen der Ohren ſoll man / ſo baldt es immer muͤglich iſt / ſtillen / damit das Roß nicht vnſinnig das von / oder tholl werde / vnd ſoll alſo / Erſtlich die Ohren mol E von dem Vnluſt außreynigen / damit nicht etwas davon hin⸗ mM derſtellig bleibe / vnd den ſchmertzen vervrſache / vnd wann fie alſo gereyniget / vnd mit einem weichen Schwamb wol abgetrucknet ſein / ſo fol man Honig / Salniter / vnd Waſſer vnter einander vermiſchet / vnd durch ein Thuch geſeyhet / in das Ohr ſpruͤtzen / oder treuffen / vnd foll auch Leynene fehßlein / in gedachte Artzeney tuncken / vnd in das Ohr ſtecken / vnd ein nacht darinnen ſtecken laſſen / vnd den anderen Tag, ſol man das Ohr mit warmen Waſſer / darunter Salniter gemenget / wol außwaͤſcht / biß ſo lang das Roß ſeine geſundtheit erlanget. Durch waſerley Mittel / man das Waſſer vnnd andere ding / ſo in ein Ohr gefallen / moͤcht wider herauß gewinnen. | Ann einem Roſſz Waſſer indie Ohren fompe/ Su 2” fo ſoll man daſſelbige alfo wider berauß gewinnen Wimb alt EN, FE DSaumöleonmd Salniter / eines ſo viel als des andern / vnnd ® So, treuffe es in das Ohr / vnnd ſteck hernach ein wuͤſchlein Wolſe sNdarauff tieff hinein. Daaber ein Thierlein in ein Ohriſt gekrochen / fo ſoll man ein ſubtiel Sucherlein / mit Wolle bewickelt / vnd mit anklebendem Hartz beſchmiret / ine das Ohr ſtecken / vnd ſolches hin vnd wider wenden / damit man das /henige / ſo darein kommen / moͤchte beruͤhren / vnd alſo wider herauß ziehen. Im fall aber ſonſt etwas / das nicht lebendig iſt / in ein Ohr gefallen / ſo ſoll man daſſelbig / entweder mit einem Ohrloͤffelein / oder mit einem ſubtilen Erummen Hecklein / herauß gewinnen. So man aber damit nichts außrichten kan / ſo ſol man warm Waſſer / geſchwind vnd behend / mit einem ſpruͤtzlein / in das Ohr ſpruͤtzen / ſo wird ſol⸗ ches das jenige / ſo darein kom̃en / wol herauß treiben / Vnd glei⸗ cher weiß / ſo ein offener Schaden im Ohr verhan⸗ den / ſol man die Artzeney hinein ſpruͤtzen. ij Von Bon Arsenen Von den Geſchwollenen Mandeln. Ann einem Roſſe Beulen oder Bügel innwen⸗ DJ dig in dem Halß / bey dem Schlung vffſchieſſen / oder die Man⸗ IR deln geſchwollen / ſo kan daſſelbige nicht wolfchlingen/ vnd we⸗ Nder Eſſen noch Trincken zu ſich nem̃en / ſonder ſtrecket die zung NN weygt herauß / welche gar erſchwartzet / vnd ſtehet jn das Maul allezeit offer Schaum, oder Geiffer » Darumb foll man demſelbigen / auff a weiß / als von den geſchwulſten vnd Kröpffenam Halß gefaget/ raht⸗ chaffen. Wann aber ſolche Beulen inwendig auffbrechen / vñ der Eyter zu dem Maul herauß lauffet / So ſoll man dem krancken Roſſz / Waſſer mit ein we⸗ nig Weineſſig vermiſchet / durch ein Spruͤtzlein in die Naßloͤcher ſpruͤtzen / vnd als dann einen Sucher in Honig tuncken / vñ damit die Eyterichte Beu⸗ le / oder Geſchwulſt / wol ſchmieren. Da aber die Mandeln geſchwollen / So ſol man Diefelbige erfitich wol: mit ficdent heiſſem Waſſer beſpruͤtzen / vnd hernach Gerſten dꝛeel/ mit Waſ⸗ fer vermiſchet / darauff ſchmieren. Soaberfotche geftvolfene Mandeln / glich ſchon geheylet/ vnd noch Eyter darinn hinderſtellig blieben / ſo ſoll man dieſelb mit einer Flietten wider auffſchneiden / vnd mit gebuͤrlichen Artzneyen heylen. Imfall aber feine Artzeney pen il fomanDgemiie glücnden Eyſen brennen. F | Wie man den Schmerken an dei Klenbacken oder EN die Geſchwulſt ders felbigen vertreiben möcht. ERS Ann einem Roſſz die Kienbacken weh chun / So ſoll man dieſelbige mit warmen Weineſſig behen / vnd mit altem Schweinen Schmaltz ſchmieren / Vnnd wann von ſolchem der FT Schmergnichtnachläffer/ fofolman ſie mit einem gluͤenden Eye Pe J— en ſeindt. Durch was mittel man die Stein / welche an den. Kienbacken wachſen / ſol hinweg bringen. Bſyrtcus / wuͤndſchet dem Damato 2 Tomeo / biel 5 Stücken Heyl. an OR 4 der Pferde. ORREI Weildu viel Roß helteſt / ſo iſt di notwendig zu wiſſen / daß offtmahls an derſelben Kienbacken Stein wachſen / welche erfordern / daß man fie als⸗ bald ſoll herauß ſchneiden / Dann wo ſie lang allda bleiben / ſo wuͤchſen ſie he lenger je groͤſſer / vnd brechten ſchaden: Derwegen ſol man ſolche Beulen / darunder der Stein liget / mit einer ſcharpffen Flietten / oder einem anderem Inſtrument / auffſchneiden / vnnd den Stein mit einem Kornzenglein ergreif⸗ fen / vnd herauß ziehen / vñ darneben darauff fleiſſig achtung geben / daß nicht ‚etliche kleine Steinlein hinderſtellig bleiben / Dann wo ſolches geſchehe / ſo wuͤchſen ſie als groß / wie die vorigen geweſen / vnnd erforderten / daß man ſie auch herauß ſchneiden muͤſte. | | Bſyrcus / wuͤndſchet dem beruͤhmpten Roſſz⸗ Deßgleichen geſchwellen im darneben auch die Augen / vnd der gantze Kopff / vnd der Halß wirdt jm gantz vnd gar zugeſchloſſen / daß es auch weder Futter noch Trincken kan hinein bringen. Solchem aber wirdt durch dieſes Yittel raht geſchaffet / So man den Kopff / den Schlaff / vñ die Zung / wol mit Ochſen Gallen ſchmieret / vnd her⸗ nach dieſelb mit warmen Waſſer abwaͤſchet / vnd Baumoͤl mit Wein vermi⸗ ſchet / in die Naßloͤcher ſpruͤtzet. Es ſoll aber das oͤle darneben alt ſein / wo es aber nicht vorhanden / ſo ſol man anders brauchen. Etliche rahten / daß man Feigen mit Salniter ſol in Waſſer ſieden / vnd die Bruͤhe darvon / gleicher geſtalt / dem Roſſz eingieſſen. Item / es dienet auch gar wol hierzu / ſo man ein Artzeney von dem bdel⸗ lio bereytet / auff ein Thuͤchlein geſtrichen / vnd vbergelegt. Wann nun der Gebrechen etwas nachlaͤſſet / vnd das Roſſz Futter be⸗ geret / ſo follman jhm grün Graß fuͤrlegen / oder ſoll das Roſſz an die Weyde ſpannen / welche jm dañ auch viel beſſer wer / vnd wo kein Weyde noch Graß vorhanden / ſo ſolle man das duͤrre Heuw / mit Waſſer / darunder auch Sal⸗ niter gemiſchet / beſprengen / vnd jhm als dann Gerſten / mit Weytzen Saat / fuͤrgeben. | Die Aderlaß an andern Gliedern / bringet feinen nutz Dani alleindie ſenige / welche am Gaum zugeſchehen pfleget / die nuͤtzet gar wol / in den Halß geſchweren. Re: Bus. u: Daes | Bon Arsenen Daes ſich auch / mit dem Roſſz / zur beſſerung ſchicket / ſo ſol man dem ſelben wilde Kuͤrbes / oder Colocinth vnd Salniter / mit einer Bruͤhe zuhauff vermiſchet / in den Halß gieſſen / damit die boͤſen ſchedlichen feuchtigkeyten / in ſtuͤlen hinweg kommen. u Es befehlen auch etliche / welchen Stratonicus zufellet, daß manden Roſſen / nach der Behung oder Waſchung / mit warmen Waſſern / ſol Meel in gewaͤſſertem Wein ſieden / vnd das Geſchmuͤr damit ſchmieren / Vnd etli⸗ che rahten auch / daß man die Zung mit Salniter / oͤle vnd Honig / wol reiben ſol / vnd hernach dieſelbige mit Meel / vnter Wein gemiſchet / wolſchmieren. In gleichem fall loben etliche den Schweinskoth / mit Honig vermen⸗ get / vnnd herumb geſchmieret / es ſoll aber des Honigs alſo viel ſein / damit man den Schweinskoth wol kan darinnen zutreiben / vnd es woͤllen etliche / daß man in gedachtem gebrechen / nur feuchte Behung / vnnd keine truckene reibung brauchen ſoll. Wie man die Kroͤpff / oder erharce Heydruͤſſen an dem Halß der Roſſe / vertreiben vnd herauß ſchneiden moͤcht / ac. — — FE —8 N We > 71 SR KR R N N — N = * A > SS, ; =. @ Ss —— der Dferdt.. cxxxnu Shaben gar viel Roſßaͤrtzt / bon den Kroͤpf⸗ re fen der Roſſz / mancherley Artzeney beſchrieben / welche doch Aentweder / das meiſte theil / wenig nutz bringen / oder nicht zus TIER bekommen / noch reche gebraucht werden moͤgen. Denn etliche ſagen / man ſoldie Kroͤpff mit Gerſten Meel / vnnd Hartz ver⸗ miſchet / ſchmieren / vnd etliche woͤllen / daß man ſolche Artzeney / zuvor ſoll in Weineſſig ſieden / biß ein zehes Pflaſter darauß werde. | Ettliche pflegen die erharte Heydruͤſſen / zuvor mit Weißen Meel vnter Wein vermiſchet / zu ſchmieren / vnd hernach einen Schwamb / in Weineſſig getuncket / daruͤber zu binden. — | us Etlicheandere pflegendie Haut auff zuſchneiden / vnd Wolffs Neilch / oder die wurtzel von wilden Kuͤrbſen / darein zuſtecken. a. Mich deucht aber / daß die jenigen gar vnrecht thun / welche die Kröpff mit gluͤenden Eyſen brennen / Dañ es iſt vnmuͤglich / daß ſie dardurch moͤch⸗ ten zu ſchweren gebracht werden / weil ſie viel mehr ein gar dicke Haut / vnnd ſteinichte haͤrtigkeit / darvon bekommen / So laͤſſet auch hernach das Roſſz / das ſchadhafftige Glied / mit der Handt nicht anruͤhren / vnnd wirdt jhm der Kopff darvon beſchweret / vnnd geſchwellen jhm die Augen / vnd das Naul/ vnd lauffen die Adern am Halß ſehr auff / vnd bauſſen. | | Derwegen halt ich am meiſten darvon / daß man die Kröpff alfo her⸗ auß ſchneide / wie es zu Alexandria breuchlich / vnnd ſolches iſt auch das aͤller beſte Mittel / dardurch die Kroͤpff moͤchten vertrieben werden / vnd wirdt alſo verbracht. | F Man ſoll dem Rofizdie Beyn mit einem Seyl zuſammen ziehen / vnd nider werffen / vñ den Kopff feſt halten / vñ die Haut / welche vber dem Kropff iſt / mit einen Zangen faſſen / vnd ſolche mit einem ſcharpffen Neffer/in einem Lürckel rundt / ſo weyt auffſchneiden / daß man den Kropff geraum herauß ge⸗ winnen moͤcht / vnd wann die Haut weyt gnug auffgeſchnitten / ſo ſol man die heutlein vnd ſchliemen / gleicher geſtalt / mit der Zangen faſſen / vnd hindann gezogen / entzwey ſchneiden / vnd wann die Kroͤpff / oder erharte Heydruͤſſen / von den Schliemen vnd Haͤutlein wol abgeloͤſet / vnd man dieſelbige recht ſe⸗ ben kan / So ſoll man die Haͤutlein vnd Schliemen / mit der ſpitzen des Meſ⸗ ſers halten / vnd mit einem Finger vnd Kropff vmb und vmb wol abloͤſen / vnd alſo gantz herauß ziehen. Da man aber den Kropffalio gantz nicht herauß gewinnen kan / ſo ſoll man denſelbigen ſtuͤckweiß alſo herauß nemmen / daß nichts darvon hinder⸗ ſtellig bleibet Dann wo nur ein kleines bißlein darvon hinderſtellig bliebe / ſo wuͤrde daſſelbig widerumb groß wachſen / vnnd muͤſt als dann wider herauß geſchnitten werden. J— Man ſolle auch inn dem ſchneiden / darneben fleiſſig achtung darauff geben / damit man nicht ein Ader dardurch verletze / vnnd wann gleich ein | —— Blutfluß * Von Artzeney | Blutfluß nach dem Schmidt folget / ſo darff man fich doch darfuͤr nicht ſeh foͤrchten / dann er kan nicht leicht gefahr biingen. Wamn nun ein Roſſz wider iſt auffgeſtanden / fo ſoll man faͤhßlein von wuͤllen Thuch in ſcharpffen Weineſſig vnd Saltz tuncken / vnd dieſelbige alſo feucht in die Wundt ſtecken / davon wirdt der Blutfluß wol verſtehen. Da aber das Blut nicht vberfluͤſſig zum Schaden herauß lauffet / So ſoll man oͤle vnnd Eſſig / ohne Saltz / mit fehßlein in den Schaden legen Und ſoll ſolche Artzeney / auff den dritten tag wider herab nemmen / vnd die Wundt wol mit warmem Waſſer außwaͤſchen / vnnd alsdann fehßlein / in Wein vnd oͤle getuncket / darein ſtecken / vnd vier tag darinnen laſſen. Wo aber auch geſchwulſt wolt neben der Wundt mit zuſchlagen / ſo ſoll man dieſelbig wol mit Waſſer behen / Vnnd da ſich die geſchwulſt ſetzet / ſo ſoll man fehßlein / mit Honig beſchmiert / brauchen und wann die Wund wol ge⸗ reyniget / vnd mit Fleiſch außgefuͤllet worden / ſo ſol man ein Pflaſter / welches die Griechen Liparon neñen / vnd hernach beſchrieben / darauff legen / vnd den Schaden follendt — Br Auch foll man wiſſen / daß man dem Roſſz den tag / auff welchen man den Kropff herauß ſchneiden will / nicht che ſoll zu ſauffen geben / es ſey dañ der Kropff zuvor herauß gewonnen / fonft wuͤrde da ſelo gar zu ſehr bluten. Deßgleichen ſol man auch ſolchem den gantzen tag vber / kein Gerſte zu freſſen geben / Sondern allein an dem Hew benuͤgen laſſen / Dañ es iſt zu be⸗ fahren / wo es die Kienbacken / mit dem kaͤuwen / zu ſehr beweget / daß nicht ein hitzige geſchwulſt / von vberigem Blut / deſte ehe mit zuſchlagen moͤcht. Es iſt auch nothwendig / vnnd am aller beſten / daß man die Kroͤpffden Fuͤllein / wañ ſie noch gar jung ſein / vñ jnen die erſten oder andern zeen wach⸗ ſen / wie gemeldet / herauß ſchneide / dann zu ſolcher zeit / pflegen ſie am meiſten Kroͤpff / vnd erharte Hexdruͤſſen an dem Halß zubekommen. Item / es treget ſich auch bißweilen zu / daß in den jhenigen / welche die Kelſucht habẽ / oder in welcher Haupt ſich ein Eyterichte feuchtigkeit verſam⸗ let / vnnd hernach indie Glieder fellet / vnnd dieſelbige ſchwaͤchet / llhm vnnd math machet / die boͤſen feuchtigkeyten ſich in die groſſen Adern / welche vnter die Ohren ligen / begeben / vnd allda eine harte Beul oder Geſchwulſt machet / dardurch die Naßloͤcher verſtopffet / vnd der Athem verhindert / vnd der Halß gar verſtopffet wirdt / daß alſo das Roſſz muß hungers ſterben. Die verſchnittenen Roſſ / pflegen ſelten Kroͤpff / oder harte Heydruͤſſen am Halß zubekommen / Vñ wo ſie derſelben gleich etliche zuuor gehabt / ehe ſie verſchnitten worden / So verdorren vnd vergehen doch ſolche hernach / Dar⸗ umb pflegen auch die Reuſſen vnd Tattern / den jungen Fuͤllen / wann ſie nur gefallen ſind / die Hoden alſo zuſchlagen / vnd gar zuquetſchen / damit ſie nicht Kroͤpfficht werden / vnd halten auch dieſe für diebeſte art vnd weiß / zu Caſtri⸗ ren / dañ ſolchen fellet hernach kein Zan auß / Sondern behalten allweg die er⸗ ſten / wie ſie von anfang gewachſen. Idtem / der Pferdt. CRXxIII Itenm / den jungen Fuͤllen / welche kaum fuͤnff oder ſehhs Monat alt ſein / pflegen bißweilen die Kroͤpff oder Heydruͤſſen / an dem Halß alſo auff zu lauf⸗ fen / vnnd zu geſchwellen / daß ſie auch kein Graß darfuͤr freſſen / noch an der Mutter ſaugen koͤnnen / derwegen von noͤten / daß man ſolchen durch ſchnei⸗ den/die Kroͤpff herauß gewinne / vnnd indie Wundt Saltz hinein reibe/ond wider auff die Weyde lauffen laſſe. ann aber dieſelbe ſchon ſchwuͤrig worden / vnd Eyter bekommen ha⸗ ben / ſo ſoll man ſolche herauß ſchneiden / vnd den Schaden wol außwaͤſchen / vnd alsdann vber den dritten tag / mit oͤlheffen / Bech / vnd öl vermiſchet / wol beſchmieren / damit nicht Wuͤrmer darinnen wachſen. Eins andern Roſſzartzts meynung / von den Kroͤpf⸗ fen vnd geſchwollenen Mandeln. ST Ann innwendig in dem Halß / bey dem Schlung / Kroͤpff wachſen / ſo kan man dieſelb nicht herauß ſchneiden / derwegẽ von noͤten / daß man ſolche durch vber gelegte Pflaſter vertreibe. | Erſtlich aber follman folche Artzeney daraufflegen / welchediefelbige ſchwuͤrig machen / vñ ſol alſo auffdie Beul legen / Gerſten Meel / Schweinen Schmaltz / Eybiſch / vnd Knoblachs Haͤupter / zu hauff vermiſchet. Da aber durch dieſe vbergelegte Arlzney / die geſchwulſt nit auffbricht / ſo ſol man ein ſehr hitzige Artzeney darauff legen / welche nur die Haut hinweg etzen kan / damit die Kroͤpff / oder erharte Heydruͤſſen / herauß fallen / Vnd als dañ ein Zugpflaſter darauff legen / damit es das ſchaͤdliche / welches noch hin⸗ derſtellig blieben / vollendt herauß ziehe folches aber kan man alſo zurichten. Rec. Venediſche Seiffen ein pfundt / alt Schweinen ſchmaltz zwey pfund / feißte Feigen / vnd Vogelleim / jegkliches vier loth / Wachs vnnd Bech / ſo viel deſſelbigen genug iſt / daß ein Pflaſter darauß werde. | Die Kröpff haben fürnemlich jre ankunfft / von verenderungder Waſ⸗ ſer / vnnd wechfet alfo gemeinigklich an dem Half / ein Beul / fogroßale cin Welſche Nuß / vnd auff dieſelb follman ein hitzige vnd fehr brennende Artzney legen / ſonderlich wann ſolche ſehr hart iſt. Wann aber das Roſſz darneben mie dem Huſten geplaget / ſo ſoll man demſelben etwas in den Halß gieſſen / daß da lindert / damit der Huſten dar⸗ durch geweret / vñ die Lufftrhoͤr keinen ſchaden darvon empfangen. Darumb ſoll man jm erſtlich eine Bruͤe / darinnen die Fruͤcht von Gedernbaumen/oder Wachholterbeer geſotten / vnd welche zuvor wol durch ein Thuch geſeyhet / in den Halß gieſſen / vnnd hernach einen Tranck / von wolriechender Wuͤrtz / vnd von Wein / oͤl vñ lautern Eyern zugericht / eingieſſen ran ſol aber den Roſ⸗ ſen zuvor an dem Kam ein Ader laſſen. Diefe Aryeney zutheylet vnd zutreibet auch die Kroͤpff / vnd — | | ereyt: Von Artzeney bereit: Nimb Feigen ein pfundt / Salimter / Galbanum / Stopffwachs oder Voſioß/ mi welchem die Bienen die Klunſen in Bienſtocken verfleiben/jege > liches ein halb pfundt / Bech vier loth. | Spaber an den Kienbackt Kröpff/ oder fonft harte Beulen auffſchieſ⸗ | ſen / ſo follman dieſelbige⸗ Erſtlich mit warmem Waſſer wol behen / vnnd her⸗ nach nemmen Feigen / vnd klein zuſtoſſen Salniter / Schweinen Schmaßz⸗ vd Gerſten Neeel / vnd ſol dieſelbige/alle zu hauff vermiſchet / in Honigwaſ⸗ ſer vnd oͤle ſieden / biß ein Vngendt darauß werde / vnnd ſoll die Beule darmit ſchmieren. Daaber die Beule / oder der Kropff veraltet / vnnd hart worden / ſo kan derſelbige durch gedachte Artzeney / nicht vertrieben werden /fondere man muß jhn herauß ſchneiden / vnnd hernach die Wundt / mit einer hitzigen Artzeney / brennen. Trernyviefe lrmeysveichetond sürhenfetbieKuöpff harte Heydruſ⸗ ſen / Leuchten vnd Vberbeyn / vnd wirdt alſo bereyt. x Rec. Violenwurtz / oͤl von Violenwurtzel / Oleum Irinum genandt / jegkli⸗ ches ein halb pfund / Wachs zwey loth / Ammoniaci ſechs loth/ ſolche folman alle wol zugangen / zuhauff vermiſchen / vnd wann es die notturfft erfordert / brauchen Da man auch luſt hett ein Sal bb zumachen, welche die mũͤdigkeyt ver⸗ | treibet / So mag man dieſelbige auff dieſe weiß berenten. Rec. Galbani / Opopanacis / Wachs / Teuffels koth / mmoniaci / ſegkli⸗ ches vier loth / trucken Fichten Hartz zwey loth / Griechiſch Bech / oder Colo⸗ phonien vier loth / miſch dieſelbige all uhauff/ vnd fehnmier die muden Gi ker darmit / ſo vergehet darvon die muͤdigkeit. Es zutreibet auch dieſe Artzeney die harten Geſchwulſten vnd Beulen/ | welche man alfo bereyt | Rec. Efihvonden leer Muſcheln/ vund ſicde dieſe bigein Hont/ vund { ſchmier die Beuldarmit. F Von dem Fleiſchichten gewuͤchs in der Raſen der Roſſz / Polypus genandt / vnd wie man daſſel⸗ bige ſol vertreiben. F S pfleget offt den Roſſen / ein fleiſchic Se DER 1:5 wuͤchs in den Naßlöchern zu wachfen (welches die Griechen Ss Polppummennen) vnnd folche zu plagen / vnnd die Naßloͤcher RIND. gar außsufüllen/ond zuverſtopffen / vnd auch auß denfelbigen ERBE ein ſtinckender Enter zu flieffen/ / darvon denn auch der Athem / goelchen fievon fich blaſen / ſtinckendt wirdt / vñ nimpt alfodas Roſſz an dem Leibab / vnd verdorret / wirdt trawrig / math vnd krafftloß— vnd kan nicht wor mickern oder ſchreyen. Solchen | der Pferde. CRRKIIU Sdolchen gebrechen aber / ſol man alfo vertreiben / Wann das fleiſchich⸗ te gewůchs zu der Naſen herauß gehet / So ſoll man entweder daffelbigegary oder ein ſtuͤck herab ſchneiden / vnd als dann rohes / vngebrendtes roth Kupf⸗ ferwaſſer ertzt / klein gepuͤluert / vnter Weineſſig vermiſchen / vnnd damit das gewuͤchs ſchmieren / oder ſol gekochte Oelheffen / darzu Dfterlucen vermenget / darauff ſtreichen. GR — Wann aber ſolches fleiſchiche gewuͤchs / tieff in der Naſen ſtecket / alſo / daß man darzu nicht wol kommen / noch daſſelbig beruͤhren kan / ſo iſt es auch vnmuͤglich zuvertreibẽ / wiewol etliche befehlẽ / daß man ſolches offt mit Bley reiben ſol / vnd dieſer gebrech iſt bey den Reuſſen vnd Tattern gar gemein. Item / es pflegen auch etliche / wie man ſaget / drey lange ſpitzige Nadeln zu nemmen / vnd dem Roſſz den Kopff hinderſich zu neigen / vnd mit denſelbi⸗ gen in das fleiſchichte gewuͤchs / alſo lang zu ſtechen / biß aller Vnflat / vnd die boͤſen feuchten herauß gelauffen / vnd das gewuͤchs ſchwellig vnd duͤrr werde / Vnd als dann ſpuͤlen oder waͤſchen ſie die Naßloͤcher wol mit oͤl auß / vñ thun daſſelbige etliche tage nach einander / biß das Roſſz dieſer beſchwerung entle⸗ diget / vnd wider geſundt worden. nl | Deßgleichen pflege man auch zu nemmen / Weyrauch ein halb pfund / Satnicer, PRahnfart/ Beinrantenr jegkliches fo viel als des anderen/onnd * in einen Noͤſel Wein zu ſieden / vnnd dem Roſſz inn die Naßloͤcher zu pruͤtzen. | Las: Bon der Huftender Roff. RS Ann ein Roſß den Kopff henget / vnd bißwei⸗ SP len huftet,daßfolche Huſt von den innerlichen Gliedern / jren vrſprung nimmet / Wann aber dieſelbigen ohne vnterlaß hu⸗ ſten / vnd den Halß außſtrecken vnd verdorren / ob fie gleich vil RFutter eſſen / So hat die Huſt jren vrſprung auß kelt / rauheit / oder verwundung des Halſſes. Die Huſt pfleget die jungen Roſſz / gemeinigklich inn dem anfang zu plagen / wo man jnen erſtlich Zaum vnd Gebiſſz in das Maul leget / dañ weil ſie daſſelb / wider jhr gewonheit / offen halten / ſo wirdt dardurch die Bruſt er⸗ Eeltet/ond indem Sommer ziehen fie viel Staub zu ſich / darvon die Lung er⸗ füllet/ond als dann die Huft entſpringet. | Den altenond erwachfenen Roffenaber / pfleget ſolches felten zu wis derfahren/fonder werden vielmehr mit der Huftengeplaget/welche entiveder auß Rauheit oder verwundung des Halſſes / oder viel mehr / wann fie trübe vnnd kotticht waſſer ſauffen / over ſtaubicht Sutter freffeny oder wann fie DR Bun ij er WVon Artzeney | der Hitz gehen / vnnd viel Staub in den Halß ziehen / entſpringet / Vnd folche Huſten iſt auch deſto aͤrger / vnd beſchwerlicher. Dann es pfleget jnen viel⸗ mahls der Gaum / der groſſen bewegung vnd erſchuͤtteln halben / außzuſprin⸗ gen / vnd Blut auß dem Halß zu ſchieſſen / auch der Harm vnd der Koth / wi⸗ der jhren willen zuentgehen 7 vnnd ſolche beſchwerung pfleget fuͤrnemlich den freydigen vnnd kuͤnen Roſſen / welche zu dem Krieg am beſten ſein / zu wider⸗ fahren. BOTEN ar | | 5 Derhalben / wañ ein Roſſz / oder ein ander Viehe / von vberiger kelt / die Huſten vberkommet / ſo folman Artzeney braucht / welche waͤrmet vnd lindet / vnd zutheylet. J— NR | Waͤnn aber die Huſt jr ankunfft hat / von dem zuviel zu ſich gezogenen Staub / ſo ſol man Artzeney verſuchen / welche die verſtopffung eroͤffnen / vnd die Rauheit wider ſchlecht vnd lind machen koͤnnen. | | Da aber cin Roffzmit einer gar geſchwinden ond böfen Huſten gepla⸗ get/in welcher die Lufftröhr verwundet / So habe ich wol/mit gedachten bey⸗ derley Artzeneyen zu hauff vermiſchet / etlichen raht geſchaffet / vnnd auch etli⸗ che / ben welchen der Gebrech gar zu ſehr eingewurtzelt / bey dem leben nicht er⸗ halten moͤgen. | | | Derwegen iſt zu wiſſen / daß man den Roſſen / welchemitder Hufiger plaget werden / Erſtlich ſoll den Leib wol reynigen / mit wilden Kuͤrbſen oder Lolocinth / vnd Salniter / vnnd ſoll hernach nemmen / vier dicke Schalen von einer Meerzwibel / vnd darzu thun Opopanax / oder Teuffels Koth / einer gu⸗ ten Bonen groß / vnd ſolche vnter weiſſen Wein / vnd alt Baumoͤl vermiſcht / dem Roſß in den Halß gieſſen. | Nach dem mir aber leglich einfehr gutes genges Roſſz / miteinerböfen vnd beſchwerlichen Huften/angefochten/habeich mich zum hoͤchſten daruͤber bekuͤmmert / wie ich demſelbigen raht ſchaffen moͤcht / vnd habe alſo ein Artze⸗ ney erdacht / vnd erfunden / mit welcher ich daſſelbige / vnd viel andere Roſß / ſo mit hefftigem Huſten geplaget / geſundt gemacht / vnnd ſolche Artzeney hilffet fuͤr alle Huſten / vnd wirdt alſo bereyt. RN Rec. Roſſinicken / des beſten Honigs / jegkliches cin pfundt / Mayeron vier loth / Toſten oder Wolgemuth / zwey loth / al Schweinen Schmaltz / welches vngeſaltzen iſt / fuͤnff pfund / Knoblachs Haͤupter / an der zahl neune / Die dͤ⸗ ren ſoll man zu kleinem Puluer ſtoſſen / vnd die andern zugehen laſſen / vnd ſoll ſolche alle zu hauff vermiſchen / vnd ein latwerg darauß machen / vnd hernach dieſelbige in drey theyl theylen / vnd drey Tag lange / dem Roſſz in den Leib ge⸗ ben / vnd wañ man jm ſolche eingeben will / fo fol fie mit anderm Honig weich gemacht werden. Die Huſten aber / welche jhr ankunfft von groſſer hitz ond dem Staub hat / wirdt alſo vertrieben. | Rec, Fuͤnff Eyer / mit ſampt den Schalen vnd laßdiefelbige eineNacht in ar | guten | der Pferdt. ORNNV gutemfharpffem IBeinefligligen / Vnd auffden morgen wirft du befinden, daß die euſſerſte Schal iſt hinweg gefreffenv alſo / daß die Eyer gar find weich worden / wie Die jenigen / welche vor der geit/ebe fie harte Schalen bekommen / von den Huͤnern find gelegt worden / vnd ſol alſo dem Roffz die Zung herauß nemmen / vnd den Kopff in die hoͤhe halten / vnnd die Eyer in Operment wel⸗ gern / vnd eins nach dem andern / dem Roſß alſo gantz in den Halß ſtoſſen / vñ verſchlingen laſſen / vnnd ſoll jhme darzwiſchen die Bruͤhe von Gerſten / oder xono gteco, in Waſſer geſotten / mit Honig vermifchet/inden Half gieſſen / biß es die Eyer alle verſchlungen / vnnd wo man ſolches drey Tag nach einan⸗ der brauchet / ſo wirdt die Huſt wol nach laſſen. J Item / man kan auch nemmen Knoblach / vnd Zwibel / eines fo viel als des andern / Roſſzgeel oder Reuſchgeel / ein quintlein / vnd gleich ſo viel Juden⸗ leim oder Bergwachs / vnd folfolche alle klein geſtoſſen / in drey theyl theylen / vnd ſoll als dann drey tag nach einander / ein theyl auff einmahl / auff gluͤende Kolen gelegt/das Roſſz darmit raͤuchern / man ſoll aber auch dem Roſß den Kopff vnd die Augen wolbederfen vñ verhuͤllen / damit jm ſolcher Rauch kei⸗ nen Schaden zufuͤge. | le: Endtlich ſoll man dem Roſſßß Hirfchen Marck / vnnd Marek auf den Schafbeynen / oder derſelbigen Vnſchlet / wol zulaſſen / mit Wein vnd Wachs vermiſchet / in den Half gieſſen / oder folnemmeAndorn/ oder Gots vergeß / klein geſtoſſen / vnd darzu thun Saltz / ͤle vnd Wein / vnd ſolches gleicher ges ſtalt eingieſſen. | ' | i Deßgleichen pflegt man auch / in ſolchem fall, Tragacantb inwarmen Waſſer zutreiben / vnd mit Wein oder Moſt / der biß auff das dritte theyl hat eingeſotten / vnd mit oͤle zuvermiſchen / vnnd alſo einzugeben / oder genahlene oder klein zuſtoſſene Bonen / in Waſſer zu ſieden / vnd die Bruͤhe darvon / mit Schweinem Schmaltz vermiſchet / den Roſſen zu ſauffen zu geben. Item / Lauch / Salniter / vnnd oͤle / ein Ey / vnd Honig / zu hauff vermi⸗ ſchet / in Halß gegoſſen. SR RR Zudenen auch / die kleinen Zweiglein vnd Dlettervon Koͤl / vnd Knob⸗ lach / Schweinen Schmaltz / eins ſo viel als des andern / zu hauff vermiſchet / vnd ſtuͤcklein darauß geſchnitten / vñ dieſelbige dem Roſſz in den Halß geſtoſ⸗ ſen / oder mit einer feuchtigkeit eingefloͤſſet. Gleiche Krafft hat auch die Myrrhen / fo man derſelbigen zwey loth / auff einmahl / dem Roſſz eingibet / aber man muß das Roſſz / drey ſtund lang / darauff nicht ſauffen laſſen. So man dem Roſſz Schweinen Schmaltz / mit duͤnnem Bech oder Theer vermiſchet / in dem Stall / den dritten / fuͤnfften / vnnd ſiebenden tag / zu ſauffen gibet / ſo vergehet der Huſt darvon / vnnd ſonderlich woman folgende Artzeney dem Roſß in den Halß ſchmieret / vnnd dieſelbige hinein lecken / oder verſchlingen laͤßt / vnd wirdt alſo bereyt. — | ij Rec, Bon Artzeney Rec. Pfeffer / Encian / Oſterlucey / eyrrhen / jegkliches zwey loth / Lorbern vier loth / Hartz zwey loth / Mahenſafft ein lot / Opopanacis ein halb pfundt/ miſch ſolche alte zuhauff / daß ein duͤnne Latwerg darauß werde. Etliche thun auch in ein weich geſotten Ey / geſtoſſen Schweffel / vnnd Operment / vnd vermiſchen darzu Knoblach / vnd Schweinen Schmaltz / vñ ſtecken oder gieſſen ſolches dem Roſſz in den Halß. | | Die Huſt / welche noch neuwe / oder jenicht lang geweret hat / kan man leicht vnd baldt vertreiben / ſe man gemahlene Linſen / welche von den Huͤlſen wol gereyniget / vnd zu kleinem Meel gemacht ſeyn / oder Erbes / von welchen die Ballen herab gerieben / klein zu Puluer geſtoſſen / vnter ein Noͤſelwarm Waſſer vermiſchet / dem Roſſz / durch einen Trechter in den Halß geuſſet. Man ſolaber das Roſſe / hernachmahls mit grünem Graß / oder mit weichen Blettern / vnd gipffeln von den Baͤumen / wol erquicken. Wannaber ſolche Huſten / auß rauheit oder verwundung der Lufft⸗ rhoͤren entſpringet / So ſol man Salniter / mit einem Noͤſel Wein vermiſcht / vnd dem Roſſz in den Halß gieſſen / Vnnd ſoll darneben den gantzen Leib mie Leynoͤle ſchmieren / Oder ſoll nemmen ſechs loth Weyrauch / Myrrhen / vnnd Saffran / jegkliches zwey loth / vñ ſolche klein geſtoſſen durch ein haͤrin Sieb raͤden / vnd darzu gieſſen drey halbe Noͤſel Wein / vnd ſechs ungen Baumoͤle/⸗ vnd ſoll dieſelbige etlich viel Tag nacheinander / vngefaͤhrlich ein halb Noͤſel / oder mehr / in die Naßloͤcher ſpruͤtzen / Oder ſoll Tyllen / oder geſtoſſen Violen wurtzel / eins fo viel als des andern / oder Rauten vier quintlein / mit drey hal⸗ ben Noͤſel Wein vermiſchet / in die Naßloͤcher gieſſen. | Man ſol dem Roſſz onterdas Futter / klein geſtoſſenen Tragacant ver⸗ miſchen / vnd fuͤrlegen / oder ſoll den Tragatant in einem halben Noͤſel Wein, zu welchem auch ein wenig Baumoͤle vermenget / drey tag lang / weichen laſ⸗ ſen / vnd hernach dem Roſſz in den Halß gieſſen. | Oder nimb Rauten wurgel/ond fiede folche in einem Noͤſel waſſer / vnd gibe dem Roſß die eine helfft / durch ein Griftier in den Leib / Die ander helft geuß in den Halß. | Item / man folldie Gerſt / oder ander Sutter/ mit Thamarisken Safft beſprengen. | | ne Wann aber das Roſſz / entweder zudem Mundt / oder zu der Naſen / Eyter herauß huſtet / So ſoll man Schweinen Schmaltz / welches drey Tag lang in eines jungen Knabẽ Harn geweichet hat / in einem halben Noͤſel wein / an neun Vntzen Baumoͤle / ſieden / vnnd bernach dem Roſß innden Halß gieſſen. | | | Dder foll geftoffene Lorbern in Waſſer fieden/ond Gerſten Meel / vnd alt Schweinen Schmaltz / mit ſuͤſſem Wein befprengenvond zu hauff vermi⸗ ſchen / vnd ſtuͤcklein darauß ſchneiden / vnnd derſelbigen etliche täglich in Ra⸗ chen ſtecken. LUST —— RER | Dder eeee. | der Pferöt. ERNXVI Oder ſol nemmen das kraut Benfuß / ond in einem halben Noͤſel waſ⸗ ſer / vnd neun vntzen oͤl / ſieden / vnd dem Roſſz eingieſſen. | * Gleiche krafft haben auch die Bappeln / in Wein vnd oͤl geſotten. Oder nimb Andorn / ein Handtvoll / vnd thue darzu weiſſen Wein / ein Noͤſel / geweichten Foenum Grecum, vnd feißte Feigen / jegkliches anderthalb pfundt / oder ſiede Datteln in waſſer / biß das dritte theil bat eingeſotten / vnd geuß die Bruͤhe / drey tag lang / dem Roſß in den Halß / vnd ſchmier auch das Roſß darmit / von dem Ruͤcken an / biß gar auff die Huͤffe. Oder gib ſoichem die außgepreßte Brühe oder Safft / von geſottenẽ Kleyen / zu welchen vnreiff Baumoͤle vermiſchet / zu ſauffen / Doch ſoll man darauff gut achtung geben / damit nicht Huͤlſen von den Kleyen darinnen bleiben. Item / es iſt auch in dieſem fall gut / daß man nem̃e ſtuͤcklein von ſchwei⸗ nen ſchmaltz / vnd beſchmiere dieſelbige außwendig wol mit Butter vnnd Ho⸗ nig / vnd ſtecke ſie in den Halß / vnd laß ſie alſo verſchlingen. Diſe Artzney / ſtillet vnd lindert den Huſten / welche man alſo zurichtet. Rec, Gerſten drey pfundt / ſieben haͤupter Lauch / fuͤnff Koͤl ſtengelein / Ho⸗ nig ſechs vntzen / Scheffen Vnſchlet gut Baumoͤle / vnnd Eppich Samen / jegkliches vier vntzen / zuſtoß die harten ding gar klein / vnnd miſch ſie mit den duͤnnen vnter einander / vnd geuß ſie dem Roſſz in den Rachen. Nimb gekochten Lauch / vnd Zeißkraut / vñ zuſtoß ſolche wol vnter ei⸗⸗ ander / vnnd mach Kuͤgelein darauß / daß eine fo groß ſey / als ein Huͤner Ey / vnd beſchmiere ſie wol mit Roſenoͤle / Honig vnnd Wein / welcher biß auff das dritte theil hat eingeſotten / vnnd gibe dem Roſſz ſolche drey Tage lang zuver⸗ ſchlingen / vnnd es were auch nicht boͤß / daß man demſelbigen den Safft von dem Zeißkraut / mit der geſottenẽ Brühe von dem Lauch / zu hauff vermiſcht / in den Halß guͤſſe. Es wirdt auch die Huſt / welche jhr ankunfft hat von dem Staub/ wel⸗ chen ein Roß auff dem weg in den Halß gezogen / gelindert / So man Teuffels koth / einer Haſelnuß groß / in Wein zutrieben / den Roſſz durch cin Trechter oder Horn / in den Halß geuſſet. Wann aber die Huſt / auß vberfluͤſſigkeit eines zehen Phlegmatiſchen Schleims entſpringet / welcher ſich in derLungen ver ſamlet / ſo ſol man dieſelb mit dieſer Artzeney vertreiben. | | Rec, Alentwurtzel vier vntzen / Hyſop eine Handtvoll / Opopanax drey ons tzen / Myrrhen vier vntzẽ / Andorn / Operment / jegkliches ein vntz / des krauts Tauſendtguͤlden / oder Fieberkraut / drey vntz / ſtoß ſolche alle klein / vnnd raͤde ſie durch ein haͤrin Sieb / vnd laß fie in einem halben Noͤſel Honig ſieden / vnd mache darauß Kuͤgelein / vnnd gibe ſie dem Roſſz / oder einem andern Thier / welches mit der Huſten geplaget / zuverſchlingen. Man kan auch den jenigen / ſo mit der Huſten beladen / vnd welchen et⸗ was im Leib / oder an der Lungen zuriſſen / durch dieſe Artzeney raht ſchaffen. ———— Rec. Bon Artzeney Rec, Klein —— des Krauts tag vnnd nacht / vnd vermifche ſolche wol / mit altem Schweinen Schmaltz / vnd mach Kuͤge⸗ lein darauß / vnd beſchmier ſie mit Honig vnd Butter / vnd gib ſie dem Rof3 drey tag lang zuverſchlingen. ir Item / die Huſten / welche auß gebrechen der Lungen entſpringet / wirdt vertrieben / ſo man nimpt ein Handtvoll Hyſop / Teuffelkoth / fuͤnff Vntzen / Bibenelle zwo vntzen / vnd gleich ſo viel Seuenbaum / Diptam drey vnhzen / Bibergeil ein loth / Mahen ſafft / Kreſſe / der kleinen ſtuͤcklein von Weyrauch / vnd derſelbigen Rinden / welche ſich auff dem weg zuhauff vermiſchet haben / der beſten Ryrrhen / jegkliches ein vntz / ſolche ſol man alle mit Eſſig vnd Ho⸗ a — — Die Huſten aber / welche jr ankunfft hat / von rauheit der Lufftroͤhren / wirdt alſo geſtillet. er —— Rec. Myrrhen vier loth / gedoͤrrten Leynſamen anderthalb pfundt / Kreß ein loth / Roſeinlin / Pineen koͤrner / jegklliches anderthalb pfund / Honig zwey pfund / zuſtoß die duͤrren alle klein zu Puluer / vñ vermiſche ſie mit dem Honig zu hauffe / vnd mache darauß runde Kügelein/ einer welſchen Ruß 9— vnd von ſolchen ſol man den Roſſ taͤglich / drey / fuͤnff / oder ſiben tag lang / in den Half ſtecken / vnd verſchlingen laſſen. ehe Gleicher geftalt ift auch gut/fo man nimpt ein Henne / vnnd toͤdtet dies ſelb / vnd ſchneidet ihr alsbald den Rücken entzwey / und nimpt den Roth her⸗ auß / weil er noch gar heiß iſt / vnd vermifcht denſelbigen / ehe er kalt wirdt / mit Honig / vnd ſtoͤſſet jn dem Roſſz in den Rachen. Item / wann die Huſten ein Roſſz ſehr plaget / ſo follmannemmen Gyr preſſen Nuß / vnd ſolche wol in Waſſer ſieden / vnd in einem Moͤrßner wol su ſtoſſen / vnd darzu thun Zeißkraut / vnd des Krauts tag vnd nacht / vnd ſtuͤck⸗ lein darauß machen / vnd etliche tag nach einander / mit Wein / Ole / vñ rohen Eyern vermiſchet / in den Halß gieſſen. Da aber jemandt nicht gefellet / die Cypreß Nuͤß in Waſſer zů ſieden / ſo mag derſelb / ſolche zu kleinem Puluer ges ſtoſſen / darzu vermiſchen. Es ſol aber auch zuvor / ehe man gemeldte Artzney brauchet / der gantze Leib wol gereyniget werden / Durch wilde Kuͤrbes / oder Colocinth und Sal⸗ niter / mit Wein vermiſchet / vnd drey tag lang in den Halß gegoſſen. Deßgleichen ſoll man auch vier groſſe Schalen von Meer Zwibeln / vnnd Teuffels Koth / einer Bonen groß / inn einem Noͤſel Wein / vnnd einem pfundt alten Baumoͤl / zu hauff vermiſchet / durch ein Horn dem Roſſz in den Halß gieſſen. Etliche pflegen auch die Roſſz mit dieſem ſtuͤck zu raͤuchern. Rec. Reuſchgel / Judenleym / oder Bergwachs / jegkliches zwey loth / Knob lach und Zwibeln / eines ſo viel als des andern / zuſtoß ſolche alle klein / vñ ver⸗ miſche fie vnter einander / vnnd mache darauß drey theyl / vnnd thue ein theyl gluͤende | | | der Pferdt. cxxxvn gluͤende Kolen / vnd bedecke dem Roſſß das Haupt / vnd die Augen / vnnd raͤu⸗ cher es taͤglich darmit / vnnd nach dem Rauch / nimb Hirſchen oder Schefen Vnſchlet / Wein ſo viel dich deucht genug ſein / vnd thue darzu ein wenig Ro⸗ ſes von dem Honig / vnd geuß ſolche warın gemacht vnd wol zutrieben / dem Roſſz durch einen Trechter in den Halß. | N x S ER \ N N F U NS RU Q N > N N N N N N III At r zZ * — hr v insanntapegpgnanhandn dN? \ | ni Hin n N ID 1 5 Hin N me III FG — — in Honigwaſſer geweichet. en dienet gar wolfürden Huſten / vnnd wirdt alſo ge⸗ macht. Rec, Tragacant / Kramkuͤmmel / Spicanardi/ Myrrhen / Pfeffer / jegkli⸗ ches zwey loth / Scharlachskraut Samen ein pfundt / Wein der biß auff das dritte theyl haͤt eingeſotten / cin Kanne / vnd geuß ſolches dem Roſſz durch ein Trechter in den Halß. | | | m Es | Bon Artzeney Es hilfft auch,fo man Kienruß ein halb loth / mit Wein vermiſcht / dem Roſſ / drey tag nach einander / in den Halß geuſſt. Be Den alten huſten / vnd die Halßgeſchwer / vertreibet auch dieſe Artzuey. Rec. Des wolriechenden gelben Hartz Styracis / drey Vntzen / der beſten Myrrhen / Opopanacis / Violenwurtzel / Galbani / jegkliches zwo Vntzen / Terpentin vier Vntz / Bilſenkraut ein Vntzen / Mahenſafft ein lot / zuſtoß ſol⸗ che alle klein / vnd thue darzu Wein / vnd geuß ſie dem Roſſz in den Rachen. Gleiche krafft hat auch folgende Artzeney Rec. Des beſten Honigs ein pfundt / Schweinen Schmaltz anderthalb pfundt / feißte Feigen an der zahl zwoͤlffe / ein gantze gebrandte Pineen Nuß / vermiſche ſolche vnter außgepreßten Koͤlſafft / vnd thue darzu ein halb Noͤſel geſaltzene Fiſchlacken / vñ mach runde Kuͤglein darauß / vnd ſteck ſie dem Roß welches mit der Huſten geplaget / in den Halß zuverſchlingen. Item / es nuͤtzet guch gar wol / ſo man die Bletter von weiſſen Baum⸗ winden / mit weiſſem Wein vermiſchet / dem Roſſz in die Naßloͤcher ſpruͤtzet. Deßgleichen ſo man den Samen von den ſpitzigen Pinſen / vnter das Hew vermiſchet / welches man dem Roſſz zu freſſen fuͤrleget. J— Oder ſoll kleine vnd junge Rautenbletter / mit altem Wein vermiſchet / dem Roſſz in die Naßloͤcher ſtecken / oder das Hew / mit dem Safft von wilden Kuͤrbſen / beſprengen / oder folden Samen / vñ die Wurtzel von wilden Kuͤrb⸗ ſen / vnter dem Futter zu freſſen geben. | Mir gefelt auch wol / daß man lebendige Schweffel / vnd Seuenbaum vnter einander miſchet / vnnd ſolches mit Wein vnd Honig vermenget/ in die Naßloͤcher ſtecket. ">, | | Oder fomannimpt Opopanar/ onnd sureibet folchen in einem halben Noͤſel Wein / vnd ſechs vntzen öl/ vnd ſpruͤtzet es dem Roſſz indie Naßlächers Oder nimb Seuenbaum ein loch vnd zwey Scrupel / Saffran ij⸗ Scrupel / Neyrrhen ein Scrupel / Wein drey Halbe Noͤſel/ Baumoͤlneun ons tzen / vnd miſch ſie wol vnter einander / vnnd geuß ſolche Morgens fruͤhe / auff ein halb Noͤſel / dem Roſſz in den Halß / vnd vmb den Nittag ſpruͤtz ihm das andere in die Naßloͤcher. er Dover gibe dem Roſſz geftoffen Koͤl / mit einem halben Noͤſel Wein zu fauffen/oder ſolt nemmen der wurkel von NMaulbeer Baͤumẽ fiben Gerſten Körner ſchwer / Wegwart wurtzel / ein halb Scrupel klein zufioffen / vnnd ein halb Noͤſel warmen Wein / vnd dem Roſſz in den Halß gieſſen. N Es wird auchderalt Huft vertriebẽ / ſe mannimpe Hyſop zwey pfund / vnd laͤſſet denſelben in dreyen Noͤſeln waſſer weichen / vnd geuſſet ſolches waſ⸗ ſer dem Roß in den Halß / doch folmanim zuvor gemalene Linſen / mit waſſer einfloͤſſen und darauff das Hyſop waſſer zu ſauffen geben. | | Item / es dienet auch in dieſem fall gar wol / der fafft von Lauch / mit oͤl / oder die kleinen wuͤrtzelein von Lauch / vnter Gerſten Neel vermiſchet. — * — —— . CORSRDNER CXXXVIII Oder wo man der frembden Wickenmeel / Erui genandt / one die Hul- ſen / vnter gleich fo viel Gerſten Meel vermiſchet / vnd dem Roſſz / mit Waͤſſer vermenget / in den Rachen geuſſet / vnd welcher geſtalt / pfleget man auch Lin⸗ ſen Meel / vnter warm Waſſer zuvermiſchen / vnd dem Noffz einzugieſſen. Es wirdt auch die alte Huſt vertrieben / So man Lauchſafft ſechs vn⸗ tzen / mit neun vntzen Baumoͤle vermiſchet / vnd etlich viel tag nach einander / den Roffzeingeuflet. | en | * Oder ſo man nimpt / Eſch von Ilmen Holtz / vnter Waſſer gemenget / vnd durch ein Thuch geſeyhet / vnnd thut darzu ſo viel oͤle / vnd drey Eyer / vnd gibet es dem Roſſz zu ſauffen. Item / es ſtillet auch den alten Huſten / So man nimpt Safft von An⸗ dorn ein quintlein / vnd Feigen ander zahl xxij. des beſten Honigs anderthalb pfundt / all zu hauff in einen Topff gethan / vnd miteinander biß auff die helfft eingeſotten / vñ darzu vermiſchet weiſſen Weyrauch ein vntz / Oſterlucey zwo vntzen / Opopanacis ein vntz / wol vnter einander gemiſchet / vnnd in ein Huͤl⸗ Bern oder Zinern Gefeß gethan / vnnd von ſolchen (wo es die notturfft erfor⸗ dert) ſol man dem Roſſz / auff einmahl / ein loth eingeben. | Oder wo man nimpt Linſen / vnd Foenum Græcum flein geftoffen/onnd durch ein haͤrin Sieb geraͤden / vnd ſolches Puluers gibet man / auff einmahl / dem Roſß ein halb loth / vnd etliche pflegen auch Knoblach darzu vermiſchen / ſo viel als men gefellet / vnd mit Wein vermenget / in den Halß zu gieſſen. Folgende Artzney / dienet nicht allein / fuͤr die Huſt der Roſſz vñ anderer Thier / Sondern ſtellet auch die Huſt der Menſchen / Vnd wird alſo bereyt. Rec. Kammelſtroh / Opopanacis / Myrrhen / Mahn Safft / Saffaran / Spicanardi /Alentwurtzel / iegkliches ein lot / des beſten Honigs ein halb lot alle zu hauff vermiſchet vnd eingegeben. | Es lindert auch die Huſten dieſe Larwerg. eig Rec. Gartheil / Hyſop/ſegkliches ein halb pfundt / Mahnſafft ein halben Scrupel / Alentwurtz / Spicanardi / jegkliches zwo vntz / Zimetrind / Opopa⸗ nacis jegkliches ein vntz / gebrañt Papier anderthalb vntz / Myrrhen / weiſſen Weyrauch / weiſſen Pfefſer / Kamelſtroh / jegliches zwo vntz / ſchwartzen Pfef⸗ fer ein vntz / Cardamoͤmlein / Bibergeil / jegkliches ein loth / des beſten Honigs fuͤnff pfundt / Saffaran zwo vntz / vermiſch ſolche alle vnter einander / biß eine Latwergen darauß werde. | Oder nimb des Krauts Gartenampffer / vñ koche daſſelbige gar weich / vnd vermiſch darzu Baumoͤle / Eſſig / Kramkuͤmmel vnnd Saltz / vnd mach runde Kuͤgelein / vnnd gibe von denſelbigen / dem Roſſz erſtlich drey / darnach er dendritten Tag fünffe/fo wirftu diefer Artzeney feheinbarliche krafft püren, | Ä | Vnd wiewol ich von vielen Stallmeiſtern / zu Roſſen vñ andern Thies ren / welche mit der Huſten geplaget / gefordert / vnnd denſelbigen mancherley m ij Trenck Bon Artzeney | Trenck vnd Artzeney / fuͤr dieſen Gebrechen eingeben So hab ich doch für al⸗ len andern / dieſe nachfolgende fuͤr die krefftigſte vnd bewerteſte befunden / vnd wirdt alſo bereyt. Rec. Duͤrre Bonen anderthalb pfundt klein geſtoſſen / vnd vermiſche dar⸗ zu Butter drey Vntz / Boͤcken Vnſchlet zwo Vntz / vnd zulaß ſolche wol in ei⸗ nem neuwen Topff / in heiſſer Eſchen / Hernach fo laſſe Fenum Grzcum in ei⸗ nem Kuͤpfferen Gefeß mit Waſſer ſieden / vnd geuß die erſte Bruͤhe hinweg / vnnd geuß wider ſo viel ander Waſſer daran / Nemlich / zwo Maß over Kan⸗ nen / vnnd thue darzu Feigen / an der zahl ein vnd zwentzig / Suͤßholtz vmb die vier loth / vnd wann ſolche alſo lang geſotten / biß zwo Kannen vberbleiben / ſo geuß ſolche Bruͤhe zu den Bonen / Butter vnd Vnſchlet / ori vermiſch fie wol vnter einander / Vnd ſo noch etwas harts darinnen befunden / ſo zuſtoß es / vñ zutreib es wol vnter der Bruͤe / damit man ſolches deſto baß / durch ein Trech⸗ ter oder Horn einfloͤſſen moͤchte / vnd dieſe Artzeney / gibe dem Roſſz drey oder fuͤnff tag lang / zu ſauffen. | Was man thun ſol / wann dem Roſſ der Ramm geſchwollen / oder auffgerieben. | KEN Ann den Roffen/oder andern Thiereny welde ON fchmwer tragen oder zichen / der Kamm auffgerieben oder auß NY 8 | sufnörrung geſchwollen / So ift bequem / daß man die nachfol⸗ TS). gende Artzeney brauche. i Rec. Tamarisken vnd Meerzwibeln/eines fo vil als des an⸗ dern / klein zuſtoſſen / vnd vermiſche darzu gleich fo il Schweinen Schmalß/ vnd Wachs / beydes zulaſſen / Item / Schwebel / Silberglet / der kleinen ſtuͤck⸗ lein von Weyrauch / vñ derſelbigen Rinden / welche ſich auff dem weg zuhauff vermenget haben / Bleyweiß / Terpentin / eines fo viel als des andern / vnd zu⸗ — klein / vnd menge ſie vnter einander / vnd ſchmier den Kam̃ armit. | Oder nimb Bleymweiß/onnd Silbergleth / eines fo viel als des andern) und ſtoß ſie gar klein onnd vermifche darzu fo viel Roſenoͤle / biß ein Sälblein darauß wirdt / vnd beſtreich den Kamm darmit. Wañ aber ſolche geſchwulſt jr ankunfft hat / von einer Peitſchen / oder einem andern Streich / So ſol man Schwefel klein zuſtoſſen / vnter heiſſen Eſſig men⸗ gen / vñ den ſchaden damit wolreiben. Das oer Pferdt cxxix Bas man chun ſol / wann einem Roſſz der Halß verdrehet / oder verrencket iſt. —Ie man den verrenckten Halß / welches Ge⸗ x Re lenck außirer gebüirlichen Geſtell kommen / ſol widerumb recht Ne) \- einrichten / ſo kan ich nicht bergen / daß an dem Halß keinrechte verrenckung / ſondern nur allein eine verdrehung geſchehẽ kan / EI Darımbfchaffen auch ſolche mehr ſchadẽ / als frommen / wel⸗ che den verdreheten Halß / mit Banden vnd Schienen vmbgeben / vnd iſt viel beſſer / daß man denſelbigen alſo wider zu recht bringe. Wann das Roſſ gerade ſtehet / vnd den Halß in die hoͤhe recket / So ſol man den verdreheten Halß / auff die andere ſeyt mit gewalt drucken / vnd her⸗ nach mit einer Schuheal / etliche loͤcher indie Haut ſtechen / vñ etliche Schie⸗ nen / auß Tamarisken Holtz geſchnitzet / gerad gegen einander vber / darein le⸗ gen / vnd ein groſſe Nadel / mit einem ſtarcken Strick dardurch ziehen / vnd die⸗ ſelbige feſt damit an einander hefften / vnd als dann des tages zwey mahl / mit Eſſig vnd Wein / das verlegte Glied wol waͤſchen / biß die Schienen von ſich ſelbſt abfallen / vnd hernach mit warmen Waſſer begieſſen / vnd die Schaͤden mit einem Pflaſter Liparon wider heylen. Es ſoll aber der Strick damit man die Schienen zu hauff gebunden / auß ſtarckem Flachs oder Hanff gemacht / vnd ſo dick ſein / wie eine Sene auff einem Armbroſt Bogen. | Der Half wirdt auch in einem Roſſz / welches etwas ſchwer tregt oder zeucht / verruckt oder verdrehet / wo man jhm erſtlich Zeume vnd Gebiſſz anle⸗ get / vnd daſſelbige entweder wider einen Baum lauffet / oder ſonſt mit gewalt ſich ſtreubet / vnd den Zaum nicht will anlegen laſſen / Oder wo ſolches gezaͤu⸗ met / vnd der Wagen / welchen es ziehen ſoll / vmbfellet / vnd den Halß alſo ver⸗ drehet / darauß dann erfolget / daß auff der ſeyten / an welcher die Halßbeyn auß jrer Stell gewichen / eine Hoͤle / vnd auff der andern ſeyten cin Hoher Buͤ⸗ tzel erſcheinet / vnd ſolcher beſchwerung ſol man alſo raht ſchaffen. Man ſol das Roſſz nider werffen auff die Erde / vnd auff die ſeyten keh⸗ ren / da die Hoͤle vorhanden / vnd auff der andern ſeyten / da der Buͤtzel iſt / den Half mit gewalt auff die ander ſeyt drucken / biß die Halßbeyn widerumb in jr rechte Stell kommen / vnd ſol hernach als baldt nemmen drey Schienen / auß Tamarisken holtz geſchnitzet / vñ in die Haut am Halß / mit einer Schuheal / in gleicher weit von einander / vnd an dem ort / da die verdrehung iſt / etliche loͤ⸗ cher ſtechen / vnd ein ſtarcken Strick / welcher fo dick iſt / als ein Sene an einem Armbroſt / durch den Kam ziehen / vnd die Schienen darmit zu hauff binden / biß ſie ſelbſt abfallen / vnd den ſchaden drey mahl in dem Tag / mit Eſſig vnd oͤl waͤſchen / vnd mit warmen Waſſer behen / Dañ alſo werden die Halßbeyn des ſto baß befeſtiget / daß ſie hernach nicht mehr auß jrem Gelenck fallen moͤgen. m ij Wann * Von Artzeney ; Wann einem Roſſz die Halß beyn auß jhrer Stell kom̃en Sofolman nemmen Schafimft/zu welchem alter Wein vnd oͤle vermenget / vnnd bey eis nem Kolfeuwer laſſen warm werden / vnd damit den Halß wol ſchmiren / vnd ſol dem Roſſz Honigwaſſer zu ſauffen gben. Da aber ein ſteinichte haͤrtigkeit / andem ſchadhafftigen orth / hinder⸗ ſtellig bleibet / ſsnimb Schweinen Schmaltz / vnd Boͤcken Vnſchlet/jegliches ein pfundt / Terpentin ſechs quintlein / Genßſchmaltz drey ongen/ölevonden Reynweiden / Oleum Cyprinum genandt / ſechs vntzen / laß ſolche ſtuͤck bey eis nem Feuwer wol zugehen / vnd thue darzu Honig vnd Baumoͤl / vnd geuß ſm ſolches in die Naßloͤcher. Sooein Roſſz den Nacken / oder einen Schenckel / hat entzwey gebrochẽ / So ſoll man nemmen Schweinen Schmaltz / Alaun / Knoblochs Haͤupter / jegliches vier. loth / Wachs ein pfund / vnd ſol ſolche alle klein geſtoſſen fieden/ vnd zu hauff miſchen / vnd wann es die notturfft erfordert / baauchen. Wann aber die Halßbeyn nur auß jrem Glenck kommen / oder verrückt fein / So ſol man fleiſſig achtung darauff geben / auff welche ſeyten der Halß zu ſehr gewichen / vnd ſoll alſo auff der andern ſeyten / gegen vber / im Ohr eine Ader ſchlagen. | | aha Man folaber erftlich die gröfte Ader / welche in dem Ohr erfcheint/wol mit einem Rübtlein fehlagen/ und wann diefelbige wolift auffgelauffen / ſo ſol manfiemit einem Laßenfen eroͤffenen / vnd folden anderntag/ an dem ort wis der Blut herauß laſſen / vnnd das Roſſz zween tag ruhen laſſen / vnd auff den dritten tag / ſoll man ſolchen leichte arbeyt zuthun aufflegen / vnnd allgemach der vorigen wider gewohnen laſſen. LES | Da auch die Halßbeyn auff feine ſeyte zu weit gewichen / vnd eine Ge⸗ ſchwulſt in der mit erſcheinet / So ſoll man auß beyden Ohren zugleich, Blut herauß laſſen / vnnd ſo man daſſelbige jnnerhalb zweyen tagen / nach entpfa⸗ hung des Schadens / nicht thut / ſo geſchwillet der Kamm / vnnd werden die Spanaderm in einander gezogen / vnd folget eine haͤrtigkeit hernach / daß als⸗ dann das Roſß fein Kommet noch Sielen an dem Halß erleyden kan / vnd in ſolchem fall haben wir gar ein koͤſtliche Artzeney erfunden / vnd beweret / wel⸗ che man alfozurichtet. | 8 i "Rec. Dünmes Beh, Nꝛarck auß den Kuͤhfuͤſſen / Boͤcken Vnſchlet / vnnd alt Baumoͤle / eines ſo viel als des andern / zulaſſen / vnnd zu hauff gemiſchet / vnnd da man ſolches brauchen will / So ſoll man erſtlich den Kamm wol mit kaltem Waſſer waͤſchen / vnd da er getrucknet / ſo ſoll man denſel⸗ bigen als dañ wol / mit gedachter Artzney oder Sal⸗ ben / ſchmieren / vnd das Roſß etliche | age feyeren ond ruhen laſſen. Mas der Pferdt. CXL Was man chun ſoll / wann ein Roſſz das Rotlauff / 0 BES, Anthonij Feuwer vberkommet. Ann ein Roſß das Rotlauff / oder S. Ancho⸗ No Kay ij Feuwervberkommet / als dann gemeinigklich den jhenigen Vs zu widerfahren pfleget/ welche ſchwere Laſt auff dem Rücken tragen / ſo iſt daſſelbige gar gefährlich. Dann es ſchieſſen en er groffe Beulen oder Bügel / anden Schenckeln auff / welche voller Eyter ſtecken / und find daneben garbart/ wie cin Stein / vnnd haben viel kleine Bleßlein oder Bletterlein vmb fich ſtehen. | Darumb erfordern Diefelbige / Daf man fie mit einem ſcharpffen Schermeſſer auffſchneide onnd wannder Schnitt vollbracht, So ſoll man einen ſawren zuſammenziehenden Granatapffel darein legen und obendara auff Gerſten Meel ſtreuwen / vnd den andern tag / die Bletter oder die Frucht von Cypreßbaumen / klein zuſtoſſen / vnd mit Gerſten Meel vnnd Weineſſig vermiſchet / darein ſchmieren / doch ſoll das jhenige / welches auff dem Scha⸗ den liget / zuvor hinweg genommen / Aber mit keinem Waſſer gebehet / noch gewaͤſchen werden / dann es brecht ſchaden / vnd ſol widerumb einen Granat⸗ apffel darein legen / vnd ſolche verbindung / vber den dritten Tag verneumern/ vnnd wann ſich der Schaden zur beſſerung anlaͤſſet / fo ſoll man als dann erſt ſolchen mit Waſſer außwaſchen / vnd geſtoſſen Bletter von Koͤl / mit Gerſten Meel vermiſchet / darein ſchmieren / ſo wird der Schade darvon reyn werden, Oder ſol nemmen Lauch / vnd der frembden Wicken MNeel / Erui genandt / vñ in den Schaden ſtreuwen. Etliche rahten auch / daß man die Wundt mit Weineſſig ſoll erſtlich außwaſchen / darnach mit einer Brühe, darinnen ein ſauwer Granatapffel geſotten / außfuͤllen / vnd den andern Tag Gerſten Meel / vnd WaſſerLinſen / welche zuvor in Weineſſig geweichet haben / darein ſtreichen / vnd wann ſich die Beulen ſetzen / ſo follman die vmbſtehenden Glieder wol reiben / vnnd ein Wundtſalben auff den Schaden legen / biß er wider geheyſet. Durch was mittel man den Roſſen helffen moͤcht / wann ſie einen Schenckel gebrochen / oder ſonſt verletzt haben. | 2 Nein Roß einen foͤdern Schenckel bꝛicht / oder ſonſt verletzt Sm man demſelben / ein Ader an der Bruſt ſchlagen / vnd Blut herauß laſſen / vñ ſol hernach den Schen⸗ 9 — za es h7 » ar R RN = 1 — AN i Age R delyim Sommer mit kaltem / vnnd im Winter mie warmen: wa Waſſer behen / vnd ſchienen / auch gar nicht bewegen / ſondern ruhen laſſen / biß ſo lang es wider fein geſundtheit erlanget. ze | en, Etliche Von Artzeney Etliche ſagen auch / Daß in dieſem fall am beſten ſey / ſo man den ſchen⸗ ckel / wol mit der bruͤhe oder waſſer behe vnd waͤſche / darinnen bletter von dem Ilmen Baum / biß auff das dritte theil haben eingeſotten. So ein Roſſßz einen Schenckel gebrochen / So ſoll man dieſe Argeney nuͤtzen. | ur Tudenleimoder Bergwachs / Gummi Ammoniaci / Galbani / leben⸗ digen Schwebel / Bdellij / eins fo viel als des andern / zuhauff vermiſchet / vñ auff den Bruch geſchmieret. | | Bas man brauchen foll/ wann ein Roflz einen Schenckel verrenckt oder verruͤckt. IR S pflege ſich offtmahls zuzutragen / daß ein Roſſz / vnd andere Thier / welche ſchwer tragen / oder ziehen / Wings) Von wegen der groſſen Laſt / vñ in boͤſen wegen / einen Schen⸗ ckelverruͤcket / darumb von noͤhten / daß man ihnenaußden u Schenken Blut herauß laſſe / nemlich / ſo der foͤrdererechte Schenckel verrenckt / ſo ſol man an dem lincken / vnnd wann der lincke verletzt / an dem rechten / ein Ader ſchlagen / vnd wann die verrenckung groß / an beyden zu gleich / vnd wo die hindern Schenckel verruͤckt / fo folman auch gleicher ges ſtalt / wie gemeldet / Adern daran ſchlagen. | Alle die jhenigen / welche die verrenckte Schenckel / vnd andere Glieder / ſo auß jrem Glenck kommen / wider einzurichten ſich vnterſtanden / wiſſen we⸗ nig oder gar nichts / was ſich in den verrenckungen pfleget zu zutragen. Deñ fo eine verrenckung an den fördern Schenckeln geſchicht / ſo muß entweder zu⸗ vor die Spanader / oder das Ederichte Band / welches den Schenckelan die Buͤge anhefftet / zureiſſen / oder das Haupt an dem oͤberſten theil des Schen⸗ ckels / auß ſeiner Hoͤlen mit gewalt getrieben werdẽ / Vñ wo ſolches geſchicht / fo kan man dem Roſſz durch keinerley Artzeney raht ſchaffen. Dann ob man gleich den Schenckel wider einrichtet / vnd an ſeine rechte ſtat bringet / ſo blei⸗ bet er doch nicht darinnen / ſonder begibet ſich bald / von wegen der ſchlipfferig⸗ keyt / wider herauß / weil nichts vorhanden / daß ſolchen darinnen behalten moͤchte. * Wann aber das Ederichte Bandt nicht gar zuriſſen / ſondern zu ſehr außgeſpannet worden / oder das Haupt / am oͤberſten theil des Schenckels / ha wenigaußdem Gelenck begibet / fo fan man folchen auff dieſe weiſe elffen. 9 | Maan ſoll erſtlich den Schenckel recht infein Gelenck wider einrichten/ vnd auff beyden ſeyten Ruͤhtlein / oder Schinen / von Tamarisken Holtz her⸗ umb binden / vnd den Schenckel wol mit oͤle vnd Eſſig begieſſen / Vnnd ſol zu⸗ vor / ehe man die Ruͤhtlein oder Schinen herumb leget / ſolche wol mit wars NE) men Waſſer der Pferde, CRLI men Waffer wäfchen/ond wo darnebenein offener Schad vorhanden / ſo ſoll man ein Pflafter/ Liparon genandt/ darauff legen/onnd wann derfelbige gar geheylet / So ſoll man den Schenckel / neben dem Gelenck / zu rings herumb / mit einem gluͤenden Eyſen brennen. 3% EN - Daaberdiehinderen Schenckel verrendfet weren / fo fönnen folche ſchwerlich Curiret / vnnd zurecht gebracht werden / und muͤſſen alfo die Roſß gerneinigklich hinckendt bleiben / Vnd verſchwindet oder verdorret jhnen dar⸗ ri das befie vnd oͤberſte theyl an den Schenckeln / vnd müffen alfo den Fuß leppen. | RER 2 —— ————— den Roſſen fuͤrnemlich zu widerfah⸗ ren / wann es in ſchnellem lauff geleytet / oder alſo fellet / daß es alle viere von fich ſtrecket / vñ dieſe beſchwerung pfleget auch andern Thieren / welche etwas ſchweres tragen / zu widerfahren / ſonderlich wann ſie mit dem Huffe an eine Wandt / Holtz / oder Stein ſchlagen / oder von wegen einer vrſach darnider fallen / vñ die Knoͤchel oder Koͤte an dem vnterſten theyl des Schenckels / vers rucken oder verſtauchen / Welchen man damn als baldt ſoll bey den Feſſeln zur Ader / vñ Blut herauß laſſen / ob ſie gleich der Knoͤchel ſelbſt wider eingericht / vnd in ſein gebuͤrlich Gelenck begeben / vnd ſoll ſolchen ſchadhafftigen Schen⸗ ckel / gleicher geſtalt mit ſchmieren / viertzehen Tage lang verbinden / als einen andern Beynbruch / vnd wann er wol befeſtiget / So ſoll man denſelbigen mit einem gluͤenden Eyſen brennen. Kl Wo man aber ingedachtem fall 7 den Roflen nicht ein Ader ſchlaͤget / vnd Blue herauß leſſet / fo verfamler fich an dem ſchadhafftigen orth Eyter / vnd wird allda ein Geſchwuͤr vervrſachet / vnd macht auch / daß ſolches Roß deſto ſehrer hincken muß. Es pfleget auch offt zu geſchehen / ſo man ein Roſſz / oder ander Thier / auff dem weg zu geſchwindt fort treibet / daß es fellet und ein Beyn zubricht / oder einen Schenckel verrencket / vnd alſo hincken muß. Derwegen / wo ein Schenckel / auß ſeinem gebuͤrlichen Gelenck verru⸗ cket / ſo ſoll man ſolchen als baldt herauß laſſen / vnnd daſſelbige in ein Gefeß aufffangen / vnd darzu thun Baumoͤle / vnd drey Eyer / vnnd Wein / welcher biß auff das halbe theyl hat eingeſotten / vnd rohe zwibeln / vnd kleine Schne⸗ cken / vngefaͤhrlich ander zahl fuͤnfftzig / vnnd ſoll mit ſolchen den Schenckel warm gemacht / ſchmieren / darnach eine Artzeney darauff legen / welche ein zuruͤcktreibende vnd zuſammenziehende Krafft hat / vnd zu den Beynbruͤchen vnnd verrenckungen diene, n Eines y Von Artzeney Eines andern Roſſzartzets meynung / von den verrenckten Schenckinnnn. m Ann die Schenckel auß ihrem Gelenck kom⸗ Emen / ſo pfleget das Roſſz zu hincken / vnd wirdt alſo erkandt. EEs kan das Roſſz den Schenckel nicht biegen / nochauß⸗ y firecken / ſondern zeuhet jhn zu ſich / vnd kan nicht woldarauff * fuſſen oder tretten / vnd wann es ſoll Berg abgehen / ſo willes immer nider fallen. N | | Derhalben ſoll man ſolchen mit Wein ond ölefchmieren/ und auß dem Schenckel Blut herauß laſſen / vnd ſieben tag lang mit warmen Waſſer be⸗ hen / vnd einen tag mit Leym / Baumoͤle / Wein vñ Eſſig / vnter einander ver⸗ miſchet / ſchmieren. | | J Was man fuͤr den wehtagen der Schenckel / der Roſſz brauchen ſoll. — Q . Z ED ei Kofls groffen vnd Langwirigen ſchmer RL ben an den foͤrdern Schenckeln hat / ſo ſoll man folgende Artze⸗ ney vnd mittel brauchen. Man | der Pferdt. CXLIN Man ſoldas Roſſß niderwerffen / vñ den Schenckel / mit einem kleinen Rruͤhtlein / darumb ein weiches Thuͤchlein gewickelt / ſchlagen / biß er aufflauf⸗ fet / vnd einen Buͤtzel gewinnet / vnd ſol alſo mit einem Tolchen / ein loch durch die Haut ſtechen / da ſie am hoͤchſten auffgelauffen. Oder man ſol jm mit einem Schermeſſer / den Schenckel zu oͤberſt / vn⸗ gefährlich vier finger von dem Gelenck / auffſchneiden / vnd ein Roͤhrlein da⸗ rein ſtecken / vnd viel Athem darein blaſen / vnd mit der Handt zudruͤcken / Daß ſich die Haut wol in die hoͤhe begebe / vnd ſol alſo mit der Spitz eines Tolchen / loͤcher darein ſtechen / vnnd Saltz Na, vnd dem Blut vermifcher/binein reiben / vñ folche reibung/folman alſo / weil das Roſſßz noch liget / vollbringen. Rec. Saltz vnd Eſſig / ſegkliches ein pfundt vngefaͤhrlich / vnd reibe es hin⸗ ein / vnnd waͤſche hernach den Schaden / ober den dritten Tag / mit warmen Waſſer / vnd brauche darneben dieſes Vngendt / welches man auß weich ge⸗ machten Bdellio vnd Baumoͤle bereyttet (weiches beſchreibung hernach an⸗ gezeiget) oder wo ſolches nicht vorhanden / ſo ſchmiere es wol / mit Wein vnd oͤle / zu hauff vermiſchet / vnd behalt die geſtochenen loͤchlein oder wuͤndtlein (ſo das hincken auffgehoͤret) ein gute weil offen / vnd wañ das Roß ſeine geſundt⸗ heit wider erlanget / ſo folman daſſelbige allgemach zu der arbeyt / welche erſt⸗ lich nicht zu groß / noch zu ſchwer ſey / gewenen. Item / man ſol auch dieſe Cur / viel mehr im Sommer / weder im Wint⸗ er fuͤnemmen / weil von folcher / die Thier im Wintter groͤſſern ſchaden dar⸗ von entpfangen moͤchten. | Wann aber ein Roß / an beyden fördern Schenckeln / wehtagen hat / ſo ſol man gleiche Cur / wie gemeldet / darzu gebrauchen. Da aber bey der Buͤge / in dem oͤberſten glenck / cin Beul von ſich ſelbſt wechſet / welche jr ankunfft / als etliche meinen / von vngedaͤuwtem Futter hat / So ſol man ſolche / weil ſie noch neuwe iſt / mit einer hitzigen vnd ſehr brennen⸗ den vbergelegten Artzeney / vertreiben / vnd wañ in der Beule ein feißte feuch⸗ tigkeit / oder ſonſt etwas hartes ſtecket / fo erfordern ſolche / daß man fie mit ei⸗ nem ſcharpffen Meſſer herauß ſchneide. Bon den offnen Schäden auff dem Ruͤcken / bnd | der Gelenck an den Schenckeln. ON am befien durch brennung eines glienden Eyſens / wie auch Abſyrtus gerahten / geheylet werden. | Be Dann fo mandasböfe Steifch folt alles herauß fehneiden/ würde der Schaden viel gröffer gemacht/ond koͤndte als dann deftofi ee Ta Se er ge⸗ | Von Artzeney cher geheylet werden / vnd möcht auch gar leicht / ein tieffer on fauler loͤcherich ter Schaden / hierauß entſpringen / vnnd wo derſelbige ein Edericht Bandt / oder ein Spanader beruͤhret / ſo koͤndte ein Roſſz / wann es nider fiel / nicht wie der auffſtehen / vnd muͤſte alſo verderben. Von den Schenckeln / welche auß jrem Gelenck kommen. Re Ann einem Roſſß / oder anderem Viehe / wel⸗ CN ches etwas ſchwer tragen oder ziehen ſoll ein Schenckel ver⸗ rencket / vnnd das Beyn auß ſeinem Gelenck kommen / ſo ſoll Nmandaſſelbige niderwerffen / alſo / damit der boͤſe Schenckel in Ddie hoͤhe komme / vnd ſo man m ſolches Beyn gebunden / und feſt an einen Baum angehefftet / vnd wol außgeſtrecket / vnd recht eingerichtet hat / So ſoll man in den Schenckeln etliche loͤchlein ſtechen / vnd ſpitzige hoͤltz⸗ lein / von Feigen holtz geſchnitzet / mit weicher Baumwollen wol vmbwickelt / in oͤle getuncket / in die loͤchlein ſtecken / vnnd ſolche auff den vierdten Tag / erſt wider herauß ziehen / vnd die hoͤllzlein wider darein ſtecken / ond den Schaden mit oͤle beſtreichen. Es lindert auch den wehtagen vnd ſchmertzen der Schenckel / dieſe Ar⸗ eney. Rec. Weiſſe Nießwurtz / vier gebrandte Eyerſchalen / Kuͤrbes / drey Kir⸗ ſchen / vnd wilde Kuͤrbes / zuſtoß ſie alle klein / vnd mache ein Pflaſter darauß / vnd lege es daruͤber. h Von dem ſchmertzen der Schenkel. re Ann ein Roſß wehtagen in den Glencken der Schenckel hat / So folman folche erfilich mit warmen waſſer & mäfchen/ vnd hernach das ſchadhafftige ort / wol mit Wein / Rn vnd endelich mitölereiben / vnd ſoll vber dendritten Tag nicht I ieh, fondern ungefährlich ein drey Noͤſel blut auß dem ſchen⸗ ckel laſſen / damit ſolcher nicht gar zu ſehr geſchwaͤcht werde / vnnd foldenfelbB gen / wie zuvor / waͤſchen vnd reiben. Da aber der Schmertz / durch dieſe mittel nicht nachlaſſen will / So ſol man die Haut mit einem Schermeſſer / vngefaͤhrlich zween quer Finger vnter dem oͤberſten Gelenck auffſchneiden / vnd als dann ein rhoͤrlein darein ſtecken / vnd Athem darein blaſen / biß ſich die Haut / biß auff das Gelenck von dem Feeiſch abſondere / vnnd hernach das Rhoͤrlein wider herauf ziehen / vnnd in die Wund ein ſchmutzige Wolle hinein ſtecken / vnnd den Schaden mit war⸗ | Ä men ee XL men waſſer begieſſen. Dochfollman darneben gute achtung darauff geben, damit nicht viel waſſer auffder Wund ſtehen bleibe/ vnd woein feißtes waſ⸗ ſer allda erfcheinet/ fofollmanfolches wider abtreugen / vnnd auffden dritten Zagrdie Wolle wider herauß nemmen / vnnd das waffer hernach flieſſen laſ⸗ ſen / vnd die Cur vollend vollenden / als wir oben befohlen / vnd wo man hiemit auch wenig außrichtet / So ſoll man den Schenckel mit einem runden gluͤen⸗ den Eyſen brennen. Eines andern meynung / Son dem ſchmertzen der Schenckel / vnd des Ruͤckgrads. Ka; Ann die fördern Schenckel / von wegen groſſen E geſchwinden lauffens / oder der Ruͤckgrad von wegen eines groß N ſen ſchweren Laſtes / ſchmertzen vberkommet / So ſoll man dieſelb II mit warmen Waſſer wol begieſſen / vnd das Viehe / welches alſo beſchediget / geſchwindt vnd eylendt forttreiben / vnnd dieſe Artzeney auff den Schaden legen. * Rec. Gerſten Meel / ein Meßlein von drey Kannen / Weineſſig fo viel des ſelbigen gnug iſt / vnd thue darzu der ſtuͤcklein von dem Weyrauch / welche ſich auff dem weg / mit den Rinden vermenget haben / ein loth / vnnd zwey Eyer / vnd miſche fie wol vnter einander / vnd beſchmier darmit die Schenckel / und den Ruͤckgrad. Da aber durch dieſe Mittel / der ſchmertz nicht nachlaͤſſet / So ſoll man die ſchmertzhafftige Glieder / mit geraden glücnden Eyſen brennen / vnnd her⸗ nach) Saltz / mit oͤle vermiſchet / ſieben Tag lange darauffſchmieren / oder ein ander Brandtſalben brauchen / vnd wann die ruffen von dem Schaden ab⸗ fallen / So ſoll man der frembden Wicken Mech Eruigenandt / als ſich ges buͤret / darzu nuͤtzen. Was man chun ſol / wañ die Haut gar zu ſehr an den Ruͤcken gewachſen / vnd verdorret iſt. — ZJe Roſß bekommen auch bißweilen eine be⸗ EN ſchwerung auß langwirigẽ ſchmertzen / der födern Schenckel / Einwelcher die Haut / gar zu ſehr an den Ruͤcken anwechſet / vñ AR verdorret. I | WearnuneinemXofdie Haut verdorret/ondgarsufehr an dem Rücken anwechſet / Alſo / daß man diefelb mit den Fingern nicht kan von dem Sleifch hindan ziehen / vnd ferner fein Nahrung zu fich nimmer/ So pflegen die Roſſzaͤrtzt ſolchen gebrechen Coriaginem zu nennen. | n ij Rec, 5 Bon Artzeney — Rec. Rautenoͤle / vnnd ſchmier den Ruͤcken wol darmit / biß es gar hinein truckne / vnd gib iin hernach folgenden Tranck zu ſauffen. | AR Rec, Gelbe Ruͤben / Tragacant / wilde Rauten / Roſſzmuͤntz / jegliches drey loth / Eppich / Steinklee / Wermut eines ſo vil als des andern / miſch ſolche al⸗ le klein zuſtoſſen / zuhauff / vnd laß ſie in Waſſer ſieden / vnd geuß im die Bruͤe darvon in den Halß. | | | Es ift auch noch eine beſchwerung / welche die Roſſz plaget / vnd in wel⸗ cher die Haut alſo feſt an dem Ruͤckẽ anhengt / daß man ſie auch mit den Hen⸗ den nicht kan von Riben hindan ziehen. en | Solche aber pfleget den Roffen vnnd andern Thieren zu widerfahren / wann dieſelbige / nach langwiriger Kranckheyt / ſehr duͤr vnd mager worden / Oder wo ſie von groſſer arbeyt wegen / ſehr geſchwitzet / vnd hernach erkaltet / oder wann fie ſchwer getragen / vnd von dem Regen ſehr naſß worden. Solchen aber ſoll man alſo raht ſchaffen lan foll das Roſſz nider⸗ werffen / vnd die Haut am Schenckel/ wol mit einem Ruͤhtlein / welches zuvor mit weichen Thuͤchlein vmbwunden / alſo lang ſchlagen / biß ſich die Haut inn die hoͤhe gibet / vnd aufflauffet / vnnd ſol als dann / ſolche mit einem ſcharpffen Schermeſſer auffſchneiden / vñ ein Rhoͤrlein darein ſtecken / vnd Athem hin⸗ ein blaſen / biß gar zu dem Gelenck / vnd ſol in die Haut / welche alſo aufigeblas ſen / mit einem ſpitzigen Pfriemen / loͤchlein ſtechen / vnd in dieſelbige Saltz vnd Eſſig / mit dem Blut vermiſchet / reiben / weil das Roſſz noch liget / vnnd es iſt genug / wo man hinzu Saltz ſechs vntzen / vnd drey achtheil von einer Maß / Weineſſig brauchet / vnd vber den dritten tag / folman ſolche wuͤndlein mit ei⸗ nen waͤrmen Waſſer begieſſen / vnnd die folgende tag / täglich ein Saͤlblein / oder Vngendt von dem Bdellio bereytet / darein ſchmieren / Vnnd wo ſolches nicht vorhanden / So ſol man oͤle vnd Wein darein treuffen / vnnd ſich darne⸗ ben befleiſſen / daß die geſtochene Wuͤndlein alſo lang offen bleiben / biß die ge⸗ ſchwulſt vergehet / vnd hernach Vngendten vnd Behung brauchen / biß das hincken nachlaͤſſet / vnd wann daſſelbige wider geſundt worden / ſo ſoll man es allgemach zur arbeyt anhalten / Vñ ſol auch dieſe mittel fuͤrnemlich im Som⸗ mer / vnd nicht im Winter brauchen. Dann im Wintter vermag man ſolche beſchwerung ſchwerlich vertreiben / Sonder es wirdt dem Viehe dardurch groͤſſerer Schaden zugefuͤget / vnnd wann dieſer gebrech beyde Schenckel zu ar eingenommen / So follmanfolchen gleicher geftalt/ wie gedacht / raht chaffen. VBnd dieweil ſolche beſchwerung faͤhrlichen iſt / So ſol man das Viehe / wann es von der Arbeyt kommet / vnnd noch nicht erkaltet iſt / noch recht ver⸗ ſchnaubet hat / wol mit Wein waͤſchen / vnd ein ſtuͤckk Schweinen Schmaltz / Im Wintter mit dunnem Bech vnd oͤle / vnd indem Sommer mit Honig vñ Butter / Lauch vnd Roſenoͤl vermiſchet / in den Halß ſtecken. | Wañ aber ſolche beſchwerung fehroberbandt genommen / So ſol man | nemmen der Pferöt, CXLIII nemmen Lorber Bletter / vnd indem Waſſer ſieden / vnd mit ſolcher warmen Bruͤhe / die Haut an dem Ruͤcken wol behen / vnd als baldt mit oͤle vnd Wein / zu hauff vermenget / wol ſchmieren / vnd hernach die Haut ergreiffen / vnd mit gewalt hindan ziehen / vñ ſolches iſt am beſten vnd bequembſten zuthun / war Die Sonne ſcheinet / vñ etliche pflegen auch oͤlhoͤffen / mit Wein / vnd Schwei⸗ nem Schmaltz zuhauff vermiſchet / nach der behung zu gebrauchen, Was man brauchen foll/ wann einem Roſß ein Eyterichtes — vorhanden iſt / ꝛtc. N ERS Ann ein Eycerichces Geſchwuͤr an den Schen⸗ Op ckelnyoder aber an den Riben erfcheinet/ So ſoll man daſſelbi⸗ YO geanden onderftenoreh / mit einem Laßeyſen eröffenen / das ERS B mit der Enter wol herauß flieffen möchte onnd wann folches IN gefchehen 7 ſo ſoll man den offenen Schaden / mit gebuͤrlichen Artzeneyen / wider heylen. Da man aber das Eytericht Geſchwuͤr / durch eine hitzige Artzeney / oder gluͤendes Eyſen / auffgebrendt hat / So ſoll man als dann eine Brandt⸗ ſalben laſſen legen / Aber eg iſt alleweg am beſten daß man ſolches Geſchwuͤr mit einem ſcharpffen Eyſern Inſtrument / weder ſonſt mit einer hitzigen Artze⸗ ney eroͤffene. Waũñ nun das Geſchwuͤr eroͤffnet / vnd der Eyter wol herauß gedruckt iſt / ſo ſoll man den offenen Schaden / mit Harm wol außſpuͤlen / vnd fehßlein oder NMeiſſel / von DOKN: weichem Bech und Öle beſchmieret / dareinlegenoderfieclen, Wann aber der Schaden nicht fan aufigefptäter werden / fo follman mit einem glüenden Blech / Boͤcken oder Rindern Vn⸗ ſchlet darein treuffen, Es pflegen auch etliche das ſchadhafftige Glied / mit einem gluͤenden Eyſen zu brennen / vnnd hernach mit einem Harm zu waͤſchen / vnnd mit wei⸗ chen Beche / vnnd altem Schweinen Schmaltz / eines jegklichen fo viel / als des andern / zuhauff vermiſchet / zu ſchmieren / vnnd es iſt auch viel beſſer / daß man ein ſcharpffes Laßeyſen zuuor laſſe gluͤend werden / vnd damit dag Geſchwuͤr eroͤffene / weder mit einem kalten / vñ ſo der Ey⸗ ter herauß gefloſſen iſt / daß man darnach den Schaden / durch Meiſſel oder leinene fehslein / wi⸗ der heyle. | Wie Bon Artzeney Wie man den verletzten oder fBadhaffeigen Schenckeln helffen ſoll. ICH) Ss Ann ein Roſß die fördern Schenckel verſtau⸗ chet/oder ſonſt verletzet hat / ſo follman jnen fornen / mitten an NEE den Schienbeynen ein Ader oͤffenen / vnnd das Blut aufffan⸗ EN gen / vnd darzu thun klein geſtoſſen Weyrauch / vnd damit den IE Höfen Schenckel ſchmieren / vnnd ſoll hernach die Ader / damit lut herauß lauffet / mit des Roſſes eygenem Koth verbinden / vnd den andern tag / auß derſelbigen Ader wider Blut herauß laſſen / vnd ſol⸗ ches / wie gemeldet / brauchen vnd verſtellen / vnd das Roſß von Gerſt enthal⸗ ten / vnd nur ein wenig Heuw fuͤrgeben. — — Hernach vber den dritten / biß quff den ſechſten tag / follman jhm vnge⸗ faͤhrlich ſechs ungen ſafft von Lauch / mit einem halben pfundt Baumoͤle ver⸗ miſchet / in den Halß gieſſen / vnd nach dem ſechſten tag / ſol man ſolches allge⸗ mach fort zugehen zwingen / vnd mit reichlicherm vnd harten Futter ſpeiſen / biß es fein vollkoͤm̃lich geſundtheit erlange. Es were auch nuͤtzlich / ſo man nemefelbs wachfenden Salniter / Wein der biß auff das dritte theyl hat eingeſotten / oͤle Schweinen Schmaltz / zwi⸗ beln / vnd ſtieſſe ſolche alle wol durch einander / vnnd ſchmieret die Schenckel darmit. Da aber der Schmertz nicht groß iſt / ſo foll man ſolche nur mit oͤl vnd Wein beſtreichen. Sa a N o aber der wehtagen groß / vnd fehr vber handt genommen / So ſoll man mit einem ſcharpffen Meſſer die Haut / vngefaͤhrlich acht quer Finger zwiſchen der Mehn vnnd der Keelen / auffſchneiden Doch alſo / daß ſolcher Schnidt nicht die Keel beruͤhre / vnd ſoll in die Wund ein Rhoͤrlein ſtecken / vñ Athem dardurch hinein blaſen / vnnd hernach mit einem Ruͤhtlein / die Haut ander Bügallgemach ſchlagen / vnd dieſelbige den tag vber / mit oͤl vnd Saltz reiben / vnd vber den andern tag / ſol man die Schenckel vnd Buͤge mit dieſem Saͤlblein ſchmieren / welches man alſo zurichtet. fh Rec. Klein Weißen Meel / Gerſten Meel / jegkliches ein Meßlein von drey Noͤßlein / zween Eyersdoͤtter / Weyrauch drey loth / vermiſche ſolche mit Eſſig vnter einander / vnd reibe die Buͤg vnd den Schenckel wol darmit / biß es hin⸗ ein trucknet / vnd ſolche Artzeney ſol man taͤglich brauchen / doch daß man all⸗ weg zuvor / das verletzte Glied / mit Wein waͤſche. Item / es dienet auch in gleichem fall / folgende Artzney gar wol / ſo man die ſchadhafftigen Glieder damit ſchmieret / vnd wirdt alſo bereyt. Rec. Lorbern ein halb pfundt / alten Wein ein pfundt / Salniter fo viel dich gnug deucht / vermeng ſie alle zuhauff / wañ die Lorbern vñ Salniter klein zu⸗ ſtoſſen / vnd durch ein Haͤrin Sieb geraͤden ſind / vnd begeuß erſtlich die Buͤg wol mit warmen waſſer / vnd reib an der Soñen die Artzney wol —— a aber der Pferde, CRLV Da aber die Buͤge auß jrem Glenck verruͤckt / ſo ſol man dieſelbige erſt⸗ lich recht vnd wol wider einrichten / vñ hernach gedachte mittel brauchen / vnd wo ſolche nichts helffen woͤllen / fo ſoll man die Bug mit einem gluͤenden Ey⸗ fen brennen / vnd dieſe Salb wol hinein reiben. | Rec, Lorbernein pfundt / lebendigen Schwebel drey Unten / weich Bech drey pfundt / ſtoß die duͤrren klein / vnnd —5 J.— oͤle vnd ein. Von den verrenckten Buͤgen. Ann ein Buͤg auß dem Glenck verruͤckt iſt / ſo ſol x &> man Diefelbige widerumb recht einrichten / vnd hernach nemmen PS hart Bech zwey pfundt / vnd gleich fo viel Griechiſch Bech / oder Colophonien / Terpentin vnnd Galbanum / jegkliches vier loth / vnd zu hauff vermiſchet / das ſchadhafftige Glied darmit ſchmieren. Wie man die Geſchwulſten vnd Bletterlein der Schenckel / der Roſſz vertreiben fol. er IS Oftcer der Buͤg / an den fordern Schen⸗ REIN: ekeln / offtmahls Geſchwulſten vnd Bletterlein auffſchieſſen / ond wie etliche vermeinen / fo ſollen dieſelbige von vnverdaͤu⸗ — BE weten Futter / jhr ankunfft haben / vnnd ſolchen kan ich nicht WRNbeyfallgeben. Wann aber dieſelbigen noch neuwe / vnd windige Duͤnſt darinnen ſte⸗ cken / So iſt kein beſſt mittel darzu / dañ daß man ſie mit einem gluͤenden Ey⸗ ſen brenne / vnd alſo vergehen ſie bald. Da aber ein feißter vnd gifftiger boͤſer Eyter allda verborgen / oder Die Beuloder Geſchwulſt ſehr hart worden / So ſoll man dieſelbigen gar herauß ſchneiden / vnd die Wundt / wie andere offene Schaͤden / ſo an dem Ruͤcken er⸗ ſcheinen / heylen. Item / die Bletterlein / welche an dem Rücken. auffſchieſſen / kan man ambeftendurch die brennung / mit einem gluͤenden Eyſen / vertreibẽ / So wol als die jhenigen / welche neben den Gelencken entſpringen. Dann woman ſolche ſolt gar herauß ſchneiden / ſo muͤſte man ein groſſes ſtuͤck Fleiſch mit hin» weg nemmen / vnnd koͤndte der Schaden als dann viel ſchwerlicher geheylet werden / vnd moͤcht leicht ein feyl vnter ſich mit zu ſch lagen / vnnd ſo di⸗ ſelb den Neruen / welcher darunter liget / beruͤret / ſo koͤndte das Roß / wañ es nider fiele / nicht wider auffſte ⸗ hen / ſondern muͤſte alſo nicht lang hernach ſterben. o Wie Be) Von Artzeney Wie man die berrenckten Ruͤckbeyn der Roſſz / ſall wider einrichten / vnd zu recht bringen. RG Ann die Ruͤckbeyn auf ihrem Gelenck kom⸗ ; men ſo ſoll man dieſelbige erfilich wol mit Seifen ſchmieren / darnach nemmen oͤle / vnnd daſſelbige vnter Regenwafler wol N vermiſchen / vnd daran thun Eyerweiß / vnd wol vnter einan⸗ TEN derrühren/biß es dick werde / wie ein Leym / Oder ſol Eſch / von gebrandtem Feigenholtz / in einen Moͤrßner thun / vnd wein vnd oͤle / eines ſo viel / als des andern / vnnd Eyerweiß von zweyen Eyern / daran gieſſen / vnnd ee 2 en. Da aber etwas an den Ruͤckbeynen zuriſſen oder zuſtoſſen / ſo ſoll man nemmen / Wachs ein pfundt / trucken Hartz vier vntzen / Gruͤnſpan zwo Vn⸗ tzen / vnd ſol ſolche allein ole ſieden / vnd brauchen. | | Damit aber die Mauleſel nicht auch mit ſolchem gebrechen geplaget/ fo kan daſſelbige verhütet werden woman nimpt frifch oder neuw geſchlach⸗ tes Schweinen Schmaltz / zwey pfunde/ Weineſſig ein Kanne / vnd läffet fols che einſieden / biß das dritte theyl vberbleibet / vnnd ſchmieret den Ruͤcken So auch am Rücken wehtagen vorhanden / ſo ſoll man ein Ader ſchla⸗ gen / vnd Blut herauß laſſen / vnnd folchen mit dieſen warmmachenden Vn⸗ gendt / ſchmieren / welches man alſo zurichtet. Rec. Baumoͤle / alt Schweinen Schmaltz / Salniter / duͤnn Bech / Juden⸗ leym oder Bergwachs / Lorbern / klein zuſtoſſen / vnd mit Wein zu hauff ver⸗ miſchet / vnd warn es die notturfft erfordert / ſo ſoll man das Roſſ / in einer Badſtuben wol darmit ſchmieren / vnd hernach vber etliche tag /mit warmen Waſſer abwaͤſchen. Nach dieſer verbrachter Cur / folmannemmen Ingwer / Peterſilgen / Kramkuͤmmel / Mahnſafft / Lorbern / eines jeden fo viel / als dich deucht gnug ſein / vnnd ſolche klein zuſtoſſen / mit Wein vnd Honig vermenget / dem Roſſz warm in den Halß gieſſen. Im fall der Schmertz am Ruͤcken nicht nachlaſſen will / vnnd die Pers uen vnnd Spanadern darvon ineinander gezogen werden / So ſoll man die Ruͤckbeyn / auff beyden ſeyten wol mit einem gluͤenden Eyſen brennen / vnnd hernach dieſelbige ſiben tag lang / mit warmen Schweinen Schmaltz ſchmieren / vnd wañ kelt vorhanden / ſo ſoll man darneben ein warm Vngent darauff ſtreichen / vnd die Haut mit Wollen bedecken vnd zubinden. Durch der Pferde. - CELVI Durch waſerley miccelmandieoffene Schäden auff J dem Ruͤcken heylen / vnd die runden Wartzen hinweg bringen ſoll / ꝛc. NSS il — \ = N Ki N BEN ! vorhanden / ſo folman Eſch / von gebrandten Hundtskoͤpffen / IE darein ſtreuwen / dann ſolche heylen den Schaden gar baldt / vnd hilfft auch / daß allda widerumb Haar wachſen. So aber der Schaden tieff hinein gehet / fo pflegen gemei⸗ nigklich runde Wartzen darunter zu ſtecken / Darumb ſoll man nemmen der frembden Wicken MNeeel / Erui genandt / mit Honig vermiſchet / vñ darzu thun ein Tacht auß einer oͤllampen / vnd damit die Hoͤl außfuͤllen / ſo wird dardurch die Wartz vertilget und hernach der Schade geheylet / vnd gleiche krafft has ben auch die Zweig von den Feigen Baͤumen / wann ſie in einem Backofen ſo lang gedoͤrret ſein / biß fie ſich zu Puluer ſtoſſen laſſen / vnd ſolches Puluer / ſoll man gar wol durchgeſiebet / darein ſtreuwen / denn es reyniget vnd heylet ſol⸗ che Schaͤden. Item / es dienet auch hierzu gar wol / die gruͤne Wolffs⸗ Milch / wo man ſie mit ſampt der Wurtzel geſtoſſen / darein leget / vnnd wann ſolcher nicht viel vorhanden / fo folman Saltz darzu vermiſchen. o ij Folgende Sy 8 15) AN 5) “ Bon Artzeney Folgende Artzney / hat auch dieſe krafft / daß fiedie Buͤge injrer gebuůr⸗ licher Stelle behelt / ob ſie ſich darauß begeben wolt / vñ verhindert / daß nicht Flaͤß hinein fallen mögen / vnd wirdt alſo bereyt. Rec. Theer oder weich Bech / ein halb Hartz / Tiſcher Leym / jegkliches drey vntzen / der ſtuͤcklein oon Weyrauch / welche ſich mit den Rin⸗ den auff dem weg vermenget haben / ein halb pfundt / Weytzen Meel ein meß⸗ lein voll / darein ein Noͤſel gehet / alten Wein / fo viel deſſelbigen genug iſt / thue ſolche allein eine Pfanne / vnnd ſiede ſie biß ein Vngendt darauß werde / vnnd ſchmier ſolches außwendig auff die Haar. eg Wann auch die Rofſßz groſſe wehtagen an den Schenckeln haben / So ſoll man nemmen Thennen Hartz / Saffaran / jegkliches ein Vntz / Zimetrin⸗ den vier Vntzen / weiſſen Weyrauch / Spicanardi / Myrrhen / weiſſen Pfef⸗ fer / Opopanacis / Fichten Hartz / iegkliches ein Vntz / Honig ein pfundt / miſch ſolche alle wol vnter einander / vnd brauche ſie / wañ es die gelegenheit vnd die notturfft erfordert. Item / die hernach geſchriebene Artzeney / brennet vnd befeſtiget auch die ſchwachen Glieder / vnd heylet darneben alle offine Schaͤden des Ruͤckens / vnd aller Gelenck. Rec, Geroͤſtes Hartz / Juden Leym / oder Bergwachs / Bech / Wachs / Gruͤnſpan / jegkliches ein pfundt / Ammoniaciein halb pfundt / Weyrauch / vier Vntzen / Galbani neun Vntzen / Opopanacis zwo Vntzzt / zuſtoß die duͤr⸗ ren zu kleinem Puluer / vnd was zu gehen kan / das zulaſſe vber einem Kolfeu⸗ wer / vnd thue die Puluer darein / vnd ruͤhre ſie wol vnter einander / biß es ein weiches Pflaſter darauß werde / vnnd ſolches ſoll man vberlegen / ehe es kalt wirdt. Da aber gedachtes Pflaſter ſchon hart worden / ſo ſoll man altes Schweinen Schmaltz darzu thun / vnnd wann es weich worden / ſo ſoll man Daffelbige/ wie gedacht / brauchen. J Gleiche krafft vnd wirckung hat auch dieſe folgende Artzeney / vnd wirt mit geringerm koſten alſo bereyt. Rec. Judenleym oder Bergwachs / Federweiß / jegkliches cin halb pfundt / alt Schweinen Schmaltz ein pfundt / Silbergleth drey Vntzen / Galbani/ Opopanacis / jegkliches ein Vntz / Weineſſig / darinnen ein Meerzwibel ge weichet / ein Noͤſel/oͤl neun Vntzẽ / ſiede ſolche alle / biß ein Salb darauß wird/ und ſtreich fie auff den Schaden. | | Da auch ein Roſſz einen Schaden am Rücken entpfangen/ oderdens ſelben verletzet bat» Sofolman nemmen Serften Meel / mit wein vnd oͤl ver⸗ miſchet / vnd daſſelbige auff das ſchadhafftige ort legen / vnd wann ein hitzige Geſchwulſt woit mit zuſchlagen / So ſoll man die Haut mit einem Scherz meſſer auffſchneiden / vnd Roſſzkoth / mit Eſſig / öleonnd geroͤſtem Saltz vers menget / daruͤber legen. So auch groſſer ſchmertzen in dem Ruͤckgrad vorhanden / So ſoll man dem a der Pferd. CRLVI dem Roſß zur Ader laſſen / vñ den Rücken wol mit folgenden Vngent ſchmie⸗ ren / ſo wirdt der wehtagen wol nachlaſen. * Rec. Lorbern / Schwebel / Baumoͤle / Schweinen Schmaltz / Salniter . vermiſche ſolche wol mit Wein vnnd Wachalder oͤle / vnd mache darauf cin Vngendt / vnd ſchmier darmit den Ruͤckgradt / wann die Sonn heiß ſcheinet / vnd reibe es wol hinein / vñ zeuhe das Roſſz hernach in einen warmen Stall / da kein kelt zu kommen mag. Wann auch der Rücken verwundet / ſo ſoll man das Puluer / von klein geſtoſſenen Schneckenhaͤuſſern / oder die Schalen von Krebſen oder Meer⸗ muſcheln / darein ſtreuwen. | Oder nimb Eyfen ſchlacken / vnd Gruͤnſpan / jegklicheg zwey loth / vnd mach darauß ein klein ſubtiel Puluer / vñ ehe du ſolches in den Schaden ſtreu⸗ weſt / So waͤſche denſelben zuvor wol mit Wein. Item / es heylet auch die Wunden des Ruͤckens dieſe Artzeney / nimb Tuͤrckiſchen Galles / klein zuſtoſſen / vnd miſche darzu Honig / vnd lege es auff die Wundt. | | Wann auchein Raster vnwiſſendt ein Roſſz auff drucket / vñ den Ruͤ⸗ cken alſo wundt machet / So ſoll man nemmen ein Handtvoll duͤrre Zwibel⸗ rhoͤren / vnnd dieſelbige in Waſſer legen / vnd hernach zum Feuwer ſetzen / vnd wañ ſie wol geſotten / ſo ſoll man ſolche warm auff die Geſchwulſt vnd Scha⸗ den legen / vnd wañ fie kalt worden / ſo ſoll man oben darauff einen Sattel le⸗ gen / vnd tag vnd nacht darauff ligen laſſen. | Bonder Haarfchleche vnd kurtzen Athem 2. der Roſſz. | m Ann ein Roſß niche wol Achem holen fan / es 9 feyedan/daßesden Halß ſtracks vnd gerade in die hoͤhe halt / © ſopflegen die Griechen ſolchen gebrechen Orthopnacam zu heiſ⸗ I 9 ſen / vnd wirdt durch folgende zeichen erfandt. — ERe Im gehen ſtutzet es / oder weichet zuruͤck / vnd zeuhet den A⸗ themſchwerlich / vnd ohn vnterlaß zu ſich. Kan keinen Berg ſteigen / vnnd fo es etwas arbeyten ſoll / So fellet es darnider / vnd wann es gleich auff der Erden liget / ſo ſtrecket es ſich doch nicht auß / vnd begeret nur allein wider auffzuſtehen. Das Roſſz kan gar ſchwerlich Athem zu ſich ziehen. Die Naßloͤcher hitzen vnd brennen gleich. Vnd die Lenden vnd Weich zittern vnd bedmen. Solchen ſoll manalſo raht ſchaffen. oe dj Ree. Bon Artzeney Rec. Weyrauch ein halb loth / Schwebel ein quintlein / zuſtoß ſie gar klein / vnd vermiſche darzu weiſſen wolriechenden Wein / vnnd Honig / vnd geuß es dem Roſſz in die Naßloͤcher. | Oder nimbꝰ oiefen/Bech vnd geroͤſten Salniter / klein zuſtoſſen / vnd | vermifchedarzu Honig vnd Wein / vñ gib dem Roſſz ſolches alſo lang ein / biß | es nicht mehr den Athem ſo ſchnell vnd behend zu ſich zeuhet. Item / man ſol auch das krancke Roß nicht viel bemuͤhen / ſonder ruhen | laſſen / vnd jm darneben Salniter vnter das Trinken ond Hew miſchen / ond wo darvon die beſchwerung nicht wolt nachlaſſen / fo ſoll man demſelbigen ein Artzeney einfloͤſſen / die es pferchen mache. Darumbfolmanfolchen/fo vil das Futter belanget / Speiß fürgeben/ welche warmmachende Krafft haben, als Gleomenes Libycus ſchreibet / vnd inen alſo entweder frembde Wicken / Erui genañt/ welche zuvor wol geweicht find/oder Habern / Kichern oder Gerſten fuͤrſchuͤtten / vnd vnter das trincken / Meel vermiſchen. Item/ man ſoll denſelbigen Tragacant / vnd lebendigen Schwebel //eg⸗ liches ein wenig / mit ſuͤſem Wein vermenget / in den Halß gieſſen. | Oder foldas Blut voneineimjungen Hundt / weil es noch gar heiß iſt / vnter welches gepuͤluert Kramkuͤmmel / ein loth vermiſchet / neun tag lang / in den Rachen floͤſſen. Item / man ſoll auch nemmen Wallwurtz / vnnd Safft von dem Kraut Roſſſchwantz / ſegkliches ein Noͤſel/vnd ſol darzu thun Kramtumme! ein lot Wein ein halb Noͤſel/ vnd dem Roſß eingieſſen Oder ſoll jm klein gepuͤluerten Weyrauch vnd Schwebel⸗ vnter Wein vnd Honig vermiſchet / in das lincke Naßloch ſpruͤtzen. ann aber gedachter gebrechen / nicht alſo gar hefftig/ vnd der Athem nicht ſo ſehr verhindert wird / So pfleget man ſolchen gebrechen/Dificultarem fpirandi, vnd ſchweren oder kurtzen Athem / zu nennen / Vnd ſo ein Bu damit beladen / erkennet man daſſelbig durch dieſe zeichen. Si: Das rechte Aug / vberkommet cin grüänlichte farb. gubenden Aapistheen/ einst ein ſtinckender vnflat herauß. Zeuhet die Lenden zu hauff. Befommet darneben Beulen an den Kienbacken. Aber es iſt beſſer / daß man auff des krancken Roſſes gang / fleiſſig ach⸗ tung gebe. Denn wo ſolches allweg auff ein ſeyt wancket / So iſt dem gebre⸗ chen nicht wol raht zu ſchaffen. Da aber der gebrechen noch neuwe / vnd nicht — lang geweret / ſo ſo man jn alſo vertreiben. ur) Erfilich fol man dem Roſſz drey tag nach einander zur Ader laſſen / vnd folgenden Tranck eingeben. Rec. Alten Wein ein Noͤſel/Loroͤl/ Maſtixoͤl/ jegkliches neun vntzen / Ro⸗ ſen öl ein pfundt / Saffaran /Myrrhen / jeglliches zwey loth Honig Dale drey der Pferdt. CXLVII drey Noͤſel / thue ſolche alle / neben einem abgewuͤrgten Haußhahne / in einen neuwen Kuͤpffern Tuͤgel / vnd laß ſie mit einander wol ſieden / biß zwey theyl vberbleibet / vnd nimb hernach dieſer gekochten Bruͤhe / taͤglich ein halb Noͤ⸗ fevond miſch darzu Honigwaſſer / vnd das weiſſe von einem Eye / vnd ſpruͤtze dieſelbige ſechs tag lang / dem Roſſz in die Naßloͤcher / vnd geuß auch cin we⸗ nig darvon auffden Kopff / vnd behe darneben die Schenckel darmit / ſo wirdt dieſe Kranckheit wol vergehen. Ein andere 55 Sonden ſchweren them. se Ann ein Roß mit groſſer beſchwerung Athem zu ſich zeuhet / ſo hoͤrt man gleich ein ziſwen / oder raſteln / vñ die NE Lenden werden hangend / vnd beyde Augen / oder je zum wenig⸗ den Rachen. Eins andern Roſſzartzts meynung / bon der Her⸗ ſchlecht vnd kurtzen Athem. | O ein Roffz mic rafteln vnnd groffer beſchwe⸗ rung Athem holet / fo heiſſen die Lateiniſchen folchen gebrechen RSufpirium, vnd die Griechen Aſthma / vnnd wir Teutſchen die Herſchlecht. te / — N Der we⸗ Bon Artzeney Derwegen ſoll man darfuͤr brauchen dieſe Argeny,. =" Rec. Maluaſier ein Noͤſel / Violenwurtzel / Pfeffer / Myrrhen / Saffaran / kleine ſtůcklein Weyrauch / Tragacant / jegkliches zwey loth / kleine Roſinickẽ / ſo viel derſelben gnug iſt / vnd geuß ſolche dem Roß in den Halß. A Oder fehmier jmden Rachen wol mit Honig’ Butter’ vñ Schweinen Schmaltz / vnd reib hernach geftoffen Saltz darein. | | Wann aber ein Roſſz nicht fan Athem holen es haltedannden Half gerad indie höhe / So heiffen die Griechen folchen gebrechen/ Orthopnacam, vnd wirdt durch dieſe zeichen erfandt, ei ie | Das Roſß recket die Ohren vnnd den Half indie hoͤhe / vnd bleſet gar hitzigen Athem von ſich / vnnd die Lenden zeuhet es ein / vnd die Augen ſtehen jhm allezeit offen. * * — | Dermfelbigen aber kan man raht ſchaffen / woman jhm Blutbeyden rRuͤckbeynen herauß laͤſſet / vnd daſſelb aufffenget / vnd darzu thut oͤle vnd Eſ⸗ ſig / vñ das Roß damit ſchmieret / Man ſol aber auch ſolches / ſo lang esmüge lich / von aller Speiß enthalten / oder jhm Futter fuͤrlegen / welches waͤrmet / als dann find die frembden Wicken / Erui genandt / vnd Kichern / ondinden Winter Weytzene Saat / vnd im Sommer Gerſten Saat. Vnd ſol ſolchem darneben Tragacant / Wein / der biß auff die helfft hat eingeſotten / Judenleim oder Bergwachs / Hundtsblut / vñ geſtoſſenen Kram kuͤmmel / ſo viel man mit vier Fingern erhalten kan / mit Wein vermiſchet / in den Halß gieſſen. | — Oder ſol nemmen Eyerweiß / vnd geſtoſſen Pineen Kern / vñ ſolche wol vnter Honig miſchen / vnd dem Roſſz zwentzig tag lang / etwas darvon in den NRachen ſtecken / biß es geſundt werde. * | — Wann aber ſolche Artzeney nichts helffen will / ſo folman Chriſtwurtz / oder ſchwartze Nießwurtz / in die Bruſt / Naßloͤcher / vnd durch die Ohren fies cken / ſo wirdt durch dieſe drey oͤrter / aller Gifft vnnd boͤſe feuchten / welche der Kranckheit vrſach ſeind / hinweg getrieben / Oder ſol nem̃en bitter Mandeln / vnd der wurtzel von wilden Kuͤrbſen / klein zuſtoſſen / vnd ſie mit Honig vermi⸗ ſchet / zu runden Kuͤgelein machen / vnd dem Roſß eingeben. | ‚Oder folnemender wurtzel von einem Maulberbaum / ein halb quint⸗ lein / zu kleinem Puluer geftoffen/ mit Wein dem Roſß inden Half gieffen/ Aber man follauch zuvor dem krancken Roſſz / das Haupt mitfolgender Ar⸗ tzeney / welche man bereyt von einem Noͤſel Wein / vñ vier loth Baumoͤle / wol reiben vnd ſchmieren / vñ ſolche dienen zu den jhenigen / an welcher geſundheit man ſchier verzaget. Es pfleget auch der ſchwere vñ kurtze Athem / offtmals nach hefftigem Schweiß / groſſer Arbeyt/ oder auß einem gebrechen der Lungen / zu folgen / vnnd welche Roſß damit geplaget / den fleuſſet ein Eyterichte feuchtigkeit / zu den Naßloͤchern herauß / vnd ſolchen hilfft gar wol dieſer Tran, > Rec u .ı SRDDIEORO , ORLIN faafier anderthalb Noͤſel/ Gartheil drey vntzen / der Blumen von Hyſop / Zimetrinden / Wallwurtzel / Tragarant kleine ſtuͤcklein von Wey⸗ — * vier loth / Die duͤrren ſol man alle zu kleinem Puluer ſtoſſen / vnd mit dem Maluaſier vermiſchen / vnd in den Halß gieſſen. ITtem / man ſoll auch nemmen das Blut, welches man ſolchem Roſſs / das cin kurtzen Athem hat / auß einer Ader gelaſſen / vnd dañ ein Noͤſel Wein / vnd anderthalb pfundt Baumoͤl / vnter einander vermiſchen / vñ darzu thun / Weyrauch ein loth / des außgepreſten ſaffts / von dem Kraut Andorn / vnge⸗ faͤhrlich ein Halb Noͤſel / vnd ſol ſolches dem Roſſz in den Rachen gieſſen. Rec. Eyer / leg ſie in Eſſig / biß die Schalen gar weich werden / vnd gib erſt⸗ lich dem Roſß drey / darnach den andern tag fuͤnff / vnd den dritten tag ſieben / 1% zuverſchlingen. Was man brauchen ſoll/ wann die Lunge der Roſſz ſchadhafftig iſt. Siſt auch gar ein beſchwerliche Seuch / wañ Die Lung anbruͤchig / oder ſchadhafftig wird / darauß die Hu⸗ > ſten / vnd abnemmung des Leibs / vnd endtlich die darre / oder. Sgar die ſchwindtſucht folget / vnnd damit ſolche nicht gar das Roſß vmbbringe / oder toͤdte / So follman nemmen die wur⸗ tzel von den Haſelſtauden / vnd ſolche zuvor ein wenig brennen / vnd durch ein Ohr ſtecken / wann zuvor das Ohr mit einem Pfriemen durchſtochen iſt und ſoll hernach nemmen Honig vier vntzen / Ther oder weich Bech / vnd gleich ſo vieloͤle / Butter / vnd Schweinen Schmaltz / und Kuͤgelein darauß machen / vnd dem Roſſz in den Halß ſtecken / zuverſchlingen. * Wañ aber die Kranckheit darvon nicht vergehet / So ſolman nemmen außgepreſten Lauchſafft / ein Halb Noͤſe / vnd Baumoͤl neun vntzen / vñ Wein ein Noͤſel / vnd ſolchem dem Roß / zu hauff vermiſchet / etliche viel tag nach cin» ander / in den Halß gieſſen / Etliche thun auch zu dem oͤl die Wurtzel von wil⸗ der Rauten / vnd etliche Weyrauch. No Er Kr . 444 U nieF 227 ”. N Was man zu den faulen offenen Schaͤ⸗ den im NVeaul brauchen ſol. Oein offener Schade indem Maul / von dem — Zaum ſein ankunfft hat / So ſol man gebrandt roth Kupffer⸗ N waſſer ertzt / klein zurieben mit Honig vermiſchen / vnd wañ es die notturfft erfordert / die faulen vnnd fortkriechende offene | Schaden / in dem Naul / oder an welchen ort des Leibs ſolche erſcheinen / damit ſchmierenn. un 4 Da a 2308 2736 Bon Artzeney Daauch ein Roſſ einen faulen ond fortkriechenden offenen Schaden / im Maul hat / vnd man denfelbigen wol ſehen kan / ſo ſoll man ibn mit einem gluͤenden Eyſen brennen / Doch aber / fo ſoll man ſich gar wol darneben fuͤrſe⸗ hen / damit man nicht mit dem gluͤenden Eyſen / ein Spanadern oder Seena⸗ dern beruͤhre. a Sa Warm aber ein offener Schaden / auff dem Ruͤckgrad vorhanden Se ſoll man erftlich die Haut hinweg ſchneiden / vnnd denfelbigen auch mit einem gluͤenden Eyſen / fuͤrſichtiglich / wie gedacht / brennen — So aber ſolcher Schaden / die Riben eingenommen / So ſol man dieſel⸗ bigen biß auff das Beyn herauß ſchneiden / vnnd hernach Cypreſſen klein zu⸗ ſtoſſen / mit gleich fo viel Serften INReel vermiſchet / darein ſtreuwen / vnnd zu⸗ vormitder bloſen Hand nicht beruͤhren / Oder ſol Koͤlbletter / oder wilden vnd heymiſchen Lauch zuſtoſſen / vnd darzu thun Gerſten Meel / vñ darein legen / vnd wann die Ruffen abfallen / vnd man die Feul wol ſehen kan / So ſoll man erſtlich ein Wundtſaͤlblein darein ſchmieren / vnd hernach geſtoſſene Oſterlu⸗ cey / oder rohes Bech darein ſtreuwen / vnd das Kraut rote Ochſenzung / oder gepuͤluert rot Kupfferwaſſer Ertz / oder die Bletter von Wullkraut / oder Koͤ⸗ nigskertzen / oder Zeißkraut daruͤber legen / vñ dergleichen Artzeneyen / welche die offene Schaͤden heylen / vnnd von vns hernach da fuͤrnemlich von Artze⸗ ney gehandelt wirdt / beſchrieben werden. | Es iſt auch nuͤtzlich vnd gut / zu den alten / offenen / faulen Schädenin ‚dem Maul / ſo man einen zuſtoſſenen ſauweren Granatapffel / mit Gerſten Meel beſprenget / vnd mit Weineſſig vermiſchet / darauff leget oder Cypreß Nuß gepuͤluert / mit Gerſten Meel vnnd Eſſig vermenget / darauff ſtreichet / oder Kellershalß / darunder Oſterlucey Bletter oder Stengel/zu Duluer ges ſtoſſen / das alles wol durchſiebet / vnnd eines ſo viel / als des andern / darein ſtreuwen oder leget. | | Von dem Hertzgeſpan / vnd anderngebreden des Hertzens der Roſſz. ————— er IR OfTF/ welches mic dem Hertzgeſpan bela⸗ 3 den / wirdt math ond krafftloß. Vberkommet ſchmale eingefallene Lenden / vnd ſchlegbeu⸗ RER chetdarneben. | 2 ” 38 GSchlegedie Augen nider / vnd ſtellet ſich gar trawrig. Vnd die Knie vnd Hoden lauffen ihm auff / vnd geſchwelſen. Das Roſſz ſchleget ohn vnterlaß den Kopff wider die Erden / vnd beiſ⸗ ſet ſich ſelbſt indie Lenden / vnd ſchwitzet / ob es gleich uhet. | Soolchen aber fan man alſo raht ſchaffen / man fol ihnen higige Artze⸗ | ney / durch ney / durch das Maul vnd Naßlöcher einflöffen / als dañ find Pfeffer / Wein / Baumoͤle / Meerzwibeln / Lorbern / vnd das Kraut Thimian / vnd ſoll darne⸗ ben daſſelbige mit truckenen Futter kraͤfftigen / vnd von allem gruͤnen Graß / vnd andern feuchten Futter / enthalten. Item / man ſol ſolches wolmit oͤle vnd Wein ſchmieren / vnd reiben / vnd den Bauch wol mit Kotzen oder Kleidern bedecken / auch bißweilen mit geſtoſ⸗ ſenem Schwebel / vnter Baumoͤl vermiſchet / wol reiben / vñ dentall huͤbſch vnd ſauber außkehren / vñ wolriechende Kraͤuter vnd Wuͤrtz darein ſtreuwen / als nemlich / Quendel / Camillen / Lorber Bletter / vnd dergleichen. Wann aber dieſer gebrech alſo oberhandt genommen / daß ſolches Roß nicht mehr gehen noch ſtehen kan / oder wann es mit gewalt fort getrieben / torckelt vnd wancket / oder ſich an die Wandt anleinet / vnd trawrig ſihet / vnd auch demſelbigen am gantzen Leib der Angſtſchweiß außbricht / vnd darneben zittert vnd bedmet / vnd auch ſo es niderfellet / alleweg auff dem Bauchliget / vnd ſich nicht außſtrecken / noch wider auffſtehen kan / vnd groſſen ſchmertzen fuͤhlet / vnd das Geſchefft zittert / vnd offt vnd wenig auff einmahl ſtallet So wirdt dardurch angezeigt / daß es gar auff das euſſerſte mit ſolchem kommen / vnd daß die boͤſen vnd ſchaͤdlichen feuchtigkeyten / ſich allbereyt in die Pulßa⸗ dern begeben / vnd das Hertz darneben verletzet vnd beſchaͤdiget haben. Man ſol dem Roſſ Teuffelskoth / einer Bonen groß / vnnd vier vntzen Honig / Salniter drey vntzen / Waſſer ein Kanne / warm gemacht / Weineſſig ein Noͤſel / zuhauff vermiſchet / drey tag lang in den Halß gieſſen / Vnd ſoll dem ſelbigen gruͤn Graß / oder Burgundiſch Hew zu freſſen geben / vnnd wann es dardurch ſein nit erlanget / ſo ſoll man men bey den foͤrdern Knie⸗ ſcheiben / oder bey den Feſſeln Blut herauß laſſen. Rec. Senff / Teuffelskoth / jegkliches einer Bonen groß / Honig ein pfund / warm Waſſer vier vntzen / Weineſſig acht vntzen / vermiſch ſolche alle zuſam⸗ men / vnd geuß es dem Roſß in den Rachen / vnnd reyt es wol hin vnd wider / biß es erwarmet / vnd gibe jhm gruͤn Graß zu freſſen / vnd wann es wider ge⸗ ſundt worden / ſo laß jmdie Adern bey den Seenen oder Spanadern ſchlagen / vnnd auch auß den hindern Schenckeln Blut herauß flieſſen Damit eg deſto lenger bey geſundtheit erhalten werde. Eines andern meynung / von Schmertzen des Hertzens. Er wehtagen des Hertzens wird erkandt / So des R Roſſes rechtes Aug voller zehern ſtehet / als hett es geweinet / vnd vwañ die Knieſcheiben wancken / darumb von noͤten / daß man fol chen / als wir zuvor befohlen / Blut herauß laſſe / vñ nachfolgende Artzeney in die Naßloͤcher gieſſe / welche man alſo zurichtet. | Pi Rec, | Son Arkenen Rec. Fenchel vnd Enis / jegkliches cin Halb pfundt / weiffen Wein ein halb Noͤſel / vermiſche ſolche wol zu hauff / vnd geuß es dem Roſſz drey tag lang in die Naßloͤcher. Da aber der ſchmertz nit nachleſſet / ſo ſol man im Blut an den Schien⸗ beynen herauß laſſen / darnach Teuffelskoth / einer Bonen groß / vnd gleich ſo viel Salniter / Honig ein pfundt / warm Waſſer zwo Kannen / vnnd Wein⸗ eſſig ein Halb Noͤſel / ſolche ſoll man alle zuhauff vermiſchen / vnd dem Roſſz in den Rachen gieſſen. | Oder ſoll nemmen Meerzwibeln / Oſterlucey / Weyrauch / Myrrhen / Thymian klein zu Puluer geſtoſſen / vnd mit Wein vermenget / dem Roſſß in die Naßloͤcher ſpruͤtzen / Vñ hernach das Roſſz / mit Kotzen oder Stro / warm zudecken / vnd allen Vnflat auß dem Stall hinweg thun / vnd ſauber außkeh⸗ ren / vnd in demſelbigen mie VPyrrhen vnnd Lorberblettern raͤuchern / vnd ein zeitlang von Gerſten enthalten. Von wehtagen Hi Kranckheyten der Nieren der Roſſz / vnd wie man denſelbigen raht ſchaffen ſoll. — SeEnſchmertzen der Nieren / erkeũet man durch SE a Diefe zeichen. a Das Roffssuferoiifehleppet gleich die hindern Schen⸗ EN NE ceel / wann es will fort gehen. —— Iſt krafftloß/ vnd wancket oder torckelt / vnd leynet ſich in dem gehen an die Wende, ar Leſſet einen ſchwartzen / dicken bintigen Harm von ſich. Die Bande / welche das Geſchefft befeſtigen / werden erlengert / lauf⸗ fen auff / vnd geſchwellen. | Sihet mit den Augen firengond ſteiff. Es kan das Yaul gar nicht weyt auffthun / noch viel weniger gehnen / vnd auch auff den hindern Schenckeln nicht ſtehen / vnd wil doch jmmer von einem ort zudem andern geben, vnnd wann es will fort fehreittenfo wancken jm auch die fördern Schenckel / vnd die hindern ſchrencket es gar vber ein an⸗ der / vnd machet im geben gleich ſchier einen halben Circkel / vnd die Knoͤcheln werden dick vnd geſchwellen. | Demſelbigen ſol man alſo raht ſchaffen / man foldie Lenden ond Arſch⸗ backen wol behen / vnnd mit einem Saͤlblein / welches den Schmertzen ſtillet / wol ſchmieren / vnd mit Kleydern das Roſſz / wol bedecken / vnd ſolches Futter fuͤrgeben / welches den Harm vnnd boͤſe feuchtigkeit hinweg treiber / als dann iſt Fenchel / Eppich / vnnd dergleichen / onndfollibmdarneben Burgundiſch grünes Graß / vnd weiſſe Kichern / mit Wein eingeben / vnd endtlich Erpi ein loth / der Pferdt. CLI ein loth / vnd gleich ſo viel Bibenel / vnd Thyllen zwey loth / Myrrhen ein halb quintlein / klein zuſtoſſen / mit einem halben Noͤſel Wein / welcher biß auff das halbe theyl hat eingeſotten / vermiſchen / vñ in den Halß gieſſen / vnd ſol es all⸗ gemach vmbfuͤhren / oder hin vnd wider reyttn. Item / man ſol auch demſelben warm Waſſer / vngefaͤhrlich drey Maß / durch ein Kriſtier in den Leib geben/ vnd ſol jin eine gute weiche ſtrew machen. Wann aber ſolches ein lautern Harm von ſich leſſet / vnnd die Hoden verſchwelcken / vnd klein werden / vnnd mit den hindern Schenckeln nicht wol aufffuſſen kan / ſo halte ich es mit dem Cleomene Lindio / vnd rahte / daß man jm die gebrandte wurtzel / von Wullkraut / oder Rönigskergen/ zu Puluer ges ſtoſſen / ſol mit Wein / vnd gleich fo viel waſſer / in den Hindernydurch ein Cri⸗ ſtier / eingeben. Es ſeind auch etliche/welhe befehlen / daß man im Gerſten Neeel / vnd gut Hew / Kichern / vnd ſo viel Brodt als ſie moͤgen / ſoll zu freſſen geben / vnd allgemach hin vnd wider reytten / oder fuͤhren. | Man ſol imauch beydem Geſchefft zur Ader / vnd Blut herauß laſſen / und jm das Futter entziehen / vnd hernach dieſe Artzeney brauchen. Rec. Weyrauch vier loth / gemahlẽ Bonen / ein viertheils pfund / vermiſche ſolche wol mit Honig / vnd geuß oder ſpruͤtze fie / etlich viel tag nach einander / dem Roſß in die Naßloͤcher / vñ laß es allgemach fortgehen / vnd gib jm endt⸗ lich dieſen Tranck. — Rec. Einen jungen Hundt / vnd ſiede denſelbigen in einem Gerſten waſſer / vnd vermiſche zu der Bruͤhe / Honig / vnd geuß jm dieſelbige / etliche tag in denn Halß / biß es wider ſein geſundtheit erlanget. Nimb der frembden wurtzel Radix haſtulæ regiæ genandt / welche etliche / doch falſch / Goldwurtz zu fein vermeinen / vnd koch dieſelb in ſtarckem Wein / vnd ſtoß fie gar klein / vnd miſch darzu kalt waſſer / vnd gib jhm folches, durch ein Criſtier / hinden in den Leib / vñ ſchmier darnebẽ die Lenden wol / mit wars men oͤlen oder Vngenten. Oder geuß ihm Schafmilch / ein halb Noͤſel / mit Hirſchenmarck / vnnd Baumoͤle vermiſchet / in den Leib. Oder geuß jm ein tranck ein von gewuͤrtz (Potio Odarata vnd Aromatica genandt / welcher beſchreibung hernach angezeigt) zugericht / mit Wein / oͤle/ vñ Honig / vñ dem lautern von Eyern / vermiſchet / vñ waͤſch daſſelbig wol mit Wein / oͤle vnd Salniter / vnd decke hernach das Roß warm zu / mit kleydern / vnd dieſe beſchwerung / hat fuͤrnemlich jr ankunfft von geſchwindem lauffen. Es miltert auch den ſchmertzen der Nieren / dieſe Artzeney. Rec. Pfeffer /Peterſilg /Meyrrhen / jegliches vier vntzen / Spicanard / Ep⸗ pich ſamen / Bibergeil / jegliches zwey lot/ Mahnmſafft vier lot / Enis /Zimet⸗ rind / jeglichs vier vntzen / ſtoß ſolche alle klein / vnd raͤde fie wol durch ein ſieb / vnd gib darvon dem Roß ein halb lot / in einer feuchtigkeit zu ſauffen. it Item / | Bon Artzeney Item / es pfleget auch cin Roſſz offtmahls / von wegen groffer ſchwerer Laſt / oder wo daſſelbig vber einen weiten Graben ſpringet / oder zu ſehr erkal⸗ tet / ein hitzige Geſchwulſt / in den Nieren zubekommen / vnnd herach auff den hindern Schenckeln nicht wol zu ſtehen noch zu gehen / Darumb ſoll man in ſolchem fall / die Lenden wol mit warmen waſſer begieſſen / vnd waſchen / vnd auch ein gluͤend Eyſen / wann es die notturfft erfordert / daran halten. Nachfolgender Tranck hilfft denen gar wol / welche ſchmertzen In dene Nieren haben / nimb der grünen Fruͤcht von Cypreßbaumen / an der zal eylffe / vnd brenne ſie zu Puluer / vnd vermiſch dazu klein zuſtoſſen Salniter / vnd des beſten Baumoͤles / jegliches ſechs lot / vnd zutreib ſie in zwo Kannen guten ale ten Wein / vnd geuß jm dieſelb vier tag lang / durch ein Trechter in den ar Wann auch der wehetageninden Wieren fo gar groß iſt / daß ein Roſſßz ſolchen lenger nicht erduldẽ mag / fo ſol man jm die Adern bey den Huͤffen oder Feſſeln eroͤffenen / vnd Blut herauß laſſen / vnd daſſelb auff fangen / vnd darzu thun Schweinen Schmaltz / vnd Baumoͤl / vnd die Lenden damit ſchmieren. Ka Es lindertauchden Schmertzen / vnd vertreibt auch die muͤdigkeit / die⸗ e Artzeney. | Rec. Baumoͤl zehen pfundt / Euphorbi eylff vntzen / Eberwurtz vier vntzen / oͤle von Rheynweiden / Oleum Cyprinum genandt / zwey pfundt / lebendigen Schwebe / acht loth / Pfeffer / Meiſterwurtz / jegkliches ſechs loth / Perthram vier loth / Staphis Agrie / vnnd der Wurtzel Tapſie / jegklliches drey Vntzen / ond gleich fo viel wilder Kuͤrbswurtzel / ſtoß ſolche klein / vnd raͤde ſie durch ein Sieb / vnd thue darzu ſo viel Baumoͤle / biß es dick werde wie ein Honig / vnd es in ein wol verglaßtes Gefeß / vnnd brauche es / wann es die notturfft erfordert. | u Man follesauch zwiſchen der Blaſen vñ dem Hindernmit einem glů⸗ enden Eyſen brennen. J Von Schmertzen der Lenden. BD ein Roſß wehecagen inden Lenden hat / So * E83 ' | —ertennet man ſolches durch dieſe zeichen, | | RL Es gehet mit den hindern Schenefeln krumb / vñ ſtrauchelt a —3— oder wancket auff die ſeyten / Vnd ſolchen ſoll man mit glüenden Eyſen raht ſchaffen / vnd ſol alſo an dem Gelenck / bey den Knien anfangen / vnd auff beyden ſeyten das gluͤend Eyſen wol hinein drucken / dañ es iſt allda hart Fleiſch / welches nicht leichtlich weichet / ſo man darauff dru⸗ cket / vnd ſoll hernach klein gerieben Saltz darauff ſtreuwen / vnd als baidt ge⸗ brandt Gerſten Brodt/ klein zuſtoſſen mit warmen Waſſer / Wein vnnd Baumoͤle vermiſchet / auff den Brandtſchaden binden / vnd als ne“ iche/ der Pferde, 3 con Viehe / etliche viel tag ruhen laſſen / vnd nicht bewegen / noch fort treiben / vnd mit viel gutem Futter ſtercken. Etliche gute Artzneyen / fuͤr den ſchmertzen et \ der Lenden. 12 Rec. ¶ Weineſſig / Bergwachs / lebendigen Schwebel / Opopanacis / eins fo viel / als des andern / vermiſche fie zu hauff / vnd ſchmier die Lenden damit. Oder nimb geſtoſſenen Koͤl / vnd thue darzu Wein ein halb Noſel / vnd kalt Waſſer / vnd lege es auffden Schmertzen. ITttem / nimb Cypreßbletter / zu Puluer geſtoſſen / vngefaͤhrlich drey vier⸗ tels pfundt / vnnd thue darzu Gerſten Meel ein pfundt / Weineſſig ſo viel deſ⸗ ſelbigen genug iſt / lege es auff das ſchadhafftig orth. Oder nimb Hartz vier loth / vnd ſiede es / biß es zugehet / vnd thue darzu Gerſten Meel / vnd Boͤcken Vnſchlet / biß es dicke wirdt / vnnd lege es warm auff das ſchmertzhafftige Glied / vnd verneuwer daſſelbigeofft. Was man für mittel vnd Artzeney brauchen ſol / wann — linden | Huͤffen hat. Ann ein Roſß wehtagen inden Hüffen hat / ſo ean cs auff den hindern Schenckeln / nicht wol ſiehen noch ge⸗ N | Y \ E hen/Darumb follman jhm auff beyden ſeyten / auß den Adern ee Oo am Männlichen Glied / vngefaͤhrlich ein Kannen Blues her⸗ auß laſſen / vnnd hernach mit viel warmen Waſſer begieſſen / vnd als dañ mit oͤle vnd Wein gar wol reiben / fo wirdt es bald wider geſundt werden. Wo es aber nach dieſen weiter beſchwerung fuͤhlet / ſo ſol man beyde Huͤffen / in einem Circkel rundt / mit gluͤenden Eyſen breñen / vnd die Cur vol⸗ lendt vollenden / wie oben gemeldet. Da aber einem Roſß der Halß ſtarret / vnnd darneben Huͤffeweh hat So ſoll man die Adern an dem Schwantz / mit Ruͤhtlein ſchlagen / vnd wañ fie wol auffgelauffen / vnd groß worden / fo ſoll man dieſelbige mit einem Laß⸗ eyſen eroͤffenen. So auch ein Roſſz / welches mit gedachten gebrechen beladen / den As them geſchwindt vnd offt zu ſich zeuhet / vnnd wehtagen darneben in den Len⸗ den fuͤhlet / ſo ſol man jm an dem jnnern theil der Schenckel / oben bey dem es ſchefft / vnd bey den Huͤffen oder Feſſeln / Blut herauß laſſen / vnd ein Pflaſter aufflegen / welches zuruͤck treibet / vnd daſſelbig mit warmen Waſſer wol be⸗ hen / vnd in einem warmen Stall halten / da feine kelt zu kommen mag. Rec, ¶ Item / dieſe Argenen ſtillet auch die Huͤffenwehtagen. | * —— | Rec, Rec. ¶Griechiſch Bechroder Colophonien ein pfund / Terpentin / al Baum oͤle / jeglliches anderthalb pfundt / Opopanacis drey loth / Galbani vier loth. Aber die folgende Artzeney / welche man alſo bereytet / wirdt vnter die ſterckeſten vnd kraͤfftigſten mittel gerechneee.. Rec, Euphorbij zwey loth / zu hauff gelauffenen Neerſchaum / drey loth / Lorbern vier vntzen / Pfeffer sven lot / ole von Reynweiden / Oleum Cyprinum genandt / vier larhh. | — —— — Wann aber ein Roſß die Huͤffen verruckt / oder zuſtoſſen / ſo holet daſ⸗ ſelbige offt vnd ſchnell Athem / vnd ſeufftzet / vnnd treiben die Windẽ den Leib auff / Darumb ſoll man das ſchadhafftige Glied / wol mit den Henden ſtrei⸗ chen / vnd hernach mit einem glüenden Eyſen breñen / So wirdt die ſchaͤdliche vnd boͤſe feuchtigkeit / welche gleich ſihet / wie das gelb in faulẽ Eyern / herauß lauffen / vnd als dann ſoll man gerieben Saltz vnd Bech darein ſtreuwen. Wie / vnd durch waſerley mittel / man einem hin. ckenden Roſſz ſol raht ſchaffge. N — — — N Br i N Hl f — — N J * — Ns je *8* — N DD * 2 ⸗ 3 * — 8 NE uf NW; er NN nee J3 $ N ' 8 \ N — — SH > —— — > — — ee E — F LER Be der dferde CLIN Da aber die boͤſen feuchten / noch vber dem Horn, inden Schenckeln ſich auffhaltẽ / ſo kan man ſolche / durch vielfeltiges reiben / oder durch ſchrepf⸗ fung hinweg bringen / Vnnd wo ſie ſchon die Huͤfe eingenommen / ſo ſoll man dieſelbige mit einem ſcharpffen Yeeſſerlein / allgemach eroͤffenen / vnd hernach ‚mit Harm / darunter Saltz vermiſchet / außwaͤſchen / vnnd wol mit einem Schwamb oder Thuͤchlein außtruͤcknen / vnd Rindern oder Boͤcken Vnſch⸗ let / mit einem gluͤenden Eyſen darein traͤuffen / vnnd hernach den Schenckel mit einem Filgoder Thuch / wol verbinden / biß das Roſſz wider auff denſel⸗ bigen wol getretten kan / vnd ſoll auch ſich befleiſſigen / daß ſolcher ſchadhaff⸗ tiger Fuß / nicht mit waſſer feucht gemacht / ſondern wol trucken ſtehe. | So man aber gemeldte boͤſe feuchten/nicht baldt auß dem Fuß herauß bringet / ſo machet fie Eytter / vnd den Fuß ſchwuͤrig / vnnd kan derſelbige viellengſammer Curirt werden. Derwegen ſoll man den Huf / mit einem Wirckeyſen / oder ſcharpffen Meſſer auffſchneiden / damit der Eytter vnd boͤ⸗ fe feuchten baldt herauß kommen / vñ hernach fehslein von leynen Thuͤchern / ‚mit altem Baumoͤle / Honig / vnd der frembden Wickenmeel / Eruigenandt/ beſchmieret / darein / vnnd oben darauff / ein zuſtoſſenen Granatapffel / mit Feigen vermiſchet / vnnd auff ein Thuͤchlein geſtrichen / legen / ſo wirdt es bald geſundt werden. Wann aber ein Roſſß / von wegen des Be in Schnen vnnd Spanadern hincket / ſo ſoll man die Knie vnd Schinbeyn / wol mit Baumöle vnd Saltz reiben / biß der wehtagen vergehet. Da aber die Knie auffgelauffen / vnd geſchwollen / ſo ſoll man dieſelbige wol mit warmem Eſſig behen / vnnd klein geſtoſſen Leynſamen / oder Hirfch/ mit Honigwaſſer vermiſchet / darauff binden. Oder ſoll einen Schwamb in heiß waſſer tuncken / vnd wider außdru⸗ cken / vnd mit Honig beſchmieret / auff die Knie binden. Spaber einböfe feuchtigkeit / in der Geſchwulſt ſtecket / So ſoll man entweder Sauwerteig / oder Gerſten Meel / mit Wein / welcher biß auffdas dritte theyl hat eingeſotten / vnd Honigwaſſer zu hauff gemenget / ſieden da⸗ rüber legen / vnnd wann die Geſchwulſſt iſt ſchwuͤrig worden / ſo ſoll man die⸗ ſelbige mit einem Laßeyſen eroͤffenen / vnd den Eyter herauß laſſen / vnnd den Schaden durch fehslein oder meiſſel heylen. | Es hincken auch die Roß / vnd andere Thier/defto weniger / wañ men bald nach der — vnd Schenckel mit kaltem Waſſer gewaͤſchen werden. d Von VBon ıD 11 017 Von wehtagen des Baude/der ON Be u ci 5, DO einem Roßder Bauch wehe chut / So ſol A) manderfelbigen zeichen fleiſſig erkuͤndigen Dann woman folchen gleicher geſtalt / wie die beſchwerung / in welcher der Harm verhalten / als etliche gethan / Curiren wolt / vnd ſehr bewegen / ſo moͤchte leichtlich etwas in dem Leib zuſpringen / oder gebreche ſey. he ig —* | Bißweilen erſchricket auch das Roſſz / onnd zittert / wiewol auch dafs ‚fiebige einem Roſſz widerfahren fan / weiches mit groffer noth Harmet / aber durch die anderen zeichen / wirdt der wehtagen des Bauches / von der be⸗ ſchwerung / welche auß verhaltung des Harms / von welcher wir hernach an⸗ zeigen woͤllen / vnterſcheiden / Darumb woͤllen wir allhie nur ſagen / wie man den Schmertzen ſtillen moͤhte. | | Ein Roß vberkompt ein Örimenond Reifen in dem Leib / waũ es das Futter nit verdaͤuwet / vnd ſonderlich wañ die Gerſt gantz vnverdaͤuwet / wie es ſolche gefreſſen im Pferchen wider hinweg gehet / vnd wo demſelben / nach ven vnverdauweten Sutter/ ſehr duͤrſtet / vnd alſo zu viel auff einmal ſauffet / dañ dardurch fenget die Gerſt im Leib an zu quellen on groß auff zu lauffen / vnd den Bauch zuerfuͤllen / vñ allda grimmen vnd ſchmertzen zu machen / vñ wo man ſolchem nicht bey zeit raht ſchaffet / ſo iſt groſſe gefahr vorhanden. Erſtlich ſol man die Adern ander Bruſt ſchlagen / vñ viel Blut herauß laſſen / vñ hernach einẽ Knecht / die hand laſſen mit oͤl ſchmieren / vñ dem Roß in den Hindern greiffen / vñ den harten koth laſſen herauß ziehen / welcher ver hindert / daß nichts fan herauß kom̃en / vñ ſoll jm hernach vngefaͤhrlich ſechs vntzen Saltz / wol laſſen in den Maſtdarm / inwendig hinein reiben / Damit ſolcher dardurch gereitzet werde / den vberigẽ vnflat / welcher in den Daͤrmern vorhanden / im pferchen von ſich zu geben / vnd alſo wird der ſchmertz geſtillet. Es iſt auch nuͤtzlichen vnnd gut / daß man das Roſſz auff dem Rücken vnd Huͤffen / wol mit warmen Waſſer waͤſche / vnnd die Bruͤhe / darinnen Moangoldt oder weiß Koͤl geſotten / mit wein / welcher biß auff das dritte theil hat eingeſotten / vermiſchet / vnnd demſelbigen in das lincke Naßloch gieſſe / vnnd ſol als dañ das Roſſz geſchwinde reytten / biß es den Athem behendt zu ſich zeuhet / vnnd ſoll jhm auch inn dreyen tagen kein Gerſt / noch m harts | je | utter / N ... Bea cLum Futter / noch auch den erſten Tag / an welchem indiefe beſchwerung ankomen - nichts zu fauffen,fondernnur grünes Graß / oder Hew zu freſſen geben / nach dreyen tagen aber / ſol man jm allgemach reichlicher Gerſt fuͤrgeben. Vnd es iſt in dieſem fall/gar viel vnd groß daran geiegen / daß man die vrſach des ſchmertzens recht erkunde. Dann ſo ein Roſß gar geſchwind ges ritten / vnd bald darauff Gerſten oder ander hart Futter friſſet / ſo vermage es nimmermehr ſolches zuverdaͤuwen / vnd bleibet alſo inden Daͤrmen vnauß⸗ getheylet ligen / vnd folgen als dann reiſſen vnd grimmen in dem Bauch dar⸗ auß. Oder wañ ſolches Hew friſſet / vnd darneben ein Spiñ / over ein Qual⸗ ſter / mit hinein ſchlinget Dann wo ſolches geſchicht / ſo bekompt es ein ſolche hitzige Geſchwulſt indem Leib / alſo / daß es muß auff die Erde niderfallen / vñ ſich von einer ſeyten auffdie ander weltzen. Solchen aber poll man zuſtoſſene Koͤlbletter / mit einer Kannen Wein) vnnd neun vntzen Baumoͤle vermiſchet / in den Halß gieſſen / vnnd ſoll auch Wermut in Wein ſieden / vñ die Bruͤhe darvon dem Roß in das lincke Naß⸗ loch ſpruͤtzen / vnd den Bauch mit Baumoͤle / Darunter geſtoſſener Schwebel vermiſchet / wol ſchmieren vnd reiben / vnd Gerſt und Nangolt / mit Waſſer beiprenget/fürgeben/ vnd gleicher geſtalt / follmanden Roſſen raht ſchaffen / wann — a ee Sole A —— Item / man ſoll dem krancken Roſſ / oͤle vnnd waſſer / durch ein Criſtier in den Leib geben / vnd einen Knecht die Handt mit oͤle wol ſchmieren / vnd da⸗ mit in den Maſtdarm greiffen / vnnd den erharten Roth herauß nemmen laſ⸗ ſen / vnd hernach ein Kugel oder Trochiscken / vngefaͤhrlich eines Eyes groß / mit dem Durgirenden Safft Scammonea vermiſchet / inn den Hindern ſie⸗ cken / damit es dardurch zu pferchen gedrungen werde. Da auch ein Roß den Rottẽ wehe hat / vñ die Ingeweide / von ſcharpf⸗ fen vnd boͤſen feuchten / wund werden / vnnd Blut im pferchen hinweg gehet / Sopfleget ſolches gleiche beſchwerung zu vberkommen / doch viel hefftiger / dann es pfleget ſich das Roſſz / welches mit dem Rotten wehe beladen / ſelbſt mit den Zeenen / in den Bauch zu beiſſen / vnd ſolchen zuverwunden. Derhalben ſoll man denſelbigen den außgebreſten Safft von Koͤl/ mit oöl vnd Wein vermiſcht / in das lincke Naßloch gieſſen / es ſol aber des Weins fein ein Noͤſel / vnd des ſaffts vnd des oͤls / jegliches des vierdten theils ſo viel / nemlich / fuͤnff vntzen / oder das achte theyl von einer Kannen. Me, Es pfleget auch der ſchmertz in dem Bauch / auß viel andern vrſachen fein ankunfft zu haben / vnd ſonderlich wann die Roſſz mit dem Heuwe Spins nen oder Qualfterfreffen / welche dann in dem Heuwe jhre wohnung haben, Item / wañ die Roſſz boͤſes / vngewontes vnd ſchaͤdliches waſſer ſauffen / vnd ſo dieſer Gebrech noch neuwe / ſo ſol man jin der Traͤnck einen in den Halß gieſ⸗ ſen / wie zuvor angezeiget. Bf NR) Wañ aber der wehtag von Wuͤrmern kommet / vnd ſich das Roſß cn a | Bon Artzeney hin vnd wider weltzet / So ſoll man jhm Floͤhekraut Samen / Semen Palijge nandt / klein zuſtoſſen / mit gefeyltem Hirſchhorn / jegkliches zwen loth / mit ei⸗ nem lot Opopanacis / vnd Honigwaſſer vermiſchet / in den Halß gieſſen / vnd Die geſottene Bruͤe von Krauſenmuͤntz / vnd Lorberblettern / zu fauffen geben. So aber darneben ein Roſſz auch nit ſtallen kan / ſo ſol inan im Baum⸗ oͤle / vnd ein quintlein Opopanacis eingeben. ET. RER Wie man den wehtagen des Bauchs ſtillen hä" vi wenn er ſein ankunfft von Wuͤrmern hat. Spflegen offtmahls in den Daͤrmen Wuͤrme / L als groß wie die Regenwuͤrmer / zu wachſen / vñ ſolchen Scha⸗ SI SL den zuzufügen/ond warn ſie vorhanden / ſo erkennet man daſ⸗ ſielbige/ durch dieſe zeichen. i SE Das Roffzoder ander Viehe / bat groffen ſchmertzẽ in dem Bauch / vnd weltzet fich offt / ond wendet das Haupt gegendem Bauch/ vnd ſchleget oder pertzelt hin vnd wider mit dem Schwanz. In ſolchem fall iſt kein beſſer mittel weder daß man einen Knecht laß die Handt mit oͤl ſchmieren / vnd in den Hindern greiffen / vñ den Koth herauß ziehen / vñ hernach den Leib / durch ein Criſtier mit Meer oder Saltz waſſer / wol außſpuͤlen / Vnnd endtlich geſtoſſen Cappern wurtzel / mit einem Noͤſel Wein eingeben / dann dardurch werden die Wuͤrmer getoͤdtet. | Yan foll auch vnter das waffer/welches das Roſſz fauffet/ und onter Das Heuwe / das es friffet/ein wenig Salniter vermifchen / und hernach des — Koͤl / mit einem halben Noͤſel Rheinfall / oder anderm guten ſuͤſſen Wein / in das lincke Naßloch gieſſen / vnnd hernach Chamillen / klein zuſtoſſen / mit wein vnd oͤle vermiſchet / durch ein Horn oder Trechter in den Halß gieſſen. Oder ſoll jihm des Krauts Tauſendt gulden / oder Fieberkraut / mit der wurtzel von wilden Kuͤrbſen vermiſchet / eingeben. Es hilffet auch gar wol / ſo man Salniter vnd oͤle / mit gleich fo viel grů⸗ nem Mangoldt / vnd der Brühe/darinnen cin Geiß oder Zigenkopff / vnd ein — geſotten / oder aber mit dem außgepreſten Safft / von gekochter —— ein Noͤſel vermiſchet / durch ein Criſtier in den Hindern gibet. | | Wann auch der ſchmertz vorhanden / So follmanden Bauch wol mit Kleidern oder Kotzen bedecken / vnd dem Roß geſtoſſen Eppich⸗ ſamen / oder gepuͤluerte Erdreich / oder Gamander⸗ lein / mit Myrrhen / vnnd weiſſem wol⸗ riechendem Wein / in den Halß gieſſen. Von der Pferdt. Rt, WVon der Eolica/oder Grimmen im Leib / welcher ffolget / ſo ein Roſſz hat faul Hew gefreſſen. Elagonius/ wuͤndſchet dem Lucio / viel Gluͤck Jond Hey "* | iR & I 3 Diezeichendardurch mandie Golicam/oder Srimmenim IS EICH Leib erkennentan / find nicht jederman bewuſt / dieweil folche den andern gebrechen der Ingeweide / nicht faft ungleich find / vnd werden al- lein inn dieſem von einander vnterſchieden / daß in der Colica/ die Roſß ohne auffhoͤren / vnd ohn vnterlaß / mic hefftigem vnd groſſem Krimmen / mehr als Die jhenigen geplaget werden / welche cin beſchwerung indem MNagen / Daͤr⸗ men vnnd am Hertzen haben / wie ich dann / durch langwirige erfahrung / auß folgenden zeichen gelernet. Das ſtehend Roß fellet ploͤtzlich darnider / gleich als hette es die fallend ſucht / oder das Freſel vberkom̃en / vñ ob es gleich ein wenig beſſer mit im wird / fo komet doch der ſchmertz bald wider / vnd ſonderlich wañ es kalt waſſer ſeuf⸗ fet / vñ weltzet vñ ſchuͤttelt ſich / zittert vñ ſchwitzet / vñ kan den Athem ſchwer⸗ lich zu ſich ziehen / gleich als muͤſte derſelb durch gar enge loͤchlein hinein gehẽ. Soolchen aber ſoll man / durch dieſen Tranck raht ſchaffen. Rec: Rhepontica / weiſſen Pfeffer / Knoblach / Peterſilgen / Fenchelſamen/ ſchwartzen Pfeffer / Andorn / Gartheil / jegkliches sven loth / Thill ein Scru⸗ pel / Liebſtoͤckel / des Krauts Tauſent gülden/oder Fieberkraut / jegliches zwen ioth / Zeitheide ein lot / Poley / Rauten / Eppichſamẽ / jegliches zwey lot / Nder⸗ meng / Ingweg / jeglichs ein lot / des beſten Honigs zwey pfundt / ſtoß die duͤr⸗ ren alle klein / vnd raͤde das Puluer durch ein haͤrin Sieb / vnd meng ſie vnter das Honig / vnd gib darvon dem Roß / auff einmahl / ein Haſelnuß groß / mie einem Noͤſel warmen Waſſer zu ſauffen. | Oder nimb Homg zwey loth / klein geſtoſſen Meel von Weyrauch / ein vntz / Weineſſig dritthalb vntz / alten Wein ein halb Noͤſel / vnd theyle ſolche in drey theil / vnnd geuß es dem Roſſz drey tag lang nach einander in den Halß / vnd bedecke es wol mit Kotzen / vnd reyt es hin vnd wider, Ettliche pflegen auch wurtzeln von Cappern im Rauch zu doͤrren / vnnd hernach geſtoſſen Pfeffer / vnd Wein darzu vermiſchen / vnd dem Roſſz ein zu gieſſen. | 338 | : r Wann aber das Roſſz folche beſchwerung von faulen Hew vberkom⸗ met / ſo kan es den Athem ſchwerlich zu ſich ziehen / vñ zittert und bedmet / vnd es kan auch be Be man jhm am Bauch / vnd an den fördern Schenckein / zur Ader laſſen / vñ Wein / welcher biß auff die helfft hat eingeſotten / in den Halß gieſſen / vnnd ſolches ein zeitlang von der Gerſt enthalten / vnnd ander Artzeney vnnd mittel brauchen / welche den Harm fort treiben. FETTE TBILRT | — a quijj Damit DR SORHEHON Damit aberder ſchmertz indem Bauch geftillet werde / ſo iſt gut / daß man nemme Opopanacis zwey Scrupel / Oſterlucia ein Scrupel / klein zu Yırluer geſtoſſen / vnd mit Wein vermiſchet / vnd ſolches in den Rachen geuſ⸗ fet / Oder gib jm Nachtſchatten / vnd Kreßſamen / klein zuſtoſſen / in Wein vnd öle / kalt zu ſauffen. REN J NWERER | Oder nimb Rauttenfamen ſechs vntzen / vnnd gibe hhn dem Roſſz / mit Wein vnd oͤle / alſo a voll Saltz / in einem Noͤſel Wein / darinnen zuvor ein glünd Eyſen außgele⸗ ſchet / lawlicht in den Halß. ERBE | Es hilffet auch gar wol wo man dem Roſſz Menſchenkoth inn den Gaum ſchmieret. | ee | Item / ſo man dem Roſſz Haſenkoth / mit fuͤnffthalb loth Honig / vnd fuͤnfftzehen Pfefferkoͤrnern / klein zuſtoſſen / vnd außgepreſten Koͤlſafft / vermi⸗ ſchet / in den Rachen geuſſet. | FIN Br ; Oder ſo mandrey Schweinskoͤten / welche von Menſchen zeennicht begnadet ſind / zu Puluer brennet / vnd klein zuſtoſſen / mit einem halben Noͤſel wein / vnd neun vntzen Baumoͤle vermenget / eingibet. Es ſeind auch etliche / welche ſagen / daß der wehtagen in den Ingewei⸗ den geſtillet werde / wann die Kofi nur Entten auff dem waſſer ſchwimmen ſehen / vnnd ſagen / daß dardurch das Grimmen im Leib als baldt gemildtert werde. | Bon wehtagen der Leber der Roſſz. DAR bet esan zu ſeufftzen / vnd iſt jm das Maul gar duͤrr / vnd gar ED fein Speichel oder Schaum dariñen / vnd die Zung wirdt im rauch vnd ſcharpff / lauffet auff vnd geſchwillet / fellet nider / onnd wendet ſich hin vnd wider / aber es kan nicht auff der ſeyten ruhen / da die Leber liget / vnnd wann es ſich weltzet / ſo wirdt der ſchmertzen nur dardurch verneuwert / vnnd hefftiger gemacht / vnd ſtehet alſo offt widerumb auff. | | Es huſtet ond feuffgerdarneben / vnd die Augen werden ihm verletzet / vnnd ob woldaffelbigemehr / als es ſonſt pfleger/ friſſet fowillesdoch gar. nichts fauffen, ' | J Die rechte ſeyt lauffet auff vnd geſchwillet / vnd das Roſſz blaͤſſet einen ſtinckenden Athem von ſich / kan nicht wol fortſchreytten / vnnd ſonderlich mie den hindern Schenckeln / vnd wil jmmerzu wider in den Stall fliehen. Es befomet auch vff der bruſt / nach dem lauffen / ein hitzige geſchwulſt / oder Eytericht geſchwuͤr / vnd zureiſſet jm darneben auch gemeinigklich etwas in der | der Pferdt. CEvI in der Lungen / der Leib fellet jm ein / vnd verdorret / vnd kan nicht eſſen / vnd die Adern lauffen auff / vnd bauſſen voller Bluts. * Soo vieldie Kur anlanget / ſoll man ſolches allgemach / vnnd nicht ſehr bewegen / vnd im ein gute Streuwe machen / vnd daſſelbige darneben woi zu⸗ decken / damit es weich lige / vnnd ſol es mit oͤle vnd Wein wol reiben / vnd kalt waſſer / mit Salniter vermiſchet / zu ſauffen geben / doch follmanden Salni⸗ ter nicht teglich darein mengen. RG Es ſſt auch gut / ſo man wilden Roßmarin / in Wein gefotten/ in Halß vnd in die Naßloͤcher geuſſet. Oder wo manm Violenwurtzel / klein zuſtoſſen / in einem Noͤſel weſſerich⸗ ten Wein zutreibet / vnd wie dedacht / eingibet. | 5 Item / Es hilffet auch fehr wol / ſe man Bufchfalb/oder aber das kraut se ve geftoflen mit Wein vnd öle vermifcher/ gleicher gefiale rauchet. Man ſol auch dem Kofi; Serftenfürlegen/ welche zuvor mit warmen waſſer iftfeucht gemacht worden. Rec. Honig ein pfundt / Salniter ein halb pfundt / weiffen Wein ein halb Noͤſel / waſſer ein Noͤſel mifche folche wol onter einander / vnnd geuß es dan Roſſß / fuͤnff tag lang / in das rechte Naßloch. Vnd wañ es durch dieſe nicht geſundt wirdt / ſo ſoll man an den foͤrdern Schenckeln Blue herauß laſſen / vñ hernach die dritte Riben / nach der Buͤg / mit einem gluͤenden huͤltzern Staͤblein breñen / alſo / daß zwiſchen zweyen hoͤ⸗ len / allweg ein Rib zwiſchen bleibe, vnnd das gluͤende Ruͤtlein ober vier quer finger breyt / die Rib nicht verletze. Man ſol es auch mit gutem vnd feuchten Sutter erquicken / vnd allge⸗ mach hin vnd wider fuͤhren / vnd von aller arbeyt enthalten / vnd ſol jm wenig Sutter auff einmal fuͤrlegen / vnd ein weiche ſtreuwe machen / vnd ſol als dann daſſelbe wol mit etwas feißten ſchmieren / vnd waſſer zu ſauffen geben / darin⸗ nen Gartheil zuvor geſotten ſey / Dann dieſe kranckheit wirdt ehe vertrieben / durch das getranck / welches das Roß ſelber ſeuffet / weder von denen / ſo man jhm mit gewalt in den Halß / oder in den Hindern geuſſet. Man ſol jm auch an dem Kamme Blut herauß laſſen / vnd mit Myr⸗ rhen vnd Weyrauch / jegkliches vngefehrlich ein gut quintlein / vnter ein halb Noͤſel Wein vermiſchet / daſſelbige wol reiben / vnd alſo raht ſchaffen. Der vnluſt zum freſſen wirdt jhm benom̃en / ſo man hm Weitzenmeel vnder das trincken miſchet / dañ durch ſolches bekommet es wider ein luſt zum eſſen / vnd zum ſauffen. Wannder gebrech nicht will nachlaſſen / ſo follman vnter beyden Buͤ⸗ gen Blut herauß laſſen. Es pflegen auch etliche dieſe beſchwerung zubekommen / wann ſie auff ſteinichten / harten vnnd ſcharpffen Wegen / geſchwind vnd eylendt ſind gerit⸗ J ten wor⸗ der Pferdt. CLVII NO dieweilich mein lieber Aeliane in erfarũg kommen / daß du gar wol weiſſeſt / wie etliche Roßartzt / die N 7 mengelonnd gebrechen / damit die Roſſz angefochten/ nicht 2° \ax< —E recht beſchrieben / noch angezeiget / vnd doch wider diefelbige/ dr viel ond offt Artzeneyen / vnd andere mittelbrauchen Dar umb fo pfleget dieſes auch offt hierauß zu folgen woman den wehtagen des Bauchs / nicht anders Curiret / als die beſchwerung / welche auß verhaltung des Harms entſpringet / daß alſo dem Thier etwas in dem Leib zureiſſet. Ess iſt von noͤten / daß man erſtlich Die zeichen / Durch welche die ſchmer⸗ tzen des Bauchs offenbart / recht lerne / vnd find gemeinigklich dieſe. Die Lenden / Hoden vnd Weich / ſchwitzen / der Bauch laufft auff / vnd geſchwillet / Strampffelt mit den Fuͤſſen gegen der Erden / vñ wendet ſich mit dem Kopff auff beyde ſeyten / gleich als wolt es dardurch dag ſchadhafftige Glied anzeigen Bißweilen zittert es auch an dem gantzen Leib. Die kranckheit aber / welche folget / ſo ein Roſſz gar nicht / oder vbel vnd mit beson kan / wirdt durch nachfolgende zeichen erfandt. * ann das Roß fort gehet / ſo ſchleget es entweder den Schwantz zwi⸗ ſchen die Beyn / oder wedelt damit auffbeyden ſeyten. ER aſſet die Arſchbacken nider / vnd ſtrecket das Maͤñlich Glied herauß/ vnd ſtellet ſich gleich / als wolte es ſtallen / vnd leſſet auch bißweilen nur etliche troͤpflein Harm von ſich. | | 1 ——— Derbaldenfollman folchem Roſſz / welches nicht ſtallen kan / mit fol⸗ gender Artzeney zu huͤlffe kommen. | ER Rec. Lauch mit ſampt den Blettern / einguten Puͤſchel / ond fiedefolchen/ vnd preß den ſafft herauß / vngefaͤhrlich ein Noͤſel / vnnd miſche darzu gleich ſo viel guten wolriechenden Wein / vnd oͤle ein halb pfundt / vnd geuß ſolche dem Roſß in das recht Naßloch / vnnd laß hernach daſſelbige wol hin vnd wider rennen / biß es ſich wol erwaͤrmet / vñ die vrſach des verhaltenen Harms bins weg komme / vnd als dann baß ſtallen moͤcht. Item / es iſt in gleichem fall auch gut / wo man die geſottene Bruͤhe von Wermut / mit einem halben Noͤſel Wein vermiſchet / eingeuſſet. Oder Opopanarx einer Haſelnuß groß / mit einem halben Noͤſel Wein zutreibet / vnd eingibet. iR. | Ba Oder wo mannimpt Rettichfamen/ongefährlich vier vnhzen / ond vers miſchet denſelbigen mie Wein / vnd brauchet jhn / wie von den andern jeßt ges meldet. Gleiche krafft hat auch der Eppichſamen / fo man deſſelbigen zwo vntz / auff einmahl mit Wein eingibt / jedoch iſt in ſolchem fall / der Same von groß ſen Eppich welchẽ man inden Apotecken Petroſelinum Macedonicum heiſſet / am aller krefftigſten / wo man ſolchen / mit Wein vnd Fenchel wurtz / dem Roß einfloͤſſet. | —— * | Bet r Es iſt Ä Bon Artzeney Es iſt auch nochbefler/swomannimptetliche3wibeln/mitlange Half ſen / welche dann auch am ſchaͤrpffeſten ſein / vnd thut die obern Schalen hin⸗ weg / vnd ſtecket dieſelb ſtuͤckkweiß zuſchnitten / dem Roſſz in den Hindern / vnd zwinget daſſelb zum lauffen / ſo ſtallet es gar baldt. Item / es hilffet auch wol / fo man dem Roſſz die Arſchbacken wol mit warmen Waſſer behet / vnnd ein lebendige Lauß vornen in das loͤchlein thut / da der Harm herauß lauffen ſol. — s jrren auch die jhenigen gar ſehr / welche vermeinen / daß ſie der vers ſtuͤrtzten Blaſen woͤllen raht ſchaffen wann ſie dem Roſßz mit der Handt in den Hindern greiffen / da es doch vnmuͤglich / daß ſie an dem ort die Blaß er⸗ reichen moͤgen / wañ ſie die Hand in dem Ingeweid halten / weil die Blaß gar auff dem Ruͤckbeyn liget / vnd auch keins wegs / von ſeiner Stell weichen oder verruͤcken kan. Etliche pflegen auch mit der Hand an das Mañlich Glied zu greiffen / end daſſelb bey dem loͤchlein zu kuͤtzeln / vnd das Roſſz zu ſtallen vnd Harm zu laſſen vervrſachen. | Bus Aber die jhenigen / welche die Hand nur an dem Maſtdarm halten / die koͤnnen darmit nichts außrichten / welche aber ſolche gar hinein ſtecken / die bringen dardurch dem Roſſz / in dieſem gebrechen / mehr ſchaden als frommen. Dann durch ſolche anruͤhrung oder reibung / ſo wirdt die hitzige Geſchwulſt / im außgang der Blaſen / nur gemehret / vnd der ſchmertz viel groͤſſer gemacht / — jhn das Roſſz die lenge nicht dulden kan / ſondern muß darvon baldt ſterben. Dann es ſeind dreyerley geſchwinde vnd gefährliche kranckheiten / wel⸗ chedie Roſſz / welche gantze Huͤffe haben / gar ſchnell vmbbringen / nemlich / der gebrech der Blaſen / die verſtuͤrtzung der Ingeweid / oder das Grimmen in dem Leib / vnd der wehtagen des Hertzens / aber die andern kranckheyten / kan ein Roſſz wol etlich tag erduldẽ / außggenommen die drey nachfolgende / Nem⸗ lich der gebrech / welcher folget da ſich ein Roſſz zu ſehr im Sutter vberfreſſen / Oder nach erhitzung vberſoffen / oder wo das Roſſz mit noth vnnd ſchwerlich harmet / oder wo es wehtagen in dem Bauch hat / Dann wo man dieſe nicht baldt in dem anfang vertreibet / ſo wirdt dardurch das Roſſz auch gar ſchnell getoͤdtet. Dem Roſſ aber / welches groſſe wehtagẽ in dem Bauch hat / kan man alſo helffen. Erſtlich / ſo ſol man jm die Adern auff der Bruſt eroͤffenen / vñ viel Blut herauß laſſen / vnnd ſoll hernacher ein Knecht / mit geſchmirter Handt / in den Hindern greiffen / vnnd den harten Koth laſſen herauß ziehen / welcher den Maſtdarm verſtopffet / vñ hernach Saltz ſechs vntzen / mit Honig vermifcht/ in den Hindern thun / dann dardurch wird er gereytzet / die vberfluͤſſigkeiten im pferchen hinweg zutreiben / vnd wirdt der ſchmertz bald nachlaſſen. au der Pferde. CLVIII Man ſoll auch nichts deſto weniger / den Ruͤcken vnd die Arſchbacken / mit warmen waſſer wol begieſſen / vnnd die Bruͤhe / darinnen Mangolt oder VPE geſottẽ / mit einem Noͤſel ſuͤſſen Wein vermiſchet / indas lincke Naß⸗ loch gieſſen. | Oder ſol nemmen geſotten Feigen / vnd dieſelb Elein zuquetſchet / in einer Kannen waſſer / darzu ein vntz Salniter vermenget / in den Halß gieſſen. SGleiche krafft/haben auch die Bletter von wilden Roſmarin / in einem halben Noͤſel Wein geſotten / vnd ſol hernach das Roſſz allgemach / vnd nicht eylend noch geſchwind / hin vnd wider reyten. | | Item / man folauchdemfelben vor dreyen tagen / kein Gerſt / noch ander hart Sutter zu freſſen / vnnd den erſten tag / da ſich die kranckheit angehaben/ nichts zu ſauffen geben / vnd wo Graß vorhanden / ſo ſol man jm daſſelbig für legen / aber nach dreyen tagen / ſol man jmGerſten / allgemach deſto reichlicher fuͤrſchuͤtten. Es iſt auch ſehr von noͤhten / daß man die vrſach / dardurch der Harm verhalten / recht vnd eygentlich erkunde / weil dieſelb von keinem Roſßartzt je⸗ mahls recht beſchrieben / noch angezeigt worden. | Solcher gebrech aber / in welchen ein Roſſz gar nicht/ oder ſchwerlich vnd mit noth ftallen fan, bat fuͤrnemlich daher ſein ankunfft / wann ein Roſſz den gantzen tag auff der reiß gehet / vnd den Harm nicht von ſich laͤſſete. Derhalben ſol man ſolches von dem weg auff eine ſeyt reytten / vnd fill halten / vnd zwingen / daß es den Harm von ſich laſſe / Dann da es dafſelbige nie thut / ſo pfleget die Roͤhre / an dem Maͤñlichen Glied / dardurch der Harm lauffen ſol / zuoerſchwellen / vnd zuvervrſchen / daß es entweder gar nicht / oder ſchwerlich ſtallen kan. | Bißweilen entſpringet auch diefe beſchwerung darvon / So ein Roſſz gar zu lang in dem Stall ſtehet / vnd garnicht beweget wirdt / und daß jm al⸗ ſo alle Glieder gleich entſchlaffen / dann dardurch verſamlen ſich viel boͤſer vnd ſcharpffe feuchtigkeyten / vnnd ſo dieſelbige in die Blaſen fallen / ſo beiſſen ſie den außgang vnd die Roͤhre / vnnd machen alſo / daß ſolches Roſß ſchwer⸗ üich ſtallet. Item / im Winter / wañ es ſehr faltift/fo pflegen die Roſſß auch mit die⸗ ſer beſchwerung geplaget zu werden / Darumb von noͤhten / daß man dieſelbi⸗ ge zu einem Feuwer ziehe / vnd wol erwarmen / vnd allda ſtallen laſſe. Deßgleichen iſt auch das wol zu wiſſen / wann ein Mauleſel viel der Bletter von Olander / welchen die Griechen Rhododaphnen heiſſen / friffet/ daß jhm die Blaß darvon zuſpringet / vnnd derhalben ſterben muß / Aber ein Roſſß / welches hitziger Natur / als ein Mauleſel iſt / vnnd ſolches Futter baß verdaͤuwet / wirdt mit dieſem gebrechen nicht geplaget. Der wehtagen in dem Bauch aber / hat fuͤrnemlich fein ankunfft / von nicht recht verdaͤuwetem Sutter / Dann ſo cin Roſſz / entweder die Gerſt gar rij nicht > ODER... nicht verdaͤuwet / vnnd dieſelb gar gantz wider durch den Hindern hinweg ge⸗ het / oder wo es ſolcher gar zu viel auff einmahl gefreſſen / vnd ſehr darauff ge⸗ ſoffen / ſo wirdt der Leib darvon außgeſpannet / vnd bekommet ſchmertzen vnd grimmen. 3.6 Item / ſo Huͤnerfedern in das Hew kommen / vnnd das Roſſz ſolche mit hinnein friſſet / ſo folget auch wehtagen im Bauch hernach. RER Zudem wachfenauch Spinnen ond qualfier indem Hew / vnnd fo fols cheein Roſſz mit hinein friffet/fo werden mdie Ingeweiddarvon gar entzuͤn⸗ det / vnd kommet dardurch indie euſſerſte gefahr des Lebens. Vber das vberkommen auch die Roſſz ein Krimmen in dem Leib / da ſie boͤſes vnd vnreyn waſſer / oder neuwes vnnd vngewontes Sutter freſſen / oder wo ſie Wuͤrmer vnd Maden in den Daͤrmen haben. Ai Wiewol die beſchwerung / welche von den Nadẽ entſpringet / nicht alfe faͤhrlich / als die jenige,fonach den Spuͤlwuͤrmern folget. Dann die Maden koͤnnen leichtlich / durch die ſchlipfferkeit der Ingeweid / mit dem Koth hinweg gebracht / die Spuͤlwuͤrmer aber / hengen ſich feſt an die Daͤrmer / vñ vermoͤ⸗ gen alſo viel ſchwerlicher herauß getrieben werden. | | Man erkennetaberdurch folgende zeichen / daß ein Roß Wuͤrmer hat. Das Roß weltzet ſich / vnnd beyſſet auch offt vor groſſem ſchmertzen in die Erden. | Bi kim in ſolchem fall dem Roß durch diefes Nittel raht chaffen. Rec, Klein zuſtoſſene Koͤlbletter / vnd vermiſch darzu ein Maß oder Kanne Wein / vnd neun vntzen Baumoͤle / vñ geuß jm ſolches in das lincke Naßloch / vnd ſchmier den Bauch wol mit Schwebel / vnter Baumoͤle vermiſchet. Es hilfft auch in dieſem gebrechen gar wol / Wermut in wein geſotten. Fuͤr die Maden aber / welche in den Ingeweidẽ wachſen / iſt gut / ſo man die Gerſten mit Baumoͤle begeuſſet / vnd dem Roß fuͤrgibet / vnd ſolches die⸗ net auch gar wol / wo daſſelb nicht wolftallen kan. Item / es dienet hierzu auch ſehr wol das Eyſen Kraut / ſo man deſſelbi⸗ rn halb pfundt / mit einem halben Noͤſel Wein vermifcher / dem Roß ein⸗ 6 ch, | | Se mit eim quintlein Sale niter / vnter Wein vermenget / wie zuvor gedacht / eingeuſſet. | Damit aber ein Roß deſto ehe begierde zu ſtallẽ vberkomme / fo folman daffelb an ein ort reytten / oder treiben / da ander Thier zuvor geſtallet haben / vnd da es dahin kommet / ſo ſtallet es gar baldt. Wamn aber kein ſolches ort in der nehe vorhanden / ſo ſoll man es an ein orth reytten / da viel Leym / Schlam / oder Koth iſt / damit es auch dardurch zu ſtallen gereitzet werde. | | . Difenachfolgende mittel/glanbet man, ei | ago . mn. der Pferde. CLIX Mags Carthaginenſis / am erſten hab offenbaret / Dann er ſaget wann cin Roſßz / oder ander Viehe / welches ſchwer tragen / oder ziehen ſoll nicht ſtallen kan / ſo ſol man auß dem vnterſten theilder fördern Huͤfe / den ſtaub oder koth / . welcher fich allda hat zwiſchen die Eyſen geleget / in einem halben Noͤſel wein zutreiben / vnd dem Roſſz in die Naßloͤcher gieſſen / ſo treibet ſolches als baldt den Harmfort, Das habeich auch vonden Tattern gelernet / Nemlich man ſolldas Pferdt ſtehendt halten / vnnd von dem Halß an / biß auff die Huͤffe / wol mit Kleidern bedecken / vnnd Bibergeil auff gluͤende Kolen thun / vnnd damit den Bauch vnd das Geſchefft wol rauchern / vnd wann ſolches geſchehen / ſo fol man das Roſſz fort treiben / oder hin vnnd wider reytten / ſo wirdt es als denn gar baldt ſtallen. Deßgleichen iſt auch gar gut / daß man Saltz vnnd Honig / vngefaͤhr⸗ lich eines Eye groß / zu einem lengelichten Stulzapffen machet / vnd dem Roß inn den Hinderen ſtoͤſſet / vnnd dardurch wirdt beyden gebrechen geholffen / Nemlich / dem wehtagen des Bauchs / vnnd der beſchwerung / ſo auß verhal⸗ tung des Harms entſpringet / Dann das Roſſz wirdt baldt darvon ſtallen vnd pferchen. EN ; | ' Es folgen aberdreyerleygebrechen und ſchmertzen /auß dem verhalte⸗ nen Harm / welche auch von der beſchwerung / ſo vorhanden / dreyerley ſonder⸗ liche Namen / in Griechiſcher ſpꝛach vberkommen / nemlich / Dy luria, Stranguria end Iſchuria. Dyſuria aber / iſt ein ſolcher gebrech vnd ſchmertz / in welchem das Roß gar ſchwerlich / vnd mit noth den Harm von ſich bringen mag. Stranguria aber /wañ ein Menſch / Roß / oder ander Thier / troͤpflein weiß vnd langſam / den Harm laͤſſet. | Iſchuria aber / ſo einem Nenſchẽ / oder ander Thier/der Harm gar vers halten wirdt / vnd denſelben keins wegs von ſich bringen kan. Den erſten beyden gebrechen / ſol man durch gedachte mittel raht ſchaf⸗ fen / Wann aber das Roſſß garnicht ſtallen kan / ſo iſt groſſe gefahr darbey / vnd eh auch nicht bald Curiren. | ann aber ein Roſſz / von wegen der eingenommenen fiharpffen Harintreibenden Argeneyen / ein fehneiden onnd brennen / im außgang der . Röhren/durch welcheder Harm lauffen ſoll / befindet / fo wirdt der ſchmertzen nur deſto groͤſſer gemacht / Derhalben ſoll man ſolchen alſo zu huͤlffe kom⸗ Nimb einen Schwan, in warn Waffer getuncket / vnd behe das Ge⸗ ſchefft wol darmit / vnd vermenge zu den Artzeneyen / welche man pfleget dem Roſß einzugieſſen / als dañ iſt Wein / welcher biß auff das dritte theil hat ein⸗ geſotten / oder anderer ſuͤſſer Wein / vnnd gleich ſo viel warm waſſer / doch ſoll ſolches nicht ober ein Noͤſel ſein. 2 Bon Artzeney —— hierzu dienet auch gar wol / das Honig waſſer / ſo man daſſelbig in das lincke Naßloch geuſſet. | ni Item / die geſottene Bruͤe von Mangolt / oder weiß Koͤl / oder Pappeln / mit ſuͤſſem Wein / welcher biß auff das dritte theil hat eingeſotten / vermiſcht / vnd eingieſſen. | V Man ſol auch dem Roß /in ſolchem fall / gruͤn Graß fuͤrgeben / vnd wo es nicht vorhanden/fofolmandas Hew / vnd ander Sutter / mit Honigwaſ⸗ ſer beſprengen / dann dardurch wirdt das ſcheiden vnd brennen in der Roͤhren geſtillet / Darumb iſt von noͤten / daß man im den außgepreßten ſafft / von ge⸗ kochter Gerſten / mit Honigwaſſer vermiſchet / zu ſauffen gebe, Wann aber ein Mutterpferdt nicht wol ſtallen kan / ſo ſoll man daſſelb zu einem freydigen Schelen fuͤhren / dann dardurch wirdt es gereitzt / daß es alſo bald den Harm von ſich laͤſſet / Vnd dieſes ſind kuͤrtzlich in einer ſumma / die Zeichen und Cur / gedachter kranckheiten. | Es ſetzet aber Hierocles / zu den jetzt gedachten / folgenden Artzneyen vñ mitteln hinzu / vnd ſaget. hai | Wann ein Roſſz ſchwerlich oder langfam harmet / fofolman Hundts⸗ koth / mit Saltz / Wein vnd Opopanax vermiſchet / demſelben eingeben. Oder ſol Rettichſamen in die Naßloͤcher / vnd lenglichte Zwibeln in den Hindern ſtecken / vnd die Lenden vnd Geſchefft mit warmen waſſer behen. Item / es hilffet gar wol / ſo man zwey Knoblachs Haͤupter / demſelben / mie Wein / oder Poley in waſſer geſotten / in den Halß geuſſet / vnnd das es ſchefft wol mit waſſer behet / darinnen zuvor Seuenbaum geſotten. | Oder ſol ein lebendige Wantz / in ein Ohr / vnd ein andere Wantz / in die Roͤhr / dardurch der Harm lauffet / ſtecken / ſo wirdt der Harm baldt von ſtat⸗ ten gehen. — | Br Dderninbdesaufigepreten faffte/ongekochtem Lauch zein Vdfel end vermifchedarzu Wein / ond ein halb pfundt Baumoͤle / vnd geuß eg dern Roſſz drey tag nach einander / in die Naßloͤcher / vnnd reyt daſſelbige hin vnnd wider. | Oder nimb den Schleim / welcher fich indem Harm eines Roſſ / au boden geſaͤtzt hat / vnd vermiſche darzu Wein / vnd ſeyhe jhn durch ein Thuch / vnd geuß es dem Roſſ indie Naßloͤcher. Gleiche krafft hat auch der truckene ſchleim / welcher ſich in dem Harm vnten an ein Gefeß hat angeleget. | | Item / ſo man Eppich wurtzel / mit ſuͤſem Bein oder Honigwaſſer vers miſchet / in den Halß geuſſet. Hi | In gleichem fall nuͤtzet auch gar wol/ folgende Artzeney. Rec. Zimetrinden / Alentwurtz / jegkliches vier loth Spicanard zwey loth / Feldtkirchner Galgant ein pfundt / Hyſop / Wermuth / jegkliches cin halbes pfundt / Myrrhen zwey loth / ſeud dieſe alle ſampt in Waſſer / vnd geuß 5 on der Pferdt. CLX Roſſz drey tag lang inden Rachen vnd gib jm darneben ſolche Artzeney / wel⸗ che die Wuͤrmer auß dem Leib treibet / vnd für das erſtarren oder erkrummen der Neruen / vnd fuͤr die Huſten dienet. Es ſind auch etliche / welche ſagen / daß ein Spinn in Wein zudrucket / hiezu wol dienen ſoll. Item / ſo ein Kofi; ſchwerlich und troͤpflicht harmet / ſo ſol man Sew⸗ both vier vntzen / mit einem Noͤſel Wein vermiſchet / vnd wol durch ein Thuch geſeyhet / in den Halß floͤſſen / ſo gehet der Harm als bald fort. Deßßgleichen hilfft auch gar wol / dieſe Artzeney. Rec. Calmus ein halb quintlein / Moͤhren oder gelben Rubenſamen / ein halb pfundt / vnd thue darzu ſuͤſſen Wein cin Noͤſel / vnnd geuß es dem Roffz indie Naßloͤcher / vnd treibe es an ein ſumpfficht oder koticht orth / vnd befleiß dich / damit es allda ſtalle. | Oder nimb Weitʒen Meel / vñ vermiſche es mit Schefen Vnſchlet / vnd thue darzu eine Kanne Waſſer / vnd geuß es dem Roſſz alſo vngeſotten in den Halß. Oder nimb Kramkuͤmmel zwey pfundt / vnd geuß jmfolchendren tage lang / mit altem Wein / in den Halß / oder nimbLauchſafft zwoͤlff vntzẽ / Wein⸗ eſſig / darinnen ein Meerzwibel geweichet / ſechs vntzen / vnd gleich fo viel Ho⸗ nig / vnd geuß es dem Roſſß durch einen Trechter in den Halß. Oder nimb Opopanarfünff loth / vnd vermiſch folchen mit Wein vnd Honig / vnd geuß es dem Roſſz fuͤnff tag lang in den Halß / vnd gib jm darne⸗ ben Gerſten / welche in Waſſer zuvor wol geweichet hat / vnnd zuſtoſſen oder zuklopffet Hew / zu freſſen. Wañ auch die Blaß gar verſtopffet / oder ſich etwas fuͤr den außgang vorgeſetzet hat / ſo foll man Fenchel Safft / mit dem lautern von Eyern vermi⸗ ſchen / vnd darzu thun ſuͤſſen Wein / vnd lauwelicht warm Waſſer / vnd ſolche durch ein Spruͤtz oder Criſtier Roͤhrlein in die Blaſen ſpruͤtzen / ſo wirdt das Roßſß bald ſtallen. Oder ger im des Krauts Roßzagel / oder Roßſchwantz / Elein jufiofe ſen / vnd mit Wein vermiſchet / hinein. | Oder ſchmier den Bauch/mitdem Schlam / welcher fich vnten in dem Harm geſetzt hat. Da auch ein Roſß troͤpflicht harmet / ſo nimb geroͤſten Salniter / vnd Teuffelskoth / jegliches ein quintlein / vñ ſiede es in Wein / vnd gibe die Bruͤhe dem Roſſz zu ſauf⸗ fen / ſo wirdt es baldt ſtallen. Was BonArkenen Was man chun ſoll / wann einem Roſſz die Rer⸗ uen vnd Spanadern erſtarren / vñ der Hari — — — - grad / vnd die hinderſten Schenckeln erkrummen. | Te Neruen vnd Spanadern erkrummen vnd erſtarren bißweilen alfo / daß der Kopff gar hinderſich / oder ſtracks fuͤrſich / vnd gerad vnd vnbeweglich darvon gehalten vnd gezogen wirdt / vnd ſolche gebrechen nennen die Griechen x [1 K N R > HA N - — 28 N — — Tetanum, Opiſthotanum vnd Emprofthotanum. | s iſt aber Opifthotanuseinefolche Kranckheit / in welcher die Neruen vnd Spanadern alſo erſtarren / daß das Roſßz weder den Kopff / Halß / noch Ohren nicht kan regen / noch vmbwenden / vñ auch Die Augen nicht auffthun/ vñ werden auch in denſelbigen / die fleiſchichten Adern / in den winckeln / gegen der Naſen zu / gar hinderſich gezogen / vñ die Lippen vnd Zung werden alſo ges ſpannet / daß es das Maul keines wegs kan auffthun / vñ vermag alſo weder freſſen noch ſauffen / vnnd der Schwantz erkrummet / vnd der Ruͤckgradt er⸗ ſtarret vnd erhartet / daß man ſolches auff keine ſeyt wenden mag. Vnd wañ es fort gehet / fo kan es auff die hindern Schenckel nicht tret⸗ ten / ſondern ſchleppet die erlamte Süß hernach / on kan doch die foͤrdern ſchen⸗ ckel auch nicht wol biegen / vnd iſt alſo hinden gar geſpannet / vnd kan ſich auch gantz Ka ſelbſt ſchuͤtten / vnd wann es willeinen Berg ſteigen / fo fellee es zuruͤck. —* Item / es pfleget ſich auch offt zu zutragen / daß von wegen der außge⸗ denten Neruen / in dem Ruͤckgrad / auß mitleyden / die Blaß darneben verlehet wirdt / vnd derhalben den Harm gar ſchwerlich von ſich werffen kan. Vnd wann es vmbfellt / vnnd wider auffgetrieben wirdt / ſo kan es ſich mit den hindern Schenckeln gar nichts behelffen / ſonder ſtewret ſich auff die fördern Beyn / vñ ſetzet ſich auffdie Arſchbackẽ / gleich wie ein ſitzender Hund / darvon auch dieſer gebrechen den Namen in Griechiſcher ſprach empfangen / vnd Opiſlhotanus genandt wirdt / weil die hindern theyle des Leibes / fuͤr ſich / vnnd die foͤrdern / hinderſich gezogen / vnd alſo gar erſtarret ſind. ER Daein Roſſz ſolchen gebrechen in dem Winter vberkompt / So kan jm ſchwerlich darvon geholffen werden / Aber in dem Sommer / moͤchte man ſol⸗ chen / vielleicht durch dieſes mittel / als etliche ſagẽ / rahtſchaffen / wo man daſ⸗ ſelb mit Schweinen Schmaltz / Terpentin / Wachs / vnd gepuͤluertẽ Pfeffer / vnd Baumoͤle / zuhauff vermenget / wol ſchmieree. Etliche kochen die frembden Wicken / Erui genandt / in waſſer / vnd mis ſchen darmit das Haͤupt. Deßgleichen machen auch etliche ein runde Gruben in den Niſt / vnd legen das Roſß darein / vnd decken es mit Miſt wider zu / oder ſcharren es in einen heiſſen Sand. Item / \ che koſtet / ſo wirdt es darvon ſchwach vnd Frank. eerpfod CERI Idtem / es ſagen auch etliche / daß dieſe Artzeney gar wol darfür beiffen ſol / vnd wirdt alſobereht. ae | Rec. Pfefferkoͤrner ander zahl zehen / vnnd fo viel geröfte Gerſtenkoͤrner / Salniter ein quintlein / Teuffelsforh einer Bonen groß, ſtoß ſolche alle klein / vnd vermiſche darzu ein halb pfundt oͤle / vnd wolriechenden Wein ein halbes Noͤſel / vnd geuß es dem Roſſz des tages zweymahl in die Naßloͤcher / vnd et⸗ liche gieſſen auch neuwgeſchlacht Rindern Blut hinein / wo aber daſſelb nicht vorhanden / So nem̃en ſie Weyrauch drey quintlein / vnd gleich ſo viel Salt/ vnd miſchen darzu Wein / ſo viel deſſelbigen gnug iſt / vnd je aͤlter dieſe Artzney wirdt / je beſſer fie zu dieſen gebrechen dienet / Vnd man ſol auch Wein / oͤle vnd Salniter / darzu vermiſchen / vnnd das Roſſ offt vnd viel darmit ſchmieren / vnnd foldarnebenein Schaffehl / mit viel ſchmutziger Wollen / mit gedachter Artzeney beſtreichen / vnd auffden Rücken und Halß binden / vnd auch dieſel⸗ bige Artzeney mit Wein zutreiben / vnd noch mehr Salniter darzu thun / vnd dem Roſß in den Halß gieſſen / Vnd diſe mittel haben die alten beruͤhmpteſten Roſßaͤrtzt / in jren Schrifften / zum gedaͤchtnuß hinder ſich verlaſſen. — Wir haben aber dieſe nachfolgende nuͤtzlich gebraucht. | Rec. Schweinen ſchmaltz acht vntzen / vnd gleich ſo viel BerrenSchmalk/ ‚on Boͤcken Vnſchlet / Terpentin vier loth / Genß ſchmaltz vier vntzen / Wach⸗ holder oͤle ein halb pfundt / gut reyn Baumoͤle vier vntzen / laß ſolche alle vber einem Kolfeuiver zugehen / vnnd thue darzu Meel/das zuvor im waſſer ges ſotten hat / Salniter vnnd gemein Saltz / jegliches vier vntzen / miſche ſolche warm wol vnter einander / vnd ſchmier das Roſſz darmit. Irtem / nimb etliche ſtuͤcklein Schweinen Schmaltz / vnnd beſchmier fie wol mit zulaſſen Honig vnd oͤle / vnd ſteck ſie dem off indie Naßloͤcher/ doch were beſſer / daß man das Schweinen Schmaltz auch zugehen ließ / als dann das Honig vnd oͤle darunter / vnd thete darzu heiſſen Wein / vnd goͤſſe ſolches in die Naßloͤcher. | | Wir pflegen auch ein weichmachend Pflaſter/ von Bdellio bereyt / in oͤl bvber einem Kolfeuwer zutreiben / vnd zugebrauchen. Es iſt auch gar ein koͤſtliche vñ bewerte Artzney / So man den Kamm / das Haupt / vnd alle Glieder / mit dem ͤle von Rheynweiden ſchmieret / vnnd den Leib zuvor wol reibet / vnd hernach mit Kleidern oder Kotzen wol bedecket / vnd an einem ort hin vnd wider reyttet / da die Sonne wol Bin ſcheinet / damit es ſich erwaͤrme / vnd wol ſchwitze / vnnd alsdannfollman den Schweiß wol abwiſchen / vnd reiben oder ſtrigeln / vnd täglich mit gedachtem oͤle ſchmieren / darnach auffdie Wende ſpannen / biß der gebrech nachlaͤſſet / vnd hernach ſoll man ſolchs mit gebuͤrlichem Futter ſpeiſen / vñ jm fuͤrnemlich / Gerſtẽ daruns ter Kichern vermenget / zu freſſen gebẽ / damit es die Lippen deſto baß bewege. Aber man ſoll demſelben gar keine Bonen fuͤrlegen / dann ſo bald es ſol⸗ ET ER Bon Artzeney | Item / man ſoll jm auch Wein / mit waſſer vnd Salniter vermenget / zu ſauffen geben / vnd mit gedachtem oͤle / deſto reichlicher ſchmieren. In dem Wintter aber / ſolman das Roßin einem warmen Stall/ dazu feine kelt kommen mag / wol bedeckt halten / vñ ſol als dann daſſelbig nicht mit Wein vnd oͤle/ wie etliche vergebens gerahten / dann der Wein iſt in dieſem ge⸗ brechẽ / euſſerlich zugebrauchẽ / mehr ſchaͤdlich als nuͤtzlich Sonder viel mehr / mit oͤle vnnd Bech zuhauff vermiſchet / wol ſchmieren / vnd hernach vmbreyt⸗ ten / oder vmbtreiben / biß es ſich erwaͤrme. | Esfollaberdes Bechs nicht viel zudemöle vermenget werden / damit nicht dardurch die Schweißlöcher verſtopffet / vñ der Schweiß nicht herauß kommen moͤcht. ——— | Manfollauch indem gebrechen/ in welchen die Neruen vnd Spana⸗ dern erſtarren / vnnd in einander gezogen werden / das Aderlaſſen meyden / ob gleich etliche vnſere Vorfahren / dieſelbige hierzu gebraucht haben / dañ ſie ha⸗ ben nicht gewuft / daß durch entgehung des Gebluͤts / welches bey dem ſchlaff herauß gelaſſen wirdt / die Neruen vnnd Spanadern / welche die Lippen auff vnd zu thun ſollen / dardurch mehr außgetrucknet vnd verletzt werden / daß ſie hernach dieſelb gar nicht ferner bewegen moͤgen / darumb denn auch das Roß muß hungers ſterben. | — — Welche aber in dieſer beſchwerung / das Roſſz mit gluͤenden Eyſen vnd hitzigen Artzeneyen brennen / die richten als viel auß / als die jhenigen / welche daſſelbig in den Niſt ſcharren / vnnd das krancke Roſſ / ob es gleich dieſer be⸗ ſchwerung dardurch entlediget / ſo Fan es doch / ſchwachheit halben / die vorige, arbeyt nicht vollbringen. | | Auß was vrfachen aber / diſe offtgedachte kranckheit / jre ankunfft hab / woͤllen wir nunmahls vermelden / Dann mir nicht bewuſt / daß etwan ein Roſſzartzt / derſelben in feinen Buͤchern gedacht hett. ie Wann ein Roß auff der Reyß / mit den hindern Schenckeln indas foͤr⸗ dere Eyſen tritt / oder ſonſt mit den Schenckeln gleitet / vnd hinckent fort gerit⸗ ten / oder wannes ſehr ſchwitzet / vnnd in dem Wintter darauff erkaltet / oder wann es lang an kalter Lufft ſtehet / oder in dem Stall auff kalten vnd harten Steinen liget / oder wann es des tages ſehr geritten / vnd geſchwitzet / vnd die gantze Nacht hernach Hat hunger gelitten / vnd die Lippen derhalben gar nicht beweget / Oder wo es einen Schenckel auff dem weg verſtauchet / oder verren⸗ cket / vnnd hernach in dem Stall darauff lang gelegen / oder ſo es lang im Eyß geritten / oder ſonſt gar zu ſehr obermuͤhet worden / Oder ſo es auß andern vr⸗ ſachen / ein Wund in das Geſchefft entpfangen / ſo pflegt dieſe kranckheit dar⸗ von zu entſpringen. a Man findet auch etliche/welchediefe Cur fuͤrnemmen / So baldt ſie ſe⸗ hen / daß ein Roſſz oderander Thier / welches gar ſchwer treget oder zeuhet / mit dieſem Gebrechen beladen / fo führen ſie daſſelbig / bald in dem anfang / in Bar eine ——— der Dferdt, CLXI eine warme Badſtuben / vnnd laſſen es allda wol ſchwitzen / vnnd trucknen hernach den Schweiß wol ab / mit truckenen Thuͤchern / vnd thun ſolches et⸗ liche mahl nach einander / damit die boͤſen Feuchten / durch den Schweiß her⸗ auß — —3 als dann daſſelbige mit dieſem Vngent / warm gemacht. | SUR | ErE Rec. Weineſſig /Salniter / Wein / der biß auff das dritte theil hat eingeſot⸗ ten / Eyer vnd Baumoͤle / zu hauff vermiſchet / vnd führen als dann daſſelbige En bedeckt/ineinen warmen Stall, vnd brauchen obgeſchriebene mittel vnd rtzeneyen. | ' | —* Da auch jemand gefellet / einen Stall warm zu machen / fo kan ſolches durch vorgebrandte gluͤende Kolen geſchehen / dann wo Holtz angezuͤndet / vñ ein Rauch darvon gemacht wuͤrde / ſo moͤchte das Roſſz leicht erſticken / vnd in die euſſerſte gefahr des lebens gerahten. | > Einer ſehr Eöftlichen Artzney krafft / wirckung / vnd bereyttung / willich jetzundt erzehlen / dann dardurch kan ein jeder den Thieren alle kelt vnd erſtar⸗ rung vertreiben / vnd ob gleich dieſelb ſchon halb tod / vnd erſtarret ſein / ſo wer⸗ den ſie dardurch zur geſundheit gebracht / vñ iſt kein beſſere noch krefftiger Ar⸗ tzeney / in dieſem fall von jrgendt einem Roſſzartzt jemahls erfunden / oder ers dacht worden / vnd wirdt alſo bereyt. | Rec. Euphorbij vier loth / Bibergeilvier Vntzen truckenen Meerſchwam ein Halb pfundt / Bdellij drey Vntzen / Pfeffer ein Pfundt / Fuchs Schmaltz vier loth / Opopanacis vier Vntzen / Teuffelsforh drey Vntzen / Ammoniaci ein halb pfundt / vnnd gleich ſo viel Taubenkoth / Galbani vier loth / gemeinen Salniter fuͤnff Vntzen / ſelbs wachſenden Salniter drey Vntzen / Ladani ein pfundt / Bertram / Lorbern / iegkliches drey vntzen / Cardamoͤmlein acht Vn⸗ tzen / Rauttenſamen ein halb pfundt / Samen von Schafmuͤle / Semen Viticis genandt / drey Vntzen / Peterſilgen vier loth / Violenwurtzel fuͤnff Vntzen / Hi⸗ ſop / Cubeben / jegkliches drey Vntzen / Balſamoͤle ein pfundt / oͤl von Violen⸗ wurtzel / Oleum Irinum genandt / vnnd Loroͤle / jegkliches anderthalb pfundt / Spicanardioͤle drey pfund / ol von Rheynweiden / Oleum Cyprinum genañt / fuͤnffthalb pfundt / ſehr alt Baumoͤle ſechs pfundt / Bech anderthalb pfundt / Terpentin ein pfundt / Was vnter denen bey dem Fewer zugehen kan / ſol man zugehen laſſen / vnd ſol die andern klein zuſtoſſen darzu vermiſchen / vnd da ſie kuͤel werden / ſoll man ſolche Artzeney in ein reyn Gefeß gieſſen / vnd mit Wein brauchen / wann aber daſſelbige / mit der zeit ſehr Hart worden / fo ſoll man fie/ mit dem oͤle von Rheynweiden / Oleum Cyprinum genandt / zutreiben / vnnd weich machen / vnnd dieſe Artzeney / zeuhet darneben alle boͤſe vnnd ſchaͤdliche feuchtigkeit / durch die Naßloͤcher herauß. Nimb Zimetrinden drey quintlein / der beſten Myrrhen ein halb loth / Tragacant ein quintlein / zuſtoß ſolche alle klein / vnd gibe ſie dem Roſſz / vnter das Trincken vermiſchet / zu ſauffen. nn W“ Rey Oder 3 Son Arkenen Oder nimb gedachtes puluer / dren quintlein / vnd das weiß von zwehen Eyern / Baumoͤl neun vntzt / vñ Wein ein halb Noͤſel Honig viertzehenthalb vntz / vnd geuſß es dem Roß in den Halß / vnd ehe man jmander Sutter fuͤrle⸗ get / ſo ſol man m zuvor ein wenig der frembden Wicken / Erui genañt / gedoͤr⸗ vet oder gemahlene Bonen / drey viertels pfundt / zu freſſen gebeeen. Item / man ſol jm auch bey dem Geſchefft Blut herauß laſſen / vnd her⸗ nach mit warmen waſſer behen / vnd bald darauff mit oͤle vnd Wein / darunter geſtoſſene Lorbern vermiſchet / ſchmieren / vnd vber das Haupt ein Ziegen oder Geißfell decken / vnd die Lenden auch mit gedachtemöle/ wol reiben. Item / man ſol auch demſelben / yrrhen ein viertels pfundt / Saffran ein quintlein / oͤl drey pfundt / vnd oͤl ein Noͤſel / in Rachen gieſſen. Da auch ein Roſſz den Krampff vberkommet / vnd die Spanadern in ein ander gezogen werden / So zittert es an dem gantzen Leib / vnd bedmet / vñ wann es auffftehet / ſo fellet es wider zuruͤck darnider / vnd begert doch jmmer⸗ su wider auffzufichen/ond bricht im der angſt Schweiß auß. | Solchem aber follman alfo raht ſchaffen / BERN jhm die Adern auff der Bruſt eroͤffenen / vnd die jhenige / welche vmb den Maſtdarm herumb ſte⸗ hen / vnd voll Blut bauſſen / vnd ſoll als dann dieſelbige mit warmen Waſſer waͤſchen / vnnd den Leib mit einem bequemen Vngent ſchmieren / vnnd weiles ein abſcheuw fuͤr dem Liecht hat / ſoll man es in einem finſteren Stall halten / vnd eine gute weiche Streuw machen / vnd ruhen laſſen / vnd wann es darzu kommet / daß es wenig / vnd nicht viel ſaͤufftzer laͤſet / Sofollmandas Hew / welches daſſelbig freſſen ſoll / mit Salniter beſtreuwen / vnd vonder Gerſten . biß es beſſer wirdt / enthalten. | | | Eines andern Roſſzartzts meynung / von der er⸗ ſtarrung der Neruen vnd Spanadern. EElche fleiſſig der Roſſz warten / die ſollen gut acht haben / auff den gebrechk / in welchen die Neruen on Span⸗ adern des gantzen Leibs erſtarren / vnd erkrummen / denn etliche ER, Haben Artzeney darfuͤr geſchrieben / welche dieſer beſchwerung mehr ſchaͤdlich als dienlich ſein / vnnd haben darneben nicht ge⸗ wuſt / warvon dieſelbige jhren vrſprung nemmen / damit haben ſie auch dieſer Kranckheit zeichen / niemahls recht beſchreiben mögen / welche wir dann zum offtermahls mit groſſer muͤhe vnd arbeyt erforſchet / vnd erlernet / Vnd ſeindt dieſe nachfolgende. Be u. Re, Dar Halß / Ohren vnd Haupt erſtarret / vñ kan nicht gekruͤmmet noch beweget werden, | Die Augen find Elein vnd ligen tieff in dem Kopff / vnnd die Beyn bey dem Geſicht / ſtehen weyt herauß. NED N ER 2 Ast | ie N Aa der Pferdt. CLXIII ER —— EEE: Die Lippen werdendürre/onddasiNlaulwirdgarzugefihloffen/dng es ſolches nicht kan auffthun / vnd kan alſo weder freſſen noch ſauffen. | Der Schwantz erſtarret / vnd wirdt vnbeweglich / vñ das Roß kan ſich auff feine ſeyt wol vmbwenden. ER ee | | Schrencket inn dem gehen die Schenckel vber ein ander alſo / daß Die fördern hinderſich / vnd die hindern fuͤrſich ſtehen / vnd tritt alſo ihm ſelbſt auff die Huͤffe / vnd kan die fördern Schenckel nicht biegen / vñ alle hinderſte Glie⸗ der / werden fuͤrſich gezogen / vnd geſpannet. Kan ſich gar nicht / oder je gang ſchwerlich ſchuͤtteln und wann es fürs ſich getrieben wirdt / ſo kreuchet es hinderſich. | Vermag gar ſchwerlich / vnd mit noth ſtallen / vnd wann es wil auffſte⸗ hen / ſo fellet es wider darnider / vñ ſetzet ſich auff den Hindern / Darumb auch dieſe kranckheit jren Namen empfangen / vnd in Griechiſcher ſprach / Opyſtho⸗ tanus genandt worden. | See N Welche Roſß in dem Winter diefe kranckheit befommen / können gar ſchwerlich wider zurecht gebracht / Aber die jhenigen / ſoim Sommer darmit geplaget / ſo man fleiß fuͤrwendet / vnd gebuͤrliche mittel brauchet / moͤgen wol darvon errettet vnd erloͤſet werden. — | Derhalben ſol man erſtlich dieſes Vngent brauchen. Rec. Schweinen Schmaltz / Terpentin / Wachs vnd Baumoͤle / zu hauff vermiſchet / damit ein Vngent darauß werde. | Etliche ſieden die frembden Wicken / Erui genañt / oder Gerſten in waſ⸗ ſer / vnd preſſen den ſafft wol herauß / vnd begieſſen das Haupt darmit. | Anderefcharren das krancke Roß in den Niſt / oder bedeckẽ es mit heiſ⸗ ſem Sand / vnd geben jm darneben folgenden Tranck ein. Rec, Pfeffer koͤrner / an der zahl zehen / Salniter zwey loth / Teuffels koth ei⸗ le vnter gu⸗ tes Baumoͤle drey pfundt / vnd guten Wein eine Kanne / vnd gibejbmtäglich darvon zuſauffen. Item / es find auch etliche/welche dieſe Artzeney ſehr loben / vnd ich hab ſie auch ſelber verſuchet. ey | Rec. Schweinen Schmalß / fünffquintlein onnd ein Scrupel / vnd gleich fo vie Böcken Vnſchlet / Terpentin vier Serupel/ Wachholter oͤle neun Vn⸗ tzen / Baumoͤle ſechs pfundt / vermiſche ſolche alle zuhauff / mit Waſſer / darin⸗ nen zuvor Salniter vnd Saltz geſotten find / vnnd fehmierdasRof warm darmit. Deßgleichen ſol man auch dem Roſſz folgende Artzeney indie Naß⸗ loͤcher gieſſen. | 3 Rec. Schweinen Schmaltz / ſo viel dich deucht gnug ſein / vnnd thue darzu Baumoͤle / vnd zulaſſen Honig / vnd brauch es wie gemeldt. Oder nimb ein weichmachendes Pflaſter / vnd zutreib ſolches vber gluͤ⸗ enden Kolen / mit Baumoͤle / vnd dem oͤl von Rheinweiden / Oleum Cyprinum run 8 iij genandt / Von Artzeney genandt / vnd ſchmier darmit den Kopff / Kamme / vnnd den gantzen Leib / vnd wañ ſolches geſchehen / ſo ſol man das Roſſz wol mit Kotzen bedecken / vnd an ein orereytten/dadie Sonne heiß ſcheinet / vnd ſchnell vnd eylendt traben laſ⸗ ſen / biß es wol ſchwitze / vnd ſoll hernach den Schweiß wolmit der Streuw / oder Tuͤchern abwiſchen / vñ das Roßmit jetzt gedachter Salben wol ſchmie⸗ ren / biß es beſſerung befindet / Darnach ſoll man daſſelbige an die Weid fuͤh⸗ ren / vnd mit gewontem Futter ſpeiſſen / vnd Gerſten / mit Kichern vermiſcht / fuͤrgeben / vnd Wein vnter das trincken giſſee. In dem Winter aber / ſol man ſolches in einem warmen Stall / da kein kelt zu kommen mag / ziehen / vnd warm trincken zu ſauffen geben / vñ mit wei⸗ chem Bech beſchmieren / vnd bewegen wie gemeldt. a Dad der gebrech ſehr vberhand genommẽ / fo hilfft fein Aderlaß darfuͤr / vnd wiewol etliche gluͤende Eyſen darfuͤr gebraucht / vnd das Roß darmit ge⸗ brandt haben / ſo iſt doch daſſelbige alſo dardurch geſchwaͤcht worden / daß es hernach nicht fein Ampt / wie zuvor / hat vollbringen moͤgen. 59 Es wil auch die noth erfordern / daß ich nun auch anzeige / auß was vr⸗ ſachen dieſer gebrech entſpringe. * ER So ein Roffzauff harten fteinichten wegen weit geritten / vnd mitden fördern Schenckeln ſtrauchelt / oder ſonſt hinckendt wirdt / vnnd doch darüber noch weiter zu gehen gezwungen / biß es ſehr ſchwitzet / ſo folgt von not wegen / gedachte kranckheit darauß / vnd ſonderlich im Wintter / wenn es nach langer Reyß / oder bald nach groſſer bewegung vnd außgedrungenem Schweiß / an der Lufft / oder in einem kalten Stall / oder in einer Lachen vnd pfuͤtzen erkaltet / oder wañ es einen Schenckel verrucket / vnd ehe der ſchmertz geſtillet / vnd der⸗ ſelbig zurecht gebracht / darauff liget. | | Solche aber folmanerftlich mit glüenden Eyſen brennen/ond warmen trance zu fauffen geben/darunder Teuffelskoth / oder Kramkuͤm̃el / oder Anob lach / oder Lorbern / taͤglich mit Wein vermiſchet worden / biß es wider ſein ge⸗ ſundtheit erlanget. Ein andere meynung /Honerflarrungder Tier uen / auch derfelbigen außdehnung vnd ſchmertzen. O einem Roſß die Neruen Hund Spanadern 9 2:55 erftarret/onnd außgeſpannet werden / vnnd alſo ſchmertzen in N dem hindern theyl des Leibs befindet / ſo erkennet man daſſel⸗ gr bigedurchdiefezeichen. | | ee Die Schenkel werdeninenzu hauff gezogen / vnd die foͤr⸗ dern / vnd der gantze Ruͤckgrad / ſampt dem Schwantz / ſind kalt / vnd auß den Augen flieſſen zehern. SER Derwegen ” der Pferde. - CEXITI Derrwegen ſoll man demſelbigen durch dieſe Mittel raht ſchaffen / man ſoll die Ruͤckbeyn / vnd die Lenden / biß auff die Schienbeyn / mit einen gluͤen⸗ den Eyſen brennen / vnd hernach in einen warmen Stall ziehen / vnd ſoll gluů⸗ ende Kolen / welche keinen Rauch noch Dampff von ſich geben / damit derſel⸗ be warm werde / darein ſetzen / vnnd hernach in dem Stall / drey tag lang / mit Salgond Baumoͤle ſchmieren / vnd wann die Brandruffen von dem Scha⸗ den abfallen / ſo ſoll man dieſelbigen mit Menſchen Harm / vnd warmen waſ⸗ fer außwaſchen / vnd fol im Feigenbletter / mit viel Gerſten oder anderem Ge⸗ treyd / das zuvor in Waſſer geweichet / vermiſchet / zufreſſen / vnd kalt Waſſer zu ſauffen geben / vnnd zu morgens nuͤchtern / Meel mit warmen Waſſer ver⸗ a neh folcher Tranck verorfachet daß es deſto mehr fauffen mu Band es were noch beſſer / ſo ein Fieber mit zuſchluͤge / Dann daſſelbige verzehret vollendt die hinderſtelligen boͤſen Feuchtigkeiten / vnnd die vrſachen dieſer kranckheit. — Hernach ſol man im Bonen zu freſſen gebẽ / wo aber ſolche nit vorhan⸗ den / Gerſten Grapen / oder den außgepreßten Safft / von gekochter Gerſten. ann aber das krancke Roſſz ſein geſundtheit dardurch nicht erlan⸗ get / ſo iſt von noͤthen / daß man ſolches bey den Ohren vnd auff dem Kamme / mit einem gluͤenden Eyſen meſſig brenne. | Ess iſt auch dieſe Salb / in viel gedachten gebrechen / ſehr nuͤtzlich. Rec, Lorbern zwey pfundt / weich oderdünnes Bech / ein pfundt / Opopa⸗ nax zwey loth / Weyrauch ein halb pfundt / alten Wein ein Kanne / ſolche ſoll man klein zuſtoſſen / vber einem Kolfeuwer zuhauff vermiſchen / vnd ein Salb darauß machen / vnd mit derſelben / das Roſſßz / wann die Sonn heiß ſcheinet / ſchmieren / vnd wann ſolches auch nicht hilfft / fo ſol man den Kopff brennen / vnd mit einem rauhen Fell wol bedecken / vnd zu binden. | 0 Bonden Bäuchfläffehder Rod. ES A Rof/welßs einen Bauchfluß hat / ſchwi⸗ Sa or, Betfehr/ond öffter als es zuvor zuthun gewohnet / vnnd ober, ommet darneben einen kurtzen Athem. —— —— Drlie Bauchfluͤſſe ſchwaͤchen offtmahls einem Roſſz den — gantzenLeib / vnd alle kraͤfft / alſo / daß eg zur Arbeyt nicht tuͤg⸗ lich iſt / vnd ſo ſich daſſelbige zutreget / ſo ſoll man jhm die Rinde / von der ſpitzi⸗ gen ee urßel/ mit firengem zuſammenziehenden Wein vermifchet/ eingieflen. | Das Roſßz / welches mit dem Bauchfluß beladen, ſol man in dem ſtall behalten / vnnd Gerſten in Eſſig geweichet / darzu der Samen Sumach ver⸗ menget / jm zu freſſen geben. — | je Item / Von Artzenhe Item / man kan auch den fluͤſſigen Bauch ſtopffen / ſo man die Bletter von den Kreuſelberen / mit Weitzen Meel vnd waſſer vermiſchet / vnd Kuͤch⸗ lein darauß machet / vnd dieſelb in den Rachen ſtecket / vnd Eſſig vnter waſſer vermenget / zu ſauffen gibet. | * | Deßgleichk iſt auch gut / ſo man jm onterdas waſſer / welchs das Roß ſauffen ſoll / Die gipffel oder ſpitzen von Kratz oder Hinpeer ſtreuchern / klein zu Puluer geſtoſſen / vermiſchet / vnd zu ſauffen gibet. —— Oder nimb die Bletter von den Kreuffelbeeren / mit ſauwerem Wein / eingeben / Oder ſol im / damit ich es in einer ſumma vnd kurtz fage/ allerley ſol⸗ che Artzeney einfloͤſſen / welche ſtrenge vnd zuſammenziehende krafft haben. Item / es hilfft auch gar wol/fo man demſelben Weitzen vnnd Gerſten⸗ Meel/mit wein vermiſchet / in den Halß geuſſet. — Item / nimb Gerſten mit Eſſig beſprenget / vnd mit Spreuwe oder He⸗ ckerling vermiſchet / oder ein wenig des Samens / welchen man in den Apote⸗ fen Sumach nennet / fuͤrgeben / oder die Bletter von den Kreuſſelberen oder Strobeldorn / mit Gerſten Yeeel vermengen / vnd Kuͤchlein darauß machen / vnd in den Halß ſtecken. | Oder ſol gedoͤrrten Kreßſamen / klein geſtoſſen / mit waſſer dem Roſß in den Rachen gieſſen / vñ demſelben nicht viel Hart Sutter/noch vberfluͤſſig oder reichlich zu ſauffen geben / vnd foll auch Eychen Bletter / oder die oͤberſten ſpi⸗ tzen von Schlehen / oder von Kratz oder Hinpeer ſtreuchern / in das waſſer le⸗ gen / das es ſauffen ſol / dann woes ſolche vnter dem Sutter freſſe / fo möcht der Leib gar zu ſehr davon zuſammen gezogen werden / vnd ſol ſolches ein wenig / vnd nicht ſehr bewegen. | | Der Roſſzartzt Auxanus befihlet / daß man in ſolchem fall dem Roſßz den Samen Sumach / vnder gedoͤrrte Gerſten / welche zuvor mit Eſſig begoſ⸗ ſen / ſoll fuͤrgeben / vnd ſaget / daß dardurch derſelbe geſtopffet / vnd gekraͤfftiget werde. Es ſoll aber die Gerſtzlangſam vnd gemach gedoͤrret ſein / dann wo man dieſelbige vber einem Feuwer doͤrren ſolte / vnnd hernacher mit Eſſig be⸗ — Bruͤnßlentzen / vnd von dem Roſſz nicht gefreſ⸗ en werden. FE Item / ein anderer Roſſzartzt ſetzet hierzu / daß man dem Roſß / welches einen Bauchfluß hat / ſol Gerſten on Weitzen Meel / jegkliches ein Meßlein von zweyen Kannen / vnd gleich fo viel klein geſtoſſene vñ durchgeſiebte Kern / welche man in den Weinberen findet / mit ſehhs Kannen waſſer vermiſchet / zu ſauffen geben / vnd da es ſolches nicht ſauffen will / ſo ſol man jm daſſelbe durch einen Trechter oder Horn in den Halß gieſſen / vnd darauff feine Gerſte / ſon⸗ dern Spreuwe zu freſſen gden. — Item / nimb der ſchwartzen Myrten fruͤcht / anderthalb pfundt / vñ ſtoß dieſelb zu kleinem Puluer / vnd thu darzu Safft von dem samen Portzelkraut / vnd ſuͤſſen Wein / jegkliches ein Noͤſel / vnd geuß es dem N RE vnd ſo a den Rachen, vnd ſo es fur dieſem Trangk einabfeheube hat / ſo ſoll man Kraffe Neel darzu vernnſchen / vnd das Roß mit gedörster Gerſten füttern. So ober der Bauchfluß nicht nachlaſſen wil / ſo ſoll man jm dieſen ſtar⸗ A cken Trancdeingeben. | Ä Rec. Gedorre Roſen des frembden Samen Sumachriegliches / pfundt / vnd gleich ſo viel Turckiſchen Galles / Wermuth / Gartheil / Hiſop / Nauten⸗ jegkliches cin halb pfundt / vermiſche ſolche wol vnter einander / vnd geuß et⸗ was darvon / dem Roß mit Wein / in den Halß. Oder geuß jhm ein loth Teuffelskoth / mit einem waͤſſerichten Wein / in Was man brauchen ſol / wann ſich die Ingeweid 1 RER der Roſſß verſtuͤrtzt haben. | | O OD einem Thier die Ingeweid Herflürge wer, 1:52 den/foiftcsihn groffer gefahr des Lebens / vnd wirdt alſo er⸗ A kandt. alß. ” Es haben aber die Ingeweid von Natur nit einerley / vnd gleiche formb vnd geſtalt / noch einerley leng inden Roſſen. Dann in etlichen feind fie ober zwey vnd fechBig ſchuhe lang / vnd in etlichen kaum zwen ond viergig ſchuhe. Es iftaberauch zu wiſſen / daß man allhie der jenigen Roß Ingeweid verſie⸗ hen ſol / welche groß gnug gewachſen / vnd wol alt worden / Dann in den juͤn⸗ gern / nach gelegenheit des alters / ſind fie viel kleiner und kuͤrtzer. Esiß | t si — Von Artzeney Es iſt aber in ſolchem fall am beſten / daß man das Roß ſchnell vnd ey⸗ lend fort reytte / vnd ſich hernach wol weltzen laſſe /dañ dardurch wirt diſer ges brech vielmals allein vertrieben / vñ ſonderlich woman in darneben Teuffels⸗ koth / in ſuͤſem Bein zutrieben / in den Halß / vnd in die Naßloͤcher geuſſet. Da aber einem Roß ein Darm zuſpringt oder zureiſſet / ſo muß daſſel⸗ bige als bald ſterben / Dañ es laufft jm das gefreſſene Futter / pnd das geſoffe⸗ ne Waſſer wider zu den Naßloͤchern herauß / on biß weilen ſtuͤrtzet ſich daſſel⸗ bige / von wegen des vntraͤglichen ſchmertzen / vber einen Berg / vnd fellet ſich zu tod. Derwegen haben etliche dieſe Artzeney darfuͤr erfunden / welche allen ſchmertzen der Ingeweid ſtillet / nd die wind zutreibet / vnd wirdt alſo bereyt⸗ Rec, Kornmuͤntz / Eppich / jegkliches ein pfundt / Rindern Vnſchlet / Wein⸗ rauten / Thymian / Wolgemut / Poley / Teufelskoth / jegliches ein halb pfund / ſiede ſolche in waſſer / biß daß zwey theyl einſieden / vnd eines vberbleibet / vnd geuß im daſſelbige / viel auff einmahl / in den Halß. ei: * —— FOREN Etliche gute Mittel / fürden fehmergender > ENTE Yngenpelds Sn |, KURS Antı ein Roffz wehtagen in den Daͤrmen hat / NA N fo ſoll man ihm alfo helffen nimb etliche warme Thuͤcher / oder VRLEN Desken/ond binde ſie dem Roſſz auff den Bauch onnd reytte NW hernachdaflelbige geſchwind vnd eylend Hin ond wider. . —— Item / laß dem Roſſz an den hindern Schenckeln / bey dem Knie oder Feſſeln / Ader ſchlagen / vnd gib m waſſer / darinnen Weitzen MNeel geſotten / vnd Salniter vier loth / Baumoͤle zwey loth / zutrieben / zu ſauffen Oder nimb Weinbeer / welche newlich von dem Stock ſind abgenom⸗ men / vnd ſiede fie in waſſer / vnd einem halben pfund Baumoͤle / vnd geuß ſol⸗ ches dem Roſß in den Rachen, J Gleiche Krafft hat auch dieſe Artzeney. SZ EC. Myrrhen vier vntzen / weiſſen Pfeffer? Opopanacis / jegkliches cin Vntz / Terpentin zwo Vntzen / By wachs ein pfundt. | —— NE 0° tem / dieſe. 4 er SE Rec. Bech vnd Wachs, vnd zulaß dieſelbige in einem neu⸗ wen Topff / vnd geuß daran Eſſig / vnd laß ſie mit einander ſieden / nimb her⸗ nach klein zurieben Storax / vnnd Opopanax / vnnd hebe den Topff von dem Feuwer / vnd miſche vollendt darzu Galbanum / Terpentin / Bdeilium / vnnd Judenleym / oder Bergwachs / vnd wo es vonnötben/ auch klein zutriebenen Ammoniacum. Ki | | Bon — — _ .ö BDO -, ' (CEXYI Von gebrechen vnd franckhentendesdunnen — ſubtilen Darms / der Roſſz. EAnn ein gebrech vñ beſchwerung in dem duͤn⸗ op nen fubtilen Darm vorhanden, ſo befindet das Roſſz wehta⸗ | 8 genombden Nabel / vñ bekommet allda cin hitzige geſchwulſt / onnd vermage weder Koth noch Winde / durch den Hinderen anrcch kommen / fonder es gehet das gefreffene Sutter / dem Sonder Waſſerſucht der Roſſz. ac Ann einem Roſß die Haut auflauffet vnd ge- RR ſchwillet / vnd die Waſſerſucht mit zuſchlegt / welchedic Gries EN chen Hydropa nennen / vnnd wirdt Durch folgende zeichen ers kandt. | | Der Bauch / Schenckel vnd Geſchefft geſchwillt / vnd der Ruͤck / Arſchbacken vnd Lenden fallen ein / vnd verdorren / vñ die Haut an dem Rücken wirdt auff beyden ſeyten / als hart wie Schwilen / vnnd die Adern an dem Haupt / vnd die jenigen / welche vnter der Zungen ligen / verbergen ſich al⸗ ſo / daß man ſie nicht mehr ſehen mag. Item / die geſchwulſt des Leibs brellet nicht herwider / ſondern ſo man mit einem Finger darauff greiffet / ſo weichet ſie zu ruͤck / vnnd bleibet lang die Grube ſtehen / die der Finger hinein gedruckt hat / vnnd ſo das Roſßz auff dem — liget / ſo ſtrecket es alle viere von ſich / vnd rencket oder denet ſich / vnd die Haar auff dem Ruͤcken / fallen jm in dem ſtrigeln auß. Die geſchwulſt vñ Beulen aber / welche auß einem gebrechen des Mil⸗ tzes folgen / werden alſo erkandt. Der Leib geſchwillet nicht ſehr groß / alſo / daß man auch die geſchwulſi etlich mahl nicht recht ſehen kan / vnd wann das Roſſz geuͤbet wirdt / ſo t ij es ohn | | Von Artzeney es ohn vnterlaß / vnd wirffet den Kopff / von wegen des ſchmerkßzens / von einer ſeyten auff die andere. | — ON Weiche aberdieeruckene Waſſerſucht haben werden alfo erfandt/ jhr Leib ift von oberflüffigen Binden ſehr außgeſpannet / vnnd jhr Bauch gibet viel vnd offt einen laut vonfich / vnd murret / vnd die Mehne / Kamme vnd Ruͤckbeyn erſtarren / vnd die Ingeweid pflegen offtmahls Apoſtemen / vnnd itzige geſchwulſten darvon zu vberkommen / vnnd zuverhindern / daß der vn⸗ — vnd andere vberfluͤſſigkeit / nicht kan auß dem Leib hinweg getrie⸗ ben werden. | | | Solchen ſoll man alfo raht ſchaffen / man folldas frandeRoff; lange ſam vnd gemach an einem orth hin vnd wider reytten / da die Sonne wol vnd lang hin ſcheinen kan / vnnd darneben mit dicken Kotzen wol bedecken / daß es ſchwitze / vnd ſoll als dann den Schweiß mit dem Strigel vnnd Wiſchthuch wol abtruͤcknen / vnd den Haren nach reiben / vnd hernach Stengel vnd Blet⸗ ter von dem Koͤl / oder Bletter von den Ilmen / vnd Eppich / vnd dergleichen zus freſſen geben / welche den Koth vnnd den Harm auß dem Leib treiben moͤgen / ond wo es die zeit gibet / daß gruͤn Graß vorhanden / fo ſol man jhm daſſelbige auch fuͤrlegen / wo nicht / ſo ſo man jm das Hew mit Salniter beſprengen / on darneben Burgundiſch Hew / vnnd Kichern / welche tag vnd nacht zuvor in Waſſer geweichet / für ſchůͤtten. Wann aberder gebrech vnd die geſchwulſt darvon nicht vergehen will / fo ſoll man drey oder vier quer finger vnter dem Nabel / gegen dem Schwantz zu / mit der ſpitz eines ſcharpffen Schermeſſers / ſcheidwarts ein loͤchlein inden Bauch hinein ſchneiden / vnnd ein Roͤhrlein darein ſtecken / damit die boͤſen feuchtigkeiten herauß flieſſen möchte. Doch ſoll man ſich darneben wol fuͤrſe⸗ hen / daß man nicht gar zu eine groſſe Wundt hinein ſchneide / vnd der Schli⸗ men / welcher Die Ingeweid vmbgibet / mit herauß falle. Ind wann das Waſ⸗ fer gar herauß gelauffen / vnnd keins mehr vorhanden / ſo ſoll man den Scha⸗ den / gleich als ander Wunden heylen / Vnd wann dieſelbige gantz zugeſchloſ⸗ ſen / vnnd recht geheylet ift/fo follman das Rolf; geſchwin vnd eylend hin vnd wider reytten / alſo / daß viel Schweiß von jm komme / vñ ſol jm nichts zuſauf⸗ fen geben / damit nicht der Bauch darvon widerumb gefchiwelle/ und mit waſ⸗ ſer außgefuͤllet werde. | | Das fich aber zutruͤge / daß nach dem Schnit / der Schliemen/wels cher die Ingeweid vmbgibet / zur Wunden ſich herauß begebe / ſo ſol man den ſelben mit einer Nadel vnnd ſtarckem Faden / an die Haut hefften / biß er ſelber zureiß vnd abfalle. So dieſer gebrech noch in dem anfang iſt / ſo ſoll man erſtlich gedachte / vnd andere gebuͤrliche mittel verſuchen / Dañ es iſt vnvonmoͤten / daß man als bald die Haut bey dem Nabel auffſchneide. | Wann aber ein Roſſz mit der Waſſerſucht fange zeit iſt beladen a | — en / ſo der Pferde. CLXVII ſen / ſo erfordert die notturfft / daß man dem Roſſz mit Seylen die Fuͤß zuſam⸗ men ziehe / vnd auff die Erde werffe / vnnd vmb die drey quer finger vnter den Nabel/ ein Wundt hinein ſchneide / damit die vberfluͤſſige feuchtigkeit herauß flieſſen moͤchte / vnd wann dieſelbige gar herauß kom̃en / ſo ſol man die Wun⸗ de mit bequemen mitteln widerumb heylen / Vnd auch gluͤende Eyſen / vnter⸗ ſchiedlich weyt von einander / an den Bauch halten / vñ Circkelweiß wol bren⸗ nen. Doch ſoll man darauff gute acht geben / daß man die Ingeweid nicht / durch Die gluͤende Eyſen / darneben verletze / vnd ſol hernach das Roſſz auff ein ſeyt wenden / damit durch die Brandtſchaͤden / auch die vberfluͤſſige feuchtig⸗ keit herauß flieſſen moͤchte / vnd ſoll alſo in dieſelbige / mit einer kleinen vnd ſpi⸗ tzigen Nadel ſtechen. Item / dem Roß / welches mit der Waſſerſucht geplaget / kan man auch durch dieſen Tranck helffen. | | Rec, Senffſamen ein halb pfundt / Vrilch ein Nöfel/öle ein pfundt. Da aber ſolches auch nicht helffen will / ſo ſo man nemmen Spargen⸗ wurtzel / Fenchel vñ Eppich wurtzel / jegkliches vier lot / vñ fol fie klein zuſchnit⸗ ten in einen Topff thun / vnnd darzu thun alt Baumoͤle / ſechs pfundt / vnd ſoll ſolche bey einem Kolfeuwer als lang ſiedẽ laſſen / biß zwentzig vntzen vberblei⸗ ben / vnd hernach dem Roſſz in den Halß gieſſen. Oder ſol nemmen Liebſtoͤckel wurtzel ein halb pfundt / klein zuſtoſſen / vñ mit einer feuchtigkeit vermiſchet dem Rost; einfloͤſſen. Item / es wirdt auch in dieſem gebrechen / wo viel Waſſer im Leib vor⸗ handen / gekochtes Graß / oder gebrandter Ochſenkoth / oder gelber Ruͤbenſa⸗ men / klein zuſtoſſen / vnd mie waſſer vermenget / dem Roſſß nuͤtzlich eingefloͤſ⸗ ſet / vnd wañ die geſchwulſt nit nach leſſet / fo ſoll man vnter der fördern Buͤg/ ein kleines wuͤndlein hinein ſchneiden / ſo wirdt dardurch Die boͤſe feuchtigkeyt auch herauß lauffen / vnnd wann es geſchehen / fo foll man den Schaden mit weichem Bech wider heylen. Item / man ſoll dem Roſſz / zween quer finger breyt vber dem Nabel / ge⸗ gender Bruſt zu / nach der leng / mit einem ſcharpffen Yeeſſer / ein loͤchlein hin⸗ ein ſchneiden / vnd ein Roͤhrlein darein ſtecken / durch welches die wäfferichte/ oder Eyterichte feuchtigkeit / welche ſich allda verſamlet / herauß flieſſen moͤch⸗ te / vnnd ſoll alſo erſtlich derſelbigen / vngefaͤhrlich zwo Kanne oder Maß her⸗ auß lauffen laſſen / vnd waun noch mehr Eyter oder Waſſer vorhanden, fo fol ‚man ober cin weil wider ſo viel herauf laſſen / biß dieſelbige gar hinweg kom⸗ me / vnd ſoll das Roſſz ſo lang verbinden / ſo lange es ſchmertzen hat / vnd ſol im darneben Trenck eingeben / welche den Harm treiben / vnd viel vnd offt reiben / biß jm der Schweiß außbricht. | Seine Speiß folleingrünes Graß fein/oder geweichte Kichern/ vnnd fol flieffent waſſer ſauffen / vnd nach den trincken / follman daſſelbig wol vben vnd bewegen. | | t ij Item / | Ton Artzeney Item / man ſol auch daſſelbig miteiner feuchten wäfchen/ darinnen Ki⸗ chern geweichet / vnnd wann es gehet / ſoll man jhm die Schenckel mit etlichen Stricken oder Schnuͤrlein binden. Es ſagen auch etliche / daß man ſolches kranckes Koffiyaneinorth ſtel⸗ len vnd reytten ſol / da es ſehr wol reuchet / dann durch guten geruch / wirdt die Lung vnd das Hertz erquicket. Da man auch gebuͤrliche Artzeney hierzu brauchen will / ſo ſol man diſe nachfolgende nemmen / dann ſie werden vnter die bequemſten gerechnet. Rec. Peterſilgen wurtzel vnd ſamen / vñ geuß ſolche klein zuſtoſſen / vnd mit Wein vermiſchet / dem Roſſz in den Halß. ERDE einen geftoffen Gsranatapffel, mit einzu ſauffen / vnd laß ſolches ſo viel Eppich freſſen / als es mag. Item / es wer auch nuͤtzlich vñ gut / daß man zu den Küchlein/ von Ho⸗ nig vnd Buttern berentet / zwo vntzen Baumöle/onnddrey Nöfel Wein vers miſchet / vnd dem Roſſz in den Rachen guͤſſe. Oder daß man Spargenwurtzel vier loth / In dreh Noͤſel Bein, alſo ſi Ms lieſſe big das dritte theyl vberbl leibet / vñ durch ein Horn die Bruͤe einfloͤſſet. Oder ſo man Opopanar/oder geſtoſſene Liebſtoͤckel wurtzel/ dem Roſſz mit eingieſſe. Es hilfft auch gar wol / ſo man das Roſſz von dem ſauffen enthaltet / vnd lang Durſt leyden laͤſſet. WMan ſol die jungen Zincken von den Kuͤrbſen / vber dem Feuwer roͤſten / sn dem Roſſß in den Half ſtoſſen / vnnd toll — MORE / demſelbigen indie Naßloͤcher gieſſen / vnnd es were noch viel beff ſer / wann man ſolcher Samen/ — halben / ſehr hart vnnd dünn/ * krafftloß worden / darzu ge rauchet. Da auch der Leib von den Winden hoch auffgelauffen / vnnd groffer | ſchmertz vorhanden ſo man warme Eſchen vnter S chweinen Schmaltz vermiſchen / vñ auff ein Wuͤllen oder leynen Thuch ſtreichen / vñ auff den Na⸗ bel vnd Bauch binden / Es ſoll aber auch das Roß von viel Menſchen gehal⸗ ten werden / Damit es jm nicht ſelber einen ſchaden zufuͤge. Item / man ſol auch demſelben Liebſtoͤckelwurtzel/ in halb Wein / vñ halb | Baumoͤle/ warm gemacht / durch ein Horn in den Rachen gieſſen. Da aber der Schmertz darvon nicht nachlaͤſſet / So ſoll man nemmen Quendel / Kramkuͤmmel klein zuſtoſſen / vñ Sponigyiegeliches ein halb pfund / Teuffelskoth einer Bonen groß / Eſſig ein halb Noͤſel / Waſſer anderthalbe Kanne / vnd ſol ſoiches dem Roſß in den Halß floͤſſen / vnd ſoll jhm des nachts nichts zu freſſen geben / ſonder von allem Sutter enthalten / vnd da der ſchmertz dardurch auch nicht geſtillet⸗ So ſol man das euſſerſte vnd letzte mittel fuͤr die Handenemmen/ond das Roſſz auff der lincken ſeyten / nahendt bey Re Riben / | 4 der Pferdt. CILxVIII Riben / mit einem gluͤenden Eyſen / vier quer finger breyt / vnd nicht tieffer / als ‚einen queren finger / die Haut auff brennen / vnd hernach den Brandtſchaden / sie gebuͤrlichen Artzneyen / welche wir zuvor angezeigt / widerumb heylen. Von dem Rochen wehe / der Roſß. —2 Ann den Roſſen die Ingeweid alſo ſchadhaff—⸗ tig vnnd wundt werden / daß auch Blut vnd Eyter / neben et⸗ rlichemzehen Schleim / durch den Hindern hinweg gehet / fo > IT nennen die Sriechen folche kranckheit Dyfenteriam, vnnd wir TE Reutfchendenrothen Wehe / oder rothe Ruhr / vnd es pflegee in demſelbigen ſich offt zu zutragen / daß auß groſſem zwang / der Maſtdarm weyt mit herauß getrieben wirdt. —9 Derhalben die notturfft erfordert / daß man denſelbigen in einem Cir⸗ ckel herumb ſchneide / doch iſt ſich hierinnen wol fuͤrzuſehen / damit nicht die Mauß / welche den Hindern zuzeuhet / dardurch auch verletzet / vnnd entzwey geſchnitten werde Dani wo ſolches geſchehe / ſo muͤſte der Hindere allezeit of⸗ ae erben. | | Da aber der Schnidt / wie es fich gebürt/recht vollbracht ift/fofolman Schalen / von Granataͤpffeln / in waſſer vnnd Eſſig zu hauff vermenget / ſie⸗ den / vnd dem Roſſz ein Noͤſel darvon / auff einmahl / in den Halß gieſſen. Oder ſoll nemmen klein zuſtoſſene vnd durchgeſiebete Gallaͤpffel / vnd Ani waſſer vnd IBein’Eflig/ Kuͤgelein darauß machen / vnd dem Roſß in den Rachen ſtecken / zuverſchlingen / vnd ſol jm darneben Baumwinden zweiglein vnd Bletter / vnter die Gerſt vermiſchet / fuͤrgeben / wann ſie zuvor mit einem Meſſer klein zuſchnitten ſein / vnd dieſer gebrech/pfleget viel weniger die Roß / noch ſo offt als die Nauleſel / vnd andere Eſel / zu plagen. Sehr gute Kuͤchlein oder Trochisken / für das Grimmen im Leib / Rohten wehe/kranckheyten der Leber/verfiopffung des Harms / vnd fuͤr die Biſſz der tobenden Hundt / Spinnen / vnd anderer gifftiger Thier. ec. Saffran zwey loth / Myrrhen vier loth / Bluͤhe von Gartheil / acht loth / Peterſilgen zwey loth / Weinrauten acht loth / Berthram / Nifop/ jegkliches vier loth / Zimetrinden zwey loth / ſtoß ſolche alle klein / vnd raͤhde fie durch ein Sieb / vnnd geuß darein ſcharpffen Weineſſig / vnnd mache darauß einen Teig / vnnd formier hernach Kuͤchlein darauß / der eines ein Scrupel hat / vnnd truckene ſie in dem Schatten / vnnd ſolche zutreibe mit dem Ba preßten Bon Artzeney en | preßten Safft/vongefottener Gerſten / ond geuß ſie dem Roſſz inden Halß / Dann ſie ſeindt gar nuͤtzlich den jhenigen / welche mit dem rohten wehe / grins men in dem Leib/tröpflichten Harm / gebrechen der Lebern / beladen / mit einem Noͤſel warmen Waſſer zutrieben / eingefloͤſſet / vnnd auch den jhenigen / welche ein tholler Hundt / oder ein Spinn / oder ander gifftiges Thier gebiſſen / mit ſtarckem Wein. J Eines andern meynung / bon dem Rothen | duch 2 re Olget der Rote wehe / welchen mandurch die, ſes zeichen erkenne / So Blut eytert / vnd zeher Schleim / vnd — bißweilen Fleiſchichte ſtuͤcklein / durch den Hindern hinweg ul. S gehen. iR h TER T ee) | > Golchengebrechen fanman Guriren / ſo man dem Roſſz Bletter von den Kreuſelberen / mit Judenleim beſchmieret / oder Tormentill / vnd Bletter von Eychen / oder Granataͤpffel bletter vnd Blůt / mit Gerſten Meel beſtreuwet / zu freſſen gibet. Nor reg Etliche miſchen auch des Meels von gedörrtem Weitzẽ ein Meßlein / darein ein Noͤſel gehet / mit waſſer / vnd gieſſen jhm ſolches inden Halß. Von gebꝛechen des Miltzes / in den Roſſen. ra rt Roſſ / welches einen mangelandem Nile IE hat / erlennet man durch dieſe zeichen. —V — FDoer Leib auff der lincken ſeyten lauffet auff vnd geſchwil⸗ let / iſt hart / vnd brellet herwider / ſo man darauff greifſe / vnd a zeuherden Athem fchneiler / als es zuvor gewohnet / zu ſich / vnd friſſet auch mehr Futter. HER Zeichen vnd Eur des ſchadhafftigen Miltzes. \ ar r Tre fenget der Leib auffder lincken ſeyten anzu REN 04 —— | —— das Roſſß ſeufftzet offt / vnnd hat groſſen —ſchmertzen. er | Daman aber demſelbigen willraht ſchaffen / foformandie EES geſchwulſt einer Spannen breyt / auff beyden ſeyten mit einem gluͤenden Eyſen brennen / vnd ſonderlich an dem ort / da man das Roß pfleget mit Sporen zu ſtechen / vnd follalfo erſtlich das Eyſen drey quer finger breit | an die der Pferde. CLXIX an die Haut halten / vnd ſo viel raum darzwiſchen laſſen / vnd wider brennen / vnd ſoll hernach den Brandtſchaden / mit gebuͤrlichen Arkeneyen/ wie zuvor angezeiget / heylen. inner Es wirdt jhmauch geholffen / fomandaffelbige offt vnd viel und auch weyt taͤglich reittet / biß m der Schweiß außbricht. | Das Noiltʒ wird auch kleiner / So mandftyrabalonenyoderder frůcht von dem Thamarisken Baum / zu Puluer geſtoſſen / mit Weineſſig vnd waſ⸗ fer vermenget / in das lincke Naßloch ſpruͤtzet. Oder Kellers halß /mit Wein darein geuſſet / vñ es iſt gnug / ſo man ein halb Noͤſel auff einmal darzu brauchet / doch ſoll man viel tag / mit ſolchen Ar⸗ tzeneyen / nach einander anhalten / dann dieſer Gebrech wirdt gar ſchwerlich durch Artzeney vertrieben. Item / man ſoll auch dem Roß / vnter das trinckt / Salniter oder Alaun vermiſchen. | Etliche rahten auch / daß man das Niltz mit gluͤenden Eyſen ſoll bren⸗ nen / welches mir gar nicht gefellt Dann weildie Haut an dem orth groſſe und weitte Schweißloͤcher hat / ſo iſt zubefahren / es moͤchte dardurch das Neiltz groͤſſer beſchediget vnd verletzt werden. | Den jmerlichen fehmergen des Miltzes / ſtillet dieſer Tranck. Rec, Kramkuͤmmel ein halb pfundt / vnd gleich fo viel Honig / Teuffelskoth / einer Bonen groß / Weineſſig ein Halb Noͤſel / ſolche follman auff dem abendt / in dreyen Noͤſeln Waſſer zutreiben / vnd den Roſß in den Hal ſchuͤtten / vnd die nacht vber nichts zu freſſen geben. Wamn aber ſolche nichts helffen / ſo ſol man die lincke ſeyt / bey der letzten Riben / vngefaͤhrlich vier finger breyt / mit einem gluͤenden Eyſen breñen / doch alſo / daß der Brandtſchaden nicht ober einem quer finger tieffſey / vnd ſol her⸗ nach denſelbigen heylen / wie zuvor geſagt. | Da einem Roſſz das Milgift hoch auffgelauffen / vnd hart worden / ſo ſoll man Rinden / von der Kappern wurtzel / in vier Naß oder Kannen Waſ⸗ ſer ſieden / biß daß das meiſte theil darvon eingeſotten / vnd das wenigſte vber⸗ —3 bleibet / vnnd ſoll ſolches / wann es das Futter wol verdaͤuwet hat / in den Ra⸗ chen gieſſen / vnd ſol jm gleichwol darneben auff den fördern Schenckeln Blut herauß laſſen. Item / man ſoll jhm auch dieſen Tranck eingeben. | Rec. Knoblach / Salniter / Andorn / vnd Wermut Elein zu ſtoſſen / vnd vers miſche ſie mit ſauwerem Wein / vnd geuß ſie dem Roſſß in den Half, vnd ſoll darauff das Roſß ſpacieren reytten / vnnd zu morgens fruͤhe einen Schwam in ein warmes Waſſer tuncken / vnd die ſeyt darmit wol behen / vnd denſelben hernach wol außdrucken. Warm aber die Geſchwulſt am Leib nicht vergeben wil / ſo folman drey tag lang / ein ſehr hitzige vnd breñende Artzney / vngefaͤhrlich drey quer v reyt / | Bon Artzeney breyt / darauff legen / vnnd darneben fleiſſig acht haben / damit nicht ein Ader dardurch verbrandt werde — — 3 NUR | Es pflegetaberdas Roſſz gemeinigklich inden Sommer, mit vbriger sunemmung des INilges/ geplagt zu werden / wann es gar zuviel ſuͤſſes Fut⸗ ter friſſet / vnd ſolcher geſchwulſt kan man begegnen / ſo man auß Tamarisken Holtz / oder von dem ſtreuchlein Ruſco / Gefeß machet / vnd dieſelbige mit waſ⸗ fer fuͤllet / vnd dem durſtigen Roſſz ſolches zu ſauffen gibet. IE Von den Madenin offen, ao Te Maden / find ein Geſchlecht der Wirmerz SR welcheindem Bauch und Ingeweid wachſen / vnd ſo dieſelbig mit dem Roth hinweg getrieben werden / ſo bleiben fie im auß⸗ gang des Maſtdarms hangen / vnd wickeln ſich in deſſelbigen — MS krummen hoͤlen / vnd werden durch dieſe zeichen erkandt. Wann ein Roſß die Maden vnnd Spuͤlwuͤrmer in dem Leib plagen/ So hebet es ploͤtzlich an zu lauffen / vnd leget ſich nicht lang hernach wider nis der / vnd ſperretdas Maul auff vnd gehnet. — A Das Roſſz reibet den Schwantz vnnd den Arſch /andie Krippeonnd ende. Derhalben von noͤhten / daß man einen Knecht / mit der Handt inn den Hindern greiffen / vnd die Würmer herauß ziehen laſſe / vnd wann es gepfer⸗ chet / ſo fol man Eſch von einem Herde darein ſtreuwen / oder Saltz hinein rei⸗ ben / vnd ſolche koͤnnen den Roſſen keine groſſe gefahr bringen. Man ſoll auch dem Roſſßß Opopangr mit oͤle in Hindern ſpruͤtzen / oder gieſſen / darnach ſoll man klein geſtoſſen Wolgemuth / oder Toſten / Floͤheſa⸗ men / pylium genandt / mit Saltz vermiſchet dem Roſß in den Half ſtecken / oder mit einer feuchtigkeit hinein floͤſſen / vnd als dann klein Saltz vnter das Futter miſchen. | Ä Wannauch ein Roſſz Maden in dem Leib hat / fo ſchuͤttelt es den gan⸗ ken Leib / vnd will ſich all zeit reiben / darumb iſt von noͤhten / daß man ſolchemn Eberwurtz in Waſſer ſiede/biß das dritte theyl vberbleibet / vnd zu der Bruͤhe vermengen / Opopanacis vier loth / vnd Wein ein halb Noͤſel / vnd in das lin⸗ cke Naßloß gieſſen. Pan foll auch nemmen / Knoblach / Regenwuͤrmer / jegkliches ein gut quintlein / klein zuſtoſſen / vñ mit Weineſſig vermiſchet / vnd ſolches dem Roß indie Naßloͤcher gieſſen. | ‘ Nachdem folche Maden vnd Wuͤrmer / fuͤrnemlich auß vnverdaͤuwe⸗ tem Sutter entſpringen / So ſoll man wol zuſehen / daß die Roſſßz das Futter recht vnd wol verdaͤuwen. Man findet auch wol etliche/ welche den Roſſen / ſo a | eladen / ee nf 2 6 — — ———— , Lauch. | der Pferdt. CHRNX — Feigbonẽ / klein zuſtoſſen / mit einer feuchtigkeit in den Halß gieſſen. | ; | Es dienet auch garwoldarfür/fo man Wurmſamen / mit der frembden Wicken meel / Erui genandt / vnd duͤrren Feigen vermenget / vnd kůchlein dar⸗ auß macht / vnd dem Roſſz in den Rachen ſtecket / zuverſchlingen. Oder ſo man ein theyl Schweinen Schmaltz / mitdrey theylen Hyſop vermiſchet. | Deßgleichen toͤdtet auch die Wuͤrm / der außgepreßte Safft von dem Von dem Blut / welches den Roſſen zu dem Hin⸗ dern herauß lauffet / oder durch den Harm hinweg gehet. ir sa pülnerte oder geſtoſſene wurtzel / des Krautes Haſtulæ regiæ, velches etliche / auß vnverſtandt Goldtwurtzel nennen / in ei⸗ 3 nem Nöfel ſuͤſſen Wein / Damit ein lauttere Suppe darauß werde / vnd ſolche ſoll man ———— Hernach nimb reyn Weitzen Meel / vnd einen Granatapffel / vnd ſiede ſolche in Schweinen Schmaltz vnd waſſer / biß eg ein ziemliche dicke bekom̃e / vnd der Apffel ſchwellig wirdt / vnd ſchuͤtte es dem Roſß in den Halß / jedoch ſol daſſelbige nicht dicker alseindänner Brey ſen. Item / man ſolauch das Roſſz wol vnd geſchwindt darauff hin vnd wi⸗ der reytten / vnd Salniter vnter das trincken vermengen / damit der Leib dar⸗ von eroͤffenet vnd fluͤſſig werde / vnnd ſolauch die Gerſt vnd das Hew darmit beſprengen / doch ſol man darauff gut acht haben / damit es nit ein zittern oder bedmen anſtoſſe. vi Da aber Blut in dem Harn hinweg gebet/ ſo ſoll man den Roſſz ge⸗ mahlen Bonen / von welchen die Huͤlſen zuvor find abgeſchelet / in waſſer ſie⸗ den / vnd darzu thun Hirſchen Vnſchlet / vnd ein wenig Wein / vnd ſoll ſolches drey tag lang / dem Roſſz in den Half gieſſen. Sder ſol nemmen Zigenmilch cin halb Noͤſel / Krafftmeel / ſo viel in drey Eyerſchalen gehet / Baumoͤle ein viertels pfundt / vnnd ſolche zuhauff vermi⸗ ſchen / vnd dem Roſſz durch ein Horn in den Rachen floͤſſen. Wann aber das Blut durch die Naßloͤcher ſehr herauß dringet / ſo ſoll man das Haupt mit kaltem waſſer waͤſchen / Darunter | ein wenig Saltz geworffen es muß aber das waſſer zumalier kelte⸗ ſten ſein. ER ij Eines Bon Artzeney | Eines andern gg Sonden Bl e ſſen. Gpfleget offt vnd biel / die meng vnd bberfluͤſ⸗ Rſigkeit des Bluts/die gefunden Roß zuverletzen / dañ es iſt ge⸗ Rwiß / wañ deſſelben gar zu viel in dem Leib vorhanden / ſo drin⸗ get es an einemort herauß / wo es kan vnd mag / derwegen die E Roß darvor wol zuverwaren. | Da auch ein Roß / von groffer arbeyt / gar hefftig muͤde worden / So pfleget jhm vielmahls Blut in dem Harm hinweg zu gehen / vnd ſolches kan auch wol den jenigen widerfahren / welche ſchwach vnd math / oder von einer langen Reiß muͤde / oder mit einer groſſen Laſt / zutragen beſchweret worden / oder ſehr feißt ſind. | Der wegen von nöhten/daß man denſelbigẽ alſo raht ſchaffe / Man ſoll ihnen Blut an dem Bauch herauß laſſen / vnd Zigenmilch / darunter Krafft⸗ meel / drey Eyer / vñ Safft von dem Kraut tag vnd nacht / vermiſchet / zu ſauf⸗ fen geben / vnd ſonderlich den Roſſen / welche ſehr feißt ſind / den magern aber / ſol man kein Blut hinweg laſſen / dañ das Aderlaſſen bringet jnen mehr ſcha⸗ den als nutz. Dieſer Tranck verſtellet auch das Blut / es dringe nun durch ein Glied am Leib herauß / wo es woͤlle / vnd wirdt alſo bereyt. | | Rec. Tragacanth / welcher mit Wein iſt weich gemacht worden / ein loch Mahen Safft / vier Serupel / vnd gleich ſo viel des wolriechenden Harkes/ Styrax genandt / Pineen Kern / ander zahl fumfftzehen / ſtoß ſolche alle klein / vnd miſche fie zu hauff / vnd gibe darvon dem Roß einer Haſelnuß groß / in eis nem Noͤſel Wein / ſiben tag lange / durch ein Horn zu ſauffen / vnd dieſe Artze⸗ ney iſt auch den Neenſchen nuͤtzlich / wo ſie derſelbigen einer Bonen groß / inn einem weichen Ey einnemmen. Es verſtehet auch das Blut / ſo man Lauchſafft / mit Meth auß Wein vnd Honig gemacht / vermenget / vnd darzu thut ein Ey / vnd ein wenig Myr⸗ rhen / vnd dem Roß in den Halß geuſſt. | | Damit aber dasvberflüffige Blut / welches zu einem Glied herauſſer fleußt / von demſelbigen ab / vnd an cin ander ort geleyttet werde / So ſoll man dem Roß / etſtlich an dem Gaum Blut hinweg laſſen / vnd hernach der wur⸗ tzel / von dem Kraut Hakularegia genandt / in einer Kañen Rheinfall / oder an⸗ dern ſuͤſſen Wein / zu welchem Weitzen Meel / vnnd klein zuſtoſſen Samen / Sumach genandt / welcher zuvor wol in Waſſer geſotten / vermiſchet / in den Rachen gieſſen. har Van ſol auch daffelb nicht fehr bewegen / ſondern ruhen laſſen / vnd den Leib mit waſſer / darunter Salniter vermenget / wol reynigen / vnd abſpuͤlen / vnd alſo ſolches zu ſauffen geben / vñ derhalben auch Salniter vnter die Gerſt miſchen. | Biß⸗ der Pferdt. CEXRI Brlißweilen pfleget auchdas Blut / zu den Naßloͤchern herauß zu lauf⸗ fen / vnd groſſe gefahr zu bringen / Vñ ſolches zuverſtellen / folman den Safft ki einem Thuͤchlein oder Baumwollen / darein fies en. | vs Soaber das Blut / durch vndaͤuwen oder brechẽ auf dem Halß kom⸗ met / So follman Wermuth / vnd Indianiſch Spicanardi / in einem Ehren Tygel / mit waſſer ſieden / vnd in Halß gieſſen / vnd das Roß ruhen laſſen. Von berſtopffungen der Roff. Ann ein Roſſz verſtopffung indem Leib hat / ſo erkennet man ſolches durch dieſe zeichen, A6 Es recket den Schwantz indie hoͤhe / vnd die Noßloͤcher ſte⸗ > : REN hen jm weyt offen / ſtrampffelt mit den Fuͤſſen / vnd reucht biß⸗ Dvveilen an den Koth / vnd ander Buͤge bricht jm der Schweiß auß / vnd die fördern Schenckel zittern jm / vnd henget das Männliche Glied herauß / vnd ſtellet ſich gleich / als wolte es ſtallen / vnnd weltzet ſich auch biß⸗ weilen. Solche beſchwerung pfleget den Roſſen gemeinigklich zu widerfahren / wañ jnen der Maſtdarm verſtuͤrtzet / oder ſonſt verſtopffet iſt / amit der koth nicht herauß kommen mag. Es wirdt aber demſelbigen raht geſchaffet fo man Wein ein halb Noͤ⸗ D EN y) —* 2 ſel / mit neun vntzen Baͤumoͤle vermiſchet / dem Roſſz inden Half hinein geuſ⸗ ſet / vnd offt hin vnd wider reyttet / vnnd gruͤn Graß zufreſſen / vnd Salniter vnter das Trincken vermenget / zu ſauffen gibet / vnnd ſoll es / ſonderlich den erſten Tag / an dem weltzen nicht hindern / dann dieſe Kranckheyt iſt ſehr ge⸗ faͤhrlich. | - Item / es iſt auch gut / daß man demſelbẽ Opopanax / in weiſſem Wein zutrieben / in das lincke Naßloch geuſſet / vnnd Weitzen Meel / mit laulichtem waſſer / in den Halßffloͤſſet. | | Defgleichen pflegen auch etliche einem Diener die Handt mit oͤle zubes ſchmieren / vnd inden Hindern zu greiffen/ond den Koth herauß ziehen zu laſ⸗ ſen / vnd da ſolches geſchehen / ſo pflegen die Roß auch bald zu ſtallen. Von dem Blucfluß der Roſſz/ welcher nach er⸗ obſſffenung der Adern folget. 7 aa} Olche Blucfluͤß pflegẽ den Roſſen gemeinig—⸗ (Sy Rs 78 lich imLentzen zu widerfahren / wañ fie erftlich/nach dem duͤr⸗ ren / grünes Öraß mit groffer begierde freſſen / ſo ſondert ſich WA der Enter/ond das boͤſe Blut / von a Pe * vi ic H Bon Artzeney ficherfitich Fell vnd Fleiſch / an den Ruͤcken / vnnd dringet als dann durch Die Schweißloͤcher herauß / vnd dardurch werden alle boͤſe feuchtigkeyten / vnnd vberfluͤſſigkeyten mit hinweg getrieben / vnd der gantze Leib gereyniget vnnd gekraͤfftigte. — Be: Derpalbenfollmandazumahl dem Thier an keinem andern Glied zur Ader / noch Blut hinweg laſſen / dañ es würden dieböfen feuchten / swelche Die Natur hinweg treibet / wider zurück gezogen / vnd dardurch kranckheiten ver⸗ vrſachet / ſonder man ſol dieſelbige mit gruͤnem Graß / vnd grüner ſath wol er⸗ quicken / Dann dardurch werden vollends alle ſchaͤdliche vberfluͤſſigkeiten / durch den Blutgang / deſto ehe hinweg getrieben. | Man ſoll aber auch das Roß zur ſelbigen zeit nicht ſtrigeln noch reibenf dann dardurch moͤchten die Schweißloͤcher zugeſchloſſen werden / damit die boͤſen feuchten nicht koͤndten herauß lauffen / vnnd da ſolche verſtopffet / folget die Reude hernach. RS Von dem Grimmen indem Leib / der. N0N5. DEREN en ds Grimmen indem Leib / darmit ein Roſſ⸗ AREA geplaget/erfennet man durch diefe zeichen. ER, ee Ein Kofjlzsielches Grimmen in dem Leib hat / das ſchar⸗ DR veterfilich mit den Fuͤſſen / fellet nider vnnd weiget ſich / vnnd Nwam es ſtehet / ſo kruͤmmet es ſich / wendet dan Kopff gegen dem Bauch / vnd ſchwitzet an dem gantzen Leilbh. N 2 Es weltzet ſich auffder Erden bin ond wider / on fiehet wider auff / vnd drucket hernach den Bauch wider an die Erden / Kruͤmmet ſich / vnd ſeufftzet / vnd die Hoden ſchwitzen jhm / vnnd es ſtellet ſich gleich / als wolte es weynen / recket den Schwantz in die hoͤhe / vnnd kan an keinem orth / fuͤr ſchinertz lang ſtill ſtehen / vnd der Athem / welchen es auß dem Maul vnd Naßloͤchern von ſich blaͤſſet / iſt ſehr hitzig / heldas Maul feſt zu / vnd die Zung iſt gar trucken / vnd rauhe / vnd die Ohren werden wellig / vñ hangen vnterſich / vnd Fan nicht wol ruhen noch ſchlaffen. — ; Derwegen ſol ein Knecht ein Hand mit oͤle ſchmieren / vnd in den Hin⸗ dern greiffen / vnd den Koth heraußsiehen. | Hernach ſol man jhm des Krauts Tauſendt guͤlden / oder Fieber kraut / klein zuſtoſſen / ſo viel man mit vier fingern erhalten kan mit Wein vnnd oͤle / jegkliches zwo vntzen / vermiſchen / vnnd dem Roſſz warm eingieſſen / vnd als bald darauff ſchnell hin vnd wider reytten. | —— Wann aber der Schmertz nicht wilt nachlaſſen / ſo fol man Opspanar oder Neyrrhen / oder Eppich Samen / oder Biſam / oder Scheel Krau/ wel⸗ ches man vnter denen am aller erſten haben kan / oder wo ſolcher feing zur be⸗ 4 fommen / der Pferdt. CLXXII kommen / Menſchen Harm / als warm er gelaſſen / inn den Leib floͤſſen / vnnd hernach das Roſſßz / mit Wein vnd oͤle wol reiben / vnnd dieſelbige auch in den en —e mit warmen Waſſer waͤſchen / vnd Gerſten Meel zu⸗ Maan ſoles auch mit warmen Waſſer waͤſchen / vnd mit Kleydern wol bedecken / vnd follimdarneben Myrrhen / ſechs quintlein vnd zwey Scrupel / in anderthalber Kannen Wein / vnd zweypfundt vnd drey onen Baumoͤle zutrieben / vnd durchgeſeyhet / drey tag nach einander in den Halß gieſſen. Nach dieſem Tranck / ſoll man das Roſſz ſchnell hin vnd wider reytten / doch nicht zu weyt / noch zu lang / noch zu ſehr / vnd wo grüner Eppich vorhan⸗ den / ſol man jhm deffelben viel zu freſſen / vnd warm Waſſer zu fauffengeben/ vond ſo bald es gepferchet / vnd der Koch von jm kommen / ſo ſoll man daſſelbige wider reytten / ſo lang biß es ſchwitzet / vnd ſoll jm darneben geſtoſſenen Kreß⸗ ſamen / mit Waſſer in das lincke Naßloch ſtoſſen / vñ mit Kotzen oder Kleidern wol bedecken / vnd Burgundiſch Hew zu freſſen geben. Item / man ſol jm auch den Koth / welcher ſich zwiſchen die Eyſen / in die fördern Huͤffe geleget / in einer Kañen waſſer zutriben / in den Rachen gieffen/ Oder ſoll im die kleinen ſchrollen Erden / weiche ein Spitz / oder Schurmauß vergraben / einfloͤſſen. Re ARE Es hilfft auch gar wol / fo man entweder warn Meer oder Saltz waſ⸗ fer /in welchen die Welſchen Heydelbeer / Baccæ myrti genandt / oder wilder Rofamarein Bletter / oder Gaͤrtheyl geſotten / oder aber bitter Randel / mit Wein vermiſchet / oder die Schalẽ von Granataͤpffeln / mit waſſer oder Sat niter geſtoſſen / mit warmẽ Wein / durch ein Griftier/ in den Hindern oder zum Halß hinein geuſſet. — | | N Vber das ſoll man ſich auch befleiffen / daß man dem Roß vier Eyerin dem Maul zubreche / vnd alſo mit den Schalen verſchlingen laſſe. | Wan auch ein Roß das Grimmen fehrhefftig plaget / vñ im Leib vers ſtopffet / vñ den Koth / ohn groſſen zwang / nicht fan von ſich bringẽ / ſo ſchlegt es den Schwantz vmb die Beyn / vñ leget ſich auffden Bauch / Darumb von noͤten / daß man im wilden Rautenſamẽ / in einem halbẽ Noͤſel Wein eingebe. Item / es find auch in ſolchem fall gar gut / ſo man nimpt zehen geſtoſſe⸗ ne Zwibeln / duͤrre Feigen ein loth / Salniter ein Scrupel / Taubenmiſt vier Scrupel / vnd vermiſchet fie wol vnter einander / vñ machet zwey lange Stul⸗ zaͤpflein darauß / vnd ſtecket ſie in den Maſtdarm. — Oder ſo man jhm Myrrhen / oder das duͤnne Hartz / Styrax liquida ge⸗ nandt / mit ein wenig Honig vñ Baumoͤle vermiſchet / in den Rachen geuſſet. Daauch die noth ſolchs erfordert / ſo ſol man ein Knecht / mit beſchmir⸗ ter Handt / laſſen in den Hindern greiffen / vnd den Koth herauß ziehen. Da aber auch ſolchen das Grimmen nicht will nachlaſſen / ſo ſoll man folgende Artzeney brauchen. Rec. RR Bon Artzeney Rec. Kramkuͤmmelein halb loth / Rauttenſamen ein quintlein / Opopana⸗ cis einer Bonen groß / Teuffels koth einer halben Bonen groß / Wein cin Noͤ⸗ ſel / vnreiff Baumoͤl / ſo viel dich deucht gnug ſein / vñ geuß ſolche vermiſchung dem Roſſz drey tag nach einander in den Halß / vnnd enthalt daſſelb vonder Gerſt vnd anderm harten Futter. ETUI. SHHRRT, Man ſol auch behungen brauchen welche die Wind zutheylen vnd zus treiben / darumb ſol man den gangen Leib / wol mit Wein vnd oͤle begieſſen / vñ mit der Handt hinein reiben / vnd fol jm darneben das Hartz / Styrax genañt / Wein / oͤ vnd ſterlucey / in den Rachen gieſen. Oder Lauchſafft mit Wein vnd oͤle / oder Wein vnd oͤle allein / durch ein Criſtier hinden in den Leib eingeben / vnd mit der Handt den Koth herauß zie⸗ hen / vnd die Blaß allgemach vnd lindt angreiffen / vnd Eruen / oder Habern mit Eruen vermiſcht / zu freflen/ond warm waſſer zu ſauffen geben. | Bon der Blehung der Daͤrmer / in den Roſſen. Olche beſchwerung hat darvon jhr ankunfft / RE wann cin Roſß alt/ verlegen/ vngewont Futter friſſet / vnd daſ⸗ GE = ſelbig verdauwet / vñ doch einen kurtzen Athen end viel Wind yo indem Leib darvon vberkommet / vnd verſtopffet wirdt / daß es den harten Koth / oder je wenig auff einmahl kan von ſich brin⸗ gen / vnd der gantze Leib von den Winden donet vnd bauſſet. Darumb man mit einem kleinen Boͤrer / mitten durch das Bruſtbeyn ſol ein loch hinein boren / damit die windt herauß kommen moͤgen. Erlichenemendes außgebreſten ſaffts von wilden Kuͤrbſen / drey halbe Naͤſel / vnd gleich ſo oiel Wein / Salniter dritthalb loth vnnd zwo Scrupel / 5 neun Vnßzen / vnd gieſſen ſolches dem Roſſz / durch ein Kriſtier / in den Leib. Wir haben aber dieſes nachfolgendes mittel gebrauchet. Rec. Tauben oder Huͤner Miſt / ein gute Handvoll / zutreib ſolche mit Wein vnd ein wenig Salniter / vnnd geuß es dem Roſſ / durch ein Griftier/inden Hindern. Item / wir haben auch das Futter in Wein geweichet / vnd Wein in dem Trincken zu ſauffen geben / vnd haben darneben beſohlen / ſolches ruhen zu laſſen / vnd einwenig bißweilen fort zu reytten / vnd daß man daſſelbige mit Wein vnd oͤle / den Haren nach / wol reiben ſolt. Deßgleichen iſt auch gut / daß man dem Roſſz / wañ es die notturfft er⸗ fordert / an dem Schwantz / etwan ein quer Handt von dem Maſidarm / eine Ader ſchlag / vnd Blut herauß laſſe. Item / etlichen Roſſen / wann fie von den Winden indem Bauch hart geplaget werden / ſtehen die Naßloͤcher weyt offen / koͤnnen ſchwerlich Athem holen / der Pferde, CERRIU holen / vnnd in dem ſie den Athem zu fich ziehen fo fügen fich die Lenden / vnd der Bauch gar an einander / Vñ da ſie duͤrr Sutter freſſen / ſo wird der ſchmer⸗ tze nur deſto groͤſſer / vnd gemehret / derhalben kan man ſolche blehung vertrei⸗ Pa un dem Roſſz nichts / oder gar wenig zu ſauffen / vnnd grün Graß zu eſſen gibet. | Von verwundung ond beſchedigung der Bruſt / der Roſß. RD ein Roſß von einem ſpitzigen Eyſen / oder auß andern vrſachen ein Wunde in die Bruſt empfangen / ſo ſoll man ſolche alſo heylen. Erſtlich / ſoll man dieſelbige mit ẽ einem ſtarcken Leynen oder Henffen Fadẽ durch die Haut bey⸗ ver Lippen gezogen / hefften / vnnd ſoll fehslein von Wollen / in Wein vnd oͤle getuncket / darein legen / vnd die hefft feſt zuziehen / vnnd zubin⸗ den / vnd nach dreyen Tagen / ſol man ſolche wider aufflöfen/ / vnnd den Scha⸗ den mit viel Waſſer begieſſen / vnnd dieſes ſoll man hernach taͤglich vier Tag nach einander thun / vnd nach verflieſſung derſelbigen / ſol man die Hefft auff⸗ ſchneiden / oder gar auff loͤſen / vnd in die Wundt / der frembden Wirken Meeel / Erui genandt / ſtreuwen / vnd Winter vnnd Sommer mit warmen Waſſer waͤſchen / biß der Schad gar reyn werde / vnd als dann ſol man dieſe Artzeney darein legen / Lipara genandt / biß derſelbige gar wider geheylet iſt. ERS An aber die Bruſt gar durch vnnd durch / vnnd 9 tieff in dem Leib durchſtochen / ſo kan man dem Roffz mit keinerleh Arrtzeney raht ſchaffen / ſondern das Roſßz muß als baldt ſterben / FT Hd kan ben dem Leben nicht erhalten werden / weil die kalte Lufft durch die Wunde zu dem Hertzen gehet / vnnd daſſelbige verletzet. Bißwei⸗ len ſo ſchieſſen auch dem Roſſz / auff der Haut Bleßlein voll windiger Duͤnſt auff / alſo / daß man gaͤntzlich nicht anderſt vermeynet / dann die Ingeweid die ſeindt entzuͤndet / vnd geſchwollen / Darumb iſt gar wol von noͤthen / daß man die Haut / ſampt den Bletterlein / an dreyen orten auff der Bruſt auff⸗ ſchneide / alſo / daß man allweg eines Daumenbreit zwi⸗ ſchen laß / damit die boͤſen Duͤnſt herauß kom⸗ men / vnd ſolches kan man on al⸗ le gefahr thun. x Was Bon Artzeney Mas manbrauchenfol/wanneinemNoffgdae Geſchefft zu weyt onterfich hanget. ae Ann einem Roſſz das Männlich Glied zu wei ld Heraufßfellet/ond folches nicht kan wider zurück zichen‚Sofolt WIEN man cs gegen/ onnd wider die Wellen des Meeres / oder einem Strameines andern Fluſſes reytten / vnd darinn ſtille halten / vnd woldarmit begieſſen. Etliche werffen ſolches vmb / vnd hengen daſſelbig mit den Beynen in die hoͤhe / vnd ſchmieren das Geſchefft mit einem Saͤlblein / von Schweinen Schmaltz / vnd Salniter bereyt / vnd begieſſen ſolches darneben reichlich mit warmen Waſſer / vnd treiben alſo daſſelbig an feinen gebuͤrlichen orth / Aber es were beſſer fo man Meer oder Saltzwaſſer darauff goͤſſe Wir haben aber dieſes mittel gebraucht / weil das Pferdt geſtanden / ſo haben wir das Männlich Glied mit einer kleinen Nadel geſtochen / vnd einen ſcharpffen Eſſig indie wuͤndlein geſprenget / dann alſo wirdt das Männlich Glied / von ſich ſelber wider zuruͤck / vnd in fein gebuͤrlich ſtell gezogen. Gleiche krafft haben auch in dieſem fall die brennende Neſſeln / ſo man ſie darauff reibet / Vnnd auff gleiche weiß / kan man durch ſtechung / mit einer kleinen ſubtilen Nadel / den zu weyt herauß ſtehenden NHoaſtdarm / die Mut⸗ ter / vnd das Geſchefft / in fein gebuͤrlich ort treiben. N Item / ſo das Männlich Glied / zu weyt auß ſeiner Stelle kemmet / vnd derhalben der Harm verhalten wirdt / fo ſol man hm Weyrauch vnd Kram⸗ kuͤmmel / mit Wein vermiſchet / eingieſſen. | Oder folim Sewkoth / mit Weineffigdurch ein Thuch geſeyhet / Oder Opopanacis / oder Liebſtoͤckelwurtzel / ʒwey Scrupel / mit geftoflenem Salni⸗ ter / in den Halß gieſſen. | * Es nutzet auch wol / ſo man demſelbigen wide Rautten / mit wilden vermenget / eingibet / vnd ſolches vertreibet auch das Grimmen in dem Leib. | | Da aber das Roſß darneben nicht zu gar wol Stallen kan / fofolman nichts deſto weniger / dieſe jetztgedachte Neittel darfuͤr gebrauchen / vnnd die ak vnnd Weich / wol mit Wein vnd Baumoͤle / vnter einander gemengt/ waͤſchen. | Wann aber folchenicht helffen fofollman auß geſottenem Honig vnd Saltz / kleine fubtilezäpfleinmachen / vnnd indie Röhre ſtecken / dardurch der Harm lauffet / oder eine lebendige Fliege / oder ein ſtuͤcklein Weyrauch / oder ein Bißlein Knoblach / oder Zäpfflein von Bergwachs / oder Judenleym be⸗ reyt / darein ſtoſſen / Deßgleichen mag man ſolche auch in den Hindern ſte⸗ cken / ſo der Harm das Geſchefft ſehr brennet oder ſchneidet. Was / der Pferöt, xui Was man brauchen fol/ wann einem Roß das Ge⸗ ſchefft geſchwollen / verwundt / von einer Schlangen | wc genſtochen oder gebiſſen / oderfonf be... we | 5 fehädigerworden. Ka | | ERS Imb die Wurgel von wilden Kuͤrbſen / vnnd & 36) Salß, vnd fiede fiein Waſſer / vnd nege einen Schwamb da⸗ 297. % rein/ond behedas Geſchefft damit / vnnd nimb Hernach Bley⸗ weiß / Baumoͤle / Böden Vnſchlet / vnd Eyerweiß / vnd mache En Salbe / vnnd ſchmier es damit / alfo wirdt die geſchwulſt wol ver⸗ gehen. | Wannaberdie geſchwulſt / vonandern orfachen enefpringet/ So ſoll man demſelbigen alſo raht ſchaffen nemlich / manfolldas Geſchefft wol mie warmem Waſſer / darunter Saltz / Kreiden vnd Eſſig vermiſchet / des tages zweymahl waͤſchen / oder mit Toͤpffer Than / oder mit dem außgepreßten ſafft von Wermuth / oder Wuͤtſcherling / welcher fuͤrnemlich in dem Neiſt wach⸗ ſet / oder mit Nachtſchatten ſafft / oder mit Bleyweiß / vnter Waſſer vermen⸗ get / beſchmieren. BE Mi J | Soddas Geſchefft eine hitzige geſchwulſt befommet / So ſoll man das ſelbige mit warmen Waſſer/ darunder ein wenig Salniter vnnd oͤlheffen vermiſchet / behen / vnd ſo die geſchwulſt ſich darvon nicht ſetzet / So ſoll man⸗ zu nechſt neben dem Geſchefft / an den Schenckeln Blut herauß laſſen / vnnd da ſie davon auch nicht vergehet / So ſol man daſſelbige in der mitte brennen, mit einem glůenden Eyſen / doch alſo / daß die Hoden darvon nicht Der) tz get noch verleßet werden. Item / auff die Geſchwulſt der Hoden / ſoll man auch toͤpffer Than/ mit Eſſig vermenget / oder Nachtſchatten in Eſſig gekocht / ſchmieren oder egen / vnd ſol auß dem Maͤñlichen Glied / Blut herauß laſſen / Aber kein kalt waſ⸗ ſer daſſelbige beruͤhren / noch ſauffen laſſen. . Daaber die geſchwulſt darvon nicht vergehet / So ſoll man dieſelbige mit eines Knaben Harm begieſſen / vnd gluͤende Kiſelſtein darunter legen / vñ mit waſſer beſprengen / damit ein heifler Braden an das Geſchefft gehe / vndd wol ſchwitze / vnd ſol hernach ſolches mit warmen waſſer waͤſchen / vnnd mit Baumoͤle ſchmieren. Item / man ſol ſich befleiſſen / daß das Roſſz ein wenig fort gehe / vnd fol Mm Kreiden / mit Kuͤekoth / Kramkuͤmmel / vnnd Waſſer / darunter Weineſſig vermiſchet / darauff ſtrei⸗ chen / biß der ſchmertz vnd die ge⸗ | ſchwulſt nachlaſſe. | ’ — Ton Artzeney 5 Mas man brauchen ſoll / wann einem Roſſz Ey⸗ ter auß dem Geſchefft lauffee. RESh Einen Haußhahn / vnd ein jungen Hundt / vnd ſiede fie zugleich in waſſer / vñ ſeyhe die Bruͤhe durch ein Thuch / vnd thu darzu Judenleym / oder Bergwachs ein quintlein / vnd geuß ſolche dem Roß / neun tag nach einander / in den Rachen. Was man chun ſoll / wann ein Roſſz zubhrochen iſt / oder die Ingeweid in das Geſchefft RR fallen Ic. € Ann follin ſolchem fall /den Sack / darinn die EN. Hoden ſtecken / feſt zudruͤcken / vnnd die Ingeweid zurüc trei⸗ * ben / vnd als dann denſelbigen zu oͤberſt mit einer ſtarcken Na⸗ del vnd Faden durchſtechen / vnd zu rings herumb / feſt zu bin⸗ 159 deny/ond hernach mit Eſſig vnnd Salniter begieſſen / vnnd ſo das Bandt verfaulet iſt / fo ſoll man die Lenden mit kaltem Waſſer begieſſen / vnd den Schaden mit einer einfachen Artzeney / gebuͤrlicher weiß heylen / vnd alſo befeſtigen / daß die Ingeweid nicht wider herauß fallen / biß der Schad gar verheylet iſt. x | Von den Fluͤſſen / welche den Roffen indie Knie fallen. — e Fluͤß/ welche den Roſſen inn die Knie fal⸗ AN a len / koͤnnen nicht duch Schneiden hinweg gebracht werden/ NER EN Dann c8 würde dardurch Das Knie viel falten vnnd runtzeln AR befommeny ond die ſhenigen / welche folche mit glüenden Ey⸗ I (anbrenmen/thunnochmehrfehaden / dann ſie verorfachen/ daß fich die Fluͤß deſto ehe dahin begeben, So wirdt auch die Beuloder Ges ſchwulſt darvon gar freinhart/gleich wie Schwilen. | | Dervegenfollmandiefenachfolgende Sur hierzu brauchen. Man foll der Küglein nemmen / welche die Meerwellen andas Dfer werffen / vnd folldiefelbige zuzauſſen / vnnd fünff tag in waſſer weichen laſſen / vnd darzu thun Kreiden / vnd dem Roſſz zween tag lang vberbinden / vnd den dritten tag wider herab nemmen / vnd wider vberlegen / dann dardurch wirdt die Eyterichte feuchtigkeit verzehret vnd herauß getrieben. Oder ſolnemmen / Eſche auß dem Schmeltzofen / welche ſich an die Wende anleget / ſo man Kupffer machet / vnnd ſoll dieſelbige mit geſottenem — | Honig = E.V ——— der Pferdt. 2. CENSY Honig vermiſchen / vnnd auff ein Leynen Thuch ftreichen/ und darauf legen, Ocder ſol Gerſtenmeel /mit waſſer vermenget / oder vnreiff Feigen / klein zuſtoſſen / mit kaltem waſſer / daruͤber binden / vñ durch dieſe Mittel / kan man den duͤnnen Eyter herauß bringen / dann wo derſelbige lang allda bliebe / wuͤr⸗ de ſich in das Knie hinein begeben / vnd allda ein Vberbeyn oder Leuchten ma⸗ chen / welche man als dañ mit einem weichmachenden Dflafter/von Schweiz nen Schmaltz / vnd andern dingen / welche hernach angezeigt / vertreiben vnd hinweg bringen muͤſte. Da aber ſolcher Eytter / ſich vnterſich indie Schenckel / vnd ſonderlich in die hindern / begebe / ſo würden dieſelbige Hoch auff lauffen / ori geſchwellen / vnd ſo man als dann ein Ader allda lieſſe / ſo wuͤrden mehr boͤſe feuchtigkeiten herzu lauffen. a | Item / man ſoll auch das Roſſz allgemach ſpatziren / und in das waſſer reytten / dann ſolches iſt jm gar gut. | Es vertreibet auch dieſe Arkenen / die hitzige geſchwulſt anden Knien / welche man zurichtet / von Olander / Rhododaphne genandt / Bergwachs oder Judenleym / Salniter / vnnd alt Schweinen Schmaltz / jegkliches ein viertels pfundt / zu hauff vermiſchet. Was man nuͤtzen ſoll / wann einem Roſſz Fluͤſſe | indie Schenckel fallen. EAnn den Roſſen Fluͤß in die Schenckel fallen / — vnd ſie gleich ſpannen / oder an dem gehen verhindern / vnd die Sr INS Serflen hinden auffreffen vnd ſparren / fo foll mandenfelbigen - dem böfen Fuß / tretten laſſen. Dieſer gebrech pfleget den Roſſen gemeinigklich inn dem Wintter zu widerfahren / vnd indem Sommer zuvergehen / vnd die verſchnittenen Roß / pflegen von dieſen Fluͤſſen ſelten / gleich als mit der Kehlſucht / vnd andern ges brechen / ſo auß vberigen böfen Eytterichten feuchten entſpringen / geplaget zu werden. | | Nachfolgende Artzneyen / ſind auch gut dafuͤr zu gebrauchen / wo man x Mi dieſelb RT Von Artzeney dieſelb bey ʒeit vberleget / fuͤrnemlich der frembden Wickenmeel / Erui genañt/ mit Wein oder Honig vermiſchet / vnnd darauff gebunden / vnd gleiche krafft babenauchdiegemablne Bonn. — Item / Schweinskoth / mit wein zutriben / dariũen klein zuſtoſſen Gra nataͤpffel Schalen geſotten / vnd herumb geſchlagen / deßgleichen gepuͤluerte Eich oder Gallaͤpffel / vbergelegt / oder ſo man die geſchwulſt mit oͤlheffen / vñ ſaurem warmen Wein behet / vñ hierzu dienet auch Die wurtzel des krauts Ha- ſtulæ regiæ, in waſſer geſotten / oder wo man dieſelb mit ſaltz / oͤl vñ honig reibt. Es ſind aber der gebrechẽ /welche nach den Fluͤſſen / ſo in die Schenckel fallen / zu folgen pflegen / fuͤrnemlich dreyerley / Nemlich / Einer davon wir ſetzt geredet / Der andere / dardurch die Huͤfe ſich in die hoͤhe begeben/ inn welchen von noͤten / daß man dieſelb vberſich ſchrepffe / damit ſie nicht gar vertretten / vnd zu ſchanden gemacht werden / Der dritte / wann die Huͤfe gar zubrechen / welche beſchwerung den alten Roſſen zu widerfahren pfleget. Die Roß werden aber fuͤrnemlich mit gedachten Fluͤſſen angefochten / welcher Maulſtets voller Speicheliſt / vnnd das Futter damit befeuchten / wann ſie freſſen. Item / die alten / welche lang leben / wiewol ſolche auch die junge bißweilen plagen / aber viel ſeltner als die ander. PR Eines andern meynung /der Zeichen vnd Cur der Fluͤſſe welche inein Schenckelgefallen. SE — AO = N Dee AN Te = * N II Ss: = — — — — — — 7 SR — EHEN —— — =. h — —— / DPF N > u 2 — 7 — 7 — Kae } RN NN | M Ä HA H = Eier DE der Pferdtt. CERRVI Rſtlich geſchwellen die Knie / vnd die gantzen / 2 darauff greiffet / ſo brellet die geſchwulſt gerad herwider. Darumb ſo die Fluͤß in die hindern Schenckel gefallen / ſo ſol man dieſelbige mit runden gluͤenden Eyſen brennen / vnnd ſoll innwendig des Gelencks / bey der Knieſcheiben / fuͤnff Brandtſchaͤden / vñ außwendig dieſelbige breytter machen. | | Wannaber die geſchwulſt vornen andem Knie iſt / ſo ſol man diefelbige Creutzweiß / wie ein Gegitter breñen / vnd bernachden Brandtſchaden / gleich wie andere heylen. Item / ſo den Roſſen Fluͤß inn die Schenckel fallen / ſo iſt bequeme / daß man dieſelbige mit glenden Eyſen brenne / vnd hernach den Brandtſchaden auff dieſe weiß heylen. Erſtlich / ſol man einen Schwam / in Eſſig vnd Teuffelskoth getuncket / darauff legen / vnd den andern tag dieſes Saͤlblein / welches den dicken vnd ze⸗ hen Schleim herauß zeucht / darauff ſchmieren / vnd wirdt alſo bereytet. Rec. Ammoniaci vnd Gummi Arabiti / jegkliches eines ſo viel als des an⸗ dern / zutreib vnd vermiſche ſie wol vnter einander / mit ſcharpffem Weineſſig / ond ſetze ſie an die Sonne / biß ein Saͤlblein darauß werde, Die neuwen Fluůß aber / kan man wol ohne gluͤende Eyſen / alſo hinweg brennen. | | Rec. Rofamarin/Salbanü/iegkliches ein halb pfundt / Hark zwey pfund / guten feißten Weyrauch acht ungen / Salniter ein halb pfundt / Saltz ander thalb pfundt / ſtoß ſolche alle klein / vnd thue darzu Eſſig / vnnd laß ſie mit ein⸗ ander ſieden / biß ein duͤnnes Pflaſter darauß werde / vnd lege ſolches warm / drey tag lang / vber die geſchwulſt. Oder nimb Judenleym / oder Bergwachs / Senffſamen / Olander / Rhododaphne genandt / jegkliches ein pfund / miſch darzu Schweinẽ ſchmaltz / vnd ſchmier es auff das Knie. Oder nimb die Wurtzel des Krauts Hahnenfuß / frembde Wicken/ Erui ee Schweinen Schmalß/ ond fiharpffen Eſſig / vnnd lege es darauff. | Oder nimb Senff /Kreß / Feigen / jegkliches ein halb pfundt / Saltz zwo vntzen / al Schweinen Schmaltz ein pfundt / Eſſig fo viel def ſelbigen gnug iſt / vermiſche ſie zuhauff / vnd brauch dieſelbige / wann es die notturfft erfordert. Was Schenckellauffen auff / vnd donen / vñ ſo man mit der Hand Bon Artzeney Er Be Was man brauchen ſoll / wañ ein Roß hitzige geſchwulſt / vnd Leuchten vberkommet / vnd die Glieder auß — den Gelencken kommen. 7— alt mit Honig bermiſchet/ berſtellet alle Fuß. * Wannaber ein hitzige geſchwulſt vorhanden / vnd noch neuwe RR, / So ſolman dieſelbige auffſthneiden / vnnd mit einen glůen · RR den Eyſen / welches zuvor in kalt Waſſer getuncket / reynigen / darnach einen Schwamin Eſſig getuncket / vier tag lang darauff legen / vnd auff den fuͤnfften tag / follman Gerſten Meel / mit waſſer vermenget / darein ſchmieren / biß der Schade wider geheylet / vnnd ſoll auch die geſtoſſenen Rin⸗ de / von einem Granatapffel / mit dem Safft Lycio vermiſchet / in den holen Schaden legen. | | | —— Wanmn aber ein hitzige geſchwulſt / oder cin Leuchten vorhanden / darin⸗ nen eine zehe feuchtigkeit ſtecket / welche dem Honig gleich ſihet / So ſoll man nemmen warme Eſch ein vntz / vnnd gleich ſo viel vngeleſchten Kalch / vnd ſoll dieſelbige vnter Wein vnd Honig vermiſchen / vnd auff den Schaden ſchmie⸗ ren / ehe ſie duͤrr oder hart werden / vnd durch dieſes mittel / kanſtu die neuwen Beulen vnd geſchwulſten vertreiben / Welche aber alt ſind / die folman gleich? wie andere / mit gluͤenden Eyſen hinweg bringen. Da auch dieſer gebrech / ſein ankunfft von groſſer Arbeyt hat / und ſon⸗ derlich / wann das Roß auff einem ſcharpffen vnd ſteinichten weg vbermuͤhet / oder mit groſſerLaſt beſchweret worden / So iſt nuͤtzlich / daß man nemme O⸗ lander / Rhododaphne genandt / Judenleym / Salniter / Schweinen ſchmaltz / jegkliches ein viertels pfundt / zuhauff vermiſchet / darauff geſtrichen. So auch ein Eytericht geſchwuͤr / oder ſonſt Leuchtẽ / voller boͤſer feuch⸗ tigkeiten ſtecken / fo ſoll man dieſelbige mit einer Eyſern Flietten eroͤffenen / vnd hernach dieſe Salb darzu brauchen. Rec. Rindernſchmaltz / oder Vnſchlet / Galbani / Bdellij / weiſſen Pfeffer / Ammoniaci / jegkliches ein viertels pfundts / kleine ſtuͤcklein Weyrauch / vier vntzen / Lorbern ein Vntz / vermiſche fie vnter einander / biß ein Salb darauß werde / vnd heyle damit dieſe vnd andere Wunden / vnd hierzu dienet auch die wurtzel / von dem Schweinsbrodt / zu Eſch gebrandt / vnnd mit Eruen Meel / Honig vnd Eſſig vermiſchet / vnd vbergelegt. | Wann aber die Wund tieffer inden Leib gehet / als die krafft / gedachter Artzeneyen / dahin kommen mag / ſo follman Meyſel mit Roͤthe / welche vnter Honig vermenget / beſchmieren / darein ſtecken / vnnd hernach ein Thuͤchlein / oder einen Schwam / inn Waſſer / darunder Eſſig vermiſchet / darauff legen / vnd etliche die halten darfuͤr / daß es genug ſey / wann man nur klein zuſtoſſene Eych oder Gallaͤpffel / oder ſafft von Andorn / mit Kienruß darein lege. Item / — der Pferdt. CERRVU ¶ Item / ſo jemandt gefellet eine Cur zugebrauchen 7 daß man die Ges ſchwulſt ohne Eyſen eroͤffene / So ſoll derſelbige nemmen Senff / Steinſaltz / jegkliches vier Scrupel / Kreßſamen / Weineſſig / jegkliches zwey Strupel / alt Schweinen Schmaltz / anderthalb pfundt / ſtoß die harten gar klein / vnd miſche ſie alle vnter einander / vnd ſchmier ſolches auff ein Thuch / vnd lege es drey Tage lang auff die Geſchwulſt / vnnd fo man dieſes Pflaſter bat hinweg genommen / ſo ſol man einen Schwam mit Teuffelskoth gar wol beſtreichen/ * den Schaden darmit wol reiben / ſo werden die Brandtruffen darvon abfallen. * Ess ſind auch etliche / welche Hewbluͤmlein zu Puluer gebrandt / mit Waſſer / darunter Weineſſig gegoſſen / vermiſchen / vnnd fo lange vberlegen / biß die hitzige Geſchwulſt / ſich ſetzet vnd vergehet / vnd als dann legen ſie ge⸗ ſtoſſenen Knoblach darauff. MN, Nachfolgende ift auch ein gewiſſe vnnd offe bewerte Artzeney / zu dei Gliedern / welche auf jrem Glenck kommen oder von waͤſſeriger geſchwulſt / ſehr pauſſen oder donen. m R Rec. Bitter Aloe / Weyrauch / vnd deſſelben kleine ſtuͤcklein / welche ſich auf dem weg mit den Rinden vermiſcht haben / Bech / alle klein zuſtoſſen / vnd thu darzu Weitzen Meel / vnd Eyerweiß / ſo viel deſſelbigen gnug iſt / ein Saͤlblein darauß zu machen / vnd lege ſolches auff das Glenck / vnd binde es wol zu / vñ loͤſe es in etlichen Tagen wider auff / vnd leg daſſelbige fo lang daruͤber / biß der Schade geheylet / vnd die geſchwulſt vergangee. — Wañ aber das Knie ein hitzige geſchwulſt bekom̃en fo nimb Wachs/ Judenleym / lebendigen Schwebel / eines ſo viel als des andern / vnnd zulaß dieſelb / vnd ſchmier fie als warm auff das Knie / vñ binde oben darauff Kley⸗ en / mit Eſſig vermiſchet. * | — Da auch die harten Spanadern vnd Bande / an den foͤrdern Schen⸗ ckeln / oder ſonſt Vberbeyn / oder harte Leuchten / den Roſſen weit herauß ſte⸗ hen / ſo iſt von noͤthen / daß man dieſelbige brenne. — Sooaber die Glieder verrencket / vñ auß jrem Glenck / vnd natuͤrlichen ſtelle kommen ſein / ſo iſt von noͤten / daß man Blut herauß laſſe / vnd die Glie⸗ der wider einrichte / vnd wol reibe / vnd hernach dieſe Artzeney brauche. Rec. Baumoͤle mit Weineſſig vermiſchet / vnnd tunck eine Wolle darein / vnd lege ſolche vier tag lang auff das Gelenck / doch ſoll man dieſelbige taͤglich verneuwern / vnd wider eintuncken. | 7 Hernachmahls ſol man die Öelenek/ mit diefer oder andern warmma⸗ chenden Artzeney / erwaͤrmen vnd bekraͤfftigen. — Rec. Rheingelaſſenen Senffeinpfundt, Galbani cin viertels pfund / vnd gleich ſo viel Hirſchmarck / Eſſig ſo viel dich deucht gnug ſin. Da auch einem Roß ein Fluß in die Schenckel feitet/fo geſchwellen im die Knie / vnd hincket / vnd wann derſelb in die hindern Schenckel NE N) o ſo 3 Son Artzeney fo ſoll man die Haut mit runden gluͤenden Eyſen / inwendig bey — an fuͤnffd oͤrtern auff brennen / vnd außwendig etwas breyter. Da aber der Fluß in die fördern Schenckel fellet / ſo follinanonter dene, Knie / creutzweiß wie ein Segitterydieghienden Eyſen daran halten vnd ſoll als dann die Brandtſchaͤden / gleich wie andere heyſen. Wann aber die Spanadern vnd Bande / gar vber die maß zu dick wer⸗ den / ſo folman geſtoſſen Foenum grecum, mit Feigen vnnd Wein vermiſchet /⸗ drey tag nach einander / darauff legen / vnd nach dreyen tagen / ſoll man ſolche wider abnemmen. So aber bey dem Knie / oder ſonſt an den Schenckeln / auß langwiriger Reiß / oder vielfeltigem geſchwinden rennen / ein hitzige Geſchwulſt entſprin⸗ ger iſt gar nuͤtzlich / daß man die ſchadhafftige Glieder / wol mit falten Safler waſche/ oder das Roſſz in einem flieſſenden waſſer⸗ gegen dem ſtram reytte / vnd hernach einen Schwam / welcher in Eſſig vnd Wein / der biß auff die helfft hat eingeſotten / vnd in welchen Teuffelskoth / vnnd vegamae Schweinen Schmaltz zutrieben / dar über binde, Bon dem Podagra oder Zipperlein der Sof welche DINKED DAL DTO DENE EEE ande werden Be Hs Naul wirdt jhm hitzig vnd der VGoaumbegibet ſich in die hoͤhe. £ ” + Beyde Hoden zittern vnd bedmen / vnnd ein jde beweget ſich ſonderlich. Wa Das Rränntich Glid begibet ſich herauf, — ſcharret mit den Huͤffen / inn dem Stall / den Miſt oder Koch vnter die Fuͤß / weil im dieſelb von groſſer hitz brennen. | Und die Adern / welche vber den Rücken gehẽ / lauffen vnter der Mehn hoch auff / vnd bauſſen. Derwegen folmandemfelben alſo raht ſchaffen. Man ſoll das Roſſz nicht ligen nochr uhen laſſen / ſondern — bin vnd wider fuͤhren / oder reytten / biß him der Schweiß außbricht / vnd ſoil ſolches darneben wol ſtrigeln vnnd reiben / vnnd hm hernach an dem Gaum doch nicht zuviel / Blut herauß laſſen. Deßgleichen ſol man jm / nach ſiben tagen / auff den hindern vnnd fürs dern Schenefeln/onder dem Knie / nahendt beyden Feſſeln / Adern fchlagen/ vnd abermals nicht oberfläffig Blut herauß flieſſen laſſen. Idtem / man ſol auch demſelben warn Waſſer / darunter Salniter / vnd reyn Weißen Neel vermiſchet/zu ſauffen geben, Es hilfft der Pferdt: CLXXVIII Es hilfft auch wol/ſo man folchen Chamillen Blumen / ein Hand soil, mit den kleinen ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg / mit den finden zu hauff vermenget haben / ein halb pfund / vnter ein vermiſcht / in die Naß⸗ loͤcher / drey tag nach einander geuſſet. Oder gleicher geftalt/ klein zuſtoſſene Rinden von dem Ilmen Baum / mit Wein hinein ſpruͤtzet. | Oder die geſottene Brühe von Mangolt oder weiß Koͤl / in wafler ge⸗ kocht / darunder ein halb pfundt Baumoͤle vermenget / indie Naßloͤcher geuſ⸗ ke / ER. ſolche iſt auchdisaller befie Artzeney darzu / die wir auch felbeft ge⸗ rauchet. | Vns gefellet auch fehr wol / daß der Leib durch gebuͤrliche Durgierende Artzeneyen / wol gereyniget werde / Dann ſo der Leib gereyniget iſt / ſo koͤnnen es Fluͤſſe dem Roſſz keinen weitern ſchaden zufügen / noch indie Schenkel - allen, | Nach gebrauchten Durgierenden Artzneyẽ / ſol man Chamillen blumen ein halb pfund / mit einem halben Noͤſel Rheynfall / oder anderm ſuͤſſen Wein vermenget / in die Naßloͤcher ſtecken / vnd dem Roſſßz grün Graß / oder wo ſol⸗ ches der zeit halben nicht vorhanden / Heuw mit Salniter beſprenget / fuͤrge⸗ ben, Doch were das grüne Graß am beſten / vnnd da die Kranckheit darvon nicht vergehet / ſo ſohan dem Roſß die Hoden außſchneiden / oder Caſtriren / vnd alſo wirdt es darvon erlediget vnd geſundt. Item / es ſtillet auch den Schmertzen in dem Zipperlein / dieſe nachfol⸗ gende Artzeney. Rec. Terpentin / oder Fichten Hartz / Loroͤle / Wachs / Salniter / Rindern Vnſchlet / Ammoniaci / Myrten oͤle / Violen wurtzel oͤle/ jegkliches ein pfund / gemein Baumoͤle ein halb pfundt / Wein ein Kanne / Bibergeil / des duͤnnen wolriechenden Hartz / Styracis / Pfeffer/ jegkliches zwey loth / Hirſchmarck / Feldtkirchner Galgant / jegkliches ein viertels pfundt / Quendel / Pfirſching⸗ bletter / Leinſamen / Salbey / jegkliches vier Vntzen / Opopanacis / Galbani / lebendigen Schwebel / Maioran / Bdellij / ai ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auffdem Weg / mit den Rinden vermſchet haben / jegkliches vier loth / ole von Rheinweiden / Oleum Cyprinum genandt / zu hauff vermiſchet / vnd ſolche Artzeney ſol man brauchen / wann es die notturfft erfordert. Wanſol auch nemmen / Ochſen Blut fuͤnff Vntzen / Weyrauch schen quintlein / Saltz ein quintlein / vñ ſolche alle klein zuſtoſſen / in einem halben Noͤſel Wein zutreiben / und dem Roſſz in das lincke Naß⸗ (och gieſſen. 9. Was | Kon Arbeiten = 3 Was man chun ſoll / wann die Milben den Roffen die Haar freſſen / vnd —— werden. N) ; } A LU H Y 5 u \ 5 WW: 2 = S z 7 4 >“ U nn E = >= a) UST EN 2 j HERE HIN 1) 6 — PO die Milben die Haar indem Schwantz freſ⸗ ſen / oder ſonſt allda außgehen / oder außfallen / So ſol man die⸗ Iſelhige mit Harm waͤſchen / oder ſol klein zuſtoſſen Alaun / vnter Wein vnd oͤle vermiſchet / darauff gieſſen. Man faget auch / ſo man Hundts oder Fuchsſchmaltz darauff ſchmie⸗ ret / So ſol ſolches gar — ——— ſein. | Item / es wirdt auch ſehr nuͤtzlich die Eybiſch wurkelin Waſſer geſot⸗ ten / vnd mit derſelbigen Bruͤhe / der Schwantz vnd Mehne gewaͤſchen / vnd mit flacher Handt wol hinein gerieben / vnd ſolche verhindern / daß die Haar nicht außfallen mögen / vnnd woman die Haar / zuvor che fie außfallen / da⸗ mit beftreichet/fo wachfen Diefelbige viellenger / wie es die erfahrenheit bezeu⸗ get / vnd wo die Haut gleich kal worden / vnnd die Haar gar find aufgefallen ſo wirdt doch dieſelbige darvon mit Haaren wider außgefuͤllet / vnd ſolche Ars tzeney / kan man auch in den MNenſchen / vnd in Manns vnnd Weibs Perſo⸗ nen / fuͤr das Haar auffallen brauchen / dann ſie macht daß auch an den falen glatzen / dicke Haar wachſen. Wann | der Dferöt. CLXXIX Wann aber vnter dem Schopff / oder vnter der Mehne / ein Eyterichte Geſchwuͤr / oder offener Schaden vorhanden / ſo ſoll man derſelben Haar ab⸗ ſchneiden / vñ klein geſtoſſenen Salniter darein ſtreuwen / darnach mit Wein wol anßwaͤſchen / vnd ein Wundtſaͤlblein / fuͤnff tag lang / darauff ſchmieren / vnd ſol als dann auff den ſechſten tag den Schaden mit Waſſer außſpuͤlen / vnd wider ein duͤnne Artzeney darein legen / Vnnd da auch an dem Schwantz ein Geſchwuͤr vorhanden / So folman gleicher geſtalt / gedachte mittel brau⸗ chen / biß der Schade wider geheylet werde. I dtem / ſo die Haar auß dem Schwantz außfallen / fo ſoll man denſelben erſtlich wol kemmen vnnd abtrucknen / darnach mit Harm wol waͤſchen / vnd endtlich mit einer Bruͤhe / darinnen Bappeln / Eybiſch vnnd Koͤlſafft geſot⸗ ten / vnnd bißweilen auch mit Wein wol waͤſchen / dann dardurch weiden Die Haar befeſtiget. | Es find auch etliche, welche den Schwang mit Fuchsſchmaltz ſchmie⸗ ren / wann ſie jhn zuvor haben wol getrucknet / oder abgewiſchet / vnnd fagen/ daß darvon die Haar ſollen dick wachſen / vnnd die kalen Glatzen / wider mit Haaren außgefuͤllet werden. Da jemand will / daß die Haar an dem ſchopff / Mehn vñ Schwantz / ſollen lenger wachſen / So ſol man dieſelbige mit eines jungen Knaben Harm waſchen / vñ hernach nemmen Lauch von Kalch / Bleyweiß / vnd Silberglet / klein zuſtoſſen / vnd fol ſolche allzumahl / wol in Waſſer laſſen ſieden / vñ brau⸗ chen / ſo werden die Haar gar ſchoͤn vnd lang wachfen. Das außfallen der Haar / ſtillet die Eſch / von dem frembden Egypti⸗ ſchen Kraut Papyrus genandt / mit Buttern vermiſchet / vnnd darauff ge⸗ 2. / vnnd folche wirde onterdie ſterckſten vnnd Erefftigfien Artzeneyen gerechnet. wre Wann aber jemandt will daßdie Haar vorder zeit / vnnd baldtlang wachſen / und sunemmen / Sofollmanein Schildtkroͤth / mit Weinreben Holtz / zu Eſch brennen / vnd dieſelbige in einen neuwen Topff thun / vnd darzu rohen Alaun / ein viertels pfundt / vnd Hirſchemnarck / vnd Wein / ſo viel dich deuchte genug ſein / vermiſthen / vnnd die Ha⸗ tag nach einander darmit beſtreichen. | Item die Eſch vongebrandten Seigbonen / oderdag suftoffene Puluer vonden Hülfen oder Schotten darinn die Bonen wachſen / hilfft daß auf den falen Glatzen wider Haarwachſen / wann man dieſelbige darauff ſtreu⸗ wet / vnd wol hinein reibet. Gleiche krafft vnd wirckung hat auch die Spitanardi / wo man dieſel⸗ bige / ſampt den kleinen Roſiniken / zuſtoſſen / in Weineſſig ſie⸗ det / vnd allzeit warm gemacht / die kalen Glatzen darmit ſchmieret vnd wol reibet. vi Mas Bon Argeneh . Was man brauchen ſol / wann ein Roß mit den Schwantz ſehr hin vnd wider pertzelt. age Ann ein Roſß ſehr vnd offt hin vnd wider mit 9 dem Schwan wedelt / So ſoll man jhm denſelbigen alſo ab⸗ SER ſchlagen / Nemlich / man ſoll das euſſerſte Glied des Beynes / gegen dem Ruͤckgrad zu / in der mit eutzwen ſchneiden / doch al⸗ ſo / daß man nicht das Gelenck treffe / vnnd allda abloͤſe / vnnd wann die Wundt recht wider geheylet worden / ſo waͤchſet ein ſchoͤnerer vnd lengerer Schwantz hernach / als der vorige geweſen / dañ die Roſſz / welche al⸗ ſo mit dem Schwantz pertzeln oder wedeln / pfleget man gemeiniglich / als vn⸗ tuͤchtige zuverwerffen. Es werden auch die Haar in dem Schwantz erhalten / daß ſie nit auß⸗ fallen / wo man denſelbigen taͤglich mit einer Bruͤhe waͤſchet / dariñen Foenum Græcum, vnd Leinſamen geſotten iſt. yo Item / es erbelt auch die außfallende Haar die Eſch / von einem ges brandten Hundtskopff / mit Buttern vermiſchet / vnd darauff geſchmieret. Was man nuͤtzen ſoll / daß auff den Narben / welche nach einem offenẽ Schaden hinderſtellig bleiben / Haar wachſen / wel⸗ che den andern an der farb gleich ſindt / Item / wie man die na⸗ tuͤrliche farb / in einem jeden Roſſz / in ein ande⸗ re verwandeln moͤchte. Ay 2) IS EC. Gerften Meel / drey pfundt / vnnd mach Ss = \ OK si TFoeſ 7617152 | 19 el nit Waſſer einen Teig darauß / vnnd thu darzu ſelbs wach⸗ 0 fenden Salniter / vnd formier ein Brodt / das ſchieß in einen 7 eo FAN 9 Backofen / vnnd laß es alſo lang darinnen ſtehen / biß es zu NS Dulnerverbrandt/bernachzuftoßfolchesgor klein / vnd ver⸗ — — menge darzu Baumoͤle / vnnd ſchmier es auff die Narben / zwentzig Tag lang nach ing ’ alfo werden Haar darauff wachſen / gleich wie die andern. | | I Oder nimbdie Efih von dem kraut / Staͤbe / welchs etliche onfere Sca⸗ bioſen zu ſein vermeinen / vnnd vermiſche ſolche wol mit oͤle / vnnd ſchmier die ſchwartzen Roſſz darmit. | | Item / den gelben vnnd rohten Roffen aber/follman zudem geſtoſſenen Puluer des KrautsStäbe/ Bernfihmalg/ond gebrandt Ockergelb mifchen/ vnd damit beſtreichen. | Do aber ein Roſſz weiß iſt / So ſoll man fürdas Ockergelb / Bleyweiß nuͤtzen / vnd gleicher geſtalt wie gedacht / darmit ſchmieren / Doch ſol man ſich befleiſſigen / daß man den Schwantz darmit bald im anfang beftreiche/che die Haar herauß fallen. | | | Damit der Pferde. ei #194 Damitaber auch die Haar / auff der Reiß den Roſſen langwachfen/ vnd zunemmen / So ſol man die Eſch / von dem gebrandten kraut Hanenfuß / mit Wein vermiſchet / darauff ſchmieren / vnd fo man will / daß auch auff den Narbẽ wider Haar wachſen / ſo ſol man die Eſch / von gebrandtem Hew / wol darein reib. | | Daauch jemand begert / weiß Haar ſchwartz zu machen / Sofollders ſelbe nemmen / Kupfferwaſſer cin Scrupel / das holß von dem kraut Olander oder Rhododaphne, vier Scrupel / Boͤcken oder Zigen vnſchlet / fo viel deſſel⸗ ben gnug iſt / gedachte ſtuͤck vnter einander zuvermiſchen / vnnd ſoll damit das Roß beſtreichen / ſo wird ein weiſſes / in ein ſchwartzes verwandelt. Wann aber jemand will/daß weiſſe Haar ſollen auß einer andern farb werden / fo ſoll man nemmen der Wurtzel von wilden Kuͤrbſen vier Scrupel / Salniter zwey quintlein vnnd zwo Scrupel / Honig viertzehenthalb Vntz / Baumoͤle neun Vntzen / vnd ſoll ſolche alle vnter einander mengen / vnnd das Glied / welches man will weiß haben / damit beſtreichen / vnd wol hinein rei⸗ ben / ſo wirdt es ſchoͤn weiß werden. Was man chun ſol / wann die Roſſz gar zu ſehr durchfel⸗ Br lig werden / vnd zu dünne ſtuͤl haben. R: . Weiſſen Hundtskoth klein zuftoffen/ mit altem Weinvermifcher/ vnd geuß indem Roß drey taglanginden Halß / dann fo die Roß gar zu vil pferchen / vnd zu duͤnne ſtuͤl haben / fo werden dardurch alle krefft / vnd ſon⸗ derlich die ſchenckel geſchwechet / darumb von noͤten / daß man demſelben auff dieſe weiß raht ſchaffe / damit nicht groͤſſere gefahr darauß erfolge. Maan ſolldas Roß lang laſſen Durſt leyden / vnd hernach Hyſop / vn⸗ gefährlich ein halb pfundt / klein zuſtoſſen / vnter das Waſſer miſchen / vnd ım zu ſauffen geben / vnnd warmes dardurch fein geſundtheit erlanget / So ſoll man jhm auch den erſten tag / Blut bey dem knie / oder an den Schienbeynen herauß laſſen / vnnd ſol ſolche in einen flieſſenden Waſſer / ein halbe ſtund hin vnnd wider reytten / hernach ſoll man gedoͤrrte Bramberſtreucher / zu kleinem Puluer geſtoſſen / in dem trincken um zu ſauffen gen. Oder ſoll ihm dieſen Tranck einfloͤſſen. Rec, Einen Granatapffel / Gerſtenmeel neun vntzen / wolriechendẽ Wein ein halb Nöfel/ond thue gleich fo viel Waſſer darzu / vnd miſche ſie wol vnter einander / vnd geuß jm auff einmahl ein halb Noͤſel in den Rachen. Solchen pfieget auch das gruͤne Graß gemeinigklich zu ſchaden / der⸗ wegẽ ſoll man duͤrres Hew / demſelben fürgeben damit nit der Leib / von wegen der vnreiffen kreuter / Durch» fellig werde / vnd ſonderlich / wañ es zuvor vil duͤnne ſtuͤl hat. Was Bon Artzeney * Was man chun ſol / wann die Spindel in den Schenckeln der Roſſz zubrochen. ET CERFRE Ann die Spindel in den Beynen zubrochen / — N oder zuknoͤrret iſt fofolmandiefelbigealfohenylene, 0% Ey x Rec. Foenum Græcum, vnnd Leynſamen / zu Eleinem Puluer Ge a) 8 geſtoſſen / rnd thue darzu gleich fo viel Gerſten Meel / vnd laß FERNE ficsvolimm Wein fieden/ biß ein dicker Kleiſter darauf werde / darnach waſche das ſchadhafftige Glied wol mit warmen waſſer / vnnd lege dieſen Kleiſter ſiben tag lang darauff. | w —* Wann aber das Beyn darvon nicht wider gantz wirdt / So ſoll man die Haut daruͤber / creutzweiß wie ein Gegitter / mit glüenden Eyſen brennen / Doch ſoll man die gluͤenden Eyſen nicht tieff hinein drucken / weil bald vnter der Haut / kleine ſubtile Neruen ligen. or EN... ſen / vnd mit Baumoͤle vermiſchet / darein fihmieren/ vnnd hernach denſelben wol außtrucknen / vnd Gerſten MNeeldarein ſtreuwen. u Andere legen dieſe le) indenfortkriechenden Schaden, Rec. Groſſe Rofinitendttraußdie Kern genommen / vnd zuſtoß dieſelben wol / vnd lege ſie in den Schaden / alſo lang / biß er wider geheylet / vñ hernach nimb die wurtzel des krauts Haſtulæ regix, in Wein geſotten / vnnd ſtreiche fie auff den Schaden. | | 12 Durch waferlen Mittel / man die harten Haarder Roſſz / welche den Sewboͤrſten gleich ſind / moͤcht hinweg bringen. ae dem Schwantz pflegen offtmahls harte vnnd S 52 karrichte Haar zu wachfenv/gleich wiedie Sewboͤrſten / vnd da ein IE Rof'pamic beladen / ſo reibet es den Schwantz an die Wand / vnd vervrſacht der Pferdt. CLXXXI vervrſacht vielmahls allda einen offenen Schaden Derwegen die not erfor⸗ doert / daß man ſolche harte Haar / reyn herauß ziehe / vnnd hernach Mahen⸗ ſafft / welcher in Weineſſig geweicht / in den Schaden treuffe / doch ſoll derſel⸗ bige zuvor mit Salniter wol geriben / oder beſtreuwet ſein. Von den forckriechenden ſpitzigen Bletterlein / vnd offenen Schaͤden in dem Maul der Roſſz. o Ann fortkriechende Bletterlein / oder offene UNE N Schaͤden / welche die Öriechen Aphras heiſſen / indem Maut oorhanden / ſo gehet ein boͤſer geſtanck darauß / vnd der Spei⸗ SEIFE chelift gar ſchaumig / vnd das Maul brennet jhm gleich von EEE groſſer hitz. Derhalben ſoll man einen Granatapffel / zu klei⸗ en Puluer ſtoſſen / vnd das Mual damit beſtreichen / vnd die Zung ein hal⸗ be ſtundt gebunden / auß dem Naul behalten / vnd mit Waſſer waͤſchen / vnd ſolches alſo lang thun / biß es wider geheylet. | Diefer gebrech pfleget gemeinigklich den Roſſen / in dem Lentzen zu wi⸗ derfahren / wann fie grün Graß freſſen / vnd die Maͤuler derfelbigen/ / darvon ſchadhafftig vnd wund werden / vñ ſolcher gebrechen hat fuͤrnemlich zweyer⸗ ley vnterſcheid. Damm in demeinen / gehet ein boͤſer geruch auß dem Maul vnd ſchlung herauß / ob gleich keine Feule allda vorhanden / welches Cur wir allhie ange⸗ zeiget / nemlich / daß man die Zung ſoll gebunden herauß ziehen / vnd den kopff mit der Halffter entbor binden / vnd den Schaden / mit dem geſtoſſenen Pui⸗ uer von Granataͤpffeln wol reiben / vñ die Zung mit kaltem waſſer waͤſchen / vnd da man damit ſiben tag mit ſolcher Cur anhelt / ſo wirdt das Roß wider fein geſundheit erlangen / welches man dañ darauß erkennen mag / fo kein boͤ⸗ fer geruch mehr auß dem Halß gehet. ann aber in dem Maul / vnd in dem Schlung / Eyterichte / faule / of⸗ fene Schaͤden gegenwertig / So ſol man die Zung mit dem Zuͤgel binden / vnd herauß ziehen / vnd die ſchadhafftigen Glieder / wol mit Honig ſchmieren / vñ ein halbe ſtund alſo haltẽ / damit es hernach mit der Zungen / die Schaͤden le⸗ cke / vnd die ruffen vnd ſtaub / ſo ſich darein geleget / wol hinweg bringe, Hernach ſoll man die Zung wider ergreiffen / vnnd herauß ziehen / vnd das Puluer von einem gedoͤrrten vnd klein zuſtoſſenen Granatapffel / darein ſtreuwen / oder das Puluer von Quitten / oder klein zuſtoſſenen oͤlzweigen / vnd die Zung / widerumb ein halbe ſtund angebundẽ hauſſen behalten / damit ſie wolerkuͤle / vñ ſol als dañ dieſelbe mit Wein waͤſchen / vñ neun tag nach einander taͤglich thun / So werden ſol⸗ che Schaͤden wol heylen. Ns N Mas Son IR Bası man brauchen ſoll / wann ein Roſſz bon ae wegen kranck / oder der Leib von oberfläffigen Winden außge⸗ ſpannet / oder mit langwirigen Bauchfluͤſſen geplaget wirdt. ——äc. Klein vnnd ſubtil Gerſten Meel / mit & KR U Wein vermiſchet / vnd mach darauß Kuͤchlein / vnd ergreiff oie Zung / vnnd ſteck jhm dieſelbige inn den Rachen zuoer⸗ —ſchlingen. SG Daaber an dem orth etwan ein offener Schaden vor⸗ — —ganden/Sonimb Saffaran ein halb auintlein/ onnd vers en bigen vnter ein halbes Noͤſel Waſſer / vnd geuß es dem Roſſzi in den Halß. | ner kennet aber durch diefe zeichen / daß ein Koffsvon muͤdigkeyt wegen / ſchwach vnd kranck fen, Erſtlich kan das Roſſz auff den Fuͤſſen nicht wol ſtehen/ ſonder zittert / vnd henget den Kopff vnterſich / vnd die Ohren werden jhm welligk / vnd die Augen fallen jm tieff hinein / vnd der Kamm ſtarret im / Item / ſo man daſſel⸗ bige mit einem Ruͤhtlein oder Peitſchen ſchmeiſſet / ſo hebet es den Kopffi in die hoͤhe / vnd leſſet jn doch bald wider nider fallen. Derhalben ſoll man ſich vor allen dingen befleiſſigen ‚damitmanibm eingute weiche Strewe mache / vnd Diefelbige hernach mie Wein vnnd oͤle zu hauff vermiſchet / vnnd warm gemacht / waſche / vnnd wolfirigele vnd reibe / vnd letzlich mit warmen waſſer wol abſpuͤle und mit der Hand auff dem Rus cken ſtreiche/ ſchuuere e vnd reibe / vnd mie Kotzen oder Kleidern wol bedecket / in dem Stall ruhen laſſe⸗ Den ihenigen aber / welche von wegen langer Reiß / oder geſchwindem lauffen / der Leib auffgelauffen / vñ donet / follman Wein vnd Waſſer zuhauff vermiſchet / auff einmal ein Noͤſel / ſiben tag lang / täglich in den Rachen gieſ⸗ ſen / ſo wirdt darvon der gebrech vergehen. Wann aber die Lenden ſehr bauſſen / vnnd außgeſpannet ſind / So ſoll man nen keinen Wein einfloͤſſen / ſonder eg iſt genug / daß man jm drey halbe Noͤſel waſſer / darunter ein halb quintlein Saffran zutriben / wo es zuvor wol geſtrigelt vnd geriben iſt / in das lincke Naßloch geuſſet. Es pflegen auch die Roß / offtmahls vil duͤnne ſtuͤl / oder einen Bauch⸗ fluß zu vberkom̃en / dardurch jnen die krefft ſehr geſchwaͤcht werden / ob gleich die Ingeweid keinen mangel haben. Deßgleichen pflegen auch dieſelbig / von einem Blutfluß / ſehr ſchwach vnnd math zu werden / Darumb von noͤten / daß man ſie mit reichlicherem vnd mancherley guten Futter / wi⸗ der erquicke vnd krefftige. Wie der Pferdt. xxxui Wie man ein muͤdes vnnd hitziges Roſſz erqui⸗ | cken / vnd zurecht bringen foll, Inem muden vnd ſehr erhisigcen Roſß / ſoll PP man Schmer in den Rachen ſtecken on Wein in den Halß ang, gieffen / vnd mie Thuͤchern oder Kotzen wol zudecken / damit I Er hm die kelte Ecinen fchaden zufügen kan vnd ſol jhm darne⸗ Eben den Kopff vnnd Ruͤckgrad / mit warmen Schmer oder Wein wol ſchmieren / vnnd nichts deſto weniger / gleich fo wol als die Pens - ſchen reiben / vñ es hilfft auch gar wol / ſo man dieſelbige / vber dem Ruͤckgrad / mit der Handt ſtreichet / vnd mit reichlichern Futter ſpeiſet. Dañ es iſt viel daran gelegen daß man ſie bey den kraͤfften erhelt / wel⸗ ches dann geſchehen kan / ſo man ſolche zu bequemer zeit an die Krippen bin⸗ det / vnd zu freſſen vnd zu ſauffen fuͤrgibet / vnd darneben gebuͤrlichen vbet vnd vnd beweget. | u Derwegenfo mandieZicheroß/von einem Wagen oder Karren abge⸗ ſchirret / So ſoll man fie erftlich mit den SJenden wol vber den Rückgrad ſtrei⸗ chen / vnd hernach ſtrigeln vnd reiben / vnd ſoll jhm das Geſchirr bald abnem⸗ men / vnd nicht auff dem Leib ligen laſſen. Doch ſol man ſolche nicht ehe an die Krippe binden / noch viel weniger zu freſſen fuͤrgeben / biß es wol verſchnaubet / vnnd zu ſchwitzen auffgehoͤret / ond ſoll jm erſtlich den Halß in die hoͤhe heben / vnd ſtarcken Wein in den Nas chen gieſſen / ſonderlich wann es ſich ſehr erhitzet Bat, | | Hernach vber ein gute weil / ſolman im Futter / doch nit viel / ſonder we⸗ nig / auff einmahl fuͤrgeben / Vnd warn fie ſolches auffgefreſſen / ſol ſoll man dieſelbe in das Waſſer reytten oder fuͤhren und mit Pfeiffen oder züfchen «nz reitzen / damit ſie deſto lieber ſauffen / vnd fol ſie als denn / wañ ſie wider in den Stall kommen / mit reichlicherm Suttererfättigen. | Den jhenigen aber / welchen die Lendendonen/ oder einen gebrechen in der * haben / oder ſonſt duͤrr vnnd mager ſind / ſoll man dieſe Artzeney eingeben. "Rec. Saffaran ein Onß klein zuſtoſſen / vnnd durchgeſiebete Violenwur⸗ tzel / ein halbes pfundt / Pfeffer ein viertels pfundt / Honig cin halbes pfundt/ vnd groſſe Roſiniken / auß welchen die Kern herauß genommen / drey pfund / vnd gleich ſo viel Pineen Koͤrner / alle zuhauff vermiſchet / vnnd von ſolchen / ſol man jhnen auff einmahlein loth / mit einem halben Noͤſel Wein / in den Halß gieſſen. 3 ij Wie Bon Artzeney Wie man den Roſſen raht ſchaffen ſoll / welchen alle Glieder ſehr math ſind. x Spflegec bißweilen ein Roſſz / son groſſem EN Hunger / oder von Muͤdigkeit wegen / ſehr math vnd krafft⸗ SON loß zu werden / vnnd wiewol folche gebrechen mancherley vr⸗ 8 ſachen vñ vnterſcheid haben / So ſind die zeichen / durch wel⸗ Ga = I che man die Mattigkeit erkennet / faſt gleich, / Darumb auch die jhenigen vielmahls dardurch betrogen worden / welche dieſelbige vertrei⸗ ben vnd Curiren woͤllen. So haben wir auch dargegen viel zeichen der Kranckheyten erfunden / welche mit der Mattigkeit gar nicht vberein ſimmen. Dann ſo man wiſſen will / ob ein Roſſßz das Sieber hat / So ſihet man daß es den Kopff gegen der Erden neiget / vnnd daſſelbige ohne vnterlaß ſehr ſeufftzet / aber dieſe zeichen findet man nicht allein inn den Roſſen / welche von einem Fieber geplaget / Sonder auch in denen / welche Grimmen vnd ſchmer⸗ tzen fuͤhlen. | Item / es find auch etliche zeichen dardurch man die krempfichtẽ Roß / vnd die jenige / welchen die Neruen vnd Spanadern erſtarren vnd erkrum̃en / den jenigen gleich / welche lange in der Sonne geſtanden / oder von groſſer ars beyt ſehr muͤde worden / Dañ ſie koͤnnen nicht auff die Beyn tretten / vnd alſo weder gehen noch ſtehen. ET | | Derwegen ſoll man nicht bald zufahren / vnd auß einem zeichen fchliefe ſen / daß wehtagẽ oder grimmen im Bauch / oder ſonſt ein kranckheit vorhan⸗ den / vnd von demſelbigen eine gewiſſe Sur furnemmen / Sondern bequemere vnd beſſere mittel erkunden / vnd erforſchen / dañ es ſind viel kranckheiten / wel⸗ che durch die gleichheit der zeichẽ / nicht recht von einander moͤgen vnterſchei⸗ den / vnd hinwider / koͤnnen die widerwertigen / leichtlich durch jhre zeichen er⸗ kandt werden / fo man fleiſſig achtung darauff gibet. | —* Wann aber ein Roſſz / von groſſer arbeyt oder muͤdigkeit wegen / ſeht math vnnd krafftloß worden / So ſoll man demſelbigen / nach der meynung Lelſi / alſo raht ſchaffen. | R Man ſoll es von dem ſauffen enthalten’ vnnd wo folches von groffern Durſt math worden / vñ mit hefftiger begierde zu ſauffen begert / So befihlet er / daß man es ein gantze ſtund ſoll inn kaltem Waſſer halten / Dann ſolches hilfft jm gar wunderlich / wie alle Roſſzartzt darneben bezeugen. ol Florus / heiſſet zweig von den Jimenbeumen zuſtoſſen / vnnd mit Wein bermneee———— F | Wir vermahnen vnnd rahten aber / Das man ſolchen Weitzen Meel/ oder drey Eyer mie Poley / vnter Waſſer vnnd Weineſſig vermenget / einfloͤſ⸗ ſen ſoll. Andere deer Pferdt. CLXXXiI Andere ſtecken dem Roſſ / alſo nuͤchtern ein gantzes rohes Eye / in den Rachen / zuverſchlingen / vnd den andern tag hernach / gieſſen fie ihm Knob⸗ lach / klein zuſtoſſen / mit Wein in die Naßloͤcher / vnd alſo wirdt die ſchwach⸗ heit vertrieben / vnd die vrſach derſelbigen hinweg genommen / vnnd die krefft wider erquicket vnd geſtercket. | Was man nuͤtzen ſoll / waũ einem Roßdie£uffe re rhoͤr / oder onrechte Keel / fchadhafftig worden/ oder etwas an derſelbigen zuriſſen. Ann ein offener Schad in der Lufftroͤhr bor⸗ handen / ſo wird etwas hartes / durch das Huſten mit herauß geworffen / vnd das Roſß will kein Futter zu ſich nemmen. Derhalben ſoll man jhm ein Maß oder Kanne waſſer / da⸗ EDEN innen zuvor Feigen geſotten / vnnd zwey Eyer zutrieben / oder den außgepreßten Safft / von gekochter Gerſten / inn welcher ein Eye geſot⸗ ten / in den Halß gieſſen. | Da aber etwas in der Lufftroͤhre were zuriſſen / oder entzwey gefpruns gen / ſo kan das Roſſz ſchwerlichen Athem Holen Raſtelt vnnd Huſtet / vnd zu den Naßloͤchern lauffet jhm auch bißweilen Eyter herauſſer / vnnd hincket auff den foͤrdern Schenckeln / vnd bißweilen ſpringet jhm auch dag Geſcheff⸗ te auff / vnd die Lenden werden jhm zuſammen gezogen / vnnd die Schenckel entſchlagen / vnnd zittert / vnd laͤſſet ſich mit der Handt an dem Leib nicht an⸗ ruͤhren. ee Darumb folman frembde Wicken / Eruigenandt/ zwen tag in waſſer wæeichen / vnd hernach die Bruͤe darvon ſeyhen / vnd wider truͤcknen / ond klein zuſtoſſen durchſieben / vnd hernach ſolches Puluer / in zwey theyl roten ſuͤſſen Wein / vnnd fünffeheil Waſſer / zu hauff vermiſchet / jhme zu ſauffen geben / ſo wirdt es auch darvon wider geſundt werden / vnd ſonderlich wo man ſech⸗ Big Tag nach einander jhm ſolches einfloͤſet / ſo wirdt man ſcheinbarliche beſ⸗ ſerung fpüren. BE A Item / Rec, Myrrhen vier Vntz / Saffran / Kamelſtroh / jegkliches ein viertels pfund / Zimetrinden / weiſſen Pfeffer fuͤnff vntzen / ſchwartzen Pfeffer vier vntzen / der geringen Zimetrind oder Caſſien ein loth / Colophonien fuͤnff vntzen / Oſterlutey vier vntz / Kalmus / Lorbern / jegkliches ein viertels pfund / alle klein zuſtoſſen / vnd zuhauff vermiſchet / dañ ſolche Artzeney / heylet die sus ſprungene vnd zuriſſene Lufftroͤhr. Gleiche krafft hat auch dieſe folgende. | — Rec. Myrrhen zehen Vntzen /Pfeffer ein viertels pfundt / geroͤſten oder gez doͤreten Leynſamen ein pfundt / Roſinicken anderthalb pfundt / vnnd gleich fo viel Pineen Kern / zuſtoß die duͤrren klein / vnnd laß ſie in Waſſer a | ; ü thu N $- Bl ZW) — ® SR —* N x 8 —8* N a; ie ls Bra # N Yu; % NL 8 — Von Artzeney thu hernach darzu Feigen vnd Honig / vnd mach Kuͤgelein darauß / als groß wie ein Kitrinatapffel / vnd ſtoß ſolcher achte / taͤglich inden Rachen / ſo wirdt es wol beſſer mit jhm werden, lea | Item / nachfolgende Artzeney / hatauch gleiche Tugendt. Rec. Heyrrhen ein viertels pfundt / Zimetrinden drey loth / Saffaran ein viertels pfundt / weiſſen Weyrauch neun loth / Spicanardi / Terpentin / weiſ⸗ ſen Pfeffer / Ammoniaci / jegkliches vier vntzen / Roͤmiſche Spick vier loth / Tragacant ein pfundt / des beſten Honigs ein pfundt / ſtoß die duͤrren alle gar klein / vnd miſche fie vnter einander / vnd geuß hernach ſoiche / mit Wein / den Roſſz in die Naßloͤcher. Waas man brauchen ſoll / wann ſich ein of auff dem Weg allzu ſehr erhitziget hat. det / ſo ſol man ſtuͤcklein Speck / oder alt Schweinen ſchmaltz / in altem wolriechenden Wein zutreiben / vnnd in den Rachen U, se — ron / oder Teutſchen Ingwer / Pineen Koͤrner / jegkliches vier loth / Hyſop ein Handtvoll / vnd Andorn klein zuſtoſſen vier loth/zu hauff vermiſcht / vnd von ſolchen / ſoll man ein pfundt auff einmahl / mit Wein vnd Baumoͤl / dem Roß in den Halß gieſſen. Es ſtillet vnnd vertreibet auch die groſſe hitz in den Fiebern / folgende rtzeney. | Rec, Außgepreßten ſafft von gefochter Gerſten / Böcken Vmſchlet fick lein Schaffleiſch / mit Koriander vnd Thiellen gefotten. | Oder nimb grünen Coriander / klein zuſtoſſen ond vermifch ihn zu den g Ann cin Roſſs / ſich auff dem Weg / oder nach Ey geſchwindem Rennen / ſehr erhitziget / vnnd gleichſam entzuͤn⸗ gieſſen. Daaber ein Roß ein ſehr hitziges Fieber darvon be⸗ kompt / ſo ſolman nemmen Ziegenmilch ein Noͤſel / Tragacant / der wurtzel A⸗ andern jetzt gedachten ſtuͤcken / vnd ſeyhe die Bruͤhe darvon durch ein Thuch / vnd gib ſie dem Roß drey tag lang zu ſauffen. Item / es dienen gar vol hierzu / Die Zweiglein vnnd Bletter von Köly vnd Eppig zuſtoſſen / vnd mit einem Noſel Naßloch gegoſſen. Man findet auch wol etliche / welche Peterſilgen Samen / Bibenell vnd Berwurtzel / Gartheil / vnd Kamelſtroh / klein zuſtoſ⸗ ſen / eines fo viel / als des andern / mit Honig⸗ | waſſer einflöffen. Wein vermiſchet / vnd indaslinde . Was | der Pferde. Cxxxu Was man chun foll/ wann ein Roſſz / der vnge⸗ leſchte Kalch hat am Leib auffgefreſſen / oder auffgeetzet. Ann ein Roſß vongeleſchter Kalch / etwann an OT dem Leib auffgefreſſen / oder die Schenckel in heiſſem Miſt / M oder auff andere weg verbrandt hat / fofollman im Sommer / dieſelbigen mit kalten / vnd im Winter mit warmen Waſſer be⸗ Mgieſſen / vnnd auff den Schaden ein Artzenen legen Lipara ge» naniecwelcher beſchreibung hernach angezeiget) Oder fo man will / mag man auch wol Schweinen Schmaltz / oder Kalch mit oͤle vermiſchet / darauff ſchmieren / doch ſol man ſolchs in kein geſaltzen waſſer reytten / biß der Schad geheylet. Von denen Roſſen / welchen etwas in dem Leib | zuriffen/oder zufprungen. O einem Roſſz etwas in dem Leib zuriſſen / —— EEK NO X — 9 oder zuſprungen iſt / So ligen ihm die Augen tieffer inn dem RKopff als ſonſten / vnd ſihet damit ſtracks onterſich. IDie Lenden fallen jhm ein / vnnd ob es gleich zimlich wol > ie vnd trincket / fo wirdt es doch duͤrr vnd mager / vnnd fan ol fort gehen / vnnd tritt mit den hindern / ſich ſelber auff die fürderen a nicht w uͤffe. er Wirdt ſehr math vnd Krafftloß/doch Ean folches einzeitlang bey dem Leben bleiben / wo jm nicht Blut durch den Hindern/ oder in dem Harm hin⸗ 25 gehet/ vnnd wo der eines onter denen erfcheinet / ſo muͤſſen fie als baldt fierben. Da aber ein Darm zufprungen oder zuriffen / fo lauffet im das gefreſ⸗ fene Futter / wider zudem Half herauf / vnnd durch die Ingeweid gehetein Waſſer / vnd der ganke Leib wird math vnd kranck / vnd geretb alfo in die euſ⸗ ſerſte gefahr des Lebens. | | Derwegen follman jbmnachfolgende Artzeney eingeben, welche auch denjenigen hilffet daran man ſchon verziveiffelt/oder verzaget bat. Rec, Violenwurtzel ein halb pfundt/ Pfeffer cin viertels pfund / Honig an⸗ derthalb pfunde Rofinifen drey pfundt / zuſtoß die dürren klein / vnnd rhede ſie durch ein Sieb / vnd miſch ſolche ſtuͤck alle wol zuhauff / vnnd von denſelbi⸗ gen / gibe jhm auff einmahi ein loth / mit einem halben Noͤſel Wein / vnnd drey pfundt Baumoͤle / durch einen Trechter zu ſauffen / vnd dieſe Artzney vertrei⸗ bet auch alle ſchmertzen der Ingeweid. Die | Bon Artzeney Nachdem jr viel / die Kunſt der Roſſzartzeney / nicht recht gelernet / vnd alſo nicht wiſſen / wann etwas in dem Leib zuriſſen iſt / So habe ich fuͤr noth⸗ wendig geacht / Allhie zuvermelden / durch welche zeichen / die vnwiſſende / ſol⸗ ches erkennen moͤchten. Wann etwas im Bauch / oder ein Darm zuriſſen iſt / ſo wirdt es durch dieſe zeichen erkandt. | | | 6 Der Koth lauffet jnen zu den Naßloͤchern herauß / vnd der gantze Leib chwißzet. Da aber die Blaß zuſprungẽ / So gehet dünner Koth / vnd der Harm durch den Hindern hinweg. So aber etwas in der Lungẽ entzwey geriſſen / fo lauffet das Blut auß den Naßloͤchern. | Wañ aber die Leber beſchaͤdiget / So geſchwillet jm das Geſchefft / der Bauch vnd Weich. | Da das Neiltz verletzet / Soverfchmecht eg alles Sutter. So die Nieren ſchaden empfangen / So iſt der Harm blutig. Derhalbẽ /wañ etwas in dem Bauch / oder ein Darm / oder die Blaß zureiſſet / So hilfft gar kein mittel noch Artzney. | Da aber die Lung ſchadhafftig worden / ſo iſt gar gut / daß man nemme der frembden weiſſen Wickenmeel / Erui Candidi genandt / ein Meßlein da⸗ rein acht Noͤſel gehen / Saltz ein halb pfundt / vñ ſol ſolche mit waſſer zu einem Teig machen / vnd Brodt darauß backen / vnnd da ſie wol duͤrr worden / ſo ſoll man ſie vnter das trincken miſchen / vnd dem Roß zu ſauffen geben. | Item / man ſol jm auch nachfolgende Artzeney / inden Half gieffen. Rec. Saffaran / Meoyrrhen / Spicanardi / Zimetrindt / Krafft Meel/ lange Oſterlucey / Glaucium / oder Mahen Safft / Graß vnd Baumoͤle / die duͤr⸗ ren ſoll man alle klein zuſtoſſen / vnd mit den ſeuchten vermiſchen / vnd Honig ein halbes pfundt darzu thun / vnnd guten Wein ein halbes Noͤſel / vnnd ſol⸗ ches indie Naßloͤcher / vnnd inn den Halß / mit viel außgepreßten Safft von Ber Gerſten / einfloͤſſen / onnd bemeldten Safft / darneben offt unnd viel rauchen. So aber die Leber beſchaͤdiget / So ſoll man des Roſſes wol pflegen vñ warten / vnd offt abſpuͤlen / vnd Weitzenmeel im Winter / vnd Gerſten Meel im Sommer / vnter das trincken miſchen / vnd auch die Bruͤhe von gekochten Feigen / in den Halß gieſſen. | Da aber die Nierẽ ſchadhafftig find, So ſoll man das Thier / nach der Arbeyt / wol verſchnauben vnd ruhen laſſen / vñ daſſelbe mit Wachs vndoͤle / lind vnd gemach ſchmieren / ſo lang es wider ſeine geſundheit erlanget / vnd ſol jm darneben Beynwell / oder Wallwurtzel / mit Wein eingieſſen Dann man ſaget / ſo man dieſe wurtzel / mit zuſchnittenem Fleiſch kochet / ſo ſoll das Fleiſch wider an einander wachſen. ie n h der Pferdt. CLXXXV Die Hyſpanier aber / graben gedachte Wallwurtzel alſo gruͤn auß / vnd ſieden ſie in gutem Wein / biß daß das dritte theyl vberbleibet / vnd gieſſen ſolche dem Roſß in den Halß / vnd brauchen dieſelbige / zuverhuͤten viellerley re fonderlich wann fie fich beforgen/ Daß etwas in dam Leib zuriſſen ſey. — | Es lindert auch folgende Artzeney / den ſchmertzen der Ingeweid. Rec. Butter, Opopanax / Myrrhen / Honig / eines fo vielals des andern/ mit Wein vermiſchet / vnd geuß es dem Roſſz in das lincke Naßloch. ann auch ein Wundt indem Bauch enpfangen / vnd die Jugeweid dardurch außfallen / So ſoll man eine Feder / von einem Geyer / inmn oͤle runs cken / vnd in Halß ſtoſſen / biß hinder in den Schlung / damit dardurch ein brechen vervrſachet / vnnd wann ſich die Ingeweid wider an jhre gebuͤrliche Stell begeben / Sofoltman auch die Bunde mit einer Nadel vnd ſtarcken Faden hefften / vnnd ſoll hernach den Schaden mit gebuͤrlichen Artzeneyen eylen. | * Daaber der Bauch durchſtochen / oder durchhauwen / vnd die Daͤr⸗ mer herauß ſtehen / vnnd die Wundt zu enge iſt / dardurch man die Ingeweid koͤndte oder moͤchte wider hinein bringen / So ſoll man die Haut hindañ zie⸗ hen / vnd dieſelbige weiter auff / vnnd wo etwas vberfluͤſſiges vorhanden / gar hinweg ſchneiden / vnd die Wund hernach hefften / vnd alsdañ ein Wundſal⸗ ben darauff legen. | Man ſoll aber auch das Roſſz mit Kotzen oder Kleidern wol bedecken / daß es ſchwitze / vnd von aller bewegung / vnd von dem ſauffen enthalten / vnd ſoll jhm Bletter von den Ilmenbeumen / gruͤne Krauſemuͤntz / Klee / vnd Si⸗ nr freffen fürlegen / vnnd folljbindarnebennachfolgende Arlzeney einflöflen. | Rec. Kreßſamen / mit Rinden von Weyrauch / vñ ſechs Pfefferkoͤrner / Bi⸗ benellſamen / ein halb pfundt / alles klein zuſtoſſen / ond mit Wein vnd Honig vermiſchet / vnd ſiben Tag lang in den Rachen gegoſſen. | Oder folnemmen Spargenwurgel, oder Spargenfamen/ond ſoll ſol⸗ che in waſſer / biß auff das dritte eheileinfieden/ond vier tag lang / ein halbes Noͤſel / auff einmahl in die Naßloͤcher gieſſen. Vber das / mag man auch wol Opopanax / Sagapenum / Honig / Butter / jegkliches vier loth / mit altem Wein vermiſchen / vñ taͤglich ein halb Voͤſel / drey tag nach einander / in den Halß gieſſen. Es pfleget auch in den Griechenland die Rind von dem Kraut / darauß man den Teuffelskoth mas chet / vnter das Hew ſich zuvermiſchen / vnd den Thieren ſchaden zuzufuͤgen / darumb ſol man jhnen Honig / vñ wilde Mauͤntz / klein zuſtoſſen/ mit warmem Wein vermiſchet / in die Naßloͤcher gieſſen / vnd alſo raht ſchaffen. Aa Von N Son Artzeney Von den Roſſen / welche ſich nicht gnugſam kön nen ſath freffenvfonder allzeit hunger leyden. — og, — Siſt auch noch eine kranckheit der Rofſz/ in > welcher fie ſich nicht gnugſam koͤnnen fach freſſen / vnd ver⸗ ſchmachten ſchier fuͤr Hunger / vnd ſolchen gebrechen heiſſen IN die Griechen Bulimon. | * OR —— Denſelben ſoll man alſo raht ſchaffen. Rec. Neuwgebacken Brodt / vnnd tuncke ſtuͤcklein darvon im guten ſtar⸗ een Wein / vnd ſtoſſe ihm ſolche in den Halß / vnnd ſonderlich weil man auff der Reiß iſt / oder ſoll es in einen Wein reiben / vnnd alſo einfloͤſſen / ond wann ſie in den Stall anheym kommen / ſo ſoll man jhm cin halbes pfundt / klein ſubtil Weitzenmeel / oder Pineen Kern / klein zuſtoſſen / mit Wein in den Ras chengichen. | Daaber ein Roſſz folche kranckheit auff dem weg ankommet / vnd ge⸗ dachter Mittel feines vorhanden / dardurch man daſſelbige erquicken möcht/ fo fol man Erden / vnter Wein vermiſchet / oder ſchlechte Kügelein auß Erden machen / vnd dem Roſſz in den Rachen ſtecken. vn „ der Pferdt. CLXXXVI Von denen Roſſen / welche auß verborgenen vr⸗ ſachen / ſehr am Leib abnemmen vnd duͤrr werden, En ARoſſen / welche am Leib abnemmen vnnd Ko! duͤrr werden / empfinden befferung/fo man nen Wein vnnd Baumoͤle / ſampt einem halben quintlein Myrrhen / in den Rachen geuſſet. ——EOder ꝛo.weiſſe Pfefferkoͤrner / klein zuſtoſſen / oder Raut⸗ ten in Wein geſotten / einfloͤſſet. — weil die vrſache gegenwertig / vnd ſolcher fuͤrnemlich auß erkeltung ent⸗ pringet. So auch ein Roſſz das Futter verſchmehet / gar nicht freſſen will / am gantzen Leib zittert / vnnd jihm die Haare ſtarren / oder ſtrupicht ſein / So ſoll man jm Schweines Blut / doch nit von einer alten Sewmutter / vnd Wein / eines ſo viel als des andern / in den Halß gieſſen. | Es rahten auch etliche / daß man folchen zwibeln vnnd Senfffamen/ klein zuſtoſſen fol mit Wein in den Rachen floͤſſen. Oder Wein / darinnen Beyſuß geweichet / ori hernach waſſer / darun⸗ ter Salniter vermiſchet / zu ſauffen geben / vnd ſoll jhm darneben / ſo es die zeit gibet / gruͤne Weitzene Sath / zu freſſen fuͤrlegen. Welche Roſſz auch / nach langwiriger vnd ſtetter Arbeyt / mager wer⸗ den / die ſoll man alſo erquicken. —* —— ⸗ ⸗ Rec. Der geſtoſſenen oder gemalenen frembdẽ weiſſen Wicken / Erui Can⸗ didi genandt / ein Meßlein darein vier Noͤſel gehen / vnd laß ſie in einer Kan⸗ nen guten weiſſen wolriechenden Weins / einen tag weichen / vnd gibe jm / vor anderm trincken / zo. tag lang / taͤglich drey Halbe Noͤſel zu ſauffen. Es muͤſſen aber die Eruen / nicht gar zu klein zuſtoſſen oder gemahlen ſein. Wan auch ein geſundes Roß / ohn einigen gebrechen dur: wirdt / So ſol man jhm gedoͤrrten Weitzen / oder gedörste Gerſten / zu freſſen / vnd Wein vnter Waſſer vermiſchet / zu ſauffen geben. Item / man ſoll auch Kleyen vnter Gerſten mengen / biß ſo lang es ſein natuͤrlich ſterck erlange / vnd gewohne lautere Gerſten zu eſſen. Es erfordern auch die Leib/folcher magern Roſſz / viel ſtrigelns / vñ rei⸗ bens / dann dardurch bekommen ſie groſſe begierde vnd luſt zu freſſen. Deßgleichen ſol man ſich befleiſſen / daß man gedachtes Roſſßz / in einen Aa u trucknen Bon Arsenen — trucknen ſtall thue / damit jm nicht die Hüfenoch der Leib naß werde vnd fol jm vnter anderm Futter / Eruen vermiſcht / vnd auff die ſtrewe ſprewe ſtrewẽ. Rec. Saffran zwey loth / Violwurtzel ein halb pfundt / Pfeffer ein viertels pfundt / Honig ein halb pfundt / groſſe Roſein / auß welchen die Kern genom⸗ men / drey pfundt / vnnd gleich fo viel abgezogene Pineen koͤrner / alle zuhauff vermiſchet / vnd darvon auff einmahl ein loth / mit einem guten halben Noͤſel Wein / vnd fuͤnffthalb loch Baumoͤle / in Halß gegoſſen. Be Item / nimb Gerſten / drey gute meßlein / darein vngefehr acht Kannen gehen / Bonen drey Kannen / Kichern vier Kannen / Weitzen drey Kannen / Phaſiolen zwo Kannen/FoeniGrxeidrey Kannen / groſſe Roſein one Kern / vnd Pineen kern jegklicher cin Kanne / miſch fie alle zuhauff / vnd nimb ſolcher darvon ein Meeſel / darein acht kannen gehen / vnd laß ſie einen tag zuvor / ehe man ſie brauchet / in enem Waſſer ſieden / vnd geuß das waſſer darvon / vnd laß ſie widerumb ein wenig trucknen / vnd von ſolchem Futter / gib dem Roſſz morgens fruͤhe / ein Meßlein von vier Kañen / vnd das andere / was vberblei⸗ bet / auff den abend / vnd ſolches fol man jhm taͤglich / reyn / ohne ſtaub vnd an⸗ dern onflat/fürgeben. Da aber ein Roſſz gar zu ſehr mager iſt / So ſoll man ſolches dreyſſig tag lang/ineinem Stall verſchloſſen halten / damit es darin⸗ nen ſein Futter vnd Tranck zu ſich neme. | 3 So es aber nicht fo gar magerift / ſo mag man daffelbige2s. Tag / wie gedacht / fuͤttern. Da auch die Roſſz / nach ſolcher fleiſſiger wartung / ſehr feißt worden / fo follman jm an dem Bauch Blut herauß laſſen / Damit nicht die vberfluͤſſi⸗ ge Maſtung daſſelbige erſtecke. Man findet auch woletliche / welcheeinjunges Sugfercklein / in dem außgepreſten Safft / von gekochter Gerſten / alſo lang ſieden / biß das Fleiſch von den Beynen fellet / vnd gieſſen hernach ſolche durchgeſeyhete Bruͤe / en Roſſz drey tag lang / durch ein Dorn in den Half. J Es wirdt auch die Magerheit / durch dieſe Arlzeney vertrieben, | Rec. Rautten cin Handvoll, Moyrrhen vier loth/5. Lorbern / Kramkuͤm⸗ mel ein viertels pfumdt/öle ein halb pfundt / ſeud ſolche inn gutem alten rotten Wein / vnd geuß es dem Roſſz drey tag lang in den Rachen. Item / es hilffet auch fuͤr die magerheit / So man nimpt Weitzen / vber dem Feuwer gederrt / vnd mit Honigwaſſer vermiſcht / vngefehrlich ein gutes Heeßlein / darein acht Kannen gehen / vnd ſolches ſol man zwentzig tag lang / den Roff eins fuͤrgeben. | Depgleichen vergehet auch die Darr / fo man Feigbonen fo langeinn Waſſer ſiedet / biß ſie fig werden / alſo daß es auch die Menſchen effen mö- gen / vnd dem Roſß taͤglich ein Meßlein von acht Kannen / darvon fuͤrgibet / Dann wo die Feigbonen noch bitter fein fonachen fie dem Roſſßz ein grim⸗ men in dem Leib. Gleiche | der Pferde. CEXZXVI Geleiche krafft Haben auch die Caſtaneen / in einem Backofen gedörser/ vnd groͤblicht zuſtoſſen / mit Gerſten vermiſchet / vnd dem Roß fuͤrgeben / dañ darvon vergehet auch die magerheit. Es pflegen auch die Roſſz bißweilen ein ſolche Seuch zu vberkommen / daß ſie in wenig tagen / ploͤtzlichen duͤrr vnd mager werden / vnd daruͤber ſter⸗ ben / Darumb / ſo ein Roſſz mit dieſen gebrechen beladen were / ſo ſol man jhm zwo Kannen geſaltzene Fiſchlacken / in die Naßloͤcher gieſſen / Dañ ſolche zeu⸗ het durch diefelbige/allen Rotz vnd Pituitoſiſchen Schleim herauß / vnd rey⸗ niget das Roſſz. | | — Es wirdt auch dieſe kranckheit vnd magerheit vertrieben / ſo man dem Roſß offt vnd viel / folgenden Tranck einfloͤſſet. Rec. Lebendigen Schwebel / klein zuſtoſſen / ein loth / ein rohes Ey / vñ klein gepuͤluertẽ Nyrrhen / vier Strupel/diefedreyfollmanmie Wein vermiſchẽ / vnd dem Roſß in den Rachen gieſſen. Item / es iſt auch kein beſſer ding fuͤr die magerheit / als das Burgun⸗ diſche Graß oder Hew / Medica genandt / Dan ſolches grünes Kraut / deß⸗ gleichen das Hew darvon / meſtet bald feißt / doch ſoll man deſſelbigen nicht zu viel / ſonder meſſig den Thieren fuͤrgebẽ / damit fie nicht / von wegen des vber⸗ fluͤſſigen Bluts / erſticken. Da auch ein Roffy von wegen groſſer arbeyt / mager worden / vnd die Haut verdorret / vnd das Fleiſch verſchwindet / Sp ſol man ſolchen gebrechen alſo vertreiben. Rec, Rauttenoͤl / vnd ſchmier den gantzen Leib darmit / darnach ſol man jm folgenden Tranck eingeben. * Rec. Gelbe Ruͤben oder Moͤrhen / Tragacant / wilde Rauttẽ / Roßmuͤntz / Eppich / Steinklee / Wermuth / jegkliches zwey loth / ſtoß ſolche alle klein / vnd ſiede fie in wein vnd waſſer / vnd geuß die Bruͤhe dem Roſſß in den Halß. Von der Reude der Roſſz. 55 Siſt auch noͤtig su wiſſen / daß man die Reud ER indenanfangnichtbalde vertreiben ſoll / ſondern viel mehr al⸗ SAL fo laffendamit durch die Haut / vñ dieſen gebrechen / viel vber⸗ —fluͤſſigkeiten hinweg gebracht werden. Dann ſolche pfleget OR 2° ofievon fchädlichen vnnd böfen Feuchten / jhren vrſprung zunemmen/welchedann die Natur gerne auß den jnnern Gliedern / zwiſchen Fell vnnd Fleiſch treibet / vnnd ift alfo offtermahls cin Geſchlecht des gebre- chens / welchen die Griechen Malida heiſſen / vnnd fo man ſolche Reude zu zeitlichen heylet / ſo wuͤrden die Schweißloͤcher darvon zugeſchloſſen / vnnd die natuͤrliche wirckung verhindert / vnnd ſonderlich / da man ſtrenge vnnd Aa iij zuſam⸗ | Bon Artzeney sufammen ziehende Artzeney hiezu brauchet / fo wiirde Die Kretz widerumb inden Leib getrieben / vnnd groͤſſere kranckheyten vnnd gebrechen darauß er⸗ olgen. | — Wann aber die Reud lange geweret hat / So iſt von noͤhten / daß man ſie mit gebuͤrlichen Artzeneyen vnd Mittelvertreibe, | Derwegen ſol man erfilich dem Roſſz / mitten an den fördern und hin⸗ dern Schenckeln / vnd bey den Feſſeln / Blut herauß laſſen / Vnd hernach die Reud mit Judenleim oder Bergwachs / darzu ein wenig Schwebel / duͤnnes Bech / vnd Butter vermiſchet / biß eine Salb darauß werde / als dick wie ein Honig / wol ſchmieren. Oder ſol nemmen ſcharpffen Effi / Baumoͤle und Neel von Feigbo⸗ nen / vnd ein wenig Bech / vnnd ſoll erſtlich die Reude wol mit altem Harm / darzu warm waſſer vermiſchet / waͤſchen / vnd gedachtes Vngent / mit einem Schwam darauff ſchmieren. Item / es heiffen auch für die Kretz / allerley Artzeneyen / welche zuſam⸗ men ziehen / Doch iſt dieſe folgende Artzeney beſſer / vnd iſt bewert. Rec. Judenleim vnd Schwebel / jegkliches eines fo viel als des andern / mit oͤle vermiſchet / vnd auff die Reude geſchmieret / da die Soñ heißſcheinet / und wañ Sommer iſt / ſo ſol man das Roß auch die nacht ander Lufft ligen / oder ſtehen laſſen. Dieſe Artzenen iſt noch beſſer / vnd viel bewerter. Rec. Schweinen Schmaltz / Bech / Wachs / jegkliches eines ſo vil / als des andern / zulaſſen / vnd ſoll darzu thun geſtoſſen Schwebel vnd Baumoͤle / da⸗ ein Vngent darauß werde / vnd mit ſolchem ſol man das Roſſz gar warm chmieren. Man ſol auch dem Roß Salniter vnd wilde Kuͤrbs eingeben / darmit der Leib durch Stulgeng gereyniget. Die Reud aber / welche nach groſſem hungerleiden folget / vñ vil ſchup⸗ pen hat / kan man vertreiben / mit dem außgepreßten Safft von gekochten Feigbonen / ſo man das Viehe mit waͤſchet. Es wirdt ein Roſſz auch duͤrr vnd mager / vnd die Haut verendert ſich / vnd gewiñet Ruffen oder Schuppen / welche auch bißweilen abfallen / vñ die krefft nemmen ab / vñ kan nicht wol fort gehen / weil jm die Schenckel ſparren / vnd zuſammen gezogen werden. | Derhalben fo man folches wol mit warmer Laugen hat abgewäfchen/ © A man ein Vngent darauff ſchmieren / welches die Reud und Kretz vers treibet. Wann es aber nach ſolcher Salben zittert / So ſoll man es in einem warmen Stall halten / in welchem ein Feuwer angezuͤndet / doch ſol man dar⸗ auff gut achtung geben / damit ſich daſſelbe nicht im Koth oder vnflat weltze. Daes aber jhe luſt hat ſich damit zu beſudlen / So ſol man ſolches erſt⸗ lich wol — © — — ter geſpeiſſet / vnd gebuͤrlichen getrencket werde. der Pfer9de. CLXXXVIII lich wol abwaͤſchen / vnd mit Wein vnd oͤle begoſſen / wol ſtrigeln vnd reiben / vnd wo man ſihet / daß ſich die Cur recht anlaͤſſet / fo ſoll man damit nachfol⸗ gen / Wo nicht / ſo ſol man ſie mit einer Salb ſchmieren / welche die ruffen vnd rauheit hinweg nim̃et / vnd ſich darneben befleiſſen / damit es mit gutem Fut⸗ Es vertreibet auch die Reude / die Eſch von gebrandter Weiden Rin⸗ den / mit dem wolriechenden Hartz / Storax Liquida, vnd Waſſer vermiſchet / vnd darmit geſchmieret. Item / ſo man ſolche wol mit Seiffen reibet. Etliche vermengen duͤrren vñ klein geſtoſſenen Hanenfuß / vnd Saltz / vnter Baumoͤle / vnd beſtreichen die Kretz darmit. Etliche andere nemmen lebendigen Schwebel / vnnd ein wenig Kalch / klein zuſtoſſen / vñ vermiſchen dieſelbe / vnter Terpentin / vnd machen ein pfla⸗ ſter darauß / vnd brauchen ſolches / wann es die notturfft erfordert. Item / es vertreibet auch die Reud / folgende Artzeney. Kec. Lebendigen Schwebelein pfund / Salniter / fichten Hartz / Judenleim / jegkliches zwey pfundt / Wachs vier pfundt / das Hartz von den Cederbaͤu⸗ men / oder Wachholder oͤle / jegkliches drey pfundt / duͤnnes Bech oder Theer ein pfundt / vnd ſechs vntzen / Baumoͤle achtzehen pfund / Weineſſig drey Noͤ⸗ ſel / oheffen drey pfundt / Schweinen Schmaltz ſechs pfund / miſche folcheäls le zuhauff / vnd brauche ſie / wann es die noth erfordert. | | Deßgleichen heylet die Kretz dieſe Artzeney. Rec, Scharpffen Weineſſig ste auß Bech oder Hark gebrandt/oder Dis ſteliret / jegkliches anderthalb pfundt / Salniter ein pfundt / zuhauff vermis ſchet / vnd das Roſſz darmit geſchmieret / Doch ſol man das Roſſz zuvor wol waͤſchen / vnd zu jetztgedachter Artzeneyen thun / das weiche von den Oliuen / Eu Die Kern genommen/andertbalb pfunde/ vnnd lebendigen Schwebel ein Vntz. 5 vertreibet die Reude nachfolgende Artzeney. | Rec, Wachholter oͤl / oder Hark vonden Cederbaͤumen / lebendigen Schwe⸗ bel / jegkliches ein loth / Reuſchgelb ein viertels pfundt / klein gemalen Eruen⸗ Meel / vnd klein zuſtoſſene Galaͤpffel / vnreiff Baumoͤle / jegkliches fuͤnff vn⸗ tzen / Loroͤl neun vntzen / ſcharpffen Weineſſig ſo viel deſſelbigen genug iſt / vnd ein wenig Hundtskoth / vermiſche ſolche alle zu hauff / vnd laß ſie mit einan⸗ der ſieden / vnd endtlich geuß Baumoͤle darzu / vnd ruͤhre ſie wol vnter einan⸗ der / vnd tunck hernach ein Schwam / an ein huͤltzen Stecklein gebunden / da⸗ rein / vnd ſchmier die ſchebige Haut damit. an findet auch wol etliche / welche rothen Wein / mit gleich fo viel Waſſer vermengen / vnnd darzu thun gepuͤluerte Eychaͤpffel / vnnd brauchen dieſelbige / wie gemeldet. | | Im fall nun die Reud / von gedachten Artzeneyen / nicht vergehen | o ſo Von Artzeney fo ſol man Hundtskoth / mit einem ſauweren Wein / oder Hundtslauch klein | zuſtoſſen / vnter oͤle oermiſchen / vnd das Roſſz darmit beſtreichen. Nachfolgende Artzeney vertreibet auch die Kretz. Rec. Salntter/lebendigen Schwebel / jegelichesvier loth / ſebbwachſenden Salniter / ein viertels pfundt / duͤnnes Bech drey pfundt / Baumoͤl ein pfund vnd ſechs Vntzen / Reuſchgeel vnnd Weineſſig / jegkliches ein loth / fuͤnffvnd zwentzig Lorbern / zuſtoß ſolche alle klein / vñ miſch ſie zu hauff / vnd laß ſie zu⸗ gleich warm werden / vnd reib ſie wol mit den Henden / in die reudige Haut. Item / wañ die Reud ſich weit außbreyttet / So nimb etliche todte Kroͤ⸗ ten / vnd ſiede dieſelbige in wein vnd waſſer / vnd nimb darvon die feißtigkeyt / oder gifftigen Eyter / vnd ſchmier die ſchebige Haut darmit. * Oder nimb Bech / Honig / vnnd lebendigen Schwebel / vnd die Heffen von altem Baumöle/ond dag weiche von Oliuen / darauß die Kern genom⸗ men / vnd Schaftoth / vnd mache darauß cin Vngent / vnnd reibe das Roſſz darmit. Oder nimb Judenleim / Hartz von Cederbaumẽ / oder Wachholter oͤl / Weyrauch / Oſterlucey / vnd Salniter/ jegkliches vier loth. Gleiche krafft hat auch dieſe Artzeney. | Rec. Duͤnn Bechein halb pfundt / oͤle drey pfundt / Weineſſig ein halbes VNoͤſel / ſiede ſolche alle mit einander / biß ein Salb darauß werde / vnd brauche ſie ſo lang / biß die Kretz heylet Doch ſoll man die ſchebige Haut / vnd die ruf⸗ fen mit einer Schrappen / oder Strigel wol auffreiben / vnd hinweg kratzen / damit ſie rohe werde. Oder nimb die durchgeſiebte Eſch / von gebrandtem Rhoͤricht / vnd be⸗ ſtreich die Haut darmit. Oder ſiede die Wurtzel von wilden Kuͤrbſen / in Waſſer / vnd thue her⸗ nach darzu Wein vnd Kuͤhkoth / vnd mache ein Pflaſter darauß / vnd wann es die notturfft erfordert / ſo lege es auff die Kretz / vnd fuͤhre das Viehe an ein orth / da die Sonn hin ſcheinen kan / vnd waͤſche als dann daſſelbige wol mit laulichtem waſſer / darunter Salniter vermenget / vnnd ſchmier hernach die reudige Haut / mit altem Schweinen Schmaltz / vnd ſo man will / daß endt⸗ lich viel Haar allda wachſen ſollen / ſo beſtreich die kalen glatzen / mit Eſchen von gebrandtem Hew. | nr auß dem Geſchefft laſſen / vñ denſelbigẽ tag allein wider auß dem Geſchefft / Damit ſich das Blut vnnd die boͤſen feuchten / deſto weniger in die vnderſten Glieder begeben / vnnd auch hernach deſto ſchwerlicher moͤchten hinweg ge⸗ bracht werden Doch ſoll man ferner die Adern an dem Kam̃ nicht ſchlagen / damit nicht das Blut zuruͤck gezogen / vnd auff die Bruſt falle. Nach vollbrachter Aderlaß / ſol man nemmen Bech / des duͤñen Hartz / Stirax liquida genandt / Laugen / Salniter / vnd Gruͤnſpan / vnd ſol das Thier | | wol da⸗ Item / man ſoll jhnen auch imanfang Blut auß dem Kamm / hernach * ——— ‚der Pferde CLXXNIX wol darmit ſchmieren / Damit die boͤſen feuchten / baldt zwiſchen Fell vnnd Fleiſch gezogen / lauffen. Da aber der gantze Leib voller Geſchwuͤr iſt / ſo ſoll man nemmen Gerſtenmeel / in Wein vnd oͤle geſotten / vnd das Roſß darmit ſchmieren / vnnd vber den dritten tag ſoll man die Haut mit warmen Waſſer wol abwaͤſchen / vnnd mit einem Haͤrin / oder ſcharpffen wuͤllen Thuch / wol iben / biß das Blut hernaͤch gehet / vnd die Ruffen hinweg kommen / vnd die Schäden verneuwert werden / vnd hernach ſoll man nemmen duͤnnes Bech / oͤlheffen / Baumoͤle mit ſampt den Oliuen / darauß die Kern genommen / vnd lebendigen Schwebel / vnd darauff ſchmieren. Item / man pfleget auch den Roſſen Blut auß dem Kamm zulaſſen / vñ hernach wilde Kuͤrbes / vnnd Salniter / eines ſo viel als des andern / klein zu⸗ ſtoſſen / mit Wein oder Honigwaſſer zuvermengen / vnnd in den Rachen zu gieſſen / vnd es iſt genug / wann man einem alten Roſſz drey Noͤſel / vnd einem iungen zwey Noſel / oder eine Kanne / vnd einem Fuͤllen ein Noͤſel darvon ein⸗ geuſſet. | — EA # ! Es dienet auch wolfürdie Neude/folgendevermifchte Artzney / welche man dem Hieroelizucignet, end wirdt alfo berent. | m Rec. Hartz zwey loth / Wachs vier loth / Gummi zwey loth / Kalch / vnnd des außgepreßten ſaffts von gekochter Gerſten / jegkliches ein loth / ſolche ſoll man alle zuhauff vermiſchen / vnd ein Pflaſter darauß machen. Fauͤr die Reude dienet auch gar wol/das kraut Olander / Rhododaphne genandt / vnd das Kraut Tag vnd Nacht / vñ Zeußkraut / jegliches ein hand⸗ voll / in ſcharpffem Eſſig vnd Baumoͤle geſotten / vnd wann fie von dem Feu⸗ wer genommen / ſo ſolman darzu thun Salniter / vnd lebendigen Schwebel / ſo viel deſſelbigen genug iſt / vnnd ſoll ſie des tags einmal in warmer Sonnen beſtreichen / ſo wirdt dieſelbige heylen. Sder. Rec Baumoͤle/Hartz von den Zederbaͤumen / oder Wach⸗ holder oͤle / duͤnnes Bech / jegkliches neun pfundt / Schwebel zwey loth / vnnd gleich fo viel geld Kupfferwaſſer / Myſi genandt / Judenleim vier loth / wachs vnd Alaun / Hartz vnnd Salniter / jegkliches ein viertels pfundt / Eſſig drey pfundt vnd vier vntzen / ſolche follman mit einander ſieden / biß ein Salb dar⸗ auß werde / vnd ſol die reudige Haut darmit ſchmieren. | Item / es vertreibet auch nachfolgende Artzney Die Reude. | Rec. Den vnflat / welcher fich zu vnterſt in dem alten Harm ſetzet / ein Scru⸗ pel / Sewkoth ein loth / oͤlheffen mit ſampt den außgepreßten Oliuen / neun Vntzen / Eſſig drey pfundt / duͤnn Bech ein halb pfundt / ſiede ſolche mit einan⸗ der / vnd ehe fie kalt werden / beſtreiche das Roſſz damit des tages einmal. Rec. Froͤſch auß einem Sumpff / vnd ſehr ſcharpffen Weineſſig / Baumoͤle vnd ſelbs wachſenden Salniter / eines fo viel als des andern / vnnd laß ſie bey einem Feuwer ſieden / vnd ſchmier die Reud darmit. Oder. Rec. Gartheil / vñ Eſch von gebrandtem Roͤricht / vñ thue dazu Bb Eyhbiſch / RR Bon Artzeney Eybiſch / ſo viel dich deucht genug fein / fiede fie in Waſſer / vnd waſch darmit die ſchebige Haut. ori SR a "Rec. Delbeffen/ond fiedediefelbs als dick wie ein Honig / vnnd thue darzu die Bruͤhe / dariñen Feigbonen gekocht / Eberwurtzel / vñ ſchweinen ſchmaltz / vnd ſchmier die Reud darmit / ſo bergehet ſiſe. — Es find auch etliche / welche oͤlheffen / vnd Bruͤhe / darinnen Feigbonen geſotten / eines ſo viel als des andern / zuhauff vermiſchen / vnnd darzu thun klein geſtoſſene weiſſe Nießwurtz. — hin 9— Mancherlen gute Mictel / für die ſpitige Blet⸗ terlein/ welche ander Haut auffſchieſſeen. JE ſpitzigen Bletterlein ſoll man / wann die Sonmn ſehr heiß ſcheinet / mit einer Schrappen auffreiſſen / INN m damitdas Blut herauß flieffe, darnach follman die Wurtzel —— — 328 Baumwinden / Schwebel / duͤnn Bech / vnd Alaun / | DIS eines fo viel als des andernnemmen/ vnd zuhauff vermiſcht / darein reiben / ſo werden ſie darvon geheylet. Bi Es pflegenauch die Roſſz / ander Kreß oder Reude / vielmahls zuſter⸗ ben / wo man jnen nicht fihnellvant ſchaffet / vnd da folche lind ond nicht heff⸗ tig eingewurtzelt iſt / So ſol man dieſelbige mit heiſſem Menſchẽ Harm / dar⸗ nach mit Waſſer wol waſchen / vnnd an heiſſer Sonnen / mit dem Hartz von den Kederbaͤumen / oder Naſtix oͤle / oder mit Eſſig / darunter Neſſelſamen vermiſchet / oder mit Fiſchthran ſchmieren / vnnd ſonderlich dienet hierzu gar wol / das feißte von den Neerkeibern. Wann aber die Reude ſehr alt worden / ſo muß man auch ſterckere vnd krefftigere Artzeney brauchen / Darumb mag man nemmen Judenleym / Schwebel / Nießwurtzel / důnn Bech / Schweinen Schmaltz / alles klein zus ſtoſſen vnd zu hauff vermiſchet / eines ſo viel als des andern / vnnd wann erſt⸗ lich die Ruffen / mit einer Strigel ſein abgekratzet / vñ die ſchadhafftige Haut / mit Harm / vnd hernach mit Waſſer gewaͤſchen / ſo ſol man jetztgedachte ſalb / darein ſchmieren. Es hat auch etliche mahl geholffen / wo man die ſchebige Haut / auß dem grundt mit einem ſcharpffen Schermeſſer hat hinweg geſchnitten / vnnd ſoll als dañ die offenen Schäden heylen / wie wir auch oben gedacht / mit düns nem Bech vnd Baumoͤle / dann ſolche reynigen vnd heylen die Wunden zu⸗ gleich / vnnd wann ſie wol mit Fleiſch außgefuͤllet / vnd recht zugeheylet find/ So ſoll man ſich auch befleiſſigen / damit auff den Narben widerumb Haar. wachſen / vnnd darzu dienet der Ruß / welcher ſich an En eſſel at an⸗ | der Pferdt. CXC hat angeleget / wo man ſolchen auff die Narben oder Schaͤden reibt / vñ wañ fich die Kretz wider ereygen wolte / Sp ſoll man nemmen Siebengezeit / oder Geißklee / vnd gleich fo viel des krauts Leyntotter / Seſamum genandt / klein zuſtoſſen / darauff geſtreuwet / vnnd ſolches glaubet man / ſoll auch den Nen⸗ ſchen nicht vndienſtlich ſen. | ae ! Rec. Dünn Bech / Hartz von Cederbaͤumẽ / oder Wachholder oͤle / Alaun / jegkliches ſo viel als des andern / mit Weineſſig vermiſchet / vnnd an heiſſer Sonn damit geſchmieret / wo zuvor die Ruffen vnd Schuppen ſind hinweg gekratzt worden. | Oder folbeiffe Eſchen / ſo lang darein reiben big das Blut hernach ges het / vnd darnach ſol man Silberglet / vnd Alaun klein zuſtoſſen / mie Maſtix öldarauffftreichen. Oder. Rec: Selbwachſenden Salniter und Saltz / Weitzenmeel / jegkliches eines ſo viel als des andern / mit Eſſig vermenget / vnd lege ſolches auff die reudige Haut. | - Oder nim̃ die Eſch vongebrandter Cappern wurtzel / mit Schweinem Schmaltz vermiſchet / vnd ſchmier ſie darein. | Es find auch ecliche / welche die ſpitzigen Bletterlein vnnd Reude / mit altem Kuͤeharm / vnd duͤnnem Bech / vnd Wein / vertreiben. Andere brennen alten Menſchenharm / auff gluͤenden Steinen / vnnd thun darzu gleich ſo viel des außgepreßten ſaffts / von dem kraut Wuͤtſcher⸗ ling / ehe es Stengel gewindt / vnd geroͤſtes vnd duͤnnes Bech / vnd ſchmieren die ſchebige Haut darmit / wann zuvor die Ruffen / mit einem rauhen Bad⸗ ſtein oder Strigel / ſein abgekratzt worden. — * Etliche thun den ſafft von dem kraut Wuͤtſcherling / vnd geroͤſtes duͤr⸗ res Saltz / in einen Topff von Than gemacht / vnd graben denſelbigen in den Miſt / vnnd laſſen ſolchen ein gantzes Jar im Miſt ſtehen / damit die hitz des Miſtes /ſolche wol vnter einander koche / vnd nemmen hernach dieſelb feuch⸗ tigkeit herauß / vnd ſchmieren ſie auff die reudige Haut. Von der Geſchwulſt der Hoden / der Rossi , et Se gefchwulftder Hoden/ habe gemeingllich N Si Rihre Ankunfft von Wunden / ſonderlich / wann ein gifftiges bbier / ſoſche gebiſſen oder geſtochen / oder ſo die Roß ſelbſt ein ander gebiſſen haben. | — Solchen aber kan man raht ſchaffen / ſo man wilde Kuͤrbs wurtzel / in Meer oder Saltzwaſſer ſiedet / vnd in die Bruͤhe einen Schwan tuncket / vnd das ſchadhafftige Glied darmit ee eo au ij weiß Bon Artzeney weiß / oͤl / Boͤcken Vnſchlet / vnd Eyeßweiß klein zuſtoſſen / vñ zuhau ff vermi⸗ ſchet / darauff ſchmieret. ‘ ten. | | | Wann aber bemeldte geſchwulſt / vonandern vrfachen weder auß vera wundung entſpringet / So ſoll man dieſelb des tags zwey mahl / mit warmen waſſer behen / vnd fol hernach dieſelb / vñ die fördern Schenckel / entweder mit Kreiden oder Toͤpfferthan / vnter Eſſig vermiſchet / oder mit ſafft von gruͤner Wermuth / oder mit dem außgepreßten ſafft / von dem Kraut Wuͤtſcherling / welches in dem Miſt wechſet / oder mit dem ſafft von Nachtſchatten / oder mit der Bruͤhe / darinnen Wermut geſotten / beſtreichen. Nachfolgendes Pflaſter /zutreibet auch alle Geſchwulſt / vnd wirdt al⸗ o bereyt. | | m Selbwachſenden Salniter / vier pfundt / gebrandt Kupffer / Juden⸗ leym / ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem Wege / mit den Rinden vers menget haben / Olander Rhododendrum genandt / Kupfferwaſſer / Wein⸗ heffen / Gruͤnſpan / jegkliches ein pfundt / klein zuſtoſſen / vnd mit Schweinen Schmaltz vermiſchet / ſo viel deſſelbigen genug iſt / ein Pflaſter darauß zu ma⸗ chen / vnd ſolches ſol man auff ein Leynen Thuch geſtrichen / auff das ſchmertz⸗ hafftige Glied legen. J Alte hitzige geſchwulſt kan man zutheylen / So man Saltz / oͤle / wilden Roſmarin / vnd Koͤnigeskertzen / zu Puluer verbrandt / mit Wein vermiſchet darauff ſchmieret. | - Item / es zutreibt auch nachfolgende Artzney / alle hitzige geſchwulſten / vnd verhindert vnd verzehret die Fluͤſſe / welche in die Schenckel fallen. Rec. Feigen / ſpitzen von Cypreß / Eſſig/ jegkliches drey pfund / laß folche ein zeitlang weichen / vnnd preſſe den Safft darauß / vnnd thue darzu Salniter ein pfundt / Ammoniaci ein halb pfundt / Opopanacis / Aloes / jegkliches ein Vntz / zuhauff vermiſchet / vnd die geſchwulſt damit geſchmiert / doch follmanı auch kleine Ruͤtlein von Cypreſſen / in Eſſig legen / alſo / daß der Eſſig wol da⸗ rüber gehet / darinnen zuvor Feigen geweichet / vnd ſoll jm denſelben drey Tag lang in Halß gieſſen. Wannaber die Geſchwulſt / wolt inn einen faulen / Eytterichten vnnd ſtinckenden Schaden verwandelt werden / So ſoll man nemmen / der Scha⸗ len von Granataͤpffeln ein viertels pfundt / Alaun / gelb / roth vñ graw Kupf⸗ ferwaſſer Ertzt / My ſi, Calcithis, vnd Sori genandt / vñ Kupfferwaſſer / Gruͤn⸗ ſpan / jegkliches ein Vntz klein zuſtoſſen / vnnd zuhauff vermiſchet / damit ein Pflaſter darauß werde / doch ſoll man das ſchadhafftige orth des Thiers / zu⸗ vor wol mit Harm waͤſchen / vnd hernach drey tag lang / jetztgemeldtes Pfla⸗ ſter darauff legen / vnnd ſoll erſtlichen daſſelbige allgemach vmbreytten / oder fuͤhren / vnd hernach geſchwindt damit rennen / vnd als dann ſoll man ſolches wider mit Harm waͤſchen / vnd abermals ſo viel tag das Pflaſter darauff le⸗ gen / biß es ſeine geſundtheit erlanget. — | 8 der Pferdt. CXcı Es verhindert auch die Flůß / nachfolgende Artzeney. Rec. Der wilden Zwibeln ein pfundt / fuͤnff Eyer / Meerſchnecken zwey pfundt / der ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg mit den Rinde vers menget haben / ein pfundt / Aloes / vnd gebrandt Kupffer / der Bluͤt von Kori⸗ ander / jegkliches cin Halb pfundt / zuſtoß ſolche alle klein / vnd miſche fie vnter einander. Item / es zutheylet vnd zutreibet auch die Artzeney die geſchwulſt. Rec. Der wurtzel von dem Fahrenkraut / vnd der wurtzel von Roͤhricht Knoblach / Eybiſch / Feigen / frucht von Lypreßbaum / Wachs / Viol wuͤrtzel / Fiſchbeyn / jegkliches ein pfundt / klein in einem Moͤrßner zuſtoſſen / vnnd zu⸗ hauff vermenget / vnd ſo man ſolches dem Viehe vber die Knie bindet / welche noch nicht ſind mit gluͤenden Eyſen gebrandt worden / ſo vergehet darvon alle geſchwulſt. | Es find auch etliche / welche Wachs ſechs pfundt / mit Hirſchenmarck / Galbani / weiſſen Viol / weiſſen Pfeffer / Ammoniaci / Terpentin / Entian / jegkliches ein viertels pfundt / klein zuſtoſſen vnd zugangen / vermiſchen / vnd wann es die notturfft erfordert / brauchen. Von den Wunden der Roſß / welche in den ho⸗ len Leib gehen. Rſtlich / ſol man das Haͤutlin / oder den Schlie⸗ men / welcher den Magen / Leber / vnd alle Ingeweid vmbgibet / en EC) mit einer Nadel / dardurch ein Wuͤllener wolgedretber ftarcker RE Faden gezogen gleicher geftalt / wie andere Wunden hefften / doch daß die oͤrther / oder knoden außwartz kommen / ond follhernach die ver⸗ wundte Haut / ſampt dem feißten / mit einem ſtarckt henffen gewachßten Fa⸗ A den / wol zuſammen ziehen vñ hefften / damit die Lippen der YBunden/ wol an einander kommen / vnd fol als dann ein Wundtſaͤlblein / oder andere gebuͤrli⸗ che Artzeney darauff legen. Wañ aber ein hitzige geſchwulſt iſt mit zugeſchlagẽ / So folman Kreis den / vnter Eſſig vermiſchet / darauff ſchmieren / vñ hernach vber den ſibenden tag / die Hefft auff loͤſen / vnd die Faͤden herauß nemmen. Daaber ein Darm zur Wunden herauß gehet / So ſoll man einen Schwamb in warm Waſſer tuncken / vnd wider außdrucken / vnd damit den Darm wider hinein drucken / dañ ſo man jn mit der Handt anruͤhret / ſo wuͤr⸗ dedie geſchwulſt ſich deſto mehr (wie alle geſchwulſt / ſo man fie mit der Hand angreifft / zu thun pfleget) entzunden. o aber ein Darm verwundt / oder von vberfluͤſſigen windigen duͤn⸗ ſten zuſprungen / oder zuriſſen iſt / ſo iſt kein Hoffnung vorhandẽ / daß es moͤcht | geheylet werden. Sb iii Wann | Bon Artzeney | | Wann aber der Schliemen / fodie Ingeweid infich ſchleußt / herauß ſtehet / ſo ſoll man denſelben mit einer Scheer abſchneiden / denn es iſt nichts nutz / daß man jn wider hinein ſtoſſe. | Da aber ein Roſß verwundet ift/ onnd nichts zu der Wunden herauß gehet/fo ftrampffelt das Roſſz mit dem fördern Fuß /ond ſihet gar trauwrig / ond lauffer Blut zudem Hindern herauß / vnd da folches gefthicht/fo iſt grofe fe gefahr des Lebens vorhanden / dann darauß abzunemmen / daß etwas ins wendig in dem Leib verwundet ſey. So aber cin Wund tieff in das Fleiſch gehet / So ſol man leynene fehs fein vnd INeiffel/in öl vnd Eſſig getunckt / darein ſtecken / oder legen / vnnd die Wund mit Heffthecklein wol zuſammeu ziehen / damit die Meiſſeln vñ fehs⸗ lein darinnen bleibẽ / doch were beſſer / daß man wuͤllene fehslein darein leget / v mñ drey tag lang alſo verbunden lieſſe / hernach ſoll man die Heffthecklein hin⸗ weg nemmen / vnnd die Wundt wol mit warmen Waſſer behen / vnd Eruen Meel darein ſtreuwen. | Die Wunden onderdem Knie / pflegen auch ſehr ſchwerlich zu heylen / fo wol ale die jhenigen/welche in einem Glied find/da fein Steifch noch Haut vorhanden. | | Welche munden auch indag hindere theil des Leibes/ nahendt bey dem Geſchefft gehen / auß denſelbigen pflegt der Krampff / vnd zuſammenziehung der Neruen zu folgen / vnd das Roſſz muß bald darvon ſterben. zuſprungen ſey Tranck einfloͤſſe. | | Rec.Teuffelskoth zweyer Bonen groß / zutreib folchen in Waſſer/ darun⸗ ter Weineſſig vermiſchet / beyder zugleich ein Noͤſel/ vnd geuß es dem Roſſßz in die Naßloͤcher. | | Oder nimb Eſch voneinem Herde / vñ vermiſche dieſelb onter ein Kan⸗ ne Waſſer / vñ ſeyhe ſolches wider durch ein leynen Thuch / cs ſol aber die Eſch von Buchen / oder von Eychen holtz gebrandt ſein MT M Der nimb denrotten Safft Acatiz, vngefaͤhrlich ein vntz / vnd zutreib jn in einem Noͤſel Waſſer / vnd floͤſſe hm daſſelbige hinein. — Oder ne | der Pferdtc. CXCcIII Oder nimb einen Granatapffel / in einem Noͤſel Wein zutrieben / vnnd geuß jhm denſelbigen in den Halß. | Daaber ein Roſſ / ſo bald es gefallen iſt / pferchet / vnd duͤnner koth zu dem Hindern herauß lauffet / ſo iſt ohne noth / daß man jhm etwas eingieſſe / dann es iſt mit jm auß / vnd muß bald ſterben. Soaber ein Roſß das ander ſehr vbel ſchleget / ſo iſt gar gut / daß man nemme Eruen / Fenchelſamen / vnnd Feigbonen / jegkliches anderthal pfundt / gar klein zuſtoſſen / vnd durchgeſiebet / mit einem pfundt Honig / einen Teig / EM darauf machet/ond ſechs Tage lang / dem Ro inden Ras chen ſtecket. * * Wie man erkennen moͤcht / daß ein Roſſs/ durch einen ſtreich eines andern Roſſes / den Schlimen in dem Leib zu⸗ riſſen / welcher die Ingeweid auffenthelt / daß ſie nicht in das Geſchefft fallen / vnd was darauß folget. e Roſß pflegen offemals ein ander mit den Huͤ⸗ (SS fen / geſchwind / vnd ſehr ſtarck in die Weich zu ſchlagen / daß auch offtmahls der Schlime zureiſſet / vnnd die Ingeweid in das Ge⸗ ſchefft fallen / darumb muͤſſen auch dieſelb als baldt ſterben. | Es TS Von Artzeney Es folgen aber dieſe zeichen hernach / Das Geſchefft wirdt groß / vnd das Roß ſtuhzet inn denn gehen / kan nichts freſſen / noch auff den Schenckeln wol ſtehen / ſondern fellet darnider / vnd weltzet ſich / vnd wendet ſich auff den Ruͤcken / vnd lebet alſo einen tag oder zween / vnd am dritten ſtirbet es. Doch fallen nicht baldt den erſten tag die Ingeweid in das Geſchefft / nn hernach / vnd fo jemand gefellet,fo mager jnen Saltz oder MNeerwaſſer / mit Wein vnd oͤl vermiſchet / in den Leibgieffen. 7 Da aaber ein Roſſz das ander beiffet/ fo ſoll man die Wund mit Saltz⸗ waſſer außwaͤſchen / vnd wo eine Nerue oder ein Spanader darvon verſehret iſt / ſo pflegen ſie baldt vnſinnig / oder Cholerent zu werden / darumb ſollman men / wie wir oben gedacht / mit Eybiſch rahtſchaffen. “ Von den Beynbruͤchen der Rofls. KERDRS An ein Roſß vnter dem Knie / an den hindern oder fordern Schenckeln / ein Bein zubricht / ſo folman jm das ſelbe auff dieſe wege wider heyſen. Erſtlich/ ſol man die zubrochenen Beyn / gerad vnd ſchnur⸗ recht wider auff einander richten / vnd hernach eine feißte oder ſchmutzige Wollen darauff legen / vnnd Leynene binden / in oͤl vnnd Eſſig ge⸗ tuncket / alſo feucht herumb winden. Ren Es ſollen aber ſolche binden lang / gleich / nicht gedrehet / weich vnd lind ſein / vnd ſoll widerumb auff dieſelbige / eine Woll in Öle vnnd Eſſig getuncket / iegen / vnd auff dieſelbige drey Schinen binden / vnnd das rechte Schienbeyn viertzig Tag alſo gebunden laſſen / vnnd es iſt genug / wo mandiebindeninn zwentzig Tagen / dreymahl auffloͤſet / vnd widerumb zubindet / vnd ſol die bin⸗ den / taͤglich mit oͤle vnnd Eſſig beſprengen / oder befeuchten / vnd ſo man die Band abnimpt / ſol man allezeit die Schienen wider auffbinden. | Nach verfcheinung der vierßig tag / wann die Beinichte ſubſtantz / oder Callus / in den Beynbruͤchen gewachſen / vnd die Beyn wol wider befeſtiget hat / alſo / daß auch das Roſſz darauff tretten / vnd darmit fortgehen kan / So ſoll man die Binden hinweg thun / vnd den Schenckel mit einem Vngent von Schmer / oder Schmaltzen bereyttet / welches vnden beſchricben / wol ſchmie⸗ ren / vnd ſoldas Roſſz allgemach fortgehen laſſen. | = Wanm aber ein Thierden Schenkel / nahe ober dem Knie entzwe bricht / So ſol man folchen Bruch mit der Handt nicht anrühren/dan er vn⸗ muͤglich zu heylen. Da aber das Höfen Beyn zubrochen / fo iſt groſſe gefahr darbey / vnd wenig hoffnung der geſundtheit zugewarten. | So aber die Buůg / oder das nechfte Beyn darunder / zubricht / So man ſie ‚der Pferde. excıH manfie garnicht heylen / dañ es folget der Krampff / vñ außdenung der Vers uen hernach / welche das Haupt gar an die Bruſt ziehen. ee ʒañ aber neben einem Beynbruch / auch ein windt / oder verrenckung vorhanden / So iſt es auch ſehr faͤhrlich / vñ alle muͤhe verloren / die man dar⸗ auffwendet. in e lervictat Dn Die zubrochen Riben aber / werden gar leichtlich geheylet / vnnd ſo ein fauler Schaden / zuvor allda geweſen / ſo wirdt ſolcher darneben Curirt. Man ſoll auch fein Glied / an dem orth / da der Beynbruch geweſen / mit einem gluͤenden Eyſen brennen / dann die beynichte Subſtantz / oder Cal⸗ lus / welcher zwiſchen dem Beynbruch gewachſen / wuͤrde ſich daruon abloͤ⸗ fen / vnnd muß auff das neuwe wider geheylet werden / welches dann auch ſchwerlich wol geſchehen kan. | Da aber ein Thier / vnnd ſonderlich ein Naul oder anderer Efel/ die Spindelanden Schenckel entzwey bricht (die fan nimermebr wider zubauff wachſen / weil ſie gar fein Marck hat / ob gleichdas X bier fonft fehr biutreich iſt. Wannaber cin vierfuͤſſiges Thier / das Schienbeyn zubricht / vnd dar⸗ neben das Beyn auß feinem gelenck kommen / So ſol man beyn recht einrich⸗ ten / vnnd daſſelbige mit nachfolgender Artzeney / warm ſchmieren / vnnd mit der Halffter hoch in die hoͤhe binden / vnd ſoll erſtlich das zuſchwollent Glied wol mit oͤle vnd wein beſtreichen. Rec. Bech ſibenthalb loth / vnd zwey Scrupel / Opopanacis / Terpentin / Vogelleym / Wachs / jegkliches zehen pfundt / Judenleym oder Bergwachs fuͤnff pfundt / Ammoniaci / Fichten Hartz / Galbami / jegkliches ſechs pfundt / der kleinen ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem Weg mit den Rinden vermiſchet habẽ / Bdellij jegkliches vier pfundt / HRyrrhen zwey pfundt / was zugehen kan / ſoll man vber einem Kolfeuwer zugehen laſſen / vnd ſoll hernach die andern gepuluerten darzu vermiſchen / vnnd auff ein Leynen Thuch ſtrei⸗ chen / vnd auff den Schaden legen. | ann ein Beyn an dem Kopffiftzubrochen / oderdas Gehirn, oder deſſelbigen Heutlein verwundet, fo onterlauffen Die Augen mit Blut / vnnd gehet auch Blut zuden Naßloͤchern herauß / vnnd die Augen werden darmit erfüllet/ond die Schenckel fangen an zu geſchwellen / darumb ſoll man zu ſol⸗ chen keine Artzeney brauchen / dañ ſie koͤnnen doch bey dem Leben nicht erhal⸗ ten werden. Etliche bewerte vnd gute Pflaſter / zu den Beynbruͤchen. Jeſes Pflaſter ſchreibet man dem Hierocli zu / vnd 5% folches heylet vnd befeſtiget die Beynbruͤche. G * C Rec. 2 Von Artzeney Ree. Silbergleth /Eſſig / jegkliches ein pfundt / oͤ anderthalb pfundt / Am⸗ moniaci / Terpentin / iegkliches ein viertels pfundt / Wachs / Hartz / jegkliehes vier loth / Judenleym / Bech / Gruͤnſpan / jeglliches ein Halb pfundt / die Syl⸗ bergleth/ ſoll man mit dem oͤle vñ Eſſig wol ſiden laſſen / vnd wann fie anfan⸗ gen dick zu werden / ſo ſo man das Bech darzu thun / vnd wañ daſſelbig auch zugangen / ſo ſoll man die Pfanne von dem Feuwer abheben / und den Juden⸗ ieym / wol mit einem Spaten vnter einander vermengen / vnnd letzlich die an⸗ dern darzu vermiſchen / vnnd wider ſo lang ſieden laſſen / biß ſie wol vnter ein⸗ ander / vnd ein gebuͤrliche dick bekommen. Es iſt auch ein ander Pflaſter / welches man Barbarum nennet / vnd iſt gar gut zu den Beynbruͤchen / vnd wirdt alſo bereyt. Rec. Scharpffen Eſſig / gemein Baumoͤle / Silbergleth / jegkliches cin pfundt / hart Bech / Wachs / jegkliches ein halbes pfundt / Judenleym / vier Vntzen / Ammoniaci vier loch / die Silbergleth ſoll man klein zuſtoſſen / mit dem oͤle vnd Eſſig ſieden / vonnd wann man dieſelbige wider von dem Feuwer hat abgenommen / vñ ein wenig kuͤel worden / So ſol man erſtlich darzu thun die jhenigen / ſo zugehen vnd ſchmeltzen koͤnnen / vnd hernach die andern klein gepuͤluert / darunter vermiſchen / vnd wider ſo lang ſiden laſſen / biß ſie dick ge⸗ nug werden / zu einem Pflaſter. * Item / es heylet auch gar wol die Beynbruͤch / nachfolgendes gelbes Pflaſter / welches man auch der Farb halben/Emplattrum Hauum nennet / vñ ſolches bereytet man alſo. Rec, Duͤnn Bech ein pfundt /Wachs vier loth / der kleinen ſtůcklein Wey⸗ rauch / welche ſich auff dem weg / mit den Rinden vermiſcht haben / zwey loth / Ammoniaci vier vntzen / duͤrr Hartz vnd Salbani/ jegkliches ein vntz / Wein⸗ eſſig ein Noͤſel / vnd man ſol erſtlich das Bech / in dem Eſſig ſieden / vnnd her⸗ nach das Ammoniacum / bey dem Feuwer zutrieben / darein thun / doch were beſſer / daß man das Ammonigcum / mit Eſſig weich machet / vnd hernach in die Pfanne zu den andern göffe/onnd letzlich follmandas Hartz die ſtuͤcklein Weyrauch / vnd das Galbanum / darzu vermiſchen. h Man findet auch wol etliche / welche die Beynbruͤch mit dieſer Artzney eylen. Rec. Alt Baumoͤle anderthalb pfundt / Schweinen Schmaltz / ſelb⸗ wachſenden Salniter/ jegkliches ein pfundt / ſiede ſolches fo lange / biß es Bleßlein gewinnet / vnd lege es lau⸗ licht warm / auff den Beyn⸗ bruch. Ron a; der Pferdt. _ EOXCI Von der Kranckheyt der Rofferinelige auß vberfluͤſſiger Gealle entſpringet / von den Griechen Cholera genandt / eh | vnd durch was zeichen fir erfandt wirdt. lich am Bauch herauß. Der Leib iſt im gar verſtopffet / vnd kan den Koth ſchwer⸗ * lich von fich bringẽ Darumb wirdt auch dieſe beſchwerung / — Sicca Lholera / das iſt / die truckene Cholera genandt. Zud dem / kan auch das Roſſz / von wegen des groſſen ſchmertzens / nicht ligen noch ruhen / vnd das Maul iſt jm ſehr hitzig vnd duͤr. Soolche Kranckheyt hat aber jhren vrſprung daher / wann die vberfluͤſ⸗ ſige Gall / oder die Choleriſche feuchtigkeyt / nicht durch jhre gebuͤrliche gen⸗ ge / noch durch den Harm / wirdt auß dem Leib getrieben / Sondern ſich allda verhelt / oder wo es zu ſehr vberritten / oder durch rennen vbermuͤhet iſt wor⸗ er Se hitz dringet am gantzen Leib / vnnd fonder, ci Diefelbigeaber/ kan man alſo Guriren, Rec, Salniter vnnd Baumoͤle / vnnd gibe dieſelbige / mit waſſer vermiſchet / durch ein Kriſtier / hinden in den Leib / vnd laß es ruhen vnd feyern / vnnd gibe hm darneben grün Graß / oder wo ſolches nicht vorhanden / Hew mit Sal⸗ niter vnd ſuͤſſem Wein / oder mit Waſſer vnd Eſſig beſprenget / zu freſſen / vnd geuß jhm darneben / die warme Bruͤhe von gekochten Bappeln / mit ſuͤſſem Wein indie Naßloͤcher / doch ſoll man ſich darneben befleiſſigen / damit das Noſß pferche / ehe man m Gerſten fuͤrgibet / vnd ſoll jm als dann / der außge⸗ preßten Bruͤhe / von gekochter Gerſten / Darunter Salniter vermenget / zu ſauffen geben / vnd darneben daſſelbe wol ſtrigeln vnd reiben. Es follaber auch das CKriſtier ein lang Rhoͤrlein haben / welches man inden Maſtdarm ſtoͤſſet / daran man einen Lidern Sack / oder Rindern Bla⸗ fen binden kan / doch ſoll der harte Koth / zuvor mit der Handt herauß genom⸗ men werden. Zeichen vnd Cur der feuchten Kholera. Ann aber die feuchte Cholera ein Roſſz pla⸗ EN \ % 9 get/önerkennetmandaffelbige/durchdiefeseichen. N) FDas weiſſe in den Augen wirdt gelb / vnd gleiſſet. Die Naßloͤcher ſtehen weyt offen. Die Lenden vnd Ohren ſchwitzen. Ge üj Auß | WVon Artzeney — Auß dem Naul gehet ihm ſehr groſſe hitz / vnd die Adern / welche vnter der Zungen ligen / ſind auch gar gelb. | ei | Wann esfich ſchuůͤttelt / ſo ſeufftzet es darneben / vnnd die Schenckel ges ſchwellen jm auch / vnd hincket bißweilen. | Vber das / laͤſſet es auch ein gelben ond Choleriſchen Harm / vnd im li⸗ gen / ſtrecket es alle vier von ſich / vnd ſeufftzet. RE Man ſaget aber / daß man ſolchem helffen kan fo man jhm ein Nöfel waſſer / darunter Weineſſig vermiſchet / zu ſauffen gibet. Wir haben aber dieſe nachfolgende gebraucht. | Rec, Kramkuͤmmel / Thymian / eines fo viel als des andern / klein zuftoffen/ Wein ein halbes Noͤſel / Honig ein pfundt vnnd drey loth / vnnd thue darzu waſſer / vnd geuß es dem Roſß in den Halß / vnnd laß jhm darneben bey den glencken Blut herauß. Ds} k Etliche befehlen / daß man fie wol ſoll waͤſchen / vnnd woͤllen lieber / daß man ſie wol ſol raͤuchern / vnd bey einem linden Feuwer waͤrmen. | Zeichen der Humide Cholera. IKTIRG Ann ein Roßmic der kranckheit beladen / wel⸗ NACH chedic Griechen / von wegen der oberfläffigen Gallen/Chole- SEN ram Humidam nennen / Sp bat daffelbige viel duͤnne Stuͤl / Dom Grimmen m demLeib / vnd wann esinden Stall fompt/ ſgſo reibet es ſich an die Krippen / vnd ſtellet ſich alſo wilde / und rumoriſch / vnd fo jemandt will zu im gehen / ſo ſchleget es nach jhm / vnd laͤſſet gar einen ſchwartzen Harm von ſich. Derhalben ſoll man jhm wilden Koͤl / klein zuſtoſſen / mit einem Noͤſel warmen Wein / in den Halß gieſſen. Oder ſol jm Opapanax / vnd klein zuſtoſſenen Dfeffer/ mit altem Wein einfloͤſſen / vnd mit gebuͤrlichem vnd geringern Futter ſpeiſſen. Die truckene / oder Siccam Choleram, vertreibt der wilde Koͤl / vñ Sal⸗ niter mit Wein zutriben / vnd in den Rachen gegoſſen / doch folmandarnchen den Nabel mit kaltem waſſer begieſſen. Stratonicus aber befihlet / daß man ein halb pfundt Honig / vnd gleich fo viel Fenchelſamen / vnnd ein quintlein Steinklee / mit einem halben Noͤſel Wein / ond gleich fo viel waſſer / ſol eingeben. Da auch der Leib verftopffet/ folmandurch eingebung eins Criſtiers / die Winde zutheylen / oder ſoll einen Diener mit der Handt in den Hindern greiffen / vnd den Koth herauß ziehen laſſen. Item / der Pferdt. CXCV Item / man fol auch demſelben kalt waſſer / zu welchem ein wenig Sal⸗ niter vermifchet/zu fauffen/ond grün Graß zu freſſen geben. Es ſind auch etliche / welche der wurtzel vonder Ochſenzung / achthalb loth / klein zuſtoſſen / mit Wein vermiſchet / eingieſſen. | Audere nemmen die zweig von Baumwinden / oder Ephaw / vñ men⸗ gen ſie vnter rotten Wein / vnd gieſſen ſie dem Roſſz in den Haiß. Etliche nemmen auch / entweder der Rinden von Öranatäpffel/ oder wilde Oliuen klein zuſtoſſen / vnd befeuchten dieſelb mit Wein / vnd ſtoſſen ſol⸗ che dem Roſſz in den Rachen / zuverſchlingen. — Wañ aber hierdurch die kranckheit nit nachlaͤſſet / ſo ſolman die Adern vber der Naſen / mit einem Laßeyſen eroͤffnen / vnd Blut herauß laſſen. So auch ein Roſß mit der feuchten / oder Humida Cholera / beladen / ſo ſol man jhm gederrten Weitzen / vnd Weitzenmeel zu freſſen geben / vnnd auch — Meiſterwurtz / mit Yilch vnd Wein zutrieben / in Rachen gieſſen. | Da aber auch ein Roſſ / mit gedachten gebrechen geplaget/ vnnd gar nicht ſchlaffen kan / fo follmanmwelfche Heydelbeer / oder wilde Nyrten / klein zuſtoſſen / vnd mit Wein gar wol vermiſchet / in beyde Naßloͤcher gieſſen / vnd fein Hew zu freſſen geben / vñ ſol jdn darneben ein gute hohe Strew machen / damit es wol lige. Es hat auch offtermahls geholffen / ſo man ſchwartze Baumwinden / oder Ephaw / klein zuſtoſſen / denſelben mit wein einfloͤſſt. | Wann aber die oberfläffige Gall / ein Roſß plaget/ So geſchwilt ihm der Bauch / vnnd kan keine Winde laſſen / Derwegen von noͤhten / daß man einem Diener die Handt mit oͤle beſchmieren / vnnd in den Hinderen greiffen/ vnd den harten Koth herauß ziehen laſſe / fo werden ſich die natuͤrlichen gaͤng widerumb eroͤffenen / vnd wañ der Koth herauß iſt kommen / ſo ſol man To⸗ ſten / oder Wolgemuth / vnd Leußkraut/Staphisagria, genañt / mit Saltz vnd geſottenem Honig vermiſchet / vnd Zaͤpflein darauß gemacht / in den Maſt⸗ darm ſtecken / dañ ſolche bewegen den Stulgang / vnd bringen die vberfluͤſſige Galle / oder Choleriſche feuchtigkeit hinweg. Etliche andere gieſſen klein zuſtoſſen Myrrhen drey Vntzen / mit einem halben Noͤſel wein / dem Thier in den Halß / vnd beſchmieren den Maſtdarm mit duͤnnem Bech / oder Theer. Andere waͤſchen den Bauch mie Meer oder Saltzwaſſer. Item / es find auch etliche / welche die Haͤupter von dem Lauch / klein zu⸗ ſtoſſen / mit gruͤner Gerſten / in waſſer ſieden / vnd gieſſen alſo den außgepreß⸗ een Safft darvon / warm in den Rachen. | Diefergebrech pfleger von Natur alle Thier / welche ſchwer trage oder ziehen / vnd fürnemlich die Raul vnnd andere Eſel / zuplagen / vnd offt gar zu toͤdten. Cc ij Zeichen Bon Artzeney N Das Roffsftöffeemitden Fuͤſſen an die Kripp / gleich als ob N es ſich foͤrchtet. Wa Menſchen nicht wol ſehen kan. * Item / es zeuhet jmmer die Halffter zu ſich / vñ weltzet ſich auch bißwei⸗ len / vnd dieſe ding folgen gemeinigklich / wann die Bruſt voller vberfluͤſſiger Gall ſtecket. Derwegẽ ſol man dem Thier an den Halß / vñ bey dem Schlaff zur Ader laſſen / vnd wol ſtrigeln vnd reiben / vnd ſoll jm hernach zwo Kannen Wein in die Naßloͤcher gieſſen / Dann durch dieſe menge wirdt gar leicht ein vndaͤuwen / vñ die Stulgenge beweget / wo es aber nicht geſchicht / ſo ſol man jhm ſchwartze Nießwurtzel / vier Scrupel / vnnd gleich fo viel Leynſamen / mit einem Noͤſel Wein / in den Halß gieſſen. | | Oder wo folche nicht vorhanden / Sp foll manihmdes Durgierenden Saffts Scammoniz, ein halb loth eingeben / vnd endtlich Wermuth/ vnd das Kraut Tauſendt guͤlden / oder Fieberkraut / mit Honigwaſſer / in die Naßloͤ⸗ cher gieſſen / vnd ſol den gantzen Leib mit kaltem waſſer waͤſchen. Oder. Rec. Weyrauch / vnnd deſſelben ſtuͤcklein / welche ſich mit den Rinden auff dem weg vermiſchet haben / vnd Nyrrhen / eines ſo viel als des andern / klein zuſtoſſen / vnd in den Halß geſtecket. N | Dvernimbeine Spitzmauß / vnnd zuſtoß dieſelbige / vnd miſche darzu weiſſen warmen Wein ein halb Noͤſel / vnd geuß ſolche dem Roſſz in das lin⸗ cke Naßloch. | Rec. Gallaͤpffel ein viertels pfundt / Thanzapffen ein vntz / vnd gleich fo oil des frembden Samens Sumachs / vnd der Rinden von einem rohten Gra⸗ natapffel/alte klein zuſtoſſen / vnnd mit einem halben Noͤſel Wein vermiſchet / in das lincke Naßloch gegoſſen. | Item / man ſol auch das Thier anreitzẽ / daß es fortgehe / Doch pflegen gemeinigklich dieſelbige / welche mit dieſem gebrechen beladen / auff allen vier Fuͤſſen zu hincken / vnd die Haut bauſſet weyt hindan / vnnd die Adern ſtecken voller Bluts / vnd der gantze Leib hitzet vnd brennet. Darumb ſol man ſol⸗ chem alſo zu huͤlff kommen. Man ſoljm an dem Halß Blut herauß laſſen / vnd den andern tag die⸗ felbige/oder andere Adern / mit einem Laßeyſen wider eroͤffenen / vnnd ſoll alle gelegenheit des Bluts / vnnd ſonderlich die Farb recht beſichtigen. Dann fo boͤß vnd ſchwartz Blut herauſſer lauffet / fo ſol man daſſelbige alſo lang ge⸗ hen laſſen / biß reynes Blut hernach fleuſſet / vnnd ſoll jhm a; ie | den Halß der Pferdt. CXCVI den Half gieſſen / vnd grünes Graf fürlegen/ auch Meel mit rothem Wein vermiſchet / zu freflen geben. 8 Dececeßgleichen ſol man auch daſſelbige / mit der Handt / vber den Rücken wol ſtreichen / vnd Die euſſerſten Glieder wol ſtrigeln vñ reiben / Damit ſich die Schweißloͤcher eroͤffenen / vnd die Haut lucket werde. Etliche pflegtẽ auch die Bletter von den Baumwinden / oder Ephaw / mit Wein zuvermiſchen / vnd indie Naßloͤcher zu gieſſen. Von dem Krebs der Roſſz. er IE Krebs follman / wo es anderſt das ſchad⸗ 7, hafftigeGlied auch erleyden kan / gantz vñ gar herauß ſchnei⸗ a den. Wann aber ſolches nicht geſchehen kan / ſo ſoll man Eſche I von gebrandten Bachkrebſen / darauff ſtreuwen / vñ hernach Fichtene Rinden / klein zuſtoſſen / vnd ſauwere Weinheffen / vnnd gebrandten vnd klein gepuͤluerten Pimbs / vnnd Wuͤtſcherling Samen / beneben der wil⸗ den Kuͤrbswurtzel / mit kaltem waſſer / vñ Weineſſig vermiſcht / daruͤber ſtrei⸗ chen oder legen / Da aber der Krebs iſt auffgebrochen / und cin offener Krebs⸗ ſchaden vorhandẽ / fo ſoll man denſelbigen nicht mit waſſer / ſondern mit weine waͤſchen / vnd dieſe Artzeney darneben brauchen. Rec. Den Teſt / welcher in den Treibherden bleibet / wañ man das Silber von dem Bley abtreibet vñ ſcheidet / oder Bleyſchweiff / oder Herdtbley / Kupf ferwaſſer / vnd die Eſch von gebrandtem Kalch / eines fo viel als des andern / klein zuſtoſſen / vnd zuhauff vermiſchet vnd vbergeleget / vnd ſol darneben das ſchadhafftige Glied wol mit Baumoͤle ſchmieren. Etliche rahten / daß manden Krebs gantz vnd gar / auß dem Glied ſoll herauß ſchneiden / vnnd das gute Fleiſch mit einem gluͤenden Eyſen brennen / vnd klein gepuͤluerte Goldtwuͤrmlein / oder Cantharides / mit Alaun vnd von den Rheynweiden / Oleum Cyprinum genandt / vermiſchet / und daruͤ⸗ er legen. Fuͤr den Krebs / iſt diſes Pflaſter ein gut mittel / daß man darfuͤr brau⸗ chen kan / welches man auß Wuͤtſcherling / Hartz / Vogelleym / vnd Galbano bereytet / vñ mit einander geſotten / alſo warm darauff gelegt wo anderſt das ſchadhafftige Glied / ſolches zuthun nicht verhindert. Wo man ſolches nicht brauchen kan / ſo ſoll man nachfolgende truckene vnd duͤnne Pflaſter nuͤtzen / vnnd ſoll alſo entweder die Eſch von gebrandten Bachkrebſen / mit ſauwerer Weinheffen darauff legen. Oder ſol Fichten Rinden / vnd gebrandten Pimbs / Wuͤtſcherling Ga⸗ men / vnnd wilde Kuͤrbswurtzel klein zuſtoſſen / mit kaltem waſſer vnnd Eſſig vermenget / daruͤber ſtreichen / vnd ſoldas Glied mit Wein behen. — Oder | Bon Artzeney DverbrauchdiefenachfolgendeArgeney: Rec, Weiſſe Heffen/ vnnd Teſt / welcher indem Treibherdt bleibet / ſo wan D das Silber von dem Bley abtreibt / oder Bleyſchweiff / oder Herdtbley / Kupf⸗ ferwaſſer / vnd Eſch von Kalch / vnd lege ſolche trucken darauff / vnd beſchmier die vmbſtehenden Glieder mit Baumoͤle. | Daaber gedachte Artzeney duͤrr vnnd hart worden fofollman Eruen Meel / mit Honigvermifcher/daraufffihmieren. J So aber ein Krebs die Augen hat eingenommen ſo ſoll man klein ges ſtoſſene Eruen / mie Roſenoͤle vnnd Eyerweiß vermenget / darauff legen / oder darauffträuffen, Wañ aber der Krebsſchaden / huͤpſch reyn ift worden / ſo ſoll man ſchoͤn reyn Honig darein legen / alſo lang biß er gar wider geheylet. Von den vbnnatuͤrlichen Leuchten / oder auffgebrochenen geſchwulſten der Roß / in welchen eine Materia gefun⸗ —5 den / die gleich ſihet wie Honig. — ZTegeſchwulſten vnd Beulen / in welchen eine — ER schegelbe feuchtigkeit / gleich wie das Honig / verborgen / vnd Ederhalben von den Griechen Neelicerides genandt werden / onnd die Bleßlein oder Bletterlein / welche ander Haut auff⸗ I ſchieſſen / ſolman / mit geraden gluͤenden Eyſen brennen / doch alſo / daß man des ſchliemens verſchone / vnd ſol alſo alle feuchtigkeit wol her⸗ auß drucken / damit nichts darvon hinderſtellig bleibe. Hernach ſol man den Brandtſchaden / mit zulaſſenem Wachs / oͤle vnd ſchmer / widerumb heylen / vñ ſol auch ſolche mit Neer / oder geſaltzenem waſ⸗ ſer / oder wo es nicht vorhanden / mit kaltem waſſer außwaͤſchen. Etlichen ge⸗ fellet auch beſſer / daß man gedachte Beulen vnd Geſchwulſten / mit glücnden. Kupfferblechen / vnd nicht mit gluͤenden Eyſen brennen ſoll. Item / es wirdt auch am ende dieſes Buchs / ein ſehr koͤſtliches Pflaſter beſchrieben / welches jetztgemeldte Beulen vertreibet. Man findet auch wol etliche / vnder dieſen vnd anderen geſchwulſten / an den Ferſchen vnd Feſſeln / in welchen entweder ein feuchtigkeyt / gleich wie Honig / vnnd in etlichen wie ein Waſſer / verſchloſſen / welche kein hitzige noch brennende Artzeney erdulden / weil viel knoͤllichte vnnd bauſſende Adern / vol⸗ ler dicken vnnd ſchwartzen Bluts herauß ſtehen / oder darunder ligen / wie⸗ wol auch etliche bauſſende Adern / offtermals nicht recht koͤnnen geſehen were den / vnd dieſelbige werden alſo erkandt / wann das Viehe in dem Stall / vnd vber ſeine gewohnheit lenger liget / vnnd nicht auffſtehen kan / man helffe ibn dann / vnd wo es auffgeſtanden / die Huͤffe vnd Schienbeyn von ſich ſtrecket / vnd ein ⸗ der Pferdt. cxcvn vnd ein wenig wider zu ſich zeuhet / vnnd dieſer gebrech / pfleget die Roſſz ges meinigelichindem Wintter zuplagen. | Es wirdt aberfolches wider zu feiner geſundtheit gebracht / wann man daſſelbige fortzeuhet/oder hin vnd wider führer. 4 Item / Delvier pfund / Ammoniaci / Bleyſchweiff / Teſt oder Hertbley / vnd Bleyweiß / jegkliches ein pfundt / gebrandt Kupffer ein loth / Gruͤnſpan acht vntzen / zuſtoß folchealle klein / vñ miſche ſie zu hauff / vnd brauch ſie wañ es die notturfft erfordert / vnnd je heiſſer man dieſe Artzeney darauff leget / jhe ehe ſich die geſchwulſt verzehret. | Item / man ſol denſelbigen bey den Anien Blut herauß laſſen / vñ einen Schwamb in waſſer / darunter Weineſſig und Honig vermiſchet / getuncket / darauff legen. | Es vertreibet auch gedachte Leuchten oder Honigbeulen / dieſe nachfol⸗ gende Artzeney. Rec. Baumoͤle zwey pfundt / Salarmoniack vier loth / Bleyſchweiff / Teſt oder Herdtbley acht Vntzen / gebrandt Kupffer / vnd Kupfferhammerſchlag / jegkliches vier loth / ſelbſtwwachſenden Salniter / fo viel deſſelbigen genug iſt / der kleinen ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich mit den Rinden auff dem weg zu hauff vermiſchet haben / Bleyweiß / jegkliches ein viertels pfundt / vermiſche ſie alle vnter einander / vnd brauch fie zur notturfft. Deßgleichen hilfft auch wol darfuͤr dieſe nachfolgende Artzeney. Rec. Salniter / der duͤrren Bletter von dem Olander / Rhododendrum oder Rhododaphne genandt / alt Schweinen Schmaltz / Judenleim oder Berg⸗ wachs / jegkliches ein viertels pfundt. Oder nimb Sarlarmoniack / Bleyſchweiff / oder Herdtbley / Silber⸗ gleth / Bleyweiß / jegkliches ein vntz / gebrañt Kupffer / Gruͤnſpan / jegkliches vier loth / oͤle ein halb pfundt / alle zuhauff vermenget vnd gebraucht Da auch ein Roſſz / mit viel bemeldten Honigbeulen / geplaget / So ſoll man Artzeney darauff legen / welche zugleich zuſam̃en heylen / vnd zuruͤck trei⸗ ben / Item / man ſol auch den erſten tag / das ſchadhafftige Glied / mit oͤle vnd Saltz wol reiben / vñ die folgende tag / mit warmen waſſer begieſſen / vnd mit Genßſchmaltz vnd Butter wol ſchmieren. Von den groſſen / auffgelauffenen / Knollichten / vnd bauſſenden Adern der Roſſz. Ann die groſſen / auffgelauffene / knollichte vñ EN ©) bauffende Adern / den Roſſen / ſchaden zufügen/fofolman mit einem ſcharpffen Schermeſſer die Haut auffſchneiden / vñ mit IP einem glůenden Eyſen brennen / vnd hernachoͤl vnd Saltz / ze⸗ = Nhen tag nach einander hinein reiben / vnd wann ſie darvon nit Dd verſchwinden / Bon Arkenen verſchwinden / vnd das Thier ferner beleydigen / Sofollman auf gedachten knoͤllichten Adern Blut herauß laſſen / ſo wirdt das Roſſz wider fein geſund⸗ heit erlangen. | | | Bißweilen pflegen auch erwehnete bauffende Adern / die Roſſz alſo zu⸗ verletzen / daß ſie auch / wann ſie nach dem Schlaff erwachen / vnd auffſtehen woͤllen / die Schenckel alſo von ſich ſtrecken / gleich als hetten ſie die ſelben gar verrencket / derwegen von noͤten / daß man die Haut mit der Handt wol nider⸗ drucke / vnd reibe / vnd ſich befleiſſige / damit das Roſſz hin vnd wider gehe / vñ wo ein verrenckung des Gliedes darneben vorhanden / ſo ſoll man ſolches in feine Stell / gebuͤrlicher weiß / als bald wider einrichten. Eines andern meynung / von den. Ho⸗ | nigbeulen. FRE RD Imb Alaun / vñ zutreib ſolchen in ſehr ſcharpf⸗ E tem Weineſſig / vnd reib die Schenckel damit ohn vnterlaß. Al Gleiche krafft hat auch diefe Artzeney. Rec. Saltz / welches man auß der Erden grebt / Nießwurtzel jegkliches ein halb loth / vnd gleich fo viel gebrandt roth Kupfferwaſſer Erdt / Operment ein quintlein / vnd vermiſche ſie zu hauff mit Honig / ſo wirdt ſich die Geſchwulſt darvon eroͤffnen / vnd die boͤſe Eytterichte feuchtigkeit / welche darinnen ſtecket / ohne auffſchneidung herauß flieſſen. Item / Rec. Acatiæ, der gebrandten vntern oder oͤbern Ofenbrüch/ auß den Schmeltzoͤfen / wann man Kupffer machet / Gruͤnſpan / ſchwartze Nießwurtzel / Judenleym oder Bergwachs / rottẽ Salniter / gebrandt Kupf⸗ ferwaſſer / alt Schweinen Schmaltz / Baumoͤle / Salarmoniack / vnnd roth Kupfferwaſſer Ertzt / eines fo viel als des andern / klein zuſtoſſen ori mit dem Bergwachs vnd altem Schmaltz zulaſſen / vermenget / daß ein Pflaſter dar⸗ auf werde / vnd ſolches ſol man auff ein Leynen Thuͤchlein ſtreichen / vñ vber⸗ legen / vnd alleweg ober den andern Tag wider auffbinden / biß ſo lange / daß man ſihet / daß die Leucht oder Geſchwulſt / viel kleine Loͤchlein befommen/ dardurch die boͤſe feuchtigkeit herauß flieſſen moͤchte / vnd ſo man dieſelbig wol herauß gedrucket hat / So ſoll man den loͤcherten Schaden / mit dieſer Artze⸗ ney / welche man von Eſſig / Oele / Silbergleth / Bech / Judenleym vnd Am⸗ moniaco bereyttet / außtrucknen vnd heylen. Da auch auß viel gedachten Honigbeulen / ein Eytterichte feuchtigkeit fleuſſet / So ſol man folgendes Pflaſter darauff legen. Rec. Gemein Baumoͤle vier pfund / Ammoniaci / Bleyſchweiff / Teſt / oder Herdtbley / gebrandt Kupfferwaſſer / jegkliches anderthalb pfundt Grüns fpan ein halb pfundt / Bleyweiß anderthalb pfundt / ſiede ſolche alſo lang / big ein Pflaſter darauß werde. 2 Nach⸗ | N yüay: CXCVII MNachfolgendes weichmachendes Pflafter/wirdt alſo bereyt: Thue in ‚ine Küpfferene Pfanne oder Tiegel / ein wenig Baumoͤle / vnnd wan es iſt warm worden / ſo thue darzu Silbergleth anderthalb pfundt / vñ gleich ſo viel Schweinen Schmaltz / vnd da man ſolche wider hat durch ein Thuch geſey⸗ het / ſo vermifchedarzu Wachs anderthalb pfunde / Hartz ein pfundi dünn Bech ein halb pfundt / roth Kupfferwaſſer Ertz zwey loth / gelb Kupfferwaſ⸗ fer Erst ein haib pfundt / vnd gleich fovieldes Gummioder Hartzes von E⸗ phaw / oder Baumwinden / Opopanatis vier pfundt / Galbani vier Vntzen / Saltz nicht gar ein pfundt / Eſſig ein halb pfunddd. | Deßgleichen koͤnnen auch/durch dieſes Pflaſter / die Honigbeulen vers trieben werden. a h — Rec. Baumoͤle / vnnd geuß es in einen kuͤpffern Tiegel / vnd laß es ſieden / vond thue darzu Wachs ein pfundt 7 Bleyſchweiff / Teſt / oder Herdtbley / Stopffwachs oder Vorſtoß// mit welchem die Bienen die — vnd Lö, cher in den Bienſtoͤcken verkleiben / Silbergleth / jegkliches ein halb pfundt / vnd ſolche fol man allezeit / in einem Pfaͤndtlein warm gemacht / ober die Ge⸗ ſchwulſt oder Leuchten legen. | TE N na | Item / es verzehretauch und zutheylet die newlich gewachſenen Honig beulen / nachfolgende Artzeney. | zig er Rec. Effigein halbes pfundt / vnd gleich fo vie! Solarmoniack, der Srucht oder Boͤrlein von dem Ephaw / oder Baumwinden / vnnd Roſmarin / iegkli⸗ ches vier Vntzen / Thauben Neiſt / ſechs Pfefferkoͤrner ſchwer / der ftuͤcklein Weyrauch / welche ſich mit den Rinden auff dem weg vermiſchet haben / vier loth / Kalch vier Vntzen / ſolche ſoll man alle ſampt in einen Topff thun / vnnd erſtlich den Eſſig darein gieſſen / darnach darzu thun das Ammoniacum / vnd ſtuͤcklein Weyrauch / vnnd letzlichen die anderen ſtuͤck / vnnd wann ſie geſotten haben / ſo ſoll man ſie von dem Feuwer herab nemmen / vnnd cin Pflaſter dar⸗ auß machen / vnd daſſelbige auff ein leynen Tuch ſtreichen / vñ mit einer binde auff die Geſchwulſt binden / vnnd nach fuͤnff tagen wider auffloͤſen / vnd mit warmem waſſer begieſſen / vnnd hernach widerumb ein wenig des Pflaſters warm gemacht / darauff legen / vñ alſo wird ein Roſſz dieſer beſchwerung ent⸗ lediget / vnd widerumb geſundt werden. Von den Bletterlein der Roff. WBer dem Huf / an dem ort / da die Haar heruͤ⸗ Rber hangen / wie ein Krantz / pflegen anden Schenckeln kleine Bletterlein vff zu ſchieſſen / gleich wie Senffkoͤrner / oder auch ein wenig groͤſſer / vnnd auß ſolchen allen / wirdt als dann ein 7 groffe Blaſe / oder Blatter gemacht / welche fuͤrnemlich von Rennen / langwiriger Reyſe / vnd ſchweren Laͤſten jre ankunfft Haben. N Dd j Solche BondArkenen Solche aber kan man vertreiben,fo man die Bletterfein mit eim Pfrie⸗ men oder ſpitzigẽ Nadel / durch ſtichet / Damit die böfe feuchtigkeit herauß flief⸗ ſen mag / vnd als daũ mit oͤle vnd Saltz wol reibet / vñ ein Cerat / von Wachs vnd oͤle bereyt / darauff leget. | Diefe Artzeney / Curirt ond verzehret auch alle Bletterlein. | Rec. Roth Kupfferwaffer Ertzt / Gruͤnſpan / jegkliches ein viertels pfund / Fenchel / Gelb Kupfferwaſſer Ertzt / jegkliches vier vntzen / Kupfferwaſſer / Gallaͤpffel / Weinheffen oder Weinſtein / Hark võ dem Ephew / oder Baum winden / jegkliches ein viertels pfundt / der Bluͤt von dem Kramkuͤmmel / ſo viel deſſelbigen gnug iſt / ſolche ſol man alle in ſcharpffen Eſſig legen / vnd her⸗ nach klein zuſtoſſen / vnnd ein Salben darauß machen / vnd wann ſie wol iſt trucken worden, ſo ſol man dieſelbige brauchen. * | Item / man follnemmender bletter vondem Dlander / Rhododendron genañt / ein loth / Senethbletter / Euphorbium / jegkliches ein quintlein / Tau⸗ benmiſt ein loth / vñ gleich fo viel Kreßſamen / Kellershalß ein halb loth / truck nen Ydeerſchwam / drey quintlein / on ſol ſolche alle zu kleinem puluer ſtoſſen / vnd vnter Schweinen Schwaltz vermiſchen / vnd auff das Glied ſchmieren / da die Bletterlein ſind. | Daaber auch kleinefpißige Bletterlein bey den Huͤfen auffſpringen - vnd einenoffenen Schaden machen ſo lauffet ſehr vielböfer feuchtigkeit her⸗ auß / derwegen von noͤhten / daß man vber dem Glenck ein Ader ſchlage / vnd Blut herauß lauffen laſſe / vnnd hernach nemme gruͤne vnreiffe Feigen / klein zuſtoſſen / vnd in Wein wol geſotten / vnnd mit Kuͤhkoth vermenget / darauff leget. | Soaber gedachte Artzeney / gar nicht helffen will / ſo folman die Adern bey dem vnderſten Gelenck ſchlagen / vnd ein halbes Noͤſel Blut herauß flieſ⸗ ſen laſſen / vnd ſoll hernach gedoͤrret / oder geroͤſtes Saltz / mit ͤle vermenget / darauff legen. | Item / die Elein zuftoffen Huͤlſſen vonden Bonẽ / mit einem wenig Ho⸗ nig vermiſchet. Item / man ſol auch das Glied / an welchen die Bletterlein erſcheinen / ſchrepffen / vnnd wo die boͤſen feuchten dardurch gar hinweg kommen ſind / ſo fol man das Glied / mit Waſſer darunter Weineſſig vermiſchet / behen / vnd hernach ein Pflaſter von Galbano bereyt / darauff legen. an findet auch wol etliche / welche Miſt nemmen / vñ darzu thun Die kleinen ſpitzen von den Naulberbaͤumen / oder derſelben wurtzel / klein zuſtoſ⸗ ſen / vnnd ſieden ſolche inn einem waͤſſerichten Wein / vnnd legen es auff das ſchadhafftige Glied / vnd hernach brennen ſie die Huͤffen / bey dem oͤber⸗ ſten Gelenck / mit einem gluͤenden Eyſen / vnd wañ ſie beſ⸗ ferung befinden / ſo geben ſie dem Roſſß warm waſſer zu ſauffen. | | Durch Durch waferlen mittel man die Stiefft der Roff/ welche ineinem Glied ſtecken fol wider herauß ziehen. KIRE Ann ein Stieffc/oder ein Spis/ oder auchein kleines Beynlein / oder fcharpffes Schirben / vñ dergleichen / BIN Dem Roſß indem Hufe ſtecket / So ſol man ſolche alsbald wis der herauß ziehen / vnd die Wund wol reynigen / vnd die Artz⸗ ney / welche man auß Gruͤnſpan / oder gelben Kupfferwaſſer Ertzt / bereytet / oder ſonſt ein ander Wundtſaͤlblein darein ſchmieren / welche den offen Schaden wider zuhauff heylen möchte/onnd oben darauff ſoll man Par. Alaun vermiſchet / legen unnd damit den Schaden gar zu ey cn. Von den geſchwul⸗ en / der Roſſz. O ein En / oder Eyttericht Geſchwuͤr / ſein Z ankunfft hat von ſpringen / weltzen / ſchlagen / oder fallen So SM ſoll man gar klein zuſtoſſenen Kalch / vnter Wein vnd oͤle ver⸗ = mifchen/biß cin Saͤlblein darauß werde / als dick wie ein Ho⸗ M nig / vnd ſol damit dag geſchwollen Glied ſchmiren / doch alſo / daß man auch die geſunde Haut damit beruͤhre. Oder ſol nemmen reyn vnd ſchoͤn Weitzen Meel / vnd vnter guten Eſſig mengen / vnnd darzu Ha der ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg mit den Rinden vermiſchet haben / ein halbes loth / klein zuſtoſſen / vnnd auff das ſchadhafftige Glied legen / damit es auch ein theildes gefunden Glieds begreiffe. Von den Blutſchweren der Roſſz. BO einem Roſſz Blucſchweren auffſchieſſen / So ſoll man hierzʒu nemmen die Spitzen von Cypreſſen / vnnd ein pfundt Gallaͤpffel / Elein zuſtoſſen / vnnd ſoll Schweinen —ER Schmaltz / vnnd Wachs / jegkliches ein halb pfundt darzu ver⸗ miſchen / vnd darauff legen. Oder ſoll vnreiff Eychaͤpffel / ongefaͤhrlich cin pfundt / vnter Eſſig vers miſchet / darauff ſtreichen. Item / man ſoll auch darfuͤr brauchen / des Roſſes eygenen Harm / vnd damit die geſchwulſt taͤglich waſchen / vnnd daß man hernach ſoll ſchwartzen Kalch ſo lang darauff ſchmieren / biß ſie vergehet / vñ das Glied ſeine geſund⸗ heit erlanget. Dd itij Wie Bon arte Wie vnd welcherley geſtalt / man die offenen Brand⸗ ſchaͤden der Koffzswelchenach gebrauchten gluͤenden Ey⸗ ſen hinderſtellig —— Depie: ZU, MAAS: 7 in 4 “RE U UN 1 1104 \ NZ Ann es die naeh erfordert / Saft mat ein Roſſz / mit einem gluͤenden Enfen brennen muß /fofolleman 6 den erſten Tag / die euſſerſten theyl an dem Brandtſchaden / beneben den Ruffen / mit klein zurieben Saltz / vnter oͤle ver⸗ miſchet / ſchmieren / vnnd hernach die andere folgende tag/mit dem vnflat welchen man in dem Bad vonder jungen Knaben Leib abſcha⸗ bet / die zuvor mit oͤle beſchmieret waren / beſtreichen / damit die Brandtruffen / ſich deſto ehe abloͤſen / vnd abfallen / vnd als dann fol man gedachten Scha⸗ den / mit altem Baumoͤle vnd warmen waſſer / zu hauff ver nſchet⸗ wolwa⸗ ſchen / vnd wann derſelbige huͤbſch reyn worden / So ſoll man Wein / le vnnd Eruen Meel / vnter einander mengen / vnd darauff legen. | Soaberjeßtgedachter Vnflat / von jungen Knaben nicht vorbanden/ fo ſoll man an deſſelbigen ſtat nemmen Wachs / Theer oder dünnes Bech / Schweinen Schmaltz / Saltz vñ oͤle / zu hauff gemiſchet / vnd mit einer Feder daruͤber ſtreichen. Daauch — — — un Mn Am sin % [7 HT u } Er (gu * en 14 AB * Ss | der Pferd“, cc Da auch die Ruffen/ innerhalb ficben Tagen von der zeit an / da ſie erfilich finde geſchmieret worden nicht von dem Brandtfchaden abfallen, fo iſt zu beſorgen / daß nicht etwas allda hineinwartz zuſprungen / oder aber zu —F ſey / vnnd alſo groſſer vnvermeidlicher Schade vnd gefahr hierauß er⸗ Ige | \ Die befte zeit aber / zu dem brennen / iſt in dem Lengen/ vnd auch indem Sommer. Ettliche andere nemmen Wache einpfunde / Stopffwachs oder Bors ſtoß / damit die Bienẽ die Klunſſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / Ammonia⸗ ci/ jegkliches vier loth des feißten von der ſchmutzigen Wollen / Octypum ges nandt / ein Vntz / Gaͤlbami / der frücklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg mit den Rinden vermenget haben / jegkliches zwo vntzen / Vogelleym vier vn⸗ tzen / ſelbwachſenden Salniter ein vntz / Pfeffer vier loth / zu hauff vermiſchet / vnd damit die Ruffen beſtrichen / ſo werden ſie allgemach darvon abfallen. Oder. Rec. Wachs ein pfundt / Stopffwachs oder Vorſtoß damit die Bienen die Klunſſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / ein vntz / Ammoniaci zwo Vntzen / des feißten vonder ſchmutzigen Wollen ein Vntz / Galbani vier loth / Judenleym vier Vntzen / Opopanacis / Salniter / jegkliches vier loth / Alaun ein Vntz / Pfeffer / Vogelleym jegkliches vier loth / Schwebel ein Vntz / zu hauff vermenget. Von den Wartzen der Roſſz / welche an den Feſ⸗ ſeln zu nechſt ober dem Hufe wachſen. — SE hangende vnnd ſitzende Wartzen / welche J er bißweilen / ſo man fie oberfich zeuhet / einen ſchmertzen erwe⸗ cken / gleich als hett jemandt ein Amaiß gebiſſen / da ſie in den Roſſen / Maul vnd andern Eſeln / an den euſſerſten Gliedern — > erfcheinen/fofoll man ſie gar nicht mit gluͤenden Eyſen bren⸗ nen / ſonder viel mehr hinweg ſchneiden / vnnd mit einem Glaſe beſſer abſcha⸗ ben / vnd roth Kupfferwaſſer Ertzt / gar klein zuſtoſſen / darauff binden / vnnd ſolches taͤglich thun / aber mit keinem Waſſer begieſſen / man ſoll es auch kein waſſer ſauffen laſſen / biß ſie gar vertrieben / vnnd der Schade wider geheylet ſey / vnnd ſoll ſich in dieſem gebrechen / von allen ſehr hitzigen vnd bren⸗ nenden Artzneyen enthalten / ſonderlich aber / wann ſie nechſt vbber dem Huf / an den Feſſeln ſtehen / dann die Brandtſchaͤden / werden allda ſchwerlich geheylt / etc. Von Bond — Von den Feigtwarsen der Roſß / welche anden Seffeln wachſen ondvonderabfihiefe . . .. ferung der Haut daſelbſt. N Fe Nden Feſſeln des hindern Schenckels / na⸗ hent bey der Hoͤle des Hufes / pflegen bißweilen puͤtzeln oder Sue #7) warbesuwachfen/iwelchedie Lateiniſchen / der geſtalt nach! vweil ſie den Feigen ehnlich ſind / Ficus,dagift / Feigwartzen zunennen / vnd ſolche Plagen vielmahls das Roſßz alſo / das es auch daran hincken muß / von wegen des groſſen ſchmertzens / darumb laͤſ⸗ ſet auch daſſelbige / das verletzte Glied nicht gern anruͤhren. Solchen aber ſol man auffs aller fuͤrderlichſte / mit gluͤenden Eyſen / vñ andern gebuͤrlichen Artzeneyen / zu huͤlff kommen / Dann wo ſolche beſchwe⸗ rung lang weren ſolt / wuͤrde ſie im gehen tieff in den Huf einwurtzeln / vnd ein groͤſſer hincken vervrſachen. — Mit dieſem gebrechen aber / werden fuͤrnemlich die Maul vnd andere Eſel / angefochten / aber ein Roſſz wirdt nicht leicht darmit geplaget. Eur der runden oder ſitzenden Wartzen / der Roſſz. Ann die Wartzen tieff vnd breyte Wurtzel ha, Rben / ond einen ſchmertzen erwecken / ſo man ſie vberſich zeuhet / gleich als hett jemandt ein Ameiß gebiſſen / ſo pflegen ſolche die rceutſchen runde oder ſitzende Wartzen zu nennen / vnd dieſel⸗ —Ebige vertreibet nachfolgende Artzennh. ' Rec. Erdglaß / oder vnſer lieben Frauwen Eyß / vnd Kalch Elein zuftoffen/ jegkliches ein vntz / ſcharpffe Laugen ein Noͤſel / Weyrauch ein vntz / gebrandt Weinheffen / oder Weinſtein / Eſch / Saltz / Grunſpan / vnd Eſſig / jegkliches vier loth. 2 —J J Es hilfft auch gar wol darfuͤr / ſe man nimpt gelb Kupfferwaſſer / Ertz / Myſi genañt / Kupfferwaſſer / Kalch / Gruͤnſpan / jegkliches vier loth klein z¶ ſtoſſen / Vnnd ſoll erſtlichen die Wartz / mit einem ſcharpffen Neſſer hinweg ſchneiden / oder mit einem gluͤenden Eyſen brennen / vñ jetztgedachte Arkency darein ſtreuwen. | EIOFETBIENTER NEAR? So aber gemeldte Wartzen / nahendt bey einem Aug / oder Augenglied erſcheinen / So ſoll man die Artzeney / vnter Honig wol vermiſchen / doch ſoll —7 die Wartz zuvor inn drey theyl ſpalten / vnnd ein gluͤendes Eyſen daran alten. 2 Daaber anden Fuͤſſen / offt erwehnete Warken gefunden, fofollman nemmen roth Kupfferwaſſer Ergt/ Khalcitis genandt / vier loth / Roͤttelſtein zwey loth / # zwey loth / Weinſtein vier lothlderRinden oder Schalenvon Granataͤpffel / in Eſſig geſotten / vnd vermiſche darzu den Safft von einem Granatapffel / klein zuſtoſſen / vnnd durch ein Thuch geſeyhet / vnnd ſchmiere ſolche Artzenen darauff / vnnd brauche hernach auch ein Wundtſaͤlblein / welches widerumb heylen kaeun. | % I tem / man findetauch wol etliche / welche erfilichen dierunde oder fi> tzende Wartz abſchneiden / vnd hernach Honig / vngeleſchten Kalch / vnd klein zuſtoſſene vnnd durchgeſiebte Rinden / von Weiden oder Felbern / darauff le⸗ gen / denn alſo werden ſie vertrieben / vnnd die Roſſz zu jhrer geſundtheit ge⸗ bracht. Pi | Eines andern meynung / von den runden oder N figenden Warten. | a Te runden oder fisenden Wartzẽ / pfleget man — N mit einem fcharpffen Meſſer hinweg zu ſchneiden / vnnd her⸗ N er nach Schiwebeldarein zu reiben. Oder Bergwachs / oder | >= RR Eſch von gebrandtendürren Kürbfen/ darein zu ſtreuwen. — — Ictem / es vertreibet auch die Efeh von abgebrandtem Fa⸗ renkraut / klein zuſtoſſen / vnd darauff geſtrichen / alle Wartzen. Gleiche krafft hat auch die wurtzel von dem Kraut Bockſpart / in waſ⸗ ſer geſotten / ſo man ſie drey tag lang darauff ſchmieret. Es werden auch hernachmals / vnter den vermiſchten Artzeneyen / an⸗ dere Mittel erzehlet / dardurch man die Wartzen vertreiben moͤcht / wie dann auch dieſe ſolches thun kan. | Rec. Des beften Alaunes / der mitler oder öbern Ofenbrüch auß den Schmeltzoͤfen / gelbKupfferwaſſer Ertzt / Myſi genandt / jegkliches vier loth / roth Kupfferwaſſer Ertzt / Chalcitis genandt / vier vntzen / Hartz oder Gum⸗ mui vier loth / ſcharpffe Laugen auß Eſch vnd vngeleſchtem Kalch bereyt / ſo wit derſelbigen genug iſt / die andern darmit zuvermiſchen / vnd Kuͤchlein darauß zu machen. Deßgleichen hilfft auch gar wol/ nachfolgende Artzeney. Rec. Kalch / Weinſtein / Taubenkoth / Operment / jegkliches ein Vntz / roth Kupfferwaſſer Ertzt / Chalcitis genandt / ein loth / Laug von vngeleſchtem Kalch bereyt / ſo viel jr genug iſt / vnd ſtoß die harten alle klein / vnd vermiſche fieallefamptonter einander / vnd beſtreich Die Wartzen darmit / Doch ſolley zuvor die Wartzen mit einem duͤñen Pferdts Haar / oder kleinen Sey⸗ ten / gebunden werden / vnd wann ſie ſind gar herauß ge⸗ fallen / So ſoll man gedachte Artzenen / trucken darein ſtreuwen. Ge Bon | Bon Artzeney — Von den Krempfichten Roſſen / welchen die Ner⸗ uen vnd Spannadern zu kurtz werden. O EVN krempfichten Roffen/chne der Halß wehe / vnnd derſelbige / neben dem Haupt / wirdt hnen ſeht Dr außgedehnet/onddie Lippen vberſich zuhauff gezogen / al⸗ A N), ſo / daß fie auch nicht das Maulauffthun / Noch viel we⸗ & niger Effen oder Trincken moͤgen / ond ſtrecket das Nano lich Glied herauß / vnd laffen allgemach vnd wenig Harm von ſich / vnd der Leibift alſo verſtopffet / onnd zugeſchloſſen / daß ſie auch mit groſſem zwang / kaum ein wenig Koth von ſich bringen moͤgen. Item / es pflegt ſich auch offtmals zu zutragen / daß ſolche in dem gehen wancken / oder von einer ſeytten auff die ander torckeln / vnd daß men der halß alſo zu hauff gezogen were / von wegen der jnnerlichen erſtarretẽ Neruen / daß fie in auch auff feine feye wenden moͤgen / vnd welchen dieſes widerfehret / die vermögen nicht lang zu leben. LER * Wecelchen die Neruen vnd Spanadern zuſammen gezogen werden / den kan man mit keinerley Artzeney raht ſchaffen. I TER Doch iſt gar gut / daß wir die zeichen allhie beſchreiben / damit nicht ein ander gebrech / fuͤr dieſen erkandt werde / vnd jemandt einen ſpott dardurch er⸗ langet / wann demſelbigen mit gebuͤrlichen mitteln nicht geholffen wuͤrde. Wie man die berwundte Neruen der Roſß | wider heylen foll. | ST e beſte Argenen / zu den verwundten Neruen / RN iſt dieſe. | I u Alte oͤlheffen / drey Vnßzen / vnnd der Bruͤhe / darinnen die 7 Rinden von dem Ilmenbaum geſotten / vngefaͤhrlich ein halbes Roͤſel / Ochſengallen ſechs Vntzen / Oſterlucey klein geſtoſſen ein loth / thue ſolche in ein Pfanne / vnd ſiede ſie vber einem Kolfeuwer / vnd ſtecke ein ruͤtlein darein / vnd wann etwas daran klebet / gleich wie Bech / ſo ſoll man die Pfan⸗ ne als bald von dem Feuwer abheben / vnd ſolche Artzeney ſoll man brauchen / wann es die notturfft erfordert. Warmaberdie Neruen mit einem Eytterichten alten Schaden gepla⸗ get / ſo nimb Wachs cin pfimdt/öle acht Vntzen / Gruͤnſpan drey vntzen / duͤre Hartz ein pfundt / der ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg mit den Rinden vermengt haben / drey Vntzen / Eſſig ſo viel deſſelbigen genug iſt / ſtoß die duͤrren vnd harten klein / vnd vermiſche ſie vnter den Eſſig vnd andere ſtuͤ⸗ cke / vnd mache ein Saͤlblein darauß / vnd ſchmier den Schaden darmit. So ‚der Pferdt. ccn Soauch srofe ſchmertz / von wegen der verleßten Neruen on Spans adern / vorhanden / So nimb Wachs ein pfundt/des wolriechenden Hartzes Styracis anderthalb pfundt / Gruͤnſpan ein pfundt / Vorſtoß oder Stopff⸗ wachs / mit welchem die Bienen die Klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / weiß Wachs / Mahenſamen / jegkliches anderthalb pfundt / Lorbern fuͤnff⸗ thalb pfundt / vnd miſche ſolche wol vnter einander. Von den Wuͤrmern der Roſſz. Spflege auch die Wuͤrmer den Roſſen groſ⸗ fen Schaden zu zufügen vnnd koͤnnen doch nicht leicht / mit Artzeneyen vertrieben oder hinweg gebracht werden, vnnd | ſolche / wo fie vorhanden / erkennet man durch diefe zeichen. ADas Roſſ fellet mider / vnd weltzet ſich offt / vnnd wendet den Kopff gegen dem Bauch / pertzelt mit dem Schwang/ vnd Meickert oder ſchreyet mehr / als es ſonſt zuthun pfleget. | Derbalben ſol man jm ſafft von Koͤl/mit oͤl vnnd Salniter vermiſchet / in den Halß vnd in die Naßloͤcher gieſſen. | Oder ſoll nemmen Rupffer Hammerſchlack / feißte Feigen / vnd Kupf⸗ ferwaſſer / jegkliches vier vntzen / klein vnd ſubtiel zuſtoſſen / vñ lenglichte zapf⸗ fendarauf machen / alſo groß / daß ſie geraum koͤnnen inn die Naßloͤcher ge⸗ hen / vnd ſol ſolche in die Naßloͤcher ſtecken. Wie man die Zecken vnd Leuß / den Roſſen ber⸗ treiben / vnd auß der Haut brin⸗ gen ſoll. aa Ann ein Roſß vbiel Leuß hat / oder Zecken / Ey oder Holtzboͤcke / in der Haut ſtecken / ſo nimb der wurtzel von 7 dem Baum Ahorn / vnd ſtoß ſolche klein / vnd ſiede ſie in waſ⸗ ſer / vnd waͤſche den gantzen Leib wol darmit / daß er vberal gar | REN > feuchtondnaß werde, Doch follmanzuvordie Haar an dem Schopff / vnd die Mehne / bißauffdie Haut hinweg fihneiden. Etliche brauchenauchdarfürdas Hartz / welches auß den Gederbäum euſſet. Item / etliche andere waͤſchen die Haut / mit der Bruͤhe / darinnen die wurtzel von den Alraunaͤpffeln geſotten / doch follman gute achtung darauff geben / daß die Roſſz ſolche nicht ſauffen Dann es wuͤrde jhnen groſſe gefahr hierauß erfolgen. Ee ij Deß⸗ Bon Artzeney Deßgleichen nemmenauch etlichedie Bruͤe / darinnen die wurtzel von wilden Galgant geſotten / vnd waͤſchen ſie darmit. | Die Zecken vnnd Holtzboͤck aber / fallen von der Haut ab / wo man die⸗ ſelb mit Ther / oder duͤnnem Bech / zu welchem zulaſſen Schweinen ſchmaltz vermiſchet / ſchmieret / vnd man ſoll ſolche mit der Handt nicht herauß reiſſen / dann es entſpringen gemeinigklich offene Schaͤden darauß. ann am Bauch / oder an dem Maſtdarm / viel Leuß vorhanden / fo ſoll man rohe Maulbeer vnder die Gerſten miſchen / welches das Roſſz freſ⸗ en ſoll. 8 Etliche viel andere / ſieden die wurtzel von den Maulberbaͤumen / inn waſſer / vnd waͤſchen darmit den Bauch / vnd den Maſtdarm. | Da aber die Leuß / die Haut haben wundt gefreſſen Sofolmannems men Leußkraut / vnd Lauchſafft / zu hauff vermiſchet / vnd darzu thun Saltz / oͤle vnd Bech / vnd darmit ſchmieren / ſo wirdt ſie wider heylen. So aber die Leuß den Schopff / oder Kam̃ / oder auch den gantzen Leib haben eingenommen / ſo ſol man nemmen gruͤnen Wuͤtſcherling / klein zuſtoſ⸗ ſen / vnd darmit die Haut ſchmieren. J Oder ſol neminen der wurtzel von dem Schweinßbrot / klein zuſtoſſen / vnd oͤle darauff gieſſen / vnnd das Glied darmit beſtreichen / da die Leuß ſind / dann ſolche toͤdten ſie. | | Wann aber außinnerlichen orfachen/ den Roffen / Leuß an der Haut wachſen / fofollmanden Leib mit bequemen Purgierenden Artzeneyen reyni⸗ gen / vnd hernach ſolchen / mit dem außgepreßten Safft / von dem Schweiß⸗ brodt / zu welchem oͤle vermiſchet / wol ſchmieren / vnnd den nechſten Tag her⸗ nach / mit warmerLaugen wol abſpuͤlen / vnd mit erwehneten Artzeneyen wi⸗ der ſchmieren. Wie man berhuͤten ſoll / daß die Bremen die Roffznichtbeiffen. TLRR SS pflegen offemals die Bremen / mit jhren ſpi⸗ AR Bigen ſtacheln / die Roſſz alſo zu ſtechen / daß fiedarüber ſchier er vnnd raſendt werden/ vnnd fich vber hohe Berg hinab XAſtuͤrtzen. Derhalben haben wir auß langwiriger erfahrenheit geler⸗ net / vnd offt beweret / daß die Bremen / noch andere dergleichen Vnziffer / die Roſß nicht anruͤhren / noch beiſſen / So man geſtoſſen Lorbern in Waſſer ſie⸗ det / vnnd darmit die Haut / deßgleichen den orth oder ſtell / da ſie das Futter / oder die Weide freſſen / oder auch da fie zu ruhen pflegen / damit beſprenge/ Dann die Bremen koͤnnen von Natur Die Lorbern nicht riechen / noch vmb ſich leiden / weil ſie ſnen gan entgegen / darumb fliehen fie auch darfuͤr. ann der Pferdt. CCIII Wann aber eine Breme zuvor / ehe es geſchmieret iſt worden / ein Roß geſtochen hat / ſo iſt genug / daß man auff den Stich / Bleyweiß mit Waſſer vermiſchet / ſchmiere. je Wie man berhuͤcen ſoll / daß die Fliegen’ Mücken/ mnaoſch andere Vnziffer / die Roſſz nicht plagen / vnnd auch in derſelben offenen Schaͤden / keine uͤrmer wachſen. Je Fliegen koͤnnen als dann die Roſſz Feines wegs plagen / Wann man dieſelbige zuvor mit oͤle / darinnen S Lorbern geſotten / beſchmieret. % Es pflegen auchdie Stiegen, fuͤrnemlich fich in die offene on Schäden zu ſetzen / ond folche kan man darvon abtreiben/wo man Bech vnnd oͤle / oder fonft einander Vngent / darein ſtreichet / fonderlich aber dienet gar wol hierzu / daß man das ſchadhafftige Glied / mit geſottenem dünnen Bech / darunter Schweinen Schmaltz vermiſchet / beſchmiere. Dañ fo man zu ſolchen ein Artzeney brauchet / darunter Honig vermenget / ſo iſt zu⸗ beſorgen / Es wuͤrden nit allein ak ra auch Bienen und Weſpen / vonder füffigkeitdes Honigs / herzů gelocket werden/ vnd da fie fich auff den Schaden ſetzten fo wachfendarinnen Maden vnd Würmer. Derwegen die notturfft erfordert / daß man die offene Schaͤden / als baldt reynige / vnnd gebuͤrliche Saͤlblein von Bech / oͤl vnnd altem Schwei⸗ nen Schmaltz bereyttet / hinein / vnd herumb ſchmiere. Wañ aber auß nachleſſigkeit / Wuͤrmer in den offenen Schaͤden wach⸗ ſen / ſo ſol man ſolche mit kaltem waſſer begieſſen / fo falten fie herauß. Da man ſie aber / durch gedachte mittel / nicht kan hinweg bringen / ſo ſol man Andorn / oder Lauch / klein zuſtoſſen / mit Saltz vermiſchet / darein le⸗ gen / ſo toͤdtet ſolche die Wuͤrmer gar bald. | | Soman £orbern mit ſchwartzer Nießwurtzel / Elein zuſtoſſen vermi⸗ ſchet / vñ daran geuſſet / entweder Milch / oder fürfen Wein / oder Honigwaſ⸗ ſer / ſo ſterben die Fliegen vnd Mucken darvon. Item / wo man Limetrinden klein zuſtoſſen / vnter oͤl vermiſcht / vñ das Roſſz damit beſtreichet / fo koͤnnen die Stiegen ſolches nicht plagen. | Es vertreibt auch die Kornmuͤntz / die Stiegen allein / durch den geruch/ vnd gleiche krafft batauch die Bruͤe / darinnen Kornmuͤntz bietter gefotten/fo man die Roſſz darmit beſtreichet. > Deßgleichenvermögen auch die Fliegen / auff fein Roſſz ſich zu feßen/ welche zuvor mit Loͤwen feißten beſchmiert worden. Es vertreibet auch die Fliegen vnd Vucken / die ſchwartze Nießwurtz / beneben dem Operment / in Milch oder ſuͤſſen Wein geweicht / vnd damit die aut beſtrichen. ? in” Ee ij Da Bor Arteney Daauch ein Roſſ mit geſtoſſenem Alaun / vnnd Toſten oder Wolge⸗ muth beſchmieret wirdt / ſo ſitzen nimmermehr feine Fliegen darauff. Dur welche Mittel man die Schnacken vertreiben ſoll. O man einen Schwam / in ſcharpffen eſſig ge⸗ tuncket / dem Roſſz an den Kopff / oder an ein Schenckel bindet/ fo koͤnnen die Schnacken das Roſſz nicht anruͤhren. Es vermoͤgen auch dieſelbige / nicht ein j — be⸗ — zuvor mit dem Saͤlblein / von den ſtücklein eyrauch / welche ſich auff dem weg / mit den Rinden vermiſchet haben / Eſſig vnd oͤle bereytet / beſchmiert ſein. Item / es habẽ auch die Schnacken einen ſonderlichen groſſen abſcheu⸗ we / fu dem geruch des ſcharpffen Eſſigs / vnd des krauts Toſten oder Wol⸗ gemu th⸗ Item / ſo man Weinrautẽ / in waſſer geweichet / oder das kraut Hunds augen geſotten / in einen Stall ſtreuwet / ſo vertreibt ee durch herauf. Gleiche krafft hat auch das Bdellium / ſo man darmit rauchert. Von denen Re von Schlangen find gebiflen. . Er Brch welche Zeichen man erfennenfoll der u Natternond Schlangen ſtich / finddiefenachfolgende, Der gantze Leib zittert vnd bedmet. | : Die Augen bauffenihnen. | ? Vnd das Roſſz knirſchet mit den Zeenen. | H Bißroeilen falten jhnen auch Die Haar auß dem Schopff onnd dern wanß. Vmb den ſchaden / vnd am gantzen Leib / fchieffen onflettigeböfe ce terlein auff/welche auch einen böfen geruth von fich geben, | Solchen aber ſol man alſo raht fihaffen. Rec. Weiſſe oder ſchwartze Pfefferkoͤrner / an der zahl Bey klein zuſtoſ⸗ ſen / vnd vnter Wein vermiſchet / vnd in den Halß gegoſſen. Oder gibjmgeftoffen Thymian / oder Weinrauten /oder Beerwurtzel/ oder Beyfuß / mit Wein oder Roſenoͤl / vñ in ſtarckem firnen Wein zu ſauffen Etliche pflegen auch das Wuͤndtlein / erſtlich groͤſſer auff zuſchneiden / vnd miteinemglücnden Eyſen zu brennen / vnnd als dann gieſſen ſie hmoie Artzeney in den Rachen. | Item/ IC a... PART Cem Item / man ſol auch das wündtleinmit Harm außſpuͤlen / vnd cin wei⸗ ches Saͤlblein / oder Vngent / darein ſchmieren. De Durch waferlen miccel/man denen Koffenrabe ale ſchaffen ſoll / welche von Schlangen, Ratteny oder Spitzmeuſen / vnd Spinnen geftochen! oder gebiſſen ſind. io Ann ein Schlang / oder ein Ratt / oder Spitz⸗ N mauß / ein Roſß beiſſet / oderein Spinne ſticht / So ſoll man IN Die Erdt auß einem Ameiß hauffen nemmen / vnnd ſolche den ſchadhafftigen / mit wein in Halß gieſſen / auch die wund dar⸗ mitreiben. | Daesfich auch zutregt / daß ein Roſſz auff der Reiß / da man nicht als leweg bequeme mittel dar zu bekommen kan / ein gifftige wundt empfehet / So ſol man ibm weiſſe Pfefferkoͤrner / an der zahl zo.mit einem Noͤſel gutem alten Wein / durch ein Horn in Rachen floͤſſen. Dderfollihmdas Kraut Thymian / klein zuſtoſſen / in Wein zu ſauffen geben. | Man faget auch daßdie Wurkel, vondem Kraut Haſtula Regia, klein zuſtoſſen / vnd mit gutem altem Wein vermiſchet / vnnd eingeflöffer/ond die Wundt darmit beſtrichen / für aller gifftiger Thier biſſz vnnd ſtich / dienen vnd helffen ſol. Hierzunüßen auch wol die jungen Schwalben / von einander geſchnit⸗ ten / vnd auff die Wundt geleget. Item / es iſt auch gut / ſo man ein Schwalben Neſt / klein zu ſtoſſen / mie gutem altem Wein vermiſchet / auff den Schaden leget / welcher iſt alſo gebiſ⸗ ſen worden. | Es hilffet auch wol/foman geſtoſſene Dappelnbletter/ auff die biſſz der Ratten / Spitzmeuſe / oder Spinnen leget. Wie man denen Roſſen ſol raht ſchaffen / welche von einem Scorpion ſind geſtochen worden. En jhenigen Roſſen / welche bon einem Scor⸗ pion find geſtochen worden / erkruen oder erſtarren die bein/ EN; Sr vnd hincken / vnd fönnengar fein Futter freſſen / vnnd fleuffet —* S) e ihnen darneben ein grüner Eytter auß den Naßloͤchern / vnd 2 koͤnnen ſchwerlich den Athem zu ſich ziehen. Solche aber werden gleicher geſtalt Curirt / als die jenigen / welche von einer Schlangen ſind geſtochen. | an | | ann 4 ⁊ Son Artzeney Wann ein Scorpion ein Roſſ ſticht / oder ein Schlang beiſſet / ſo ſoll man das ſchadhafftige Glied / mit Schweinskoth ſchmieren / oder ſoll zuſtoſ⸗ ſenen Nachtſchatten / oder Wolffsmilch / oder Pilſen kraut / oder Leynſamen / oder gebrandten Alaun / oder ſelbwachſenden Salniter / oder Saltz / welches man auß der Erden grebt / darauff legen / dañ ein jegkliches vnter denen / hilfft ſehr wol vnd bald. | T J Die Wunden / welche auß einer Schlange Biſſz entſpringen / folman erſtlich mit einem Rohr ſtechen / vnd gebrandt Eſchen darein reiben / vnd ſoll darneben dem Roy Beyfuß / mit geſtoſſenen Chamillen blumen / in wein zu⸗ trieben / zu ſauffen geben. | | a Fk, Es verzehrer auch allen Sifft/die groffe Kletthen wurtzel / klein zuſtoſ⸗ fen/ und in wein eingeben. | ENT Item / ſo man der Wurtzel / vonden Feigenbaͤumen / vier Scrupel / mit einem Noͤſel warmen Wein / in die Naßloͤcher geuſſet / vnd darneben Kreiden / mit oͤle / Eſſig / vnd Teuffelskoth / oder den Leib von jungen Schwalben / oder derſelben Neſter / klein zuſtoſſen / auff die Wundt leget. Dreßßgleichen ſo man jm Eſch von gebrandtem Rhoͤricht / in Wein zu⸗ trieben / in den Rachen geuſſet. | RR | Welcherley geſtalt man denen Roffen foll bel / fen / wann ſie Spinnen / oder andere gifftige Thier / in dem Futter freſſen. SJe Spinnen ovnd andere gifftige Vnziffer / ET pflegen in dem Hew offtermahls zu hecken / vnd wann ein )Roſßs / ihr Layche oder Junge / mit dem Hew / vnverſehens J friſſet / oder von denſelbigen geſtochen wirdt / So kompt es in die euſſerſte gefahr des Lebens / vnd muͤſſen auch etliche ur garvaranfterben. | 8 ynz' Solchen Gifft erkennet man alfo /der Leib lauffet hoch auff / vnnd ge⸗ ſchwillet / vnd ſchieſſen etliche Bletterlein daran auff / gleich wie kleine ſpitzige Blutſchwerlein. —— Indem Harm / welchen es von ſich laͤſſet / erſcheinẽ etliche Faſen / gleich wie die Spinnweben. — Kan nichts oder gar wenig eſſen. Derhalben ſoll man jm zu huͤlff kom̃en / mit eingieſſung eines Weins / darunter entweder Pfeffer / oder Thymian / oder runde Oſterlucey / oder Labe auß den Maͤgen der jungen ſaugenden Hirſchen / zutrieben. | F Etliche rahten auch / daß man vmb den Schaden, welcher von einem gifftigen Biſſz feinen ankunfft hat / ſolldas herumb ſtehende Fleiſch / herauß ſchneiden / der Pferdt. dov ſchneiden / vnd als dann die Wundt mit einem gluͤenden Eyſen brennen / vnd hernach erſt dem Roſſz obgemeldte Artzeney / einfloͤſſen. Daauch ein Spinne ein Roß gebiſſen hat / ſo ſoll man nemmen Pfef⸗ fer / Leußkraut / Staphis Agria genandt / jegkliches ein ontz / vnd Perthram an⸗ BURN geftoflen/ vnd inden Halß ſtecken / oder mit Wein hinein Dur welße Miccelman den Roſſen zu huͤlff kommen kan / wann ſie von Spinnen / oder von vergifiten Schlans gen / vnd dergleichen vnziffer / gebiſſen oder geſtochen ſind. Ann ein Roffzein Spinnen friſſet / oder bon ihr geſtochen wirdt / ſo geſchwillet iin das Geſchefft / vnd in N dem Harm erſcheinet etwas / gleich wie Spinnenweben / vnd wirdt von wegen des vberigen Schweiſſes / gar math vnnd sw Skrafftloß. Denſelbigen aber ſo ll man alſo helffen/ So eine Wundt vorhanden / ſo ſoll man vmb vnnd vmb das Fleiſch hinweg ſchneiden / vnnd hernach ein glů⸗ endes Eyſen daran halten / vnnd ſolche brennen / damit der Gifft herauß flieſ⸗ J 000 a nn | Da aber ein Roſſz / ein Spinnen gar gefreſſen hat / ſo follman nach» folgende mittel brauchen / welche auch helffen den jhenigen / fovon Spinnen ſeind geſtochen worden. | BR Rec. Ofterluech/ oder wilden Eppich ſamen / oder wo er nicht vorhanden, den ſamen don zamen Eppich/Elein zuſtoſſen / vnd miſche ſolche unter Wein / vnd geuß ſie dem Roſſz in den Halß. | Oder nimb Lorbern / klein zuſtoſſen / vnnd thue darzu ein Noͤſel Wein / vnd Roͤſenoͤle / vnd ſchuͤtte jhm daſſelbige in Rachen / vnd behalte es in einem warmen Stall / Darnach führe es in ein warme Badſtuben / vnd begeuß es wol mit warmen waſſer / vnd gibe /m darneben den außgepreßten Safft von gekochter Gerſten / zu ſauffen / vnnd kleine zweiglein von den Lorberbaͤumen / vnd darneben das aller beſte Hew zu freſſen / vnd auch warm waſſer zu ſauf⸗ a a te | | Bannnunder wehtagenvergangen, ſo ſoll man daſſelbige allgemach hin vnd wider fuͤhren / oder reytten / vnnd ſoll die Wundt gleicher geſtalt / wie oben gedacht / mit einem gluͤenden Eyſen brennen / vnnd eine Artzeney darein legen / biß ſie gar wider iſt geheylet. 4 | Da auch ein Roſſß ein Biper geſtochen / oder gebiſſen / fo erſcheinet der Schaden / als wolte er ſchweren / vnd lauffet alſo ein ſchwartzer Eytter vnnd Gifft herauß. Ki e | Bon Artzeney | Maan ſolle die gebiffene Wunde / mit einem fcharpffen Schermefler gröffer ſchneiden / vnd dieſelbige mit einem gluͤenden Eyſen brennen / vnnd die andern mittel darneben braucht/welche wir von dem Biſſz der Spinnen ha⸗ ben angezeiget. hi Au Rerr RER ERESD Seele un Sur? 1 Da auch das Geſchwer iſt auffgebrochen /fo ſoll man den Eytter ond Vnflat gar wol herauß wiſchen / vñ ein weiches Saͤlblein darein ſchmieren / oder legen. a a N * Boden ſiechen nd biffen/der Ochlangen dud Nattern. x F 9 Sy * zZ * Je! Jane Du De s II EREN BEN edie fipnsere apt nicht erdulden inögen ——Derbhalbẽ die notturfft erfordert / daß man den Gifft / auß gar wol das Aderlaſſen. WEN un | Der Gifft der Nattern / vñ Vipern / wirt vertrieben/fo man das ſchad⸗ hafftige Glied/mit einem Laßeyſen wol ſchrepffet / vnd den Gifft / ſampt dem Blut / durch Badkoͤpff wol herauß zeuhet / vnnd hernach Klettenbletter klein zuſtoſſen / vnd mit Saltz vermiſchet / darauff leget. * Gleiche krafft hat auch das Kraut Siebengezeit / ſo man den Safft darvon / dem Aa Wein vermifchet/inden Rachen geuffer/ vñ die blet⸗ ter darvon / mit Salß vermenget/ onnd zuftoffen/ daß gleich wie ein Pflaſter darauß werde / vnd auff das gefchrepffteort geleget, | Da aber der zeit halben folches gruͤne Kraut nicht vorhanden’ ſo ſoll manden Samen vnnd Wurtzel darvon / klein zuſtoſſen / mit | Wein dem Roſß zu fauffen geben / vnd auch diefelb mit Honigwaſſer vermifcher/ auff das geſchrepffte Glied legen Von der Pferde, ccVvI Bon den Qualſtern vnd Spinnen. 7 AN Dein Roſſz / Qualſter oder Spinnen / vnder i x 3 ‚dem Hew friffer/fo wirde jm der Leib inwendig gar entzuͤndet / R kan gar nicht eſſen / vnd der Leib wirdt hm gar auß gedehnet / RE oder außgefpandt/ und holt langſam ond fchwerlich Athem. ES Golchen aber foll man alſo beiffen Man folt den Kopff bindendafi er tinderfich ſtehe / vnd folimdie Adern oberden Naßloͤchern er⸗ oͤffenen / damit Blut herauß lauffe/ond ſol jm als dañ gekochten Koͤl / mit ges ſaltzener Fiſchlacken vnd Baumoͤle feißt gemacht / zu freſſen geben. J Weitter / von dem Schl angenbiſſz. ART Ann ein Schlangein Roſſ beiſſet / ſo ſo man AN — ‚hm erſtlich als baldt Blut hinweg laſſen / vñ auff den Scha⸗ == (@ den Hirkch vnd Weitzen / des tags zwey mahl / drey tagnach u — J einander binden. So aber ein Viper ſolches gebiſſen / So lauffet der Scha⸗ den vnd gantze Leibauff/ond geſchwilt / die Augen dohnen vnd bauſſen / vnnd vnterlauffen mit Blut / der Naſtdarm verſtuͤrtzet ſich / vnnd das NRaͤnnlich Glied fellet herauß / vnd wirdt gar kalt. Deriwegen ſol man im Lorbern/ in einem Noſel Wein / in Rachen gieſ⸗ ſen / vnd mit geſtoſſenen Lorbern / welche zuvor in Wein vnd oͤle geſotten / den gantzen Leib wol ſchmieren / vnd foll ihm darneben an dem Kamm Blut her⸗ auß laſſen / vnd hernach Buſchſalben / vnd Oſterlurey / jegliches ein loth / mit einem Noͤſel Wein einfloͤſſen. Es hilffet auch fuͤr die Natter / oder Viperbiſſz / gar wol die wurtzel des krauts Ochſenzunge / vnd Buſchſalbe / jegkliches ein loth / mit Wein vermi⸗ ſchet / vnd in das lincke Naßloch gegoſſen. Wie man der Ratten / oder Spitzmeuß biß Curiren ſoll. Dr Ar ein Race oder Spitzmauß ein Roſß I gebiſſen / ſo lauffet der Schaden auff und gewinnet gar ein harte geſchwulſt / vnd es ſeufftzet ſchier ohn vnterlaß / vnnd — kan garnichts eſſen. ————Socolchen aber/ kan man raht ſchaffen / wo man das be⸗ ſchedigte glied mit einem ſpitzigen Pfrimen ſticht / vnnd ge⸗ — Koͤl / mit Eſſig darauff ſchmieret / oder Knobloch / mit Eſſig vermen⸗ BRENNER leget. Sa Man 15 Bon Artzeney Man ſaget auch / daß Die Erde / welche man in den runden Kügelein oder Schlaff / die an den Roſenſtreuchern wachſen / mit Eſſig vermiſcht / dar⸗ auff ſtreichet / ſo ſolle ſi auch gewiß helffrfen. Da auch ein trechtiger Eſel / von einer Ratten oder Spitzmauß gebiſ⸗ fensfoift eseingewißgeichendestodtes. mn nn Es pflegen auch infolchen fellen gern Sieber /onluft zum eſſen / vnd vers achtung alles Futters / mit zu zuſchlagen / vnd als dañ hilfft gar wol die Eſch von gebrandtem Schweinsbroth. ra | — Item / ſo man auch eine Ratthe oder Spitzmauß / an den Halß henget / ſol ſie hren eygnen Gifft wider zu ſich ziehen / vnd das beſchedigte Roſſz von aller gefahr erretten. * Man ſol auch dag verletzte Glied / mit einer ſpitzigen Schuhale durch ſtechen / vnd hernach des Puluers / welches man in den runden Kuͤgelein oder Schlaff findet / die an den Rofenftreuche wachſen / vnter ſcharpffen Eſſig ver menget / darauff ſchmieren. Ba Etliche fagen / woman Knoblach zuftoflen / darauff bindet / oder den Schaden mit Hirſchhorn reuchert / ſo ſoll der Gifft dardurch herauß gezogen werden. | Man ſoll auch das Glied / welches einen Biſſz entpfangen / mit einem gluͤenden Eyſen brennen. SEE ir Item / man foldie Haut / vñ das Steifch neben den Wuͤndtlein / ſcherpf fen / ſonderlich wann allda ein hitzige geſchwulſt darneben vorhanden / vnnd man ſol als dann Saltz vnd Eſſig darein reiben / vñ hernach den andern tag / das Roſß durch ein ſuͤß vngeſaltzen waſſer reñen / vnd mit Kreiden / vnter Ef ſig vermiſchet / ſchmieren / vnd indie Wundt den Vnflat / welchen die Ringer etwan in dem Bad von den Leib abſchabtẽ / der zuvor mie Baumoͤl beſchmi⸗ ret worden / oder Terpentin mit oͤle / oder Buttern / vnnd einem Eyerstotter vermiſchet / darauff legen / ſo wirdt er wider heylen. | Item / es hilfft auch wol / wann ein Roſſz / von einer Nattenoder Spitz mauß iſt gebiſſen worden / ſo man zuſtoſſen ſchwartzen Kuͤmmel ein halbes pfundt / mit wolriechendem Wein vermenget / in die Naßloͤcher geuſſet / vnnd den Schaden mit Hundtskoth beſtreichet. Es pfleget ſich offt vnd viel zu zutragen / daß ein Roß in dem Stall ge⸗ biſſen wirdt / dañ ſo es liget / ond ein Spitzmauß oder Ratt / an dem Bauch / oder ſonſt an dem Leib krabelt / vñ es ſolches hinweg treiben will / ſo ſie thut ei⸗ nen Biſſ / alſo / daß man auch die eingeſetztẽ Zeen / endtlich in der geſchwulſt / augenſcheinlich ſehen kan. Denſelbigen aber ſol man alſo raht ſchaffen. Rec. Schwartzen Kuͤmmel / ein halb pfundt / klein zuſtoſſen / vnd geuß jhm ſolchen / mit Wein vermenget / in den Rachen / vnd nimb hernach Knoblach / Saltz / vñ Kramkuͤmmel / eines fo viel als des andern / mit Wein vermiſchet / | end der Pferöt. cevu ond leg ſie auff den ſchaden / oder die Erde/ welche man in den runden kuglen / oder ſchiaff findet / die an den Roſenſtreuchen wachſen / mit Harm vermiſcht. Oder nimb eine Ratthe oder Spitzmauß / klein zuſtoſſen / vnd geuß im ſolche / mit einem Noͤſel Wein / in den Halß. Sp aber keine Ratthe noch Spitzmauß vorhanden / ſo nimb Toͤpffer Than / vnd ſchmier es darmit / vnd floͤſſe in darneben Eppich ſamen / in wein geſotten / vnd Baumoͤle vermiſchet / in Rachen / vnd ſchneide die Geſchwulſt / mit einem ſcharpffen Meſſerlein / oder Laßeyſen auff / damit der Gifft herauß flieſſen moͤchte / vnd die gebiſſene Wunde wider verneuwert werde, Wann aber durch gedachte mittel / die Geſchwulſt nur deſto mehr ſich entzuͤndet / fo ſoll man dieſelbige mit runden gluͤenden Eyſen alſo brennen / da⸗ mit dieſelbige / auch zum theil das geſundt Fleiſch beruͤhre / vnd hernach gera⸗ de gluͤende Eyſen daran halten / vnnd damit die geſchwulſt auff brennen / auff daß der Eyter herauß lauffen moͤchte. Da auch die geſchwulſt / nach dem brennen / vnd auffmachen / noch hoͤ⸗ ber aufflauffet / ſo ſoll man geroͤſte / oder gepreglete geſtoſſen Gerſten / darauff ſtreuwen oder legen 7 Doch ſoll man ſolche zuvor mit altem Schmaltz bes ſchmiert haben. —— Es pfleget auch nachdem Biſß / kein offener Schadẽ zu folgen / Es ſey dañ / daß ein trechtige Ratthe oder Spitzmauß / welche voller Jungen ſtecket / ſolchen alſo gebiſſen hat. > | | Item / den Schaden / welchẽ cin Ratth oder Spitzmauß gebiſſen / hey⸗ let ſie ſelber / mit jhren oder dergleichen Leib / Dañ ſo man ſolches Thier / in öle toͤdtet / vnd dariñen fo lang leſſet / biß es faul wirdt / oder darmit ſiedet / biß die aut vnd Fleiſch / von den Beynen abfallen / vnd damit die Biſſz beſchmiret / fee eh Schaden. | Oder wo daſſelbige nicht vorhanden / vñ man inder geſchwulſt die eine geſetzten Zeen ſihet / fo foll man nemmen Kramkuͤmmel klein zuſtoſſen / vnnd darzu thun ein wenig duͤnnes Bech / vnd Schweinẽ Schmaltz / biß ein weis ches Pflaſter darauß werde / vnd ſoll ſolches darauff legen / ſo verzehret es al⸗ len Gifft. Da aber die geſchwulſt / ehe dañ man ſie zutreibet / zu ſchweren kompt / ſo iſt am beſten / daß man mit einem gluͤenden Blech / das euſſerſte theil der Haut auffſchneide / vnd alles was ſchadhafftig vnd boͤß / breñe / vnd hernach den Brandtſchaden / mit duͤnnem Bech vnd oͤle beſhmiere. Man pfleget auch ein lebendige Ratthe oder Spitzmauß / mit Toͤpf⸗ fer Than zu vmbgeben / vñ wo ſolcher iſt trucken vnd duͤrr worden / dem Roſſz anden Halß zu hengen / vnnd dardurch wirdt es von allem Gifft und gefahr entlediget. | Item / einiegkliche Ratthe oder Spitzmauß / pfleget nach gelegenhant der groͤſſe ſeines Leibes / groſſe oder kleine — nal: zu thun / Rip ihe — ij einer Bon Artzeney kleiner ſie ſeindt / je ehe freeine Wundt mieden Zeenen beiſſen / doch wirdauch dieſelbige deſto leichter geheylet / vnnd vnter allen / iſt dieſer Biſſz am ergſten / vnd am faͤhrlichſten / welchen ein trechtige mit jren Zeenen gebiſſen / jedoch er⸗ kennet man auch den vnterſcheid der gefahr / vñ boßheit / auß der groͤß der ge⸗ ſchwulſt ſelber. VIERTE Ct Re | Solchen aber ſoll man auffdiefe weiß zu bälfffommen. Rec. Knochloch klein zuſtoſſen / vnd thue darzu Salniter / oder wo derſelbig nicht vorhanden / ſo nimb Saltz vnd Kramkuͤmmel / vnd reibe das beſchedig⸗ te Glied darmit. —— ar Ta Wann aber die Geſchwulſt auff iſt geſprungen / vnd ein offener Schas den darauß iſt worden / So ſolman denſelbigen reyn außwaͤſchen / vnd Eſche von gebrandter Gerſten darein ſtreuwen / vnd weitter nichts chun. Dan fo man andere viel mittel darzu brauchet / ſo wirdt der Schaden nur dardurch erzuͤrnet / vnd erger gemacht, Doch ſol man dem Roß darneben einen Tranck eingeben / von Thyllen / Weitzenmeel / vnnd einem Noͤſel Wein berehttet / zu welchen auch vermiſchet / ein wenig Hartzes von den Kederbaͤumen / oder Wachholter oͤle. Von dem Stich der Biſß / des Fiſches 9 Rochen. EEE ein lebendiger Roche/ welcher indem Meer 2 3 wohner/ein Roſſz geſtochen / ſo folget cin gar groſſe gefahr dar⸗ ß auß / Derhalben iſt von noͤhten / daß man auff den ſelbigen Schaden / das Kraut Tauſendt guͤlden / oder Sieber kraut lege / Vvnnd darneben den Blutfluß verſtelle / vnd die Leber / von dem jetzt gedachtem Fiſche / gar klein zuſtoſſen / mit einem halben Noͤſel Wein / in den Hafß gieſſe. Was man brauchen ſol/ wann ein tobender oder wuͤtender Hundt / ein Roſß hat gebiſſen. E Antı ein Raſender Hund / ein Roß verwundt M oder gebiſſen hetie / So ſol man nemmen Ziegen oder Geiß⸗ RKoth / alte Lack von eingeſaltzenem Fleiſch / oder Fiſchen / At⸗ — tich/ jegkliches ein halbes pfundt / Welſcher Nußkern ander ahl viertzig / ſtoſſe ſolche alle gar klein / vnnd miſche ſie alle zu hauff / vnd lege ſie auffdie Wundt oder Bi. Bon der Pferde, ccvm Von den Egeln / vnd was man chun ſoll / wann der⸗ ſelben ein Roſſ im ſauffen verſchlungen. Bſyrtus / wuͤndſchet dem Bedio Decurioni / oviel Gluͤck vnd Heyl. | | u) Esgefchichetoffemabls / daß die Roſſz / woman ſie inn Bu die Trenck / oder durch einen Furt treibet / Egeln verſchlingẽ / IS darumb ſoll man fleiſſig achtung darauff geben / ob auch E⸗ geln allda vorhanden. Dann ſo ein Roſſz ſolche mit zu ſich zuͤge / vnnd vnter der Zungen / oder ander Lippen hangen blieben / ſo koͤnnen fie wol keinen groſ⸗ ſen Schaden bringen / dann ſo man daſſelbige vmb wirfft / ſo kan man ſie ohne beſchwerd wider herauß gewinnen. | Daſie aber tieff in den Leib kommen fo ſaugen ſie dem Roſſz das blut auß / vnd vervrſachen / daß es duͤrr vnd mager wirdt / und wann derſelben viel in den Leib kommen ſein / ſo muß es vor der zeit ſterben. | Derbalben ſo das Roſſz iſt wiverinden Stall kommen / Sofollman jm durch ein Horn oͤle in Halß gieſſen / vnd ſo bald ſolches die Egeln berühret/ ſo fallen ſie darvon herab. | * Es ſeindt auch wol etliche / welche rahten / daß man jnen ſoll Saltz eine reiben. —* lin Etliche andere woͤllẽ / daß man ſol nemmen / die wurtzel von der runden Oſterlucey / klein zuſtoſſen / vnd mit Eſſig vermiſchet / biß es dick werde wie ein Honig / vnd ſoll darzu gieſſen Baumoͤle / vnd die Zung herauß nemmen / vnd den ort / da die Egeln ſitzen / wol reiben. ITrtem / man mag auch wol / durch ein rhor / den rauch oder geſtanck von Wanhen / auff gluͤende Kolen gelegt in Halß gehen laſſen / damit derſelbige auff die Egel komme / dann dardurch wirdt ſie auch hinweg getrieben. Es ſeindt auchetliche / welche dem Roſſz Wantzen inn die Naßloͤcher ſtoſſen / vnnd allda toͤdten / Dann dardurch wirdt die anhangende Egel / als bald getoͤdtet. Abberes iſt nichts beſſers / weder daß die Hirten / vnd andere / welche der Roſß pflegen vnd warten’ fleiſſig achtung auff die Waſſer geben / vnnd dies ſelbige beſichtigen / ob Egeln dariñen vorhanden / damit ſie nicht den Roſſen in dem ſauffen onder Die Zung / oder an die Lippen / oder gar in den Leib hin⸗ — nein wiſchen. Bas Bon Artzeney Was man nuͤtzen ſoll Wann ein Roſſ den duͤn⸗ nen Vnflat im Futter friſſet welcher von den Huͤn⸗ nl i fieindie Krippen ai a. GE 17a "3 er Ann ſich die Huͤnner in dieKrip ban Si Ic chen / vndallda Eyer legen / vñ ich der duͤnne Dr flat / wel⸗ & cher ihnendarnchenauß dem Maſtdarm gehet / unter dag RN nr) 9— Futter menget / vñ ein Roß daſſe lbige friſſet / ſo folget groſ⸗ ER I fer Schaden ond gefahr darauf, | Solche erfefiermanaber durch Diefes zeichen / der gcib wirdt jhm durchfellig / und gehet viel zeher dünner vnd ſchleimichter Vnflat / mit dem Koth hinweg. Derhalben ſoll man jhm alſo raht ſchaffen. Rec.Harten vnd weiſſen Huͤnnerkoth / vnd —— ches cin quintlein / Gerſtenmeel / ein ſolche maß voll / darein vngefaͤhrlich acht Noͤſel / oder vier Egeriſche Kañen gehen / vnd miſche ſolche zu hauff mit ſtren⸗ gem zuſammenziehenden rothen an /vnd mach Kuchen darauß / vnd ſteche hm dieſelbige in den Halß zuverſchlingen. Oder ſo ein Roſſz Huͤnnerkoth gefreſſen / ſo nimb Eppichſamen schen Vntzen / Wein ein Noͤſel / Honig ein halb Noͤſel /miſche folche allezu hauff / vñ geuß ſie dem Roſß in Rachen / vnnd reyt es hin vnd wider / biß es ſich wol be⸗ weget / vnd durch Stuͤl wider hinweg komme. Da aber ein ſchauwer wol mit zu ſchlagen / vnnd die Haari in die höße ſtehen / ſo nimb Lorbern / ſo viel dich deucht genug fein vnd Salniter ein halb pfund / Eſſig ein Noͤſel/ oͤe anderthalb pfund / zu hauff vermiſcht / vnd ſchmier es damit an einem warmen orth / da fein Kelt zutommen fanı drey tag nach einander. Oder. Rec. Der zuſtoſſenen Bletter / von den wilden vnd gib jm ſolches / gleich fo vieltag / in kaltem waſſer zu ſauffen. Wie man den Roſſen ſoll raht ſchaffen / welche auff der Weid / oder vnter dem Futter / wil⸗ den Koͤl gefreſſen. Elche Roß auff der Weid / oder vnter anderm Futter / wilden Koͤl freſſen / den bringet er auch groſſen ſchadẽ / 36 vnd ſolches erkennet man durch dieſe zeichen. )Das Roſß wirdt math vnnd krafftloß / vnnd die hindern 2 Schenckel werden jhm gleich wie ſie geſpannet /oder zu hauff gezogen weren / kan nicht fort gehen / ſonder wancket von einer ſeyten auff die ander / der Pferdt. ccix ander / vnd fellet endtlich nider / vnd kan nicht wol wider auffſtehen / biß es den gefreſſenen Koͤl / mit dem andern Koth hinweg pferchet. Solchen aber kan man alſo raht ſchaffen. Rec, Zamen Koͤl / vnd ſtoß denſelben gar klein / vnd geuß Milch daran / vnd preß den Safft herauß / vnd geuß jhm ſolchen in den Ya, Oder nimb waſſer / vnnd vermiſche es zu dem gedachten Kölyoder fiede Feigen in waſſer / vnd vermenge ſolches zu dem gekochten Kö, | Man faget auch / wo man Meerkrebs zuſtoͤſſet / vnnd folcheonterden Safft von Koͤlvermiſchet / vnnd dem Roſſz drey Tag nach einander eingibet / biß ſo lang das gefreſſene dutter / in dem Pferchen hinweg gehet / So ſollen ſie auch wol helffen. | Mas man chunfoll/ warn die Roſſz das Kraut vonder Wolffswurtzel freffen, Ad O ein Roſß das Kraut von der Wolffswurtzel vrſſet / ſo vberkommet es den Schwindel / vnnd fellet darnider / ond der gantze Leib wirdt jm ſchwach und vnvermoͤgendt. Derwegen ſoll man jm ein Ader an dem Schlaff eröffenen] vnnd wilden oder samen Eppichſamen / mit Wein zutreiben / oder geſtoſſene Rautten / mit altem Wein in den Halß gieſſen. Was man nuͤtzen ſoll / wann ein Roſſz das Kraut Wuͤtterich / oder Wuͤtſcherling gefreſſen Hat. FA ein Roſſz das Kraut Wuͤcſcherling friſſet / ſowirdt ihm der Kopff ſchwer / vnd will ohn vnterlaß ſchlaf⸗ fen alſo/ daß es auch an die Wende turckelt vnd fellet. Solchen aber ſoll man am Kamme Blut herauß laſſen / N vnnd alten Wein’ ungefährlich fünffgchen vntzen / eingeben/ vnnd da man folches einmahl oder zwier thut / fo erlanget es fein geſundtheyt wider. Von den Rauppen. Z Ann ein Roſß ſich auff den Rauppen weltzet / oder an einem Baum / an welchem viel Rauppen kriechen / © ſich reibet / ſo lauffen jhm von ſtundt an etliche ſtriemen auff / ond die Haut geſchwillet / vnd wirdt hart / vnd die Augen fal⸗ >* lenjhmein/ oder liegen tieff in dem Kopff. * Derhalben iſt von noͤhten / daß man nemme ſehr ſcharpffen Eſſig / cin / | Gg pfundt/ Bondlrkenn | pfundt / Kupfferwaſſer ein viertels pfundt / klein zuſtoſſen / vnnd zu hauff ver⸗ miſchet / vnd damit den Leib ſchmiere / Doch folman gar fleiſſig ſich fürfehenv auff daß nicht etwas darvon in die Augen komme. Was man nuͤtzen ſoll / wann ein Roſſß gar zu | harte Haarbatı * | ED ein Roß gar zu harte Ond ſtarrichte Haar ER hat / ſo ſol man nemmen / weiſſe Kichern ein halbe Maß / vnd a in Waſſer weichen / vnd darzu thun gleich ſo viel Roſinicken / D.yg oder gedoͤrrte Weinberlein / vnd ſoll jhm ſolches dreyſſig tag / S onter Gerſt vermiſchet / zu freſſen geben / dann dardurch wer⸗ den die ſtrupichten vñ harten Haar / wider ſchlecht vnd linde gemacht / Doch ſoll man daſſelbige Roſſz mit reichlicher Gerſt füttern vnnd krefftigen / dann dardurch werden die Haar deſto ſchlechter. | Da man auch das Roſß / mit feinem engen Blue, welches auß den er⸗ öffneten Adern lauffet / am gantzen Leib ſchmieret / vnd ſolches drey tag lang / alſo daran kleben laſſe / vnd vber den dritten tag / dag gelifferte vnd harte blut / mit einem Kamme wol abkemmet / fo werden dardurch die Haar / welche ſich zuvor ineinander gewickelt / vnd ſehr ſtarricht oder ſtrupicht ſein / fein lindt vñ ſchlecht gemacht. | * Durch was mittel man die Leuſe den Roſſen vertreiben ſol. — Aſemandt den Roſſen / die Leuſe / welche biel⸗ Bla mals inwendig in dem Leib wachſen / vertreibẽ wil / fo ſol man NONE ımdes Waſſers / darinnen Menning / oder Rauſchgelb / oder —Roſſßzgeel/ Sandaraca genandt / geweichet / ein Noͤſel in den — — Halß gieſſen. | | Wann aber die Leufe außwendig an der Haut erſcheinen / So ſoll man jetzt gedachte Roſſßzgeel / ſo viel man will / vnter oͤle miſchen / oder mit oͤlheffen / oder den Huͤlſen von Oliuen / welche nach dem öle/inder Preß bleiben / warm gemacht / an der Son wolſchmieren / dann ſo baldt mau mit ſolcher Salben / die Leuß beruͤhret / ſo muͤſſen ſie herab fallen. Bon der waſchung vnd berenderung der Zeen / vnd zeit des Alters. Bſyrtus / wuͤndſchet dem Menecrati Clazome⸗ nio / viel Gluͤck vnd Heyl. Sg MankanindenKoffen/ welche gantze Huͤffe haben / auß den Zeenen das alter erkennen / auff dieſe weiß. RR Wann A der Pferdt. —6* Wann ein Fuͤllen ein Jar vnd ſechs Monat alt iſt / ſo verleuret es erſt⸗ lich fornen die zween mitlere oberſten / vñ zween vnterſten Zeen / damit es das Graß abbeiſſet / welche dann auch die fuͤrnembſten vnd groͤſten ſein. D a ſich aber das vlerdte Far anfehet / ſo fallen jm ober ein halbes Jar / die nechſten Zeen / bey denen / welche es zuvor verloren / herauß / vnd nicht lan⸗ ge hernacher / in dem ſelbigen vierdten Jar / laͤſſet es auch auff beyden ſeytten / den oͤberſten vnd dat zu den vnderſten Zan fallen / vnd vmb dieſelbige / wachſen jhm auch die ſchiede Zeen / welche man der formb vnnd geſtalt nach Dentes Caninos, das iſt / Hundtszeen nennet / vnd ſolche werden in zwoͤlff Monaten gantz vollkuͤmlichen. Innerhalb aber des ſechſten Jars / fallen jm hernach Die oͤberſten Bas ckenzeen auß / vnd in dem ſechſten Jar / wachſen die jhenigen / welche es erſtlich verloren / den vorigen gleich. Von dem ſiebenden Jar aber / biß auff das ach⸗ te / ſind alle Zeen vollkuͤmlich vnnd groß genug / vnnd faſt einander gleich ge⸗ wachſen / welche Roſß aber elter ſeindt / derſelbigen alter kan man auß den Run nicht erkennen. Jedoch fagen etliche / auß erfahrenheit / wann ein theit Zeen höher oder lenger find gewachſen / vnnd ober die andern ſtehen / vnnd die ade a tieff eingefallen, ſo ſoll daſſelbige Roſſ,z / ſechtze⸗ en Jar alt ſin. * En | GAME Nach der zeitaber / inn welcher die Zeen vollkoͤmlich gewachſen / iſt ein Roſß / welches weiche Huffe hat, acht Jar und welches harte Huffe hat / ze⸗ ben Jar lang / gar wol bey kraͤfften vnnd ſterck / aber nach ſolcher zeit / da mann ein Roſſz wolte mit groſſer Arbeyt / oder weiten Reyſen vbermuͤhen / fo wirde es math vnnd kranck / vnnd koͤndte die Arbeyt nicht ertragen noch erdulden. Dannm in dem Gelenck / bey dem Huffe / da die Haarberüber hangen / wie ein Krantz / ſchifern oder föndern ſich die Beyn von den Knoͤchlein abe / alfo/ daß es hernachmahls nicht kan ſtehen / noch gehen / ſonder muß vmbfallen / vnnd liegen bleiben. | Vondergeburtan/biß auffdas alter / kan ein Roſſz / welches gute har⸗ te vnd gantze Huͤfe hat / acht oder neun vnnd zwentzig Jar leben / Oder nicht leicht / oder je ſelten / das dreyſſigſte Jar erreichen / welche aber weiche Huͤf ha⸗ ben / die leben nur vier vnd zwentzig Jar. | Es ſind auch woletliche/welchennach verlierungder erſten vnd letzten Zeen / in acht Monaten hernach kaum andere wachſen / Doch kan keines die erſte obgedachte zeit vberſchreitten / daß es nicht Die Zeen verliere / wiewol ei⸗ nes che/oder langſamer / weder das ander. Dann ſie haben auch nicht alle ei⸗ nerley eygenſchafft / darumb iſt auch ſolche zeit / nicht allweg gleich / vnd die er⸗ ſten vnd letzten Zeen / wachſen auch ehe / als die andern. Wir haben auch — — die erſten Zeen verlieren / zu der ſelbigen zeit auch / der Zeen / oben vnnd vnden einer / wechſet / welche gleich ſehen / wie ie inn dem Halß / br | g ij um Fir Von Artzeney umb ſie auch Columellares genandt werden / vnnd nach dem ſolche vollkoͤm⸗ lich gewachſen / ſo ſpringen ſie im dritten Jar von einander / vnd werden erſt⸗ lich rund / darnach verwandeln ſie ſich / vnd bekommen ein viereckichte formb/ vnd zu derſelbigen zeit / pflegen auch dem Roſſz Fluͤſſe i das Maul zu fallen. Item / es hat auch ein Roſſz / fornen / oben vñ vnten / neben den Schied⸗ zeenen / acht Zeen / vnd in dem oͤbern Kienbacken / zwoͤlff Backenzeen / vñ auch gleich fo vielin dem vntern / darumb hat es alſo ein Roſſz / auſſerhalb denen / ſo an die andern wachſen / viertzig Zeen / Aber ein Naul / vnd ander Eſel / nur ſechs vnd dreyſſſſg. nee Eines andern meynung. Das alter der Roſſz / vnd faſt aller Thier / welche gantze vnzerſpaltene uͤfe / vnnd auch der Se / welche Hörner haben erfennetman außden ala: ein Fuͤllen dreyſſig Monat alt iſt / ſo ſagt man / daß es erſt⸗ lich Die mittlern foͤdern Zeen / zween oben / vnd zween vnten / verlieren ſoll. Wañ ſie aber in das vierdte Jar anfangen zugeben / ſo fallen jm gleich fo viel / vnnd auch die nechſten bey denen / Die es zuvor verloren / herauß / vnnd wachſen als dañ die Zeen / welche man der geſtalt nach / weil ſie dem Zäpflein In bem aaee— genandt, " Dieſes fen alfo gnug geſagt / von dem alterder Roſſz / Nunmahls aber folget / daß wir allhie anzeigen / die Cux / durch welche man die wackelten / oder welche ſonſt boͤſe ſind / moͤchte befeſtigen / vnd denſelben raht ſchaffen. Man brauchet dieſe nachfolgende zuruͤck treibende Artzeney / zu den Zeenen / in welche ein Fluß zu fallen pfleget / vnd ſaget / daß ſie auch den Men⸗ ſchen nuͤtzlich ſey / vnd wirdt alſo bereht. Rec, Dürren Poley / Violenwurkel/geröftes Saltz / jegkliches cin Vntz / gebrandt Fiſchbeyn ein halbes loth / vnd zwey Scrupel gebrandte Reermu⸗ ſcheln / oder Schnecken Haͤußlein / drey vntzen / Pfeffervnd Myrrhen / jegelis ches ein Scrupel. 4 | Man hat auch woleinandere Artzeney / welche von wegenirer zuſam⸗ menziehenden krafft/ die wackelten vnd loſen Zeen / wol ein anderthalb jar bes feſtigen / daß fie nicht außfallen / vnd wirdt alſo gemacht. Rec- ¶ Der kleinen weichen Zweig von den Brambeer / oder Kratzbeer ſtren⸗ chern / vnreyffe Eychaͤpffel / jeglliches drey Vntzen / der Schalen von Gra⸗ nataͤpffeln / Alaun / ſchwartz Kupfferwaſſer Ertzt / Sory genandt / Gruͤn⸗ ſpan / vnd gelb Kupfferwaſſer Ertzt / Myſi genañt / jegkliches iin vntz / Cardobenedicten kraut / drey vntzen / ſtoß ſolche alle klein / vnnd vermiſche ſie mit Effig/ vnd lege ſie auff den Zan des Roſſes. der Pferde: CCXI In welchen gebrechen / vnd warumb / vnnd waſerley ge⸗ ſfalt / man die Roſſz bißweilen muß mit glůenden Eyſen bren⸗· | I NIT en I ober ſehr hitige Artzeney brauchen. | pi IN. e* BEN, i Pu |) - S 33 + -> WEiFuE NN anne Ss —— SS u RE > ne An — aAnn ein Roſſzd — SL hm auff beyden ſeytten / oben am Schopffe an / lenglichte Sup &\ glüende Eyſerne Zeine / an die Haut halten / vñ folchedurch — — die Mehn / biß auff den anfang der fördern Schenckeln NED) sichen/dann wo die fuͤrnembſte vnd lebendige krafft / in dem Roſz / noch vnverſehret oder vnverletzet iſt / fo wirdt dar⸗ durch das Roſſz erhalten / daß es nicht ſtirbet. Daauch die Schuldtern durch den Krampff gar an den Halß geheff⸗ tet / vnd der Halß vñ andere Glieder gleich erſtarret ſein / So ſoll man ſie glei⸗ cher geſtalt / wie jetzt gedacht / mit glüenden Eyſen brennen / vñ dardurch wird der Gebrech vertrieben. | So auch an den Nieren ein mangel iſt / So ſoll man die Roſſz zwiſchen den Arſchbacken / vñ der Blaſen / mit geraden Eyſern Zeinen / doch nicht vber 24. quer finger lang / brennen / vnd alſo darmit das halbe theil dieſer zahl / auff beyden ſeytten / drey Linien / welcher feine ober vier quer finger breyt ſey / auch in den Ruͤckgrad gedruckt werde. Ge iii Item / 0 —X “= N NPRREER En | | | Bonn — IItenm / wann auch Eytterichte Geſchwuͤr / oder offene Schaͤden / oder Bletterlein bey per Knieſcheiben vorhanden / auß welchen ein zehe ſchleimich⸗ te feuchtigkeit fleuſſet / So ſoll man ſie auch / wo ſie noch neuwe / vnd nicht alt ſeindt / mit einem gluͤenden Eyſen brennen / da ſie aber allbereyt eine ſteinichte haͤrtigkeit vberkommen / So ſol man dieſelbige / an dem ort / mit feinem glüens - den Eyſen beruͤhren / ſonder die Koͤte oder Knoͤchel / vnd die Knie /creutzweiß / wie ein Gegitter breñen / weil ſolcher ort kaal / vnd wenig Haar hat / vnd all⸗ da auch viel Neruen ſi,d. — Deßgleichen da auß langwirigen Reyſen / oder von wegẽ einer ſchwe⸗ ron Laſt / einem Roſſ ein Fluß indie Knie fellet / oder ſonſt beſchwerung oder wehtagen allda fuͤhlet / vnd lange zeit hincket / oder etwan auff dem weg glei⸗ tet / oder ggr darnider fellet / vnd ein Beyn verrencket / oder zubricht / oder aber die Adern verſtauchet / vñ dieſelbigen aufflauffen vnd geſchwellen / ſo foll man ſie allda auch mit einem gluͤenden Eyſen brennen; N So aber ein Stuß indie Huͤffe fellet / vnnd allda Leuchten vervrſachet / darinnen ein ſchleimichte feuchtigkeit / dem Honig gleich / ſtecket / oder ſonſten ein Waſſerige geſchwulſt / oder Waſſerblaͤßlein vorhanden / ſo ſoll man ſolche nicht brennen. RR ; a | Gleicher geftalt foll man auch die verrenckungen / beyden Fuͤſſen / nicht mit glücnden Eyſen beruͤren / dañ ſo man ein gluͤend Eyſen / an das ort/dadie Haar heruͤber hangẽ wie ein krantz / oder am anfang des Hufes ſetzet / ſo wuͤr⸗ den die Adern / welche jnennarung zufuͤhren / dardurch zugeſchloſſen vnd ver⸗ ſtopffet / derwegen jrren die jenigen gar ſehr / welche an dieſes ort gluͤende Ey⸗ fen halten / vnd vervrſachen alſo / daß ein Roſſß von notwegen hincken muß. Zu denen / wann kleine Eytterichte ſchwerlein vorhanden / vnd von ſich ſelbſt auff brechen / fo follman ſie auch nicht brennen / dann die Natur treibet durch ſie / die boͤſen Eytterichten feuchtigkeiten hinweg / welche ſich in dem Leib / nach der Keelſucht verhalten habẽ / ſonder ſol den Eytter viel mehr durch gebuͤrliche mittel herauß sicht, Dañ woman ſolche Schwerlein / oder Blet⸗ terlein brennet / ſo werden die außgeng / der boͤſen Eytterichten feuchten / dar⸗ durch zugeſchloſſen / vnd verſtoffet und begeben ſich als dann wder zuruͤck in den Leib / oder falten indie Gelenck / vnd vervrſachen allda / entweder cin hin⸗ cken / oder groſſe beulen vnd geſchwulſten / darumb ſol man ſolche vil mehr mit warmen waſſer behen / vnd ein Pflaſter darauff legen / Lipara genandt / wel⸗ ches beſchreibung vnden angezeiget. | Die Brandtfchäden aber/foll man alfo heylen / den erſten Tag ſol man eine Federn in oͤle / darunter Saltz vermiſchet / tuncken / vnd darmit die Ruffen vnd den Schaden wolfihmieren/onnd die andern folgende Tag / biß auff den ſiebenden / ſoll man den Vnflat / welchen man in dem Bad vonder Knaben Leib abſchabet / die auch mit oͤle beſchmieret worden / darauff legen / damit die Brandtruffen ſich abloͤſen vnd abfallen / vnd hernach ſol man den Schaden mit a en — — \ ge in kuͤrtz ſterben muß. — der Pferdt. CCꝝII init warmen alten Wein / wol außwaͤſchen / vnd endtlich nach dem waͤſchen / Wein vnd oͤle darein traͤuffen / vnd der frembden Wickenmeel / Erui genandt / darauff ſtreuwen / vnd darnach taͤglich mit warmen waſſer / zwey mahl auß⸗ waͤſchen / vnnd allweg gedachtes Meel wider darein ſtreuwen. Wann jetzʒtgedachter Vnflat / nicht vorhanden / So ſoll man an ſtatt deſſelbigen / dieſe Artzeney brauchen. Rec. Wachs / dünnes Bech oder Theer / Saltz vnnd oͤle / miſche ſie alle su hauff / vnd brauche ſie / wann es die notturfft erfordert. Daqobber in den jhenigen / welche ſchmertzen in den Nieren haben / vnnd derhalben gebrandt / die Brandtruffen / fuͤr dem ſibenden Tag / da ſie ſind ge⸗ ſchmiert worden / nicht abfallen / ſo iſt zubeſorgen / daß etwas inwendig zubro⸗ chen oder zuriſſen ſey / vnd daß alſo das Roſſz / die leng nicht leben mag / ſonder Die beſte zeit aber / zu dem brennen / iſt der Lentz / oderder Sommer. | Eines andern mepnung/c. & NS wachen bißweılen an den hindern Schen, a ckeln Leuchten / darinnen ein feuchtigfeit verfchloffen/ weiche EN dem Honig gleich ſihet / vnter welchennun etlichediebrennung > 2) erfordern / vnnd etliche nicht / darumb wöllen wir jeßt von den⸗ ſelbigen handlen. — —— Die jenigen aber / welche neuwlich entſprungen / haben von noͤhten der brennung / welche aber garStein hart werden / auß denſelbigen muß man durch ſchrepffen / das boͤſe Blut herauß ziehen / doch muß man auch in ſol⸗ chen / der Knoͤchel / der Knie / vnnd der oͤrter / da viel Neruen vnd Spanadern ſind / verſchonen / dann wo man die Neruen mit Feuwer brennet / moͤcht leicht ein hincken hernach folgen. So aber von dem lauffen / oder von einer langwirigen vñ weytten reiß / die Knie Runtzeln bekom̃en / oder von wegen eines andern gebrechens krumb worden / vnd die Roſſz ſchmertzen befinden / wo man darauff greiffet / vnd lan⸗ ge zeit daran hincken / oder da ſolche im gehen verrenckt oder verruckt worden / ſo ſol man die Haut allda mit gluͤenden Eyſen brennen. | Item / da es ſich auch zutreget daß den Roſſen die Huͤffe vnd Schen⸗ ckel / von wegen einer groſſen Laſt / gar zu ſehr beſchweret / ſo folget ſchmertzen hernach / vnd die Neruen vnd Spanadern werden dardurch beſchediget / vnd die Pulßadern lauffen auff / vñ die Huͤf geſchwellen / ſo erfordert die notturfft / daß man ſie meſſiglich / vnd nicht ſehr / mit geraden gluͤenden Eyſen brennen. añ aber ein Fluß in die Knie / vnd in die Huͤfe fellet / vnd allda Leuch⸗ ten / Geſchwulſt / oder Bletterlein verorfachet/fofollmanfolche Glieder / mit keinem gluͤenden Eyſen brennen / Dann es iſt zubeſorgen / daß die Huͤffe em Bon Artzeney dem brennen moͤchten abgehen / vnd da es geſchehe / wuͤrden fiefchwerikh wi⸗ der wachſen / vnd das Roſſz gar vntuͤchtig gemacht. Da auch am gantzen Leib Schwerlein vñ Bletterlein auffſchieſſen / ſo ſol man dieſelbige keins wegs brennen / Dañ ſie haben jhr ankunfft von vber⸗ fluͤſſigẽ böfen feuchtẽ / welche die Natur von den jñern / zu den euſſerſten Glie⸗ dern treibet / vnd wo man ſie mit gluͤenden Eyſen beruͤhret / ſo würden ſie dar⸗ durch widerumb zuruͤck in den Leib getrieben / vnd vervrſachten groͤſſere vnd gefaͤhrlichere kranckheyten. | er J Vber das / ſol man auch die alten offenen Schaͤden / bey den Glencken / darauß ein zehe ſchleimichte feuchtigkeit fleuſſet / nichtbrennen. Nach vollbrachter brennung aber / ſol man die Beandruffen / mit war⸗ men waſſer wol behen / biß ſie weich werden / vñ ein Pflaſter Lipara genandt / welches Iſchreibung vnten angezeiget / darauff legen. rt Item / man ſoll auch den Brandtſchaden / den erſten Tag / mit oͤle vnnd Saltz zu hauff vermiſchet / mit einem Federlein wol beſtreichen / vnnd die fol⸗ gende tag dieſes Saͤlblein darauff binden. Rec. Wachs / duͤnn Bech / Schweinen Schmaltz / Saltz / vnd oͤle zu hauff vermenget / biß es ſo dicke werde/ wieder vnflat / welchen die ringer im Bade von dem Leibe ſchabeten. al ; Wann abernach ficbentagen/die Bzandtruffen find abgefallen / ſo ſol manden Schaden/täglich zwey mahl / mit warınenöl/darunter warm wafe fer vermiſchet / außwaͤſchen / vnd Eruen Meel darein ſtreuwen / vnnd den an⸗ dern tag / wider mit warmen waſſer außſpuͤlen / vnd ſol darneben jetztgedach⸗ te Artzeney / von Schweinen Schmaltz bereyt / darauff legen. Welcheaber / von wegen des ſchmertzens der Nieren / Huͤffen / oder Arſchbacken / ſind mit gluͤenden Eyſen gebrandt worden / vnnd die Brandt⸗ ruffen jnnerhalb ſieben Tagen nicht abfallen / an derſelbigen geſundtheit mag man wol verzagen / dann es iſt zu beſorgen / Daß etwas indem Leib zuriſſen / oder daß die Nieren ſchadhafftig ſein. | | | Folgende Arkeney hat auch eine hißige und brennende krafft / wo man folche auffein Glied leget / vnd wirdt alſo bereht. | Rec. Üngelefchten Kalch / gebrandt Weinheffen / oder Weinſtein / eines ſo vil als des andern / Laugen auß gebrandten Pinſen / oder von den Schotten / dariñ die Bonen wachſen / oder auß den Kernen / welche in den Oliuen wach⸗ ſen / bereyt / vnd vermiſche fie vnter einander / vnd ſolches ſol man allzeit friſch / oder neuwe zugericht brauchen. Gleiche wirckung hat auch die gruͤne vnd neuwgegrabene wurtzel von Cappern / wo ſie klein zuſtoſſen auffgeleget wirdt. | | / Defgleichen die Bletter von dem Mauerpfeffer / klein zuſtoſſen / vnnd mie Eſſig vnd der Milch vermiſchet / welche auß den Feigenbaͤumen fleuſſet. Item / dieſe Artzeney. — Rec. Vn⸗ 3 5 Fi — der Dferöt. Ccxm Rec. Vngeleſchten Kalch vier Scrupel / ſelbwachſenden Salniter drey vn⸗ Ben/gebrandte Mutter oder Heffen / welche in dem Weineſſig ſich anleget / ein halb loth / ſiede ſolche alle in einer ſcharpffen Laugen / vnd lege ſie auff / wañ es die notturfft erfordert. | Daauch in den Gelencken / oder innandern Gliedern / harte Beulen / Geſchwulſten oder Leuchten vorhanden / welche entweder nach einem ſtreich / oder von ſich ſelber / auß andern vrſachen entſpringen 7 ſo ſoll man ſolche auff dieſe weiß vertreiben / vnd hinweg bringen. | Y | Rec. Judenleimoder Bergwachs acht loth / Hartz / duͤrr Bech / jegkliches vier loth / Wachs ſechs loth / Galbani /Kalch / jegliches ein loth / iaß ſolche al» le bey einem Feuwer alſo warm werden / daß man es auffflacher Hand erdul⸗ den kan / vnd beſchmier die Beulen darmit. J Item / folgende Artzeney / hat auch ein brennende krafft / vnd bertreibet auch alle muͤdigkeit / de Neruen vnd Spanadern. | | Rec. - Galbani,Styrans Bdellijyklein zuſtoſſenen Weyrauch / Bech und Judenleim / eines fo viel als des andern / vnd zuhauff vermiſchet. Det Etliche andere nemmen auch Operment ein Vntz / vngeleſchten Ralch ein loth / vnd ſtoſſen ein jegkliches beſonder / onnd mengen es zuſammen vnter einander. z | Dieſe Artzeney / bat auch gleiche Tugendt. Rec. Colophonien / Judenleim oder Bergwachs / lebendigen Schwebel / neuw Bech / Wachs vnd Boͤcken Vnſchlet / eines ſo viel als des andern / ge⸗ ſotten vnd vermiſchet. * Es iſt auch noch ein andere gute Artzeney / welche nicht wenig den alten Schaͤden hilffet / vnd wirdt alſo gemacht. | Rec. Kupfferwaſſer ein halbes loth / Federweiß / Srünfpanviegklicheschn loth / klein zuſtoſſen / vnter ſcharpffen Eſſig vermiſchet / vnd in einem Kuͤpffern Gefeß / zum Feuwer gethan / biß es anfange zu ſieden / vnd ein ziemliche dicke bekomme / vnd als dann ſol man ſolches abheben / vnd darzu thun / geſtoſſenen Myrrhen ein quintlein / vnd behalten / biß man es bedarff / vnnd hernach mit Eſſig zutrieben / aufflegen. Item / es iſt auch noch ein andere brennende Artzeney / welche nicht faſt vngleiche wirckung / mit der jetzt gedachten hat / vnd wird mit nachfolgen ſtuͤ⸗ cken bereytet. | Rec, Stopffiwachsoder Voꝛſtoß / mit welchen die Bienendie klunſſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / vier loth / Galbani zwey loth / hartz ein pfund / Judenleim / Bdellij / jegliches ſechs loth / Bech / Ammoniaci / jegkliches ein pfund / zu hauff vermiſcht. Ba | Wie TonArgene ; Wie man den ſchmertzen der Huͤfen / Neruen / vnnd Spanadern der Roſſz / durch brennen vers treiben moͤcht. F va: Br den Huͤfen wehtagen / ſoll man acht tage — ang/ gebuͤrliche Behung vnd Salben brauchen / vnd wo es SOSE die notturfft erfordert / auch Adern ſchlagen / vñ Blut hinweg NZ laſſen / vnd hernach fol man diefe Artzeney / darauff legen. —BB8— Eupborbijygemein Saltz / jegkliches vier vntzen / duͤnn Bech / vier Scrupel / laß ſie bey einem Feuwer zugehen / vnd miſche ſie vnter einander. rs Item / ein andere gutebreiiende Artzney / die iſt gar nuͤtzlich / in den He fen wehtagen zu gebrauchen, F Rec, Galbani / Opopanacis / Hirſchmarck / Terpentin / Ammoniaci / Bdellij / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchẽ die Bienẽ Klunſſen in Bien ſtoͤcken verkleiben / der hinderſtelligen Species / welche nach dem außgepreß⸗ ten Saffranoͤle hinderſtellig blieben / Krocomagma genandt / Eſſig / dünnes vnd hartes Bech / Bergwachs/ Rheinweiden oͤle / Oleum Cyprinum genañt / Schaum von geſottenem Hartz / Tiſcherleim / Vnſchlet oder Schmer vnnd Wachs / jegkliches ein pfundt / zu hauff vermenget. | Defsgleichen diefe/ welcheauch kraͤfftig und gut iſt. Rec: Roth Kupfferwaſſer Ergt / Chalcitis genandt / Schefen Vnſchlet / Wachs / jegkliches ein pfundt/ Honig / bitter Aloe / Roſen / jegkliches ein halb pfundt / Eſſig ein Noͤſel / vnter einander gemiſchet. Es dienet auch wol folgende Artzeney / fuͤr den ſchmertzen der Neruen vnd Spanadern / vnd wirdt alſo bereyt. | ) Rec. Des wolriechenden Hartzes Styracig zwey pfund / Galbani / Bdel⸗ lij / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchern die Bienen die Klunſſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / das feißte von der ſchmutzigen Wollen / Oeſipus ge⸗ nandt / Ammoniaci / Bech / Lorbern / jegkliches ein pfundt / Judenleim oder Bergwachs /Eſſig/ jegkliches ein halb pfundt. — geſtalt hilfft auch wol / dieſe nachfolgende breñende vermiſch⸗ te Artzeney. Rec. Wachs fuͤnff pfundt / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchem die Bienen die Klunſſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / Ammoniaci / jegkliches vier pfundt / Galbani ein pfundt / Bech zehen pfundt / Eybiſch zwey pfundt / Fiechten Hartz vier pfundt / des wolriechenden er tyracis zwey pfund / Bdellij vier pfundt / Hirſchmarck ein pfundt / Rindern Vnſchlet ein halbes pfundt / Mahnſafft vier loth / lebendigen Schwebel zwoͤlff pfund / Honig ein Noͤſel / Wein ein Kanne / Chamillen blumen / Elein zuſtoſſen ein vntz / ſtoß ſol⸗ Che alle klein / vnd vermiſche ſie in einem Noͤrßner wol zuſammen. Item / der Pferdt. CCRMMN Item / es dienet auch ſehr wol / daßnachfolgende Vngent / zu den neu⸗ a: Schaden / vnd hatdarneben ein brennende krafft / vnd wirdt alſo zugericht. IE BIER N ar Rec. Hark oder Bech / welches man von den Schiffen abſchabet / vnd an⸗ der hartes Hartz / Judenleim / Bech / Wachs / Vogelleim / jegliches ein pfund / Ammoniaci ein halb pfund / Weyrauch vier vntzen / Galbani / Opopanacis / jegkliches zwo Vntzen / laß die jhenige / ſo da ſchmeltzen / bey einen Feuwer zů gehen / vnd vermiſche darzu das Opopanax / vnd die andern dürren klein zu⸗ ſtoſſen / vnd ruͤhre ſie wol mit einem Spaten vnter einander / vnd wañ ſolches gar zu hart wirdt / ſo thue darzu zerlaſſen alt Schweinen Schmaltz / vñ Am⸗ moniaci / ſo viel deſſelbigen genug iſt. Da man auch den Vogelleim auſſen laͤſſet / ſo iſt es zu gedachten gebre⸗ chen viel beſſer vnd nuͤtzlicher. ee Ei Wañ aber ſolches Vngent fein wirkung vollendet / vnd ein Glied fehr genug gebrandt hat / vnd hart ankleibet / vnd nicht leicht kan von dem brandt⸗ ſchaden abgeloͤſet werden / So ſoll man des Beches / welches man von den Schiffen abſchabet / noch ein halb pfundt darzu thun / vnd ſol als dañ ſolches auff ein Glied ſchmiren. | | Damanaber fein Schiffbech bekommen mag / fo foll manden Moß oder ſubtile Wollen / welche an den Kuͤttenaͤpffeln wechſet / oder der Bluͤt oder Staub von roͤhricht / vier Vntzen darzu vermengen / ſo wirdt darauß gar cin krefftige vnd gute brennende Artzeney. | Man kan auch cin Glied mit folgendem Vngent brennen. | Rec. Bergwachs / Federweiß /jegkliches ein halb pfundt/alt Schweinen Schmalß ein pfundt / Silberglet drey vntzen / Galbant Dpopanaris/jegklie - ches cin Vutz / Eſſig / darinnen die ſtuͤcklein von einer Reerzwibel geweichet / ein Noͤſel / oͤl neun vntzen / miſche ſolche alle ober einem Kolfeuwer zuſammen / vnd mache ein Vngent darauß. Pr a achenmatp zurichtet. Rec. Silbergleth ein pfundt / Ammoniaci drey Vntzen / Kupfferhammer⸗ ſchlag / duͤrr Hartz / Bleyweiß / jegklliches ein halb pfund / Wachs ein pfundt / gebrandt Kupffer drey vntzen / oͤle anderthalb pfundt. Item / dieſe breñende Artzney / welche man gemeiniglich zu dem ſchmer⸗ tzen der foͤrdern Schenckeln / vnd zu den Huͤfen brauchet. | Rec. Galbani ein halb pfunde / Ammoniaci / Judenleim / jegkliches vice Vntzen / Bech fuͤnff Scrupel / Wermuth vier loth /Bdellij / Mahenſamen / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchen die Bienen die Klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / klein geſtoſſenen Weyrauch / Lorbern / Colophonien / jegliches vier loth / Cretiſchen Diptam / Hartz jegkliches fuͤnff vntze / Wachs zwey pfund / vermiſche ſolche alle / klein zuſtoſſen / vnter einander. Ne | OLE Diefe Bon Artzeney Diefe Artzeney / iſt auch nicht vnkraͤfftig welchemanalfobereytet. Rec. Wachs / Judenleim / Terpentin / jegkliches ein pfundt / Ammoniati ein halbes pfund / Bdellij / des feißten von der ſchmutzigen Wollen / jegkliches ein vntz / Galbani / Styracis / jegkliches drey vntzen / der ſtuͤckklein Weyrauch / welche fich auff dem Wege / mit den Rinden vermenget haben / ein Vntz / Fe⸗ derweiß drey Vntzen / Eſſig vier Vntzen / oͤle von den welſchen Nuͤſſen / altes Baumoͤle / Salniter / jegkliches ein Vntz / Pfeffer / Vogelleim / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchen die Bienen die Klunſſen verkleiben / jegkliches vier loth / Peterſilgen ein vntz. ar | N, Hierzu dienet auch gar wol dieſe Arkeney. Rec, Wachs ein pfundt / duͤrr Hartz ein halbes pfundt Ammoniarivier Vntzen / Pineenkern drey vntzen / Bdellij ein Vntz / Judenleim ein loth / Wein ſechs Vntzen. Es kan auch wol dieſe folgende Artzeney / die Glieder brennen / die ſol⸗ ches beduͤrffen. | Rec, Eſſig / dariñen Meerzwibel geweichet / duͤrr Hark, jegkliches andert⸗ alb pfundt / Roͤttelſtein / oder gemeinen Bolum / vier loth / vnnd klein ſubtil eel / ein klein Yeſel / darein vngefaͤhrlich ein halb Noͤſel gehet / laß den Eſ⸗ ſig / mit ſampt dem Hartz ſieden / vnnd wann ſie wol gnug geſotten haben / ſo hebe es von dem Feuwer / vnd thue die andern klein zuſtoſſen darein / vnd ruͤh⸗ re ſie vnter einander / vñ ſtreich ſolches auff Henffen Werck / oder mach Meiſ⸗ ſel vnd Pflaſter darauß / vnd ſtecke oder lege dieſelb / in vnd auff den Schaden / vnd binde ein Thuͤchlein daruͤber. wi Item / ein ander art zu brennen / iſt dieſe / ſ man Mangolt / oder Weiß⸗ koͤl / in Waſſer ſiedet / vnd vnter ſolche heiſſe Bruͤe / Salniter / vñ neun vntzen Baumoͤle miſchet / damit es ein brennende krafft bekomme. | Wie bnnd warumb man die Roſſz mit neuwge⸗ wachſenem Getreyde / ehe daſſelbige ſchoſſet / oder Ehern gewinnet / ſpeiſen vnd erquicken ſol. IE grüne Sath / welche zuvor abgeſchnitten NR: BEN I wirdt/che dañ fie ſchoſſet / oder Stengel gewinnet / vnd durch N; I J ſolche / werden die Roſſz im Lentzen purgieret / vnnd gemeſtet / wet S) vnnd erwehnete Fuͤtterung / ift den Roffen bach von nöhten/ RA ,.. Ne 2° RE ond iſt auch die erſte Cur / die man zu den Roſſen brauchet. Man folaberdas Roffzineinenfonderlichen Stall thun / vñ hernach im gedachte grüne Sath / oder neuwgewachſen Getreyd fuͤrlegen / vnd ſonſt kein ander Futter zu freſſen geben. Vnter gemeldtem Getreyde aber / wird am hoͤchſten gelobet / die ath / —* — — — — — ——— —— | der Dferdt.. CCXV Sath / vnd wo fienicht vorhanden, Gerſten Sath / vnd folche folman ihnen erſtlich fuͤnff Tage lange / vnd hernach noch sehen Tage / nach einander fürles gen / vnd welche Sath / nahendt bey dem Meer gewachſen / die iſt auch Hierzu an dem beſten / da man aber ſolche nicht gehaben noch bekommen mag / ſo ſolle man die jhenige brauchen / welche in dem Lande wechſet / darinnen man woh⸗ net / vnd es iſt genug / wo man jhm vber etliche Tag hernach / täglich ein klein Meſelvoll / darein vngefaͤhrlich ein Noͤſel gehet / Gerſten / neben der grünen Sath / alſo lange zu freſſen gibet / biß fo lang oben gedachte / vnd hernach vers zeichnete zeit verfloſſen. | Item / man folauchdasRoffz/nach verfcheinung der erften fünf Tags tieff in das Waſſer treiben / alſo / daß es gar ober folches zufamenfchlage/ond dariñen ſchwimmen muß / vnd hernach ſol man es wol ſtrigeln / vnd abtruͤck⸗ nen / vnd am gantzen Leib / mit oͤle vnd wein zu hauff vermenget / beſchmieren / vnd mit der Handt wol hinein reiben / vñ die feuchtigkeit / ſo allda vorhanden / wol darmit abwiſchen / vnd die folgende tag / wie jetzt gedacht / mag man jhm wol Gerſten / vnter die Sath vermiſchet / zu freſſen geben. Wann aber ein ſolcher mangel fuͤrfiele / daß wenig neuwe gewachſen Getreyde / oder gruͤne Sath zubekommen / vnnd ſolche nicht zehen tag lange den Roſſe moͤchte fuͤrlegen / ſo iſ genug / daß man jhme daſſelbige / an ſtat der zehen / nur fuͤnff tag zu freſſen gebe doch were gut / daß man zu ſolcher Fuͤtte⸗ rung / die letzten fuͤnfftag in den Monat nemme / vnd hernach den erſten tag / des andern anfangenden Nonats / biß auff den zehenden tag deſſelben Gera ſten fuͤrzugeben anfienge. Item / man ſoll auch den Roſß / ehe dann ibm ſolche neuwgewachſene Sath fuͤrgeleget wirdt / Blut hinweg laſſen / vnd ihme alſo die Adern an der Bruſt / vnd an dem Gaum ——— der boͤſe Eytterichte vnflat / mit ſampt dem Blut / auß dem Leib komme / vnnd gut neuwes Blut / in den auß⸗ gelerten Adern widerumb wachſe / vnnd auch in den Gaum gezogen werde. Dann auff dieſe weiß / wirdt ein Roſſz alſo geſtercket / vnd gekrefftiget / daß es nicht leicht von Kranckheiten angefochten mag werden / vnnd kan auch ſein Ampt vnd Arbeyt deſto baß verbringen. Deßgleichen iſt auch gut / daß man dem Roſſz / welches grüne Sath friſſet / Saltz zu leckẽ gebe / damit jm nicht in dem Maul / ſpitzige Schwerlein / oder gifftige boͤſe Bletterlein auffſchieſſen. Man ſol auch nicht zugeben / daß ein Roſſz / welches die Kehlſucht hat / öffentlich an der Lufft / oder vnter offenem Himmel weide / dañ dardurch wer⸗ den gar leicht die Eytterichten boͤſen feuchten / an die Haut gezogen / vnnd die Reudedardurch vervrſachet / vñ möchte auch wol darneben / von wegen groſ⸗ ſer hitz / oder des Sonnen ſcheins / Collericht oder vnſinnig werden. Derhalben iſt am beſten / daß man ſolchs daheym im Stalle verſchloſ⸗ fen halte / vnd im allda / vielgedachtes Futter fuͤlege. | / SB Zu Von Artzeney Zu dem were auch am bequemeſten / vnd am nuͤtzlichſten / daß man dem Koffzzuvor den Leib reynigte / oder purgierte / mit wilden Kuͤrhſen / oder Go loquint vnd Salniter / vnd dardurch die boͤſen feuchten / in Stulgengen hin⸗ weg brechte / eheman jhm neuwgewachſene Sath fuͤrlegt. | Bon berſtopffungen vnnd gebrechen/ welche den Roſſen folgen / ſo ſie das Futter nicht recht verdaͤuwen / vnd wie man ſolchem ſol raht ſchaffen. Kr 27 | —— = — — — —— — — haben jr biel beſchrieben / durch waſerley che nach vnverdaͤuwetem Futter folgen / vertreibẽ ſol / in wel⸗ chen doch das beſte iſt / daß man blut auß den Schienbeynen hinweg laſſe. | Da auch ein Kofi; hitziger Natur ond Complexion iſt / ſo wirtdag ons gedaͤuwete Futter / deſto ehe in dem Leib außgetheilet / vnd folget alſo gedachte beſchwerung hierauß. Derwegẽ erfordert die notturfft / daß man men / wie gemelt / Blut hin⸗ weg laſſe / dann wo es nicht geſchicht / ſo kan cin Roſſz gar leicht ein Fieber da⸗ von bekom̃en / welches ſich hernach durch Artzney ſchwerlich Curiren re Oer⸗ En — —— — — = — r — — —— — a — A ver Pferde. | CCXVI Derhalben von noͤten / daß man den Roſſen / des neuwen Futters des ſto weniger vnd kaͤrglicher fuͤrgebe / vnd auch daſſelb zuvor in waſſer alſo lang weichen laſſe / biß es quelle vnd auff lauffe / vñ die boͤſen feuchten dardurch her⸗ auß gezogen / vnd ſich unter das waſſer begeben vn hernach ohne gefahr moͤ⸗ gen fuͤrgeſchuͤttet werden / vnd auch den Roſſen beſſere narung geben. | Im fall aber ein Roſſ / vnverſehens ober einen hauffen Getreyde kom⸗ met / vnd deſſelbigen gar zu viel friſſet / man ſolchem / erſtlich eine Cri⸗ Mer in Leib eingeben / vnd hernach an den Schienbeynen Adern ſchlagen/ vñ Blut herauß laſſen / weil ſolches Glied / vnd deſſelbigen Neruen vnd Span⸗ adern / fuͤrnemlich der gebrechen plaget / welcher auß vnverdaͤuwetem Sutter entſpringet / derwegen / ſo man das Blut / auß jetztgedachten ſchadhafftigen Gliedern laͤſſet / vnd von dem vberigen entlediget / ſo wird der gebrechen auch dardurch vertrieben. | Die zeichendeg gebrecheng / welcher auß vnverdaͤuwetem Futterfeine ankunfft hat / ſind dieſe / Nemlich / dem Roß fteiget das Sutter auff / und grüfs tzet offt vnd viel / kan nicht freſſen / vnd die Augen werden gar dunckel / vnd die Neruen vnd Spanadern ſehr außgedehnet / oder außgeſpannet. | Man kan folchen auch raht ſchaffen / woman ihn ungefährlich ſechs Maß oder Kannen warn waſſer / dariñen dreyſſig Koͤlftengel / meſſig geſot⸗ ten / vnd zu welchen auch Eſſig vermiſchet / in Leib gibet. Ess ſind auch etliche / welche zuvor geſottene Zweig von dem Koͤl / vnter ölemengen/ vnd durch ein Horn in den Halß gieſſen / vnd bedecken das Roſſz wol mit Kleidern / vnd laſſen es wol hin vnd wider rennen / vnd enthalten ſol⸗ ches den ſelben tag / von allem andern Futter. Ettliche behalten daſſelbige daheym im Stall / daß es feine Weide fan freſſen / vnd nemmen hernach der weichen gipffeln vnd zweige / von dem baum Lentiſco / vnd oͤlbeumen / klein zuſchnitten vnd zuſtoſſen / vier pfund / vnd thun darzu Honig ein pfundt / waſſer vngefaͤhrlich drey Maß oder Kañen / vñ laß ſen ſolches eine Nacht an der lufft / oder vnter dem bloſſen Himmel ſtehen / vnd gieſſen als dañ ſolches in den Rachen / vnd hernach vber etliche ſtunden / geben ſie hm Eruen / die zuvor in Waſſer geweichet / zu freſſen / vnd gar nichts weit⸗ ters zu ſauffen / vnd thun ſolches alles zween Tage nach einander / biß die vr⸗ ſach des gebrechens gar hinweg gebracht ſey / dann ſo man ſolchen gebrechen verlaſſet / vñ darmit zu lange wartet / ſo treiben die Winde den Leib hoch auff / vñ das Roſſß bekommet darvon groſſes Grimmen / vñ vntraͤglichen ſchmer⸗ tzen im Bauch / vnd fan ferner garnichts freſſen / ſondern ſeufflzet / vñ kan an keinem orth ſtill ſtehen / vnd leget ſich offt nider / vnd ſchuͤttelt den Kopff / vnd pertzelt mit dem Schwantz hin vnd wider. Das beſte Mittel aber fuͤr diſen gebrechen iſt / daß man ſolchem wenig Futter fuͤrlege / vnd nahend bey den Huͤfen Adern ſchlage / vnd Blut herauß laſſe. | | Da aber Bon Artzeney Da aber der wehtagennicht willnachlaflen fofolleman die Glieder / hechſte bey dem Arſchbacken vnnd Schwantz / feſt mit einem Bande binden / vnd wann als dann ein Ader allda erſcheinet / fo fol man dieſelbige mit einem Laßeyſen eroͤffenen / vnnd wann genug Blut herauß iſt gelauffen / ſo ſoll man foiches/ mit auffgelegtem Papir / oder mit andern oben angezeigten mitteln / widerumb verſtoffen / vnd darauffwol hin vnd wider rennen / biß es keiche. Man findet auch wol etliche / welche nemmen drey halbe Noͤſel Wein / vnd vermiſchen darzu zuſtoſſenen Knoblach / drey vntzen / vnnd gieſſen es dem Roſſß in den Halß. | | R Etliche andere nemmen / Saltz vnd Zwibeln klein zuſtoſſen / vñ machen lange Stulzapffen darauß / vnnd ſtecken ſolche gar vnd tieff in den Hindern / vnd zwingen hernach ſolches zum lauffen. Wañ auch gemeldte Mittel nicht helffen woͤllen / ſo nemmen etliche ge⸗ ſtoſſenen Salniter / vnd floͤſſen jn mit einer feuchtigkeit in den Rachen. Wie vnd welcherley geſtalt / man die Roſſz ber⸗ ſchneiden oder Caſtriren ſoll. SOJebequemeſte zeit zu dem berſchneiden / iſt entweder der Lentz / oder der Herbſt / wiewol wir auch wol N N etwan inden Sommer die Roſſz Kaftrirchaben/ vnd iſt jhnen auch kein mangel darauß erfolget. * * SS Die art ond weiß aber zu Caſtriren / iſt dieſe. m Erſtlich / muß man dem Roſſz Die Beyn mit Stricken: zuſammen ziehen / vnd daſſelbige niderwerffen / vnd den Hodenſack / mit einem ſubtilen Bande oder Schnuͤrlein feſt zuſammen ziehen / damit die Hoden nit koͤnnen zuruͤck weichen / oder ſol dieſelbige zwiſchen ein huͤltzerne Kluppen faſ⸗ ſen / vnd mit einem ſcharpffen Schermeſſer / die Haut allda nicht weitter auff⸗ ſchneiden / weder daß man durch die Wunde die Hoden geraum drucken fans / vnd wann ſolche abgeſchnitten / vnnd herauß kommen / ſo iſt genug / daß man den Schaden mit zweyen ſtarcken Faͤden hefftet / vnnd das mitlere Haͤutlein zwiſchen der euſſerſten Haut vnd den Hoden abſchneide. Doch were es beſſer / daß man die Adern vnd Neruen / an welchendie Hoden hangen / vnd auch in das MaͤnnlicheGlied gehen / mit einem gluͤenden ſcharpffen Eyſen abſchnit⸗ te / vnd ſolches an das hindere / vnd nicht an das foͤrdere theil halte / ond daes muͤglich / ſo ſol das jetztgedachte Eyſen / wol von dem Feuwer gluͤend ſein / da⸗ mit man durch daſſelbige allein / oder auff das meinſte durch ſolche zwey / den Schnid vnd Brennung vollkoͤmlich vollenden möcht, dann fo man viel glů⸗ ende Eyſen darauff drucket / wuͤrde ein hitzige geſchwulſt mit zufchlagen. Nach ſolchem ſol man Fehslein oder Meiſſel von Wollen oder Leinen Thuͤchlein gezauſſet / in oͤle vnd Bech getuncket / in die Wunde ſtoſſen / vnd die Hefft wol D der Dferdt. Coxvu a! wol zuſammen ziehen / vnd ober den dritten tag / die Fehslein vñ Meiſ⸗ c wider herauß nem̃en / auch ein Federlein in öle und Bech tuncken / vnd den Schaden darmit taͤglich ſchmieren / biß er gar geheylet / vñ mit einer Narben bedeckt worden. | Man ſoll auch das verfchnittene Roſſz dentag vber / da es ift Caſtrirt worden / von allem Futter enthalten / aber den anderen Tage hernach / mag man jhm wol allgemach deſto reichlicher zuſauffen / vnnd auch Futter geben / vnd ſol daſſelbige hernach / zu der zeit / wann es kuͤel iſt cin wenig Bin vnd wis der —— wo groſſe hitz vorhanden / ſo iſt viel beſſer / daß es daheym in dem Stall bleibe / vnd durch dieſe Mittel / kan man die Roſſz daheyme in dem Stalle wider heylen. | Wo man aber auff dem Felde oder auffder Weyde / folcheverfehneiden will / ſo ſol man in gleicher geſtalt wie gedacht / die Hoden mit einem gluͤnden ſcharpffen Eyſen herauß ſchneiden / vnd ſo die Wunde gehefftet / vnnd mit oͤle vnd Bech beſchmiret worden / widerumb laſſen auffdie Weide lauffen / jedoch iſt auch in denſelbigen / welche ſtets bey der Herde bleiben / der Lentz die beque⸗ meſte zeit zum Caſtriren. | Daaberdem —— Caſtriret / vnd in den Stall gefuͤhret vnd angehefftet worden / die Wunde auff lauffet vnd geſchwillet / fo ſoll ian nem⸗ men Kreiden / oder gemeinen Bolum / vnd ſolchen mit Eſſig vermiſchet / dar⸗ aufflegen. Welche Roſſz nur eine Hodehaben/die ſol man nicht verſchneiden / deñ ſie werden nach der Caſtrierung gern brechhafftig / vnd kommen dardurch in groſſe gefahr des lebens. Wañ auch ein Roſſz / bald nach dem verbrachten ſchnitt auffſteht / vnd mickert oder ſchreyet / ſo wirdt ſolches ſchwerlich bey dem leben erhalten. Man ſaget auch / ſo man ein junges Roſſz Caſtriret / wann jm die an⸗ dern Zeen find außgefallẽ / ſo ſollen jm hernach keine andere an die ſtat wach» ſen / vnd auch keine groſſe Schiedzeen bekommen. In den kleinẽ Fuͤllichen aber/finddie Hoden gar zu fubtiel/daßman fie auch nicht recht erkennen mag. Dieſes iſt auch wol zu wiſſen / daß die verſchnittene Roſſz / fuͤr das mei⸗ ſte theil / nicht leichtlich mit der Keelfucht/noch andern gebrechen vnd Fluͤſſen / welche in die Schenckel fallen / noch mit den Kroͤpffen geplagt werden, Item / man ſol auch daſſelb in einen warmen Stall / da kein kelt zu kom men mag / ſtellen / vnd den gantzen Leib / mit Wein vnd Weyrauch / ſampt der ſelben ſtuͤcklein / die ſich auff dem wege mit den Rinden vermiſchet haben / be⸗ ſtreichen / vnd mit Kotzen wol zudecken. Da aber der geſchnittene ſchade noch ferner bluten wolt/fofolmannemen Am̃ oniari ein vntz / vñ des außgepreßten ſaffts / von dem kraut Andorn / oder Gottsvergeſſe / zwo vntzẽ / vñ dazu thun ein wenig Honig / vñ drauff — | Ji e Bon Artzeney Die art vnd weiß Eſel zuder ſchnelden / vnd zu Kaſtriren / iſt dieſe. An ſoll die Hoden mit einem Stricklein oder Schnuͤrlein feſt binden / damit fie nicht entwiſchen moͤgen / vnd hernach die Haut ſcheidwartz auff / vñ ſolche abfcheiden/ vnd herauß drucken. Doch were beſſer / damit nicht ein hi⸗ Et * Rn e: SL. ax N EV tzige Geſchwulſt mit zufchlüge/ / daß man die Ader ond Ner⸗ uen / daran die Hoden angewachſen / mit einem ſcharpffen wol gluͤenden Ey⸗ fern Inſtrument abſchnitte / vñ auff dieſe weiſe / wuͤrde auch der Efeldes vbe⸗ rigen Blutfluſſes gefreyet. | | Die gefchnittene Wunde aber / foll man mit Eſch / von gebrandten Weinreben Holtz / vnd Silbergleth / zu hauff vermiſchet / wol beſtreichen / vnd ſoll den ſchadhafftigen / die folgende drey Tage / mit gruͤnem abgeſchnittenem Graß erquicken / vnd von vielem trincken enthalten / vnnd den erſten Tag gar nichts zu ſauffen / vnd auch wenig Futter zu freſſen geben. Es were auch gut / daß man nach dreyen tagen / den offenen Schaden / mit dünnen Bech / oͤle / vnd Eſch von gebrandtem Weinreben Holtz / zuhauff vermiſcht / wol ſchmiert / damit ſie de⸗ ſto ehe heylen / vnd nicht die Fliegen vnd Mucken ſich drauff ſetzen. Ein —— EEE ne der Pferdt. CORVIN Ein andere art zu Caſtriren. ER DO man ein Roſß berſchneiden / vnnd einen 4 na Münch darauf machen will / So ſoll man in dem eye vwann der Nortwindt wehet / einelenglichte Gruben graben / BI vñ das Roſß mit den Fuͤſſen zu hauff gebunden / darein werf⸗ OS fen / vnd an den Ruͤcken kehren / vnd feſt halten / damit es nicht kan auffſtehen / vnd ſoll die Hoden mit einem Bande befeſtigen / vnd behende die Haut / mit einem ſcharpffen Schermeſſer auffſchneiden / vnd wañ die Ho⸗ den durch die geſchnittene Wunde herauß gedruckt / fo ſolman ſie von den Als dern abſchneiden / doch darauff gute achtung geben / damit man nicht derſel⸗ bigen wurtzeln gar herauß reiſſe Darnach ſol man die Wund mit Saltz außfuͤllen / damit ſie nicht auff lauff noch geſchwelle / vnnd vber den andern tag / ſo man ſihet / daß ferner kein Blut herauß lauffet / So ſol man das Saltz wider herauß nemmen / vnd den Schaden / ſampt den Nieren / Kopff vnd Naßloͤchern / wol mit oͤle vnd Bech ſchmieren / vnnd nicht zulaſſen / daß ſolches verſchnitten Roſſz / viel fort gehe / biß es gantz geheylet vnd wider geſundt worden. Von den zubrochenen oder zuknirſchten Huͤfen / der Roſſß. | Ann ein Roſ⸗ auff der Reiß / auff das foͤr⸗ SE DNS 4, dere theildes Hufes aufffuſſet / vnnd vollkoͤmlichen nicht N. —*— F daraufftretten kan / vnnd der Hufe jihm darneben hitzet / fo IRB man jn angrei ffet / ſo wirdt dardurch angezeigt / daß etwas darinnen zʒubrochen / oder zuknirſchet fen. ; Deriegen erfordert die notturfft / daß man den Huf zu oͤberſt bey dem Horn ſchrepffe / oder mit einem Laßeyſen auffſchneide / dañ alſo wirdt man darunter ein verborgene feuchtigkeit finden / welche / ſo ſie herauß fleuſſet / foiftdas Roſſz ſchon geneſen. Wañ aber an demort etwas zubrochen / oder zuknoͤrret / vnd das Roffz gleich auch daran nicht hincket / vnd ſich doch eine boͤſe feuchtigkeit allda ver⸗ ſamlet / ſo wird dieſelbig in Eytter verwandlet / vnd als dañ erkennet man ſol⸗ chen gebrechen leicht / deñ der Eytter kan ſich nicht verbergen / darumb iſt von noͤhten / daß man die Eytterichte geſchwulſt als baldt eroͤffene / vnd den Eyt⸗ ter herauß flieſſen laſſe. Da aber der Eytter in dem foͤrderen theyl des Hufes ſteckt / ſo kan man jhn nicht alſo leicht / als hinden / oder vber dem fol | ii man A Bon Artzeney man nemmen neuwen Kuͤhloth / welcher mit Wolgemuth / öfe vnnd Eſſig / vher einem Feuwer warm gemacht worden / vnnd ſol ſolchen / alſo warm / offt darauff ſchmieren. ee rer ae Sder ſoll nemmen grob Weißen Meel / vnd vnter Eſſig ſieden / biß ein Meiſter darauß werde / vnd ſol denſelbigen warm darauff ſtreichen. Oder ſoll Feigen / mit Saltz zuſtoſſen / biß ein Pflaſter darauß werde / Aond ſolches darauff legen. | ER 3 Item / ſo man Schafmuͤle / oder Kewſchlamp in Eſſig kochet / vnd wol zuſtoſſen darůber ſchleget / Dañ ſolches zutreibet vnd verzeret alle boͤſe feuch⸗ tigkeit / vnd eroͤffnet die Schweiß loͤcher / damit dieſelben vnterſich gar herauß end hinweg kommen moͤgen. Wo aber ſolche vberſich ein außgang begeren / ſo ſplman nemmen Schmer vnd Hartz / vñ beyde zulaſſen / vnd indie vnterſte Hole des Fuſſes gieſſen / vnd ſoll darauff ein weiches Pflaſter legen / welches man zu den verkenckten Gliedern zu brauchen pfleget / dann alſo werden ge⸗ dachte boͤſe feuchten / deſto ehe durch den Huf hinweg gebracht. Nan ſolauch den ſenigen / welchen in dem Hufe alſo etwas zuknirſchet oder zubrochen / vnnd ein boͤſe feuchtigkeit ſich allda verſamlet / nicht zur Ader laſſen / dann durch dieſen jrrthumb / wuͤrden die Beulen vnd Geſchwulſten / ſo allda vorhanden / gar in ein ſteinichte haͤrtigkeit verwandelt. Wanñ aber auch ein Roffynitallen an einem Fuß / ſonder an zweyen / oder an allſen vieren zu gleich / etwas zubrochen / oder zu knoͤrret hat / ſo lget es quff der Erden / vnd kan weder eſſen noch trincken / ſonder ſchleffet ohn vnter⸗ laß / gleich als hett es die Schlaffſucht bekommen. Derhalben ſol man waſſer vnd Eſſig / zu hauff vermiſchet / doch alſo / daß des Waſſers viel mehr als des Eſſigs ſey / ein Halb Noͤſel / in beyde Naßloͤcher gieſſen / onnd das Haupt mit neuwem / vnd noch warmen Fuchsblut beſchmiren / vnnd man glaubet auch / daß für dieſen gebrechen / die Bibergeil gleiche krafft haben ſoll. — Die zubrechung oder zuknirſchung der Schenckel vnnd Huͤfe / pfleget ſonderlich den Thieren / welche ſchwer tragen / als nemlich / den Maul vñ an⸗ dern Eſeln / zu widerfahren / vñ auch in harte fteinichte puͤtzeln ſich zuverwan⸗ deln / welehe an der geſtalt / den Datteln gleich ſehen⸗ | Nan ſoll jihm auch gefottene Gerſten herumb binden/ vnnd den ſelben auch mit warmen Gerſtenwaſſer / offt vnnd viel vnd lange zeit nach einander behen / Daũdardurch verzehren ſich die boͤſen feuchten / welche in das zubro⸗ chene oder zuknoͤrte Glied flieſſen. J Da ich aber dieſelbige / durch die Schweißloͤcher nicht woͤllen hinweg bringen / vnd verzehren laſſen / ſo kommen ſie vielmals zuſchweren / derwegen von noͤhten / daß man Gerſtenmeel / in Wein geſotten / daruͤber ſchlage / vnnd Thaubenmiſt darauff ſchmire. | Wann nun die geſchwulſt / durch gedachte mittel / iſt zu ſchweren kom⸗ men / wie es dann in ſolchen N 9 r der Pferdt. coxIz gefchehenpfleget / So fofollman De eroͤffenen / damit der Eytter herauß lauffen mag / vnd ſoll als dann einen Meiſſel mit einer Artzeney beſchmeren/ welche man auß Kupfferwaſſer bereytet / vnd in die Wund hinein ſtecken / vnd ſolches alſo lang thun / biß man beſſerung ſpuͤret. | | Soaber gedachte Argeney nicht vorhanden, ſoll man ein Tacht / oder zu hauff gewickelte Baumwollen / in ͤl vnd Eſſig getuncket / auff die Wunde legen / biß ſo lang ſie gar wider geheylet. | Da aber das Geſchwir vber dem Hufauffbrechenwill/ wie denn ge⸗ meiniglich in Roſſen / welche ſehr harte Huͤf haben / zugeſchehen pfleget / ſo ſoll man erſtlich Fehslein / von Leinen Thuchlein zuzauſſet / inölonnd Eſſig tun⸗ cken / vnd darauff binden. a. Wann auch darneben groffer ſchmertz vorhanden / ſo ſoll man nachfol⸗ gendes Vngent / von den welſchen gruͤnẽ Heydechſen / Lacertæ virides genañt / bereytet/brauchen/ Dann dardurch wirdt der wehtagen geſtillet / vnd wech⸗ ſet auch der Hufe darvon groͤſſer / vnd wirdt auch dardurch verhuͤtet / daß ſol⸗ ches Geſchwuͤr an dem ort nicht auff bricht / ſondern daß ſich der Eytter ſonſẽ verzehre / vnd ſolches bereyttet man alſo. | Rec. Einen neuwen Thenen Topff / vnnd thue darein fünfftbalbes pfunde Baumoͤle/ vnd zehen welſche grüne Heydechſen / Lacertæ virides genandt / vnd verdecke den Topff wol mit einer Stuͤrtzen / vnnd laß folche bey einem Kolfeu⸗ wer / alſo lang ſieden / biß den ſelben in dem oͤle / das Fleiſch ſich von den Bey⸗ nen abſuͤndert / vnd nimb hernach Die Beyn herauß / vnd miſche darzu klein zu ſtoſſen Judenleim / ein halb pfundt / dünnes Bech neun vntzen / vnd Schſweia nen Schmaltz zwey pfundt / laß ſoſche alle bey einem Feuwer zugehen / vnd ruͤhre fie wol vnter einander / vnd wann es die notturfft erfordert / ſo ſhmiere den Huf darmit / vnd dieſes Bngent / machet auch den Huf / ſo viel jm von no⸗ then / hart vnd fefſft. f Ä Damitaber auch kein Roß/auff der Weide / oder zuwor / oder hernach/ in dem gehen oder lauffen / keinen Hufs möchte verſtauchen / oder allda etwas zubreche oder zuknirſche / fo ſoll nan nennnen Datteln / vnd den Kern herauß nemmen / vnd an ſtat des Kerns / Bleyweiß hinein thun / vnd dem Roſß eine folche Dattelindas Maul ſtecken / ſo kommet daſſelbige friſch vnnd geſunde wider anheym zu Hauß / vnd ſolches alles / ſol man zu vnterſchiedlichen zeiten un. Daaqber in der Hoͤle des Fuſſes / ein Beyn erſcheinet / vnd weyt herauß ſtehet / ſo ſoll man fehslein / in Eſſig vnnd oͤle getuncket / drey Tag lang darein legen / vnd hernach Cypreſſen Bletter / klein zuſtoſſen / vnnd mit gutem Eſſig vermenget / darauff bindẽ / oder foll an fat derſelbigen Bletter / von dem Tha⸗ marißkenbaum / gleicher weiß daruͤber legen / oder ſoll der Schalen von Eins nataͤpffeln / in Eſſig gekochet / darumb ſchlagen / oder deſſelben klein zuſtoſſen Puluers darein ſtreuwen. 2”, Kin Gleiche Von Artzeneyx Gleiche krafft hat auch / ſo man Kupfferwaſſer / vnnd zuſtoſſene Eych oder Gallaͤpffel / eines fo viel als des andern / darzu brauchet / Doch ſoll man den Schaden zuvor mit Eſſig wol außwaͤſchen. Item / ſo einem Roſſz das Horn an dem Hufzubricht / oder ſich von ein⸗ ander begibet / ſo follman Saltz / vnter Eſſig vermiſchet / in die Klunſſen legt / vñ darneben den Huf mit warmen Kleyen behen / vñ nach dreyen tagen / wañ fein Eytter mehr herauß fleuſſet / ſo ſol man Alaun / mit Roͤttelſtein / oder ge⸗ meinem Bolo / vnd Eſſig vermiſchet / darauff legen / vnd wann die hitz nach⸗ leſſet / ſo ſoll man ober den Spalten / ein Schweinene Blaſen ziehen / vnd Die ſelb / wo es ferner nicht mehr hincket / wider hinweg nemmen / vnd alſo kanſtu ſolches fuͤr aller gefahr behuͤten. Wann aber in dem zubrochenen oder zuknirſchten Huf / ſich Eytter ssefamlet / ſo ſolle man den Huf tieff ſchrepffen / oder auffſchneiden / vnd die Wuͤndtlein / mit Waſſer vnd Eſſig zu hauff vermiſchet / behen / vnd als dann hernach eine Artzeney darein ſtreichen / Hygra genandt / welcher beſchrei⸗ bung hie vnten angezeiget wirdt/ond auch Yeeiſſeln / oder Leynene faͤhslein / in Schweinen Schmaltz vnd Schefen Vnſchlet getuncket / darauff legen / vñ hernach duͤrren Roſſzmiſt daruͤber binden / ſo wirdt es wol wider geſundt werden. Item / wañ die Huͤfe von groſſer kelt auffreiſſen / oder von einander ſpal ten / ſo follman vmb vnd vmb dieſelbige linde / mit einem Schrepffeyſen zubi⸗ cken / vnd den Schaden mit warmen Harm außwaͤſchen / vnd hernach Saltz darein reiben / vnd mit einem Schwam oder Thuͤchlein wol abtruͤcknen / oder abwiſchen / vnd letzlich Boͤcken oder Rindern Vnſchlet / an ein gluͤend Eyſen gehalten / darein traͤuffen. So in dieſem Hufe ein Nagelzu nahe geſchlagen / vnd ſolchen verletzet hat / oder ſonſt ein Stifft / oder ein Dorn harte Schierben / oder ein Glaß / oder dergleichen ſpitziges darein geſtochen / vnd wider herauß gezogen / ſo ſoll man hart Bech / mit Schweinen Schmaltz / vnnd Schwebel / zu hauff ver⸗ miſchet / auff ein ſchmutzige Woll ſtreichen / vnd auff den Schaden legen / vnd hernach denſelben mit einem gluͤenden Eyſen brennen. Da aber die Wunde ſehr tieff iſt / ſo ſoll man dieſelbe weitter auffſchnei⸗ den / vnd gleicher geſtalt / wie jetztgedacht / brennen / vnd den Filtz oder ein Geis genkorb / wie ein Schuch darüber binden, Im fall aber / ein alter Schadendarunter ſtecket Sofolmannemmen Wachs / alt Baumoͤle / Honig / vnd Eruen Meel / vnd ſolche ober einem Kol⸗ feuwer zugehen laſſen / vnd wol vnter einander rhuͤren / vñ darauff legen / vnd einen zuſtoſſenen Granatapffel / vnd Feigen zu hauff vermenget / feſt daruͤber hinden / damit nichts darzwiſchen komme / vnd fo lange darauff liegen laſſen / boiß das Roſſz wider auff den Fuß tretten mag / ſo wirdt ſolcher Schade in reyen tagen heylen. | | ha Wann der Pferdt COHX Wañ aber gedachter Schaden nichtalt iſt / vnd di Wundt widerumb mit Fleiſch außgefuͤllet worden / ſo follman Lilien Bletter oder Meerzwibel Schalen / oder das kraut Wegtritt / oder geſtoſſenen Andorn darein legen. Von den Roſſen / welche Eollernoder Ra⸗ ſendt werden. Te Roſſz / welche mit dieſer Kranckheit an⸗ gefochten / vnd colernt / oder vnſinnig werden / die mickern gantz vngeſtuͤmlich / oder ſchreyen / vnd toben vnnd wů⸗ ten / mit beiſſen vnd ſchlagen / vnd lauffen vnter die Leuth 7) 100 fie am dickeſten ſtehen. | Be Item / wañ auch in Roſſz anfenget Golerent odern:- ſinnig zu werden / ſo bekompt es hole / vnd tieffe eingefallene Augen / vnd ſper⸗ ret die Naßloͤcher weyt auff / vnd ſpitzet die Ohren. Es beiſſet in die Krippe / vnd zubricht dieſelbige / vonnd verwundet auch offtmahls / mit den Zeenen feinen eygenen Leib / vnd zwiſtert mit den Augen / une ſteiff ond ſcheel darmit / vnnd läfler viel Geſt und Speigel auß dem aul fallen. | | | | Die Adern ſtecken vnd bauſen voller Blut / wirdt math und krafftloß / vnd fan gar nichts freſſen / vnd foͤrcht ſich / vnd erſchricket bald. | Demfelben aber folman alſo raht ſchaffen / Man ſol jm die Augen mie einem Kleid oder Thuch bedecken / damit es niemandt ſehe zu ſich gehen / vnnd ſoll in der mitte des Halſſes ein Strick feſt zuſam̃en ziehen / auff daß man die Adern allda deſto beſſer ſehen moͤcht / vnd ſol alſo dieſelbigen eroͤffenen / vnd al⸗ ſo lang Blut herauß lauffen laſſen / biß es ſchier will vmb fallen / vnd Amaͤch⸗ tig werden / Darnach ſolman das Bande am Halß wider auff loͤſen / vñ das Blut verſtellen / vnnd das Roſſz in einen warmen vnd finſtern Stall ziehen / vnd behalten / auff daß es gar fein gereuſch oder getuͤmmel hoͤre Damites allda vnverhindert ruhen moͤchte / vnd wañ es ſchier will Abendt werden / fo ſoll man jhm vngefaͤhrlich fuͤnff Naß oder Kañel voll Waſſer zu ſauffen ge⸗ ben / vnd den andern Tag ſoll man jhme das Sutter und Tranck entziehen / vñ nichts geben / biß auff den dritten Tag / Darnach ſoll man jm widerumb / ſein gewoͤhnlich Futter fuͤrlegen. Item / den Roſſz / welche Collern / oder Tholl vnd vnſinnig werden / kan man alſo helffen / ſo man ſie feſt mit Stricken oder Rhiemen bindet / vnnd gu⸗ ten rohten zuſammenziehenden / oder ſtrengen Wein eine Kanne / in die Naß⸗ loͤcher geuſſet. | Oder ſo man die Wurkelvon wilden Kuͤrbſen gefotten/ und mit einem Noͤſel Weinvermifcher/ond darzu thut Salniter / vnd folche ihm inden Ra⸗ chen einfloͤſſet. Item / Bon Artzeney Item / ſo man ſchwartze Nießwurtzel einmal in Effig auffwallen leſſet / vnd damit den gantzen Leib / vnd den Kopffſchmieret / vnd auch daſſelbe vber⸗ al wol vnd hart ſtrigelt vnd reibet / vnd offt vnd viel beweget. | Defigleichen folman auch folchen Blut an den Schienbeynen herauf laſſen / vnd men feine Gerſt zu freflen geben biß fo lang fie wider zu fich ſelbſt kommen / vnd nicht alfo fehr wuͤten vnd toben/ vnd ſoll auch dieſelbe / wie etli⸗ che gerahten / in einem finſtern Stall halten / vnd wol darinnen ruhen laſſen / aber wo man ſolches thut / ſo werden ſie deſto raſender vnnd vnſinniger / auch —2 cher geſtalt / wie oben angezeiget. ae dp Solche beſchwerung aber / hat fuͤrnemlich jr ankunfftvongroffer Hiße/ vnd vberigem glantz der Soñen / ſonderlich wo es in derſelbigen lang geſtan⸗ den / oder geritten worden / vnnd auch wo fie viel frembde Wicken oder Eruen freffen/oder aber wo ſich vberiges blut in den Haͤutlein / welche dañ das Ges hirn vmbgebẽ / verſamlet / oder viel vberfluͤſſige Galle / oder Choleriſche feuch⸗ nn den Adern fich gehaͤuffet / oder ſo daſſelbige böfes vnreynes waſ⸗ er geſotten. oh Item / ſolches Roſſz ſoll man auch mit ſtarcken Bandenanbinden/ond befeſtigen / daß es ſich nicht kan loß reiſſen / vnd ſol ijm an den Schienbeynen / vnd bey den Ruͤckbeynen Blut herauß laſſen / vñ mit demſelbigen / vnter wein vermiſchet / den gantzen Leib beſchmieren / vnd wol hinein reiben / vnd ſoll dar⸗ neben den Schlaff / vnd den Bauch / offt und viel mit ſpitzigen gluͤenden Ey ſen ſtechen / vnd darmit auffbrennen. | Da auch folcheseinpar Hoden hat / ſo ſoll man jhm dicfelbigen herauf ſchneiden / vnd alſo lang in einem finſteren ort halten / biß ſo lang es ſelber be⸗ gert zu freſſen / vnd jm das toben vergehet / vnd etwas zamer vnd milter wird / vnd als dann ſoll man jm des geſtoſſenen Samen / von dem kraut Wuͤtſcher⸗ ling / ein halb pfund / mit einem Noͤſel Wein zutrieben / in den Rachen gieſſen / vnd auch gebuͤrliche Artzeney eingeben / welche den Koth herauß treiben / vnd den Leib fluͤſſig machen, Item / das Roſſz das da Colert / folman an cin tunckel vnd finfter orth ſtellen / vnd mit weichem Futter ſpeiſen / vnd nachfolgende Artzney in den Ra⸗ chen gieſſen. Rec. Grünen Eppich klein zuſtoſſen ein Handtvoll / gut Honig vier onken/ klein gepuͤluerte Cardamoͤmlein / vier loth / vnd vermiſche darzu guten weiſſen Wein vier vntzen / vnd ſtoß ſolche dem Roſſz in den Half. Wann auch die Kranckheit darvon nicht vertrieben wird / So ſol man das Haupt maͤſſigklich mit gluͤenden Eyſen brennen / vnnd mit den warm⸗ | machenden a EEE A u U TE En en a Tue u: 1 Te EEE 0 = der Dferöt. - COXXI machenden Ungenten befchmieren / welche wir oben von den erftarreten und su hauffgegogenen Neruen / odervon den gebrechen Opiſthotono / nach der lenge befchrieben haben / vnd follauch indie Augen/gebürliche Augen Saͤlb⸗ lein ſtreichen ond Blut bey dem Schlaffberauß laffeny vnnd endtlich dieſen Tranck engeben. | Rec. Eppich Samen’Spicanardi/ Macedoniſchen Detterfilgen Samen / Lattich oder Salath Samen Mahenſamen / jeglliches eins fo viel / als des andern / mit Honigwaſſer vermiſchet / vnd fuͤnff tag nach einander in den Ras chen gegoſſen. — Item / man ſoll auch den Kopff mit einem rauhen Schaf Fell / das zu⸗ vor mitölebefchmiert/ bedecken. Es ſind guch woletliche/welche gefchelte Lorbern klein zuſtoſſen / mit oͤl vnd warmen Wein vermiſchet / dem Roſß indie Naßloͤcher gieſſen. | Item / Rec. Dufoltongefährlich drey Noͤſel / oder fünffpfund blut / auß den Schenckeln hinweg laſſen / vnd nichts zu freſſen geben / damit nicht mehr Blut herauß lauffe/ond auff den Abendt / wann die Sonne will vnter gehen / Soll man jhme ein Neßlein / darein zwo Maß oder Kannen gehen / voll Gerſten MNeel/ zu welchen ein Kanne Waſſer vermiſchet / vnd ſonſt kein ander Futter fuͤrgeben. * Denandern Tag aber / ſoll man jhme gefochte Gerſten graupen / oder an ſtat derſelbigen / Gerſten Meel / mit waſſer zu einem Teig gemacht / ein hal⸗ be Handtvoll fuͤrſchuͤtten / Vnd ſoll jhm hernach das Geſicht verbinden / oder verhuͤllen / vnd meſſigklich hin vnnd wider reytten oder fuͤhren / vnd ſoll es als dann wider in dem Stall behalten / vnd jhm reichlich Heuw fuͤrwerffen / vnd deſto weniger Waſſer zu ſauffen geben. Item / man ſoll jhm auch allgemach vnd wenig auff einmahl / vnd nicht zuviel Habern / oder Gerſten geben / damit es nicht widerumb in Die vorige kranckheit falle / vnd wannes fort gehet / ſo ſo man ihm das Maullaſſen vn⸗ terſich hengen / vnd nicht gar zu hart in dem Zaum halten. i Wann nun ein Roſß durch dieſe Mittel feine geſundtheit nicht erlan⸗ get / So ſoll man jhm die Hoden außſchneiden / vñ das Blut auß ven Adern wol drucken / vñ in die Wunde / Bech / Saltz vnd oͤle / ſchmieren vnd legen / vñ auch Eſche darauff ſtreuwen / vñ ſoll ſolches darneben täglich waſchen / behen ond reiben / biß es wider geſundt wirdt. | Imefall auch folches Colerende Roſſz / alſo Hefftig wuͤtet vnnd tobet/ daß es ſich auch ſelber beiſſet / oder ſonſt verletzet / ſo ſoll man hm Menſchen Koth klein zuſtoſſen / in Wein zu⸗ trieben / in den Halß durch ein Horn einfloͤſſen. * Rt... Die Von Arkenen Wie vnd durch welche zeichen man erfennen moͤcht / welche Roſſz zum ziehen am bequemſten ſein. | TER E, will dir auch von noͤtẽ zu willen ſein / durch RE 17270 welche Zeichen man erkennen moͤcht / die jhenigen / welche von widerwertigem Samen der Eltern gezeuget / vnd zu dem Zie⸗ hen bequem vnd nuͤtzlich fein. wi Diefelbenaberfoltenalfo von Leib geſchaffen vnd geſchickt ſein / nemlich / ſie ſollen haben ein breytte vnd ſtarcke Bruſt / cinengroflen ond dicken Halß / weytte offene Naßloͤcher / ſtarcke / gerade vnd nicht krum̃e ſchen⸗ ckel / welcher Gelenck nicht weit herauß ſtehen / oder inn dem gehen ſich gar zu weit von einander begeben / Item / einen groſſen Bauch / vñ nicht einen krum⸗ men eingebogenen Ruͤckgrad / dañ dieſe find gemeinigklich ſtarck / vnd zu voll⸗ bringung aller arbeyt / kraͤfftig vnd dauwerhafftig. Von den Fluͤſſen / welche den Roſſen von dem Haupt fallen. € \ * Je Fluͤſſe / welche den Koſſen von dem kopff fallen / entweder zur Naſen / oder durch den Leib / bald von IN A ſich ſelber / oder durch bewegung / oder eingebunggebürlis cher Artzney / wider hinweg gehẽ / ſo kan ſolchen nichts boͤ⸗ J 5 ſes darauß erfolgen. Wo aber daſſelbige nicht geſchicht / XX ond folcheauffdie Bruſt oder Zunge fallen / ſo wirdt viel⸗ mahls dardurch ein Eyttericht geſchwuͤr / allda vervrſachet / vnnd ſo es auff⸗ bricht / ſo huſtet es ohn vnterlaß / vnnd gehet indem huſten viel Eytterichter / zeher vnd dicker vnflat / durch den Halß vnd Naßloͤcher hinweg. Bißweilen kan es auch gar nichts durch den Huſten herauß bringen / vnd kan darneben weder eſſen noch trincken / on mag ſich auch in dem weltzen nit recht außſtrecken / noch das Haupt ſchuͤtteln / weil jm ſolchs gar zu ſchwer iſt / ſo lauffen auch die Adern am Kopff auff / vnd bauſſen. Solchen aber kan man raht ſchaffen / ſo man daſſelb bewegt / vnd vbet / vnd allgemach / vnd nicht zu weyt / den Zelt gehen oder traben leſſet / vnd her⸗ nach mit warmen Waſſer waͤſchet vnd behet / vnd darneben das Haupt raͤu⸗ chert mit geſtoſſenẽ Lorbern / auff gluͤende Kolen geleget / damit ſolcher rauch / jhm wol in den Mundt vñ Naßloͤcher frieche/ond auch den gantzen Leib und den Kopffwol ſtrigelt vnd reibet / auff daß ſich Die zugeſchloſſene Schweißloͤ⸗ cher / deſto ehe darvon eroͤffenen. | | Vber das erfordert auch die notturffe / daß man durch einflöfung bes quemer Artzeneyen / den Roth vnnd andern Vnflat / auß den Leib treibe/fons derlich aber mit Oſterluceny vnder Wein gemiſchet / vnd in die Te ge⸗ goſſen / | ‚der Pferdt. CCXXI goſſen / oder durch eingebung des Salniters / vnd gemeinen Saltzes / vnd ei⸗ nem halben Noͤſel Wein vermiſchet / in Rachen geſchuͤttet. Item / man ſolym auch des beſten Alauns / ein halb loth / vnnd gleich fo viel Saltz / mit einem halben Noͤſel wein / eingieſſen. Wañ aber / durch obgedachte Mittel/ das Eytterichte geſchwuͤr nicht auffbricht / vnd der Eytter herauß fleuſſet / ſo ſolle man dieſe Artzeney gebrau⸗ chen. | Rec. Blut von einem vngeſchnittenen Ochſen / oder woes nicht vorhan⸗ den / Blut von einem andern jungen Ochſen ein pfundt / Weyrauch ein halb pfundt / Saltz ein viertels pfundt / ſtoß ſolche alle klein / onnd geuß darzu ſehr ſcharpffen Eſſig / vnd laß ſie an der Sonnen trucken werden / Vnd wañ ſie zu hauff lauffen / ſo mach Kuͤgelein darauß / deren eins ſo groß ſey / wie ein Wel⸗ ſche Nuß / vnd da ſie gar trucken werden / ſo hebe ſie auff / biß man ſie bedarff / vnd gib jm als dann taͤglich eines klein zuſtoſſen / mit Eſſig / vnd wo dardurch das Thier ſehr math wirdt / in wein zu ſauffen / vnd ehe man jm auch dieſe Ar⸗ tzeney eingibet / ſoll man daſſelbige wol mit warmen waſſer waͤſchen / vnd her⸗ nach raͤuchern / vnd jym das Maul auffſperren / damit es den Rauch darein entpfahe / vnnd ſo es den Rauch genugſam durch die Naßloͤcher zu ſich gezo⸗ gen / ſo ſoll nan es das Naul wider zu thun laſſen. Zeichen vnd Cur des wehtagen im Haͤupt des Roſſes. Je Augen lauffen auff vnnd geſchwellen / vnd ——8 laſſet vielduͤnnen Schaum Geiffer vnnd Vnflat / auß dem Naaulfallen. De N Daß auch wehtagen im Haupt vorhanden / vermelden de —— ZÚeoehern / welche auß den Augen flieſſen / vnnd ſo die Ohren ſchwellig / vnd der Halß vnd Kopffimalfo ſchwer werden / daß es ſolche alle⸗ zeit gegen der Erden neiget. Derwegen von noͤhten iſt / daß man jhm den Kopff mit warmen Waſ⸗ ſer behe / vnnd eine gute weiche Streuw mache / damit es deſto ehe ſchlaffen moͤchte / vnnd ſoll jhm darneben / ober den Augen lidern Blut herauß laffen/ vnd Bletter von dem Klee / oder Siebengezeit geſtoſſen / vnter dem Waſſer zu ſauffen geben. Da jm auch die Augen ſehr donen vnd pauſen / ſo ſoll man jhm an dem Kamme / vñ am Kopffblut herauß laſſen / vnd im hernach ein viertels pfundt Saltz / mit waſſer zutrieben / in den Rachen gieſſen. Oder ſol an ſtat deſſelbigen nemmen Regenwuͤrmer / vnd alten Harm / vngefaͤhrlich ein Kanne / vnd ſoll ſolches in das lincke Naßloch gieflen. | | HK j Item / Ve; BIP aU — > Bon Artzeney Item / man ſoll jhm die Ader / welche vnter den Augen liget/ ſchlagen / vnd das Maul mit waͤrmen Waſſer außſpuͤlen / vnnd den erſten tag von al⸗ lem Futter enthalten. | | | Den andern tag aber / ſoll man jm nuͤchtern lawlicht warm Waſſer zu ſauffen / vnd grünes graß zu freſſen geben / vnd ſoll jhme von altem Hew oder von Stroh / eine weiche Streuwe machen / vnd jhm auch auff den abendt wi⸗ derumb Waſſer zu ſauffen / vnd ein wenig Gerſten / mit Wicken vermenget / zu freſſen geben. A ai Es find auch wol etliche welchenemmen Bibergeil vier loth / Lorbern ein halbes pfundt / Salniter / Bech / der frücklein Weyrauch / welche ſich auff dem wege / mit den Rinden vermenget haben / jegkliches vier loth / al Baum⸗ oͤle Bitter Mandeln / klein zuſtoſſen / jegkliches ein halb pfundt / vermiſche ſie alle vnter einander / vnnd geuß auch darzu Harm / vnnd ſchmiere das Haupt darmit. | Item / es zeuhet auch den Rotz / und die Pituitoſiſche sehe feuchtigkeyt / auß dem Kopff / ſo man die geſaltzene Fiſchlacken / dem Roſſz ein halb Noͤſel in die Naßloͤcher geuſſet. | Deßgleichen wo ein Roſſz ſchmertzen in dem Haupt hat / fo beſchmiret man daſſelbige mit dieſer Artzeney. Rec. Bleyweiß ein halb pfundt / vnd geuß waſſer darauff / vnd laß ſolches tag vnd nacht alſo ſtehen / vnd ſeyhe hernach das waſſer darvon / vnd ſtoß die Bleyweiß alſo lang ineinem Moͤrßner / biß fie gar Elein werde / darnach thue darzu Honig zwey loth / Baumoͤle ein pfundt / miſche fie alle zu hauff / vñ ma⸗ che ein Vngent darauß / vnd mit ſolchem beftreiche den Schlaff / vñ den Hin⸗ dern / vnnd dieſe Artzeney dienet auch wol den Nenſchen / dann es lindert den ſchmertzen / vnd vertreibet alle muͤdigkeit. Vrſach / Zeichen vnd Cur / des Fluſſes im Haupt / der Roſſz. . Anıtı Biel Hberfüüffiges Blut zudem Kopff SR 14% lauffet/fo wirdt dardurch ein Fluß verorfacher/ vñ batfein KL u ankunfft / entweder von langwirigem ruben ond ftebenim Stall/ oder von groffer ontreglicher Arbeyt / welches man denn auch auß dieſen zeichen erkennet. Die Ohren werden kalt vnd erſtarren / vnd zu den Au⸗ J * — REN € De 2\ hi > 8 gen vnd Naßloͤchern / fleuſſet ein zehe Pituitoſiſche feuchtigkeit herauß / Vnd der gantze Leib erkaltet außwendig. Darumb erfordert die notturfft / daß man ſolche wol mit Kleidern oder Kotzen bedecke / vnd mit truckenem Alaun raͤuchere / vnnd Weitzen / mit Wein beſprenget / zu freſſen gebe. Da SR der Pferdete. CCXXIII Da ſolche aber nicht helffen / Sp ſoll man jihm in dem Maul / vnd am Kamme Blut herauß laſſen. | Von dem fömergender Hirnſchal / der ON Ir 0 ein Roſß groffen wehtagen ander Hirn⸗ X SA ROR ſchal hat / ſo erkennet mandaffelbige durch diefe zeichen, Esgs recket vnd beweget die Ohren / vnnd das Haupt wirdt no = im fehr ſchwer / vnd fan garnichts freffen. ——— Solchen aber ſoll man alſo raht ſchaffen. Rec. Schwartze Nießwurtz klein zuſtoſſen / vnd durch ein Haͤrin Sieb ge⸗ rheden / vnd thue darzu Wein / oͤl vnd Salniter / vnd ſchmier damit den kopff / Naßloͤcher vnd Ohrn / doch fol ſolche Artzeney / allezeit zuvor warm gemacht werden. Oder. Rec, Lorbern / an der zahl zwentzig / vnnd deſſelbigen Bletter / oder kleine ſubtile zweiglein oder ſchuͤſſerling / fo vielman mit einer Handt er⸗ halten kan / vnd gleich fo viel Schalen von Granatapffeln / Myrrhen dreyer Bonen groß / vnnd Teuffelskoth / fogroß als zwo Bonen / ſtoß ſolche alle klein / vnd geuß daran guten wolriechenden rohten Wein / eine Kanne / vnnd geuß es dem Roſſz in das lincke Naßloch / vnd ſchlage jhm darneben ein Ader auff der Naſen / vnd es were jhm auch nuͤtzlich / daß man jhm Gerſten Waſſer zu ſauffen gebe. Eines andern meynung / bon dem Hauptwehta⸗ gender Roſſz. ETE ſchmertzen des Haupts / haben bielmahls a Darvon jr ankunfft / wann ein Roſſz das Futter / in bequemer vnd gebuͤrlicher zeit / nicht recht verdaͤuwet. Du) Item / ein Roſſz wwelches mit wehtagen des Kopffs bela⸗ WI den / ſihet vnterſich gegen der Erden / vnd kan das Haupt nit auffrichten / vnd flieſſen jm auß den Augen / vberkommet einen ſchau⸗ wer / vnd kan von wegen tunckelheit der Augen / gar vbel ſehen. Darumb iſt von noͤhten / daß man ſolchem Blut an beyden Schläffen herauß laſſe / damit die vrſach des gebrechens hinweg komme. Wam aber gar ſchoͤn roth Blut zu der Adern herauß lauffet / So ſoll man daſſelbige als baldt wider verſtellen / vnnd das ſchadhafftige Glied/ mit nachfoldender Artzeney wol behen. K f ij Rec, —— Von Artzeney Rec, Subtile Sprew / vnd koche fieim Sommer in ſcharpffem Eſſig vnd oͤle / aber in dem Winter in Wein vnnd oͤle / vnnd brauche ſolches wie jetzt ge⸗ dacht. ie, | { Dder, Rec. Schwartze Nießwurtzel / vnd Salniter / eines fo viel als des andern / klein zuſtoſſen / vñ thue darzu Wein / vnd ruͤhre ſie wol vnter ein⸗ ander / vnd beſtreich darmit den Kopff / auff daß die boͤſe feuchtigkeit dardurch verzehret / vnd der wehtagen vertrieben werde. Dialer ER Man follikmauchdas Maul weyt auffſperren / vnnd an dem Baum Blut herauß laſſen / Hernach ſol man jm Trenck eingeben / welche den Harm treiben / vnd hierzu wirdt auch dieſer nuͤtzlich gebrauchet. De ice Rec. Eppichfamen ein pfund/der bruͤe / dariñen Lauch geſotten / zwo Maß oder Kannen / oͤle mit Wein vermenget anderthalb pfund / vermiſche ſolche zus hauff / vnd geuß ſie dem Roſß in den Halß / vñ reytte daſſelbige allgemach hin vnd wider / vnd laß es als dañ widerumb ein wenig ruhen / darnach erkuͤle es in kaltem Waſſer / gleich wie die fhenigeny welche ſich zu ſehr / nach erhitzung vberfreſſen / oder vberſoffen haben. | \ Wañ aber nun das Roſſz darvon durchbruchig in dem Leib wirdt / vnd dünnen Vnflat von ſich pferchet / So wirdt es von dieſer kranckheit entledi⸗ set. Es pfleget ſich auch bißweilen ihn dem Hauptwehtagen / die weiſſe Farb inn den Augen zuveraͤndern / Darumb ſoll man ſolche mit Fenchel Safft beſtreichen / fo werden fie gar bald dardurch jhre vorige geſundheyt ers jangen. / Rec, Euphorbij / des Krauts Taufendtgülden / oder Fieberkraut / Wei⸗ rauch / jedes ſo viel du wilt / vnnd ſeude ſolche in einem Wein / oder ſtoß ſie zu Puluer / vnd vermiſche ſie mit Wein / vnnd geuß ſie in die Naßloͤcher / wann die Sonne heiß ſcheinet. Oder. Rec. Ein wenig Eſſig / vñ thue darzu alt Baumoͤle / vnd Sal⸗ niter / vnd troͤpffe daſſelbige in die Ohren. | Oder. Rec. Der breyten Würmer mit viel Fuͤſſen / die vnder den vmbgeſtuͤrtzten Waſſerſtauden wachſen / vnd in Griechiſcher vnd Teutſcher Sprach / Eſel heiſſen / vnd ſiede ſie / mit ſampt einer Handt voll Weinrauten / in Butter / vnd traͤuffe ſolcher ein wenig in das Ohr. Oder tropffe ein wenig Huͤnerſchmaltz / mit Spicanardi vermiſchet / in die Ohren. Wann aber in ſolchem gebrechen / auch das Gehirn an jm ſelbſt ſchad⸗ hafftig / oder verletzet worden / ſo ſtehet das Roß in groſſer ge⸗ fahr des lebens / Darumb ſoll man ſich befleiſſi. gen / daß man daſſelbige hin vnnd wider fuͤhre / vnnd offt vmb wende. Die \ % on TI tr * * ER vr f der Pferde. cCcxxnn Die zeichen aber des beſchedigten Gehirns der r Roſſ / finddiefe, | EA Roſß gehet krumb / vnnd gleitet oder ſtol⸗ SR pert auffden Schenckeln / vnnd iſt auch alſo math vnd krafft⸗ N oaoß / daß es ſich ſelber ohn vnterlaß an die Huͤf ſtoͤſſet / vnd dies ſelbige verletzet. = Derwegen von noͤten iſt / daß man folches ineinen Wa; gen ſpanne / Damit durch den Schweiß vnd Arbeyt / alle beſchwerung hin⸗ weg gebracht werde. Damit man aber daſſelbe / nach vollbrachter arbeyt / deſto baß koͤndte hin ond wider fuͤhren / vnd vmbwenden / ſoll man dieſe Artzeney brauchen, Rec. Lorbern an der zahl zwentzig / Salniter ein pfundt / grüne Ratten ein Handtooll / ſiede ſolche in Eſſig vnnd Loroͤl zu gleich / vnd ſchmiere damit das Haupt vnnd die Ohren / oder beſtreich auch mit ſolchem Vngent ein rauhes Fell / vnd binde es vmb den Kopff / oder lege ſym Gerſtenmeel / mit Hartz vers miſchet / darauff / vnd gibimnachfolgenden Tranck zu ſauffen. Rec. Ziegen oder Geißmilch / ein Noͤſel / oͤle vier vntzen und vermiſche dar⸗ zu ſieben Bachkrebs / klein zuſtoſſen / vnnd ſeyhe ſolches durch ein Thuch / vnd geuß es dem Roſß in den Halß. ann aber dieſes nicht vorhanden / So nimb Honigwaſſer cin halb pfundt / weiſſen Pfeffer ein halb Scrupel / Saffaran zwey Scrupel / klein zu ſtoſſen / vnd in Wein zutrieben / vnd geuß es dem Roſſz in den Halß. Deßgleichen zuſchneiden auch etliche einen Alraun Apffel / in vil ſtuͤck / vnd trucknen inan der Sonnen / vnd Purgieren damit das Haupt, Da auch der Kopff voller Fluͤſſe ſtecket / ſo nemmen etliche / nach voll⸗ brachter Aderlaß an dem ſchlaff / vnd indem Maul / zwey theil Kreyden / vnd ein theil gederrten Schlehenſafft / Acatia genañt / und ſieden ſolchen in wein / vnd legen ſie alſo warm auff das Haͤupt. | So auch der Kopff dem Roſſz ſehr ſchwer iſt / vnnd viel feuchtigkeit zur Naſen herauß flieſſen / ſo ſol man jm mit dieſem Tranck raht ſchaffen. Rec. Reynen wolzuſtoſſen Senff / ein halb pfundt / vnnd gleich fo viel Ho⸗ nig / vnd vermiſche darzu Wein ein halb Noͤſel / vnd gibe dem Roſſz / acht tage lang / taͤglich etwas darvon zu lecken / vnnd lege jhm darneben Roſen / Biber⸗ geil / bittere Mandelen / vnnd gruͤne Rautten / mit Eſſig vermenget / auff das aupt. | e Man kan auch nachfolgendemittelbrauchen. Rec. Zwey Eyer / vnnd zwentzig Pfefferkoͤrner klein su ſtoſſen Honig ein Vntz / vermiſche ſie zu hauff / vnd ſtecke ſie dem Roſſz in den Halß zuverſchlin⸗ gen / vnd binde hernach das Haupt vnterſich zu den Fuͤſſen / vnnd laß es alſo ein halbe ſtund gebunden ſtehen / biß ſich der a egibet / Re Fon | | Von Artzeney begibet / vnd ſoll hernach ein hitziges oder warmmachendes Vngent darauff legen / welches die muͤdigkeit vertreibet / vnnd die hinderſtelligen Fluͤſſe / oder boͤſe feuchten / vollendt verzehret / welches beſchreibung vnten verzeichnet / Vñ ſoll ihm letzlichen des aller beſten Weins / in die Naßloͤcher ſpruͤtzen und als dann hin vnd wider reytten oder fuͤhren. Durch waſerley mittel / man den Schlaffſuͤch⸗ tigen Roſſen helffen moͤcht. 3 Ach dem bißweilen die Roſß mic einer groſ⸗ ſen vnd faͤhrlichen kranckheit beladen / daß ſie darnider fallen / Iond ohn vnterlaß ſchlaffen / vnd ſie derhalben auch nicht freſ⸗ A ſen / vnd alſo ſehr duͤrr vnd mager werden. | ER Womanntn diefer Eranckbeitnichtfihnellondenlend be gegnet / vnd dieſelbige vertreibet werdendie Roſſz gar baldt getoͤdtet. Darumb ſoll man gut acht darauff haben / auff daß ein Roſſz nicht in ſolche kranckheit falle und wo es darmit beladen / daß man demſelben / durch gebuͤrliche mittel raht ſchaffe. Solchen gebrechen aber / nennen die Griechen Lethargum / vnnd Die Teutſchen die Schlaffſucht / vnd ſolche ſoll man / mit vorgedachten / vnd auch nachfolgenden gebuͤrlichen mitteln Curiren. Te Erſtlich aber ſoll man jhm eine weiche Streuwe machen / vnd alſo auff den Eſterrich oder Pflaſter des Stalles / ſpreuwe / oder nuuwes Heum / oder Grummet ſtreuwen / vnd ſol das Roſß offt mit den Henden ruͤtteln / oder mit den Fuͤſſen ſtoſſen damit es auffwache / vnd nicht alſo ohn vnterlaß ſchlaffe / vñ es hilfft auch gar wol / ſo man jm alle vier Schenckel / mit warmen Eſſig / darinnen Kleyen geſotten / wol reibet. Idtem / man ſoll auch entweder nemmen Weitzene Kleyen / Saltz vnnd Waſſer / mit Eſſig vermenget / vnd folimfolches inden Halß gieſſen. | Oder ſoll jm der Blůt von Beyfuß / mit ͤle vnd Myrrhen vermiſchet / durch ein Horn einfloͤſſen. Fuͤrnemlich aber / ſoll man auch die jhenigen / ſo mit der Schlaffſucht beladen / von der Gerſt enthalten / vnnd jhnen truckene Bonen / ein kleines Mehs lein voll / darein vngefaͤhrlich ein Noͤſel gehet / zu freſſen geben / vnd ſoll hnen darneben bey den Ruͤckbeynen / Blut herauß laſſen / vnnd hernach dieſe Artzeney eingieſſen. — Rec. Rheponticken drey vntzen / Kalmus / Cappern wurtzel / jegkliches fuͤnff vnhzen / klein zuſtoſſen / vnd durch geſiebet / vnnd ein Puluer darauß gemacht / vnd von ſolchem ſolman dem Roſſz anderthalb loth / auff einmahl / mit einem wenig falten waſſer / in den Rachen gieſſen / vnd ſol auch das Roſſßz / entweder durch ſchreyen / oder mit einer Rutthen / oder Peitſchen auffwecken / Vnd wo *— man der Pferde: CONRV man alſo muͤglichen fleiß fuͤrwendet / ſo pflegedaffelbige fich allgemach wider —— die kranckheit darvon zuvergehen. Durch welche zeichen man erkennen fol/ die Kofi. wehhe gute / gerade oder boͤſe Schenckel haben / vnd darneben auch fromb vnd boͤſe find: — Zeibenigen Koffzsweide weiffehife/onbde ER e ren die Beyn hinden an der Höle/bey der Ferſchen / weyt vnd IE - a\ ie lang herauß ſtehen / die achtet man fuͤr weich / boͤß vnnd Vn⸗ Defigleichen weiche truckene / ſproͤde vnd weiſſe Sie Ga mai nd auch weich und boßbafftig. Velche aber hinden an der Ferſchen ein ziemlich tieffe Hoͤle haben / vnd | deilelbigen Beyn kurtz / vnd nicht went herauß gehen / Die haben gute / ſtarcke vnd dauwerhafftige Fuͤſſe / vnd auch darneben gemeinigklich gute Tugendt / — boͤſe / vnd vn⸗ tuͤglich Item / welche Roſſz lange Beyn hinden an der Ferſchen haben / die find weich vnd boͤß / welche aber kurtze haben / die ſind fromb und dauwerhafftig. Zu dem / welche ſchwartze Huͤfe habẽ derer Schenckel ſind auch gerade . darzu gut / welche aber weiſſe haben / die pfleget man auch nicht jür gutzu achten. Vber das / welcher Haar / ſo vber den Huf hangen / wie ein Krank ſyHwartz ſein / die haben auch gemeinigklich gute fiavche Schenckel/ vnnd gute Tugendt. Welche aber gute runde Huͤfe haben / vnnd ſonderlich / welcher Horn darneben oben gar ſteinhart worden / die werden für weich boß vnd unnn verworffen. Welche aber hinden an den Ferſchen / alſo kurtze heraußſtehende Behn haben / daß man auch den vnterſcheidt des vnterſten Fuſſes kaum erkennen kan / Dieſelbige werden auch für gute / vnd dauwerhafftige / vnd frome Roſß gelobet vnd gehalten. Welchen aber die Schienbeyn hineinwerts gebogẽ / die habẽ wol ſtar⸗ de Schenckel vnd Fuͤß / aber fie ſind vntrew. Item / welche viereckichte / vnd nicht hohe / ſondern ſchwartze Huͤfe vnd hinden an den Ferſchen kurtze Beyn haben / derſelbigen Schenckel ſind auch fuͤrnemlich gut / vnd dauwerhafftig. Welche auch runde / vnd — Huͤfe haben / die ſind auch fromb / vnd haben darneben gute Schenckel. Deßgleichen werdẽ auch die jenigen gelobt / welche harte / lange / breyte vnd hohe Huͤfe haben. Iran, 10 nee haben L Welche Von Artzeney Welche aber ſchwartze / vñ ſehr lange vnd hohe Hůͤf haben die werden als boͤß verworffen. Welcher Echienbeyn herauß werts fiehen/ die find weh aber nicht vntreuw. Item / welche hinden gar zu niderige Huͤfe haben / die feinde weich vnnd en. / over zujtoffen gerneinigklich Die herauß ſtehende Sen / an den e Welche auch Erdtfarbiges Horn an den Huͤfen haben, ı vnd die Haar) welche Darüber hangen wie ein Krantz / weiß ſeindt / derer gemuͤth vnd Fuͤſſe ſeindt beſſer / weder der jhenigen / welche ſchwartze Haar haben / Wann aber dieſelbigen Haar allein fornen / vnnd nicht hinden vber dem Hufe hangen / So haben dieſelbige wol gute Schenckel / aber fie ſeind darneben boͤß vnd vn⸗ treuwe. Sleicher geſtalt / welche breyttes vnd hartes Horn Anden Hufen, vnd hinden an den Ferſchen kurtze vñ Blutreiche Beyn haben / die achtet man fuͤt weich. Welche aber dargegen ſchlechtes Horn / vnd ſolches nicht leicht zutret⸗ ten / ob ſie gleich ohn vnterlaß gehen / die ſind mit einem guten —— ſtarcken Schenckeln begabet. Welche aber hole Huͤf / vnd dickes Horn haben / vmnd ei gereufch oder gedoͤſſe machen in dem gehen / die find nicht rüchtig zum geſchwinden lauffenv vnd fuͤhlen auch Feine Sporen / vnd ſolche find auch erſtlich von jugendt auff / biß ſie jr vollkoͤmliches alter erreichen / fromme / aber hernach werden ſie baldt boͤß / vntrew / vnd beiſſen vmb ſich. Von Farben aber / achtet man die ihenigen für die aller ergſien / welche an den Fuͤſſen oder Schienbeynen / weiſſe fleck oder ſtriemen / oder ein weiſſe Plaß an der ſtirn / oder ein weiß Naul haben / vñ ſonderlich wannſochene oder ſtrieben / darneben auch ein Kaſtaneen braune farb haben. Wie man den jhenigen ſoll raht ſchaffen / welche | weiche Hufe, vnd DORT vertret⸗ ten ha en Sich / wann ein Roſſz den Hufe bertretten oder zuſtoſſen / ſo tringet an demſelben / an allen orten ein groſſe hitze herauß / vnd reiſſet oder ſpaltet von einander. Solche riß oder ſpalten / pflegen die Roſſzteuſcher bißweilen alfo ——— damit ſie ſcheinen / als weren ſie gar nicht vorhanden / vnd ſchmuͤcken vnd zieren ſolche alſo / daß man vermeinet / das Roſſz hette gar gute Huͤfe. Es heylen aber gedachte ſpaltẽ / ſo mandie Frucht von Kypreßbeumen / oder | der Pferdt. CORKVI oder der weich Schüfferling oder Zweiglein / von Kratz / oder Hinbeer ſtreu⸗ chern / oder Wermuth in waſſer ſiedet / vnd mit der Bruͤhe die Huͤfe wol behet oder waͤſchet. Item / ſo man Saltzwaſſer darauff geuſſet. | Deßgleichenfo man indem Winterdie Huͤfe mit Baumoͤle / vnnd im Sommer mit Schweinem fihmalßbefchmieret / aber die Roſſzteuſcher ſtrei⸗ chen jhnen nur ein Farb an / damit ſie für gut angeſehen / ob fie gleich fehr 66% ſind / vnd betriegen alſo die Leut. wi Es haben jr auch vielgefchrieben, wie vnd welcherley geſtalt / man ſol⸗ che ſchadhafftige Huͤfe recht brennen ſoll / aber ich halte dieſes für das beſte / daß man nem̃e Judenleim / oder Bergwachs / vñ halt ein brennend Wachs⸗ —— biß es ſchmeltze / vnd laß alſo die heiſſen tropffen indie Spalten 2 allen. Wannaber ein Roſſßz auff der Stremden Huf vertritt / oder zuſtoſſet / ſo ſoll man im bey dem Glenck / Blut herauß laſſen / damit nicht ein hitzige ges ſchwulſt mit zu ſchlage / vnnd der Port ſich nicht voneinander begebe / und zu⸗ ſpalte / Doch ſoll man ſich wol fuͤrſehen / daß man den Port / noch das oͤberſte theil an dem Horn / mit dem Laßeyſen nicht beruͤhre / dañ dardurch wuͤrde der Huf verletzet. | | u Item / die vertrettene vnd zerbrochene Huͤf / werden nuͤtzlich gebehet mit warmen waſſer / vñ hernach das Horn mit Schweinem Schmaltz beſchmie⸗ | ret / vnnd wann folches geſchehen / ſo follman fie auffeinen heiffen Stein oder Scherben / den böfen Fuß ſetzen laſſen / Doch alſo/ daß ſolches das Thier er⸗ | dulden mag. 35 Item / man ſoll auch Knoblach / mit zuftoffenem Schwebel vermiſchet / | darauff legen / vñ den Huf vber drey tags mit einem gluͤenden Eyſen brennen. Da aber ein Roſſz / an den Schenckeln ſich bat auffgerieben / ſo folman | den Schaden des tags zwey mahlmit warmen waſſer waͤſchen / vnd hernach mit einer geſottenen Brüe/zu welcher geſtoſſen Saltz vñ Schmaltz / oder fei⸗ ſtes vermenget / wol reiben / biß der Eytter herauß flieſſe. | Wamn auch ein Roſſz den Huf auffdem wege vertritt / oder zubricht / vnd man ſolches alles verachtetfofolgetein Sieber hernach / welches daſſel⸗ bige gar baldt toͤdtet / wo man jm nicht eylendt / durch gebürliche Nittel rath chaffet. | * Derhalben iſt von noͤhten / daß man denſelbigen mit warmen Waſſer / darinnen Eibiſch wurtzel geſotten / alſo lang begieſſe und wäfche/bißder Hufe weich darvon werde / hernach ſoll man das zutrettene oder ſchadhafftige Horn hinweg ſchneiden / oder feyllen / damit man den verborgenen Schaden/ welcher vnter dem Horn ſtecket / recht ſehen möchte / vnnd ſoll jhm hernach ci» nen Filtz / oder aber einen Feigenkorb / gleich wie einen Schuch / vmb den boͤſen Fuß binden / vnnd zuvor / ehe man ſolchen Schuch herumb ſchleget / auff den i En - Schaden er Bon Artzeney | Schaden Knoblach mitaltem Schweinen Schmer vermifchet / Pflaſter⸗ weiß legen / vnd zubinde. risk: a Da aber die hitzige geſchwulſt / weichedarneben iſt mit zugeſchlagen / ſchwuͤrig worden / vnd Eytter darauß lauffet / So ſolman jhm / bey dem Ges ſenck / Blut herauß lauffen / vnd in einem lawlichten Stall ruhen laſſen / und ſoll alſo in dem Wintter / ein Kolfeuwer darein machen / vnd jin weichen / vnd nicht harten Miſt vnterſtreuwen / Damit es nicht auff etwas hartes trette / vnd den Fuß verletze. wi. | | Wann aber feine Geſchwulſt darneben vorhanden / So kan man den Schaden in acht tagen wol heylen / wo man nur ſolches auch in einem Stal / auff dem Miſte liegen laͤſſet / vnnd jhme allda Sutter vnnd zu trincken gibet / Damit es nicht / wo es zu der Trencke in das Waſſer getrieben wuͤrde / den Fuß wiehr beſchedige / vñ es fol auch der iſt / darauff es ſteht / nicht trucken / ſonder wol feucht vnnd kotticht ſein / auff daß ihm der boͤſe Huf / von dem Uns flat deſto ehe heyle. | | re Damitaber auch der Hufedefto che wachſe vnnd zunemme / foll man nemmen alt Schweinen Schmer/ Knoblach / Judenleum / oder Bergwachs / lebendigen Schwebel /Bech vnd oͤle / zu hauff vermenget / vnd damit den Hu⸗ fe ſchmieren / vnd auch vmb vnnd vmb die Haar / welche herüber hangen / wie ein Krantz / hinweg ſchneiden / vnnd auch zum theil die Hauth zu ringes her⸗ umb / mit einem Laßeyſen ſchrepffen / oder zuſchneiden / vnnd ſoll als dann das Roſſß an einen truckenen orth ſtellen / damit der Hufe auch widerumb hart werde. Page Es hilffet auch in dieſem fallgar wol, foman nimpt Wachs / lebendi⸗ gen Schwebel /Hartz / Bech / ole vnnd Schweinen Schmaltz / alles zu hauff vermiſchet / auff daß es eine Salbe darauß werde / vnnd mit derſelbigen den Huf ſchmieret. ei Oder wo man nimpt einen Span von gutemfeißten Kyen / vñ tuncket ſolchen in zulaſſen Schweinen Schmaltz / vnd zuͤndet in an / vnd traͤuffet dag feißte/ in alle Spalten oder riſſe des Hufes / vnd ſolches ſol man drey tag nach einander thun / vnd das Roſſz Die zeit vber / weder in das waſſer treiben / noch an jrgendt einem feuchten ort ſtehen laſſen / vnd daſſelbige nach ſechs oder fies ben tagen / wider alſo brauchen. AN | Oder nimb der Derlein/ welche auff dem Ephaw / oder Baumwinden wachſen / zwey theyl / Alaun ein theil / ſtoß ſolche klein / vnd lege ſie auff den zus brochenen Huf / Darnach nimb Knoblach vnnd Judenleim / zu hauff vermi⸗ ſchet / vnd Halte es an ein gluͤendes Blech / vnd traͤuffe ſolches indie Spalten drey tag nach einander. Oder nimb duͤnnes Bech oder Theer / vnd beſchmiere den Fuß darmit / vnd laß ſolches bey der werme wol hinein trucknen / vnd ſtreuwe oder lege als dann geſtoſſene Lorberndarauffrbiß die Spalten gar voll werden / vnd binde hernach der Pferde CCXXVII hernach einen Filtz oder Thuch vmb den Hufe / vnnd ober den dritten Tage,fo ſcharre das Puluer wider auß den Spalten / vnnd da man ſolches dreymahl nach einander nuͤtzet / ſo erlanget das Roſſz widerumb ſeine geſundtheit. 8 9 Er e ü — — W 4 MAIER as man brauchen ſoll / daß einem Ro die Hufe wachſen. Er a Str daß die Hufe wachſen vnd zunemmen / | 4 follıman Anoblach Haͤupter / an der zahl drey nemmen / vnd klein zuſtoſſen / vñ darzu thun Rautten cin Handtvoll / vnd gepuͤluertẽ Alaun ein halb pfund / alt Schweinen ſchmaltz / ICHS Dre pfundt / Eſels koth fo vil man mit dreyen Fingern erhe⸗ ben kan / vnd alle zuhauff miſchen / vnd taͤglich brauchen. Oder nimb Bonen / vnd koche dieſelbige in waſſer / vnnd vermiſch her⸗ e N 1 it f N — NR = ıal' T —— * ON 0 R) nach darzu Honig / vnd binde es miteinem leinen Thuch auffdas Horn. NHierzu iſt auch nuͤtzlich / daß man das Horn mit warmen Effig begeuſ⸗ ſet / vnd hernach Andorn vnd Wermut / vnter alt Schweinen Schmaltz ver⸗ miſchet / vnd darmit den Huf beſchmieret / vnd wol hinein reibet. Es mehret auch den Hufe / dieſe folgende vermiſchete Artzeney welche man alſo bereytet. tr | Rec. Balbaniein Vntz / Bibergeil anderthalb Vntz / vnd gleich fo viel tru⸗ cken Hartz / Terpentin / Tuͤrckiſchen Galles / jegkliches zwo Vntzen / Juden⸗ leim ein loth / roth Kupfferwaſſer Ertzt / Chalcitis genandt / vnnd Bech / jeg⸗ kliches zwey loth / Schweinen Schmaltz ein pfundt / Eſſig ein halbes pfund / Wachs vnnd Baumoͤle / jedes zwey pfund / miſche ſolche alle zu hauff / biß cin Salbdarauß werde, —— | Bon einem Rofls/ welches auf berborgener br⸗ fach ſehr ſchwitzet. Ann es ſich zutreget / daß ein Roſſz / welches NM N indem Stall fiehet,vnd ruhet / vnnd fich gang und garnicht Ne) EN erhißigt hat / an einem Glied allein / oder an dem ganken Leib SS ſchwitzet / vnd darvon krafftloß und math wirdt / ſo mag man ET ol darauf ſchlieſſen / daß fich die vberflüflige Coleriſche feuchtigkeit / an demſelbigen ort / zwiſchen Sell ond Fleiſch begeben, Derwegen iſt von noͤhten / daß man ſolchen Muſcateller / oder andern ſoſſen Wein / in den Halß gieſſe. u I W Mas “ Bon Artzeney Mas man brauchen fol/wann ein Roſſz son Stri⸗ cken / Seylen / oder Banden, damit es iſt geſpan⸗ net / auffgerieben vnd verletzet worden. TREE S pflegerauch offtmals zu geſchehen / daß die SEEN AENR Haut an dem vnterſten Glenck des Fuſſes / von den Stricken / DENE Selen oder Riemen / damit es geſpannet / auffgerieben / vnnd ffath oder wundt wirdt / vnnd daß auch bißweilen die Neruen Ed Spanadern dardurch verſehret / vnd verletzet / erſcheinen / welches dann groſſe gefahr des lebens bringet / ſonderlich / wañ beyde Glenck zu gleich / alſo beſchediget ſein. a, Derivegen ift erfilich von noͤhten daß man folchen Schaden / entwe⸗ der mit Wein oder Eſſig / oder mit Saltzwaſſer außwaͤſche / und hernach die vnten verzeichnete Artzeney / Lipara genandt / oder dieſes nachfolgende Pfla⸗ ſter darauff lege / welches man alſo zurichtet. | Rec. Bleyweiß ein theil / Ammoniaciein halb theil / Myrtenbeer ſo vielder ſelbigen genug ſein / vnd zutreibe alfodas Ammoniacum in Waſſer / vnd thue darzu die Bleyweiß / vnd die geſtoſſene Peyrtenbeer / vnd mache ein Pflaſter darauß / vnd lege es auff den Schaden / denn es heylet gar wol vnd bald. Was man hrauchen ſoll / wann ein off allzu ſehr erfroren iſt. | 30 In Roffsswelches ſehr erkaltet iſt / hat feinen B luſt zu Eſſen / vnd wird derhalben auch duͤrr vnd mager / vnd Wwann es friſſet / ſo beweget es die Lippen nicht / vñ gehet gar D melich vnd allgemach fort / vnd wann es den Kopff auffrich⸗ % tet/fo hebet es an zu ſeufftzen / vnd vermag das Haupt nicht | wol vnterſich neigen/ weil jhm die jnnerlichen Neruen onnd Spanadernm erſtarret / vñ die jenigen / ſo an dem Kopff ſtehen / vnverletzt finds Solchen aber ſol man auff dieſe weiß raht ſchaffen. Rec. DreyſſigPfefferkoͤrner / zuſtoß fie klein / vnd miſch dazu guten weiſſen wolriechenden Wein / ein halb Noͤſel/ vnd geuß es dem Roſſßz in den Halß. Oder. Rec. Die bruͤe dariñen Weinrauten oder Salbey / oder Beyfuß / oder wilder Roſmarin / in Wein geſotten / vñ floͤſſe im dieſelbe in den Rachen / vnd reit es geſchwind vnd eilend hin vnd wider / vnd bewege es des tages alſo etlich mal geſchwinde / biß ſo lang eg wider luft gewindt zum freſſen / vnd ſtri⸗ gel vnnd reibe ſolches darneben des tages / den Haaren nach / offt vnnd viel/ vnd da es die bequemigkeit / der zeit nach / gibet / ſo laß es auff die Weyde lauf⸗ fen/ damit es ſich wider erquicke / So wirdt es ſeine geſundtheyt wol wider Welches umb erlangen. — der Pferde. coxxvm Weclches Roſß gar zu ſehr erkaltet oder erfroren iſt / ſol man nemmen Weinrauten / vnd Maſtix / vnnd ein wenig oͤle vnd Honig / vnd ſoll ſolche mit einander ſieden / vnd Pfeffer darzu vermiſchen / vnd dem doſſz eingieſſen. Von den gebrechen / welche entweder auß muͤdig/ eit/ oder von —— VDEER. | entfpringen, Aha BAR ER Sir IN > N 77) Z (% 4 Mm 4 — le NY//) urn BI HN 53 I 9— — W (ee SL ( Je Roſſz Maul ond andere Efel/pfiegen offer X mahls auch kranckheyten zubekommen / auß muͤdigkeyt / oder von vberiger hitz oder £elte/ond auch warn fie nicht zu gebuͤr⸗ | ZUR licher ond rechter zeit / jren Harm von ſich laſſen / oder wañ ſie =D zu ſehr ſchwitzen / vnnd auch / wo ſie baldt nach groſſer bewe⸗ gung ſauffen / oder wo ſie lang in dem Stall ſtill ſtehen / vnd gehling darauff gedrungen / ſehr vnd geſchwind zu lauffen. Fuͤr die muͤdigkeit hilfft am beſten die ruhe / Doch ſoll man auch darne⸗ ben / dem Roß oͤle oder ſchmaltz / mit wein vermiſchet / in den Rachen gieſſen. a ſich aber ein Roß zu ſehr erkeltet / ſo fol man daſſelbige mit warmen Thuͤchern reiben / vnd das Haupt vnnd den gantzen Ruͤckgrad / mit warmen Schmaltz vnd Wein wol ſchmieren. — oe * Von Artzeney Wo es aber den Harm nicht kan laſſen / ſo ſoll man auch jetztgedachte mittelbrauchen / vnnd warmes oͤle oder Schmaltz / oder beydes zu hauffver⸗ miſchet / auff die Lenden vnd Seytten gieſſen / vnd auch den Kopff darmit wol teibe... —— 1.07 Es vertreibet auch alle a nt erkeltung folgt woman dem Roſſz Schweinsblut / mit Wein vermiſchet / in den Halß geuſſet. Von der fallenden Sucht / der Roſſz. 35 S iſt auch nochwendig zu wiſſen / daß biß⸗ SP, weilendie Roſſz / die fallende Sucht / oder dag Freſel bekom⸗ men / welches man durch dieſe zeichen erkennet. IL (ep Das Roſß fellet gebling vñ plößling nider / und werden IR SS im zumtheilalte Glieder / zu hauff gezogen’ oder gar aufge» 2 firecket/onnd außgeſpannet / vnnd dir gantze Leib zittert ond bedmet / vnnd bekommet auch bißweilen einen Geſt oder Schaumyfürdem Maul / ond vber ein kleine zeit / ermannet vnd erholet es ſich wider / vñ kompt zu ſich felber. — Solchen ſoll man Futter fuͤrgeben / welches mit Salniter beſprenget / vnd ſol jm auch denſelbigen vnter das trincken miſchen. | Item / man folauch folchenden Leib reynigen vnd Durgiereny vnd jhm alſo wilde Kuͤrbes / mit Salniter / woͤchentlich / oder in acht Tagen einmahl / eingeben; * | i Vnd damit ſolche Kranckheytnicht offt widerkomme / fofollmanihme Blut von einer Schildtkroͤtten / vngefaͤhrlich ein halbes pfundt / mit gleich fo viel Eſſig / vnd Wein / vñ vier Scrupel Teufels Koth vermiſchet / oͤle vnd Ef ſig wol ſchmieren vnd reiben. Von denen / welche im gehen das Horn am Huf vertretten. ar AEKRS Elche durch gehen oder ſtrampffeln / das Horn Nam Hufe zutretten / oder fonft von Natur böfe Huͤfe / oder viel Nond mancherley farben/daran haben / oder welchen etwas in —— dem hinderſten Gelencke zubrochen oder an die Erde ruͤhret / ER oder welcher Horn zuſpalten / oder zubrochen / vnd hincken / vñ welche auch ſchwache Lenden vnnd Weiche haben / Diefindnicht bequeme zu Wettlauffern. | Bon den flieffenden alten offenen Schaͤden / vnd vondenibenigen, welche von einem wilden Schwein findgebiflen worden. Die ‚der Pferdt. CEXZIX gr SE altenoffenen Schaden / in welche Fluͤſſe 8 Na fallen, follman nicht / wederindem Sommer / noch in dem ntern/ mit warmen / ſonder mit kalten Waſſer waͤſchen. Da aber ein Roß auff der jagt / von einem wilden Schwein / EDIT indie Schenckel gehauwen / vnnd alſo ein flüffiger offener Schaden darauß entſpringet / vñ auch eine Beul der geſchwulſi mit zu ſchle⸗ get / ſo ſolman ſolchen Schaden nicht mit kaltem waſſer berühren / ſonder ſoll ein Pflaſter darauff legen von Kupfferwaſſer bereyt / Diachalthantes ges nandt / oder ſol die Eſch / von einem gebrandten Hundts k opff / zu kleinemn Pul⸗ uer geſtoſſen / dar ein ſtreuwen. hier Wie man den Roſſen folrach ſchaffen / die ſich gu voll gefreſſen / vnd gar erſticken woͤllen. a Ann es fich begibet / daß ein Roſſz ſich inn 24% dem Futter gar zu voll gefreſſen / vnnd baldt darauff ſchnell oñ eylendt geritten wirdt / ſo pfleget gar leicht dieſe beſchwe⸗ ) rung mit zu zuſchlagen / daß ſie gar erſticken woͤllen. Derhalben ſoll man jhnen alſo raht ſchaffen / vnd guten | wolriechenden Wein ein halb Noͤſel / darunter ein quintlein Salniter vermiſchet / in die Naßloͤcher gieſſen. Oder ſoll Kramkuͤmmel vñ Galbanum / jedes ein halb quintlein / klein zuſtoſſen / vnd mit Wein vermiſchet / oder Lorbern mit wein / in den Halß gieſ⸗ ſen / vnd daſſelbige in kein kalt waſſer reytten / ſonder warmes waſſer zu ſauf⸗ fen geben / vnd auch den gantzen Leib mit oͤle ſchmieren vnd reiben / vnd je aͤlter dasoͤle / je beſſer es herzu iſt. Was man brauchen foll/ wann einem Roſſz ec⸗ was an dem Maͤnnlichen Glied zuſprun⸗ gen / oder zuriſſen. | RD ein Roflz einen Schaden an dem Naͤnn⸗ lichen Glied empfangen / fo lauffet die innwendige Röhre Var N auff vnd geſchwillet / vnnd das Roſſz kan nicht zu wol fort EN gehen. 2 — ſoll man daſſelbige inn dem Stall gar ſaͤnff⸗ | tiglich ruhen laflen/ und mit reichlicherem warmen waſſer / oder mit einem Schwam / in einem warınen Waſſer getuncket / das Maͤnn⸗ liche Glied wol behen / vnnd hernach mit einem Saͤlblein / von Boͤcken vnſchlet / ol vnd Wachs / vñ mit geroͤſtem Salniter / vnter Eſ⸗ fig vermiſcht / das ſchadhafftige glied wol ſchmiren. Mm Son Bon Artzeney Von allen harten Peulen/Knollen/ oder Steinich⸗ | ten härtigkeiten/ welche zunechftober dem Huferonter 3 Haaren / welche herüber hangen wie ein. 5% Krantz wachfen. rg Ant ein Roſſz andem förderen Fuß / innwen⸗ RDdiggegen dem Hufe da die Haar heruͤber hangen / wie ein SE Kranßz/ ein harte vnd groſſe Peule bekommen / vnd derhalben J nicht wenig hincket / ſo verſtehe hierauß ſo vil / daß ſolche Peu⸗ le / von ſich ſelber allda gewachſen ſey / Dann die Steinichten Oder lege gleicher geftalt/ die Zweig vnnd Bletter von Ephauw oder Baumwinden daruͤber. A Gleiche Erafft hat auch die Efch / von gebrandtem Weinreben Holtz / mit Eſſig vermenget / vnd ſolche wirdt auch vnter die ſterckſten vnd krefftigſte Artzeneyen gerechnet. RR Etliche andere brauchen geſtoſſene Cypreß Srüchte/mit Eſſig vermen⸗ a den gepülnerten Samen welchen man inden Apotecken Sumach eiſſet. Wir pflegen aber klein Saltz vnder Honig zuvermiſchen / biß es ein ſol⸗ che dicke bekomme / wie der Vnflat hat / welchen man dann inn dem Bad von dem Leib abſchabet / vnnd ſchneiden zuvor die harte Beule hinweg / vnd ſtrei⸗ chen jetzt gemeldtes Saͤlblein / auff ein Leynen Thuch / vñ binden es des tages zwey mahl auff den Schaden / ſo wir denſelbigen zuvor mis warmen Waſſer gebehet haben. | a Diefer gebrech pfleget aber fürnemlich die groffen Thier / welche auff der Weid lauffen/ zu plagen / vnnd auch bißweilen denſelbigen alfoein folcher groffer fihmerglicher Puͤtzel / an dem Hufe zu wachſen / daß es fie gar verfiel» let / ſenderlich wo man jhnen nicht bey zeit raht ſchaffet / vnnd es vermag auch daſſelbige Roſſz nicht wol gehen / noch den anderen folgen / ſonder ſtehet alſo vngefreſſen / vnd ſihet trawrig / vnd ſuchet die andere Herde / vnnd weltzet fich/ vnd kan hernach nicht wol wider auffſtehen / Darumb es auch leichtlich ver⸗ ſchmachtet. | Darumbfollman folchenicht an Sumpfichten / oder tieffen vnd No⸗ ſichtigen orten weiden / ſonder darvon abtreiben / vnd an ein ort fuͤhren / da kei⸗ ne ſuͤmpff / noch tieffeLachen / ſonder da es trucken vnd Sandicht iſt / vnd man fol auch Daffelbigesmit einer Federn / in Saltz vnd Honig / oder in duͤnn Bech vnd Saltz getuncket / ſchmieren. — ie der Pferdc. oxxx Wie vnd welcherley geſtalt / man den Roſſen den Leib oͤffenen / vnd durch Stuͤlgeng Purgiren ſoll. = N 2, > NW; = EIN: ————— — N, TE — I u x RS us De Te 7 | | 5 } X NINE DS N N N * vnd ſoll dieſelbe in kleine ſtuͤcklein ſchneiden / vnd an ISonne ſetzen / biß ſie ſchwellig vnd duͤrr werden / Vnd ſoll fie | hernach zu kleinem Puluer ſtoſſen / vnd dazu thun ein wenig => Salniter / vnd Saltz / vnd dem Thier alfo zu fauffen geben, Doch folmanfolchesden trechtigen Mutterpferden nicht eingeben/aber den feugenden mag man eg bißweilen wol einfloͤſſen Damm dardurch werden auch der jungen ſeugenden Fuͤllen leib gereiniget. Man vermiſcht aber zu gedachter Artzney / darumb daß Saltz / das ſolche das Roß deſto lieber zu ſich neme / vnd nicht verſchmehe. Vnd es wer auch beſſer das man das aller groͤbſte Saltz dazu brauchet / vnd alſo anfieng / in der mitt deß Monats / vnd allweg vber den fuͤnfften tag / vnd alſo drey mal / biß auff den erſten tag / deß kuͤnfftigen newen Monden / dieſelb dem Roß eingebe. Dann ſo man ſolches thut / fo wird dardureh ver⸗ me Reude N /ond andere zufellige Araneheken vnnd ge⸗ bre (41 7 1% k Mim ij Don Bon Artzeney | Bon berrenckung oder verruckung der glenck / der je: nigen/welche vnzutheilte Huͤfe haben / vnd von mehrung dep Hufes. Ann ein Roßdas vntcerſte glenck am fuß ser, rencket / oder das oͤberſte theildeß Hufes / bey den haren / wel⸗ Iche herüber hangen wie ein Krantz / auffkeimet / vnd vonder —* N Ds I: hat abgeloͤſet / ſo ſol man diſes nachfolgendes mittel EIER hrauchen. | Erſtlich ſol man oberden Feſſeln / oder bey dem vnterſten glenck / vnd nicht fornen an dem ort / da die haar heruͤber hangen / wie ein krantz / ein Ader ſchla⸗ gen / vnd blut herauß laſſen. Dann ſo man forne den Fuß mit einem Laßeiſen verletzet / iſt zu beſorgen / man moͤchte allda das groſſe Neruoſiſche bande / oder die groſſe Spanadern / welche bald vnter der haut liget / treffen / vnd groſſer ſchad hierauß erfolgen / vnd wann blut gnug darauß gelauffen / fofolmanein Leinene binde / in Eſſig und oͤl getuncket / herumb ſchlagen / vnd das oͤberſte theil deß Hufes / doch alſo / damit die binde das Horn mit einſchlieſſe / feſt zu⸗ ſamen ziehen / vnd ſolche binde offt vnd vil / wider mit oͤl vnd Eſſig feucht ma⸗ chen / vnd vmb den ſchenckel biß gar an das knie wickeln. Hernach ſol man das Roß / ein ſtund oder drey / auff dem boͤſen fuß / daran die Ader iſt geſchlagen worden / ſtehen laſſen / vnd die binden herab nemen / vnd ſolchen mit warmen waſſer wol begieſſen / vnd mit einem Saͤlblein oder Ke⸗ rot / von oͤl vnd Wachs bereit / wol ſchmiren / vnd als dann zuſtoſſene Zwibeln mit Saltz vermiſcht / pflaſterweiß darauff binden / vnd ſolches drey tage lang brauchen / vnd darnach ein weiches pflaſter darauff legen / welches zu den ver⸗ renckungen dienet / vnd vnten beſchrieben / vnd es hilffet auch fo man nur ge⸗ dachtes pflaſters puluer darein ſtreuwet. Wann aber die Huͤfe gar zuſehr wachſen / vnd zunemen / So ſol man nichts dauon hinweg nemen / ſondern mit aufflegung der Artzneyen / ein wenig verziehen / vnd hernach wider brau⸗ chen / es were denn ſach / daß die wachſung deß Hufes / dem Fuſſe ein ſchaden zufuͤgte. Dann es pfleget offt zu geſchehen / daß hernach ein Roß im gehen / den Hufe hinderwarts / oder auff ein ſeit / ſetzet oder kehret. —V———— s were auch gut vnd nuͤtzlich / daß man die Roß / welche gute gantze Huf haben / bißweilen an ein ort fuͤret / da ſie ſich bequemlich weltzen möchten. Sol⸗ cher ort aber / ſol ſein gantz gleich / vnd ſtaubicht / nicht ſteinicht / noch ſcharpff⸗ oder rauch on vneben / auff daß ſie ſich woldarein koͤnnen ſcharren Dargegen aber / werden die ort / zu dem weltzen fuͤr vnbequem geacht / welche getuͤnget / vñ ſehr feiſt ſind / vñ da vil graß wechſet / Dañ allda kan ſich das Roß nicht recht weltzen vñ glencken / vnd die glider bewegen / wie an einem harten vñ feſten ort. Rec: Sawere Heffen / warme Aſch / vnd alt Schweinen ſchmaltz / vnd ver⸗ miſch dazu ein Aye / vnd mach ein pflaſter darauß / vnd lege es auff das glid/ wann es die notturfft erfordert. Man LERBIRO KEN N 18% N 8 * der Pferde. OCCXXI Man ſolauch die haut vmb den Hufe ſchrepffen / vñ hernach Fichtene ſchie⸗ Nnien / vnd einen Schwam̃ in Eſſig getuncket / ſiben tag lang darauff binden. Da die verrenckten Bein / meht wider ſind in jre gebuͤrliche fiel gebracht/ oderrechteingericht worden / ſo ſolman diſe Artzney darauff legen. Rec: Foeni Græci, ein ʒimlich Meſel vol / vnd laß ſolchen in Wein wei⸗ chen vnd ſieden / biß der Same weich werde / vnd geuß den Wein dauon / vnd ſtoß jn klein / vnd thu dazu Honig / vnd ſtreich ſolches auff ein tuch / vnd leg es ſechs tag lang / auff das verrenckte glid. | Die veralte verrenckung aber / ſoll man kreutzweiß wie ein Gitter bren⸗ nen. Eines andern Zeichen vnd Cur / der verrenckten Fuͤſſe. Ann die Bein am glenck deß fuſſes / auß jrer gebuͤrlicher ſtell verruckt ſein / ſo kan man ſolches alſo erken⸗ N nen, —— Draman den Huf angreiffet / vnd mitder Hand hin vnd wider wendet / So wird dardurch ein ſchmertz erweckt / vnd das Roß kan ſolche bewegung nicht dulden / ſonder gibet dardurch zuuerſte⸗ hen / das allda ein verrenckung ſey. | * Solche beſchwerung pfleget den Roſſen zu widerfaren / wann ſie im ge⸗ ſchwinden lauffen / mit den ſchenckeln gleiten oder ſtraucheln. Den ſelben aber ſoll man alſo rath ſchaffen / Man ſoll jhnen oberdemort/ da die haar heruͤber hangen / wie ein Krantz / ein Ader ſchlagen / vnd Blut her⸗ auß laſſen / hernach Saltz vnd Eſſig hinein reiben / vnd Wolle in oͤl vnd Wein getuncket / auff das glenck legen / ond mit warmen Waſſer behen / vnd ſolche Cur volendet man gemeiniglich in zwoͤlff tagen. Wo man aber nichts damit außrichtet/fofollmanden Huf / wann es die notturfft erfordert / eines guten dreyers groß / hinweg ſchneiden / vnd da man ſihet / daß etwas weiter herauß ſtehet /fo fol man daſſelbe auch gar aufm grund herauß ſchneidẽ / Doch ſol man der Bein verſchonen / Damit das Meſ⸗ fer nicht gar zu tieff hinein fahre / vnd ſo als dann der ſchaden ſehr blutet / ſo fol manoͤl vnd Eſſig/ vnd Saltz / mit ſeinem eignen koth vermiſcht / vnd auff ein tuͤchlein geſtrichen / darauff legen / Doch alſo / daß es auch den gantzen Hu⸗ 2— e mit einſchlieſſe / vnd ſoll nach dreyen tagen / denſelben mit warmen Waſ⸗ fer begieſſen. Im fall auch / wild fleiſch indem ſchaden wechſet / ſo folmanein zuſammen⸗ zie hende Wundartzney darauff legen. Item / man ſol auch das Hornofft vnd vil mit einem Neſſer ſchaben / vnd beſchneiden / damit der Huf gleich wachſe / vnd als dann der vnten verzeichneten pflaſter eines / welches nicht vber dem Fewer geſotten / daruͤber binden, | | Mm tü Da Bon Argenen Daaber das Roß durch gedachte mittel Feine befferung ſpuͤret / So iſt von noͤten / daß man daſſelbe gebuͤrlicher weifebrenne, Man ſol auch bey dem glenck / vngefaͤhrlich ein Noͤſel Blut herauß laſ⸗ ſen / vnd Wein vnd oͤl darauff ſchmiren / vnd fonften hierzu brauchen / was ſich in diſem fall zuthun gebuͤret / vnd ſol Wollen / in Wein vnd Eſſig getun⸗ cket / darauff binden. | KO So manaberbefferung fpüret/fofoll mandenverrenekten fuß reiben / vnd ſchmutzige Wollenin Wein / oͤl end Saltz geweichet berumbfchlagen / vnd mit einem bande zimlich feſt zu binden. Doch alſo / damit die hart zuſammen gezogenen / nicht ein hitzige geſchwulſt / allda verurſachen / noch die Adern all⸗ da zu ſehr kneipen oder drucken / vnd man ſoll auch ſolche binden / teglich auff⸗ loͤſen vñ wider verbinden / biß ſo lang das Thier ſein geſundheit erlanget / auß⸗ genommen den tag / da die Aderlaß geſchehen. | Wann die verrenckung / durch Artzney fich nicht will Curirenlaffen/ So ſoll man ſolche brennen / vnd hernach den Brandſchaden / wie oben angezei⸗ get / heilen. Wie man die Reude vercreiben ſoll. FO EC. Vil ſcharpffer Laugen / vnd ſetze ſie an die =» Lufft / oder an ein warme ſtat / daß ſie wol ein truckene / dar⸗ Dnachthue dazu ein pfund lebendig ſchwefel / vnd gleich ſo vil NRKupfferwaſſer / Mahenſafft ein quintlein / ſtoß folche alle klein / vnd vermiſch ſie wol zu hauff. ana Hernach nim̃ jetztgemeldter Artzney ein Halb pfund / Bech vnd oͤl / jegliches anderthalb pfund / ſcharpffen Eſſig ein halb Noͤſel / vnd vermeng fie ober ei⸗ nem Kolfewer / vnter einander / vnd beſchmir die reudige haut alſo warm das mit / vnd mach dem Roß im ſtall ein gute weiche ſtrew / vnd da man ſolches / drey oder vier mal gethan hat / ſo ſolman die Lauge mit warmen Waſſer ab⸗ waſchen / vnd wann ſich die Cur dauon recht an leſſet / vnd die haut geheilet iſt / ſo ſolman dieſelb mit warnen Wein vnd oͤl beſtreichen / wo aber die haut nicht dauon heilet / ſo ſoll man ſolche mit vorgemeldter Artzney wider ſchmie⸗ ren / vnd gedachte Cur ferner brauchen. Von den Gehen/ Felogrillen / bnd anderm vnziffer. Ann ein Roß vnuerſehens ein Gehe/Feldgril⸗ Ya Kefer / Hewſchrecken / vnd dergleichen Vnziffer / daß ſich VOR Im Graß verbirget / mit der weide hinein friſſet / oder verſchlin⸗ get / So wirfft es als bald alles zuuor gefreſſene Futter / durch ee vndaͤuwen | der Pferdt. CORNRI vndaͤuwen wider herauß / vnd ſtincket der Athem / welchen es von fich bieffer/ ſehr vbel / vnd lauffet jhm darneben ein Eytterichte feuchtigkeit / wie Schlans gengifft / auß dem Halß / vnd der gantze Leib lauffet auff / vnd geſchwillet / vnd bekompt vberal groſſe blaſen vnd blattern. Erſtlich ſol man dem Roſß ein Artzeney in den Halß gieſſen / welche für Gifft dienet / vnd als dann ſoll man daſſelbige wol mit warmen waſſer begieſ⸗ ſen / behen / vnd wol ſtrigeln vnd reiben. | Vber das follmanauch ein Leinen Thuͤchlein / in ſauwere Heffen tun⸗ cken / vnd damit auch den gantzen Leib warm ſchmieren / vnd wann ſolches ger ſchehen / ſo ſoll man daſſelbige wol mit Kotzen bedecken / auff einer guten wei⸗ chen Strew ruhen laſſen / vñ ſol auch allda ein Kolfeuwer anzuͤnden / vnd fuͤr vnnd fuͤr brennen laſſen / damit es warm in dem Stalle ſey / vnnd die Heffen hart andoͤrren / vnd vber den dritten Tag / ſoll man ſolches widerumb mit viel — Waſſer begieſſen / vnd behen / vnnd auch indem Stall wol ſtrigeln / vnd reiben. Da auch die Lippen vnnd die Augen geſchwellen / So ſoll man kein Pflaſter / wie etliche zuthun pflegen / darauff legen / Dann es vergehet ſolche Geſchwulſt bald von ſich ſelber / vnd wirdt als dann das Roſſz ſein geſundt⸗ heit wol widerumb erlangen. | Wie man erkennen moͤcht / daß ein Roſſß Hon Hungers wegen / math vnd kranck iſt / vnd gleichwol nicht freſſen will / vnd wie man demſelben ſol raht ſchaffen. Ann ein Roſß / mit keiner anderen Leibe ſchwachheit beladen / vnnd nur durch Hunger leiden / math ond kranck wirdt / vnd hernach auch garnicht freſſen kan / geſchwellen jm die auffgelauffene Puͤtzel an dem Gaume / O ond auß dem Maul gehet groſſe hitz / vnd fleuſſet auch viel | giefftiger ond eher Schleim darauß. Socoviel aber die Cur anlanget / ſoll man demſelbigen / bey dem dritten Huͤbel an dem Gaum / vngefaͤhrlich ein I Noͤſel Blut herauß laſſen / Vnd ſoll hernach das Maul mit Saltz / vnd Wolgemut oder Toften/ Elein zuſtoſ⸗ ſen / reiben / vnd mit kaltem waſſer wol außſpuͤlen / vnd ſol jhm jnnerhalb ſechs ſtunden / nicht zu freſſen geben. Ein ſehr gute Artzeney / zu den matthen Roſſen / welche von Hungersleiden ſind kranck worden. ale Rec. Eppichfamen anderthalb pfunde/Leinfamen drey quintlein / Fenchel⸗ ſamen drey pfundey vnnd gleich ſo viel Eruen / Liebſtoͤckel / oder ee Ba el/ Violen⸗ rt Bon Artzeney er tzel / Violen wurtzel / der Bletter von dem Seuenbaum / jegkliches ein halbes pfundt / Schweinen Schmaltz ſechs pfundt / ſtoß die duͤrren vnd harten klein zu Puluer / vnd vermiſche fie alleſampt mit Wein / vnnd mache Kuͤglein oder Trochißken darauß / vñ truͤckne ſie in dem Schatten / vnd ſolcher gib auff ein⸗ mahl / einer welſchen Nuß groß / mit dreyen vntzen Honig / vnnd einem Noͤſel alten Wein zutrieben / dem Thier drey tage lang / vnd ſonſt nichts zu ſauffen / vnd raucher auch daſſelb / mit den Beynen von einem Hundskopff / auff gluͤ⸗ ende Kolen gelegt / vnd laſſe jm ſolchen Rauch wol in die Naßloͤcher geben. | PORN DEE verſtuͤrtzung der Ann die Blaß ſich von ihrer natuͤrlichen ſtelle bhinweg begibet / So kan das Roß gar feinen Harm von ſich laſ⸗ ſen / vnd zeuhet Die Huͤfe vnd Schenckel an ſich / vnnd da ſich ſol⸗ | “cher fait begiebet/ ſo kan man denfelbigen mit keinerley Artzeney Curieren. Bon den Schrunden bnnd Spalten / welche die Roſß / hinden an den Schenckeln / oder Saſſeln haben . EV DO ci Roffsy an dem hinder cheildee Schen⸗ ON, ckels / Schrunden oder Spalten hat / welche dann von groſ⸗ UN fen ſpringen / vnnd vberiger —— oder außſpannung IR ce Hauth / ihre ankunfft Haben Co ſoll man dieſelbige alſo eylen. DINGE —— Rec. Kelberfeißtes ein pfundt / Roſenoͤl ein halb pfundt / vnd thue darzu ein wenig Bleyweiß / vnd laß ſie vber einem Kolfeuwer ſieden / biß ein Sälblein darauß werde / damit beſchmier die Schrunden. | Wie man befördern moͤchte / daß der Hufe groͤſſer wachſe. * Ann das Horn an dem Hufe / forne nicht recht hiinauß wechſet / ſo hincket das Roſſz vnd ſtrauchelt / vnd wird 46 auch daſſelbige nur deſto mehr zubrochen vñ zuknoͤrret. Ders halben von noͤhten iſt / daß man dieſe Nittel hierzu brauche/ Erſtlich/ ſoll nan das Horn am Hufe / biß gar an das Fleiſch des Hufes hinweg ſchneiden / vnnd ſich vmb die wachſung deſſelbigen nichts bekuͤmmern / Dann es waͤchſet gar gern / wo man daſſelbe mit einem ſcharpf⸗ fen Eyſen der Pferde COXRXIN fen Enfenbefchneidet, Vnd ſol hernach nemmen / Feigen ein pfundt / Wache ein halbes pfundt / vnd ſolche wol zu ſtoſſen zu hauff vermiſchen / vnd auffden Hufe binden / vnnd jnnerhalb dreyen tagen / nicht wider. hinein nemmen / vnd alsdanny ſoll man denſelben / mit Wein vnnd oͤle behne wirdt der Hufe / in — genug wachſen. Wa⸗ man brauchen — ein Kofi Enfe hie Huͤfe vnd Feſſel / erfroret vnd erbellet hat. O ein Roſſz indem Winter / lang indem ER LS AN gehet / ſo pflegen ſie darvon die Huͤfe vñ Feſſel zuerfroͤren / vnd uerbellen /daß ſie auch darvon auff lauffen / vnd geſchwellen. Derwegen erfordert die notturfft / daß man dieſelbige / mit warmen oͤl / zu welchem warm waſſer vermiſcht / wol ſchmie⸗ re / vnd auch leynene Thuͤchlein darein tuncke / vnd darauff binde. Da aber der Hufe / ſehr iſt geſchwollen / ſo follman ſolchen mit einem Laßeyſen ſchrepffen / vnd Gerſten Yeeel / in ſcharpffen Eſſig gekochet / darauff —* vnd legen / biß ſo lang ſich die Geſchwulſt darvon ſetzet / vnd die hitz nachlaſſe. Dann wo man der Roſß / nicht fleiſſig inn ſolchem Gebrechen / pfleget ond wartet / ſo werden ſie offtmahls — oneichdg gemacht. Wie man denen Roſſen raht ſchaffen ſol / welche die Darmgicht / oder ein groß reiſſen vnd grim⸗ men im Bauch haben. ec Darmgiche vberkommet ein — es ſich gar zu voll gefreſſen bat / vnd das Futter als dan nicht recht kan verdaͤuwen / darumb bleibet bißweilen etwas in den E ſubtilen Daͤrmen hinderſtellig / vnd wird hart wie ein Stein] O ond vermag alſo fein Koth hernach ferner fuͤruͤber / vnd durch den Maſam hinweg kommen / vñ entſpringet alſo darauß ein geſchwinde vnd ſehr gefaͤhrliche kranckheit. Das Roſſz / welches darmit iſt beladen / kuͤmmet fich onnd ſtehet offt auff/ond gehet hin vnnd wider / vnd leget ſich alsdann wider nider/ond muß. am vielmahls / von wegender verfiopffung und ſchmertzen F Inngeweide eufftzen. Solchen aber kan man alſo raht ſchaffen / Man ſoll einem Knecht die ae mitöle ſchmieren / ond darmitinden Hindern greiffen / vñ den harten —— laſſen / vnd N ber Geſchefft / TER Bon Artzeney Geſchefft / linde vnd gemache reiben / auff daß er möchte ſtallen / vñ den Harm von ſich werffen / Dann es vermag ſich die Blaß nicht / wie etliche ſagen / ver⸗ ſtuͤrtzen / ſonder eg wirdt nur dag Loͤchlein / oder das Roͤhrlein / im Außgang der Blaſen verſtopffet / vnd zugeſchloſſen. | | Derhalben ſoll man nemmen / Koͤlſafft ein halb Noͤſel / ole neun vntzen / Eppichſamen zwo vntzen / vnnd ſolchen klein zuſtoſſen / in einem halben Noͤſel Wein ſieden / vnd dem Roſſz in den Halß gieſſen / vnnd den Leib mit warmen oͤle vnd Wein wol ſchmieren / vnd ſoũ hernach das Roſſz im Stall ruhen laſ⸗ ſen / vnd auch oͤle vñ Wein zuhauffvermifcher,durch ein Criſtir hinden in den Leib eingeben. Item / es were auch gut / daß man daſſelbe / nach entpfangener Criſtier / Berg vnd Thal auff vñ nider ritte / damit ſich die jinnerlichen geſam⸗ leten Winde / deſto ehe davon zutheilten / vnd hinweg gebracht werden moͤch⸗ ten / vnnd ſo bald das Roſſz / das erſte mahl pferchet / ſo ſetzet ſich auch die Ge⸗ ſchwulſt des Leibes / vnd das grimmen leſſet nach. — * Darnach ſol man demſelben Sprew / in warm Waſſer geweichet / vnd in einen Sack gethan / auff die Lenden vnd Bauch binden / dann ſolche erwer⸗ met / verzehret vnd zutheilet vollend die hinderſtelligen Winde. Da auch das Roſß wolt Krafftloß oder Ohnmechtig werden So ſol man jm von ſtundan Habern / gruͤnes Graß / oder duͤrr Hew / mit Waſſer be⸗ ſprenget / fuͤrgeben / vnd auch deſto reichlicher Waſſer zu ſauffen fuͤrhalten. Die zeichender beſſerung / inn ſolcher Kranckheit / ſind / So die Ohren ſchwellig werden / vnd der Athem / den es zu dem Maul von ſich bleſſet / hitzig iſt / vnd wann es pferchet / oder der Koth durch den Leib hinweg gehet. Die zeichen aber des Todes / oder daß dieſe kranckheit / gar zu ſehr vber⸗ hand genommen / vnd man ſolche nicht Curiren kan / ſind / wo es das Maͤnn⸗ lich Glied herauß henget / vnd in der weich / ein kalter Schweiß herauß drin⸗ get / vnd ſo es langſam vnd ſelten Athem holet / vnd jhm die fordern Schenckel erkalten / vnd der Halß erſtarret / vnd die Naßloͤcher kalt werden. Etliche guce Artzeneyen / bor die Darm⸗ gicht. | Rec Der Brie/inwelcher Mangold / oder weiß Kölgefotten/ vnnd thue darzu klein zuſtoſſen Salniter / vnd Bdellium/ondgeußimfolchesdurchein Lriſtir in den Hindern / vñ decke es wol zu mit Kotzen / oder Kleidern / vñ mach auch ein Kolfeuwer inden Stall / daß es ſich wol erwerme / vnd gibe jm grüne Sath / oder gruͤnn Graß / neben dem andern Sutter zu freſſen. Wañ aber der Koth in ſtuͤlen nicht wil hinweg gehen / ſo follmaneinem: Knecht die Handt wormitölefihmieren/ond in hindern greiffen / vnd denſelbi⸗ gen herauß ziehen laſſen / vnnd hernach Mangold / oder weiß Koͤlſamen / mit dreyen Noͤßlein Wein / vnd Baumoͤle zutrieben / in den Leib gieſſen. | a | der Pferdt. COXRNUM Daeeinem Roß dadurch auch nicht geholffen wird / ſo ſol man mit einem Meſſer die fodern Huͤff ſchaben / vnd ſolchen abgeſchabten ſtaub mit andert⸗ halben Noͤſel Wein / in die Naßloͤcher gieſſen. | * Durch waſerley mittel / man die Puͤtzel vnd War⸗ tzen / So an den Schenckeln wachſen / ſoll vertreiben. AERO cin Roß ein Puͤtzel oder Wartzen / gleich Dwie eine Naulbeer / vbertommet/ fofoil man nemen / Oper⸗ ment vier theil/ vngeleſchten Kalch ein theil / Ammoniaci zweny Itheil / deß bittern Aloes ein theil / Honigk fo viel deſſen genug D iſt / gedachte ſtuͤck zuhauff zuuermiſchen / vñ fol ſolche alſo lang vber einem Kolfewer ſieden laſſen / vnd offt mit einem ſpaten vmbruͤren / biß ein roͤttlichte Salbe darauß werde / vnd ſolche Salb ſol man / auff ein Tuch geſtrichen / warm darauff legen. Es ſind auch etliche / welche Operment / vñ gleich fo vil vngeleſchten Kalch nemen / vnd in geſaltzene Fiſchlacken werffen / biß ſo lange dieſelb anfange zu geren / vnd auff zul uffen / wie die Heffen / vnd ſchmiern als dann damit den Puͤtzel / oder die Wartze / vnd vertreiben alſo dieſelbe. Deßgleichen wer auch ſehr gut vñ nuͤtzlich / daß man die Peuloder Puͤtzel / mit einer Schuheale durchſteche / vnd hernach Nießwurtzel darein ſtecket. Von den Fiſteln an den Roſſen. EAecwan zwiſchen den glencken / def fodern Bugs / oder ſonſt an einem andern ort ein Fiſtel erſcheinet / ſo 2 folmandas ſchadhafftige glid / biß auff den grund auffſchnei⸗ — — den / vnd mit einem gluͤenden eiſen brennen / vnd hernach ein Artzney darauff legen / welche den ſchaden mit fleiſch außfuͤl⸗ len / vnd gantz vnd gar heilen / vnd recht zu ſchlieſſen kan. Imfallaber dardurch der ſchaden nicht heilet / ſo ſol man ſolchen mit gluͤen⸗ den Eiſen widerumb verwunden / vnd zuſammen ziehende Artzney darauff le⸗ gen / biß ſo lang der ſelbe geheilet. Wann ein Roß ein Fiſiel an dem leib hat / fo fol man Kupfferwaſſer / mit ſehr ſaurem vnd ſcharpffem Eſſig vermiſchen / vnd in den ſchaden ſchmiren / Oder ſoll nemen wilde Kuͤrbs / vnd die ſelbe gar klein zuſtoſſen / mit dem ſafft deß Krauts Wolffmilch / vermiſchen / vnd in den holen ſchaden ſtecken. Nm ii Ste Bonähkenen Item Rec: Gruͤnſpan / gebrant Kupffer/gelb Kupfferwaſſer Ertzt / My⸗ fi genandt / vnreiff Galaͤpffel / jegliches vier vntzen / Kirſchhartz oder Gumi neun vntzen / vermiſch ſolche alle zu hauff / vnd ſtoſſe es in die loͤcher der Fiſtel. Sonden vermiſchten Purgierenden Artzeneyen / welche man den Roſſen in den Rachen geuſſet. War DL — 7 —ñ — ER TR‘ Ach dem die ordnung erfodert / daß id allhie N >. t auchetliche Artzney beſchreibe / als habe ich für nötig geacht/ Ferſtlich anzuseigendiejenige/ welche andere Roßartzt nuͤtzlich erfunden / vnd in jren Büchern befchrieben/ auff daß wir den 7 felbengebürlichedanekbarkeit erzeigten/weilwir von jnen den erftenanfangdifer funft gelehrnet / vnd Hernach Durch erfahrenheit gebeſſert / vnd gemehret / vnd wo auch ſolche etwas nutzbarliches haben auſſen gelaſ⸗ ſen / woͤllen wir daſſelbe trewlichen erfuͤllen / ond den nachkoͤmlingen / zum ge⸗ dechtnuß offenbaren / vnd woͤllen alſo erſtlich von den Stultreibenden Arhze⸗ neyen handeln. | | ; Rec: Einenjungen fangenden Hund / vnnd fireiffedas Sellab / vnd nim̃ die a der Pferde. COXNNV die ingeweid herauß / vnd wafch in rein ab / vnd thu jn hernach in einen Thaͤ⸗ nern Topff / vnd geuß Waſſer daran / vnd laß jn als lang ſieden / biß das fleiſch ſich von den beinen abſondert / Nim̃ als dann ſolcher geſottener bruͤe ein Noͤ⸗ ſel / vnd thu dazu Honig / vnd geuß ſie dem Roß täglich / drey tag nach einan⸗ der in den rachen. | Gleiche krafft hat auchdiebrüc/darinnenein Schweinener fehindfe/ oder ſchulter geſotten / oder die brüe von einem gefochten weiffen Haußhanen / vnd diſe purgirende Artzneyen haben vnſere vorfaren beſchriben. Wir aber haben nachfolgende nutzlich gebraucht / Nemlich / der kleinen Wolffsmilch wurtzel / in waſſer geſotten / oder Harſtrang / oder Wermut / oder das kraut Tauſent guͤlden / oder Fieberkraut / oder Oſterlucie wurtzel / auff gleiche weiß gekochet / oder wilde Kuͤrbswurtzel / mit Salniter vermiſcht / wie oben zuuor offt gedacht / oder Coloquint ſamen / mit ſampt dem gederrten Waarck / vnd ſolche pfleget man mit einem Noͤſel waſſer zuuermiſchen / vñ dem Roß teglich ſiben tag nach einander in den Halß zu gieſſen. Es iſt auch hier⸗ zu gar nuͤtzlich vnd bequem / ſo man demſelben Kramkuͤmmel / mit Salniter vermengt / einfloͤſſet. Dieſe iſt auch ein linde Purgierende Arlzney / welche man alſo bereitet. Keei: Ein Noͤſel guten ſtarcken Wein / Honig vnd oͤl / jegliches cin halb pfund / vnd ein wenig waſſer / vnd vermiſch ſie wol vnter einander. Item diſe / welche daneben wermet. Ba Keci: Guten ſtarcken Wein ein Noſel / Pfeffer / gruͤne Weinrauten / jegliches ein vntz / oͤl / Tragacant / Honig / jegliches ein halb pfund / vnd das lautere von ſechs Ayern / zu hauff vermiſcht. | Ä Deßgleichen auchdiefe / welche man / von wegen der ſaͤfft / Diachylon nennet. Reci:Foeni Græci anderthalb pfund / Weinrautten / Mangolt / oder weiß Koͤl/ jegliches ein hand vol / feiſte Feigen / oͤl / Milch / jegliches vier pfund. Zu denen auch diſer wolriechender tranck / von gewuͤrtzbereit. | Reci: Hyſop / Peterſilg / Saffran / weiſſen Dfeffer/ Weirauch / ſchwartzen Pfeffer / Myrrhen / jegliches ein vntz / Alantwurtzel / vnd Tragacanth / ſo viel deſſelben gnug iſt. | Item / diſe Artzney / welche die Griechen Calocoerinam nennen. Reci: Saffran ein halb loth / vnnd zwey Scrupel / Tragacanth / Hyſop / ayoran / Yeyrrhen / Weirauch / Zucker / jegliches ein vntz / laß ſolche alle in Roſenwaſſer weichen / vnd gibe als dann das dritte theil / dieſer Artzney / dem Roß zu ſauffen. | Depgleichendife/welchemanden Rofleneingiber/ wañ fiedaneben grün Graß freſſen / vnd ſolche heiſſen die Roßartzt Epichloan | Keci: Guten welfchen Wein / öl, jegliches drey Noͤſel / Honig ein Noͤſel / zwoͤlff Ayer / vnd ein vntz Pfeffer. | * | iR | Nu ii Ein Bon Artzeney u Ein guter warmmachender vermiſchter Tranck / Welcher daneben den Harm treibet. 5ECimetrinden zwo Ongen / Indianiſche I —* 5 Spicanard ‚wilden Galgant / jegliches ein vntz / Hyfop/ ) LE Dermut/jeglichs ein halb pfund / Myrrhen ein vntz / in waſ⸗ Au, Ü fer gefotten/ vnd drey tag nach einanderindenrachengegof EM ſen / vnd ſolcher treibet auch die Spuͤlwuͤrmer auß dem Leib / — — Sgondzutheilet die erſtarrung der Neruen / vnd dienet für den Huſten / vnd machet den gantzen leib wacker / friſch vnd Burtig. Dochfol man auch / bber dendritten tag / dem Roß oͤl eingeben / damit der leib dardurch deſto baß außgeſpuͤlet vnd gereiniget werde. Ein guter Kuͤltranck / fuͤr groſſe hitz. I Ann ein Roß bon der reiß in den ſtall kom̃et / pr vnd ſehr ſchlegbeuchet / vnd alles Sutter verachtet/ auch biß⸗ N Efi N weilen aufenget zu ſeufftzen / ſo FA man vber ein ſtund / nemen RR, y derbletter von dem Rhor/oder grün Graß / oder Lattich / oder Salath bletter / mit Effig befprenget / vnd in das Maul ſte⸗ EN daß die vberige hitz Dardurch gelefcher werde / vnd fol bernach nes men Tragacant / Saffran / jegliches ein vntz / Pineenkern / anderthalb pfund / welche ein nacht zuuor in Waſſer geweicht haben / Vnd fol ſolche alle zu klei⸗ nem Puluer ſtoſſen / vnd zuhauff vermengen / vnd in drey theil theilen / vnd hernach drey morgen nach einander / alleweg ein theil / mit einem Noͤſel Mu⸗ ſcateller / vñ einem Echterlein / deß außgepreſten ſaffts von dem Portzelkraut / vnd ſovil kaltes Waſſer / als man hierzu bedarff / in den halß gieſſen / und das neben gar wenig Gerſten fuͤrgeben. Bequeme vnd gute mittel / fuͤr den gebrechen / welcher folget / wo ein Roß das Futter nicht recht verdaͤuwet. | 4 ; RS SS In Roß/ welches das Futter nicht recht ver; dauwen kan / vnd alſo dauon krauck ond ſchwach wird / erken⸗ Rnet man durch diſe zeichen. FERIEN Die Lippen lauffenauff vnd geſchwellen / vnd der gantze Leib iſt voller kleiner bletterlein / vnd die Zung vnd der Kopff * gröffer/ond donetoder paufetgleich. In folchen gebrechen aber / ſoll man den felbenbaldven erften tag / blut auß dem Kamme / oder Halß laſſen / vnd da es die zeit gibet / gruͤnes / ver Pferdt. GCXXXVI vnd ſonderlich Lattich / Bletter von dem Rohr / oder auch ſonſt grünes Graf allein fuͤrgeben / Vnd den andern Tag / ſoll man ihm widerumb Blut bey dem Schlaff herauß laſſen / vnd mit jetzt gedachter Speiß fuͤttern / vnd den dritten Tag / in dem Winter / ſol man ſolchen / oben beſchriebenen vermiſchtẽ Tranck / welcher darneben wermet / vnnd den Harm treibet / einfloͤſſen / Vnnd in dem Sommer / den Kuͤltranck von Tragacanth / VYeuſcateller / vnd andern berey⸗ tet / in den Halß gieſſen. | | Ein gucer Tranck / welcher die Roſſz erquicket vnd kuͤlet / die mit dem Fieber beladen. Rec. Eſſig ein vnkz / vnnd gleich fo viel Roſenoͤle / ruͤhre fie wol vnter einan⸗ der / vnnd thue vber ein kleine weil darzu Roſenhonig / drey vntzen / Milch ein pfundt / Wein ein halb Noͤſel / miſch ſolche alle zuhauff / vnd geuß ſie dem Roß inden Halß / vnnd gibe jhm / wo es der zeit nach vorhanden / gruͤnes Graß zu eſſen. Zwey gute Puluer / welche wermen vnd zutheylen. Rec. Entian / weiſſen Pfeffer / Beerwurtzel / jegkliches zwo vntzen / klein zu⸗ ſtoſſen / vñ zuhauff vermiſchet / Oder nimb Wermut zwo vntzen / bittere Feig⸗ bonen / weiſſen Pfeffer / vnd Bibergeil / jegkliches ein viertels pfundt / vñ mach darauß ein Puluer. | Wie man ein Roffg möchte ſchlaffendt machen. Dieſe Artzeney machet Schlaffen. Rec. Mahenſafft / oder Opium / ein halb Scrupel / Thillen / ſo viel man mit vier Fingern erheben kan / zuſtoſſe ſolche gar klein / vnnd zutreibe ſie in zwo ungen oͤle / vnnd gibe ſie dem Roſſz zu ſauffen. Da man aber fein Opium oder truckenen Mahenſafft hat / ſo ſol man Mahenſamen / drey mahl mehr als des Saffts / darfuͤr nemmen / vnd denſel⸗ bigen klein zuſtoſſen / mit einem halben Noͤſel Wein einfloͤſſen. — Ecliche beſondere gute Artzeneyen / welche man den Roſſen in den Halß geuſſet. Rec. Saffran ein halbes pfund / Maioran / Hyſop / jegkliches vier vntzen / Steinklee ein halbes pfundt / Alantwurtzel / Myrrhen / des bittern ni 1219 | iolen⸗ —— Von Artzeney Violenwurtzel / Gartheil / Suͤßholtz / jegkliches vier vntzen / Cimetrinden / Wermuth / Indianiſche Spicanardi / Calmus / jegkliches ein halbes pfundt / wilder Galgandt / Pfeffer / jegkliches vier Vntzen / Tragacanth vier pfundt / Steinbrech / Cardamoͤmlein / Petterſilgen / Entian / des krauts Tauſentguͤl⸗ den / oder Feberkraut / Opopanacis / jegkliches drey Vntzen / Bethonien / vier vntzen / Saltz drey vntzẽ / Seuenbaum zwo vntzen / Roͤmiſche Spick ein halb pfundt / vnd gleich fo viel Bibergeil / Lauch vier vntzen / zuſtoß ſolche alle klein / vnd rhede ſie durch ein Haͤrin Sieb / vnd mache darauß ein Puluer / vnd thue darzu Honig anderthalb Noͤſel / das lautere don zweyen Eyern / Roſenoͤle ſo viel dich deucht gnug ſein / vnd ein Noͤſel Wein / vnd vermiſch ſie zu hauff / vnd gibe darvon dem Roſß / auff einmal / ſo viel du wilt / zu ſauffen. Einandere Art. Rec. Indianiſche vnd Roͤmiſche Spicanardi / jeg⸗ liches ein viertels pfundts / Alantwurtzel / Lerchen Schwam / oder Agaricũ / Ammeyſamen /Mirabolanen / jegkliches vier Vntzen / Violenwurtzel / Cim⸗ metrinden / wilden Saffaran Samen / jegkliches zwo vntzen / Saffaran vier Scrupel / Honig vnd Wein ſieben vnd zwentzig Noͤſel / Naͤgelein vier vntzen / gibe darvon dem Roſß auff einmahl / ein halb Noͤſel zu ſauffen. Dieſe Nachfolgende Artzeneyen / werden dem Hie⸗ rocli zu geeygenet / vnd auch Nuͤtzlich in den Halß gefloͤſet. 3 | | Rec. Honig / vnreiff Baumoͤle / jegliches zwo vntzen / Lauch / Thiellen / Po⸗ ley / jegliches ein Handt voll / vnd gleich fo viel Eppich / ſiede ſie alle zugleich in waſſer / vnd vermiſche darzu den außgepreßten ſafft / von gekochtem Weitzen Meel / vnd gibe es dem Roſſz durch ein Trechter zu ſauffen. Oder nimb den außgepreßten Safft / von gekochter Gerſten / vnd ſiede denſelben widerumb mit Boͤcken Vnſchlet / vnd thue darzu gekochten Feenum Græcum, vnd geuß es in den Rachen. Item / indem Sommer pfleget man den Roſſen / dieſe Artzeney einzu⸗ eben. Rec. fuͤnff Eyer / vnd laß ſie ein Nacht in ſehr ſcharyffem vnd ſauren Beineffig ligen / vnd ſtoß ſolche dem Roſſz in den Halß zuverſchlingen. Etliche pflegen auch in dem Sommer / den Roſſen folgende Trenck in den Halß zu gieſſen. | Rec. Welſche Nuͤß / vnnd laß ſie ein Nacht in Wein / der biß auff die helfft hat eingeſotten / weichen / oder nimb Saffaran ein halb loth / vnd zutreibd ſelbigen mit Wein / oder nimb Tragacanth / welcher ein zeitlang hat in walk | geweichet / oder Pineen Kern’ welche in Wein gelegen / vnd zuſtoß dies ſelbigen klein / ond thue dem Roſſz die Zunge auß dem Maul / vnd geuß ym ſolche in den Rachen. Einfehr u Ren CORKRRVN Ein ſehr koſtlicher Tranch/welherale | verlorne kraͤfft ſtercket. c Eppich zwo hand bol / Lauch / Koͤl/ jegli⸗ % ches drey hand vol / Lorbern drey pfund / Schweinen fleiſch RR vier pfund /Pfeffer /Opopanacis /ſegliches zwo vntzen / deß außgepreſten ſaffts von gekochter Gerſien / vier Kannen vñ LAD ein Noſel/ Honig anderthalb Noͤſel / ſiede den Eppich / Koͤl od Lauch / mit dem fleiſch vnd Lorbern in Waſſer / vnd thus hernach die andern dazu / vnd geuß ſie dem Roß in den halß. Ein guce Artzeney / welche die Roß Schlaͤffend macht. Rec: Cardemoͤmlein / Pilſenſamen / deß wolriechenden Hartzes Styras kis / jegliches vier vntzen / Myrren zwo vntzen / Pfeffer cin halb pfund. Ein guce Artzeney / zu den Roſſen / welche den Schwindel bekommen / vnd darnider fallen. Rec: Samen von den langen Zwibein / deß bittern Aloes / jegliches ein vn⸗ tze / weiſſen Pfeffer drey vntzen / Honig vier vntzen. Item / gute Kuͤchlein oder Trochisken. Item / Rec: Myrrhen zwo vntzen / Gartheil oder Stabwurtzel / vier ons tzen / vnd gleich fo vil Saffran / Perthram / grüne Weinrauten / Wolgemut / oder Toſten / Hyſop / jegliches vier Loth / klein zuſtoſſen / Eſſig fo viel deſſelben genug iſt / ſolche Species zu hauff zu vermiſchen / vnd Trochisken darauß zu machen. | Item / ein gut bewert Puluer. Rec: Cimetrinden ein vntz / Indianiſche Spicanard vier vntzen / Saff⸗ ran / Veielwurtzel / Lardamoͤmlein / Petterſilg / weiſſen Pfeffer / Lauch mit ſampt den kleinen wuͤrtzelein / deß krauts Tauſentguͤlden / oder Fieberkraut / Liebſtoͤckel / oder Meiſterwurtzel / Kamelſtro / vnd Ammeyſamen / jeglichs ein vntz / klein zu puluer geſtoſſen / vnd zu hauff vermiſcht. Folget ein koͤſtliche Salb / alle müde glieder da⸗ mit zu reiben / vnd wider zu erquicken / vnd die Muͤdigkeit zuuertreiben. Rec: Wachs / Ammoniaci / Lorbern / hart Hartz / baumoͤl / welches vnge⸗ Oo druckt | Son Artzeney druckt oder vngepreſt von fich felbs auß den Oliuen fleuſſet 7 jegliches ein pfundt / Opopanacis /Bdellij/ jegliches zwey pfund / Mayoran vier pfund / Terpentin ein halb pfund / Pfeffer / ein vntz / vnd gleich fo oil der ſtuͤcklein Wey⸗ rauch / welche ſich auff dem weg / mit den rinden vermiſcht haben / oͤl von den Reinweiden / Oleum Cyprinum genannt / einbalbpfund/ alten Wein zwo vntzen / vermiſch ſolche su hauff / vnd mach ein Salb oder Vngent darquß. Ein gucer Tranck / welcher der Bey⸗ ſenden wuͤten ſtillet. Reci: Saffran ein halb lot / vnd zwey ſcrupel / vnd gleich fo viel Myrrhen / bitter Aloes ein halb pfund / Alantwurtzel ein lot / zuſtoß ſolche klein / vnd laß ſie ein Nacht in vier Kannen / vnd einem Noͤſel Wein beyſen / vnnd thu darzu Tragacanth vier loth / beſonders in Waſſer zutrieben / Hoͤnig zwey pfund / vñ wanm ſolche alle fleiſſig vnd wol vnter einander vermiſcht ſein / ſo ſetze ſie in eis nem thenern Topff / zu einem Kolfeuwer / vnd laß ſolche wol warm werden / vnd ſtrew entlich darein einwenig Pfeffer / vnd geuß dauon auff ein mal / das ſechſte theil in den rachen / im Winter lawlicht / vnd im Sommer kalt. Man findet auch wol etliche / welche auch dazu vermiſchen / Hyſop / En⸗ tian / Opopanacis / jegliches zwo vntzen / Sagapeni / Myrrhen / feiſte Fei⸗ gen / Ingwer / Petterſilg / Angelicae / oder Heiligen Geiſt wurtzel / Kalmus/ jegliches ein vntz / Kamelſtro vier loht / Rautten ein hand vol / Eppich ſamen zwo vntzen / Andorn ein halb pfund / Beerwurtzel vier vntzen / Liebſtuͤkkelwur⸗ tzel / ond Cimetrinden / jegliches vier loth / vngeleſchten Kalch vnd Meiſter⸗ wurtzel / jegliches vier vntzen. | | a: Drey gute Traͤnck/ welche allezeit gut zugebrauchen. | Recip, Entian/ Oſterlucia / Myrrhen / Lorbern / geſchaben Helffenbein / eines ſo vil als deß andern / ſtoß ſie zu kleinem puluer / vnd miſch ſie wol vnter einander / vnd nimb hernach / deß durch geſeiheten Wein / darinnen ſpitzige pinſſen / vnd die Wurtzel von dem Kraut Andorn geſotten / ſo vil Dir gefelt / vnd thu dazu jetzt gedachtes Puluers ein halb loth / vnd gib ſolche dem Roß / drey tag nach einander zuſauffen / vnd diſer tranck / dienet vor alle gebrechen vnd kranckheiten der Roß. Mm J Recip. Tragacanth / Petterſilg / jegliches ein vntz / Betonien ein halb pfundt / Steinbrech / Caſſiae Fiſtel / Veyel wurtzel / jegliches ein vntz / Hyſop zwo Band vol / Euphorbij/ der ſtuͤkklein Weyrauch welche ſich auff dem weg mit rinden vormiſcht haben / Entian / jedliches ein vntz / deß Krquts vnd Nacht / | der Pferdt. GCOCXXXVII Nacht / Pfeffer / Alantwurtz / Steinklee / Opopanatis / Spicanard / Kamel⸗ ſtro / Ammoniaci / Cimetrinden / Rauttenſamen / Myrtenbeer / jegliches ein vntz / gruͤn Pineen kern / an der zal fuͤnff vnd zwentzig / Suͤß holtz ein vntz / ſtoß ſolche alle zu kleinem ſubtilen puluer / vñ rhede daſſelbe durch ein Haͤrin Sieb / vnd wann es die notturfft erfordert / ſo OR von ſolchen etwas / dem Roß mit Wein in den Halß. Rec: Alantwurtzel / Steinklee / trucknen Hyſop / Veilwurtzel / Oſterlu⸗ tie / Myrrhen / Aron oder groß Schlangenkraut / Spicanard / jegliches cin vntz / ſtoß ſolche alle klein / ond ſiebe ſie durch ein Haͤrin Sieb / vnd thue in den Sommer darzu Saffran ein vntz / vnd gleich ſo viel Tragacanth Honig / fo viel deſſelben genug ſey / das Puluer darunter zuuermiſchen / vnd geuß end» lich drey Kannen Wein daran / nd floͤſſe es durch ein Horn in den rachen / vñ in dem Winter thue zu ſolchen allen / zuſtoſſenen Pfeffer drey vntzen / vnd geuß ſie in den rachen. | Ein guter Tranek/welcher alle ber fehrungim Leibe heylet. | Rec: Muyrrhen / Tragacanth / Kramkuͤmmel / vnd Saffran / jegliches cin vntz / vnd ſolches gibt man auch den Roſſen mie Wein zu ſauffen. Zwen gute traͤnck im Sommer. Rec: Saffran ein vntz in Wein / vnnd Tragacanth ein viertels pfund in Waſſer zutrieben / vnd hernach zu hauff gemiſcht / vnnd thu ferner dazu ein Lauchhaupt / mit ſampt den kleinen wuͤrtzelein / vnd gruͤnen Eppich auch klein zuſtoſſen / Lattich oder Salath ſafft / ein wenig / vnd Ziegen oder Geißmilch / mit Roſenoͤl vermengt / vnd vier vntzen Honig Wein oder Moſt / welcher biß auff das dritte theil hat eingeſotten / ein Noͤſel / alten Wein / ſo viel dich deucht genug ſein / vnd gib ſolche alle zu hauff vermiſcht / dem Roß drey tag nach ein⸗ ander / durch ein Horn zu ſauffen. | Rec: Butter’ Honig / jeglichs ein vntz / alt Schweinen ſchmaltz ein pfund/ Datteln an der zal zwoͤlff / Roſinicken anderthalb pfund / schen Zwiebeln / Leinſamen klein zuſtoſſen neun vntzen / vnd gleich fü viel Fenum Grecum; Knoblachs haͤupter / ſo viel du wilt / Saffran ein vntz / Tragacanth ein vier⸗ tels pfund / ſtoß ſolche alle zu feinem ſubtilen Puluer / vnnd vermiſch ſie vnter Honig Ayer / ol vnd Wein / welcher biß auff das dritte theil hat einge ſotten / ond gib dauon / ſo vil dich deucht auff einmal genug ſein dem Roß drey tag lang zu ſauffen. | Etliche gute Traͤnck / im Wincer zugebrauchen / welche fuͤr alle gebrechen dienen. Rec: Alten Wein ein Noͤſel / deß beſten Baumoͤls ein geh RlinpRtehee oh ein Nr Von Artzeney ein vntz / gruͤne Rautten zwo vntzen / Tragacanth ein halb pfund / vnnd gleich o vil Honig. RT | | | er /ätond Weinymeiherbifauff das halbe theil hat eingefotten? ſo vil dich deucht genug ſein. | ji a Keei: Deß außgepreſten faffts von gekochter Gerſten ein Noͤ ſel/ vñ gleich fo vil Fenum Grecum, Mangold / oder Weiß koͤl ein hand vol / feiſte Feigenan der zal fuͤnff vnd zwentzig / oͤl zwey pfund / Eſels milch ein Noͤſel / miſch ſolch alle zu hauff / vnd gib es dem krancken Roß ſtets zu ſauffen. ——— Recis Alten Wein ein Noͤſel / deß beſten Baumoͤls nem pfund / Roſmicken vnd kalt waſſer / ſo vil dich deucht genug ſein. | Rec: Saffran / Alantwurtzel/ Macedoniſche Petterſilg / Myrrhen / Erd⸗ teich / oder Gamanderlein / Betonien / Kramkuͤm̃el / der ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich mit den rinden auff dem weg vermiſcht haben / Pfeffer / jegliches ein vntz / ſtoß ſolche klein zu puluer / vnd dauon pfleget man auff ein mal ein vntz / mit Wein vnd oͤl / ſo vilman hierzu bedarff / dem Roß einzufloͤſſen. Item / man mag auch wol / ſo man gern will / darzu vermiſchen Gerſten⸗ waſſer / oder den außgepreſten ſafft von gekochter Gerſten / vnnd Datteln / an der zal zwentzig / feiſte Feigen fuͤnff vnd zwentzig / Boͤcken oder Ziegen vn⸗ ſchlet / vñ Die bruͤe darinnen ein junger Hund geſotten / alle zu hauff vermifchtz vnd durch ein Horn in den hals gegoſſen. | 3 Recip. Der ſtuͤcklein Weyrauch / welchefich auff dem weg mitden rinden vermiſcht haben / ein ſcrupel / vnd geuß folches mit warmen Wein zutrieben / in das lincke Naßloch. | | Kecip. Alantwurtzel / Caſſiae Fiftel/ Petterſilg / Betonien / Suͤß Holtz / Mayoran / Spicanard / Steinbrech / Steinklee / Ammoniaci / Kameiſtro/ Tragacanth / jegliches zwo vntzen / Roͤmiſche Spick ein vntz / Veilwurtzel / Entian / Oſterlucie / Saffran / jegliches vier vntzen / deß krauts Tauſentguͤl⸗ den oder Fieberkraut / groß Schlangenkraut / oder Aron wurtzel / jegliches ein vntz / Wermut drey Hand vol / Opopanacis drey vntzen. ce Ein gute warm machende Artzeney. Recip. Kolophonien vier vntzen / Hyſop zwo vntzen / Hirſchmarck ein vntz / Opopanacis cin lot / vnd gleich ſo viel Galbani / Loroͤl ein halb pfun / Baumoͤl ein pfund / vnnd gleich ſo viel Maſtix oͤl / miſch ſolche alle vnter einander / vnd thu ſie in ein Kuͤpffern Gefeß / vnnd laß ſie vber einem linden Kolfeuwer ſieden / vnd wann fie dick worden / vnd zu hauff gelauffen ſind / fo behalte fie zum Notturfft / vnd ſchmiere damit die ſtirne deß Roſſes / in dem Winter. Item / Es dienet auch dieſe Artzeney wol den Menſchen / welche ſich in ſchlam vnd koth ſehr erkaͤltet / vnd auch den jenigen / welche dag Ziperlein / oder reiſſen in den gliedern haben. | Deßglei⸗ der Pferoͤt. CORXRIX Deefßgleichen beſchuͤtzet auch die Roß / deß Winters) vor Fälte nichts beſſer / als dieſe Artzeney / fo man dieſelbe jhnen mit Wein / taͤglich durch cin Horn einfleuſſet. | nu EEin guter bermiſchter Tranck / welcher | j vil wunderlicher Tugent hat, Solcher Trank toͤdtet die Wuͤrm / vnnd dienet vor alle gebrechen und Kranckheiten / ſtillet den Huſten / vnnd mag den Roſſen zu jeder jeit gegeben werden / vnd ſolchen bereit man alfo: "© Recip. Tragacanth zehen vntzen / Opopanatis / Galbani/ jegliches zwo vntzen / Gummiacht vntzen / Steinklee fuͤnff vntzen / vnd gleich fo viel důrre Roſen / vnd Cimetrinden / Roͤmiſchen Spicanardt ein viertels pfundt / Nas ioran fuͤnff vntzen / Cubeben vier vntzen / Indianiſche Spicanard drey vn⸗ tzen / Kammelſtro fuͤnff vntzen / Ammeyſamen ein vntz / Myrrhen / Rindern vnſchlet / jegliches fuͤnff vntzen Foenum Græcum fünffthalb pfund Datteln inn Wein geweicht / an der zahl zwentzig / vnd neun Zwibeln / deß beſten Honigs ein pfund / deß Weins / welcher biß auff das dritte theil hat ein⸗ geſotten / drey Noͤſel / alten Wein zwoͤlff Kannen / vnd ein Noͤſel. Den Gal⸗ danum / Opopanacum / vnd Tragacanth / ſoll man in Wein zutreiben / vnnd mit den andern Artzeneyen / welche zuuor ſollen klein zuſtoſſen ſein / ſieden laſ⸗ ſen biß auff das dritte theil / vnd ſol endlich andern Wein dazu gieſſen / ſo viel man bedarff. | — | Erliche gute Sommereraͤnck. Reci. Deß Samens vondem Scharlachs kraut neun vnktzen / vnd gleich ſo viel Peterſilg ſamen / Myrten beer/Siteris montani, jegliches anderthalb pfund / Eppichſamen neun vntzen / Kamelſtro drey vntzen / ſtoß ſolche Alte zu kleinem puluer / vnd zutreib daſſelb mit Honigwaſſer / vnd geuß es dem Roß in den Rachen. | Man hat auch noch einen andern Tranck / welcher allen ſchmertzen ſtillet / vnd wird alſo beret. Reci: Meiſterwurtz / vnd zuſtoß ſie zu kleinem puluer / vnd zutreib ſolches mit alten Wein / vnd miſch warm waſſer dazu / vnnd geuß es dem Roß in den hals. Gleiche Krafft vnd Tugent hat auch diſer nachfolgender tranck. Recip. Meiſterwurtz / oder Liebſtoͤckel / klein zuſtoſſen / Weitzen meel / eins fo viel als deß andern / vnd rhede ſolche woldurch ein haͤrin Sieb / vnnd geuß ab ten Wein daran / vnd mach kuͤgelein oder Trochisken darauß / die zutreibe in Weſſerichtem Wein / vnd gib ſie dem Roß zu ſauffen / vnd ſolcher tranck heylet auch alle jnnerliche verwundung deß gantzen leibes. Be Oo ü Etliche | Von Artzeney Etliche gute weiche Pflafter / oder Salben / fuͤr alle | erfalte glider / auch für muͤdigkeit / laͤſſigkeit vnd traͤgheit derfelben. * Rec: Bech zehenthalb vntz / vnnd gleich fo viel Wachs / und Hartz / Item Galbani / Styracis /Bdellij/ jegliches ein loth / Opopanacis ein loth / miſch ſolche alle zu hauff / vnd mach ein Pflaſter darauß / vnd ſolches leget man auff die muͤden glieder / dann es vertreibet die muͤdigkeit. Rec: Bech ein pfund / Wachs schen vntzen / Ammoniaci zwo vntzen / Gal⸗ bani / der ſtuͤcklein eyrauch / welche ſich auff dem weg mit den rinden vermi⸗ ſchet haben / jegl iches ein lot / ſcharpffen Weineſſig ein halb Noͤſel / Laß ſolche in einem pfendlein ſieden / vnd geuß Erſtlich nur dag halbe theil deß Eſſigs daran / vnd wann es wol geſotten hat / So ſprenge folgend das andere theyl deß Eſſigs darein / vnd mach darauß ein weiches pflaſter. N Item / Rec: Wachs acht vntzen Laßfolches in der Sonnen weich wer⸗ den / vñ mach kleine duͤnne Blättleindarauß/ond lege fie in oͤl von Reinwei⸗ den / vnd ſetze es wider ein zeitlang an die Soñe / biß das oͤl alles in das wachs kreuchet / vnd es ſol gedachtes oͤl vier vntz dazu gethan werden / Hernach thue vnter das zulaſſen Wachs / Ammoniaci ein pfundt / welches fleiſſig vnd wol vnter ſcharpffen Eſſig iſt zutrieben / vnnd doch nicht zuuil feuchtigkeit daran ſey / vnd mach darauß ein pflaſter. Rec: Wachs acht vntzen / vnd gleich ſo viel Hirſchen oder Rindern / oder Boͤcken onfchlet/der ſtuͤkklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg mit den rinden vermiſcht haben / ein lot / Hartz ein vntz / Galbani acht Scrupel / oͤ zwo vntzen / Laß ſolche alle wol vber einem Kolfewer zuſchmeltzen / vnnd wann ſie zugangen fein / fo hebe fie als bald herab / vnd thue endlich die ſtuͤck⸗ lein Weyrauch / vnd das Galbanum klein zuſtoſſen darzu / vnd ruͤre fie wol vnter einander. Item dieſe / welche weichet vnd lindet / vnd wird alſo bereit Rec: Schweinen ſchmaltz ein pfund / vnd gleich ſo vil Hartz / Wachs acht vntzen / obgedachter Salben / oder Vngent / vor die muͤdigkeit der glieder vnnd Bleyweiß / jegliches ein vntz / thu ſolche in einen Newen Topff / vnd laß ſie tag vnd nacht in Waſſer weichen / vnnd ſeyype hernach das Waſſer dauon durch ein Tuch / vnd ſtoß die Bleyweiß gar klein / vnd thu auch dazu Honig / vnnd mach darauß ein Salbe / vnd ſolche brauchet man alſo: Nim̃ gemeldre Sal ben / vnd laß ſie mit oͤl vber einem fewer zugehen / vnd beſchmire alſo mit der hand / den Schlaff / Rucken / vnd Arſchbacken. Rec: Wachs / Hartz / Ammoniaci / deß krauts Wuͤtſcherling / Saltz / Rin dernonfchlet/jeglicheseinpfund/ / Bech / welches man von den Schiffen ab⸗ ſchabet / zwey pfund / Opopanatis ein halb pfund / Myrrhen zwo vntzen / vnd gleich ſo vil Weyrauch. Da man aber wil daß ſolches Pflaſter daneben ein zuſammen ziehende vnd | | ser Pferde CCXL vnd heilende krafft oberkom̃e fo fol man das Rindere vnſchlet auſſen laſſen/ vnd daruor nem̃en Judenleim ein pfund / vnd ſcharpffen Eſſig ein Noͤſel. Keeip. Wachs ein pfund / Terpentin / Colophonien / Fichten Hartz / Bech / jegliches ein halb pfund / Opopanacis / Galbani / Ammoniaci / Sagapeni / Bdellij / Weyrauch vnd Saffran / jegliches ein vntz. Ein Gulden Pflaſter. r Recip. Opopanacis / Saltz / Ammoniari / Sagapeni / Galbani / jeglicher ein vntz / Colophonien / Terpentin / Weyrauch / Wachs / jegliches ein halb pfund / zu hauff vermiſcht / vnd ein pflaſter darauß gemacht. Ein ander Pflaſter/ welches alle Hitzige ge⸗ ſchwulſt der Glieder zutreibet. Recip. Bergwachs oder Judenleim / Wachs / jegliches neun vntzen / Bech zwo vntzen / Hartz / Weyrach / jegliches ein halb pfund / Kupffer ham̃erſchlag vier pfund / oͤl drey pfund. Ein ander Pflaſter/welches alle harte vnd ſteinichte Knollen / Puͤtzel / Vberbein vnd Leuchten zutreibet. Recip, Silbergleth / Loroͤl / Bleyweiß / jeglich es vier pfund / Terpentin / Colophonien / Styracts / Veilwurtzel / Stopffwachs / oder Vorſtoß / mit wel⸗ chem die Bienen die Klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / Judenleim / jeg⸗ liches zwey pfund / Galbani ein pfund / klein zuſtoſſen Hyſop ein halb pfund/ Kupffer waſſer ertzt / Myſi genannt / zwo vntzen / Ammoniaci ein halb pfund. Item ein ander gutes Pflaſter / welches den ſchmertzen der Neruen ſtillet / vnd alle Mauͤdigkeit vertreibet / vnd one bren⸗ nung mit gluͤenden Eiſen / die fluͤß / welche in die Glie⸗ der gefallen / verzeret. Kecip. Krauſenmuͤntz / Hirſch / Kleyen / Terpentin / Styraris / Bdellij/ Galbani / Bech / jegliches cin halb pfund / ſtoß die duͤrren klein / vnnd thue da⸗ zu Wein / zwo Kannen / vnd ſiede ſie alſo lang / biß es ein zimliche dicke bekom⸗ me / vnd heb es hernach von dem Fewer / vnd vermiſch die puluer darunter / weiles noch warmiſt. Etliche gute weiche Pflaſter / welche heilen / vnd alle harte Knollen weich machen/ vnd zutreiben. KRecip. Hark / Weitzen meel / Eſſig / jegliches ein Nöfel/ oder anderthalb pfund / vnd mifch fie unter einander. | Recip. Bon Artzeney Rec: Opopanaris / Judenleim / Galbani / Sagapeni / Vogelleim / jegkli⸗ ches ein viertels pfund / Saltz ein lot / Bibergeil vier lot / das feiſte von der ſchmutzigen Wollen / Defipusgenannt/Almmoniaci/jeglichesein vntz / weiſ⸗ fon Weyrauch anderthalb vntz / Terpentin vier vntzen / Bdellij drey vntzen / Styracis dritthalb vntz / Stopfwachs oder Vorſtoß / mit welchem die Bie⸗ nen die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / ein vntz / Fichten Hartz dritthalb vntz / Wachs ein lot / Bech anderthalb pfund / das Opopanax fol man mit ſampt dem Saltz klein zuſtoſſen / vnd ſolche zu den andern / wann ſie zuuor zu⸗ laſſen ſeyn / vermiſchen. J Rec: Bech / welches man von den Schiffen abſchabet / drey pfund / wachs vnd Vorſtoß / mit welchem die Bienen die klunſen in den Bienſtoͤcken vorklei⸗ ben / jeglichs anderthalb pfund / Fichten Hartz / Terpentin / jeglichs ein pfund / Bibergeil / Adermenning / jegliches drey vntzen / Euphorbij zwo vnkzen / Steinklee ein halb pfund. — Rec: Judenleim / Ammoniaci / jegliches vier lot / Myrrhen / Galbani / ſeg⸗ liches zwey lot / Euphorbij / Bibergeil /Opopanacis / truckenẽ Neerſchaum / welcher ſich an das roͤricht anleget / Adarte genandt / jegliches ein lot / Bech / welches man von den Schiffen abſchabet / ſechs lot / kolophonien ein halb pfund / Wachs zwey pfund. | Rec: Seifte Feigen, Galbani / Bech / Schwefel, Salniter / jegliches ein pfund/Eleinzuftoffen/ond onter das Bech ond Galbanum vermifcht. Sol⸗ ches pflafter ſol man brauchen / biß ſo lang die ſchmerltzen vnd wehtagen vers gehen / vnd ſol als dann / nachfolgende Salbe Malagma & genandt / oben darauff legen. Ein ander gute Salbe/welche die Neruen und Spanadern ſtercket. Rec Wachs zwey pfund/dagfeiftevonder ſchmutzigen wollen Defipus genand / ſechs pfund / vnd thue daſſelbe inein Moͤrſchner / vñ ſtoß es gar wol, vnd nim̃ endlich dauon ein halb pfund / vnd thue es in einen bleyen Moͤrſch⸗ ner / vnd ſtoß es mit einem Bleyen Pyſtelalſo lange / biß nur zwo vntz dauon vberbleiben / Darnach thue dazu Honig drey pfund / Eſſig fo vieldeffelben ge⸗ nug iſt / vñ kleinen ſtaub / von zuſtoſſenen Marmelſteinen / anderthalb pfund / Ammoniari ein halb pfund / Item klein zuſtoſſen vnd durch geſiebeten Kreß⸗ ſamen anderthalb pfund / vnd ſiede ſie in einer pfannen / vnd thue entlich Gal⸗ bani ein pfund / wol zutrieben vnd weich gemacht hinzu / vnnd ruͤre ſie allzu⸗ mal widerumb / in einem Moͤrſchner / wol vnter einander / vnd vermiſch fol⸗ gend dazu / Hirſchmarck drey vntzen / vnd alt Baumoͤl ein halb pfund / vnd mach Kegeldarauß / vnd ſtreich hernach derſelben den Menſchen / auff ein lei⸗ nen / vnd den Roſſen auff ein Wuͤllen Tuch / vnd leg es alſo vber. ch a der Pferde. CCXLI Ecliche andere guce weiche Pflaſter / welche auch vor das reiſſen der glieder dienen. Recip. Galbani / Styracis / Opopanacis / der ſtuͤcklein Weyrauch / wel⸗ che ſich auff dem weg mit den Rinden vermiſcht haben / jegliches ein pfund / Roͤtelſtein / oder gemeines Boli ſechs pfund. Recip. Deß Geſtes oder ſchaum von Eſſig / Pineenkern / eines jo viel als deß andern / zu hauff vermiſcht. Recip, Bdellij / Galbani / Ammoniati/ Judenleim / Tiſcherleim / gut weiſ⸗ ſes Hartz / jegliches ein vntz / vñ gleich fo vil Hirſchmarck / Pinrenkern ein halb pfund / Maſtix zwo vntzen / Weyrauch ein vntz / Wachs / Opopanaris / deß bittern Aloes / Myrrhen / jegliches ein vntz. Recip. Wachs vnd Vorſtoß / mit welchem die Bienen / die Klunſen in den Bienſtoͤcken vorkleiben / jegliches ein halb pfund / Weyrauch / Styracis / ge⸗ brandt Kupffer / Hirſchmarck / Galbami / jeglichs vier vntzen / deß beſten Hartz ein pfund / zuſtoß die Silbergleth klein / vnd zutreib ſie vnter dem oͤl / vnd ſetz fie vber das fewer / vnd thue entlich / wann ſie wol gnug geſotten / vnd zu hauff vermiſcht ſein / das Opopanax in Wein zutrieben / ſampt den andern darein / vnd mach darauß ein Salben / oder weiches Pflaſter. Kecip. Ammoniati ein viertels pfund / hart Bech cin pfund Wachs ein halb pfund / Terpentin vier vntzen / der ſtuͤcklein Weyrauch / welchefich auff dem weg mit den rinden vermiſcht haben / Galbani / jegliches neund⸗ halb vntz / zutreibe das Ammoniacum / vnd Die ſtuͤcklein Weyrauch / mit Eſſig / vnd vermiſch ſolche zu den andern / wann ſie zulaſſen oder zu ſchmol⸗ en ſein. — p. Schweinen ſchmaltz / Wachs / deß beſten Hartzes / eines ſo vil als deß andern / zu hauff vermiſcht. Recip. Oel anderthalb pfund / Bech / welches man von den Schiffen ab⸗ ſchabet / ein pfund / Opopanacis / Galbani / Terpentin / Judenleum / Wachs / jegliches ein halb pfund / deß beſten Hartzes ein pfund. Zwey andere gute Pflaſter / welche erweit⸗ tern / zutheilen vnd verzeren. Recip. Judenleim vier ſcrupel / Wachs ein pfund / weiß Fichten Hartz / jeg⸗ liches ein halb pfund / zu hauff vermiſcht / vnd thu endlich dazu Sagapeni ein vntz / mit Eſſig zutrieben. RKecip. Euphorbij / Opopanacis / Bibergeil / Galbani / jegliches vier lot / Sagapem /Styracis / jegliches zwey lot / Ammoniaci ein pfund / ſchwar⸗ tze Bruſtberlein / Zizyphi oder Sebeſten genant / Terpentin / jegliches an⸗ derthalb pfund / Bech / welches man von den Schiffen abſchabet / drey pfund / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchem die * die . | p in den Von Artzeney Inden Biafiscen verkleiben / drey vntzen / Bdellij fuͤnff ungen / der ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich mit den rinden vermiſcht haben⸗ drey vntzen / Wachs / vd duͤrr Hartz / jeguches zwey pfund / Judenleim ſechs pfund / Vogelleim ein pfund. Ein koͤſtliche Salbe. Rec: Wachs / deß beſten Harkes/ oͤl Silberg! eth / jegliches De pn milch folche allezu hauff / biß ein Salbedarauß werde, Stenyein andere befihreibung/gedachter Salben. Recip. Wachsein halb pfund / der ſchwartzen Bruſiberlein/ Ztzyphi ni⸗ gri genannt / Lorbern vier vntzen / duͤrr Hartz ein halb pfund / Pfeffer ein vntz / Teuffels koth / vnnd weiſſen Weyrauch / jegliches zwo vntzen / deß beſten Banmoͤles ficben ungen / deß oͤls von den Reinweiden Oleum Cyprinum genannt zwo vntzen / Seude ſolche alle vber einem Kolfeuwer / vnnd geuß ſie als dann in ein kalt Waſſer / vnd wann ſt zu baut lauffen / wie ein ſo nimme ſie wider herauß. Ein gute Srandfalb. So man die ſchalen / oder rinden von den Apffeln / oder Apffelbaumen / in Waſſer ſiedet / biß ſie weich werden / vnd ſolche vherleget / ſohellen dauon die brandſcheden. Ein gute Salbe/ welche zuſammen hefftet / hei⸗ let vnd kuͤlet / vnd die fluͤß zu ruck treibet. Reci. Saffran / der kleinen ſtuͤcklein Weyrauch / ſampt den rinden / Men⸗ — ſchnecken / Zwibeln / jegliches ein Halb pfund / klein ſubtil Weitzen⸗ meel / ein klein Meßlein / darein ein halb Noͤſel gehet / Eſſig / fo vil deſſelben ges nug iſt / gedachte ſtůck vnter einander zuuermiſchen. Ein gute heylſalbe / welche nuͤtzlich Fanger braucht werden / zu den verletzten buͤgen vnd Lenden der Roß. Recip. Klein ſubtil Weitzenmeel zwey ſcrupel / Weyrauch zu kleinem pul⸗ ner geſtoſſen ein vntz / zween Ayers dotter / miſch ſolche alle zu hauff / vñ ſtreich es auff die ſchenckel vnd lenden. Nachfolgende Pflaſter/lindern auch wol die ſchmertzen der Neruen / und Spanadern. Recip. Wachs ein pfund / Hirſchen vnſchlet ein halb pfund / ——— ein viertels pfund / vnd deſſelben ſubtil zuſtoſſen meel ein loth / vermiſch ſolche vber einem olfeuwer zu hauff / vnd behalt ſie / biß du ſie bedarffft. | ? Recip, der Pferdt. CORLII " Reeip. Wachs ein halb pfund / Silbergleth ein pfund / Baumoͤl fünf pfund / Hartz zwey pfund / Galbani / Opopanacis / Myrrhen / Weyrauchy jegliches zwo vntzen / Wein fo vil deſſelben gnug iſt. Recip. Der ſtuͤcklein Weyrauch / Hirſchmarcek / gelben Veiel / Terpentin / jegliches anderthalb pfund / Rindern vnſchlet / Nahenſafft / Veilwurtzel / jeg⸗ liches ein pfund / Oſterlucia ein lot. Recip. Zulaſſen vnd Durch geſehhet Schweinen Schmaltz / Terpentin/ DBaumöl/jegliches zwey pfund /Bleyſchweiff oder Herdbley / Plumbago gez nandt/vier pfund Galbani vnd Gruͤuſpan / jeglichs ein vntz. Recip. Wachs / gelben Veil/jeglichs ein pfund / Styracis / Stopffwachs / oder Vorſtoß / mit welchem die Bienen die klunſen in den Binſtoͤcken verklei⸗ ben / weiß Wachs / Mahenſamen / Lorbern / jegliches anderhalb pfund. Recip. Wachs zwey pfund / Opopanaris / Styracis / Lorbern / Boͤcken vnſchlet / ahnſamen / jegliches ein pfund / Galbani zwo vntzen / deß beſten Hartzes ein lot / Veilwurtzel ͤl / Oleum Irinum genant / ein halb pfund. Aber zwo Salben / welche fuͤr mancherley ge⸗ brechen dienen / vnd ſonderlich wann die glenck zuſchlagen / oder verwundet ſein. Recip. Gelb Wachs drey vntzen / Galbani zwey pfund / Styratis / deß bes fin Hartzes / Veilwurtzel oͤl/ jegliches ein halb pfund / gelben Veil / Lorbern / Boͤcken vnſchlet / duͤrr Hartz / Mahenſamen / jegliches ein pfund. xKecip. Ochſenfeiſt zwey pfund / gelben Veiel / Ammoniari / Veilwurtzel / ſelbwachſenden Salniter / Gensſchmaltz / Hirſchen vnſchlet / jegliches ein pfund / weiſſen Pfeffer zwey lot. | Etliche beaueme Salben vnd Pflafter bor den fchmergender Bugevnd Schenkel, Recip. Silbergleth / Galbami / gelben Veil / der ftücktein Weyrauch / welche ſich auff dem weg mit den rinden vermiſcht haben / jeglichs vier lot! Zerpentin/ deß beſten Hartzes / Opopanacis / Stopffwachs / oder vorſtoß / mit welchem die Bienen die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / Beil wurtzel / Nahen⸗ ſafft / Ammoniaci / jegliches zwey pfund / Vogelleim / Cardamoͤmlein / jegli⸗ ches anderthalb pfund / Ochſenfeiſt vier vntz / Wachs drey pfund. Recip. Gelb Wache ein lot / Hyſop zwey pfund / Mahenſamen andert⸗ halb pfund / Styracis / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchem die Binen Die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / Hirſchmarck / gelben Veil / jegliches ein halb pfund. Recip,. Wachs / Ammoniac / jegliches cin pfund / Hart Bech / Veielwur⸗ tzel / jegliches ein halb pfund / Hartz anderhalb pfund / Galbani eilff ungen Terpentin fuͤnff vntzen / Eſſig ſo vil deſſelben gnug iſt. ——— p ecip. | Bon Artzeney Reci: Gute ſſſe Feigen jivey pfund / Salniter vier vntzen / ſtoß die / ßeigen gar klein / vnd miſch den Salnitter darunter. Recip. Alt Schweinen ſchmaltz cin pfund / vñ fi vermiſch dazu vngeleſchten Katdhyfo vil dich deucht gnug ſein / vnd lege es drey tag nach einander auff. Recip. Ammoniaci / Wachs / jegliches ein pfund / Eſſig ſo vil dich deucht ge⸗ nug ſein / Das Ammoniacum darinn zutreiben. Recip. Wachs ein pfundt / Ammoniaci ein halb pfundt / Reinweiden oͤl / Oleum Cyprinum genañt / Veilwurtzeloͤl / Loroͤl / jegliches eines fo vielals deß andern / Rindern vnſchlet zwo vntzen / Hirſchmarck vier vntzen Styradisem lot / Teufels koth / Galbami / jeglichs zwey lot / Terpentin / weiſſen Weyrauch/ jegliches ein lot / ſchwartzen Pfeffer zwey lot / Opopanacis vier lot. Recip. Wachs ein pfund / Bdellij / Ammoniac/ der ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg / mit den rinden vermiſcht haben / jegliches vier loth/ Terpentin / Galbani / Opopanacis / jeglichs ein halb pfund / Hartz ein pfund/ vermiſch folche alle wol vnter einander. Recip. Wachs /Immonaci/jegliches ein pfund / Galbani / Ter pentin / jeg⸗ liches vier lot / Reinweiden oͤl / Oleum Cyprinum genannt / ſo vil deſſelben gnug iſt / ſiede ſolche alle mit einander / außgenommen das Ammoniacum / das vers miſch geſtoſſen dazu / vnd laß fie kuͤl werden / vnd mach entlich mit den henden Keglen darauß Recip Wachs drey pfund / Galbani vier lot / Terpentin acht loth / Rindern vnſchlet ſechs lot / das abgefeimbte ſchmaltz vonder ſchmutzigen wollen / De ſipus genant / vier lot / Bdellij ſechs lot / Ammoniati ein loth / weiſſen Pfeffer/ ſelbwachſenden Salniter / jegliches drey loth / Veielwurtzel / Genßſchmaltz / Hirſchmarck / jegliches vier lot. Recip.Wachs vier lot / Opopanacis / Bdelli / Vogelleim/ eines ſo viel als deß andern / Kamelſtro / Terpentin / jegliches zwey lot. Recip. Silbergleth vier vntzen / Bdellij zwo vntzen / Mahenſafft drey vn⸗ tzen / Lorbern ein vntz / Opopanacis ein lot / Loroͤl ein halb pfund. Ein gute Salbe zu den berruckten glencken / vnd fuͤr derſelben wehtagen. Recip. Krauſenmuͤntz / Terpentin / Styracis / Bdellij / Galbani / hart Bech vnd Honig/jegliches ein halb pfund/fiede ſolche alle mit einander / vnd thue endlich die Krauſemuͤntz zu puluer geſtoſſen / vnd vier Ayer / vnd Wein ſo vil deſſelben gnug iſt / dazu / vnd ſtreiche als dann ſolche Salbe/ auff ein leinen tuch / vnd leg ſie auff das glied. Ein gutes Pflaſter bor die wunden vnd ſchmertzen der Neruen vnd Glenck. Recip. Ammoniaci /Bech / Judenleim / Galbam / ieglichs dreyp fund / Bdel⸗ lij⸗ ar ‚RT CCERENI lij 7 Terpentin / Stopffwachs / oder Vorſtoß / mit welchem die Bienen die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / jegliches zwey pfund / Styracis / Vo⸗ gelleim / jegliches ein pfund. | | Ein gut Pflafter/für alle geſchwulſt Recip. Judenleim / Wachs / Eſſig / vermiſch ſolche alle zu hauff / vnd lege ſie auff das geſchwollene glenck. 4 Ein gut Pflaſter / welches die fluͤß zu ruck treibet / vnd daneben heilet / vnd dienet auch vor alle gebrechen der Neruen. Recip. Ammoniaci ſo vil du wilt / vnd zutreibe denſelben wol mit Effig/biß ein Salb oder pflaſter darauß werde. | Zwey Pflafter/sor den ſchmertzen deß Gaumes. Recip. Gederten Schlehenſafft / Acacia genant / ein halb pfund / Bech ein pfund / Kreyden zwey pfund / Kuͤhkoth ein pfund / vermiſch ſolche alle wol vn⸗ ter einander / vnd leg es warm auff den ſchaden / Doch fol man das glied zu⸗ uor / wol mit Saltzwaſſer waſchen vnd behen. | Denfihmergen andem Saum / kanman durch Mderlaffen vertreiben/ oder fo man nimpt weiſſen Weyrauch einonß/Eppichfamenein halb pfund/ vnd folche Eleinzuftoffen / mit Waſſer vermenget / inn die Naßloͤcher geuffet. Doch erfodert darneben die notturfft / daß man die haut an der Bug / nahend bey den Rieben / auff beiden ſeitten / mit einem gluͤenden Eyſen brenne / doch alſo / daß ſolches Eyſen / nicht vber einen zweren Finger tieff hinein getru⸗ cket werde. | Ein Artzeney bor den ſchmertzen der Knie, Wann die Knie mit ſchmertzen angefochten / ſo ſol man Rautten in oͤl ſie⸗ den / vnd alſo warm darauff legen. Zwey Pflafter/welche gar gut fein / fo ein Rad einem Roß den Fuß zuftoffen hat. Recip. Rotte Zwibeln / der ſtuͤcklein Weyrauch / welche ſich auff dem weg mit den Rinden vermiſcht haben / zuſtoß ſolche wol vnter einander / vnnd lege ſie vber / vnd nim̃ es auff den dritten tag hinweg / vnd brauch nachfolgendes Pp ii Pflaſter / Bon Artzeney pflaſter / welches alle geſchwulſt der ſchenckel zutreibet / vnd wird alſo bereit. Recip. Euphorbij vier loth / gemein Saltz acht loth dünn Bech oder Ther a folche alle zugleich/ond leg es auff dag geſchwollen glied. Wann aber der ſchmertz / an dem ſchenckel / fehr hart oberhand genomen/ oder ſich ein boͤſe ſchedliche feuchtigkeit allda verfamler/ fofolman Die glencke mit Kuͤkoth beſchmiren / ſo wird es bald beſſer werden, Zwey gute pflaſter / welche auch die geſchwulſten vnd Leuchten an den Schenckeln zutheilen. Recip. Galbani / Styracis / Mahnſamẽ / Bdellij / Terpentin / Meming / ſegliches ein pfund / ſubtil Weitzen meel / ein Meſelvol / darein vngefchrlich ein Kanne / oder zwey Noͤßlein gehet / ſiede ſolche alſo lang / biß ſie eine zimliche dicke bekommen / vnd brauch ſie zu jetzt gedachten gebrechen. Recip. Saffran / der kleinen ſtuͤcklein Weyrauch / ſampt den rinden / Roͤtel⸗ ſtein / oder gemeinen Bolum / jeglichs ein Halb pfund / Weitzen meel ein Meſel vol / darein ein halb Noͤſel gehet / zuſtoſſene Zwibel / an der zal zwentzig / Krau⸗ ſemuͤntz / ein halb pfund / ſtoß ſolche alle klein / vnnd miſch ſie mit Eſſig vnter einander. | Zwey pflafter/welche zu den Hufen vnd Feſſeln gut fein. | Recip. Galmey ein halb pfund / ſchwartz Nießwurtzel drey vntzen / Kupf⸗ ferbraun / Judenleim / gebrannt Kupffer / Salmack / Kupfferwaſſer / Weins ſtein / Gruͤnſpan / ſelbwachſendẽ Salniter / jegliches drey vntzen / alt Schwei⸗ nen ſchmaltz vnd Baumoͤl / jeglichs ein halb pfund. Recip. Galbani / Myrrhen / deß bittern Aloes / Bleyweiß / Gruͤnſpan / der kleinen ſtuͤcklein Weyrauch ſampt den Rinden / Stopffwachs oder Vor⸗ ſtoß / mit welchem die Bienen die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / Am⸗ moniaci / deß beſten Hartzes / jeglichs vier loht Wachs ein halb pfund / deß Bechs / welchs man von den Schiffen abſchabet / alt Baumoͤl / Silbergleth / jegliches zwey pfund / Oſterluciae / Andorn / jegliches vier lot / deß Hartz / wel⸗ ches auß dem Cederbaum fleuſt / drey vntzen / Bech vier lot / wilder Galgandt ein halb pfund / der vermiſchten Kuͤchlein oder Trochißken Cyphi genannt. Welche Dioſcorides im erſten Buch am 2.. Capitel / vñ Valerius Cordus / in ſeinem Diſpenſatorio / vnter den Trochißken beſchreibet) drey vntzen / deß krauts Tauſentguͤlden oder Fieberkraut / Veielwurtzel / der wurtzel von dem Klee / oder Siebengezeit / Beyfuß / jegliches drey vntz / ſelbbwachſenden Salni⸗ ter / weiſſen Pfeffer / Lorbern / jegliches vier vntz / ſtoß ſolche alle klein / vñ rhede ſie durch ein Sieb / vnd thue ſie widerumb in einen Moͤrſchner / vnd geuß dar⸗ anoͤl / vnd ruͤre ſie wol vnter einander / biß ein Pflaſter darauß werde / Vnnd ſolches Dflafier/dienet zu vil gebrechen / vnd wird gar ſehr gebraucht / aber in dem a der Pferde. CERLIM den Winter muß man Wein vñ di zugleich dazu verihifchen/ond warmauff⸗ legen / vnd an einem warmen ort halten / vnd miteiner frürgen bedecken, Nachfolgende Pflafter/heilen vnd be; ſchlieſſen gar bald die Wunden. Keccip. Wachs / Butter vñ Harktz / jeglichs zwey pfund / zu hauff vermiſcht. Keci: Bleyweiß / Silbergleth / eines ſo vil als deß andern / ſtoß fie zu kiei⸗ nen puluer / vnd miſch dazu Eſſig vnd Roſenoͤl / wo aber kein Roſenoͤl verhan⸗ den / So nim̃ daruor ſchlecht Baumoͤl. | Reci: Deß Bechs / welchs man von den Schiffen abſchabet / hart Hartz / Laß ſolche ober einem Kolfeuwer zugehen / vnd miſch darunter Bleyweiß / mit waſſer vnd ͤl zutrieben / vnd ſo man wil / daß ſolches pflaſter daneben ſoll reiff vnd ſchwerend machen / ſo ſol man ein wenig Opopanacis / in Wein zutrie⸗ ben / dazuthun. | Pet Recip. Wachs ein pfund / hart Hark, Terpentin / jegliches ein halb pfund/ laß ſolche bey dem Feuwer zugehen / vnd wann ſie zuſchmoltzen ſein / ſo hebe ſie herab / vnd vermiſch dazu Judenleim drey vntzen / Ammoniaci vier loth klein zuſtoſſen / vnd ſetze es wider zu dem Feuwer / vnd ruͤre ſie mit einem Huͤltzern ſpaten wol vnter einander / vnd ſtrewe darnach das klein geſtoſſene puluer / von den ſtuͤcklein Weyrauch / vnd derſelben rinden / zwo vntzen / vnnd gleich fo vil Galbam / vnd wann ſie abermals ſeind von dem fewer genom̃en / Sothu deß Opopanacis / auch klein zuſtoſſen / vier loth darein / vnd menge ſie wol zu hauff. RATE | t Recip. Silbergleth ein pfund/ deß Vnflats welchen die Ringer in dem Bad von dem Leib ſchabten / welche zuuor mit Öl beſchmieret waren / zwey pfund / Terpentin ein vntz. —9 3% RKeeip. Jetztgemeltes vnflats zwey pfund / Silbergleth / oder Hertbley / ein vntz / deß Bechs / welches man von den Schiffen abſchabet / vnnd hart Hartz / jeglichesdrey vntzen. Siede den Vnflat vnd die Silbergleth / So lang / biß ſie ſich zuhauff vermiſchen / als dann thu die andern auch darzu. Kecip. Wachs / Fichten hartz / jegliches ein pfund / Terpentin vier lot / Am⸗ moniaci ſechs lot / Galbani / Opopanacis / jegliches zwey lot, Ein gut Pflaſter zu friſchen Wunden. Recip. Eſſig / Silbergleth / jegliches ein pfund. Siede fie alſo lang / biß fie zu hauff Lauffen / vnnd gebuͤrliche dicke bekommen / und ein Pflaſter darauß werde / das brauch wenn es die notturfft erfordert. Ein gut Pflaſter / zu den zuſtoſſenen vnd zuknoͤrrten gliedern. Reeip. Silbergleth / Eſſig / iegliches cin pfund / ol anderhalb pfund / Am⸗ | EN | moniaeh Von Artzeney | moniati drey vntzen / Wachs / Hartz / jegliches zwo vntzen / Terpentin drey one Ben / Judenleim / Bech / Gruͤnſpan / jeglichs ein halb pfund. Die Silberglet / ſol man in Eſſig vnd oͤl ſieden / vnd wañ ſie anfangen zu hauff zu lauffen / So thudazu das Bech / vnd wo ſolches auch zuſchmoltzen / ſo hebe ſie von dem Fewer / vnd thue darein den Judenleim / welcher zuuor ſol zutrieben ſein / vnd wann ſie alle zugangen ſein / fo fol man die andern folgend dazu vermiſchen / vnd ſieden biß ſo lang ein pflaſter / darauß werde / vnd hernach vom Feuwer abheben / vnd in ein ſonder lich rein gefeß gieſſen. | {rg Ein ander gut Pflafter/ welches wei; chet/lindert/ond erweitert. Reeip. Bech / Wachs / Harp jeglichen vier ferupel/ / Ammoniaci vier vn⸗ tzen / Opopanacis in Eſſig zutrieben / ſo vil dich deucht genug ſein / ſolche vn⸗ ter einander zuuermengen. Ein gutes Hart vnd Trucken Pflafter/ welches das Blut verſtellet / vnd die Loͤcherten ſcheden / mit fleiſch außfuͤllet / vnd daneben truͤcknet vnd heylet. Recip. Hart Bley / oder Silbergleth / ſcharpffen Eſſig / gemein Baumoͤl / jegliches ein pfund / deß Bechs / welches man von den Schiffen abſchabet / Grumſpan / jegliches ein vntz. Laß das Hertbley in Eſſig vnd oͤl ſieden / biß fie die farb veraͤndern / vnd thue als dann das Bech dazu / vnd laß ſie widerumb ſieden / vnd thueletzlich den Gruͤnſpan / mit Eſſig zutrieben / vnd klein zuſtoſſen darein / vnd mach ein pflaſter darauß. | Ein ander gutes Dflafter. Reeip. Silbergleth ein pfund / vnd gleich fo vil Baumoͤl / Ammonlari drey pfund / Wachs drey vntzẽ. Seud die Silbergleth in dem oͤl / biß ſie ſich zu hauff vermiſchen / Vnd thu entlich das Ammoniacum / vnd das Wachs auch dazu Ein ander koͤſtliches Pflaſter / vnd ſolches hilfft gar wol den berletzten Neruen / vnd Glencken / vnd erquicket auch alle erkalte vnd er⸗ frorne glieder / vnd ſo man daſſelb / mit dem oͤl von Veielwurtzel / oder von den Reinweiden / Oleum Irinum oder Cyprinum genannt / zutrei⸗ bet / So wirdes deſto krefftiger. Recip. Wachs / hart Hartz / jegliches ein halb pfund / Terpentin / Opopa⸗ nacis / jedliches ein lot / vnd gleich fo vi Galbani / yrrhen / Item / Ammo⸗ niaci / Weyrauch / Ochſen feiſt / jegliches zwey lot / Saltz drey vntzen / welche zu gehen koͤnnen / ſol man zuſchmeltzen / vnd ſolals dann das Opopanax mit Wein zutrieben / vnd die andern zu kleinen puluer geſtoſſen / darein thun / vnd wol vmb ruͤren / biß ein pflaſter darauß werde. Gute bder Pferde· CCRLV Gute Artzeney / ſtercket alle ſchwache glieder. Kecip. Hartz von den Cederbaumen / vnd Judenleim / eines ſo viel als deß andern / Laß ſie zugehen / vnd ſtreich ſie warm auff dag glied. ki Kecip. Silbergleth ein halb pfund /Bleyweiß ein pfund/ Weineſſig ein Noͤ⸗ ſel/ Veilwurtzel oͤl/ Oleum Irinum genañt / dr ey vntz / die Silber gleth vñ Bley⸗ weiß ſol man klein zuſtoſſen / vnd ſol derſelb ein halb lot / auff ein mal vnter den Eſſig/oͤl vnd Wein zutreiben / vñ allzeit mehr dazu vermengen / biß es ein zim⸗ liche dick vberkomme / vnd ſolche Artzney dienet auch zu den alten vnd neuwen offenen ſchaͤden / von welchen die Ruffen find abgefallen. Ein Artzeney heylet die Brand / vnd andere offene ſchaͤden / die von ſich ſelbſt entſpringen / vnd treibet die fluͤß zu ruͤck. Kecio.Silbergleth /Bleyweiß /jegliches einpfund/gemein Baumoͤl / vnd Eſſig/ſo vil derſelben genug iſt / gedachte damit zunermengen. Keeip. Menning zwey pfund / Silbergleth ein halb pfund / Roſenoͤl / vnnd ſcharpffen Eſſig / ſo viel mman dazu bedarff / die andern darein zuuermiſchen. der / gecip. MNenuing ein halb pfund / Bleyweiß vnd Roſenoͤl / eines fo viel als deß andern / zu hauff vermiſcht. in | Ein guce zufamen ziehende Artzeney. ecip. Silbergleth ein halb pfund Bleyweiß ein pfund/ alten Wein ein VNoͤſel / gemein Baumoͤl anderhalb pfund / Yeyrten oͤl vier vntzen. Gute Artzeney / welche alle Brandſchaͤden heylet. 0 Recip. Bleyweißein halb pfund / vnd gleich fo viel Menning / das weiſſe von zehen Ayern / vnd Roſen oͤl / ſo vil deſſelben genug iſt / vnd gleich fo viel deß ausßgepreſten ſaffts von Nachtſchatten. | © Recip. Wachsein pfund / Rdyrten oͤl dritthalb pfund / Genßſchmaltz / das feiſte welches man von den ſchmutzigen Wollen / in Waſſer geſotten / abge⸗ ſcheumet / Oeſypus genannt / jegliches zwo vntzen / Gruͤnſpan / Galbani / jeg⸗ liches drey vntzen / Terpentin vier lot klein zuſtoſſen / Weyrauch ſampt den rin⸗ den / ſo vil deſſelben genug iſt / Siede ſolche vber einem Kolfewer / vnd vermiſch die Puluer dazu / wann ſie von dem feuwer ſind abgehaben. | Ecliche gute Pflafter. Recip. Salniter / gebrandt Kupffer / Schweinen ſchmaltz / jegliches zwey pfund / Judenleim drey pfund / Kupfferwaſſer / vnnd Teuffels koch / jegliches ein pfund. — Recip, Duͤrr Bech / Fichten Hartz / Griechiſch Bech / Se kr A N. Bon Artzeney ches ein pfund / Galbani / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchem die die nen Die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / Lebendigen Schwefel / der ſtuͤcklein Weyrauch ſampt den rinden / Saffran / Ammoniaci / Moyrrhen / Scyracis / jegliches zwen loth / Judenleim / Wachs / jegliches ein halb pfund / irſchmarck vier loth / Colophonien / vnd Meiſterwurtzel / jegliches zwey lot / Aula die weichen ober einem linden Kolfeuwer / vnnd vermifche die harten klein zuſtoſſen dazu / vnd machedarauß ein Pflafter/das brauche wann es Die Notturfft erfordert. Recip. Gruͤnſpan / gebrannt Kupffer / vnd gebrannten Salniter / Salar⸗ moniac / Weinſtein / ſchwartze Nießwurtzel / jeglichs ein halb pfund / Schwei⸗ nen ſchmaltz ein pfund / Galbani vnd Wachs / jegliches ein halb pfund. Recip. Galmey / Judenleim / gebrannt Kupffer / Kupfferwaſſer / Salniter vnd Schweinen ſchmaltz / eines ſo vil als deß andern. KReeci Weinheffen / oder Wein / welcher biß auff Das dritte theil hat einge⸗ ſotten / drey Noͤſel / Mayoran / Lorbern / Leinſamen / ſelbwachſenden Salni⸗ ter / Kauſches Lamp / oder Schaffmuͤl ſamen / Semen Viticis genannt / alles klein zuſtoſſen / oͤl ſo vilman dazu bedarff. | Etliche gute Vngent 6nd Pflaſter / zu den faulen — alten ſtinckenden offenen ſchaͤden / in der Naſen. Reci: Vogelleim drey vntzen / Alaun ein pfund vnd ein viertel / Zeyßkraut ein halb pfund / Eſſig / ſo vil dich deucht genug ſein. Nim̃ den Beſen oder Kehrwiſch / damit man den Backofen außkehret / vñ waſch jn wol ab in einem Gefaͤß vol Waſſer / vnd nim̃ hernach daſſelbe Waſ⸗ ſer / vnd ſchmir den ſchaden an der Sonne damit / wann zuuor derſelbe wol iſt abgewaſchen / vnd mit Eſſig vberſtrichen worden. | Recip. Seifte Feigen / welche zuuor vier tagein Effig geweichet / darinn ein zeitlang / die ſchalen von den Meer zwiebeln gelegen / Darnach ſtoß fie alſo lang in einem Moͤrſchner / biß die kleinen kern in den Feigen / ſubtil zuſtoſſen werden / wie ein meel / vñ thu dazu die weiſſen zwiebeln ſcheler / gleich ſo vielals der Feigen / auch klein zuſtoſſen / vñ vermiſch dazu ein geſaltzen Speck / von wel⸗ chem die haut vñ das fleiſch wol iſt abgeſchnitten / vñ ſtoß ſolche alle wol vnter einander / vñ ſchmire ſie guff ein wuͤllen tuch / vnd ſchlag es dem Roß vmb die Huͤfe / gleich wie einen Schuch / doch alſo daß die Huͤfe vnd Schenckel zuuor mit einem haͤrin tuch / wol gerieben / vñ mit Eſſig gewaſchen ſein / vñ hernach ſol man das pflafterdaraufflegen/ond wann ſolches geſchehen / ſo ſol man ſol⸗ ches Roß / in dem Stall ruhen / vnd ſich gar nicht bewegen / vnd auch allda eſ⸗ ſen vnd trincken laſſen / vnd nach dreyen tagen das pflaſter wider hinweg ne⸗ men / ſo wirſtu befinden / daß es ſein geſundheit wider erlanget hat. Recip. Kupfferwaſſer / Galaͤpffel / vnd Alaun / eines ſo vielalsdeßandern/ klein zuſtoſſen / vnd vermiſch ſie vnter Schweinen ſchmaltz / vnd thu auch da⸗ zu der der Pferdt. CCCRLVI zu der ſchalen von Granatoͤpffeln / vnd Salniter / ſo vildich deucht gnug fein vnd mach darauß cin pflafter. | Keeip. Seigen/Senff/beides klein zuſtoſſen / vñ vermiſch dazu Eſſig / Ayer weiß / vnd Alaun / vnd leg es auff den ſchaden / vnd nim̃ es auff den dritten tag wider hinweg / vnd wann ſolches nicht geholffen hat / ſo verneuwere daſſelb wider / vnd leg es andere drey tag vber / vnd wann es beſſer wird / ſo waſch die glieder deß gantzen leibs mit Weiiin1inn. | Recip. Opopanacis/ond Gerſten meel / vnd ſeude ſolche alſo lang / in Waſ⸗ ſer / biß ein Pflaͤſter darauß werde / vnd ſchlag es vmb die glieder. Recip. Rohe &erftenmeel/Eoenum Grzcum, vnd Leinſamen / eines fo viel als deß andern / zu kleinem puluer geſtoſſen / vnnd durch geſiebt / vnd zu bauff vermiſcht. J— CR? BEN Ein gut Puluer. Kor Keeip. Ammey ſamen / Cimetrind / wilde Rautten / Leinſamen / Oſterlu⸗ cige / ſegliches ein vntz / Saffran / Kamelſtro / Roſen / jegliches ein halb pfund/ Veilwurtzel ein pfund / Haſelwurtzel neun vntzen / Petterſilg / vñ Nnißſamen / jegliches anderthalb pfund/der Species / die nach außpreſſung deß Saffran⸗ oͤls hinderſtellig / Crocoma genannt / zwey pfund/ Solches beſchreibet Dio⸗ ſcorides / im erſten Buch) Rhaponticae / Caſſien / weiſſen Weyrauch / Korn muͤntz / jegliches drey vntzen / Indianiſche vnnd Roͤmiſche / oder Frantzoͤſiſche Spicanard / ſchwartzen Pfeffer / Alantwurtz / Meiſterwurtz / langen Pfeffer / weiſſen vnd ſchwartzen Pfeffer / jegliches vier vntz. eEin gutes Bngent, | Recip. Rindern / Schefen und Hirfchen vnſchlet / jegliches zwey pfundt / Genßſchmaltz / Wachs / Terpentin / egliches ein pfund / alt Baumoi / andert⸗ halb pfund. — | | Guc warm machendes Vngent. Recip. Wachs / Hartz / Terpentin / jeglichs ein pfund / Schweinen ſchmaltz sten pfund / Galbani / Salniter / Lebendigen Schwefel / Lorbern vnd wilden Galgand / jegliches ein vntz. | ; | Recip. Kerpentin/Bech/ Colophonien / Fichten hartz / Wachs / Hirſch⸗ marck / Loroͤl/ Galbani / Opopanacis / eines ſo vil als deß andern / thu ſie in einen Topff oder Pfanne / vnd laß ſie allgemach vber einem linden Kolfeuwer zugehen / vnd warn ſie zuſchmoltzen ſein / vnd wider kuͤl worden / ſo ſchmir da⸗ mit deß Thieres ſchlaff vnd die lenden. Ein Vngent / zu den erfalcen Ner⸗ 6 uen vnd Spanadern. — Recip. Wachs ein vntz /Terpentin vier vntzen / Opopanactis / Hirſchmarck a ij jegliches Bon Artzeney | | jegliches zwo vntzen / Styracis / Baumoͤl / jegliches drey vntzen / Reinweiden oͤl / Oleum Cyprinum genant / ein vnlz / laß ſolche alle zuſchmeltzen / vnnd ruͤhre ſie wol vnter einander / vnd ſchmiere damit die erfrorne vnd erkalte glieder / in dem Winter / in einer warmen Stuben / vnd im Sommer an einen ort / da die Sonne hin ſcheinet. Ein Vngent / welches alle gebrechen vnd ſchmertzen der Bug / Huͤffen vnd Schenckel vertreibet / vnd alle geſchwulſt zus theilet / vnd auch die erſtarten vnd erkrummeten Neruen / vnd Spanadern wider zu recht bringet. Recip. Lorbern / Mayoran / jegliches anderthalb pfund / Lebendigen ſchwe⸗ feldrey vntz / der ſtuͤcklein Weyrauch ſampt den rinden / Fichten Hartz / jeglichs ein pfund / Kramkuͤmmel / gemein Baumoͤl / jegliches drey vntzen / guten ſtar⸗ cken Wein drey Röfe/ Siede ſolche alſo lange / biß ſie ein zimliche dick bekom⸗ men / vnd ein Vngent darauß werde / vnd thu es in ein rein gefaͤhs / vñ brauch es / wann es die notturfft erfordert / warm gemacht. | Gute Vngent / damit man die Roß ſchmieret / welchen die Neruen vnd Spanadern gar er⸗ ſtarren vnd afrummen. Recip. Wachs, Bech / Colophonien / jegliches ein pfund / Opopanacis ein vntz / vnd gleich fo viel Galbani / Bibergeil ein lot / Ochſenfeiſt ein halb pfund / deß Bechs / welches man von den Schiffen abſchabet / Fichten Hartz / jegli⸗ ches vier vntzen / Terpentin / Mayoran / jegliches zwo vntzen / oͤ anderthalb pfund / zuſtoß die Bibergeil klein / vnd rhede ſie durch ein Sieb / vnd vermiſche fie ſampt den Nayoran / zu den andern / wann fie zuſchmoltzen ſein / vnnd machein Vngent darauß. | Ein gute Hornfalb/welcheden Roſſen die Huf hart vnd feſt macher/ fo man das Horn damit ſchmieret. Recip. Einen newen Topff mit ſampt der ſtuͤrtzen / vnd thu darein Baum⸗ öl fuͤnffthalb pfundt / der gruͤnen Welſchen Neydechſen / Lacertæ virides ge⸗ nandt / an der zahl zwo / oder drey / vnnd bedecke den Topff wol mit dem de⸗ ckel / vñ ſiede fie alſo lang / in dem oͤl / biß ſie gar ſchwellig vnd duͤrr werden / vñ ſich die bein von dem fleiſch abſondern / vnnd nimb die bein herauß / vnnd thue Dazu klein zuſtoſſen Judenleim ein halb pfund / duͤnn Bech / oder Ther/neun Ihe vontzen / | der Pferöt. CCXLVII vntzen / alt Schweinen ſchmaltz zwey pfund / Siede ſolche alle / biß ſie ſich wol zu hauff vermiſchen / vnd ein Salbe darauß werde / vnd brauch dieſelbe / wie jetzt gedacht. Ecliche Bngent, Recip. Sawerteig / Saltz / enning / vnd ein Aye / vnd zutreib folche mit Eſſig / vnd ſchmier ſie auff das ſchadhafft glied. Kecip. Hartz drey vntzen / vnd gleich fo vil Wachs / Terpentin / Schweinen ſchmaltz zwey pfund / Eruen meel / ein Maͤßlein vol / darein zwo Kannen oder vier Noͤſel gehet / Eſſig vnnd Laugen / jegliches zwo vntzen / Bech fuͤnffthalb vntz / geſaltzen Speck zwey pfund / Honig neun vntzen / miſch ſolche alle vnter den Speck / vnd mach ein Vngent darauß. | Recip. Oelhefen / alt Hartz von den Cederbaumen / vnnd alt Schweinen ſchmaltz / eines ſo vil als deß andern / vnd vermiſch ſolche mit Wein vnnd ei fen / darinnen vngeleſchter Kalch zutrieben / wol vnter einander. Recip. Knoblochsheupter ein bald pfund / Schwefel vier vntz / Veilwurtzel drey vntz / Schweinen ſchmaltz zwey pfund / Siede ſolche in Eſſig / vnd thue dazu Euphorbij drey loth / Bibergeil ein vntz / Bdellij zwo vntzen / Gaibani / Opopanacis / Silbergleth / jegliches vier lot / Judenleim ein halb pfund / der kleinen ſtuͤcklein Weyrauch / ſampt den rinden / vier onk/bart Hartz / vnd Am⸗ moniaci/jegliches zwo onßen. Ein Artzeney / welche gut zu gebrauchen / zu den Roſſen / welchen duͤnner Aiterichter vnflat zu den Naßlschern herauß lauffet. Recip. Butter / oder Baumöl/gefalkene Fiſchlack vnd Honig / zu hauff ver⸗ miſcht / vnd geuß es dem Thier in die Naßloͤcher / vnnd binde jhn darnach das Haupt vnter ſich zu den fuͤſſen / vnd laß es endlich auff die weide lauffen. Was man brauchen ſol / wann ſich bon vberiger kaͤlte / vil zehe ſchleimichte feuchtigkeit in dem Haupt geſamlet / damit ſie zur Naſen herauß flieſſe. Erſtlich ſolman dem Roß an dem Schlaff / zur Ader / vnd Blut herauß laſſen / damit ſich die außgenge deß Haupts eroͤffnen / vnd die ſchleimichte Dis tuitoſiſche feuchtigkeit / die ſich von vberichter Kaͤlte in dem Gehirn verſam̃⸗ let / ſich zutrenne / vnnd deſto ehe zur Naſen herauß flieſſen moͤchte / Doch ſoll man auch vor der Aderlaß das erfrorne theil am Kopff wol mit warmen oͤl ſchmieren / Dann ſolche behung bringet den nutz / daß ſich die verſtopfften loͤchlein / zwiſchen der Naſen vnd dem Gehirn / dauon eroͤffnen. Nach dieſem ſol man jme / der obgedachten Artzneyen eine / von Wein / Pfef⸗ fer / vnd anderer hitziger gewuͤrtz / in den Hals vnnd in die Naßloͤcher gieſſen / Da ül damit | Bon Artzeney damit ſich von der hißz deß Pfeffersein Nieſſen verurſache / vnnd ſich alſo alle verſtopffung dardurch eroͤffnen / vnd auch das jenige herauß getrieben / wel/ ches ſchedlichs vorhanden. Wamn aber die beſchwerung / durch dieſe mittel ſich nicht endet / So iſt ge⸗ | nug / daß man Opopanacis cin quintlein/in einem Noͤſel gutẽ ſtarcken Mal⸗ uaſier / oder Reinfal / oder dergleichen ſtarcken Wein / auff ein mal eingieſſe. Eines andern meinung / von jetztge⸗ dachtem Gebrechen. J ER So eine feuchtigkeit sn den Naßloͤchern herauß lauffet / vnnd ſich offt vers aͤndert / oder dem andern Rotz vnd Vnflat / welcher teglich darauß zu flieſſen pfleget/gleich vnd ehnlich ſihet / ſo bringet ſolche keinen ſchaden. Da aber gedachte feuchtigkeit / welche von dem Gehirn herab faͤllet / weiſ⸗ fer oder duͤnner vnd gelblicht iſt So fan man woldarauß ſchlieſſen daß ſich dieſelbe / von vberiger erkaltung / lange zeit in dem gehirn verſamlet vnd auff⸗ gehalten hab / vnd zubeſorgen / daß ein Fieber mit zuſchlagen moͤcht. Aber der feiſte vnd ſchaumichte ſchleim / welcher offtmals durch den huſten in den Halß vnd Naßloͤcher getrieben / derſelbe kompt nicht vom Haupt / ſon⸗ dern auß der Lufftroͤren vnd Lungen / vnnd der dicke vnd zehe fellet herab von den Pandeln / vnd Heydruͤſen / welches allhie wol zu mercken. | Welchen Thieren nun ein Ayterichterböfer Vnflat / zu den Naßloͤchern herauß lauffet / denen iſt von noͤten / daß man weiſſen Weyrauch ein vntz / klein zuſtoſſen in einem halben Noͤſel guten ſtarcken Wein zutreibet / vnd lawlicht warm / in die Naßloͤcher geuſſet / vnd hernach Lorberbletter anzuͤnde / vnd den rauch wol in die Naßloͤcher gehen laſſe. | Was man brauchen fol/wann die heuclein/wel. | che das Gehirn vmbgeben / ein hitzige ge- ſchwulſt bekommen haben. Keci: Gerſten meel / Schweinen ſchmaltz / vnd Eſſig / vñ miſch ſie zu hauff / vnd lege fie auff den Kopff. | Durch was mittel mandie Leuch⸗ ten eröffnen foll. Recip, Örünfpan ein Halb pfund / vngeleſchten Kalch / ſo viel dich deucht ge, nug — miſch ſie vnter Schweinen ſchmaltz / vnd leg es auff die Leuch⸗ te oder Peule. Wie man den Wurm erkennen / vnd cödten fol. Den Wurm erkennet man durch dieſe Zeichen. Es ſchieſſen an dem gantzzen leib kleine Peulichen vnd Bleßlein / oder blet⸗ terlein auff / vnd das Roß ſchreyet / ſcharret / vnd reibet ſich. | Recip. | der Pferdt. CCXLVII Soolchen aber ſol man alſo zu huͤlff kommen, xecip. Weinrautten / Roſen / vnd Bibergeil/ eines ſo viel als deß andern / vnd miſche ſie zu hauff / vnd brenne erſtlich die bletterlein / mit einem gluͤenden Eyſen / vnd ſchmier / oder lege gedachte Artzeney / ſo lang darauff / biß das Roß ſeine geſundheit erlanget. Ecliche gute Wundſalben. xKecip. Gebranntroth Kupfferwaſſerertz / Chalcitis genannt / Myrrhen / deß bittern Aloes / jegliches ein viertels pfund / mit Honig vermiſcht / vnd auff die Wunde geſchmieret. ol Recip. Weyrauch vier lot / Wein / welcher biß auff das dritte theil hat ein⸗ geſotten / anderthalb Noͤſel / Maſtix drey vntz / Roſenoͤl anderthalb pfund/ klein Weitzenmeel / ein maͤßlein von dreyen halben Noͤſeln / Zwiebeln andert⸗ halb pfund / fuͤnffzehen Ayer / vnd fuͤnff vnd zwentzig Schneckenheußlein. Recip. Silbergleth ein Halb pfund / Wachs zwey pfund/ Bleyweiß drey vntz / Weiſſen Weyrauch / vier vntzen / Hirſchmarck / zwo vntzen / Baumoͤl zwey pfund / vermiſch ſolche alle mit Wein vnter einander. kecip. Duͤrr Hartz anderthalb pfund / hart Beth zwey pfund / Wachs ein pfund / oͤl zwey pfund / Steinklee vier lot / Wein ein lot, | —* Recip. Hart Bech zwo vntz / Wachs drey vntz / Schweinen Schmaltz ein halb pfund / das feiſte / welches man von der ſchmutzigen Wollen abſcheu⸗ met / wo man ſie in Waſſer ſiedet / Defppus genannt / drey vntzen / Rindern vnſchlet ein halb pfund / vnd ſolches dienet zu den boͤſen vnheilbarn / vnnd wi⸗ derſpenſtigen Alten offenen ſchaͤden / Cacoethe genannt. Recip. Hart Bech / fuͤnff vntzen / Rindern vnſchlet ein pfund / alt Schwei⸗ nen ſchmaltz ein lot / Wachs dritthalb pfund / gedachtes feiſtes von der ſchmu⸗ tzigen Wollen ein lot / Fichten Hartzzwey pfundt / Hirſchmarck drey vntzen / Huͤner ſchmaltz ein halb pfund / Terpentin ein vntz / Genßſchmaltz drey vntz / vnd gleich ſo vil Galbani / Buttereinlot. * Keeip. Gruͤnſpan vier lot / Hartz zwey pfund / oͤl in dem Winter drey vntz / ond im Sommer ein vntz / Wachs ſechs lot / Waſſer ſo vilman dazu hedarff. Recip. Wach ein pfund / vngeſaltzen Schweinen ſchmaltz zwo vntzen / Hart Hark ein pfund / Weyrauch / Myrrhen / jegliches vier vntz / geroͤſten Ampffer zwey pfund / ſtoß die Harten klein / vnd mifche fie zu hauff / vnd mach ein Gerat/oderSalbendarauf Zwey gute Cerat. Recip. Ochſenfeiſt / New Schweinen ſchmaltz / jegkliches ein pfund / Boͤ⸗ cken vnſchlet ein halb pfund / Schaͤfen vnſchlet ein Lot / Fichten Da nnd - | | achs / — Wachs / jegliches ein pfund /zuůlaſſen vnd durch geſeyhet zu hauff vermiſcht. Keeip. Wachs zwey pfund / Bleyweiß vier vntz / Silbergleth / drey onß/ zulaſſe das Wachs / vnd miſch die andern klein zuſtoſſen darunter. Ein gute Artzeney von Alraunſafft. Recip. Schweinen ſchmaltz / Griechiſch Bech / Wachs / gemein Baum⸗ oͤl / legliches zwey pfund / Silbergleth / Bleyweiß / Alaun / jegliches drey ong/ gelb Kupfferwaſſer ertz / Niſy genannt / Gallaͤpffel / vnnd rot Kupfferwaſſer ertz / Chalcitis genannt / jegliches zwo vntz / Mahnſafft / Opopauacig/ bitter Aloes / Meoyrrhen / Weyrauch / jeglichs ein vntz / Alraunſafft drey vntzen / ſehr ſcharpffen vnd ſawren Eſſig / ſo vil deſſelben genug iſt / Welche man vnter de⸗ nen zuſchmeltzen kan / die ſol man ober einem Kolfeuwer zugeben laſſen / vnnd ſoll die duͤrren klein zuſtoſſen / darunter miſchen / vnd in ein rein gefeß thun / vñ durch einander geren laſſen. | | Ein gute Salbe / mit welcher man auch die Roß reuchert. Kecip. Judenleim / hart Bech / Wachs / Hartz / jegliches ein pfund / Terpen⸗ tin zwo vntz / Silbergleth ein vntz / Bleyweiß anderthalb vntz / der ſtuͤcklein Weyrauch ſampt den rinden / Opopanacis / jeglichs vier lot / Nyrrhen zwey lot / ͤl ſechs lot / Eſſig fo vil deſſelben gnug iſt. Wie man das getreid ſol einweichen / vnd zurich/ ten / welches man den duͤrren vnd magern Roſſen pfleget vorzulegen. Nimb Gerſten ein Maß vol / darein vngefehrlich vier vnd zwentzig Kan⸗ nen gehen / Bonen ein Veßlein von dreyen Noͤſeln / Kichern ein Meßlein von vier Kannen / oder acht Noͤſel / vnd gleich ſo vil Phaſiolen oder ſprenglichten Bonen / Eruen ein Meßlein vol / darein ein Kanne gehet / vnnd geuß darauff ein Kanne Wein / vñ laß es alſo weichen die nacht vber / biß auff den morgens - vnd miſch fie wol vnter einander / nim̃ hernach ſolches geweichten Getreyds / auffm Abend ein Meßlein darein vier Kannen gehet / vnd gleich ſo viel Mor⸗ gens fruͤe/ ſchuͤtte dem Roſſe daſſelbe fuͤr / vnd gibe jhm daneben den tag vber / noch ſo vil / nemlich / ein Naß vol / darein acht Kannen gehen / zu freſſen. Wamn aber das Thier gar duͤrr vnd mager / ſo ſol man jm gedachtes ge⸗ treid zwentzig tag lang / ohn vnterlaß vorgeben. Da aber das Roß nicht zu mager / ſonder noch etwas leibicht / ſo iſt genug / das man jm daſſelbe fuͤnfftzehen oder ſiebentzehen tag / zu freſſen gebe / auff diſe weiß pflegen die Cappadoctier die magern Roß feiſt zu machen. ie der Pferdt. CORLIX Die Syrer aber thun zu gedachter vermiſchung noch hinzu / der Dincen kern vnd der Roſinicken / jegliches ein Yeßlein vol / darein cin Noͤſel gehet / vñ geben jnen ſolche ſieben tag lang zu freſſen / vnd halten auch Das Roß in einem heat Stall / welcher trucken / onndgar feine Neß noch feuchtigkeit an dem Ein ſehr guces Mittel / bor biel vnd mancherley Gebrechen / vnd ſonderlich vor Zauberey. Keecip. Magnetſtein ein vntz / Salarmoniat zwo vntzen / Meiſterwurtz ein vntz / Judenleim ein halb pfund / Schwefelein vntz / Harſtrang ein halbes pfund / vermiſch ſolche vnter einander mit Hartz / ſo vilman bedarff / vñ brauch ſolches zur Notturfft / an gluͤende Kolen gelegt / vnd damit gereuchert. Durch was mittel man den Roſſen den vn⸗ luſt vnd widerwillen benemen / vnd luſt zum Freſſen machen moͤchte. Biß weilen pflegen auch die Thier ein vnluſt / vnd widerwillen zur ſpeiſe zu vberkommen / vnd alſo math vnd duͤrr zu werden / Derwegen ſol man jnen al⸗ ſo Rath ſchaffen. on Recip. Schwartzen Kuͤmmelachtl lot / klein zuſtoſſen / vnd vermifch denſel⸗ —— — pfund Baumoͤl / vnd ein Noͤſel wein / vnd geuß jm ſolches in den rachen. Wasman brauchen ſol vor das reiſ⸗ ſen in den Gliedern. Wann ein Thier groß reiſſen in den gliedern hat / ſo hilfft die Aderlaß gar woldaruor. Da aber ein fluß in die glenck gefallen / vnd zubeſorgen / daß ſolcher allda in Aytter verwandelt ſey / ſo ſol man dem Roß alſo helffen. Reci, Veilwurtzel / der kleinen frücklein Weyrauch / ſampt den rinden / Tuͤr⸗ ckiſchen Galles / Meiſterwurtz / vnnd Oſterlucige / jegliches ein pfund / alles klein zuſtoſſen / vnd zu hauff vermiſcht / vnd daruͤber geleget. Wie man den Roſſen helffen ſol / welchen der Halß inwendig iſt zuſchwollen. Wann einem Roß der ſchlung wehe thut / oder geſchwollen iſt / ſo folman jme die Adern vnter der zungen eroͤffnen / vnnd ein plarer darauf ER von 73 | r eyen Bon Artzeneh — Eſſig bereit / darunter Teuffelskoth suerieben vnd ſoljhm — * fuͤrwerffen / vnd Lawlicht warm waſſer zu ſauffen geben. Was man chun ſol / wann ein Roß die Zunge hat zubiſſen / oder verwundet. Wanm es ſich zutregt / daß die Zung wund wirt / ſolman Ach BR oöpffel / in einem roten Wein fieden/ vnnd dieſelb damit waſchen / oder fol das K caut Tauſentguͤlden / oder Fieberkraut / klein zuſtoſſen / darauff ſchmieren. Kecip. Veilwurtzel klein zuſtoſſen / vnd vermiſche dieſelbe vnter Honig / vnd lege ſie auff die Zunge / vnd waſche fichernach wolmit Wein / vnd ſchmire ges dachte Artzeney wider dar auff⸗ vnnd thue ſolches * tage we einander ⸗ biß ſie gar heylet. Durch was mittel man die geſchwulſt an dem Zanfleiſch / vnd die Puͤelzene hinweg bringen foll. Erfilichfolmanauß dem Gaume Blut herauf laſſen / vnnd hernach das geſchwollene Zanfleiſch / mit einem Laßeiſen aufffchneiden/ vnd Saltz (ol lan⸗ ge darein reiben / biß die geſchwulſt vergehet. | Was man brauchen fol/wanneinem Ko der Yeafbanı su weit herauß gehet / oder ſonſt einen mangel daran hat. Wann der Maſtdarm zu weit ——— folmandenfelben mit su Schäfen vnſchlet / vnd warmen laulichten Waſſer wol behen / vnd allgemach wider hinein drucken / vnd hernach duͤrr Hartz mit obgedachten Artzeneyen vermiſcht / darauff ſtrawen oder legen. Da aber ſolcher oder anderer gebrech / fichan dem Maſtdarm / von ſcharpffen böfen oder fluͤſſigen feuchten / oder von groſſen gucken ſein Atunne hat / ſo ſol man dem Roß alſo rath ſchaffen. Kecip. Fuͤnfffin ger — faͤuffzehen Knoblachs heupter / beides klein — —— darauß Trochißken / oder Kuͤglein / vnnd zutreib hernach 5 einem halben pfund Baumoͤl / vnnd geuſſe ihm folchein das line Su ) Oder nim̃ Laugen ein Kanne / oder zwey Noſel / vnd thudazu ein halb Nr q Beinen geuß jm dieſelbe in den Rachen, Was man nuͤtzen ſol/ wann cin Roß nicht kan den 8 oth auß dem Leib bringen. Wann ein Roß micht pferchen kan / ſo mm̃ Salniter / vier Ayer / Baum⸗ oͤldrey — —* en A der Pferdt. CCCh ol / drey pfund / warm waſſer eine Kanne / oder zwey Noͤſel / vnd gibe jm ſolche durchein Criſtir / hinden in den leib. | Bas manhunfoll/wannder Maſtdarm zuſtoſſen / oder verletzt iſt. RKecip. Weyrauch / vnd ſiede denſelben / in gutem wolriechenden Wein / vnd geuß jn durchein Criſtir hinein / vnd ſo du als dann ſolchen mit oͤl beſchmieret haſt / ſo ſtraͤwe die Aſche don gebrannter Veilwurtzel darauff. | Wie man der Roſſen Leib / reinigen vnd purgieren ſoll. So man begeret das Roß durch Stulgaͤng zu reinigen / So ſol man ne⸗ men der wilden Kuͤrbes wuͤrtzel / ſo vil man wil / vnd Teufels koth / cin halb lot / Honig zwo Kannen / warm waſſer / vier Kannen / vnd ſol jme ſolche Durch cin Criſtir / hinden in den Leib eingeben. Soolches mittel aber / ſol man vornemlich gebrauchen / wañ es nichts pfer⸗ chet / noch den koth von ſich bringen mag / Man ſol aber auch das Thier / nach dem eingenommenen Criſtir / wol hin vnd wider reiten oder treiben / biß ſo lan⸗ ge der vnflat von jm gehet / vnd ſol jme daneben / Honigwaſſer / vnd Nießwur⸗ tzel zu ſauffen geben. Nim̃ einen jungen Hund / welcher anfenget zu eſſen / vnd bruͤe jhn mit heiſ⸗ fen waſſer / daß jm alle haar außfallen / vnd nimdie Inngemweid herauß / vnd ſiede denſelben in Waſſer / biß ſo lang ſich die Bein von dem fleiſch abſondern / vnd ſeuhe ſolche Bruͤe durch ein Tuch / damit keine bein darinnen bleiben / vnd nimme diſer bruͤe drey Noͤſel / vñ thu daʒu guten wolriechenden Wein ein Noͤ⸗ ſel / darunter ein hand vol Salniter vermiſcht in den rachen. So man aber als bald keinen jungen Hund bekommen mag / ſo fol man nemen einen guten feiſten Schweinen ſchincken / mit ſampt dem ſchinbein / vñ ſol denſelben wol ſieden / vnd ſolche bruͤe zu dem jetztgedachten vermiſchen. Wir pflegen aber zu nemen / Wolffsmilch / vnd lange Oſterluriae / vnnd das Kraut Tauſentguͤlden / oder Fieberkraut / vnd in Waſſer zu ſieden / vñ die bruͤe durch ein Tuch zu ſeyhen / vnnd Honig dazu zuuermiſchen / vnnd dem Roßeinzugieſſen. Durch was Mitcel man die hinderſtellige Afftergeburt ſoll hinweg bringen. J Wann ein Mutterpferd eines Fuͤllen geneſen / vnd die Nachgeburt nicht folgen will / oder ein andere Kranckheit den bauch 3 ſo ſol man —— > rü en / Bon Artzeney benvölmit Wein vermiſcht / darunter die wurtzel deß krauts Wolffmilch / vnd Schweinen ſchmaltz vermengt / in den Halß gieſſen / oder geſtoſſene Kolblet⸗ ter darein ſtoſſen. | — | Was man brauchen ſoll / wann ſich die Haut verkehrt. Recip. Gerſten meel/onterölond Wein vermiſcht / vnd leg es darauff / vnd | da auch folchedanondie leng einen fchaden empfangen ſo fchneide em wuͤnd⸗ lein tiff indie haut / vnd lege Roßkoth mit Eſſig / oͤl / vnd rohes Saltz auff die wunde / ſo wird das Roß diſes gebrechens entlediget. Wie man die ſpitzige Scifft auß einem Glied gewinnen ſoll. Da etwan in einem Glied / ſtifft von Naͤgeln / oder andere ſtachlichte ding ſtecken / vnd dieſelb gern herauß gewinnen wil / So ſol man nemen roth Kupf⸗ ferwaſſerertz / Chalcitis genannt / Gruͤnſpan / Weinſtein / Salniter / Saltz vnd Eſſig / eines ſo vil als deß andern / vnd klein zuſtoſſen / vnnd zu hauff ver⸗ miſcht daruͤber legen. | Melcherlen geftaleman den Roffen die vbrige Feechheit vnd Wildigkeit benemen ſoll. Einem Roß wird die Frechheit benommen / ſo man jm das harte vnd duͤr⸗ re theil / voon dem Huͤnermiſt / ſo vil man wil / zu freſſen gibet. Vor den rauhen Halß. Wann ein Roß einen rauhen hals hat / vnd doch kein Aytter darauß fleuſ⸗ ſet / ſo ſoll man Tragacanth in Waſſer zutreiben / vnnd dazu thun deß beſten Tiſcherleims ein vntz / in einem halben pfund Wein zutrieben / in den Ra⸗ chen gieſſen. Ein gut weichend Pflaſter. Recip. Wachs drey vntz / ol neun onken/deßbeften Hartz anderthalb vnkz / vermiſch ſie zu hauff / vnd brauch ſie zur notturfft. Ein gut Nießpuluer. Recip. Gebrannten Salniter / eiſterwurtzel / weiſſen Pfeffer / Veilwur⸗ tzel vnd ſchwartze Nießwurtz / zuſtoß ſolche alle klein zu puluer / vnnd blaß fie dem Thier in die Naßloͤcher. > Ein ER 2 FGCiN Ein guces Coroſieff / welches das bbri⸗ RE gefleifch hinweg etzet. % | Reeip. Operment vier vntz / Kupffer hammerſchlag / drey vntzen / ſchwartze Nießwurtzel / zwo vntz / ſtoß ſolche klein / vnd vermiſch fie vnter Sr tefeifte Seigen/ond vermiſch Baumoͤl dazu. * Ein gute wolriechende Artzeney / bon as mancherley Gewuͤrtz. Kecip. Cimetrinden ein halb pfund / Ingwer vier vntzen / Alentwurtzel ein fund / Ammeyſamen drey vntz / Kalmus / Kamelſtro jeglichs ein halb pfund / der Species / welche nach dem Saffranoͤlhinderſtellig bleiben / welches Dio⸗ ſcorides im erſten Buch beſchreibet / Corcomagma genandt / ein pfund / Saf⸗ fran ein vntz / Myrrhen / Paradiß holtz / jegliches vier vntz / Pfeffer ein halb pfund / Opopanacis / Entian / Veilwurtzel / jegliches ein pfund / Oſterluciae vnd Poeonien wurtzel / jeg liches ein halb pfund. ¶REin andere loͤſtliche wolriechende Artzeney. Recip. Muſcatenbluͤe / Alentwurtzel / Indianiſche vnd Frantzoͤſiſche Spi⸗ tanard / Cimetrinden / Kamelſtro / jegliches acht vntz / Veielwurtzel / Karda⸗ moͤmlein / jegliches ein halb pfund / Steinklee / Hyſop / jegliches anderthalb pfund / Petterſilg / Paradißholtz / jegliches acht vntz / Teuffelskoth / Kalmus / Kellers halß koͤrner / jeglichs ein halb pfund / Mayoran / gederrte Roſen / jegli⸗ ches anderthalb pfund / Oſterluciae / Entian / Suͤßholtz / Harſtrang / deß krauts Tauſentguͤlden / oder Fieberkraut / Saffran / Pfeffer / Tragacanth/ jegliches ein halb pfund / Datteln an der zal fuͤnfftzig Honig ein pfund vnd anderthalb vntz / o neun pfund / fuͤnffzehen Ayer / vnnd deß beſten Welſchen Weins ein Rift. Eeliche gucte Salben / welche den Roſſen alle muͤdigkeit benemmen. 9 1.3 Recip. Honig / Wachs / jegliches ein vntz / Hertbley / oder Silbergleth cin vntz / gehrañt Kupffer ein lot / zuſtoß die harten klein / vnd vermiſch ſie vber ei⸗ nem kolfewer vnter einander / vñ laß ſie alſo lang fieden/biß ſie ein braune farb bekom̃en / vñ thu entlich dazu Eſſig zwo vntzen / vñ mach darauß ein Salben / vñ ſolche iſt auch den menſchen nuͤtzlich / die muͤdigkeit damit zuuertreiben. Recip. Opopanatis / Galbami / Bibergeil / Ammoniaci / Euphorbij / Per⸗ tram / Terpentin / egliches vier vntzen / Mayoran / Hirſchmarck jegliches ein halb pfund / Myrrhen / Weiſe nicht / jeglichs vier vntzen / Wachs fuͤnff pfund / oͤl zwoͤlff pfund. no pl Kr ij Recip, 3 Von Artzeney Rech, Schefen vnſchlet / Silbergleth / oͤl vnd Wein / zu hauff vermiſcht / vnd ſolche dienet wider alle geſchwuͤr / vñ alte offene ſcheden / vñ auch vor alle newe geſchwulſt / vnd ſonderlich / wann fie in etwas ſpitzigs ſich geſtochen haben. Zwo gute heylſalben. Recip. Wein / der biß auff das dritte theil hat eingeſotten / Tragatanth / Saffran / Pineenkern / roth Kupfferwaſſer ertz/ Chalcitis genañt / eins ſo vil als deß andern / vnd Ayer ſo vil man bedarff / ſolche zu hauff zuuermiſchen / vñ ein ſaͤlblein darauß zu machen / vnd behalt ſolches biß du es bedarffſt. | Reeip. Weyrauch ein viertelspfundt/oder zwo vntzen / Maſtix vier loth / Kramkuͤmmel drey vntz / Wein / welcher biß auff die helfft hat eingeſotten / an⸗ derthalb Noͤſel / Roſenoͤl anderthalb pfund / Zwiebeln zwey pfund vñ ein vier⸗ theil / vnd fuͤnffzehen Ayer. Ein gut Pflaſter. Recip. Runde Oſterluciae / Entian / Bdellium / vnd Lorbern / eins fo vilals deß andern / zu hauff vermiſcht. Wie man die weiſſen Schupen / vnd Ruffen an der haut ſoll vertreiben. Sig Reci: Der wurtzel vom Wuͤllkraut oder Koͤnigskertzen / vnd ſtoſſe Diefelbe gar klein / vnd leg ſie auff das glied / welches weiſſe Schuppen oder Ruffen hat / vnd auff die andern geſunden / welche mit diſer ſeuch nicht beladen / binde zuquetſchte Zeytheyde. | | Etliche gute Salben/zudenfrifßen vnd newen Wunden. Recip. Galbani drey vntz / welches man von den Schiffen abſchabet / hart Hartz / jegliches ein Halb pfund / Terpentin drey vntz / Wachs / oͤl / vnnd deß außgepreſten ſaffts von dem Kreutzkraut / jegliches ein pfund / Siede den ſafft vnd das baumoͤl alſo lang / biß ſich der ſafft vnter das baumoͤl vermiſcht / vnd laß hernach die andern zuſchmeltzen / vnd miſch ſie als dann wol vnter ein⸗ ander. —8 Recip. Silbergleth fuͤnff vntzen / Herdbley / oder Bleyſchweiff / drey pfund/ Bleyweiß ſieben pfund / Sarcocollae acht vntzen / der kleinen ſtuͤcklein Wey⸗ rauch / ſampt den Rinden / vier vntzen Wachs dreyzehen pfund / newe ſchwei⸗ nen ſchmaltz zehen pfund / Roſenoͤl / ſieben pfund / Ayer ander zal fuͤnffhzig / als ten Wein / ſo vil deſſelben genug iſt. Recip, “ der Pferdt. oon wReeip. Silbergleth /Bleyweiß / weiſſen Weyrauch / eines ſo vil als deß an⸗ dern / klein zuſtoſſen / vnd thue dazu Saffranoͤl / vnd Honig / ſo viel man be⸗ darff / damit eine Salbe darauß werde. Was man brauchen fol/wann das Naſenbein zubrochen / oder entzwey gehauwen iſt. Wann das Naſenbein verwundet wird / ſo lauffet gar vil Blut zu den Pas ſenloͤchern herauß / vnd leſſet ſich nicht leicht widerumb verſtellen / Derwegen olman einen Meyſſel oder Feßlein in Eſſig tuncken / vnnd mit den ſtuͤcklein Weyrauch / ſampt den rinden klein zuſtoſſen / beſchmieren / hinein ſtecken / oder in die Wunde / vnd oben darauff ein bequem Wundpflaſter legen. | Was man chun ſol / wann ein Roßfeine eigene Fuͤſſe zubeiſſet / oder auffnaget. Recip. Duͤnnes Hundskoth / vnd vermiſch denſelben mit ſcharpffem Eſſig / vnd leg jn darauff. | | Ein guc Duluer. Keoeciy. Kalmus ein vntz / Myrrhen drey vntzen / Pfeffer ein lot / der vberbli⸗ benen Species von dem Saffransl/ Crocomagma genannt / (welches Dio⸗ ſcorides im erſten Buch beſchreibet) zwo vntzen / Veilwurtzel drey vntzen / Hi⸗ ſop ein vntz / der oben weichendenpflafter eines / Knoblach / Saltz / jegliches zwo vntz / zu puluer geſtoſſen. | Wie man die Roß mit Garten / oder m | Kochfreutern fpeifenfoll: | Wann der Winter herzu Eompt/foachtich vor bequem und gut / daß man die Roß mit Garten / oder Kochkreuttern fpeife/ ond ſoll diefelbe erſtlich fleiſ⸗ ſig den tag zuuor kochen / vnd Kůglein darauß machen / vnd dazu thun ͤl / vnd klein zuſtoſſen Saltz / Petterſilg vnd Kramkuͤmmel / vnd dem Roß zu freſſen geben / vnd vber den andern tag / ſol man jme die ſtuͤck / welche man zu den kreu⸗ tern vermiſcht / alſo trucken / vnter Schweinen ſchmaltz vermengt / in den halß ſtecken / zuuerſchlingen. Wie vnd warumb man den Roſſen / hißweilen ſoll etliche tät Schweinen ſchmaltz eingeben. Das beftemittel/ welches man vor die innerliche gebrechen / in dem Leib brauchen kan / iſt / daß man inn dem Winter etliche ſtucke Schweinen ſchmaltz / mit dunnen Bech oder Ther / vnd oͤl egee vnnd in dem er RER al | Kr ii / iv) Bon Artzeney | | mer Schweinen ſchmaltz mit Honig / Butter / Lauch / vnd Roſenoͤl vermengt den Roß in den Hals ſtecke zuuerſchlingen / Doch ſolman ſolches dem Roß zum oͤffternmal eingeben. — ein koͤſtliches Puluer. Recip. Indianiſche oder Syriſche Spitanard / Saffran / Myrrhen / Ka⸗ melſtro / ſchwartzẽ Pfeffer / weiſſen Pfeffer / gemein Cimetrind / Erdteich / oder Gamenderlein / Frantzoͤſiſche Spicanard / gute außgeleſene Cimetrinden / Indianiſche Zwiebeln / Lerchen ſchwam / oder Agaricum / weiſſen Wey⸗ rauch / weiſſe Veilwurtzel / Kornmuͤntz / Teuffelskoth / Entian / Peterſilg / Caſſiae Fiſtel / eines ſo vielals deß andern / zu puluer geſtoſſen / vnd durch ein Siebgerheden. J Zeichen vnd Cur / der erlahmten vnd erkruͤmbten Neruen. Die zeichen der erkruͤmbten vnd verlahmten Neruen / ſind diſe. Die Lippen werden vngeſtalt / weich vnd ſchwellig / vnd die zung erſtarret / vnd das eine Aug erſcheinet kleiner weder das ander / vnd das eine ohr hanget onter ſich / vnd wird gar lappicht / oder welligk. I) So vilaberdie Cur anlanget / ſol man erfilich die Lippen swol reiben und hernach mitdiefer nachfolgenden Salbe wol ſchmieren. an Recip, Alt Baumoͤl / Judenleim / Fichten Hartz / jegliches ein halb pfund / Ammoniaci ein pfund / Galbani ein vntz / vnd gleich ſo vil Stopffwachs / oder vorſtoß / mit welchem die Bienen die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / der kleinen ſtuͤcklein Weyrauch ſampt den rinden ein halb pfund / Hirſchmarck ein vntz / Siede ſolche / vnd mach ein ſalb darauß / vnd brauch ſie wie gemeldt. Ein gut Pflaſter zu den Huͤffen. Recip. Eſſig vnd Waſſer / eines ſo viel als deß andern / vnnd ſiede ſie mit Hartz / vnd thue darzu Gerſten meel / damit ein pflaſter darauß werde / das le⸗ ge warm auff die Huͤffen. | Einanderguc Pflafter/sorallerlnge ſchwulſt / vnd fonderlichvor diejenige, welche nicht gar zu hitzig ſind. Recip. Wachs / Bech / Hartz / Ammoniaci / jegliches ein halb pfundt / Schweinen ſchmaltz / zwo vntz / Salniter / Vngeleſchten Kalch / Zwiebeln / | Tauben⸗ — — — — — — > der Pferdt. CCCLIN Taubenkoth / jegliches ein vntz / Hartz von den Kederbaumen/ ein lot / gedifier lirt Waſſer von Nyrrhen / ein wenig. EN, | | Ein ander koͤſtliches Pflaſter / welches alle böfe widerſpaͤnſtige vnd vnheilbare alte ſchaͤden / Wunden vnd Geſchwer heylet. Reci: Bleyweiß / Silbergleth / Maſtir / deß außgepreſten ſaffts von dem Pilſenkraut / Myrten oͤl / jegliches eines ſo vilals deß andern / Stoß die duͤr⸗ ren zu kleinem puluer / vnd troͤpffellangſam den Safft / vnd das oͤl / darunter / vnd vermiſch fie su hauff / auff daß ein Pflaſter darauß werde / das behalt in einem Bleyen oder Iynengefeß. Wannaberfolches mit derzeit fehr hart wird / So. mache daſſelbe wider vmb weich / mit Myrten oͤl / vnd ein wenig Wein. Ein gutes mittel vor den gebrechen / welcher folget / ſo ein Roß auff die hitz ſich vber friſſet / oder vberſeuffet / vnd hilfft auch denen / welche niderfallen / vnd allzeit ligen / vnd nicht gehen noch geſtehen koͤnnen. Recip, Außerleſene gute Feigenbletter / vnd bletter von den wilden Feigen⸗ baͤumen / vnd zuſtoß fie wol in einem Moͤrſchner / vnd wirff ſie hernach in kalt waſſer / vñ flöß nen daſſelbe einmal oder drey / durch ein Horn in den rachen / vnd reitte darauff das Roß geſchwinde vnd eilend hin vnd wider / So wird es ſeine geſundheit wider erlangen. Ein ſehr gutes Pflaſter / bon Diptam bereit. Kecip. Silbergleth ſechtzig quintlein / Colophonien fuͤnfftzig quintlein / Wachs fuͤnff vnd zwentzig quintlein / Ammoniaci und Oſterluciae / jegliches ſechzehen quintlein / der ſtůcklein Weyrauch ſampt den rinden / vnd Galbani / jegliches zwoͤlff quintlein / Gruͤnſpan / gebrañt Kupffer / Cretiſchen Diptam / deß bittern Aloes / Stopffwachs oder Vorſtoß / mit welchem die Bienen die klunſen in den Bienſtoͤcken verkleiben / jegliches acht quintlein / Kupfferham⸗ merſchlag / vnnd der onternöfenbrüch/ auf den Schmelgöfen/ wann man Kupffer macht/ Dyphryges genannt / vnd Entian / jegliches ſechs quintlein / öl / vierzehen vntzen. | Die Silbergleeh folman alfo lang indem öl fieden/bißfie nicht mehr die haͤnde beſudlen / darnach ſolman den Gruͤnſpan darein thun / onnd wider fies eo den / vnd als dann das Hartz / vnd das Ammoniacum / durch ein Sieb gerhe⸗ den / vnd letzlichen die vntern ofenbruͤch / vnnd das Wachs / vnnd wider ſie⸗ den / biß das Wachs zugehet / vnd wann es von dem Feuwer iſt abgehaben / ſo ſol man deß Galbanum / vnd das Stopffwachs / zu hauff vermiſcht / hin . Bon Artzeney thun / vnd widerumbein wenig ſieden / vnd wann es ein wenig fül worden / ſo ſol man folgend das Aloe / vnd die kleinen ſtuͤcklein Weyrauch / die Oſterlu⸗ criae / vnd die Entian / alle klein zuſtoſſen darunter mengen / vnd wann es nicht dick genug geſotten / vnd die haͤnde dauon beſudelt / oder befleckt werden / So ſol man ſolche widerumb vber einem linden kolfewer alſo lange ſieden / biß ein pflaſter darauß werde / vnd es were auch gut / daß man ein wenig Waſſer / letz⸗ lich dazu goͤſſe / auff daß die Silbergleth / ſich nicht gar verbrenne. Ein gut Pflaſter / welches bor Hiel gebrechen die; net / vnd auch daneben alle friſche wunden / vnd alte offene ſchaͤden heylet. Recis Gut Baumoͤl / neun vntzen / Judenleim / Feiſt Wachs / duͤrr Hartz / rein Bech / jegliches ein pfund / Silbergleth / Bleyweiß / Gruͤnſpan / jegliches dreyzehen quintlein vnd ein ſcrupel / Alaun / Kupfferwaſſer / vnnd roth Kupf⸗ ferwaſſer ertz / Chalcitis genannt / Saffran / jegliches fuͤnff quintlein vnd ein ſcrupel/ Ammoniaci / weiſſen Weyrauch / bitter Aloe / Myrrhen / Opij oder Maheonſafft / jegliches ein vnd zwentzig quintlein und ein ſcrupel / Eſſig fo viel man dazu bedarff. Ein gut Pflaſter / welches allen ſchmertzen ſtil⸗ | let / vnd daneben alle hitzige geſchwulſt Zus treibet / vnd verzehret. Reci: Deß ſaffts von dem Kraut Haſtulae Regiae / welches etliche falſch Goltwurtz zu ſein vermeinen / vnnd deß außgepreſten ſaffts von dem Kraut Tag vnd Nacht / jegliches vier vntz / Wachs / vnd friſche Newgeſchlagene vn⸗ geſaltzene Butter / Schweinen ſchmaltz / vnaußgeleſchten Kalch / Kelber⸗ marck / jegliches drey vntzen / ſelbs wachſenden Salniter / Kreiden / Weinſtein / Satniter/ieglichesztvo vntzen / Kleiſter von Weitzen meel gemacht vier loth / Steinkleeſamen / klein zuſtoſſen / vnd gekocht / drithalb lot / vnnd zwey ſcrupel / deß beſten Baumoͤls drey pfund / vermiſch ſolche gebürhcher weiß zu hauff / vnd mach darauß ein Pflaſter. Ein anders. Kecip. Wachs / deß beſten Hartzes / Genßſchmaltz / Bleyweiß / jegliches ein vnd zwentzig quintlein / vnd ein ſerupel / Bech fünffquintlein / vñ ein ſcru⸗ pel / Kolſafft ein quintlein / vnd fo viel Leinſamen / deß außgepreſten ſaffts von dem Steintlee/ von Garbe / jegliches cin halb lot / vnnd gleich fo vil Kuͤmilch / Item vier Ayer / vnd Baumoͤl zwey pfund, | | Küchlein der Pferd, —— Ccmım Kuͤchlein oder Trochißken / welche bor den rothen Wehe / vnd vor die vbrige Bauchfluͤſſe nuͤtzlich gebraucht werden. Kecip. Krafftmeel / gederten Schlehenſafft / oder Acaria / jegliches ein vntz / deß ſaffts Lycij anderthalb vntz / Saffran / Myrrhen / Weyrauch / jegliches ein lot / Mahnſafft drey vntzen / ſtoß ſolche fleiſſig zu Puluer / vnnd vermiſche fie mit der bruͤe / darinnen entweder Roſen / oder gruͤne Weidenbletter/oder NMortenbeer geſotten ſein / wol in einem Moͤrſchner / und mach entlich Kuͤch⸗ lein / oder Trochißken darauß / vnd laß ſie trucken werden / vnd heb fie auff / biß du ſie bedarffſt. Wann aber jetzgedachter gebrech lang gewehret / vnd vberhand genom⸗ men hat / ſo ſolman dem Thier erſtlich außgepreſten Weidenſafft durch ein Criſtir / in den hindern eingeben / Vnnd wann der vberige bauchfluß dauon ſich nicht verſtopffet / ond Blut mit dem Koth hinweg gehet / jo ſol man nem⸗ men Blutſtein / vnd vnter gedachte Kuͤchlein vermiſchen / vnd dem Thier ein⸗ geben / vnd man kan auch auß denſelben lange ſtulzapffen machen / vnd ſolche Trochißken / verſtopffen auch den vberigen Bauchfluß / ſo man nur den Na⸗ hel / Magen vnd Bauch damit ſchmieret. Ein gut Pflaſter / welches den Leib reiniget / vnd den vnflat auß dem Leib treibet / ſo man ſolches auff den Leib leget. Reeip. Meiſterwurtzel / Neſſelſamen / Maſtix / Wachs / jegliches zwo vntz / Honig ein vntz / deß Purgierenden Saffts Scammoneac vier loth / laß das Wachs vnd Honig zuſchmeltzen / vnd thue die andern klein zuſtoſſen darein / vond mach darauß ein Pflaſter. Ende der Roßartzeney. RR un A Fe Ne Zu) een i r — Fa “ } — ——— ihnen im | VRegiſter der fuͤrnembſten Pun⸗ ccen / fo aan re vnnd —— Stangen 65 ch A vbel ————— recht zu N f ‚gen 2 K\ IR Abnemmung deß Leibs 1861r RT Abwechßlung der Gebiß iſt nicht gut Aderlaſſung der Ro 30.31. 119,120.121 Affrerbürde fo noch hinderſtellig wie fie follen hin, weg bracht werden 102.250 Alte offene fchäden wider zu heilen 180.245.253 Alter der Pferd wie es zu erkennen 7:97 Anthonij Fewer 140 Apffelgrawe Schimmel werden fuͤrgezogen st bundten Pferden Apofiemen nach der Aderfäfle Artige Füllinzu erkennen Artzeney fuͤr den duͤnnen Vnflat ſo zur Naſen Wi on auß laufft 2 7 Artzeney fuͤr den Schwindel 2 Artzeney für die alre Hecken. und Narben der Yusen 123: 124 Artzeney fuͤr die tunckelheit der Augen 124 Artzeney ſo die Roß ſchlaffend machen 237 Artzeney von Alraun ſafft 248 Artzeney welche da warm machet 235. 238 wolriechende Artzeney 251 guten Athem zubehalren Er ° kurter Athem der Roß Die Augen an den ſtangen der Gebiß folen NR: b nider fein 58 Augapffel welcher zu weit herauß ſtehet zu heiten 137.128 gůte Augen der Pferd ſind auch ein angeigung der geſundheit deß leibs Augen gebrechen zu curiren 122.123 Augen geſchwulſt 16 Augenſalb für den Stahren 125 Augenſalb für die flecken vnd Narben 124 Augenfalb für hitzige Gefchmülfte der Augen 126 Augen falb fo cin Roß in ein Auge iſt gefchlagen 15 für Augen ſchmertzen 125 verwundte Augen zu heylen 125 Außfagder Ro 1tı Außfagder Roß zu curiren ut DB. Si wie fie follen befchlagen werden 93 Barbariſche Roß 9 Baren 25 Bauchfluͤſſe der Roß 154 165 Bauchs wehtag 153457 Bauchs wehtagen zu ſtillen Beſcheller ſollen vier jar vnd ſechs Monat alt Beſcheller ſollen wol geſtalt / ſchoͤn vnnd gut Beſcheller wie er zuhalten — der nicht ſpringen wil / wie jhm * helffen Beſchlagung der Pferd 85. 86. 87. 88. 89. * 21.92. 93. 94. 95. 96 Beſchlagung der Fuͤſſe 96 Bericht vom Befchlagen 85 Beulen 197 Beinbrüchder Kg 192.162 Biller fo von ongleicher höhe 74 Birngebiß find firdas Maulkruͤmmen 56 Birn waltzen 56 Biß der Ratten 204 der Spinnen 204.306 207 der Spitzmaͤuß 204.205.207 der Schlangen 203,204,205.206 deß Sifches Rochen 297 | der tobenden Hund 20% der Blaſen verſtuͤrtzung 232 Blehung der Darm 162 Bletterlin 197 Bletterlein der Schenckel ſpitzige Bletterlein im Maul ſpitzige Bletterlein / ſo an der haut aufftfen N k 190 verrenckte Buͤge 145 die Bluͤt iſt ein anzeigung der fruͤcht 22 Blutfluͤſſe 160. 161 Blutſchwere 199 Blut zunerftellen 122.244 Blur welches den offen su dem hindern herauf lauffet 160 Dogenweiß nr 77 Dokfprung 43 Brandfalb 108,241 Branbfchäben zu heilen 241.245 öffene Brandfchädensuheilen 199 dag die Bremen die Roß nicht beiffen 202 den Bruch der Pferdzu heilen 174 Bruſt beſchaͤdigung 173 Bruſt / ſo da groß iſt ein anzeigung der ſtercke 5 Bruſt verwundung 173 0 Krasrefich —* Caſtriren 216,217: 18 Cerat 248 Cholera RER GA ©s Cholera Regiſter. Cholera humida 194-195 der feuchten Cholera geichen 194 der trucken Chofera zeichen 195 Colica 155 Collerende Roß 220. 221 Corroſieff / welches das vberig rar hinweg etzet 251 Corſieri 9 alle Creaturen offen und nemmenjhre u fchafften von den vier Elementen riſtir Cur der Kelſucht den Mauleſeln dienlich 110 D Amaccht 233 Dyſuria 159 deß —— 166 E. gr 208 die Erden iſt trucken vnd kalt 1 Erfroren Roß wie zu Curiren 227.228 Erhisigee Pferd 183 Erinerung von einem guren Huff 89 Efelzuuerfihneiden 217 welche Efelam bequemften fein / Mauleſel — zuzeugen welche Eſel zu den Mutterpferden zuzulaſſen fin 8 die Eygenſchafft eines guten Pferds 4 welche man an ſtatt der Stollen brauchen 88 mag Eiſen zum beſchlagen dienlich / vnd wie die ſollen ge⸗ ſtalt ſein / ſo wol fuͤr die fordern / als fuͤr die he dern fülle 36 die fordern Eifen wie fie fein follen und auffgeſcha gen werden 89 die hindern Eiſen wie ſie ſein ſollen 89 Eiſſe 199 Eoreriche Geſchwulſten 199 Eyrerichtes Geſchwuͤre 144 F. Faden wie fie fein vnd ſtehen follen 73 Fallendſucht 228 Farbe der Huͤff oder Fuͤſſen 85 mancherley Farb in den Augen der Roß 128 Faule offene ſchaͤden im Maul 149 Feber der Pferd wie zu erkennen 103 Seber su curiren 103.184.105 Feigwartzen 200 Feldgrillen von Pferd gefreſſen 231 Fenſter im Marſtall 25 böfe Ferſen wie fie follen beſchlagen werden 93 erfroren Feſſel 233 ſchleimichte Feuchtigkeit im Haupt verſamlet zu⸗ vertreiben 220 das Fewer iſt heiß vnd trucken VLeyfel der Roß tir Fiſtel 234 Flandriſche Pferd 8 Flecken der Augen 123 Fleiſchichte Gewaͤchs / Polypus genant zuuertrei⸗ ben | >. 33.134 Fliegen zunertreiben —— Süß der Augen zu heylen 126.127 Juͤß ſo den Pferden in die Knie fallen 174 Fluͤß foden Roſſen ins Haupt fallen 221.222 Fluͤß / ſo in die Schensfelfallen 175.176 die Fluͤß zuuertreiben 241.245 Fraͤſſigkeit an den Pferden iſt ein anzeigung % ge⸗ ſundheit 5 Frecheit zuuertreiben 250 5336 Pferd 7 Bug erſt gefallen / ſollen nicht viel betaſtet wer⸗ 17 Stilen fo guter art wie zu erkennen 19 Fuͤllen / ſo halb gewachſen vnd erſtarcket / wie ſie u hatten feyen Füllen follen 23. Monat bey den Stuten han werden Füllen ſoll man im sierden jar auff fangen _ 1 Füllen’ fo ſchon zam / wie zu halten 20 güllen wann fiefollen auffgefangen werden 19 Fuͤllen / wie man ſie auffziehen ſoll ‚7 Füllen fie manfiezam machen fol Fuͤllen / wie fie follen im reutten ——— 33 Fuͤſſe der Pferd welche einwertz ſehen 95 Fuͤterung der Pferd nach der Ader laſſung 121. 122 Fuͤterung der Vollen a G. Be 80 vberfluͤſſige Gall 194 Gang hinder den Ständen im Stal 25 Gaͤul nach jhrer eygenfchaffeond Natur abgerich⸗ tet ſind fuͤrtreffenlicher 22 Gaumen ſchmertzen zuuertreiben 243 Gebiß 53 geſchloſſen 53.54.55 harte 61.81.82.83.84 holbiß 53.54.55 liebliche 57 59.60.63. 87 71 Sei * ein Roß kurßweile mit der —— Gebiß fuͤr das außſtrecken der Zungen 7 * fuͤr ein Pferd daß ſich ſich ſelbs in —— cken beiſſt 84 für ein Pferd ſo das Maul kiimmet 56 Gebiß Regiſter. Glbiß fuͤr ein Pferd ſo ein tieffes Maul hat 58 fuͤr groſſe Maͤuler fuͤr groß Maͤulige Roß fuͤr groſſe Roß daß fie ſich im zaum keine a luſtigen 83 fuͤr harte Biller 62 für haremäntige Pferd 62.33 für offene Biller 72 für Pferd die fleiſchige Biller haben 72 für Pferddiegar dicke Seffgen haben 73 für Pferd die ſeuchte Maͤuler haben 62. für Pferd die fpigige Biller haben 71 fuͤr Roß ſo die Zungen ſchlicken 60.61.70 für Roß die gern in der Laruen liegen 58 fuͤr Roß die geſpaltene Kienbacken haben 82 fuͤr Roß die ſich in die hoͤhe aufflhnen 84 fuͤr Roß die ſich in Zaum legen 83 fuͤr zarte Biller 60 in form der Pater noſter Koͤrner mit alarcen Milonen mit runden Milonen / Birn Glocken / Rappen Mundſtuͤcken vnd die Stenglin mit Waltzen geben der Zungen freyung 56 ſo ein Pferd ein trucken / taubes vnd vnem⸗ pfindlich Maul hat 5 fo hart find vnd vberſich zaͤumen 61 fo herzu zaͤumen vnd gut finde für das drauff dringen 82.4 Gebiß von glarten Milonen 58 von glatten Pollen 58 welche die Pferd Iuffig machen 7 welche duͤrre Mäufer machen 63 welche ein Pferd mir gewalt aufhalten 79° welches macher cin Pferd den Kopff aid Gebogene Stangen Gebrechen der Roß ſo ſich vberfreſſen oder eeftuf, fen 117,118.1:9 Gebrochen Pferd 174 Gchershaffte Pferd zumachen 5051.52 Geneter 9 Gerade Stangen 64 Gerieren Pferd wie es zu halten / wann es zu hauß fommet 32 Geſchaͤfft ſo zu weit onderfich hangen wie zu curiren 173177 eyterich Gefchäffr 174 geſchwollen Geſchaͤfft A na : verwund Gefchäfft von Schlangen gebiffen oder geſtochen Scfhäft 174 Geſchloſſen Gebiſſe 33.54.55 Geſchwuͤre hinder den Ohren 128 Geſchwulſt der Augen 126 auffacbrochene Geſchwulſt 196 eyterich Geſchwulſt 199 hitzige Geſchwulſt 176.177 Geſchwulſt der Ohren Geſchwulſt nach der Aderlaͤß Getreyde einzuweichen / welches man den * Pferden gibet new — Getreyde ehe es ſchoſſet den — 7— zugeben 214.215 Getruckte platte pollen 58 Glatte Milonen 58 Glatte Pollen 58 Glieder welche auß jhren Gelencken BD. Blöcken mir rundem Boden find für dag —* kruͤmmen 5 Glocken waltzen find für junge Pferd 56 Goldfuchſen ſind zornige leichte vnnd —— Pferd Grauwe Schimmel find Blutreich / froͤlich Er mirtelmäfliger arbeit 1 Grichiſche Roß 6 Grimmen im Bauch 233. 249 Grimmen in dem Leib 155.161.162,249 H. Aar außfallen der Roß 178.179 Haar der Pferd Haar der Pferd wie es wachſe ibid. harte Haar der Roß weich zumachen 209 harte Haar zuuertreiben 180 Haar machen wachſen 176.180 Halß artzeney 235. dicker Half 1 78 duͤrrer Halß 78 kurtzer Halß ibid. langer Halß 78 Halßgeſchwuͤre izt Halßgeſchwulſt 249 Halß ſo Bogenweiß 77. verdreheter Halß 139 verkehrter Half ? 7 verrenckter Halß Harte Gebiß fuͤr ein Gaul der ſich nicht wil halt laſſen 81.84 Harte gebiß fuͤr Pferd die den Kopff niderbucken 82 Harte gebiß fo vberſich zaͤumen 82.83 Hauptfluͤß 221. 222 Haupts wehtatz 222.223 Haut fo gar zu fehr an den Rücken angewachfen und verdorrer ıft 143 Herfchlecht der Roß 147 Hertzgeſpann 149.150 ſchmertzen deß Hertzen 149 150 Heydruͤſſen am Halß zuvertreiben 131.132.133 Heyſalben 241.258 Hilff der Pferd mirder Stim 45 Hinckende Roß 153 der Hirnſchal ſchmertzen 223 Se fi deß Regiſter. deß Hirns beſchaͤdigung Zeichen vnnd Chur 224 Hirſchfarb wird der Erden verglichen I Hitzige geſchwulſt 176.177 „Hoden geſchwulſt 190.191 Holbiß — fuͤr junge Roß ei daß fie den Kopff ohn gellen ae eben ‚für Roß denen das Maul mit andern (har, fen gebiffen iff verderbr worden 54 für Roß die gar gute Mäulerhaben 54 Honig Beulen 197 flachhuͤffige glaͤſere Horn gi harte Horn 90 harte Hornfoinder Hikgar außtrucknen 90 ſchifferige Horn 92.93 ſtarcke Horn /folind von Ferfen find gt perererten Horn 228 Hornſalb die Huͤff feſt sumachen 246 Huff der Pferd 85 Huffen wehtag 152.213 guͤte der Hüffe 85 der Huffe vnd dag Eiſen wie fie ſollen zuſammen richt werden 89 erfroren Huff 233 hohe Huͤff Eſels huͤffen gleich 92 vertretten Huͤff 225.226 weiche Huͤff 225.225 zutnirſchte Huff 218. 219 Huff machen wachſen 227. 232 Huff ſo gepeinigt fein / wie fie mögen erkennt wer, den Huffzwang der Ferſen Huͤner vnflat ſo den Pferden in das futter —* Hungers kranckheit Hunger an den Pferden ein beſondere keonctheit 185 Huſten der Roß 134.135. 30. 137 138 J. Joopferd 23 der Ingeweid ſchmertzen verſtuͤrtzt Ingeweid In was Landart ein Fuͤllen fallen / ewachſen vi erftarcken fol Iſchuria > — Italianiſche Roß 9 Junger Pferd beſchlagung 93 Junge Roß wir fie ſollen gezaͤum pt werden 37 K. Konenbraun Pferd ſind Choleriſch 2 dem Kam der Roß / ſo auffgerieben oder — len zuhelffen 138 Kampffraͤd 58 Kappen Numoftöck fo aſſchloſen 55 vnrechte Keel 183 —— der Pferd / vnnd wie fiefollerfennt ve 1051 — vnd ſtinckende Keelſucht 109 trucken Keelſucht 108 Keelſucht welche die gelencke verleke 108 die Keelſucht wie ſie ſolle curirt werden 108 Keelſucht zuuertreiben 110 Keelſucht zwiſchen Fell vnd fleiſch wie fie ſoll werden Keſchmitz * Kieffer der Pferd wie fie fein ſollen * groſſe vnd enge Kieffer | Kienbacken der Pferd vnnd mie fie ij: fon ⸗ 74 Kienbacken geſchwulſt zuuertreiben130 ſtein an Kienbacken auß zu ziehen 330.131 Kien der Pferd wie fie fein follen +75 dürre Kien 75 fleifchtge Kien :7$ Knie ſchmertzen zuuertreiben 242 harte Knollen vber dem Huff 229 Knoͤllichte / bauſende Adern 197 milder Kölvon Roſſen gefreffen 208.209 Kirchlin vor den roten wehtagen 254 Kraffetofe Rob erquicken 110 Kraͤmpffichte Roß / welchen die Neruen und Span adern zu kurtz werden 201 von Kranckheiten der Pferd 103 Kranckheit von hungers wegen wie zu erkennen vnd zu curiren 232 Krebs der Roß 196 Krebs in augen 126 Krippe | 25 2 Kroͤpffe an dem halß zuuertreiben 128. 129. 31 132.133.135 Kuͤltranck 235 aß: Auf der Pferd und wie fie darinnen ſollen under» richrer werden 43 Leuß zuuertreiben 202 der Leber wihrag 155 Seffgen der pferd mic fie fein ſollen 72 fo einem Roß etwas im Leib zerfprungen 184 senden fehmersen 151 Seuchren fenen 247 vnnatuͤrlich Leuchten 196 Keblich gebiß 7 ind gebiß 60.63 sind gebiß für ein Gaul der gern ſpilet 34: Linde Mundſtuͤck wasgenannt werden &t vom Sufftiaenredopieren 43 der Lufft iſt feucht und warm N ſchadhafftige Lufftroͤhr 283 Regiſter. Suffeforin 43. SungenfüchtigeXef 114.115,116 ſchadhafftige Jung 149 M. ey Aeenimden Koflen >: 159 Mandel geſchwulſt 130 Männliche Glieds verletzung 229 Mantuaniſche Pferd 9 Maßdarms Eur 249.250 Marten gliedern rath sufchaffen 182 Matte Roß 232 Milonen 58 glatte Milonen 58 ſchadhafftig Miltz zucuriren 168 Moriſch Ro 9 Mücken zuuertreiben 203 Muͤde hisige Roß zu erquichen 183 Muͤden Roſſen iſt die Aderlaͤſſe nicht von nören 121 Muͤdiakeit 181.228 Muͤdigkeit zuuertreiben 237.251 Mundſtuͤck 54 harte 81 linde — ſcharpffe Kharıf Mundſtuͤck an jungen Roſſen fun deß Mundſtuͤcks Maag Muͤndſtuͤck mit den Kampffradern 60 Mundſtuͤck mit zwifachen Birn / Glocken / vnnd Staͤnglin mit runden Waltzen ſoll man fliehen 5 Mundſtuͤck / ſo alt vnnd wol gebraucht / ſind nemmer als die newen Mutterpferd / ſo da helt / aber nicht roßlen wi * Mutterpferd ſollen drey jar alefein _ Murterpferd ſollen groſſen Leib vnnd ——— Bauch haben 10.97 Mutterpferd follen wolgeſtalt ſchoͤn vnnd gut Ei wie den Murterpferden foll rathgeſchafft When, wann jhnen die Mutter für die Geburt geher 100 Mutterpferd wie lang fie tragen 16 txagenden Mutterpferden wie man warten ſoll 101 vnfruchtbaren Mutterpferden zu helffen 14. 46 Mutterpferden zu helffen daß ſie bald geberen 101 N. Aegel zum beſchlagen wie fie ſein ſollen 59 Narben in augen 123 Aubrochen Naßbein zu heilin 252 | ag engenfchafft der pferd nach ihrer lands⸗ ; eapolttanifhe Pferd Neruen vnd Spanadern zu ſtercken ein gute Sañ 240 der Neruen ſchmertzen zu lindern 3a L der Neruen erſtarrung 160.161. 162.183. Fi erlamböre Neruen zu curiren 252 verwundte Neruen widerumb zu heylen 201 Nieren wehtag 150.151 Nieß puluer 250 D. gäJöfene ſchaden im Maul Offene ſchaͤden auff dem Ruͤcken vnd der —* lencken an dem Schenckel 142.146 Ohren geſchwulſt 129 Ohren wehtag ORTEN. Dhren fofchadhaffiigzuhelffen 129.130 durch waſerley mirtelman das Waſſer vnd andere ding ſo ins Ohr ſind gefallen / koͤnne herauß Be gen die Ohren nach dem fie lang oder kurtz kein an N den was fie bedeuren 6 lange Ohren am pferd bedeutet faulheie 5 ſpitzige kurtze Ohren ſein ein anzeiguug eines willi- gen hurtigen pferds 5 P. Yan oder Terfen wie ſie ſollen außgewirckt wer 88 Pariren auff den halden oder hexen 38 Peſtilentz zu curiren 112,113 harte Peulen ober dem Huff 229 Pferchen 24 * Pferdleben laͤnger als andere Thier Pferd ſind gelehrſamer / gehorſamer vnd berhige dannandere Thier Pferd findvon Natur warm Pferd fodaniche wollen auffſitzen laſſen su —— Pferd ſo man im jagen brauchet die Pferd welchen man hat zur Adergelaſſen / wie ſie ſollen gefuͤttert werden 121.12 Pflaſter Blut zu verſtellen 244 Geſchwulſt sunerereiben 240.252 für dag Meiffen der Glieder 241 für den fchmergen der Büge 242 für den ſchmertzen der Gaumen 243 für den ſchmertzen der Knie 243 fiir den ſchmertzen der Neruen 242 fuͤr den ſchmertzen der ſchenckel 242 fuͤr die Muͤdigkeit * für die ſteinichte tnollen fuͤr erkalte Glieder / Muͤdigkeit / laͤſigkeit en traͤgheit 239. 240 Ss iij Pfla⸗ Kt er. Pfaſter fuͤr arte Knollen 239.240 - für kuchten 243 fir Puͤtzel 234 für Vberbein 240 zu erweitern 244 zu den Huͤffen 243.252 zu den Feſſeln 243 zu den verruͤckten glencken — zuden zuſtoſſenen Gliedern 243. 244 zu lindern 244 zu weichen 244.250 Pflaſter von Diptam bexeitet 253 Podagra der Roß 177.178 Pollen 58 getruckte platte 52 glatte 58 Polyypus / ein gewaͤchs | 133 Poſſaden —V—— Proportion der pferd 6 Pugliſche pferd 9 Puluer für,den Schwindel 237 Purgatz im Maien für junge Roß 30 Purgieren durch Stulgeng 230.250 Purgierende vermifchte Artzeney 234 Purgisrend pflaſter 254 Q galten 206 Rye Amandifch pferd RENT Raſende Roͤß 220.221 Raͤude der Roß 187.183,189 Raͤude zuuertreiben 231 —5 Daiß 250 Raupp 209 Hedoppier auff der Erden 4 Keiffen in Sliedern 241 Repellon 39 Repellon mit engen Ringen 41 zum Reutten zu richten 31 Reiffen 25 Reiſige pferd 23 Reiſige pferd wie ſie ſollen genaturt ſein 23 Roß in Bergen erzogen find ſtarck vnd Arbeitſ⸗ —— zenſchafft vnderwieſen leben —* 22 —9* nach ßret nat abaeriche find gefiinder 22 Roß ſo gute Fuͤß haben’ wie ſie ſollen befchlagen wer den 89 Roßſtall lunge wie ſie ſeyn ſolle / ſampt der jugchöre — Rothlauff zuuertreiben Rothſchimlet mit Kuh wirt der Erden dag chen I Rothwehe der Roß J— verrenckte Ruckbein einzuricheen ————— weiſſe Ruffen zuvertreiben 258 & Sa fuͤr ertalte Gliedet / Müdtgkeir und —D heit — 35%: 7 Sardinifchepferd "1" —— EEE Sartelfammer - 5 . Sartelit Schäden auffden Ruͤcken vnd seen daSa ckeln welche offen ſind 2 offene Schäden in den Maul ſchadhafftigen Schenckeln zu helffen br der Schenckel ſchmertzen 142.143 gebrochen Schenckel 143 zute / gerade Schenckel wie in erkennen 225 geſchwulſt der Scheucke "145 verletzter Schenkel 0.144: verrenckter oder verruckter Schencke zu — 140 1 2 der Schenckel wehtagen zu curiren 141. Schenckel welche auß Ihrem gelencke fommen 142 Schlaffen machen 236.237 die Schlafffucht vertreiben 224 Schlangen Biß zu curiren 203° Schlangen Stich 205 Schnacken vertreiben 203 Schrunden der Schenckel 232 weiſſe Schuppen zuuertreiben 251 Schwanen halß der pferd 6 Schwang der pferd was er zu bedeuten habe i 5 Schwarsefarb wird der Erden verglichen Y Schwarke pferd find —— kalter / Ya ckener vnd vngelehrſamer Di ee Schweinen ſchmaltz warumb den ann BE ben : RB 2 Schreindelzuuertreiben . ER ER SER 192 Sommer Trank 238.239 Sofich ein Roß im heben Kae wie ie helffen 95 Spalten den Schenkel 232 der Spahadern erftarrung 180. 161. 162.163. . ’ 164 die Spanadern zu ſtercken 340 Spanifche pferd genant Geneter 3 Spindelinden Schenckeln fo zubrochen iſt zu hei⸗ len 180 Spinnen 206 die — wie alt ſie ſeyn ſollen 1197. * Stallen 157 ſo ein pferd nicht oder mit — ſtallen kan 158.159 160 Stangen Sr 65 abgeleibte Stangen — ayboen Stangen — tade Stangen Br bi. zerbröchene Stangen — NER NURFR GN E Erna der Gebiß wie ſie ſeyn ſollen 64 Stercke der Pferd auß der Groͤſſe der Bruſt zuer⸗ kennen * tercfung der Glieder 245 erckung der verloruen Kräfften 237 Stiefft herauß zuzthen 199. 250 Stiech der Schlangen ie eh der Scorpion 204. ie2 deſi Fiſches Rochen Ersten mo der Riseifomanaufihr/ b es gefroren iſt Sıtraaffder Pferd geſchicht mir der Stimm’ N then / Zaum / Waden / Stegreiff/ Sporen / deß Reuters Leib / Edrich vnd Waſſer 45 Siranguria m 159 Stulgäng zu machen 250 duͤnne Stuͤl der Roß — Sturpferd,ob es gefangen habe ie man (8 Bi eöhn * —* Sturpferd wie es zuhalten / nach dem —— Stutpferd wie offt zubeſchellen —* T. > Treue Pferd 9 vom Trab der Pferd 35 vermifchrer Tranck 235 Trance fürs Feber 236 Trank im Winter zugebrauchen 238 Trochisfen 237 Trochisken fuͤr den roten Wehtagen 254 Trochisken fuͤr das Grimmen im Leib N Kranckheit der Leber / Verſtopffung deß Harms / vnd fuͤr Biß det tobenden ER, Spinnen / ztc⸗ 16 Tuͤrckiſche Roß die Tugenden der Roß werden vom hqhe Bst vnd Frauwen hergenommen Tummelen zu gantzer / halber / vnnd wider die zeit I Tunckelheirder Augen "oo. 123.124 V — * ® IF R Ks 1“ VBVerfreſſen vnd vberſauffen Verſchneiden 121 Verſen der Roß wie ſie ſollen außgewirckt werden 88 Verſehrung im Leib zu heylen 238 Verſehung vnd Tracrierung der Vollen im Stall 27 A ER der Roß 161.215.216 Verſtuͤrtzung der Blaſen 232 117.118. 119. 229.93 216.217. ——— Roſſen ſoll man nicht zur Aderlaſ⸗ Negſt eo Vnderſcheid der fordern Fuͤſſen gegen den hindern 86 Vnderſcheid der Keelſucht a Vnderweiſung im Ring reutten 36 warmmachende Vngent 246 Vngent 246.247 ju den erkalten Gliedern N, Neruen 46 zu dem Schmertzen deß Buss / Kiffen | Schenkel 246 Vnſinnigkeit der Mutterpferd 102 Vndʒieffer in offenen Schaͤden zu vermeiden 203 Vollen heiſſen die Pferd / welche noch nicht vbers ſechſte Jar kommen ſind at Vollen foden Reutter verzweifelter weiß abwerffen wie ſie zu haltenſeyen Vollen ſollen nach jhrer Natur vnnd Eyge ap vnderrichtet werden | der Dorderrecht Fuß weiß was er bedeute * Vorrede zum Beſchlagen dienlich 85 th v sg Agenpferdr folten geſchwind vnnd ſtarck ſeyn 22 Wann ein Gaul anreichet 95 Wann ein Roß gar weit von einander gehet / ſoll beſchlagen werden Wann man einen Beſcheller ſpringen ſoll al Wann man ein Pferd ins Gras fchlagen foll 3: Wann man ein Bollen aufffangen fol 19 Wann fich cin Saul ſtreyfft / wie er fol befchlagen werden 93.94 WarinmachenderverktiihterT Tranck 25. 4 239 Marken anden Schenefeinjubertriißen 234 derrundenfigenden Wartzen Cür 200.201 die runden Wartzen auff dem Ruͤcken zuvertreiben 146 Warten! welche Ban vber dem Knie wach en 200 Was in einem Beſcheuer vnnd Mutterpferd zube⸗ dencken 10.100 Was Safer den Roſſen benommen werde in Rin⸗ gen zu Gallopieren 40 Was man fuͤr Pferde zum Roßʒiegel erwehlen vnd gebrauchen ſoll 9 Waſſerſucht der Roß 166.167 das Waſſer iſt kalt vnd feucht L Weiche Gebiß 71 Weichende Pflaſter 250 Weiſſe Farb gieich einem Schimmel wirt mit Waſſer vergliechen Weiſſe Roſß ſeind phlegmatiſch / traͤg Inder den Widermillen zunemmen 232 vberfluͤſſige Wind 181 Wie die Narur vnd Eigenſchafft der Pferd auß a vier Elementen entſpringe Ss tilj Wi Regifter. Mic ein Pferd acherkthaffesumachen 50.51.52 ie cin Voller / der ſchon zam iſt zuhalten ſey 20 Wie man die Beſchellhengſt ſpringen ſoll laſſen 12 Wie man ein Vollen zam machen ſoll 20 Wie man ein edel vnd artig Fuͤllin erkenne 19 Wie man ein geritten Pferd halten ſoll / wann es zu hauß kommet 32 Wie offt man cin Beſcheller ſpringen ſoll laſſen 13 Wie viel man Stuten mit einem Hengſt beſchellen mag 14.99 Wudigkeit zubenemmen 250 Minter trenck 238 3 Wirbel durch den sangen Leib der Pferd / was er bedeute 3 Woher die Pferd boͤſe Maͤuler bekommen 83 Wolffs wurtzel von Pferden gefreffen 209 Wuͤrm der Roß zuuertreiben 202 das Wuͤten zuſtillen 237 Wuͤterich von Pferden gefreſſen 209 Wuͤtſcherling von Roſſen geſſen 209 Wundyflaſter 242 Wunden ſo den Roſſen in den holen Leib gehen 191 Ende deß Regiſters. Wundſalben 248.251 den Wurm zu toͤdten 339.247 Anfleiſch geſchwulſt 249 > Zaumung der Roß 43.54.55 Zaͤumung der Bollen 21 die Zaͤuͤmung mit vielen Mundſtuͤcken wird niche durchauß gelobt 59 auberey zunertreiben 249 Bu guter vnd böfer Pferd 2 Zecken anf der haut zubringen 203 Zerbrochen Stangen 65 Ziehendes Pflaſter 245 Ziehe Roß 221 gute zihe pferd was fie für zeichen haben 221 Zipperlin der Roß n. 177-178 dicke groſſe Zungen 67 ſubtile / doͤnne Zungen 67 die Zung wie ſie an den pferden ſein ſoll 66 67 Zu was zeiten man beſchellen fol 11.99 Setruckt zu Kranrkfurt am Mayn durch Martin Fechler / In Ber; legung Sigmund Seyrabends, 19 ”y N —} 22 7 — N 9 Ta ISIS R 8 RS % * | Al 3 PIE, TE IE TE —E DE RE. | 4 f © G 1) — SHRR or. ——— I EEE, RE nn — RT A > 2 N —/7 | —* N) l N) : — LT. " (9, - N WINE ur — — —— TE, En D )_ — II LP, X A 8 > * III NIS | } I 1 | | } 1 i | | MW & I A; | | 1 1 I | | | 9 v — win N fi $ \ Er — are Fr